Geldwechsler
englisch: money changer; französisch: changeur de monnaie; italienisch: agente di cambio; cambiavalute
Annemarie Zeiller (2024)
I. Allgemeines
A. Definition
Der Beruf des Geldwechslers entstand in der Antike mit dem Geldverkehr. Der Markthandel führte zum vermehrten Umlauf von Münzen, die unterschiedlich viel Edelmetall enthielten. Gleichzeitig wurden Praktiken des Geldgebrauchs entwickelt, die den Aufgabenbereich des Geldwechslers erweiterten. Doch das Wechseln von Münzsorten blieb bis ins 19. Jh. die Tätigkeit, die den beruflichen Umgang mit Geld charakterisieren konnte.
Da die Attribute Tisch, Geldwaage, Münzen und Geldbeutel nicht nur mit diesem Beruf verbunden werden, lässt sich die Darstellung des Geldwechslers (Abb.) nicht exakt abgrenzen von benachbarten Themen wie Geldverleiher, Wucherer, Goldwäger, Zöllner, Steuereinnehmer oder Kaufmann (Abb.).
B. Etymologie
Das Substantiv „Wechsel“ in der Bedeutung von Tausch und Handel wird von mittelhochdeutsch „wehsel“ abgeleitet, das von althochdeutsch und altsächsisch „wehsal“ abstammt. Seit dem 9. Jh. ist das Wort in seinen verschiedenen Sprechweisen für das Tauschen von Geld nachweisbar. Im „Heliand“, der im 9. Jh. entstand, findet sich bei der Tempelreinigung „wehsal“ für das zu wechselnde Geld und die Tätigkeit des Geldwechsels.[1]
C. Wortgebrauch
Im antiken Griechenland wurden die Geldwechsler wegen der Tische, die sie im Freien für ihre Tätigkeit aufstellten, „trapezites“ („Tischleute“) genannt.[2] Bei der Beschreibung eines Triumphzuges im Jahre 310 vor Christus erwähnte Livius in seiner Römischen Geschichte auch die „Besitzer der Wechselstuben“ („domini argentariarum“) auf dem Forum.[3] In der Septuaginta werden drei Wörter für Geldwechsler verwendet: Neben „trapezitai“ gibt es die Ausdrücke „κερματιστής“ (nach „κέρμα“, Geldstück, Münze, Scheidemünze, Io 2,14) sowie „κολλυβιστής“ (von „κόλλυβος“, Aufgeld, abgeleitet). Dabei kann „κολλυβιστής“ wie auch „τραπεζίτης“ die allgemeine Bedeutung von Bankier annehmen. „κολλυβιστής“ ist jedoch hauptsächlich die Bezeichnung für Geldwechsler im Auftrag der Tempelverwaltung mit besonderen Aufgaben.[4]
Den staatlichen Münzprüfer nannte man in der Regel „nummularius“, der Begriff wurde aber auch für Wechsler und Bankier verwendet.[5] Die Münzhändler werden im Heliand mit „muniterias“ bezeichnet.[6] Im Codex Egberti, Reichenau zwischen 980 und 993, ist der Geldwechsler in der Szene der Tempelreinigung inschriftlich mit „nummularius“ bezeichnet.[7] Darüber hinaus ist auch der Begriff des „mensarius“ belegt.[8]
Seit dem 13. Jh. wurden italienische Geldwechsler, die ihren Beruf in Frankreich, England und Deutschland ausübten, „Lombarden“ genannt.[9] In den Niederlanden wurden zu Beginn des 14. Jh. Wechsler „ghukellaers“ genannt.[10] Die Bezeichnung „Lombarden“ wurde im Niederländischen für die Geld- bzw. kleinen Pfandleiher verwendet, daher stammt auch der Ausdruck „joodse Lombarden“ in der Literatur. Von den 1230er Jahren an bis weit ins 17. Jh. waren in den Niederlanden italienische Geldverleiher aktiv. Möglicherweise durch Händler, die aus Cahors in der Guyenne kamen, entstand die Bezeichnung „Kawertschen“. So wurden christliche Kaufleute genannt, die wie Juden Geld auf Zins verliehen, wobei es sich jedoch um Italiener handelte. Der Begriff „Kawertsche“ („cauwersin“) wurde bis ins 14. Jh. auch synonym zu „Lombarde“ verwendet.[11]
D. Deutungen
Cassius von Parma bezeichnete Octavian, den späteren Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.), verächtlich als Enkel eines Müllers und eines Geldwechslers.[12] Zur Zeit der Proskriptionen seit 43 v. Chr. erhielt Octavians Standbild die schmähende Inschrift: „Mein Vater war ein Wechsler von Silbergeld, ich handle korinthische Bronzen“.[13]
In Rechenbüchern wurde der Beruf in der Regel wertneutral dargestellt (nicht so Abb.). So wird in dem 1202 von Leonardo Fibonacci verfassten „Liber abaci“ im 8. und 9. Kapitel das Wechseln von Münzen behandelt.[14] In Mathematikbüchern wie dem von Johannes Widmann wurden daraus Regeln übernommen und die speziellen Bedürfnisse von Geldwechslern angesprochen.[15]
Zu Beginn des 13. Jh. wurde im Parzival mit der Tätigkeit des Wechslers der gewinnträchtige Umgang mit Geld bezeichnet.[16]
Gänzlich ohne Wertung benannte Ulrich Richental in seiner Chronik des Konstanzer Konzils die italienischen Bankiers „wechßler“ (Abb.).[17] In Italien waren im Spätmittelalter und in der Renaissance die Tätigkeiten von Bankier und Kaufmann nicht scharf getrennt.[18] Wie für 1398 belegt, konnte allerdings ein Berufswechsel vom Kaufmann zum „chambiatore“, wie der Bankier abschätzig genannt wurde, durchaus mit einem Verlust an Reputation verbunden sein.[19]
In einem Entwurf für eine Festung zählte Albrecht Dürer die Geldwechsler im positiven Sinne zu den reichsten Kaufleuten, denen die Gewölbe in bester Lage, am Königsgraben, angeboten werden sollten.[20]
In kritischer Sicht auf den holländischen Kaufmannsgeist schrieb Herder „Der Geldwechsel wird noch länger als der Waarenhandel dauren“ und meinte die Niederlandemit der Formulierung: „denn einmal ist doch vor ganz Europa eine Geldwechslerin nöthig; diese muß eine Republik sein“.[21] Noch Goethe übersetzte „banquieri genovesi“ in der Autobiografie von Benvenuto Cellini mit „Genueser Wechsler“ und wertete so die Geldgeschäfte des Papstes.[22] Als Schopenhauer das Verhalten kritisierte, „den Dingen einen vornehmeren Namen zu geben als er ihnen zukommt“, führte er als Beispiel an, dass „jeder Geldwechsler Banquier“ genannt werden wolle.[23]
E. Berufsgeschichte
Im antiken Griechenland stellten die Geldwechsler ihre Tische, nach denen sie auch Trapeziten genannt wurden,[24] u. a. auf dem Marktplatz auf. Im römischen Reich sorgten die Wechsler für die Verbreitung des römischen Geldes und waren von zentraler Bedeutung für den Handel. Geldwechsler und Rinderhändler, „argentarii et negotiantes boarii“, stifteten 204 n. Chr. zu Ehren des Kaisers Septimius Severus einen Bogen.[25]
Nach dem Zusammenbruch der römischen Rheingrenze in den Jahren 406 bis 407 wurde auf dem Gebiet der Merowinger das Prägen von Kupfermünzen mit dem Bild des Honorius und des Arkadius eingestellt, Silber- und Goldmünzen wurden dagegen zunehmend irregulär nachgeprägt und auch gefälscht.[26] Zahlungsempfänger mussten selbst wiegen, den Feingehalt nach Erfahrung beurteilen und mit einem Prüfstein kratzen, um Münzen aus unedlen Metallen mit irreführendem Überzug zu entdecken. Münzwaagen sind deshalb als Grabbeigaben vom 5. bis 7. Jh. verschiedentlich belegt.[27]
Karl der Große reformierte 793/794 die Münzordnung und führte ein auf Silber gegründetes, einheitliches Währungssystem ein,[28] geprägt werden durfte allein in seinen königlichen Pfalzen. Münzrechte wurden nur im Ausnahmefall und dann an Bischöfe verliehen.[29] Mit der gestiegenen Bedeutung der Städte nahm nicht nur der Geldbedarf zu, sondern auch die Zahl unterschiedlicher Münzen, da die Ottonen damit begonnen hatten, Münzrechte als Lehen zu verleihen. Geldwechsler wurden in den Städten nun in zunehmendem Maße benötigt. In Deutschland sind sie seit Mitte des 13. Jh. nachweisbar.[30]
Im Spätmittelalter gehörten die Geldwechsler in der Regel zu den Kaufleuten oder waren städtische Angestellte. Aus dem 16. Jh. haben sich Rechentische aus städtischem Besitz erhalten, mit deren Hilfe Währungen umgerechnet werden konnten.[31] Kaufleute mussten frei sein, da die persönliche Freiheit Voraussetzung für das Reisen war.[32]
In den ersten Jahren des 13. Jh. wurde in Florenz eine Zunft der Geldwechsler gegründet, deren Patron der Hl. Matthäus war.[33] Ihr Tätigkeitsfeld, das neben dem Geldwechsel auch den Handel mit Metallen und Edelsteinen sowie die Kreditvergabe umfasste, war auf diese Stadt beschränkt.[34] In Chartres, wo die Wechsler u. a. in der Nähe der Kathedrale ansässig waren (Rue des Changes) und vom Wallfahrtswesen profitierten, stifteten sie ein Fenster für die Kathedrale mit der Szene der Josephsgeschichte, 1205–1215, in der der Protagonist für 20 Silberstücke verkauft wird (Abb.).[35] In Basel waren die Wechsler vereidigte Beamte und seit 1289 Hausgenossen des Bischofs, des Münzherrn, wobei die Goldschmiede nicht mit eingeschlossen waren,[36] während in Antwerpen Goldschmiede und Geldwechsler eine gemeinsame Zunft bildeten. Nicht selten besaßen die Wechsler repräsentative Zunfthäuser (siehe Zunfthaus) wie in Basel, wo sie zwischen 1377 und 1388 die Liegenschaft „Zum grauen Bären“ in der Freien Strasse erwarben.[37] 1516 wurde Jakob Meyer zum Hasen, der von Beruf Geldwechsler war, zum Bürgermeister der Stadt Basel gewählt. Häufig betrieben die Geldwechsler auch Geldverleih und das Geschäft mit Depositen. Um 1500 und fast das ganze 16. Jh. hindurch mussten sich in Antwerpen die Geldwechsler laut Gesetz auf das reine Wechseln beschränken, da ihnen das Depositengeschäft verboten wurde.[38]
Es waren in der Regel nicht nur verschiedene Berufe am Geldgeschäft und somit auch am Geldwechsel beteiligt, sondern auch Juden und Angehörige verschiedener Nationen. Juden waren sowohl Großfinanziers wie auch einfache Geldwechsler (Abb.). Italiener, in Deutschland häufig „Lombarden“ genannt, kamen seit dem 13. Jh. nach Nordwesteuropa. Bis etwa 1400 schufen sie in Nordostfrankreich, Flandern, Burgund, Oberlothringen, der Schweiz und im Rheinland ein Netz von Banken, die sog. Leihtafeln, und zogen sich später in die Niederlande und in ihre Herkunftsgebiete zurück. Im deutschsprachigen Gebiet gab es bis Mitte des 14. Jh. viele jüdische Finanziers, so dass die toskanischen Großbankiers hier keine Niederlassungen gründeten.[39] Jüdische Bankiers waren vor allem von der Champagne und dem Rheinland aus tätig, manchmal schlossen sie sich zu Konsortien zusammen, z. B. Anfang des 14. Jh. in Vesoul, wo sie auch mit den „Lombarden“ kooperierten.[40]
II. Darstellungen
Von der Antike bis zur Gegenwart gibt es Darstellungen des Geldwechslers in der bildenden Kunst. In Porträts, Genrebildern und allegorischen Darstellungen war der Geldwechsler ebenso vertreten wie in Bildern neutestamentlicher Themen (Vertreibung aus dem Tempel; Berufung des Levi). Bei der sich allmählichändernden Bewertung von Geldgeschäften entstand im frühen 16. Jh. in den Niederlanden eine neue Darstellungstradition von Halbfigurenbildern mit allegorischen Komponenten, auf denen die Tätigkeit des Geldwechslers von verwandten Themen wie Wucherer, Goldwäger, Zöllner oder Steuereinnehmer zumeist nicht klar abgegrenzt ist.
A. Kleidung und Attribute
Berufsständische Darstellungen auf römischen Sarkophagen seit dem 3. Jh. v. Chr. zeigen den Bankier und Wechsler bei Zahlungsvorgängen an großen Kontortischen. Dabei sitzt dieser, je nach Stand, mit Toga, Tunica oder Paenula bekleidet, am Tisch, zuweilen etwas auf eine Tafel wie zu einer Abrechnung notierend, die Münzen sind vor ihm ausgebreitet sowie in einem Geldbeutel verwahrt.[41] Tisch, Münzen und Geldbeutel bleiben die Attribute des Geldwechslers bis in die Neuzeit.
Auf Darstellungen der Tempelreinigung unterscheidet sich der Geldwechsler meist durch seine Kleidung von den Tierhändlern. Bei den Wechslern wurde zwischen Gehilfen und Kaufleuten differenziert. In mittelalterlichen Handschriften tragen Jesus, Apostel und vornehme Juden lange Gewänder und Sandalen, während die Händler nur knielange oder zumindest kürzere Kleider als die anderen Dargestellten anhaben. Sie sind barfuß oder tragen kniehohe Schuhstrümpfe oder halbhohe Stiefel.
Als Kaufmann konnte der Geldwechsler ab dem 16. Jh. auch durch altmodische oder exotische Kleidung gekennzeichnet sein. Juden waren vor allem an der Kopfbedeckung, besonders gestalteten Hüten oder Baretten, kenntlich, aber auch an den langen, kaftanartigen Gewändern, zuweilen mit hebräische Schrift imitierenden Zeichen (Abb.). Da der Kaufmann auch ein Schwert tragen durfte, kann er auch bewaffnet dargestellt sein.[42] Der ausschließlich als Geldwechsler Tätige wurde durch Attribute wie Waage, Wechseltisch und Geld charakterisiert.
B. Berufsständische Darstellungen und Porträts
Im kurz vor 1300 entstandenen Schachzabelbuch von Jacobus de Cessolis werden die Stände der mittelalterlichen Gesellschaft den Schachfiguren zugeordnet. Die vierte Gruppe der sog. Venden umfasst die Tuchhändler, Geldleiher, Wechsler und Geldeinnehmer (Abb.). In den nachfolgenden Handschriften hält die illustrierende Figur sowohl eine Waage als auch einen Maßstab sowie häufig einen Geldbeutel und gelegentlich ein Weberschiffchen.[43] Auf dem Holzschnitt einer Florentiner Ausgabe des Schachzabelbuchs von 1493/94 steht die Figur mit Waage und Messstock in einem Raum mit einer Ladentheke.[44] Die Abwicklung unterschiedlicher Bankgeschäfte in einem solchen Kontor zeigt eine Illustration des „Libro di Mercatantie et usanze de paesi“ von 1490[45], in dem u. a. die Gepflogenheiten des Handels und Geldwechsels an verschiedenen Orten und unterschiedlichen Ländern beschrieben sind. Ein Wechselvorgang wird auch im Mathematikbuch des Johannes Widmann von 1489 dargestellt.[46]
Szenen des Handels, in denen mit der zu verkaufenden Ware auch das gezahlte Geld abgebildet ist, wie etwa im Vordergrund von Dürers Holzschnitt mit dem Tempelgang Mariens, 1511[47], wurden in der niederländischen Malerei des 16. Jh. zum selbstständigen Bildgegenstand.[48] Aus „Ladenstücken“ abgeleitet,[49] entstand in Antwerpen eine eigene Gruppe von „Zweifigurenkompositionen“[50], auf denen ein als Halbfiguren gezeigtes Paar, zwei Männer (Abb.) oder ein Mann und eine Frau, die Aufmerksamkeit dem vor ihnen liegenden Geld zuwendet.[51] Obwohl einige dieser Bilder unter dem Titel „Geldwechsler“ bekannt sind (Abb.), muss die Identifikation aufgrund des unscharfen Berufsbildes (siehe E.) offenbleiben.
Beispielhaft für die Vielfalt der Bezeichnungen wie auch der Deutungen ist das bekannteste dieser Halbfigurenbilder, das von Quentin Massys 1514 gemalt wurde. In der deutschen Literatur wird es mit „Der Geldwechsler und seine Frau“ oder „Der Goldwäger und seine Frau“ bezeichnet,[52] in der französischen Literatur als „Le Peseur d'or et sa femme“ (Goldwäger und seine Frau), „Le Prêteur et sa femme“ (Geldverleiher und seine Frau), „Le Joaillier et sa femme“ (Juwelier und seine Frau)[53] oder „Le Banquier et sa femme“[54] geführt, wenngleich sich die aus dem 17. Jh. überlieferte Inschrift des Rahmens „Statura Iusta & æqua Sint Pondere“ nach Lev 19,35[55] eindeutig auf den für den Geldwechsler charakteristischen Wägevorgang bezieht. Massys' Halbfigurenkomposition aus einem mit dem Geldwägen beschäftigten Mann und einer vom Stundenbuch aufblickenden Frau in einem Ladenausschnitt wurde auf die Darstellung eines Goldschmieds von Petrus Christus, 1449,[56] zurückgeführt, die wiederum auf einem verlorenen Werk von Jan van Eyck beruhen könnte.[57] Es gibt eine Reihe von Interpretationen der Szene: Lange Zeit wurde der Gegensatz von Geldgier und Frömmigkeit gesehen, wobei über die Standfestigkeit der Frau spekuliert wurde. Dann wurde sie als Beispiel eines neuen Männlichkeitsideals des Kaufmanns betrachtet,[58] unter dem Aspekt der Repräsentation des Geldes[59] verstanden oder innerhalb einer Analyse der Parallelen in ökonomischem und religiösem Denken[60] in der Kunst untersucht. Danach betonte man wieder den religiösen Aspekt des Bildes.[61] Schließlich wurde es als Selbstdarstellung der Kunst beschrieben.[62]
Auch Marinus van Reymerswaele hat eine Reihe solcher zweifiguriger Kompositionen geschaffen (z. B. [Abb.]), von denen das Münchner Bild den Steuereinnehmer Boisselaer zeigt.[63] In manchen Bildern erscheinen Physiognomien und Gestik der handelnden Personen dabei ins Groteske überzeichnet. Dies spricht für die Interpretation solcher Darstellungen als Ausdruck von Sozialsatire.[64]
Eine ambivalente Bedeutung als biblisches Gleichnis oder Genrebild weist das Werk von Rembrandt Harmensz van Rijn aus dem Jahr 1627 auf, das dementsprechend als „Geldwechsler“, „Das Gleichnis vom Reichen“ oder „Gleichnis vom reichen Kornbauern“ genannt wurde (Abb.).[65] Hier prüft ein alter Mann bei Kerzenschein eine Münze. Eine Goldwaage und eine Geldbörse (siehe Geldbeutel) liegen auf dem Tisch.
Geldwechsler werden auch zusammen mit anderen Berufsvertretern gezeigt: Auf einer süddeutschen Zeichnung, zwischen 1550 und 1560 entstanden, ist der Kunde mit Fuhrmannspeitsche in der Hand auf einer Bank sitzend, neben sich ein Schwert, zu sehen, während der Geldwechsler davon durch vornehmere Kleidung unterschieden ist.[66]
Wenn in Bildfolgen des Totentanzes ein Wucherer dargestellt ist, kann mit der jeweiligen Szene auch der Geldwechsler gemeint sein, da dieser in vielen Städten ebenso Geldverleiher war. In Matthäus Merians Radierung „Jude und Tod“ von 1648 wird dabei zugleich das Judentum diffamiert.[67] In der 1710 veröffentlichten „Totenkapelle“ von Abraham a Santa Clara ist in der Illustration des Kapitels „Wucherer und Tod“ dargestellt, wie letzterer den am Tisch sitzenden und Geld zählenden Wucherer abholt, der einen spitzen Hut trägt.[68]
Skulpturale Darstellungen sind äußerst selten: Die lebensgroße Bronzeskulptur von Imre Varga (geb. 1923) „Mittelalterlicher Geldwechsler“ in der Sparkassen-Passage von Bad Kissingen zeigt den Geldwechsler in mittelalterlicher kaufmännischer Tracht hinter dem Wechseltisch.[69] Andere Werke sind nicht eindeutig zu identifizieren wie z. B. das Relief eines „Geldzählenden Juden“ aus Wachs von Caspar Bernhard Hardy aus dem Besitz Johann Wolfgang von Goethes.[70]
Darstellungen von Juden als Geldwechsler haben in der Regel diffamierenden Charakter (Abb.); dies ist mit besonderer Deutlichkeit in der Druckgraphik des 20. Jh. festzustellen.[71] Dabei werden häufig Darstellungstraditionen der niederländischen Genremalerei zitiert.
C. Bibel
1. Altes Testament
Für eine spätere Auflage der Schrift von Marquard von Lindau über die Zehn Gebote von 1516[72] gestaltete Hans Baldung Grien zum 9. Gebot („Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Gut") eine Geldwechslerszene als Illustration.[73]
Auch Martin Luthers 1520 veröffentlichte Ausführungen zum Dekalog sind mit einer Geldwechslerszene illustriert.[74] Dabei sitzt ein Geldwechsler in einem Innenraum hinter seinem Tisch und bedeckt sein Geld schützend mit den Händen vor streitenden Kunden.
2. Neues Testament
Am häufigsten werden Geldwechsler in Szenen der Vertreibung der Wechsler aus dem Tempel (Tempelreinigung), dargestellt.
a. Tempelreinigung
Die Händler und insbesondere die Wechsler waren zu Jesu Zeiten rechtmäßig auf dem Gelände des Tempels.[75] Man nimmt an, dass sie Beamte der Tempelverwaltung waren, für die sie u. a. die Tempelsteuer einnahmen. In den synoptischen Evangelien (Mt 21, 12–17, Mc 11,15–19, Lc 19,45–48) wird von der Tempelreinigung nach dem Einzug in Jerusalem, der die Ereignisse der Passion einleitet, berichtet. Bei Matthäus und Markus wirft Jesus die Tische der Geldwechsler und die Armsessel der Taubenverkäufer um („et mensas nummulariorum et cathedras vendentium columbam evertit“, Mt 21,12, „coepit eicere vendentes et ementes in templo et mensas nummulariorum et cathedras vendentium columbas evertit, Mc 11,15), bei Lucas ist nur von Verkäufern die Rede. Einzig Markus erwähnt, dass Jesus nicht duldete, dass man Gefäße durch den Tempel trug.[76] In allen drei Evangelien verweist Jesus auf Prophetenweissagungen, so bei Matthäus: „scriptum est ‚domus mea domus orationis vocabitur‘ (Is, 56,7) vos autem fecistis eam ‚speluncam latronum‘ (Ier 7,11)“. Bei Johannes (Io 2,13–21) folgt die Tempelreinigung auf die Hochzeit zu Kana und unterscheidet sich etwas in ihrem Verlauf von den früheren Berichten. Hier stellt Jesus eine Peitsche her, mit der er auf die Händler einschlägt, um sie zu vertreiben, und schüttet u. a. das Geld der Wechsler aus („et nummulariorum effudit aes et mensas subvertit“, Io 2,15).
Als Ereignis, das zur Passion führt, und als Perikope (Montag nach dem 4. Fastensonntag, Io 2, 13–25) erscheint die Tempelreinigung in Evangeliaren, Evangelistaren und Psaltern und ist Teil von Bildprogrammen in Kirchen. In der wohl frühesten erhaltenen Darstellung der Tempelreinigung mit dem peitschenschwingenden Jesus auf einer der Ciboriumssäulen in San Marco in Venedig[77], ist hinter einem Händler mit Taubenkäfig nur eine weitere Gestalt undeutlich zu erkennen. Als älteste erhaltene Handschrift mit einer Vertreibung der Wechsler aus dem Tempel gilt der im 6. Jh. geschriebene Rossano-Codex.[78] Darauf schleicht sich der vornehm gekleidete Geldwechsler, der rechts von dem abgewandten Jesus steht, mit seinem Wechseltisch in demütiger Haltung und zurückgewandtem Kopf, doch auch mit besitzergreifender Gestik, davon. Häufig werden Geldthematik und Personen nur lose miteinander verknüpft: Auf der Marginalillustration des aus dem 9. Jh. stammenden Chludoffpsalters weichen ein alter und ein junger Händler, die nicht näher bezeichnet sind, aneinandergedrängt vor Christus zurück.[79] Zwei umgestürzte Wechseltische und am Boden verstreutes Geld verweisen auf die Wechsler. Auf der Illustration des Pantokrator-Psalters, 9. Jh., gehen ein alter und ein junger Händler nach rechts weg und lassen den umgestürzten Wechseltisch und am Boden liegendes Geld zurück.[80] Auf dem unter Erzbischof Angilbert II. (824–859) angefertigten goldenen Antependium in S. Ambrogio in Mailand ist nur das Geld zu sehen, das zu Füßen Jesu am Boden liegt.[81] Auf einem Elfenbeinrelief der Metzer Schule, um 900,[82] deutet ein umgestürzter Tisch auf Geldwechsel hin, während sich eine Person ohne nähere Kennzeichnung aus der Mitte der Händler an Jesus wendet. Auf einem Stuhl sitzt ein Münzenschläger. Diese Figur diente wohl als Vorbild des sitzenden Geldwechslers im Codex Egberti, Reichenau zwischen 980 und 993.[83] Ein sitzender Geldwechsler ist auch im Evangeliar Ottos III., um 1000, dargestellt, wo er mit der rechten Hand gegen Christus gestikuliert und mit der linken Hand einen jüngeren Händler zurückhält.[84] Vorherrschend sind die Geldwechsler auf der ganzseitigen Darstellung der Tempelreinigung des Mathildenevangeliars, um 1090, wo sie an vielen Tischen sitzen und Geschäfte abwickeln.[85] Im Florentiner Tetraevangeliar, um 1100, gibt es die Tempelreinigung bei Matthäus und bei Markus. Bei ersterem eilen drei sich umdrehende Händler nach rechts, zwischen sich und dem mit einem Stock drohenden Christus Ciborium und Wechseltisch lassend.[86] Bei Markus stehen rechts von einem umgestürzten Wechseltisch drei Händler mit vor der Brust gekreuzten Armen zu Christus im Redegestus nach links gewendet.[87] Die Darstellungen blieben weiter uneinheitlich.
In Giottos Freskenzyklus in der sog. Arena-Kapelle in Padua, geweiht 1305, die von Enrico Scrovegni zum Gedenken an seinen Vater, den Bankier Rinaldo, gestiftet wurde, steht die Tempelreinigung zwischen dem Einzug in Jerusalem und dem Verrat des Judas.[88] Vor dem Hintergrund der Tempelarchitektur weichen im Mittelgrund zwei keinem speziellen Tätigkeitsbereich zugeordnete Händler mit Abwehrgestus vor dem zornigen Christus mit erhobener Peitsche. Im Vordergrund flüchten Tiere zu beiden Seiten eines Taubenkäfigs und eines Wechseltisches, dem einzigen Hinweis auf Geld. Die Fresken in der Vorhalle des Doms zu Gurk, um 1340, zeigen eine Darstellung unter drei Arkaden, wo unter den abziehenden Händlern einer einen anderen am Arm fasst.[89] Auf der Nordtür des Baptisteriums von Lorenzo Ghiberti, 1403–1423, gibt es bei der Tempelreinigung einen Händler, der den gefüllten Beutel demonstrativ vor sich hält.[90] Auf dem Gurker Fastentuch von Konrad von Friesach, 1458, ergreift Christus einen Wechsler, der neben einem umgestürzten Wechseltisch kauert.[91] Auf dem von Michael Pacher 1481 vollendeten Gemälde des Hochaltarretabels der Wallfahrtskirche in St. Wolfgang ist der Geldwechsler durch seine geduckte Körperhaltung, schwarze Kleidung und weißen Bart als finstere Person hervorgehoben.[92] Auf Michael Wolgemuts Holzschnitt hält der auf dem Boden kniende Wechsler einen Geldsack, eine flache Schütte wohl zum Sortieren und Einfüllen des Geldes liegt daneben (Abb.). Lucas Cranach d. Ä. zeigte ebenfalls einen knienden Wechsler.[93] Albrecht Dürer zeigte in seiner Kleiner Passion, um 1508/09, einen von Christus direkt bedrohten Wechsler eingezwängt zwischen Stuhlbeinen mit Geld und Beutel.[94] Von Michelangelo haben sich nach 1550 entstandene Zeichnungen erhalten, auf denen Christus einen Wechslertisch kippt, den ein Wechsler zu halten versucht.[95] Marcello Venusti (1512/15–1579) setzte die Szene nach den Skizzen malerisch um.[96] El Greco genügte in verschiedenen Ausführungen der Tempelreinigung das Zitat des angeschnittenen umgeworfenen Tisches im Vordergrund.[97] Die Szene auf dem Millstätter Fastentuch, 1596, zeigt einen auf dem umgedrehten Wechseltisch knienden Geldwechsler, der mit einem Geldbeutel hantiert.[98]
Die Figur des auf dem Rücken Liegenden – wie auf Dürers Holzschnitt für die Kleine Passion – gibt es in vielen Variationen, beispielsweise in der Nachfolge von Quentin Massys, wo dem Wechsler der Judenhut vom Kopf gefallen ist.[99] Mit Stuhl und Tisch stürzt der Wechsler auf dem Ölgemälde von Jacob Jordaens, 1650.[100]
Eine Steigerung der Dramatik erfuhr die Gestaltung des Themas in der barocken Deckenmalerei, indem man nach dem Vorbild von Höllenstürzen (siehe Engelsturz) kopfüber rückwärts fallende Figuren zeigte: Auf dem Deckengemälde der inneren Vorhalle der Klosterkirche St. Theodor und Alexander in Ottobeuren von Johann Jakob Zeiller, 1757–1763/1764, hält eine rückwärts stürzende Person eine Waage (Abb.), auf dem Deckengemälde der Pfarrkirche St. Martin in Meßkirch von Meinrad von Au, zwischen 1770 und 1774, fallen Geldstücke aus dem Beutel, den der gestürzte Wechsler in der Hand hält (Abb.).[101]
Verhaltensweisen, die die Personifikation der Avaritia (vgl. D.) kennzeichnen, wie die feste Umklammerung des Beutels, das Verstecken eines Beutels unter dem Mantel und das Bücken bzw. Kriechen auf dem Boden, um verstreutes Geld einzusammeln,[102] wurden auch bei der Schilderung der Wechsler im Tempel eingesetzt. Bereits in den 1179–1182 entstandenen Mosaiken von Monreale umfasst der frontal zum Betrachter gewendete Händler hinter einem Wechslertisch einen gefüllten Beutel.[103] Hans Schäufelein zeigte auf einem Holzschnitt 1506 einen am Boden knienden Geldwechsler, der verstreutes Geld in einen Beutel sammelt.[104] Auf dem Holzschnitt „Die Wucherer Christus ußtreibt vom Tempel sein“ von Lucas Cranach d. Ä. für das „Passional Christi und Antichristi“ von 1521 sucht ein gebückter Händler/Wechsler mit Judenhut auf den Boden gefallenes Geld zusammen.[105] In der Nachfolge von Hiernonymus Bosch und Pieter Brueghel d. Ä. entstanden Gemälde, die nicht nur den stürzenden Wechslertisch zeigen, sondern auch Personen, von denen sich eine mit einem Beutel davonschleicht und die andere auf dem Boden kriecht, um verstreutes Geld einzusammeln (z. B. Kopenhagen, Statens Museum for Kunst, Inv.nr. KMS3924: Abb.).[106] Auf dem Deckenbild der ehemaligen Prämonstratenser-Klosterkirche St. Margareta in Osterhofen, Kreis Deggendorf-Altenmarkt, von Cosmas Damian Asam, 1731/1732, hüllt sich ein Beteiligter in seinen Mantel, um sich und wohl auch seinen Geldsack zu schützen (Abb.).[107] Mit beiden Armen umfasst der Geldwechsler auf Rembrandts Radierung einen Geldsack, während der Geldbeutel und loses Geld den schrägen Tisch hinunterrutscht.[108] In einem Gemälde von Rembrandt, 1626, umfasst der Wechsler den Geldbeutel mit der Rechten, während er mit der Linken besitzergreifend Geld zudeckt.[109] Eine Rückenfigur in Giuseppe Passeris Gemälde mit der Vertreibung der Wechsler aus dem ausgehenden 17. Jh. hält ebenfalls ihre Hand über das Geld.[110] Am Boden kriechende, nach Geld suchende Gestalten stellten auch Cecco del Carravaggio, 1610,[111] und Giovanni Pannini (1691–1765) [112] dar. Bei Nicolas Colombel liegt ein Händler auf dem Bauch und ein anderer bückt sich.[113]
Im frühen 20. Jh. war die Tempelreinigung Bestandteil von Bilderfolgen zum Leben Jesu mit orientalischem Lokalkolorit (Abb.).[114] Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden in England mehrere Werke, die mit der Tempelreinigung die Zeitgeschichte kommentierten. Drei Wechsler halten bei Stanley Spencer einen Tisch fest, die Geldsäcke fallen herunter, während Christus dabei ist, den Tisch umzustoßen.[115] Noch beherrschender ist der Wechslertisch angelegt, den Christus in einem weiteren Gemälde Spencers mit der Thematik umstürzt.[116] William Roberts, den die Tempelreinigung von El Greco in der Londoner National Gallery beeinflusste, kleidet die meisten seiner Händler, von denen zwei runde Tischplatten und zwei Bücher unter dem Arm tragen, in Badehosen. Christus mit der Peitsche trägt dagegen ein ärmelloses kurzes Hemd.[117] Auf dem 1923 fertiggestellten Kriegsmahnmal der Leeds University mit der Tempelreinigung von Eric Gill laufen vor Christus zeitgenössisch gekleidete Kriegsgewinnler, allen voran eine Frau, davon.[118] Louis Duffy stellte einen einfach gekleideten Mann mit Schlagstock Waffenhändlern in einer Szene auf einem Friedhof gegenüber. Der Mann mit Schlagstock und der Anführer der Waffenhändler mit krallenartigen Händen wurden als Christus und der Teufel, beziehungsweise als Verkörperung Großbritanniens gegenüber Hitler gedeutet.[119]
b. Berufung des Zöllners Levi
Auf italienischen Darstellungen von Szenen aus dem Leben des Zöllners Levi – insbesondere der Berufung (Mt 9,9; Mc 2,14; Lc 5,27–28) – ist der Innenraum häufig als Geldwechslerladen gestaltet (Abb.). Auf dem Triptychon von Andrea Orcagna und Jacopo di Cione, 1367–1370, das sich ursprünglich in Orsanmichele, der Florentiner Kirche der Zünfte, befand, tritt Matthäus gerade aus dem Gebäude.[120] Auf Niccolò di Pietro Gerinis Darstellung der Vita des Hl. Matthäus, um 1395 (Prato, S. Francesco, Cappella Megliorati)[121] kommentieren die zurückgebliebenen Steuereinnehmer, die im Mittelpunkt des Freskos in der Lünette stehen, das Geschehen mit Gesten des Erstaunens. Die nachträgliche Veränderung einer Geldwechslerszene von Jan Sanders van Hemessen aus dem Jahr 1536 in eine „Berufung des Matthäus“ durch die Hinzufügung Christi im 17. Jh. zeigt die Verwandtschaft der Darstellungstraditionen.[122]
D. Exempla für Avaritia
Als Exemplum für Avaritia (Geiz) konnte im 15. Jh. auch ein Kaufmann bzw. Geldwechsler stehen. Im sog. Bedford-Stundenbuch, um 1423, steckt ein Kaufmann beide Hände in Säcke mit Geld, die sich auf einem Tisch befinden.[123] In zahlreichen weiteren Handschriften tritt der Geldwechsler als Beispiel der Avaritia auf. Zu nennen sind hier die Geldwechslerszenen in der Heidelberger Handschrift „Renner“ des Hugo von Trimberg[124] und in einem Stundenbuch der Pierpont Morgan Library[125], in Darstellungen der irdischen Stadt nach Augustinus „De civitate Dei“ in flämischen Handschriften des 15. Jh. wie z. B. Den Haag, Rijksmuseum Meermanno-Westreenianum Ms. 10 A 21, fol. 6r, dat. 1478, oder Brüssel, Bibliothèque Royale de Belgique, Ms. 9014, fol. 2r (Abb.)[126] sowie in einem Fresko der Ingastone Church in England.[127]
Dantes Bankiers im 17. Gesang der Hölle der Göttlichen Komödie sind in den Illustrationen von Sandro Botticelli, um 1481–1494/1495, nackt verbildlicht. Allerdings tragen sie einen Geldbeutel um den Hals, auf dem das jeweilige Familienwappen zu sehen ist, ein Hinweis auf ihren Geiz.[128]
Bei Pieter Brueghel d. Ä. finden sich Geldwechslerszenen in grafischen Darstellungen von Temperantia und Avaritia. Zur Inszenierung der letzteren gehört eine riesige Metallschere an der Geldwechselbude, ein mittelalterliches Requisit des Geldwechslers, welches er zum Zerschneiden von falschen Münzen gebrauchte.[129] Hier liegt allerdings ein Mensch zwischen den Schneiden. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass das ausbeuterische oder betrügerische Geldgeschäft die Existenz bedroht.
Auf dem Gemälde des Monogrammisten JAD von 1641 aus einer Serie der Sieben Todsünden erregt der Teufel den Geiz einer Münzen wiegenden Greisin, vor der er einen vollen Beutel auszuschütten im Begriff ist (Abb.).[130]
E. Gesellschaftskritik
Eine Illustration der ersten deutschsprachigen Ausgabe des sogenannten Trostbüchleins von Petrarca, 1532, zeigt einen reich ausgestatteten Geldwechslerladen, vor dem sich das Drama des armen Kunden neben dem reichen abspielt.[131] Das Blatt war im 17. Jh. auch als Einzelblatt verbreitet.[132] Die Gegenüberstellung von Arm und Reich in einer Geldwechslerszene findet sich auch noch später in der Druckgraphik (Abb.; Abb.).
In der zweiten Hälfte des 18. Jh. veranschaulicht der Kupferstich von Daniel Chodowiecki „Beim Geldwechsler“, 1770, ein Beispiel in J. B. Basedows Elementarwerk. Hier kann eine Mutter ihren beiden kleinen Kindern nur einen Apfel geben, während im selben Raum ein Geldwechsler gestikuliert, der neben Goldwaage, Gewichten, Geld und Geldsäcken auch eine Pistole auf dem Tisch liegen hat, um Diebe abzuwehren (Abb.).[133] Honoré Daumier verbildlichte Robert Macaire als betrügerischen „agent de Change“ in dem Roman „Physiologie du Robert Macaire“, der 1842 erschien.[134] In der politischen Karikatur tritt der Geldwechsler auch als Jude auf, so 1899 aus Anlass eines Gesetzesvorhabens zur Regelung des Geldverleihens.[135]
F. Münzfälschung
Zu Beginn des 17. Jh. entstanden viele Flugblätter, auf denen damals gehäuft auftretende Fälle von Wucher und Münzfälschung angeklagt werden. Modisch mit Kniehose und Jacke bekleidete Geldwechsler bilden das zentrale Thema (Abb.). Sie erleiden von Gott geschickte Höllenqualen[136] oder stehen auf der geflügelten Kugel unsicheren Glücks (s. Fortuna)[137]. Aufeinander folgende Tätigkeiten vom Schlagen der Münzen bis zum Wechseltisch werden auf einem anderen Flugblatt dargestellt.[138] Der Text, teilweise in Dialogform zwischen Christ und Jude, wendet sich gegen Christen, die aus Gewinnsucht gutes Geld zu Juden tragen, die im Bild durch ihr Barett kenntlich sind. Von der Münzverschlechterung profitieren beide.
Auf satirischen Postkarten des 19. und beginnenden 20. Jh., mit denen Juden diffamiert werden sollten, steht deren Darstellung als Geldwechsler oder Bankiers im Mittelpunkt. So wird das Motiv der Beschneidung einer Münze in der Inschrift explizit auf die jüdische religiöse Praxis bezogen: „Die Beschneidung. Bringt Vorteil, darum ist sie bei Juden gebräuchlich“.[139]
G. Sonstiges
Auf der Illustration einer 1022/23 angefertigten italienischen Handschrift von „De rerum naturis“ des Hrabanus Maurus zum Kapitel „De ponderibus“ (lib. XVIII,1)[140] sitzt der dort erwähnte Phidon von Argos als vornehm gekleideter Geldwechsler am Wechseltisch mit großen und kleinen Münzen:[141] Phidon von Argos in Herrschertracht, durch den antiken Falttisch, auf dem Gewichte liegen, den Geldwechslern zugeordnet, vertritt die Bedeutung des Wiegen und Messens. Eine Bilanzwaage und eine römische Waage halten Moses und ein Jüngling rechts von ihm. Im Text wird auf das Prinzip der Waage als Wissenschaft und das Geldwesen Bezug genommen.
Im „Hortus deliciarium“ vertritt Judas stehend mit Geldwaage, Geldbeutel und Münze die Geldwechsler, die Christus aus dem Tempel vertrieben hat und die nicht auf Gott, sondern auf Reichtümer vertrauen.[142]
In der zweiten Hälfte des 20. Jh. dient der Geldwechsler als Denkfigur: Andy Warhol nimmt dessen Rolle ein, in dem er mit einer Dollarnote Geld zu Kunst tauscht.[143] Im Sinne eines „celebrity turn“ haben Kunst und Geld die Plätze getauscht.[144] In der Aktion von Michael Sailstorfer spielt der Betrachter selbst mit: Wie Avaritia muss er auf dem Boden suchen, um die vergrabenen Goldbarren zu finden; den Fund aber muss er gegen Geld tauschen, um sich Wünsche zu erfüllen.[145]
Auf der Internetseite des Image Atlas (Link) der Künstlerin Taryn Simon erscheinen bei Eingabe eines Begriffs „Geldwechsler“ die Ergebnisse der jeweiligen Google-Bildabfrage für gleichzeitig ausgewählte Länder im Vergleich.[146] In den meisten Ländern gehören das Gemälde von Quentin Massys aus dem Louvre und zwei weitere Bilder von Reymerswalde dazu. Da dies eine augenblickliche Bestandsaufnahme ist, verändert sich die Auswahl ständig.
Anmerkungen
- ↑ Eduard Sievers (Hg.), Heliand. Titelauflage vermehrt um das Prager Fragment des Heliand und die Vaticanischen Fragmente von Heliand und Genesis, Halle an der Saale/Berlin 1935 (Germanistische Handbibliothek, IV), Z. 3738f.: „habdem iro uuesl gidago garu te gebanne“ (haben ihren Wechsel täglich bereit zu übergeben), Wechsel im Sinne von Wechselgeld. Zeile 3746, „thia foruuarahton uueros uuehsal dribanne“ (verworfene Menschen treiben Wechsel).
- ↑ Hans Harlandt, Das Geld von gestern, heute und morgen, Velten 1996, S. 23; Walter Ameling, Trapezites, in: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, Bd. 12,1, Stuttgart/Weimar 2002, S. 762.
- ↑ Ab urbe condita, lib. IX, 40, 16: Titus Livius, Römische Geschichte. Buch VII–X, lateinisch und deutsch, hg. von Hans Jürgen Hillen, Darmstadt 1994, S. 334f.
- ↑ Jostein Ådna, Jerusalemer Tempel und Tempelmarkt im 1. Jahrhundert n. Chr., Wiesbaden 1999, S. 146.
- ↑ Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike, Bd. 4, München 1972, Sp. 202f.
- ↑ Eduard Sievers (Hg.), Heliand. Titelauflage vermehrt um das Prager Fragment des Heliand und die Vaticanischen Fragmente von Heliand und Genesis, Halle an der Saale/Berlin 1935 (Germanistische Handbibliothek, IV), Z. 3737.
- ↑ Codex Egberti, Staatsbibliothek Trier, Ms. 24, fol. 34: Gunther Franz und Franz J. Ronig, Codex Egberti. Teilfaksimile-Ausgabe des Ms. 24 der Staatsbibliothek Trier, Bd. 2, Wiesbaden 1983, fol. 34.
- ↑ Otto Wittstock, Sueton. Kaiserbiographien, Berlin 1993, S. 99.
- ↑ Hans Bauer, Vom Wechsler zum Bankier, Basel 1989, S. 67; Winfried Reichert, Lombarden in der Germania-Romania. Ein Beitrag zur Expansion italienischer Geldleiher nördlich der Alpen, 2 Teile und Karten, Habilitationsschrift Trier 1996.
- ↑ James M. Murray, The Devil’s Evangelists? Moneychangers in the Flemish Urban Society, in: Juliann Vitullo and Diane Wolfthal, Money, Morality, and Culture in Late Medieval an Early Modern Europe, Farnham, Surrey u. a. 2010, S. 53–67, S. 55.
- ↑ Christoph Cluse, Studien zur Geschichte der Juden in den mittelalterlichen Niederlanden, Hannover 2000 (Forschungen zur Geschichte der Juden, Abteilung A: Abhandlungen, 10), S. 116f., bes. Anm. 52.
- ↑ Sueton, Augustus, 4,2: „Von der Mutter hast Du das Mehl aus der primitivsten Mühle von Aricia, und das hat der Geldwechsler aus Nerulum mit seinen vom Wechseln verfärbten Händen geknetet“; „Cassius quidem Parmensis quadam epistula non tantum ut pistoris, sed etiam ut nummulari nepotem sic taxat Augustum: ‘Materna tibi farina est ex crudissimo Ariciae pistrino; hanc finxit manibus collybo decoloratis Nerulonensis mensarius.’”; vgl. Otto Wittstock, Sueton. Kaiserbiographien, Berlin 1993, S. 99.
- ↑ Otto Wittstock, Sueton. Kaiserbiographien, Berlin 1993, S. 151.
- ↑ Leonardo Fibonacci, Liber abaci, 8. Kapitel: De emptione et venditione rerum uenalium et similium (Vom Kauf und Verkauf von Waren und ähnlichen Dingen – behandelt Dreisatz, Umrechnung von Währungen, Tuch- und ähnliche Maße, sowie Gewichte), und 9. Kapitel: De baractis rerum uenalium et de emptione bolsonalie, et quibusdam regulis similibus (Vom Tauschhandel mit Waren und dem Kauf von Bolsonalien (Münzen, deren Wert sich nach ihrem Silberanteil richtet).
- ↑ Johannes Widmann, Behende und hubsche Rechenung auff allen Kauffmanschafften, Leipzig 1489.
- ↑ Wolfram von Eschenbach, Parzifal 353, 26–27: „dort sitzt ein wehselære: des market muoʓ hier werden guot.“ („Das ist ein Wechsler, der dort sitzt! Der macht hier einen guten Schnitt.“; Übersetzung: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und kommentiert. Übertragen von Dieter Kühn, Frankfurt am Main 1994, S. 587.
- ↑ Kurt Weissen, Die Päpste und ihre Bankiers. Von Italien nach Konstanz, in: Karl-Heinz Braun (Hg.), Das Konstanzer Konzil 1414–1418. Weltereignis des Mittelalters, Bd. 1, Darmstadt 2013, S. 29.
- ↑ Franco Franceschi, I mercanti-banchieri del Quattrocento, in: Denaro e bellezza, i banchieri, Botticelli e il rogo delle vanità, Ausstellungskatalog Florenz 2011/12, Florenz u. a. 2011, S. 37.
- ↑ Francesco Guidi Bruscoli, La banca, la lettera di cambio i e il commercio internazionale, in: Denaro e bellezza, i banchieri, Botticelli e il rogo delle vanità, Ausstellungskatalog Florenz, Florenz u. a. 2011, S. 59.
- ↑ Albrecht Dürer, Etliche Underricht zu befestigung der Stett, Schloß und Flecken. Faksimile 1971 der Erstausgabe von 1527 mit Übertragung des Textes in modernes Deutsch und einem kritischen Kommentar von Alois E. Jaeggli, S. 101. „…/aber die am graben sitzen sollen kröm under ihre heuser pauen / unnd alle gewelben / den hendlern verlassen / die kröm von den reychesten als die wechßler die gold und silber haben / …auch ein herliche apotecken / die sollen an des künigs graben die pesten özter innen habenn.“ Alle diejenigen, welche am Königsgraben wohnen, sollen Kramläden unter ihren Häusern bauen und alle Gewölbe den Händlern überlassen. Die Geschäfte der Reichsten, wie der Wechsler, Gold- und Silber-Händler, auch eine herrliche Apotheke, sollen die besten Gewölbe an dem Königsgraben haben.
- ↑ Johann Gottfried Herder, Journal meiner Reise im Jahr 1769, in: Bernhard Suphan (Hg.), Herders Sämtliche Werke, Berlin 1978, Bd. IV, S. 409–410.
- ↑ Johann Wolfgang von Goethe, Werke, Bd. 43, Weimar 1890, Ndr. München 1987, S. 149. „Der Papst schickte mir alle Juwelen dazu, außer dem Diamanten, den er wegen einiger Bedürfnisse an Genueser Wechsler verpfändet und mir nur einen Abdruck davon gegeben hatte.“ Vita di Benvenuto Cellini scritta da lui medesimo, Milano 1925, S. 97: „Mandatomi il papa tutte le gioie, da il diamante in fuora, il quale per alami sua bisogni le aveva impegnato a certi banquieri genovesi, tenevo tutte l’altre gioie, e di questo diamante avevo solo la forma.
- ↑ Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, Leipzig 1859, Neuauflage Zürich 1988, Bd. 2, S. 120.
- ↑ Walter Ameling, Trapezites, in: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike, Bd. 12,1, Stuttgart/Weimar 2002, S. 762.
- ↑ Barbara Tasser, L’arco degli argentari, in: Forma Urbis 9, 1999, S. 24–30.
- ↑ Joachim Werner, Waage und Geld in der Merowingerzeit, in: Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse 1954, München 1955, H. 1, S. 3f.
- ↑ Joachim Werner, Waage und Geld in der Merowingerzeit, in: Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse, Jg. 1954, München 1955, H. 1, S. 8–12 mit Abb.
- ↑ Ein Pfund (491 g) Silber wurde in 240 Pfennige oder 12 Denare ausgemünzt (Bernd Sprenger, Das Geld der Deutschen. Geldgeschichte Deutschlands von den Anfängen bis zur Gegenwart, Paderborn u. a. 1991, S. 50; Hans Harlandt, Das Geld von gestern, heute und morgen, Velten 1996, S. 27).
- ↑ Bernd Sprenger, Das Geld der Deutschen. Geldgeschichte Deutschlands von den Anfängen bis zur Gegenwart, Paderborn u. a. 1991, S. 49–51; Beispiele: Wolfgang Leschhorn, Die mittelalterlichen Münzen, Bd. 1-2, Braunschweig 2015 (Sammlungskataloge des Herzog-Anton-Ulrich-Museums Braunschweig).
- ↑ Hans Harlandt, Das Geld von gestern, heute und morgen, Velten 1996, S. 27f. und 68.
- ↑ Z. B. der Rechentisch im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl (1495. Kaiser, Reich, Reformen. Der Reichstag zu Worms, Ausstellungskatalog Worms 1995, S. 383, Kr3); auch zu den Exemplaren in Basel und Straßburg: Karl Menninger, Zahlwort und Ziffer. Eine Kulturgeschichte der Zahl, Bd. 2, 3. Aufl. Göttingen 1979, S. 153f.
- ↑ Georg Steinhausen, Der Kaufmann in der deutschen Vergangenheit, Leipzig 1899, S. 20.
- ↑ Marco Giuliani, Le Arti Fiorentine, Florenz 2006, S. 35.
- ↑ Marco Giuliani, Le Arti Fiorentine, Florenz 2006, S. 35.
- ↑ Jeanine Sauvanon, Les métiers au Moyen-Âge. Leurs „signatures“ dans les vitraux, Chartres 2000, S. 58f. mit Abb. 22; http://www.culture.gouv.fr/public/mistral/palissy_fr?ACTION=CHERCHER&FIELD_1=REF&VALUE_1=IM28000476.
- ↑ Hans Bauer, Vom Wechsler zum Bankier, Basel 1989.
- ↑ Das Zunfthaus wurde dort 1893 neuerrichtet, seine Fassade vom Maler Hans Sandreuter 1895 bemalt: Robert Schiess, Die Zunft- und Gesellschaftshäuser der Stadt Basel, Basel 2001, S. 22f.
- ↑ Holger Kuhn, Die leibhaftige Münze. Quentin Massys‘ Goldwäger und die altniederländische Malerei, München 2015, S. 25.
- ↑ Michael North, Das Geld und seine Geschichte. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 1994, S. 58.
- ↑ Annegret Holtmann, Studien zur Geschichte der Juden in der spätmittelalterlichen Grafschaft Burgund, Hannover 2003 (Forschungen zur Geschichte der Juden, Abt. A, 14), S. 179–182.
- ↑ Özer Erdin, Berufsdarstellungen auf römischen Sarkophagen, Magisterarbeit Universität Wien 2009, S. 33–47.
- ↑ Zum Beispiel auf Lucas Cranachs d. Ä. Holzschnitt, „Die Wucherer Christus ußtreibt vom Tempel sein“, in: Passional Christi und Antichristi, Wittenberg, Johann Grünenberg 1521: Johannes Jahn, Lucas Cranach d. Ä. Das gesamte graphische Werk, München 1972, Abb. S. 580f.
- ↑ Karl-Sigismund Kramer, Bauern, Handwerker und Bürger im Schachzabelbuch. Mittelalterliche Ständegliederung nach Jacobus de Cessolis, München 1995, S. 28–31, Abb. 13–16, S. 69f.
- ↑ Holzschnitt, 20,5 x 14,1 cm; Florenz, Biblioteca Nazionale Centrale, P.5.4: Denaro e bellezza, i banchieri, Botticelli e il rogo delle vanità, Ausstellungskatalog Florenz 2011/12, Florenz u. a. 2011, S. 160, Nr. 4.1 (Philine Helas).
- ↑ Holzschnitt, 15,4 x 10,4 cm; Firenze, Bibliotheca Nazionale Centrale, Palat. E.6.4.95, c. 1r: Denaro e bellezza, i banchieri, Botticelli e il rogo delle vanità, Ausstellungskatalog Florenz 2011/12, Florenz u. a. 2011, S. 161, Nr. 4.2 (Philine Helas).
- ↑ Johannes Widmann, Behëde und hubsche Rechenung auff allen Kauffmanschafft, Leipzig 1489: urn:nbn:de:bvb:12-bsb00035102-0, S. [314]-[315]#157.
- ↑ Druck für die lateinischen Buchausgabe des Marienlebens von 1511; Rainer Schoch (Bearb.), Albrecht Dürer. Holzschnitte und Holzschnittfolgen, München 2002 (Albrecht Dürer. Das druckgrafische Werk, 2), S. 238–240, Nr. 171.
- ↑ Elisabeth Alice Honig, Counting out their Money. Money and Representation in the Early Modern Netherlands, in: Leidschrift. Historisch Tijdschrift 13, 1998, S. 31–66.
- ↑ Nachvollziehbar insbesondere bei Petrus Christus: Ursula Panhans-Bühler, Eklektizismus und Originalität im Werk des Petrus Christus, Wien 1978, S. 94–99.
- ↑ Elizabeth Alice Honig, Counting out their Money. Money and Representation in the Early Modern Netherlands, in: Leidschrift. Historische Tijdschrift 13, 1998, S. 31–66.
- ↑ Brigitte Völker, Die Entwicklung des erzählenden Halbfigurenbildes in der niederländischen Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts, Göttingen 1968, Bd. 2, S. 73–79 (Auflistung von 19 Bildern, auf denen ein Mann und eine Frau dargestellt sind und knapp 60 Varianten, auf denen zwei Männer zu sehen sind).
- ↑ Holger Kuhn, Die leibhaftige Münze. Quentin Massys' Goldwäger und die altniederländische Malerei, München 2015, S. 13.
- ↑ Jacques Foucart, Catalogue des peintures flamandes et hollandaises du musée du Louvre, Paris 2009, S. 46.
- ↑ Andrée de Bosque, Quentin Metsys, Brüssel 1975, S. 190f.
- ↑ Larry Silver, The Paintings of Quinten Massys, with Catalogue raisonné, Oxford 1984, S. 212.
- ↑ New York, The Metropolitan Museum of Art, Robert Lehman Collection: http://www.metmuseum.org/art/collection/search/459052
- ↑ Larry Silver, The Paintings of Quinten Massys, with Catalogue raisonné, Oxford 1984, S. 212; zur Identifikation als Goldschmied: Holger Kuhn, Die leibhaftige Münze. Quentin Massys' Goldwäger und die altniederländische Malerei, München 2015, S. 233–238; Norbert Schneider, Von Bosch zu Bruegel. Niederländische Malerei im Zeitalter von Humanismus und Reformation, Münster i. W. 2015, S. 231–241.
- ↑ Hans Belting und Christiane Kruse, Die Erfindung des Gemäldes. Das erste Jahrhundert der niederländischen Malerei, München 1994; Allgemein zu diesem Aspekt: Julian Vitullo and Diane Wolfthal, Trading Values. Negotiating Masculinity in Late Medieval an Early Modern Europe, in: dies. (Hg.), Money, Morality, and Culture in Late Medieval and Early Modern Europe, Farnham u. a. 2010, S. 155–196.
- ↑ Elizabeth Alice Honig, Counting out their Money. Money and Representationin the Early Modern Netherlands, in: Leidschrift. Historische Tijdschrift 13, 1998, S. 31–66.
- ↑ Marc Shell, Art and Money, Chicago 1995.
- ↑ John F. Moffit, Quentin Metsys’s „The Money Changer and His Wife” (1514) and the Christological „Speculum humanae salvationis”, in: Arte Cristiana 96, 2008, S. 359–364. Holger Kuhn definierte die Darstellung als „eine religiöse Szene, die ostentativ um das Geld kreist” (Holger Kuhn, Die leibhaftige Münze. Quentin Massys' Goldwäger und die altniederländische Malerei, München 2015, S. 76).
- ↑ Hartmut Böhme, Das reflexive Bild. Licht, Evidenz und Reflexion in der Bildkunst, in: Gabriele Wimböck, Karin Leonhard, Markus Friedrich (Hg.), Evidentia. Reichweiten visueller Wahrnehmung in der frühen Neuzeit, Münster i. W. 2007 (Pluralismus und Autorität, 9), S. 350–352.
- ↑ Paul Ackroyd u. a., The „Two tax-gatherers“ by Marinus van Reymerswale. Original and Replica, in: National Gallery Technical Bulletin 24, 2003, S. 50-63; Basil S. Yamey, Art & Accounting, New Haven u. a. 1989, S. 45-57; zum Münchner Bild des Steuereinnehmers Boisselaer von 1538: Mirjam Neumeister, Alte Pinakothek. Flämische Malerei, Ostfildern 2009, S. 236f.
- ↑ Georges Marlier, Erasme et la peinture flamande de son temps, Paris/Bruxelles 1954, S. 266-277.
- ↑ Öl auf Holz, 31,7 x 42,5 cm (Berlin, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Gemäldegalerie, Inv.-Nr. 828 D: Henning Bock u. a., Gemäldegalerie Berlin. Gesamtverzeichnis, Berlin 1996, Abb. 1532); zur Deutung u. a.: Christian Tümpel, Ikonographische Beiträge zu Rembrandt, in: Jahrbuch der Hamburger Kunstsammlungen 16, 1971, S. 27–29.
- ↑ Zeichnung, Tinte, aquarelliert, laviert, Feder und Pinsel (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Graphische Sammlung, Inv.-Nr. Hz 4794, Kapsel 567a).
- ↑ Monica Engel, Der Tod zum Juden im Basler Totentanz. „Wuchernde Höllenhunde“ bei den Dominikanern. Neue Einsichten in Anlass und Datierung, in: Das Münster 66, 2013, 2, S. 91.
- ↑ Karl Bertsche (Hg.), Die Totenkapelle von Abraham a Santa Clara. Ein Totentanz in Wort und Bild, Mönchengladbach 1921, Abb. S. 198.
- ↑ Ein 60 cm hohes, signiertes Modell zu dieser Arbeit aus Bronze und Stahl aus dem Jahr 1969 befindet sich in der Galerie Koller in Budapest (http://www.kollergallery.com/art/geldwechsler-1805-de Aufruf am 22.4.2016).
- ↑ Farbiges Wachs auf Glas im Kastenrahmen, Klassik Stiftung Weimar, Schloss Tiefurt: Claudia McDaniel-Odendall, Die Wachsbossierungen des Caspar Bernhard Hardy (1726–1819), Köln 1990, Abb. 50.
- ↑ Beispiele: „Der Juden Zug durchs Rote Meer“, deutsch, um 1900, Postkarte, Druckgraphik, Berlin, private Sammlung, Inv.-Nr. WB 48, Foto Marburg, Aufnahme-Nr. B21.542/32; „Jüdischer Wucherer beim Geldzählen“, 1905/1920, Postkarte, Berlin, private Sammlung, Foto Marburg, Foto: unbekannt, Aufnahme-Nr. BC22.065/12, Bilddatei: fmbc22065_12
- ↑ I [Marquard von Lindau] Die zehe gebot in diesem büch erclert und usgelegt… II [Marcus von Weida] Hienach so folgt eine nützliche leer…. Wz und wy man betten sol, Straßburg, Johann Grünninger, 1516.
- ↑ Marianne Bernhard, Hans Baldung Grien, Handzeichnungen, Druckgraphik, München 1978, S. 399.
- ↑ Martin Luther, Der X gebot ein nutzliche erklerung. Herausgegeben von Sebastian Münster, Basel 1520. Bei einem von zwei Holzschnitten vor den Ausführungen zum 9. und 10 Gebot handelt es sich um eine Geldwechslerszene.
- ↑ Jostein Ådna, Jerusalemer Tempel und Tempelmarkt im 1. Jahrhundert n. Chr., Wiesbaden 1999, S. 96–118.
- ↑ „et non sinebat ut quisquam vas transferet per templum” (Mc 11,16).
- ↑ Thomas Weigel, Die Reliefsäulen des Hauptaltarciboriums von San Marco in Venedig, Münster 1997, S. 257.
- ↑ Codex purpureus rosanensis, Rossano Calabro, Museo dell’Arcivescovado, ms 50, fol. 2r: Arthur Haseloff, Codex purpureus rossanensis. Die Miniaturen der griechischen Evangelienhandschrift in Rossano, Berlin u. a. 1898, S. 94f., Taf. III.
- ↑ Moskau, Historisches Museum, Ms. gr. 129d, fol. 66 (Marfa V. Ščepkina, Miniatjury chludovskoj psaltyri. Grečeskij illjustrirovannyj kodeks IX veka, Moskau 1977, Taf. 66).
- ↑ Athos, Pantokratorkloster, Cod. 61, fol. 87r: Suzy Dufrenne, L’illustration des psautiers grecs du Moyenne Age, Bd. 1, Paris 1966 (Bibliothèque des Cahiers archéologiques, 1), Taf. 11.
- ↑ Carlo Caponi (Hg.), L’altare d’oro di Sant’Ambrogio, Mailand 1996, S. 33 (Abb.).
- ↑ Würzburg, Universitätsbibliothek, M.p.th.f. 65: Gunther Franz und Franz J. Ronig, Codex Egberti. Teilfaksimile-Ausgabe des Ms. 24 der Staatsbibliothek Trier, Bd. 1, Wiesbaden 1983, Abb. S. 91.
- ↑ So Gunther Franz und Franz J. Ronig, Codex Egberti. Teilfaksimile-Ausgabe des Ms. 24 der Staatsbibliothek Trier, Bd. 1, Wiesbaden 1983, S. 92, Anm. 71.
- ↑ Evangeliar Otto III., Bayerische Staatsbibliothek München, clm 4453, fol. 120v: Das Evangeliar Otto III. Clm 4453 der Bayerischen Staatsbibliothek, Bd. 1 [Faksimile], Frankfurt a. Main 1977, fol. 120v.
- ↑ New York, Pierpont Morgan Library, M. 492, fol. 84r: George Warner, Gospels of Mathilda, Countess of Tuscany 1055–1115, London 1917, Taf. 22.
- ↑ Florenz, Biblioteca Medicea, Laurenziana Laur. VI.23, fol. 42va: Tania Velmans, Le Tetraévangile de la Laurentienne Florence Laur. VI.23 , Paris 1971 (Bibliothèque des Cahiers archéologiques, 6), Taf. 24, Abb. 92.
- ↑ Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana Laur. VI.23, fol. 85r, Tania Velmans, Le Tetraévangile de la Laurentienne Florence Laur. VI.23 , Paris 1971 (Bibliothèque des Cahiers archéologiques, 6), Taf. 38, Abb. 164.
- ↑ Anne Derbes und Mark Sandona, The Usurer's Heart. Giotto, Enrico Scrovegni and the Arnea Chapel in Padua, University Park, Pennsylvania 2008, S. 106–115, Farbtafel 28.
- ↑ Wilhelm Deuter und Wim van der Kallen, Der Dom zu Gurk, Gurk 1995, Abb. S. 25 oben.
- ↑ Richard Krautheimer, Lorenzo Ghiberti, Princeton 1956, Taf. 34.
- ↑ Otto Rainer, Dom zu Gurk, Fastentuch, Gurk 1984, Abb. S. 23 und S. 24 (VI/77).
- ↑ Manfred Koller, Der Flügelaltar von Michael Pacher in St. Wolfgang, Wien/Köln/Weimar 1998, Taf. 39.
- ↑ Lucas Cranach, „Die Wucherer Christus ußtreibt vom Tempel sein“, aus: Passional Christi und Antichristi, gedruckt bei Johann Grünenberg, Wittenberg 1521: Johannes Jahn, 1472–1553 Lucas Cranach d. Ä. Das gesamte graphische Werk, München 1972, S. 580f.
- ↑ Holzschnitt, 126 x 97 mm: Rainer Schoch u. a., Albrecht Dürer. Das druckgraphische Werk, Bd. 2, München u. a. 2002, S. 2976.
- ↑ Leopold Dussler, Die Zeichnungen des Michelangelo. Kritischer Katalog, Berlin 1959, Nr. 165, 166, 167, Abb. 130, 131, 133.
- ↑ Öl auf Holz, 61 x 40 cm, National Gallery London, Inv. Nr. 1194 (The National Gallery. Complete illustrated Catalogue, compiled by Christopher Baker and Tom Henry, London 2001, Abb. S. 454).
- ↑ El Greco, Die Vertreibung der Händler aus dem Tempel, 1595–1600 (New York, Frick Collection), 1600 (London, National Gallery London), 1609 (Madrid, Iglesia Parroquial de San Ginés de Arles).
- ↑ Axel Huber, Das Millstätter Fastentuch, Klagenfurt 1987, Abb. S. 58.
- ↑ Öl auf Holz, 50 x 39 cm (Antwerpen, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten, Inv.nr. XIR 168722: Image Thinking, Five Centuries of Images in Antwerp, Antwerpen 2011, Abb. S. 167).
- ↑ Öl auf Leinwand, 288 x 436 cm (Paris, Louvre, Inv. 1402: Jacques Foucart, Catalogue des peintures flamandes et hollandaises du Musée du Louvre, Paris u. a. 2009, S. 166).
- ↑ Zu den Gemälden in Meßkirch: Andreas Meinrad von Au. 1712–1792, Ausstellungskatalog Sigmaringen 1992, S. 56–65.
- ↑ Ulrich Rehm, Avarus non implebitur pecunia, in: Klaus Grubmüller, Markus Stock (Hg.), Geld im Mittelalter. Wahrnehmung – Bewertung – Symbolik, Darmstadt 2005, S. 135–181.
- ↑ Sandro Chierichetti, Il duomo di Monreale, Palermo 1979, Abb. S. 77.
- ↑ Ulrich Pinder, Speculum passionis, Nürnberg 1506: Karl Heinz Schreyl, Hans Schäufelein. Das druckgraphische Werk, Bd. 2, Nördlingen 1990, Abb. 360.
- ↑ Johannes Jahn, 1472–1553. Lucas Cranach d. Ä. Das gesamte graphische Werk, München 1972, S. 580.
- ↑ Erma Hermens (Hg.), On the trail of Bosch and Bruegel. Four paintings united under cross-examination, London 2012.
- ↑ Cosmas Damian Asam. 1686–1739. Leben und Werk, hg. von Bruno Bushart und Bernhard Rupprecht, München 1986, S. 248 mit Taf. 72.
- ↑ Charles Henry Middleton, A Descriptive Catalogue of the Etched Work of Rembrandt van Rhyn, 1. Auflage London 1878, Mansfield Centre, CT 2005, S. 189f., Nr. 198.
- ↑ Holz, 43,1 x 32 cm (Moskau, Staatliches Puschkin Museum für Bildende Kunst: Ernst van de Wetering und Bernhard Schnackenburg, Der junge Rembrandt. Rätsel um seine Anfänge, Ausstellungskatalog Kassel 2001, Kat. Nr. 12, S. 160).
- ↑ 98,5 x 132,5 cm (Baltimore, Walters Art Gallery: Federico Zeri, Italian Paintings in the Walters Art Gallery, Baltimore 1976, Pl. 225).
- ↑ Cecco del Caravaggio, Cacciata dei mercanti dal tempio, Öl auf Leinwand, 128 x 173 cm, Berlin Staatliche Museen, Gemäldegalerie: Gianni Papi, Cecco del Caravaggio, Soncino (Cremona) 2001, Taf. IV.
- ↑ Giovanni Paolo Pannini, Jesù caccia i mercanti dal tempio, Öl auf Leinwand, 36 x 48 cm (Paris, Musée du Louvre, Inv.nr. 403); Ferdinando Arisi, Giovanni Paolo Pannini 1691–1765, Ausstelllungskatalog Piacenza 1993, Mailand 1993, S. 78f. (mit Abb.).
- ↑ Nicolas Colombel, Le Christ chassant les marchants du temple, Öl auf Leinwand, 1682, 118,5 x 87,7 cm (Saint Louis, Saint Louis Art Museum, Inv.nr. 11:1957: Nicolas Colombel vers 1644–1717, Ausstellungskatalog Rouen 2013, S. 140–143, mit Abb.).
- ↑ Weitere Beispiele: William Hole, Jesus Casts out the Money Changers, in: The Life of Jesus of Nazareth, 1906. Um in seinen Aquarellen orientalisches Leben wirklichkeitsgetreu wiedergeben zu können, reiste William Hole um 1900 nach Palästina; Michèle Malembits, Alexandre Bida, Un Orient en noir et blanc, in: Histoire de l’Art 51, 2002, S. 101–113.
- ↑ Stanley Spencer, Christ Overturning the Money Changers' Tables, 64,5 x 152 cm (The Art Gallery of Western Australia: Keith Bell, Stanley Spencer. A Complete Catalogue of Paintings, London 1992, S. 58f.).
- ↑ Stanley Spencer, Christ overturns the Moneychangers' Table, 75 x 60 cm, The Stanley Spencer Gallery, Cookham: Keith Bell, Stanley Spencer. A Complete Catalogue of Paintings, London 1992, S. 59.
- ↑ William Roberts, Christ Driving the Moneychangers from the Temple, Oil on Canvas, 1925, Fercus Art Gallery, Hull; Andrew Gibbon Williams, William Roberts. An English Cubist, Hampshire (UK) 2004, Abb. S. 70.
- ↑ Christ and the Money Changers, Relief aus Portland Stein: Judit Collins, Eric Gill. The Sculpture. A Catalogue Raisonné, London 1998, S. 134–135, Abb. S. 135.
- ↑ Louis Duffy, National Gallery of Victoria, Melbourne: Ted Gott, Military Objectives. Some reflections on the forgotten Second World War Artist Louis Duffy, in: Art Bulletin of Victoria, 48, 2008, S. 23–33.
- ↑ Tempera auf Holz, 291 x 265 cm; Florenz, Galleria degli Uffizi, Inv.nr. 3163: Gli Uffizi, Catalogo Generale, Bd. 1, Florenz 1979, S. 396.
- ↑ Denaro e bellezza, i banchieri, Botticelli e il rogo delle vanità, Ausstellungskatalog Florenz 2011/12, Florenz u. a. 2011, S. 36; Kontext: Umberto Baldini, La Cappella Migliorati nel S. Francesco di Prato, Prato 1965, Taf. XX.
- ↑ München, Alte Pinakothek: Gisela Goldberg, Dürer-Renaissance am Münchner Hof, in: Um Glauben und Reich. Kurfürst Maximilian I. Beiträge zur Bayerischen Geschichte und Kunst 1573-1657, München/Zürich 1980 (Wittelsbach und Bayern, II,1), S. 321f. mit Taf. 71.
- ↑ London, British Museum, Add. ms. 18850, fol. 96r: Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik von 1450–1560, Bonn 1993 (Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8), Abb. 9.
- ↑ Heidelberg, Universitätsbibliothek Pal. Germ. 471, fol. 16r: Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik von 1450–1560, Bonn 1993 (Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8), Abb. 8a.
- ↑ Morgan ms. 1001, fol. 86r und fol. 91r: Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik von 1450–1560, Bonn 1993 (Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8), Abb. 11b und 11d.
- ↑ André Vandevalle (Hg.), Les marchands de la Hanse et la banque des Médicis. Bruges, Marché d’échanges culturels en Europe, Brügge 2002, S. 125, Abb. 103.
- ↑ Die sieben Todsünden, Fresko um 1400: Walter S. Gibson, Hieronymus Bosch and the Mirror of Man. The Authorship and Iconography of the Tabletop of the Seven Deadly Sins, in: Oud Holland 87, 1973, S. 205–226, Abb. 7.
- ↑ Sandro Botticelli, Illustrationen zur Divina Comedia von Dante Alligheri, 1482–1487, Codex Hamilton 201, Kupferstichkabinett Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Inferno XVII.7. Höllenkreis. In der Antike gab es Geldbeutel, die um den Hals getragen wurden (Zu Avaritia und dem am Hals hängenden Geldbeutel in Verbindung mit Höllenstrafen, siehe: Ulrich Rehm, Avarus non implebitur pecunia, in: Klaus Grubmüller, Markus Stock (Hg.), Geld im Mittelalter. Wahrnehmung – Bewertung – Symbolik, Darmstadt 2005, S. 142).
- ↑ Raymond de Roover, Money, Banking and Credit in Medieval Bruges, Cambridge, Mass. 1948, S. 184–185 sowie Anm. 115.
- ↑ Kassel, Staatliche Museen, Gemäldegalerie GK 183: Bernhard Schnackenburg, Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. Bd. 1, Mainz 1996, S. 188f.
- ↑ Francesco Petrarca, De remediis utriusque fortunae. Francesco Petrarca, Von der Artzney bayder Glück des gůten und widerwertigen. Und weß sich ein yeder inn Glück und unglück halten sol. Auß dem Lateinischen in das Teütsch gezogen. Mit künstlichen fyguren durchauß ganz lustig und schön gezyeret. Augsburg 1532, Von wucherlichem gewyn, Das. LVI. Capitel. Freud; Hans-Joachim Raupp, Die Illustrationen zu Francesco Petrarca »Von der Artzney bayder glueck des guten und widerwertigen« (Augsburg 1532), in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch XLV, 1984, S. 59-112; Walter Scheidig, Die Holzschnitte des Petrarca-Meisters zu Petrarcas Werk Von der Artzney bayder Glück des guten und des widerwärtigen, Augsburg 1532, Berlin 1955, S. 107: „Petrarca nach der Übersetzung von 1520: Jetzt haben sie (die Wucherer) nicht allein Kundschaft mit dem gemeinen Volk, sondern handeln und wohnen bei Fürsten, machen Heirat, erwerben Würdigkeit, so große Kraft hat das Gold. Noch viel mehr, die Fürsten selbst – die Gott der Allmächtige verderben wolle – treiben Wucher.“ Petrarca in einer Ausgabe von 1604: „…, nunc iam non modo cum populo, sed cum princibus conversantur, & matrimonia contrahunt, & dignitates adipiscuntur. Tanta vis est auri, immo quidem, quod pro monstro audias, ipsi, quos Deus omnipotens male perdat, principes foenerantur, …”
- ↑ Walter Scheidig, Die Holzschnitte des Petrarca-Meisters zu Petrarcas Werk Von der Artzney bayder Glück des guten und des widerwärtigen, Augsburg 1532, Berlin 1955.
- ↑ Theodor Fritzsch (Hg.), J. B. Basedows Elementarwerk mit den Kupfertafeln Chodowieckis u. a. Kritische Bearbeitung … , Leipzig 1909, Bd. 1, S. 147 und Taf. XXVIII.
- ↑ James Rousseau, Physiologie du Robert Macaire, Paris 1842, S. 78.
- ↑ Joseph Morewood Staniforth, No more Cent. Per Cent. Moneylending Bill, in: Evening Express, 22. Februar 1899.
- ↑ Flugblatt: „Ein erschröckliche Newe Zeittung ….. (von) eim Geldwechsler wie er von Gott letzlich gestrafft …“, Augsburg, Klagenfurt, 1621 (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Graphische Sammlung, Inv.-Nr. HB 24572).
- ↑ Der Wucherische Münzmeister, um 1621, Kupferstich, Typendruck in 3 Spalten, 37,66 x 27,7; 16,0 x 24,3 (Wolfgang Harms u. a. [Hg.], Die Sammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Kommentierte Ausgabe, Teil 1, Tübingen 1985, S. 328f.).
- ↑ Epitaphum oder des guten Geldes Grabschrifft, Augsburg um 1620, Kupferstich, 36,8 x 25,2 cm (Wolfgang Harms u. a. [Hg.], Die Sammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Kommentierte Ausgabe, Teil 1, Tübingen 1985, S. 332f.)
- ↑ Postkarte, Druckgraphik, niederländisch, 1905/1930, Berlin, private Sammlung, Inv.-Nr. WB10, Foto Marburg Nr. BC 21.550/25 (color). Ähnliches Sujet auf einer Zeichnung: Drei Juden beim Wägen und Beschneiden von Geldmünzen, Zeichnung, Kreide Tonpapier (gelb), 10 x 11,3 cm, Deutschland um 1830 (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Graphische Sammlung, Inv.-Nr. HB 27331–Kapsel 1279).
- ↑ Jacques-Paul Migne (Ed.), Patrologiae cursus completus ... Series Latina, Bd. 111, Paris 1864, Sp. 479f.
- ↑ Montecassino, Biblioteca dell’Abbazia, cod. 132, Faksimile Scarmagno [Turin] 2008, p. 432: Marianne Reuter, Text und Bild im Codex 132 der Bibliothek von Montecassino „Liber Rabani de originibus rerum“. Untersuchungen zur mittelalterlichen Illustrationspraxis, München 1984 (Münchner Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-Forschung, 34), S. 189f.
- ↑ Rosalie Green u. a. (Hg.), Herrad of Hohenbourg. Hortus deliciarum, Bd. 2, London/Leiden 1979 (Studies of the Warburg Institute, 36), fol. 238.
- ↑ Corinna Thierolf, Andy Warhol, in: Museum Brandhorst, München 2009, S. 196f.
- ↑ Kito Nedo, Die Kunst der 0,1 Prozent, in: Süddeutsche Zeitung, 6./7. September 2014, S. 14.
- ↑ Süddeutsche Zeitung, 30./31. August 2014, Panorama S. 12.
- ↑ Interview Elke Buhr mit Taryn Simon, Jagen und Sammeln, in: Monopol, Januar 2014, S. 45–82.
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