Gula

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deutsch: Völlerei, Unmäßigkeit; englisch: gluttony, immoderation; französisch: gloutonnerie, voracité; italienisch: gola, voracità

Sibylle Appuhn-Radtke (2021)

Gula in einem Lasterbaum. Salzburg (?), 2. Drittel 12. Jh.(?).
Gula gegenüber Sobrietas in der „Somme le Roi“. Paris, 1295.
Gewappnete Gula beim Aufzug der Laster im „Lumen animae“. Vorau (?), 1332.
Gula im Lasterbaum des „Speculum humanae Salvationis“. Schwäbisch-alemannisch, nach 1324.
Sobrietas als Siegerin über Gula. Glasmalerei in der Katharinenkirche in Schwäbisch Hall, um 1340/1350.
Gula im Zyklus der Laster. Kapitell am Dogenpalast in Venedig, 1342–1348.
Gula als Antreiberin des „Currus Pharaonis“, Concordantiae caritatis. Lilienfeld, um 1355.
Gula. England, 2. H. oder Ende 14. Jh.
Gula in der „Pèlerinage de la vie humaine“. Nordfrankreich, Artois (?), zwischen 1400–1410.
„Frezzigkait“. Wirkteppich aus dem Regensburger Rathaus, um 1400.
„Vnmässikait“, Etymachie-Traktat. Schwaben, 1447.
Gula in einem Stundenbuch. Robinet Testard (?), um 1475.
Der große Liebesgarten. Meister E. S., um 1470/1475.
Der Reiche und der arme Lazarus. Maître François (zugeschrieben), ca. 1475–1480.
Fahrt ins Schlaraffenland. Hieronymus Bosch, nach 1491.
„Von fullen und prassen“ in Sebastian Brandts Narrenschiff. Straßburg, 1494.
Gula auf einer Tischplatte mit Allegorien. Hieronymus Bosch, um 1505–1510.
„Die Fresigkeit“. Hans Burgkmair, um 1510.
Gula als Bär. Hans Baldung Grien, vor 1511.
Der Weinschlauch. Hans Weiditz, um 1521.
Das Kreuz Christi und die Freuden der Welt. Umkreis von Hans Schäufelin, um 1521.
Gula im Zyklus der Laster. Peter Dell, um 1535–1540.
Gula mit Wildschwein. Georg Pencz, um 1541.
Gula in Andrea Alciatos „Emblemata“. Lyon, 1548.
Ingluvies. Hieronymus Cock, 1558.
Die fette Küche. Pieter van der Heyden nach Pieter Aertsen, 1563.
Gula als eine der fleischlichen Versuchungen. Dirck Volkertsz. Coornhert nach Adrian de Weert, zwischen 1572 und 1576.
Groteske Figur in „Les Songes drolatiques de Pantagruel“. Paris, 1565.
Luilekkerland. Pieter van der Heyden (?) nach Pieter Bruegel d. Ä., nach 1567.
„Fressend Narr“. Jost Amman, vor 1568.
Tanz um das Goldene Kalb. Hendrick Goltzius, um 1574/75.
Gula mit Wildschwein. Jacob Matham nach Hendrick Goltzius, um 1587.
Der Verlorene Sohn. Karel van Mallery nach Bernardino Passeri, 1593.
Drei Trinker. Jacques II de Gheyn, um 1595.
„Gola“ in Cesare Ripas „Iconologia“. Padua, 1618.
Gula. Jacques Callot, um 1619.
Fröhliche Gesellschaft. Gerard van Honthorst, 1622.
Feiernde Bauern. Adriaen Brouwer, um 1626.
Emblem der Ebrietas in Daniel Cramers „Emblemata moralia nova“. Frankfurt a. M., 1630.
Gula auf dem Weg zur Hölle. Neapel (?), Anfang 17. Jh.
Flugblatt über Trunksucht. Gerard Bouttats, 2. Hälfte des 17. Jh.
Das betrunkene Paar. Jan Steen, ca. 1655–1665.
Le déjeuner au jambon. Nicolas Lancret, 1735.
„Monsieur de l’Yvrognerie“. Gabriel Bodenehr, um 1750.
Sapientia und Gula unter dem Kreuz. Gottfried Bernhard Göz, Mitte 18. Jh.
„Substitutes for Bread“. James Gillray, 1795.
„The Plumb-pudding in Danger“. James Gillray, 1805.
Der junge Gargantua. Gustave Doré, 1854.
Gula als Wildschwein. Ein von den Todsünden erfülltes Herz, 19. Jh.
„Völlerei“, Karikatur im Simplicissimus. Rudolf Wilke, 1907.
„Der Bauch“. Karikatur im Simplicissimus. Karl Arnold, 1922.
„Der gute Magen“. Paul Flora, 1970.


I. Allgemeines

A. Definition

Gula, die Völlerei, ist ein Laster, das Quelle einer Todsünde sein kann oder mit dieser gleichgesetzt wird.[1]

B. Begriff und Synonyme

„Gula“ ging seit den „Wüstenvätern“ in die unterschiedlichen Lasterkataloge ein. Der Begriff ist eine Übertragung von der gleichnamigen lateinischen Bezeichnung für „Kehle, Gaumen, Schlund“.[2] Thomas von Aquin definierte Gula als das „ungeordnete Begehren nach allen Dingen, die den Geschmackssinn betreffen“ oder als „unmäßiges Begehren nach Essen und Trinken, ungeachtet des tatsächlichen Bedarfs“.[3]

Johannes Cassianus (um 360–435) führte die Unmäßigkeit, den „Logismoí“ des Evagrios Pontikos folgend, unter den acht monastischen Lastern auf.[4] Er verwandte „gastrimargia“, „gulae concupiscentia“ und „ingluvies ventris“ als Synonyme, letztere auch als Teil von „gastrimargia“.[5] Sie gehört zu den „naturgegebenen“ Lastern im Gegensatz z. B. zu Superbia.[6] Bei Gregor dem Großen (um 540–604) erscheint Gula meistens im Katalog der sieben Laster und wird zusammen mit Luxuria zu den „vitia carnalia“ (Sünden des Fleisches) gezählt.[7] Sie hat fünf „Töchter“: „inepta laetitia“ (ungehörige Fröhlichkeit), „scurrilitas“ (Possenreißerei), „immunditia“ (Unsauberkeit), „multiloquium“ (Geschwätzigkeit) und „hebetudo“ (Stumpfheit).[8] „Ebrietas“ (Trunkenheit)[9] oder „crapula“ (Rausch) und „voracitas“ (Gefräßigkeit)[10] können Gula begleiten oder deren Teilaspekte sein. Isidor von Sevilla beschrieb in seinen Sentenzen sowohl Gula als auch Ebrietas. Brot sei das erste Ziel aller Begierden, aus dem sich die weiteren entwickelten. Gegenmittel sei „abstinentia“.[11]

(Pseudo-)Hugo von St. Viktor († 1141) nannte das fragliche Laster „gastrimargia“ oder „gula“;[12] der zweite Begriff wurde häufiger gebraucht.[13] Alanus ab Insulis handelte Gula in seinem vor 1184 verfassten „Anticlaudianus“ zusammen mit „hebrietas“ und anderen Gegenspielern von „modestia“ unter „excessus“ ab.[14]

Die Fassungen des „Vocabularius ex quo“ geben als deutsche Übersetzungen „fras“, „frasheit“ oder „freßerrei“ an.[15] Als mittelniederfränkisches Synonym ist „gůlsigheit“ belegt.[16]

Im „Magnum Theatrum vitae humanae“ des Laurentius Beyerlinck (1631)[17] findet man die Definition nach Thomas und Albertus Magnus: „immoderata cibi aviditas vel inordinatus appetitus cibi et potus“ (unmäßige Gier nach Essen oder ungeordnetes Begehren nach Essen und Trinken). Johann Heinrich Zedler handelte Gula unter dem Stichwort „Schlämmer“ ab. Er definierte diesen als einen Menschen, „der Tag und Nacht im Luder liegt, Witz und Vernunft allbereit versoffen, an Gott und sein Wort wenig gedencket, niemahls nüchtern ist […], welcher das Seinige liederlich hindurch bringet, von einer Sünde in die andere fället.“ Er unterteilte die „Schlämmer“ nach ihrem Verhalten in mehrere „Zünfte“.[18]

II. Quellen

A. Bibelauslegung

1. Altes Testament

Schon der Sündenfall von Adam und Eva (Gen 3) konnte als Beispiel für Gula gewertet werden, denn nach Meinung mancher Exegeten verleitete die Esslust Adam zum Biss in die verbotene Frucht (siehe III.D.2.).[19] Ebenfalls in der Genesis wird von Esau berichtet, der sein Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht aufgab und damit der Gula Macht über sein Handeln einräumte (Gen 25,29–34).[20] Eine Folge der Trunkenheit zeigt die Erzählung von Loth und seinen Töchtern (Gen 19,30–38): Luxuria. Den Untergang der Ägypter im Roten Meer (Exod 14,28) deutete Aldhelm von Malmesbury als Zeichen für deren Gula.[21] Die Israeliten selbst sind mit dem himmlischen Manna in der Wüste unzufrieden und verlangen Fleisch, Fisch und Gemüse (Num 11,4ff.). Unter den Quellen für das Thema des Schlaraffenlandes (siehe III.C.2.), wenn auch ohne moralische Abwertung, war das „Land, wo Milch und Honig fließen“ (Dtn 6,3; 31,20).

Der reiche Nabal (1 Sam 25) konnte als Bild für den Prasser dienen,[22] der mit Lähmung und Tod bestraft wird. Auch Holofernes, der Judith mit einem Festmahl gefügig zu machen glaubt (Iud 12f.), und Belsazar, der die heiligen Tempelgefäße profaniert (Dan 5), erhalten ihre Strafe. Warnungen vor unmäßigem Essen und Trinken (crapula) spricht Jesus Sirach aus (Sir 31,12–42; 37,34).

2. Neues Testament

Unter den Versuchungen Christi ist die Aufforderung Satans, nach vierzigtägigem Fasten Steine in Brot zu verwandeln; der Versucher setzt auf die Esslust, der Christus widersteht („nicht vom Brot allein“; Mt 4,1–4; Lk 4,1–4). In Mt 7,16–20 bzw. Lk 6,43f. werden als Bilder für Menschen und ihre Taten der „gute“ und der „böse“ Baum genannt, die entsprechende Früchte tragen.

Das Gleichnis vom reichen Prasser und armen Lazarus (Lk 16, 19–31) eignete sich als Exempel des unbarmherzigen Völlers, der die Not des Armen vor seiner Tür hartherzig übersieht, während er selbst im Überfluss lebt. Lazarus gelangt nach seinem Tod in den „Schoß Abrahams“, während der Prasser im Infernum büßen muss. Auch das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Gleichnisse Christi) kann diesen als verantwortungslosen Genießer beschreiben, zu dessen Lastern implizit die Gula zählt (Lk 15,11–32).[23]

Die bei der Heilung der Besessenen vertriebenen unreinen Geister fahren in Schweine (Mt 8,28–34; Lk 8,26–39). Entsprechend galten Menschen, die sich wie Schweine verhalten, als Wohnorte von Dämonen.[24] Eindringlich warnt Paulus vor den Lastern, die eine Aufnahme in das Reich Gottes verhindern (1 Kor 6,9f.). Der Christ müsse sich gegen sie mit der Rüstung Gottes wappnen („Induite vos armaturam Dei“, Eph 6,11). Im Philipperbrief spricht er von „Feinden des Kreuzes Christi“: „Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn.“ (Phil 3,19). Im Römer- und im Galaterbrief zählt er „Trink- und Essgelage“ (ebrietates, comessationes) zu den „Werken des Fleisches“, die denen des Geistes widersprechen (Rom 13,13; 14,17; Gal 5,21).

B. Antike Literatur

Bei griechischen und römischen Autoren war die Einstellung zu Tafelfreuden ebenso unterschiedlich wie die Durchführung von Gastmählern (symposion, convivium). Das Spektrum reichte von streng ritualisierten Veranstaltungen und Essen aus gesellschaftlicher Verpflichtung, bei denen sich in der Regel nur Männer trafen, bis zu Gelagen mit Deklamationen, Gesang und sonstigen Vorführungen, in deren letzter Phase auch Hetären Zugang hatten.[25] Ende des 5. Jh. v. Chr. entstand eine eigene Literaturgattung, die Gastmähler und die Freuden des Essens schildert.[26]

In der „Nikomachischen Ethik“ behandelte Aristoteles die Mäßigkeit und ihr Gegenteil. Aus dem „gemeinsten Sinn“, der die Menschen mit den Tieren verbinde, entstehe die Esslust. Ein „gewisser Schlemmer“ habe sich deshalb einen Hals gewünscht, der länger als der eines Kranichs sei, damit er die Lust des Essens länger verspüre. Ein Mensch, der bis zur Überfüllung esse, werde „Vielfraß“ genannt.[27] Diese Charakteristik wirkte bis in die „Iconologia“ des Cesare Ripa weiter (siehe II.E.4).

Plutarch schrieb über das Verhalten von Igeln: Sie würfen Weintrauben von den Rebstöcken und wälzten sich dann in den Beeren, sodass diese von den Stacheln aufgespießt würden. Wie wandelnde Trauben liefen die Igel dann in ihren Bau, um ihre Jungen mit der Beute zu füttern.[28] Diese Erzählung ging in den lateinischen Physiologus ein und wurde hier moralisch interpretiert. Die Handlung selbst wurde zwar positiv gedeutet, der Igel jedoch als „böser Geist“ verstanden, der das Herz des Menschen ebenso leer zurücklasse wie die beraubten Weinstöcke.[29] Es ist denkbar, dass das Wälzen in Weintrauben Anlass zur späteren Ausdeutung des Igels als Exemplum der Gula gab (siehe III.B.1.). Auch die Hippokrates und Galen zugeschriebenen Ansichten zu medizinischen Wirkungen übermäßigen Essens wurden in nachantiker Zeit zitiert (siehe II.E.1.).

Zur Entstehung des Themas „Schlaraffenland“ (siehe III.C.2.) trugen Herodot ebenso wie griechische Komödiendichter und Lukian bei, außerdem Vergils Schilderung der „Aetas aurea“.[30]

Römische Autoren behandelten das Thema Schlemmerei je nach ihrer Lebenshaltung und literarischem Genus aus unterschiedlichen Richtungen. Cicero beurteilte Gula in seiner Verteidigungsrede für Caelius zwar kritisch, aber nachsichtig als „vitium ventris et gurgitis“ (Laster des Bauchs und der Kehle), das Teil von Jugendsünden sei, aber im Alter schlimmer zu werden pflege.[31]

Horaz führte in seinem Briefgedicht an Maecenas eine Liste von Lastern auf, in dem „vinosus“ den Adepten von Gula bzw. Ebrietas bezeichnet.[32] In seinen Satiren beschrieb er kritisch verfeinerte Tafelfreuden und zeitgenössische Gourmands („Harpyiis gula digna rapacibus“ – mit einer Gurgel, die der raffgierigen Harpyen würdig wäre); sich selbst nannte er ironisch „Epicuri de grege porcum“ (Schwein aus der Herde Epikurs).[33] Hierin zeigte sich das bei römischen, vor allem aber christlichen Autoren verbreitete Missverständnis der Philosophie Epikurs (4. Jh. v. Chr.), der das Streben nach Glück und Lust für allgemein menschlich hielt und so zur Verkörperung des „homo carnalis“ werden konnte.[34] Martial widmete dem Feinschmecker Marcus Gavius Apicius (um 25 v. Chr. – vor 42 n. Chr.) ein Epigramm, in dem er dessen Tod durch einen Giftbecher als Höhepunkt seiner Liebhaberei feiert: „nihil est, Apici, tibi gulosius factum“ (Nichts hast du, Apicius, jemals mehr nach Feinschmeckerart getan).[35] Petronius Arbiter gab im „Gastmahl des Trimalchio“ die ironische Schilderung eines luxuriösen Gelages. Hierbei wird der Einfluss der Sternzeichen thematisiert: Die im Löwen geborenen Menschen gelten als Fresssäcke (cataphagae).[36]

C. Theologische Grundlagen

Der „Wüstenvater“ Evagrios Pontikos (345–399) stellte mit dem „Antirrhetikos“ ein Buch zur Verfügung, das den unterschiedlichen Versuchungen zur Gula biblische Zitate als „Widerreden“ entgegensetzt.[37] Dessen Schüler Cassian schilderte eine Art Genealogie der Sünden, die mit Hilfe eines Baumschemas anschaulich zu machen war.[38] Gegenüber Gula und Luxuria ließ er jedoch Nachsicht walten, denn sie seien zur Erhaltung der Menschheit bis zu einem gewissen Grad notwendig.[39]

Ambrosius Autpertus (um 740–784) behandelte in seinen Laster-Predigten auch „ventris ingluvies“ (oder: „castrimargia“ [sic]).[40] Im „Libellus de conflictu vitiorum et virtutum“ findet ein argumentativer Kampf zwischen Tugenden und Lastern statt. Die Gegenspielerin des Lasters heißt hier „ciborum parsimonia“ (Sparsamkeit an Speisen).[41]

Thomas von Aquin meinte, dass Gula Ursprung großer Sünden sei. Übertriebenes Essen könne auf sinnliches Begehren oder auf die Meinung zurückzuführen sein, dass dieses für die eigene Erhaltung nötig sei. Die letztere Form sei nicht sündhaft, sondern zeuge nur von Unwissen.[42] Maßvoll genossener Alkohol wird nicht verdammt; er gilt noch als „sobrietas“ (Nüchternheit), nur das Übermaß, das betrunken mache, ist sündhaft. In Trunkenheit begangene Sünden seien nicht in jedem Fall schwerwiegend, da die Vernunft bei Betrunkenen aussetze (wie bei Loth, siehe II.A.1.); anders sei es, wenn der Sünder sich mit Absicht betrunken habe.[43]

Bernhard von Clairvaux widmete den Klerikern zum Fest Allerheiligen einen Traktat über den „Appetitus gulae et libidinis“, in dem er neben den Schäden für die Seele auch auf die gesundheitlichen Gefahren übermäßigen Essens hinwies.[44] In einer Predigt zu Röm 14,17 wandte er sich ausdrücklich an „gulosi et luxuriosi“, um ihnen die Zeitlichkeit ihrer Begierden vor Augen zu führen.[45]

Eine aus dominikanischem Schulstoff kompilierte mittelhochdeutsche Kurzfassung der „Summa“ wurde wohl um 1375, vermutlich von dem Dominikaner Johannes von Freiburg, zusammengestellt und übersetzt. Der Autor differenziert die Sündhaftigkeit oder Sündenfreiheit von Vielessern nach Thomas: Nur „wolluste“ beim Essen spreche für die Sünde der „frasheit“. Deren „Töchter“ sind Gregor folgend aufgeführt. Abhandlungen über das ebenso differenzierte Weintrinken und die Trunkenheit sind angeschlossen.[46]

D. Spätantike und mittelalterliche Literatur

1. Dichtung

Schon im 5. Jh. kam die Vorstellung auf, dass Laster und Tugenden in permanentem Kampf begriffen seien. Dieses von Tertullian angesprochene Thema[47] wurde in der Psychomachie des Prudentius[48] entfaltet. Obwohl Gula in diesem Epos noch nicht als eigene Personifikation genannt wird, dachte der Autor auch an sie: Sie ist Teil der Luxuria, die über süße Blumendüfte den Menschen verführt und im Kampf stirbt, weil sie ihre eigene Zunge verschluckt.[49]

Tugenden und Laster streiten auch in der „Leiter zum Paradiese“, die Johannes Klimakos († um 650) im Anlehnung an den Traum Jakobs von der Engelsleiter (Gen 28,10–15) formulierte, um die Seele des Mönchs. Sie sind ebenfalls personifiziert, treten jedoch nicht direkt gegen einander an. Der Autor beschrieb, wie Mönche versuchen, geistlich über 30 Sprossen zur Vervollkommnung aufzusteigen. Engel (bzw. Tugenden) helfen ihnen, aber Laster behindern ihr Vorhaben. Großes Gewicht maß der Autor der 14. Stufe bei, in der „gastrimargia“ behandelt wird. Sie bzw. die „Sattheit“ sind die Quelle der Geilheit (Luxuria). Mit der „Eitlen Ehre“ („kenodoxia“, siehe Superbia) streitet die Unmäßigkeit um die Seele des Mönchs, denn während die zweite ihn drängt, das Fasten zu brechen, verführt ihn die erste, sich seiner Enthaltsamkeit zu rühmen. Die drei Söhne der Völlerei heißen „Diener der Hurerei“, „Verhärtung des Herzens“ und „Schlaf“. Als Töchter gelten eine Menge übler Eigenschaften, u. a. Trägheit und Geschwätzigkeit. Johannes gab auch praktische Hinweise, wie man sich dieses Lasters entledigen könne: durch Vermeiden bestimmter Speisen, die den Körper „fett machen“ oder ihn „erhitzen“; auch süße und wohlschmeckende Speisen seien zu meiden.[50] Seit dem 10. Jh. wurden Abschriften des Textes illustriert (siehe III.C.1.).

Die Vorstellung eines Kampfs, eines Turniers oder einer Redeschlacht der Tugenden und Laster spiegelt sich in Dichtungen des Mittelalters:[51] Das mittelhochdeutsche Lehrgedicht „Der geistliche Streit“ vom Anfang des 14. Jh. schildert eine Psychomachie im Herzen des Lesers, die zur Gottesschau führen soll.[52] Die sieben Laster, angeführt von Gula, gehören ausdrücklich zum Heer des Teufels, der die Tugenden zunächst argumentativ zu besiegen trachtet: Essen diene nur der Erhaltung des Leibes.[53] Die Bannerträgerin „vrasheit“ wird von Temperantia („maze“, „masze“ oder „maesikhait“) mit dem Speer „Armut“ getötet, nachdem diese biblische Exempla für löbliches Fasten (Daniel, Mose, Elia, Christus) angeführt hat.[54]

Das 1215–1216 niedergeschriebene Lehrgedicht „Der welsche Gast“ des Thomasin von Zerklære (Zirclaria) enthält eine Psychomachie-Passage: „Übermuot“ und seine Lastergefährten kämpfen gegen den Ritter, der alle Tugenden in sich vereint.[55] Es sind mehrere illustrierte Handschriften dieses Romans seit dem 13. Jh. erhalten.[56] Gula taucht hier als „lecherheit“ auf.[57]

Im sog. Etymachie-Traktat tritt Gula gegen Temperantia (Enthaltsamkeit) an; ihre Ausstattung wird genau beschrieben.[58] Der lateinische Urtext ist in mindestens 80 Handschriften überliefert; als ältestes illustriertes Manuskript gilt „Lumen animae“ (Vorau, Stiftsbibliothek, Cod. 130), datiert 1332.[59] Der Text wurde möglicherweise im selben Kloster verfasst (Gottfried von Vorau?). Die früheste datierte deutschsprachige Handschrift stammt von 1439. Um 1477 erschien die erste gedruckte Ausgabe in Straßburg unter dem Titel „De septem peccatis mortalibus“.[60] Die Inhalte kehren in Sammelhandschriften und davon abhängigen Wirkteppichen wieder (siehe III.B.1.).

Etwa gleichzeitig mit dem „Lumen animae“ schrieb Guillaume de Deguileville OCist (Digulleville u. a., 1295 – nach 1358) die „Pèlerinage de la vie humaine“ (Fassungen 1331, 1355). Auch hier begegnen personifizierte Laster einem Prototypus der Menschheit, „dem Pilger“; die Tugenden existieren jedoch nur in seiner Seele. Das in etwa 62 Handschriften sowie Wiegen- und Frühdrucken überlieferte Werk, von dem es gereimte und Prosafassungen gibt, wurde ins Niederdeutsche, Spanische und Englische übersetzt; einige Ausgaben sind illustriert (siehe III.B.1.).[61]

Vielfach illustriert wurden Handschriften und Druckausgaben der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri. Der Dichter beschrieb im „Inferno“ die Strafen der Menschen, die durch ihre Zunge gesündigt haben: Sie werden im dritten Höllenkreis vom dreiköpfigen Cerberus bedroht, Hunger und Durst leidend stecken sie im Schlamm und werden von Regen, Hagel und Schnee gequält. Im „Purgatorio“ findet Dante die abgemagerten Büßer wieder, die noch immer Hunger und Durst leiden und weinend „Labia mea“ (Ps 51) singen.[62]

Die Exempelsammlung „De casibus virorum illustrium“ von Giovanni Boccaccio (Erstfassung um 1360) enthält ein längeres Kapitel zu Gula. Der Autor singt das Lob schlichter Ernährung und verdammt alle verfeinerten Speisen, da sie zu Krankheiten führten.[63]

Ein eigenes Thema ist das Schlaraffenland (Coquaigne, Cuccagna). Die Vorstellung eines irdischen Paradieses, teils mit Zügen der „Verkehrten Welt“, wurde aus der antiken (siehe II.B) in die mittelalterliche Literatur transportiert. Seit ca. 1250 in Frankreich, seit dem 14. Jh. auch in Italien und Irland (Kildare), wurde ein Land beschrieben, in dem köstliche Nahrungsmittel ohne jede Anstrengung erreichbar sind und in beliebiger Fülle zur Verfügung stehen.[64] Giovanni Boccaccio baute das Thema Mitte des 14. Jh. in sein „Il Decamerone“ ein; einem Gutgläubigen wird vorgespiegelt, dass man sich im baskischen „Berlinzone“, in dem die Zäune aus geflochtenen Würsten seien, an Makkaroni und Ravioli, die auf einem Berg von geriebenem Parmesan in Fasanenbrühe gekocht würden, satt essen könne. Man müsse sie nur auffangen, wenn sie den Berg hinabrutschen.[65]

In Deutschland knüpfte Sebastian Brant 1494 an das Thema an: In seinem mit Holzschnitten illustrierten „Narrenschiff“ beschrieb er sowohl das „schluraffen schiff“, auf dem Narren „Gaudeamus igitur“ singend ins gelobte Land der Völlerei fahren, als auch das Laster „Von Füllen und Prassen“.[66] Im Begleittext zu Kapitel 16 listet er biblische und historische Exempla, u. a. für die Verführung oder Bedrohung durch Weingenuss, auf: Noah, Loth, Johannes den Täufer, Holofernes, Kyros, den syrischen König Benedab[67] und Alexander. Das „schluraffen schiff“ (Kapitel 108) fährt planlos über „Montflascun“ zu den „Simplejaden“ und gerät in Gefahr durch Narren fressende „Lästrygonen“. Den Seefahrern wird geraten, das Ruder in die Hand zu nehmen und den Strand der Weisheit anzusteuern.[68] Johannes Geiler von Kaysersberg und Hans Sachs bearbeiteten und erweiterten das Thema (siehe II.E.3).

2. Kompendien und Florilegien

Im 13. und 14. Jh. wurde die Vorstellungen über Gula in Nachschlagewerken behandelt.

Die bereits in der Antike formulierten medizinischen Auswirkungen übermäßigen Essens und Trinkens auf die „Säfte“ des menschlichen Körpers referierte u. a. Bartholomäus Anglicus (um 1190 – nach 1250).[69] Buch VI des um 1200 kompilierten Florilegiums „Polythecon“ (älteste erhaltene Handschrift datiert 1366) ist Gula gewidmet. Sie wird unter die drei „Dienerinnen des Fleisches“ gezählt. Kapitel IV beschreibt die „gulosi“ anhand von Exempla. In Kapitel VI–IX werden Nüchternheit und Trunkenheit, in Kapitel X–XII wird das Verhalten bei Gastmählern behandelt.[70]

Im „Reductorium morale“ des Petrus Berchorius († 1362, ed. princ. Straßburg und Ulm 1474) sind Eigenschaften und allegorische Deutungen vieler Tiere, u. a. der Attribute von Gula, aufgelistet. Auch seine allegorische Exegese der Bibelbücher enthält Verweise auf Gula.[71]

3. Typologische Werke

In manchen der vierzehn bekannten Handschriften der „Bible moralisée“ (Bibelillustration) wurden seit dem 13. Jh. auch Gula- bzw. Ebrietas-Szenen geschildert: Darstellungen von tafelnden oder trinkenden Sündern mit den Folgen ihrer Völlerei.[72]

In einer Blockbuch-Ausgabe der „Biblia pauperum“ sind Esau mit dem Linsengericht, die (Versuchung Christi und der Sündenfall (siehe II.A) typologisch nebeneinander gestellt; Tertium comparationis ist die Esslust.[73]

Zu Gula in den Concordantiae caritatis und im „Speculum humanae salvationis“ siehe III.A.1. und III.C.3.

4. Traktate, Predigten und Beichtspiegel

Alkuin erläuterte die Entstehung von Lastern in der menschlichen Seele, die drei Bereiche habe: einen Begehrlichkeit erregenden (concupiscibilis), einen die Leidenschaften erregenden (irascibilis) und einen vernünftigen (rationalis). Gula könne zusammen mit Wollust (fornicatio) und Geiz (phylargiria) aus dem ersten Bereich erwachsen.[74] In unzähligen Predigtsammlungen, Traktaten und Beichtspiegeln wurde dieses Thema aufgegriffen, gelegentlich im Zusammenhang mit dem Jüngsten Gericht (siehe III.C.5).[75]

Vielleicht ein Werk des Ambrosius Autpertus († 788) ist der weit verbreitete Traktat „De conflictu vitiorum et virtutum“.[76] Ein Teil einer illustrierten Handschrift des 11. Jh. aus Moissac[77] ist identisch mit dem Beichtspiegel des Halitgarius von Cambrai († 830).[78] Hans Walther führte weitere anonyme Traktate mit dem Titel „Conflictus […]“ auf. Einer von ihnen mit dem Initium „Misit rex Saul apparitores“ qualifiziert König Saul als Verkörperung des Bösen, denn er schickt seine Diener, d. h. Vertreter der Laster, aus, um David zu suchen. Die anscheinend größte Verbreitung erfuhr das spätestens im 11. Jh. verfasste Lehrgedicht mit dem Initium „Vos, qui sub Christo mundo certatis in isto“.[79]

Im 13. Jh. sorgten vor allem Angehörige der Bettelorden für die Popularisierung des Themas. 1279/80 kompilierte der Dominikaner Laurent d’Orléans die „Somme le roi“ für König Philippe le Hardi, in der u. a. die „Summa de vitiis“ des Peraldus (um 1230–1240) exzerpiert ist. Eine ganze Reihe von Abschriften wurden illustriert, die ältesten französischen von Meister Honoré (siehe III.C.1).[80] Der Minorit Berthold von Regensburg und sein Kreis erläuterten die Sünde der Gula („unmâze des mundes“)[81] und verwiesen in Predigten mehrfach auf die gebotene Tischzucht: Man solle allein auf die Lesung hören und nicht umhersehen, welche der aufgetragen Speisen die beste sei. Vor allem solle man sich nicht darauf stürzen „als ain hvngeriger hvnt“.[82] Jean Gerson (1363–1429) beschäftigte sich mit der Abhängigkeit der Laster voneinander: Gula entwickele sich aus Avaritia[83] und münde in Luxuria. Unter den Tieren, die bildlich für die Laster stehen können, ordnete er Gula den Bären zu.[84] In einer in der zweiten Hälfte des 14. Jh. in England entstandenen Handschrift mit den Tugenden und Lastern tritt auch Gula auf (Abb.; siehe auch III.B.1.).[85]

Im 15. Jh. erschien u. a. der niederdeutsche Moraltraktat „Joseps Sündenspiegel“: Die Verse 6952–7550 behandeln Gula anhand der Herrscher Belsazar und Holofernes und beschreiben nach Gregor (siehe I.B.) vier „Töchter“ des Lasters: „Inmunditia“, „Inepta leticia“, „Multiloquium“ und „Ebitudo“ (hebetudo). Überschriften, Termini und einzelne Merksätze sind in der Übersetzung lateinisch belassen worden.[86] Die Todsünden waren häufig auch das Thema von Karfreitagspredigten des 15. Jh. Hier konnten sie mit den Leiden Christi verglichen werden, die in spezifischer Weise Erlösung versprachen. Von Gula, der Sünde durch wohlschmeckendes Essen, erlösten z. B. die abstoßenden Geschmacksempfindungen Christi am Kreuz (Essig und Galle).[87]

E. Neuzeitliche Literatur

1. Kompendien und Florilegien

Nachschlagewerke der frühen Neuzeit, so das „Magnum Theatrum vitae humanae“ des Laurentius Beyerlinck, behandelten alphabetisch auch die Laster.[88] Beyerlinck unterschied fünf Arten der Völlerei durch Adverbien zur Art des Essens: hastig Schlingen (praepropere), köstliche Speisen Genießen (laute), das unmäßige Essen (nimis) sowie das gierige (ardenter) und eifrige Essen (studiose). Als historische Exempla sind die Bewohner des kalabrischen Sybaris,[89] Kaiser Gallienus (um 218–268)[90] und Augustus angeführt.

In der von Joseph Lang 1645 neu herausgegebenen „Polyanthea“[91] ist Gula ausführlicher behandelt, aber gleich definiert wie bei Beyerlinck und zum Teil mit denselben Beispielen versehen. Als Synonym taucht „ingluvies“ auf, die mit „ventris rapacitas“ (Raublust des Magens) erklärt wird. Auf Sp. 1251f. erläutert ein Schema die möglichen Unterteilungen der Sünde Gula: Sie kann als Todsünde oder lässliche Sünde (peccatum veniale) verstanden werden. Man kann sie allgemein nach fünf Kriterien untergliedern: nach Substanz (teure Speisen), Qualität (Zubereitung) und Quantität (Menge), dazu sind zwei Arten des Essens zu unterscheiden. Schließlich sei sie eine Kapitalsünde, weil sie den Menschen an Leib und Seele in Unordnung bringe. Hier wird auf Gregors „Moralia in Iob“ (siehe III.B) zurückverwiesen. Es folgen Bibelstellen und Sentenzen aus der Patristik, schließlich Zitate aus der antiken Dichtung und Philosophie. Eine Liste der historischen Exempla und ein paar Emblembeispiele sowie eine „Fabula“ schließen den Artikel ab. Unter den Exempla sind u. a. Kaiser Claudius (10 v. Chr. – 54 n. Chr.), der Gastmähler liebte und angeblich so viel aß und trank, dass er sich oft übergeben musste.[92] Als Beispiel für einen Vielfraß überlieferte Flavius Vopiscus von Syrakus Kaiser Aurelian (214-275).

Neben diesen großen Nachschlagewerken gab es unzählige kleinformatige Florilegien für den pastoralen Gebrauch. Beispiele: 1622 erschien in Antwerpen ein knappes Nachschlagewerk mit Sentenzen und Literaturverweisen „in gratiam pastorum et concionatorum“ (zum Nutzen von Hirten/Pfarrern und Predigern). Unter „Gula“ sind nicht nur die klassischen Autoren aufgeführt, sondern auch frühneuzeitliche wie Johann Hesselius (Jan Hessels, 1522–1566), Johannes Busaeus SJ (Jean Buys, 1547–1611) und Thomas Stapleton (1535–1598).[93] Das Handbuch „Flores doctorum“, eine Neuausgabe des „Manipulus florum“ des Thomas Hibernicus (Thomas von Irland, tätig ab 1295, † vor 1338), wurde noch im 18. Jh. als Kompendium für Prediger benutzt. Seine Zitate stammen sowohl aus Texten der klassisch antiken Literatur als auch aus patristischen und scholastischen Werken, angeblich aus der zu Lebzeiten von Thomas von Aquin an der Sorbonne vorhandenen Literatur.[94] Das Kapitel „Gula“ führt z. B. Augustinus, Ambrosius, Hieronymus, Gregor, Bernhard, Hugo von St. Viktor und Alanus de Insulis, aber auch Seneca und Cicero auf. Hippokrates und Galen sind nur indirekt zitiert.[95]

2. Moralliteratur und medizinische Werke

In der Neuzeit wiesen Ärzte und Theologen verstärkt auf die Folgen von Alkoholmissbrauch und ausufernden Gastmählern hin.[96] Illustriert wurden u. a. folgende Traktate: Mehrfach erschien das Werk „Wider den Sauffteufel“ von Matthäus Friderich. Den Inhalt deutet ein Holzschnitt auf dem Titelblatt der Ausgabe Ursel 1562 an. Ein Teufel schenkt zwei Zechern kräftig ein.[97] Das emblematisch aufgebaute Werk „De rerum usu et abusu“ (Antwerpen 1575) behandelt in 25 Kupfertafeln von Jan Wierix den vernünftigen und unvernünftigen Gebrauch von Dingen, unter anderem von Genussmitteln. In Bild und Text wird auf Tafel 2 richtiger und falscher Weingenuss beschrieben: An einem Tisch sitzen zwei würdige, sich unterhaltende Männer, von denen der eine dem anderen zutrinkt, während er höflich sein Barett lüftet.[98] Die Negativseite des Trinkens, Gula bzw. Ebrietas, bezeichnen am selben Tisch der nackte, auf einem Weinfass sitzende Bacchus, der einem Narren ein riesiges Glas vollschenkt.[99] Die negativen Folgen der Trunkenheit benannte Adam Walasser in seinem auf Besserung des Lesers angelegten Werk „Der Himlisch Fußsteig“, Tegernsee 1581. Die im Text genannten „sieben Töchter“ der Gula sind leibliche und geistige Schwäche, Verdauungsprobleme, „Unschamhaftigkeit“, Gewalttätigkeit, Geschwätzigkeit, Schläfrigkeit und unappetitliches Verhalten.[100] Eine entsprechende Zielrichtung verfolgte Johannes Busäus SJ in seinem „Panarion. Hoc est, Arca medica variis Divinae Scripturae priscorumque Patrum antidotis adversus animi morbos instructa […]“, Mainz (Johannes Albinus) 1608.

Der Arzt Hippolytus Guarinoni gewann in Tirol und Bayern erheblichen Einfluss mit seinem 1610 in Ingolstadt erschienenen Werk „Die Grewel der Verwüstung menschlichen Geschlechts“. Gula war nur eins der von ihm erwähnten Laster, die den Menschen schwächten, aber ihr (mit Ebrietas) ist das ganze vierte Buch gewidmet.[101]

In dieselbe Richtung zielt der anonym erschienene, von Luigi Cornaro verfasste und von Georg Philipp Harsdörffer übersetzte Traktat „Der Mässigkeit Wolleben und der Unmässigkeit Selbstmord“ (Ulm [Georg Wildeisen] 1662). Ein doppelseitiges Frontispiz von Peter Troschel zeigt beide Personifikationen in entsprechendem Zustand (Abb.).

Auch Prediger und Beichtväter der frühen Neuzeit gingen gegen das Laster vor.[102] Der Minorit Vincenzo Ricci definierte z. B. 1626 das italienische Synonym „gola“ nach Thomas von Aquin als „un appetito inordinato di mangiare, e bere“ (ein ungeordnetes Begehren nach Essen und Trinken); dieses Laster führe direkt zu Luxuria und weiteren Sünden.[103] Dass die Herrschaft von Gula den Menschen auf die Stufe von Pflanzen reduziere, vertrat Carolus Bovillus (siehe III.A.2.).

Der Jesuit Georg Stengel verfasste für die Fastenzeit 1646 in Ingolstadt sieben ausführliche, reichlich mit Zitaten versehene Predigten über die sieben Todsünden. Jedem Kapitel ist ein kleiner querformatiger Kupferstich von Wolfgang Kilian vorangestellt. In Kapitel 5 behandelt Stengel Gula und Luxuria gemeinsam, aber die Illustration zu diesem Kapitel zeigt allein Beispiele für Gula bzw. Ebrietas: Drei Männer sitzen an einem Tisch; einer von ihnen nimmt einen tiefen Zug aus einem großen Krug, ein anderer nagt eine Keule ab, und ein dritter liegt schlafend oder ohnmächtig mit dem Oberkörper auf dem Tisch. Das beigegebene Motto lautet: „Propter crapulam multi obierunt. Eccl. 37,31“ (Durch Unmäßigkeit/Trunksucht sind schon viele gestorben). Stengel warnt vor fünf Anlässen, die Gelegenheit zur Gula geben können: das Brechen des Fastengebotes (vgl. 1. Reg 14,24–33), ungezügelte Lust auf Fleisch wie die des Volkes Israel in der Wüste, das sich zu lange nur von Manna ernährt hatte (Num 11,4f.), eine elaborierte Kochkunst, bei der die Küche zur Kirche werde, übermäßige Nahrungsaufnahme, für die Polyphem und der bei Juvenal genannte Phago mit ihrem Riesenappetit stehen, schließlich ungeduldiges Begehren einer Speise, dem Esau sein Erstgeburtsrecht opferte. Stengel geißelt auch das Essen zwischen den Mahlzeiten, durch das bereits Kinder verdorben würden, obwohl schon Hippokrates vor Fettleibigkeit gewarnt habe.[104]

Abraham a Sancta Clara beschrieb unter seinen hundert amoralischen Narren auch den „Freß-Narr“. Ein Kupferstich von Johann Christoph Weigel in der Ausgabe von 1709 zeigt den beleibten Fresser am Esstisch, wie er in eine Keule beißt. Derselbe Mann übergibt sich im Hintergrund neben seinem Bett. Als Exempla der Gula nannte der Autor „Italus, Gothus, Cleopatra, Epimenes, Demetrius, Kaiser Nero […] [und] Caligula“.[105] Die ersten beiden dürften satirisch die gesamten Völker bezeichnen.

3. Dichtung

Hans Sachs definierte Gula („Fraßheyt“) in seinem Lehrgedicht „Die sieben haubtlaster mit ihren sündlichen anhangenden eygenschaften“[106] erneut als unmäßige Begierde nach Essen und Trinken; er wies auch auf die Folgen für Gesundheit und Einkommen hin: „den leyb krencket […] den beuttel lert“. Als Exemplum erwähnt er Nabal (siehe II.A.1). 1530 gab er auch eine genaue Beschreibung des „drei Meil hinter Weihnachten“ liegenden „Schlauraffenlandes“, die alle später verbildlichten Motive bündelt: den Berg aus Hirsebrei, mit Fladen gedeckte Häuser, deren Wände aus Speckkuchen bestehen, Zäune aus Bratwürsten, Baumfrüchte aus Gebäck, Bäche von Milch, in die Semmeln fallen, zubereitete Fische in den Seen, gebratenes Geflügel, das den Bewohnern in den Mund fliegt. Sachs legte ebenso viel Wert auf die Völlerei wie auf die Faulheit der Schlaraffen (vgl. Acedia).[107]

Die Nürnberger Ausgabe des „Kargenspigel“ von Hans Folz, 1534 (Abb.),[108] prangert hingegen die sozialen Unterschiede zwischen Arm und Reich an, die später in den Niederlanden zur Thematik der „Fetten und armen Küche“ führten (siehe III.C.4).

François Rabelais schilderte zwischen 1532 und 1564 in fünf satirischen Romanen die Abenteuer der Riesen Gargantua und Pantagruel, deren Größe und Esslust sie von Anfang an zu Exempla der Gula machten.[109] Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen schuf 1669 mit seinem „Simplicissimus“ einen barocken Genuss-Helden.[110]

Das vielleicht jüngste neulateinische Gedicht zum Thema der Hauptsünden (1993) stammt von Fidel Rädle.[111]

4. Ikonologien

In seiner „Iconologia“, einer Vorbildsammlung für die Gestaltung und attributive Ausstattung von Personifikationen, legte Cesare Ripa den Grund für die meisten Gula-Darstellungen des Barock. In der Ausgabe Rom 1603 wird „Gola“ nach Alciato (siehe III.E) als Frau mit langem Hals und dickem Bauch in rostfarbenem Gewand beschrieben. Der lange Hals erinnere an den nicht nachweisbaren „Filostene Ericinio“, der sich wünschte, einen so langen Hals wie ein Kranich zu haben, um die Speisen so lange wie möglich genießen zu können.[112] Der Bauch, der den „golosi“ als „höchstes Gut“ gelte, zeigt in seiner „grandezza e grossezza“ den Effekt übermäßigen Essens. Das rostfarbige Kleid deutet die Korrosion des vom Laster dominierten Geistes an. Ripa bezieht sich hier auf die „Polyanthea“ (siehe II.E.1.). Eine zweite Personifikation der „Gola“ sitzt auf einem Schwein, denn dieses Tier sei nach Pierio Valeriano unendlich gefräßig. Die Figur soll in der Linken den ähnlich unmäßigen Vogel „Folica“ halten, während sie sich mit der Rechten auf einen Strauß stützt, dessen Kehle laut Alciato niemals Ruhe gebe.[113] Verwandt ist Ripas „Voracità“ (Gefräßigkeit), die ebenfalls als Frau in rostfarbenem Gewand vorgestellt wird. Diese streichelt einen Wolf und legt eine Hand auf einen Strauß. Sie verschlingt exquisite Speisen, ohne sie zu schmecken, und hat insofern die Gefräßigkeit mit den Tieren gemeinsam.[114] Seit der Ausgabe Padua 1611 wurde die erste Personifikation in einer Holzschnitt-Illustration (Abb.) wiedergegeben; die Texte sind konstant geblieben.[115] Die niederländische Ausgabe Amsterdam 1644 bringt nur eine Übersetzung der italienischen Ausgangstexte, klärt jedoch den 1603 genannten Vogel Folica als „een aert van een Reyger“.[116]

Johann Georg Hertel führte Gula bei seiner Umarbeitung der „Iconologia“ nicht eigens auf, behandelte sie aber unter einem der Fünf Sinne, Gustus (Geschmack): Die Vordergrundszene der entsprechenden, von Jeremias Wachsmuth gestochenen Illustration zeigt einen Betrunkenen mit Pokal und Kanne in den Händen, der einen Fuß auf eine Gießkanne setzt – er verachtet Wasser. Hinter ihm lugt ein Affe hervor; eine junge Frau mit Obstkorb verkörpert entweder die unschuldige Variante von Gustus oder verweist auf die taktile Verführung zu Luxuria. Im Hintergrund zieht ein Thiasos mit Bacchus, Silen und Satyrn durch einen „Locus amoenus“.[117]

III. Bildüberlieferung

A. Schemata

1. Mittelalter

Um die Systematisierung abstrakter Begriffe und deren Beziehungen untereinander anschaulich zu machen, wurden im Hochmittelalter Merkbilder entwickelt: Leitern, Bäume, Räder und Tabellen.[118]

In einer 1081 datierten Handschrift der von Johannes Klimakos verfassten „Leiter zum Paradiese“ (siehe II.D) sind die Personifikationen beschriftet: Unter den Widersachern ist „gastrimargia“, die für den Sündenfall und damit für die Erbsünde verantwortlich gemacht wird.[119]

Nach Ansätzen bei Bonifatius (um 673–754)[120] und Alkuin[121] entwickelten (Pseudo-)Hugo von St. Viktor bzw. Conrad von Hirsau († um 1150) im „Liber de fructibus carnis et spiritus“ den Lasterbaum des „Alten Adam“, der (nach Gregor, siehe I.B) aus dessen Superbia wächst und alle Laster trägt, sowie den Tugendbaum des „Neuen Adam“, dessen Wurzel entsprechend Humilitas heißt und alle Tugenden hervorbringt (siehe II.D). Eine Handschrift wohl aus dem zweiten Drittel des 12. Jh. enthält einen solchen Lasterbaum, der in Luxuria gipfelt. Unterhalb davon hält die personifizierte Frucht „Ventris ingluvies“ sieben Blüten, unter denen neben Ebrietas und Voracitas auch Gula ist (Abb.).[122]

Diese Bildvorstellung wanderte im 12./13. Jh. modifiziert in verschiedene Buchtypen ein, so in die „Somme le Roi“. Noch dem 13. Jh. gehört ein Baumschema an, das Tugenden und Laster verbindet.[123] Eine Handschrift mit dem „Miroir de vie et de mort“ enthält einen Baum, dessen Wurzeln sieben verschiedene Lasterpersonifikationen sind, darunter eine „Radix gulae“ (Abb.).[124]

In den „Speculum humanae salvationis“-Handschriften (Heilsspiegel), die im 13. Jh. wohl im Dominikanerorden, vielleicht von Ludolf von Sachsen, entwickelt wurden, sind Bäume der Laster und der Tugenden den typologischen Tafeln vorangestellt. Der Codex Cremifanensis 243, entstanden nach 1324, enthält auf fol. 3r den Lasterbaum, der in der Ursünde der Superbia wurzelt und Luxuria im Wipfel trägt. Unterhalb des Wipfels trägt ein Ast die Frucht „Ventris ingluvies“ (Unmäßigkeit des Bauches), dargestellt als essende und trinkende Frau, von der u. a. „Gula und „Ebrietas“ ausgehen. Die deutschsprachig beschriftete Strafe für „unmaessekait“ ist darüber dargestellt: Der Unmäßige muss die Exkremente eines Teufels essen, der über ihm an einen Baum gebunden ist (Abb.).[125] Auch die um 1355 verfassten Concordantiae caritatis des Ulrich von Lilienfeld enthalten mehrere Bildseiten mit Baumschemata, in denen die Tugenden und Laster bzw. deren Vertreter antagonistisch gegenübergestellt sind: Auf fol. 260r ist oberhalb des „Luxuriosus“ die Halbfigur des „Edax“ (Fressers) zu sehen, der (in Übersetzung) sagt: „Hab keine Angst, Bauch. Ich gebe dir oft zu essen“. Auf fol. 261r wachsen Büsten von „Vrazheit“, „Veberezzen“ und „Trvnckenhait“ mit entsprechenden deutschen Versen aus dem Stamm.[126]

Kreisschemata von Tugenden und Lastern wurden u. a. in der „Rota altercacionis oppositorum“ konzentriert.[127] Sie sind auch in Handschriften von „De quinque septenis et septenariis“ ([Pseudo-]Hugo von St. Viktor) und „De rota verae et falsae religionis“ (Hugo von Foligno) dargestellt.[128] In einer Handschrift des „Speculum Theologiae“, 15. Jh., verzeichnet ein Schema aus sieben konzentrischen Kreisen, die in sieben Segmente unterteilt sind, die Todsünden und deren stufenweise Überwindung.[129] Ein Kreisschema von Tugenden und Lastern entwarf noch um 1490/1500 ein anonymer, wahrscheinlich süddeutscher Holzschnitt-Meister: Im Zentrum thront Gottvater. Ihn umgeben, dominiert von der Taube des Heiligen Geistes, die Namen der „dona“ und „virtutes“ vor hellem Grund. Diesen inneren Kreis umschließt ein Ring aus sieben „vitia“ in Weißlinienschnitt auf dunklem Grund, denen Superbia präsidiert. Vier Tondi, in denen Moses mit den Gesetzestafeln, Geburt und Auferstehung Christi sowie das Jüngste Gericht zu sehen sind, umgeben das Kreisschema.[130] Möglicherweise war diese oder eine ähnliche Graphik der Auslöser für Hieronymus Boschs Tischplatte in Madrid (siehe III.B.2).

Eine weitere Systematisierung erbrachten Tabellen: In den Concordantiae caritatis sind den Lastern jeweils bestimmte Tiere, Pflanzen, Körperteile des Menschen, Dämonen und Exempla zugeordnet. Zu Gula, die einen Krug hält, gehören der Bär und die Sykomore, von den Körperteilen der Bauch, der Dämon Baal und Jebuseus.[131]

2. Neuzeit

Auch in humanistischen Traktaten der Frühen Neuzeit waren Autoren bemüht, menschliches Verhalten in gut merkbare Schemata zu bringen. Dies gilt etwa für Charles de Bovelles (Carolus Bovillus), Il libro del sapiente, Paris 1510: Hier ist ein Stufenschema zur Veranschaulichung der Beziehungen zwischen den Bestandteilen der irdischen Welt (Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen) und den Lastern abgebildet: Der von Gula beherrschte Mensch steht auf der Lebensstufe der Pflanzen; unter ihm rangiert nur der in Acedia (Trägheit) erstarrte Mensch, der auf der Stufe der Mineralien steht.[132]

B. Die Personifikation und ihre Attribute

Personifikationen der Gula sind entsprechend ihrem Genus überwiegend weiblich. Häufig wurden sie beleibt dargestellt, um die Folgen des Lasters anzudeuten. Nicht selten sind sie beim Essen oder Trinken gezeigt. Ein Beispiel des 14. Jh. ist die weibliche, inschriftlich bezeichnete Personifikation der Gula an einem Portikuskapitell des Dogenpalasts in Venedig (1342–1348): Die gut gekleidete Frau in Halbfigur hält einen Nuppenbecher und beißt in eine Hühnerkeule (Abb.).[133] In szenischen Allegorien ist Gula hingegen häufig ein unförmig dicker Mann (siehe III.C.2 und III.C.4).

Als charakterisierende Attribute dienten Tiere, denen eine besondere Gier und Fresslust nachgesagt wurde:[134] u. a. Adler,[135] Affe,[136] Asellus (Dorsch, Stockfisch; siehe Fisch II).[137] Bär,[138] Drache,[139] Esel,[140] Eule,[141] Fuchs,[142] Gans[143], Geier,[144] Hecht,[145] Hund,[146] Katze,[147] Igel,[148] Hyäne,[149] Leopard,[150] Milan,[151] Möve,[152] Panther,[153] Pelikan,[154] Reiher,[155] Schwein bzw. Wildschwein (Eber),[156] Strauß[157] und Wolf[158].

Andere Attribute waren Pokal, Krug, ein Bratspieß sowie alle zur Völlerei reizenden Nahrungsmittel, vor allem Fleischspeisen.

1. Mittelalter

Nahezu immer sind Darstellungen von Gula in eine Serie der Laster eingebettet.[159] Sie schildern entweder die Personifikation anhand spezifischer Ausstattung oder zeigen ihren Kampf gegen die antagonistische Tugend bzw. einen tugendhaften Menschen (siehe III.C.1). In diesem Fall sind sie ritterlich gewappnet und beritten. Reittier, Schild, Helmzier und Fahnenlanze konnten Verkörperungen bzw. Bildträger von Darstellungen der spezifischen Lastertiere sein.

Am häufigsten reitet Gula auf einem Schwein, so in einer Handschrift der „Pèlerinage de la vie humaine“ des Guillaume de Deguileville (siehe II.D.3).[160] Dies gilt auch für eine Federzeichnung des 15. Jh. in einer englischen Übersetzung des „Miroir“: „Glotonie“ sitzt in Gestalt eines Bauern auf einer Sau, die aus einem Trog frisst, während ihr Reiter, der ein Fässchen am Arm hängen hat, Würste verschlingt.[161] Ein Wildschwein (Eber) ist das Reittier der männlichen Gula in einem vielleicht von Robinet Testard ausgemalten Stundenbuch, Poitiers, um 1475, in der Morgan Library (Abb.); der bäuerlich gekleidete, übergewichtige Mann trinkt aus einer Weinkanne und hält einen Trichter. Unter ihm sind eine Festgesellschaft und der Dämon „Berich“ gezeigt, der offenbar auf seine Opfer wartet.[162] Auch auf einem achtteiligen Einblattholzschnitt des 15. Jh. hat die „fresserey“ dasselbe Reittier. Die junge Dame trägt einen Pokal in der Rechten.[163] In einer weiteren Handschrift der „Pèlerinage de la vie humaine“, zwischen 1400 und 1410, greift die harpyenartige Personifikation, die einen Eimer im Maul trägt, mit ihren Klauen nach dem im Bett liegenden „Pilger“, während Luxuria mit einer Lanze auf ihn zielt (Abb.).[164] In zwei anderen Handschriften trägt sie einen Spuckeimer und einen Pokal.[165]

Mehreren Personifikationen wurde im 14. und 15. Jh. als Reittier der Wolf zugewiesen: Eine Miniatur in einer Sammelhandschrift aus der zweiten Hälfte oder vom Ende des 14. Jh. zeigt einen modischen jungen Adligen, der auf einem Wolf reitet und einen Milan wie einen Jagdfalken trägt (Abb.).[166] Dieser Vogel sei nach Bonaventuras „Dieta salutis“ insofern ein Bild für die Fresslust, als er nur dann auf die Hand des Falkners zurückkehre, wenn man ihn mit blutigem Fleisch locke.[167] In einer 1409 datierten Handschrift sitzt Gula auf einem vollgefressenen Wolf, den Bratspieß als Lanze in der Hand; ihr Schildzeichen ist der Pelikan („Onocrotalus“)[168], ihre Helmzier ein Weingefäß. Auch die Gula-Personifikationen in den Sammelhandschriften der Biblioteca Casanatense und der Wellcome Collection reiten auf einem Wolf.[169] Das Gleiche tut die männliche „Gloutenie“ im Dunois-Stundenbuch, um 1450; der gut gekleidete Herr trägt einen Prunkpokal und ein gezücktes Schwert.[170]

Hund oder Panther dienen der beleibten Gula, die gerade eine Hühnerkeule isst und einen Weinkrug mit sich führt, in dem um 1430–1435 gemalten Lasterzug in der Chapelle de l’Annonciation von Villafranca (Piemont) als Reittier.[171]

2. Neuzeit

Zwischen dem 16. und 18. Jh. waren druckgraphische Serien der Sieben Todsünden bzw. Laster, in denen je ein Holzschnitt oder ein Kupferstich eine Personifikation vorstellte, beliebt.

Überwiegend wurde Gula als füllige Frau dargestellt. Sie trägt oft einen Pokal und wird nicht selten von einem Schwein begleitet. Beispiele der Renaissance sind der um 1510 zu datierende Holzschnitt „Die Fresigkeit“ von Hans Burgkmair (Abb.)[172] und der um 1541 entstandene Kupferstich von Georg Pencz (Abb.).[173] Auch eine kleine Holzskulptur aus einem um 1535–1540 geschnitzten Zyklus der Todsünden von Peter Dell dem Älteren ist beleibt und schaut gierig (?) in ihren großen Pokal, dessen Deckel sie gelüftet hat (Abb.).[174] Heinrich Aldegrever ließ Gula 1552 auf einem Wildschwein (Eber) reiten, nutzte aber noch die heraldische Ausstattung einer mittelalterlichen Turnierreiterin: Auf ihrem Banner ist ein Igel zu sehen, während ihr Wappenschild eine Katze, ihre Helmzier eine Eule zeigt.[175]

Über niederländische Kupferstiche wurde der Typus bis ins 17. Jh. tradiert. Bei Philipp Galle erschien um 1578 die von Goltzius vorgezeichnete Serie „Virtutum vitiorum […] encomia“. Gula sitzt auch hier auf ihrem Schwein, in den Händen Weinkrug und Servierplatte, neben sich einen Esstisch.[176] Jacob Matham stach (zusammen mit Jan Harmensz. Muller) zwei weitere Serien der personifizierten Todsünden nach Vorzeichnung von Hendrick Goltzius: Die erste, wohl um 1587 erschienene Folge, die Goltzius selbst publizierte, zeigt die Figuren vor einem Landschaftshintergrund. Die freizügig entblößte, übergewichtige Gula, die einen Weinkrug auf dem linken Schenkel abstützt, und eine Servierplatte mit einer Geflügelpastete hochhält, wird vom Wildschwein (Eber) begleitet (Abb.).[177] Auch in der 1593 erschienenen Serie mit skulptural vor halbrunden Nischen stehenden Figuren, die von Claes Jansz. Visscher verlegt wurde, ist Gula eine verlebte, übergewichtige Frau, die eine Weinflasche unter den Arm geklemmt hat und eine Geflügelpastete hochhält. Wildschwein (Eber) und Hund tauchen hier als Wappenfiguren auf.[178] Crispijn de Passe nach Marten de Vos stellte auf einem Kupferstich Anfang des 17. Jh. Gula ebenfalls in Begleitung eines Wildschweins (Ebers) dar. Die üppige Frau ist im Begriff, in ein Brathähnchen zu beißen, während sie in der Linken eine Fußschale mit Wein hält. Im Hintergrund ist links der betrunkene Loth mit seinen Töchtern zu sehen, rechts der füllige Nabal beim Mahl.[179] Auch Jacques Callot schuf um 1620 Personifikationen der Todsünden. Gula hat die bekannten Attribute Krug und Fußschale; neben ihr übergibt sich ein Wildschwein (Eber). Ein über ihr schwebender Dämon scheint den Gebrauch der Trinkschale zu empfehlen (Abb.).[180] Eine späte Serie der Lasterpersonifikationen stach um 1710/15 Martin Engelbrecht in Augsburg. „Die Völlerey“ scheint betrunken zu grölen; zu ihren Füßen liegt ein zersplittertes Trinkglas. Neben ihr übergibt sich ein Schwein.[181]

In szenischen Allegorien ist Gula häufig durch einen dicken Mann ersetzt, der gelegentlich die Folgen der Völlerei anschaulich macht, so auf einem kleinen Kupferstich von Sebald Beham (1537) mit der Beischrift „Du machst es gar zu grob“; ein Bauer neben einem Schwein übergibt sich – nach übermäßigem Essen und Trinken.[182] Vorläufer der niederländischen Genrebilder mit Trink- und Völlereiszenen waren Behams Darstellungen ländlicher Feste wie z. B. der „Kirchweih zu Mögeldorf“ (um 1528) und der „Großen Kirchweih“ (1535). Sie zeigen ebenso Belustigungen wie Tanz, Musik und Festessen wie deren ungute Folgen.[183] Jost Amman gab in seinem „Ständebuch“ (1568) die Bild- und Textvorlage für den „Fressend Narr“, der jede Einladung ausnutzt, um sich vollzuschlagen (Abb.).[184] Eine Allegorie der Völlerei in der Gestalt eines dicken Mannes mit Hahnreimütze, der in einer Schubkarre von einem hier die Trunksucht verkörpernden Teufel befördert wird, schuf der Nürnberger Christoph Lindenberger I (vor 1546-1586) als Scherzgefäß. [185]

Personifikation und Genre verbindet ein Neapolitaner (?) Kupferstich vom Anfang des 17. Jh.: Die beleibte Gula trabt auf einem Wolf Richtung Höllenmaul; unterhalb davon tafeln Männer, denen Teufelchen aufspielen (Abb.).[186]

Titelblätter und Buchillustrationen fassten oft Personifikationen aller Todsünden zusammen. Eine Art Abbreviatur der Sündencharaktere gab Hans Baldung Grien in einem Holzschnitt zu Johann Geiler von Kaysersbergs „Granatapfel“ (Straßburg 1511): Gula („fressery“) ist hier ein bärenartiger Dämon (Abb.).[187] Mit kleinen Holzschnitten ist das 1535 von Francesco Bindoni und Mapheo Pasini in Venedig gedruckte Buch „I Vizi“ (Die Laster) illustriert: Gula sitzt hier frontal auf einer gedeckten Tafel mit Weinflasche. Sie hält in der Linken einen Bratspieß und greift mit der Rechten nach Früchten (?) auf einer Platte.[188] Ein Kölner Kupferstich des frühen 17. Jh., dessen zentrales Bild der Hoffart (Superbia) gewidmet ist, enthält die übrigen sechs Todsünden im Rahmen. Gula ist eine füllige Frau mit Weinkanne und Bratenschüssel.[189] Das gestochene Titelblatt zu Johannes Busäus SJ, Panarion, Mainz (Johannes Albinus) 1608, zeigt unterhalb von einer Figur des Auferstandenen in rechteckigen, beschrifteten Feldern Personifikationen der Laster: Gula, die zwischen Ira und Invidia steht, ist ein weiblicher Kentaur mit Brüsten nach Art der Diana von Ephesos. Sie trägt ein Hündchen in den Armen und einen Vogel auf dem Kopf.[190]

In der süddeutschen Deckenmalerei des 18. Jh. taucht Gula relativ selten und nur im Kontext der übrigen Laster auf. Das bekannte Konzept für die Ausmalung der Klosterkirche von Niederaltaich (Landkreis Deggendorf), die Wolfgang Andreas Heindl 1721–1727 ausführte, vermerkt Gula unter den personifizierten Todsünden, die ein Engel züchtigt: „Der fras oder füllerey ist halb ligend, mit feisten angesicht und schmerbauch; hat in einer hand ein pirrkanten, in der anderen einen westphalischen schunken.“[191] In der 1734 von Matthäus Günther ausgemalten Wallfahrtskirche Maria Aich (Landkreis Weilheim-Schongau) triumphiert Maria de Victoria über Personifikationen der Sünden, unter denen auch Gula mit Braten und Weinkrug ist.[192] Aus dem 1. Viertel des 18. Jh. stammt auch das Deckengemälde „Christus in der Kelter, von Sünden beschwert“ in der ehemaligen Schlosskapelle (Höger-Kapelle) in Anzing (Landkreis Ebersberg). Gula hat hier einen Schweinekopf und schwenkt eine Weinkanne.[193] In Maria Beinberg (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) vertritt ein fülliger junger Mann mit Bratenplatten das Laster.[194]

Dass die für die Laster stehenden Tiere noch im 19. Jh. verstanden wurden, zeigt die Gegenüberstellung eines von Lastern und eines von Christus erfüllten Herzens. Das erste enthält ein Wildschwein (Eber) mit der Beischrift „Fraß und Völlerei“ (Abb.).[195] Ein punktuelles Nachleben hatten die Lasterpersonifikationen in der Kunst des 20. Jh.: Gustav Klimt stellte z. B. „Unkeuschheit, Wollust und Unmäßigkeit“ im Beethovenfries (1902) dar: „Unmäßigkeit“ ist eine übergewichtige Frau mit nacktem Oberkörper, vorquellendem Bauch und schlaffen Brüsten.[196] Salvador Dalí zeigte in seiner Folge der „Acht Todsünden“, Farbradierungen mit Aquatinta und Zuckerabsprengtechnik, „La Gourmandise“ als Männerkopf, der aus einem Damenschuh trinkt.[197] Lust auf industrielle Ernährung zeigt „Gluttony“ im Künstlerbuch „The Seven Deadly of the Lower Middle Class“ von Mark Beard, 1992.[198] Eva Aeppli schuf im Jahr 2000 einen Zyklus der Todsünden in Form von schwarz patinierten Bronzebüsten. Der Kopf eines verfetteten Mannes bezeichnet die Völlerei.[199] Zu Ulrike Ottingers Video siehe III.C.3.

C. Allegorien und literarische Themen

1. Antagonismus zwischen Tugenden und Lastern

Während der Text der Psychomachie Gula noch aussparte, erscheint sie in einer Illustration des 10. Jh. als Gegnerin von „Abstinentia“.[200] Im „Hortus deliciarum“ der Herrad von Landsberg, kompiliert zwischen 1176 und 1196, ist sie wie fast alle übrigen Laster nur als gewappnete Kriegerin im Kettenhemd und mit Beischrift dargestellt, ohne durch Attribute gekennzeichnet zu sein. Auf der folgenden Seite wird sie als „Ventris ingluvies“ bezeichnet und von Sobrietas (Nüchternheit, Mäßigkeit, Enthaltsamkeit) mit dem Schwert durchbohrt.[201]

In illustrierten Handschriften der „Somme le Roi“ (siehe II.D.3) wurde Gula seit dem späten 13. Jh. in ihrem Verhältnis zur Mäßigkeit beschrieben: In der 1295 datierten Handschrift der Bibliothèque Mazarine in Paris ist diesem Paar auf fol. 179r eine gegliederte Tafel gewidmet (Abb.).[202] Links oben erscheint die der Gula entgegengesetzte Tugend, hier „sobriete“ genannt. Sie steht auf einem Bären und trägt einen Papagei, um die Überwindung des Lasters zu kennzeichnen.[203] Exemplarisch für „gloutonnie“ ist neben ihr ein Gastmahl zu sehen, bei dem sich ein Mann übergibt. Der Text bezieht das Laster jedoch nicht nur auf exzessives Essen und Trinken, sondern auch auf andersgeartete Sünden des Mundes: üble Nachrede und Lügen. Als Exemplum dient in den Szenen darunter das Lazarus-Prasser-Gleichnis. Auch auf einer im 15. Jh. gemalten Miniatur in einer Handschrift des auf der „Somme“ basierenden „Miroir du Monde“ taucht dieses Gleichnis auf, dessen Einzelszenen hier komprimiert sind.[204]

Im „Tractatus de virtutibus et vitiis“, um 1380, sind die vor Lastern fliehenden Tugenden dargestellt: Temperantia verlässt mit einer Gebärde des Abscheus den Tisch der Völler.[205]

In Handschriften des 14. Jh. vom Typ des sog. Etymachie-Traktats tritt eine gewappnete, nun deutlich charakterisierte Gula gegen Temperantia an, z. B. im. „Lumen animae“, 1332: Alle Laster reiten hier als Gewappnete in Kettenhemd und Surcot mit Schilden und Helmen auf sie kennzeichnenden Tieren. Gula sitzt auf einem leopardenartigen Tier,[206] das einen Ochsenkopf im riesigen Maul hat; ein zweiter Ochse wird gerade ausgeschieden. Gulas Surcot trägt das Bild eines Panthers und ihr Schild einen Fisch; als Helmzier dient ein Fuchs (Abb.).[207] Die Illustrationen einer 1447 datierten Handschrift des Etymachietraktats sind farbig angelegt:[208] Das Reittier ist ein „Cacus“, ein Ungeheuer von gewaltiger Kraft, das drei, vier Ochsen zugleich töten und fressen kann. Der Fuchs ist Bild für den Teufel, weil er durch seinen Kot den Dachsbau verunreinigt wie der Teufel den Menschen durch Gula. Das Schildzeichen ist ein Hecht, der erblindet, wenn er sich feist gefressen hat, das Bannerzeichen ein roter „panthio“ (Abb.). Diese attributive Ausstattung kehrt in einer Holzschnitt-Illustration zu dem Wiegendruck „Die schöne materi von den Siben todsünden und von den Syben tugenden“, Augsburg (Johann Bämler) 1474 wieder.[209]

Zwei Sammelhandschriften aus dem 2. Viertel des 15. Jh. in der Wellcome Library, London, und der Biblioteca Casanatense, Rom, enthalten Zeichnungen aller Kämpferpaare und des Kampfes um die Tugendburg. Gula hat bei der Erstürmung der Burg eine Helmzier, die ihre Fressgier bezeichnet: einen Fuchs, der eine erbeutete Gans im Maul trägt. Beim Aufmarsch der Laster reitet „ffrass“ auf dem räuberischen Fuchs; als Schildzeichen führt sie einen Raben (?) und als Helmzier einen weißen Raubvogel, der auf einem Gefäß hockt. In ihrem Lanzenbanner erscheint ein Bratspieß.[210] Französisch beschriftete Schrotschnitt-Illustrationen zu dem allegorischen Gedicht von Pierre Gringore „Le chasteau de labour“ greifen das Thema der Tugend-Laster-Kämpfe auf; die Laster sind hier sichtbar unterlegen (Paris [Simon Vostre] 1499).[211]

Solche Vorlagen wurden in Monumentalmalerei, Skulptur und Kunsthandwerk übernommen. Ob die Darstellung des Gleichnisses von Lazarus und dem Prasser am Südportal der Kathedrale von Toulouse (Ende 11. Jh.)[212] auf Gula bezogen wurde oder nur die Bibelstelle illustriert, muss offen bleiben. Durch Inschriften identifizierbar sind jedoch die um 1160/70 datierten Hochreliefs der Tugenden und Laster in der Kirche St. Leonard in Stanton Fitzwarren (Wiltshire). „Ebrietas“ ersetzt hier Gula; auf ihr steht siegreich die gewappnete „Modestia“, die ihre Lanze Gula an die Kehle setzt.[213] In den hochgotischen Skulpturenzyklen der französischen Kathedralen (Reims, Paris, Amiens) nahm Luxuria den Platz der Völlerei ein. Gula ist dagegen wohl mit der Figur in der Archivolte des um 1260–1270 errichteten Portals an der Vorhalle des Chapter House in Salisbury gemeint, der Sobrietas mit einer Zange die Zunge herausreißt.[214]

Seit ca. 1300 gibt es über Laster triumphierende Tugenden auch in der Glasmalerei.

Wie in gotischer Monumentalskulptur stehen die Tugenden des Glasmalereizyklus von St. Dionys in Esslingen (um 1300) siegreich auf den Lastern – so die mit einer Lanze bewaffnete und mit Schriftband benannte Temperantia auf Gula.[215] Das um 1310 entstandene „Psychomachie-Fenster“ in der Kathedrale von Straßburg enthält zwölf Bildfelder, in denen die thronenden Tugenden ihre am Boden liegenden Gegnerinnen mit Lanzen töten. Die Personifikationen sind auch hier allein durch Schriftbänder, nicht attributiv gekennzeichnet[216] – ebenso wie Tugenden und Laster eines Fensters in Saint-Florent in Niederhaslach (Elsass).[217] Der Tugend-Laster-Zyklus in der Katharinenkirche von Schwäbisch Hall (um 1340/50) enthält hingegen nicht nur Inschriften, sondern auch Attribute: Die am Boden liegende Gula hat einen Weinkrug bei sich und steckt ein gebratenes Hühnchen in den Mund (Abb.).[218]

Die Tugend-Laster-Kämpfe der Buchmalerei spiegeln sich in Bildteppichen des 14. bis 16. Jh.: Auf dem nur noch durch ein Inventar bezeugten Teppich des Philippe le Hardi (1393) vertraten historische Exempla die Laster.[219] Temperantia konnte statt über Gula über Epikur[220] oder Tarquinius triumphieren.[221]

Ein um 1400 vielleicht in Nürnberg gewirkter, ursprünglich dreiteiliger Wandbehang aus dem Regensburger Rathaus wiederholt das Thema der Tugend-Laster-Kämpfe in linearer Reihung. Oberhalb und zwischen den kämpfenden Paaren erläutern deutschsprachige Beschriftungen das Geschehen. Als Vorlage dürfte eine Handschrift ähnlich der oben beschriebenen (Rom und London) gedient haben.[222] Gula („Frezzigkait“) reitet hier auf dem Fuchs, der eine Gans im Maul trägt. Ihr Schildzeichen ist ein Rabe, die Helmzier besteht aus einem Doppelpokal, auf dem ein Adler sitzt. Ihre Standarte zeigt einen Bratspieß mit Geflügel auf rotem Grund. Das Spruchband über ihrem Haupt besagt: „ich sorge alles auf dieser erden / wie ich vol möge werden“ (Abb.).

Auf dem Psychomachie-Teppich aus der um 1510/15 in Brüssel gewirkten Serie „Die Erlösung des Menschen“ (San Francisco) treten ähnlich die reitenden Laster gegen einander an. Gula hat einen Fuchs als Helmzier.[223]

Zwischen 1423 und 1426 beschrieb der Franziskaner Johannes Sintram von Würzburg ein Wandgemälde mit reitenden Laster-Personifikationen.[224] Zumindest fragmentarisch erhalten sind entsprechende Bildzyklen des 15. Jh. in den Kirchen von Roussine (Indre), Notre-Dame-du-Bourg in Digne (Haut-Provence), Pommeraie-sur-Sèvre (Vendée) und weiteren französischen Bauten.[225]

In der Neuzeit wurde die Wahl des Menschen zwischen Tugenden und Lastern überwiegend in Allegorien thematisiert, die nur noch selten auf mittelalterliche Kampfszenen zurückgriffen. Auf einem um 1520/30 entstandenen epitaphartigen Gemälde in der Art des Hans Schäufelin sind antithetisch die Arten des Einflusses auf das menschliche Leben zu sehen (Abb.):[226] Das Kreuz Christi auf der linken Bildseite ist ein Gnadenbrunnen (siehe Fons pietatis). Von seinen Wunden führen Blutbahnen in den Mund des von Engeln umgebenen knienden Stifters. Den weitaus größeren Teil des Bildes nehmen Lasterszenen ein, die von einem teufelsartigen Fabelwesen inspiriert zu sein scheinen. Im Vordergrund tafeln Säufer, von denen sich einer übergibt.

Dirck Volkertsz. Coornhert führte 1551 in einer Kupferstichserie nach Maarten van Heemskerk die Effekte der Trunkenheit vor: Lust, Zorn und Verlust des Gleichgewichtssinnes.[227] In einem späteren Stich nach Adrian de Weert zeigte er im Meer der Welt treibende Menschen, auf die gute und böse Mächte als Angler mit unterschiedlichen Ködern zugreifen: Der Apostel Petrus hat das Kreuz Christi an seiner Angelschnur; ein dunkler Engel, der gegenüber auf dem Höllenmaul kniet, lässt einen Amorknaben („Libido“), einen Geldbeutel („Divitiae“) sowie ein Weinglas und eine Pastete („Gula“) an dreifacher Angelschnur herab (Abb.).[228]

Ein Sonderthema ist der „Kampf zwischen Fastnacht und Fasten“ von Pieter Brueghel dem Älteren.[229] Das Gemälde parodiert ein Turnier und setzt damit in allegorischer Form den Antagonismus der mittelalterlichen Tugend- und Lasterkämpfe fort. Vertreter der Fastnacht bzw. der Gula ist ein feister Mann, der auf einem Fass mit Kufen reitet und mit einem Bratspieß als Waffe kämpft. Als Vorbild für diesen gilt eine Tafel mit dem Titel „Die Wollust und die Völlerei“, die Ludwig von Baldass Hieronymus Bosch zuschrieb (New Haven, Yale University Art Gallery, Inv.nr. 1959.15.22).[230]

Ein spätes Beispiel für einen Tugend- und Laster-Kampf bietet ein Salzburger Thesenblatt von 1670: Auf dem Kupferstich von Bartholomäus Kilian nach Jonas Umbach zieht eine Schar von berittenen Amazonen, unterstützt von Merkur und Sol-Apollo, gegen eselsohrige oder gehörnte Kentauren, die sich zum Teil bereits zur Flucht wenden. Unter ihnen ist ein Bacchus-Knabe auf einem Eber. Die Darstellung ist den oberösterreichischen Landständen gewidmet. Obwohl ein erklärender Dedikationsbrief in diesem Fall fehlt, wird an der Darstellung klar, dass die Allegorie sich auf die Tugenden der Regierung bezieht, die die Laster vertreibt.[231]

Gottfried Bernhard Göz entwarf Mitte des 18. Jh. eine Radierung zu Iob 28. Hier werden Sapientia und Gula einander gegenübergestellt: Maria Magdalena kniet am Fuß eines Fünfwunden-Kreuzes mit den Arma Christi und wehrt einen fetten, mit Würsten behängten Narren ab, der auf einem Schwein herantrabt, eine Weinkaraffe und einen Gänsebraten in den erhobenen Armen. Ein Blitz aus der Herzwunde Christi verdammt ihn (Abb.).

2. Schlaraffenland

Die Anregung für Sebastian Brants Titelblatt zum „Narrenschiff“ (siehe II.D.1) gab wohl ein nach 1491 gemaltes hochformatiges Tafelbild von Hieronymus Bosch.[232] Das Fragment vom Seitenflügel eines Triptychons[233] zeigt einen voll besetzten Kahn auf dem Weg ins Schlaraffenland (Abb.): Beiderseits eines über die Bordkanten gelegten Brettes, das eine Badebütte assoziieren lässt, sitzen ein Franziskaner und eine Ordensfrau zur Laute singend beieinander. Ein Weinbecher, eine Weinflasche und ein Fass sprechen für ihren Alkoholgenuss. Am Mast ist eine gebratene Gans befestigt, zu der gerade ein Mann mit Messer hinaufsteigt. Ein Narr bezeichnet das heitere Tun als sündhaft; ein Mann unterhalb von ihm übergibt sich. Nackte Badende, die aus dem Boot mit Wein versorgt werden, steuern den Aspekt Luxuria bei. Solche Boote wurden bei Brabanter Karnevalsumzügen mitgeführt.[234]

In der Druckgraphik und Malerei der Renaissance gab es mehrfach Darstellungen des Schlaraffenlands, in dem König Karneval residiert.[235] Ein Holzschnitt auf einem um 1520 gedruckten deutschen Flugblatt zeigt einen fröhlichen Bewohner dieses Landes, der durch Schellen an seiner Hutkrempe und seinen Schuhen als Narr gekennzeichnet ist: „Hans Lützel Hüpsch“. Er trägt eine Eule wie einen Jagdfalken auf der behandschuhten Linken. Seine riesige, mit einem Badehaus besetzte Nase erinnert an den zeitgenössischen Brauch des „Nasentanzes“.[236]

Die Vorlage für Pieter van der Heydens Kupferstich „Luilekkerland“ (Abb.)[237] ist das Gemälde Pieter Brueghels des Älteren von 1567 (München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, Abb.): Drei Vertreter des Gelehrten-, des Bauern- und des Soldatenstandes liegen betrunken oder träumend unter einem Baumtisch im Freien. Einem Gewappneten, der sich in einer mit Kuchen gedeckten Hütte faul auf ein Kissen stützt, fliegt ein gebratener Vogel in den Mund. Ein Schwein mit angeschnittener Schwarte läuft vorbei; das Messer steckt zu weiterem Gebrauch darin. Eine gebratene Gans schmiegt sich in eine Silberplatte. Berge aus Hirsebrei erheben sich im Hintergrund; ein Flechtzaun besteht aus Würsten. Niederländische Verse auf dem Kupferstich beschreiben die Besonderheiten dieses Landes.[238] Trotz dessen Fiktionalität existieren Karten des Schlaraffenlandes, das gelegentlich mit Utopia identifiziert wurde: Matthäus Seutter gab 1694 eine „Accurata tabula Utopiae“ als Anhang zu seinem „Atlas novus terrarum“ heraus. Johann Andreas Schnebelin publizierte im selben Jahr eine „Erklärung“, die die einzelnen Landesteile auf die Laster bezog.[239] In Neapel gab es bis 1779 zu festlichen Anlässen „Cuccagna“ genannte ephemere Aufbauten (siehe Festarchitektur), an denen Nahrungsmittel wie Schinken, Würste und Käselaibe sowie Wein-Brunnen angebracht wurden; sie durften von der Bevölkerung geplündert werden.[240] – Kinderbücher nahmen bis in die Gegenwart das Thema wieder auf.[241]

3. Trionfi

Mittelalterliche Triumphzüge der Gula scheint es nicht zu geben, aber sie ist an einem Triumph des Bösen beteiligt: In den Concordantiae caritatis ist auf fol. 255r der „Currus Pharaonis“ zu sehen, der mit Laster-Personifikationen unter Leitung der „Domina malicia“ besetzt ist. Gula treibt ein Rad dieses Wagens an, dessen Nabe „Ebrietas“ heißt (Abb.).[242]

Obwohl Gula keine Rolle im Zyklus von Petrarcas „Trionfi“ spielt, wurde sie in der Neuzeit gelegentlich als Triumphierende dargestellt. In Hieronymus Boschs „Heuwagen“, der Persiflage eines Triumphzuges, ist sie durch Nebenfiguren vertreten: einen beleibten trinkenden Mönch, der von einer Nonne mit Rosenkranz andächtig verehrt wird.[243] Tapisserien des 16. Jh. nahmen das Thema auf, z. B. die seit um 1532–1534 in Brüssel gewirkten Serien der sieben Todsünden (Wien, Madrid, New York) nach Entwurf von Pieter Coecke van Aelst.[244] Eine wenig spätere Handschrift gibt eine Beschreibung der von Willem Pannemaker gewirkten Serie in Madrid.[245] Das Distichon in der oberen Bordüre der Madrider Fassungen weist darauf hin, dass Gula ein ererbtes Vermögen verzehre, selbst dann, wenn es so groß sei wie das des Krösus.[246] Die Standarte der essend und trinkend auf dem Wagen sitzenden Gula zeigt einen Igel und einen Falken (vgl. III.B.1). Zu den Trabanten gehören Silen auf dem Esel und Alexander der Große mit Thais, die den Sieg über Darius mit ausschweifenden Festmälern gefeiert haben sollen.

Der „Morale trionfo di Bacco inventor del vino“, eine Radierung von Giovanni Maggi, Rom, Mitte 17. Jh., gibt einen Triumphzug des Bacchus wieder, der negativ konnotiert ist, denn im Hintergrund sind die schädlichen Wirkungen des Weins zu sehen.[247]

1986 entstand Ulrike Ottingers Videofilm „Die sieben Todsünden“ mit einem Triumphzug der von den Lastern begleiteten Superbia. Gula ist ein dicker Mann mit Schinkenkeule und Zigarre.[248]

4. Trink- und Tafelszenen

Es war naheliegend, Gula mit Hilfe von Genreszenen zu exemplifizieren, und dies geschah durchgehend seit dem späten Mittelalter. Eine Tafelszene, hier mit einer gekrönten Zentralfigur, der Diener Wein und Fleisch servieren, schmückt z. B. eine um 1320 in der Toskana miniierte Handschrift der „Somme le Roi“.[249]

Seit dem 15. Jh. nahmen Genrebilder ausschweifender Tafelszenen zu, die oft erotisch aufgeladen sind. Sie stellten einerseits weltliche Freuden vor, andererseits enthalten sie vielfach eine moralische Komponente, vor allem dann, wenn auf die Folgen von Gula hingewiesen oder Narren bzw. allegorisch deutbare Tiere einbezogen sind.

Unmäßiges Trinken zeigte der Miniator einer französischen Handschrift von „De civitate Dei“, ca. 1475–1480, in einer zweistufigen Illustration.[250] Während in der oberen Hälfte dessen Folgen zu sehen sind, foltern in der unteren Hälfte Soldaten einen Mann mit Hilfe eines Trichters (gemeint sind Normannen, die das „lasterhafte“ Rom 1084 eingenommen hatten). Heitere Szenen mit höfischen Darstellern bieten hingegen der „große Liebesgarten“ (Abb.) und der „Liebesgarten mit den Schachspielern“ des Meisters E. S.; jedoch betrachtet eine als „trinkfreudig“ bekannte Eule die Menschenpaare, sodass ein moralisierender Tenor mitschwingt.[251]

Drastisch ist die Darstellung einer Tischgesellschaft in Sebastian Brants „Narrenschiff“ (1494): Der Holzschnitt „von fullen und prassen“ zeigt trinkende und essende Narren, von denen der barfüßige im Vordergrund wohl bereits seine ganze Habe verprasst hat (Abb.).[252] Auch Erhard Schön widmete den Folgen der Völlerei einen vierteiligen Holzschnitt.[253]

Zu den bekanntesten Objekten der frühneuzeitlichen Malerei gehört die von Hieronymus Bosch vielleicht eigenhändig signierte, zuletzt auf 1505–1510 datierte Tischplatte.[254] Sieben Segmente des Tondos, die unregelmäßig um den zentralen Schmerzensmann gruppiert sind, enthalten genreartige Darstellungen der sieben Todsünden. Die vier letzten Dinge nehmen die Ecken der rechteckigen Platte ein. Das inschriftlich mit „gula“ bezeichnete Segment (Abb.) zeigt einen dicken Mann im Lehnstuhl an der Tafel sitzend, wie er einen Kalbsfuß abnagt. In der Linken hält er einen Weinkrug, nach dem sich ein molliges Kleinkind emporreckt. Eine Frau bringt eben einen Gänsebraten herein, während ein dürrer Bettler stehend einen großen Krug leert. Diese in der niederländischen Malerei des 16. Jh. topische Figur dürfte die Armut, die auf Trunksucht folgt, oder betrügerische Armut[255] meinen (siehe z. B. die Mahnung auf dem Flugblatt von Gerard Bouttats, siehe III.F). An einem Feuerchen brät eine dicke Wurst auf einer Gabel, ein Suppentopf steht daneben. Stock und Kugel stehen wohl für ein Kinderspiel; der Toilettenstuhl verweist auf die Folgen unmäßigen Essens für die Verdauung. Das an der Wand hängende Messer könnte auf die Gewalttätigkeit verweisen, die eine der Folgen von Trunkenheit ist. Auch die Eule über dem Eingang dürfte hierauf anspielen.[256]


Auch die graphische Lasterserie von Léon Davent nach Luca Penni, um 1550–1556, zeigt ein Schlemmermahl im Zentrum, umgeben von vier Nebenszenen: Personifikationen der Gula und Ebrietas sowie den Folgen von Fresserei und Trunkenheit.[257]

Die in den Niederlanden des 16./17. Jh. häufigen Szenen ausgelassener Feste, die auch die negativen Folgen übermäßigen Essens und Trinkens nicht aussparen, changieren zwischen Genrebild und Allegorie.[258] Pieter Brueghel der Ältere zeigte u. a. mit seiner „Bauernhochzeit“ (Wien, Kunsthistorisches Museum)[259] und dem „Schlaraffenland“ (siehe III.C.2) die Folgen festlicher Ausschweifungen bzw. eines sorgenfreien Traumlandes. Nachstiche machten seine Gemälde weithin bekannt.[260]

Der Kupferstich „Crapula et Lascivia“ von Johann I. Sadeler nach Maarten de Vos aus der Serie „Die Übel der Welt“, um 1582/83, verbindet die Darstellung eines prunkvollen Festmahls mit dem Auftritt von Musikern, Schauspielern und einem kosenden Paar. Zitate aus Joel und Thess 5 warnen vor dem Jüngsten Gericht.[261] Zwei weitere Stiche derselben Künstler interpretieren die sündigen Verhaltensweisen der Menschheit vor der Sintflut (Gen 6) und vor dem Jüngsten Gericht als Festmähler mit Dirnen. Auf dem ersten Blatt empfängt Noah im Hintergrund den Auftrag zum Bau der Arche, auf dem zweiten sind apokalyptische Szenen und Christus als Weltenrichter zu sehen.[262]

Ausdrücklich als Allegorie der „Ebrietas […] ingluviesque“ (Trunkenheit und Völlerei) beschriftet ist eine vielfigurige Szene, die 1558 von Hieronymus Cock gestochen wurde (Abb.):[263] Frau „GVLA“ sitzt auf einem Wildschwein (Eber) an einem runden Tisch und trinkt, ermuntert von einem Dämon, aus einem großen Krug. Ihre Tischgenossinnen sind nackt und ebenfalls in teuflischer Begleitung. An einem Fass, das halb von der zerrissenen Plane eines Behelfszeltes verdeckt wird, sitzt ein Mischwesen mit Gugel und säuft. An der Zeltstange baumelt Geflügel, an dem ein Reiher pickt. Daneben hängt ein Dudelsack im Baum. Streunende Hunde versuchen, am Essen teilzuhaben. In der rechten Bildecke liegt ein eidechsen­ähnliches Wesen, das Fische verschlingt; sein platzender Leib ist bereits zugenäht. Hinter ihm ist ein Mensch ins Fass gestürzt, beklagt von einer anderen nackten Figur. Im Hintergrund schiebt der bekannte Völler seinen Bauch auf einer Karre durch die Gegend (siehe III.F). Menschen und Dämonen streben auf eine Windmühle in Form eines Kopfes zu; ein höllischer Ofen deutet wohl die Bestrafung der Sünder an. Auch die Figur eines Riesen, der links in eine Maschine eingespannt ist, dürfte ein Bild der Bestrafung sein. Irdisches Ungemach erleidet der Säufer, der sich mit Hilfe seines Dämons in einen Bach übergibt.

Die üblen Folgen unmäßigen Trinkens zeigt auch ein um 1595 entstandener Kupferstich aus der Werkstatt von Jacques II de Gheyn (Abb.): Um einen runden Tisch sitzen drei Männer, von denen nur einer einen Zug aus einem Kelchglas nimmt; einer seiner Zechgenossen ist bereits eingeschlafen, ein anderer übergibt sich gerade. Am Boden liegen ein umgestürztes Stundenglas und ein aufgeschlitzter leerer Geldbeutel sowie unbenutztes Handwerksgerät. Im Hintergrund sind nackte Bettler, eine Mordszene und ein Galgen zu sehen.[264]

Küchenstillleben wie Pieter Aertsens Gemälde „Die fette Küche“ konnten durch ein allegorisches Tiermotiv, z. B. die Eule, zu einer Allegorie der Völlerei werden.[265] Pieter Bruegel der Ältere gab auch hierfür die Invention vor: 1563 stach Pieter van der Heyden „Die magere Küche“ und „Die Fette Küche“ nach dessen Entwurf (Abb.). Im Vordergrund stopfen sich feiste Menschen jeden Alters und Haustiere voll; auf dem Tisch türmen sich tierische Speisen; Würste und Schinken hängen von der Decke. Im Hintergrund wird ein dürrer Bettelmusikant aus dem Haus gejagt.[266] Hier klingt das Motiv des „Reichen Prassers und armen Lazarus“ an (siehe III.D.2). Luca Bertelli fertigte im letzten Viertel des 16. Jh. eine Variante für den italienischen Markt.[267]

Giuseppe Maria Mitelli radierte mehrfach satirische Blätter, in denen Laster charakterisiert werden. Eine Einladung der „Signora Gola“ zeigt z. B. das 1699 in Bologna entstandene Blatt: Die Hausherrin balanciert drei Würfel auf dem Kopf, während sie eine Geflügelkeule abnagt, denn neben dem Essen ist das Glücksspiel Thema des Bildes. Ihre schmausenden Gäste sind eigens bezeichnet; „Msier Muscatel“ lässt sich den Wein mit einem Trichter in den Hals laufen (Abb.).

Im 17. Jh. wurden vielfach Exempla für Gula bzw. Ebrietas in Genreszenen[268] eingebunden: Dies gilt vor allem für Gemälde von Frans Hals,[269] Jacob Jordaens,[270] Adriaen Brouwer (Abb.)[271] und Jan Steen (Abb.)[272] sowie manche Szenen der Bamboccianti.[273] Die negativen Folgen von Völlerei und übermäßigem Trinken, moralische Enthemmung, Aggressivität und Zerstörungswut, wurden in diesen Bildern geradezu lustvoll ausgebreitet.

Gelage im Freien (Fêtes champêtres[274]) waren noch in der französischen Genremalerei des 18. Jh. beliebt, so bei Nicolas Lancret. Obwohl sich in solchen Darstellungen Mitglieder der Hofgesellschaft vergnügen, zeigen auch sie die Folgen der Ausschweifung (Abb.).[275] Diese Bilder fanden in der 2. Hälfte des 19. Jh. eine gewisse Nachfolge im Thema des „Dejeuner sur l’erbe“.[276]

5. Völler in Weltgericht und Hölle

Auf Weltgerichtstafeln der Spätgotik sind gelegentlich die Werke der Barmherzigkeit mit Darstellungen der Laster verbunden, so z. B. auf der 1490/1500 gemalten Tafel aus der Antwerpener Almosenierkammer. Die „gulsichkeit“ wird auch hier durch eine im Übermaß tafelnde und trinkende Gesellschaft verbildlicht.[277]

Mittelalterliche Sündenstrafen zeichneten sich oft dadurch aus, dass sie auf die vorangehenden Verfehlungen der Sünder verwiesen. In der um 1330–1335 zu datierenden Höllendarstellung am Camposanto in Pisa stellte Buonamico Buffalmacco (?) die Bestrafung der „Golosi“ so dar, dass sie an einen Esstisch gefesselt sind, ohne die Speisen erreichen zu können.[278] Fra Angelico gab um 1435–1440 auf seinem Gerichts-Triptychon die in Höllenpfuhlen gequälten Sünder wieder. Die inschriftlich benannten „Gulosi“ werden gezwungen, lebende Schlangen zu essen.[279] Im „Santuario di Nostra Signora delle Grazie“ in Montegrazie (Ligurien) malte Matteo Binaci de Busca 1483 die Qual der Golosi an einem mit Fleisch und Wein gedeckten Tisch, unter dem Höllenflammen emporzüngeln. Sie sind auch hier gefesselt, sodass sie nicht an die Speisen gelangen. Andere werden von Teufeln im Mund gequält.[280]

Das Gleichnis vom reichen Prasser und armen Lazarus endet bekanntlich mit der Buße des Prassers in der Hölle. Dieses Thema wurde zwischen dem 12. und 18. Jh. vielfach dargestellt (siehe auch III.D.1). Eine zweiteilige Miniatur in einer Handschrift von „De civitate Dei“, ca. 1475–1480, zeigt in der oberen Hälfte das Gastmahl des Prassers, während Hunde die Wunden des Armen vor der Tür lecken. In der unteren Hälfte wird der Unbarmherzige in einem Höllenkessel gekocht (Abb.).[281] Holzschnittillustrationen des späten 15. Jh. brachten drastische Darstellungen der Bestrafung von „Gulosi“.[282] Sicher nach graphischer Vorlage stellte ein Kölner Töpfer des 17. Jh. farbig glasierte Ofenkacheln her: Vier Reliefkacheln zeigen die Szenen des Gleichnisses. Auf der ersten sitzt der Prasser mit seinen Gästen an der Tafel, während Lazarus r seiner Schwelle liegt; auf der vierten ist der Prasser im Höllenfeuer zu sehen, während Lazarus in Abrahams Schoß sitzt.[283] In einer Illustration zu dem im Verlag Klauber neu erschienenen Katechismus des Petrus Canisius, Augsburg 1751, sind auf passenden Tierhäuten sieben Exempla zu den Todsünden dargestellt: Auf dem Fell eines Wildschweins (Eber) mit der Beischrift „Fraß und füllerey. Gula“ ist der reiche Prasser im Höllenfeuer zu sehen, auf lichter Wolke darüber Abraham mit Lazarus auf seinem Schoß.[284]

In der 1711 neu ausgestatteten Allerseelenkapelle im sog. Sandstadel bei St. Martin in Landshut schildern Gemälde von Franz Josef Lederer (?) die Strafen, die auf den Missbrauch der Sinne im Fegefeuer warten: Unter dem Titel „Die Pein des Gustß“ gießt ein Teufel dem mit Halseisen gefesselten Sünder eine Suppe aus Schlangen in den Mund, während ein anderer Dämon eine ebenso widerwärtige feste Mahlzeit ankündigt. Ein Spruchband nach Sach 9,11 spricht aber für die Erlösung des Sünders aus dem Fegefeuer.[285]

D. Exempla

1. Mittelalter

Die biblischen Exempla (siehe II.A) wurden vielfach bildlich wiedergegeben, ohne stets moralisierend gedeutet zu sein.

Drei Zeichnungen im „Hortus deliciarum“ der Herrad von Landsberg sind dem Lazarus-Prasser-Gleichnis gewidmet: Anschaulich liegt der von Wunden gezeichnete Lazarus an der Schwelle des Reichen und hebt klagend die Hand, während ein Hund seine Wunden leckt. Fünf reich gekleidete Menschen sitzen an der Tafel des Prassers, der mit dem Finger auf Lazarus deutet. In seiner Todesstunde holen Teufel seine Seele ab, während den Armen Engel gen Himmel tragen.[286]

Michael Pacher stellte die Versuchungen Christi synoptisch auf einer Tafel des Altars in St. Wolfgang (Auftrag 1471) dar. Ob in der großen Szene im Vordergrund(Steine zu Brot) Gula mitgedacht ist, geht nicht aus dem Tafelbild hervor.[287]

2. Neuzeit

Exempla aus der paganen Antike kamen gelegentlich vor, so der Schlemmer „Filostene Ericinio“ (siehe II.E.4), der von Platon beschriebene Tyrann Dionysius II. von Syrakus (um 396 bis nach 337 v. Chr.) und Marcus Gavius Apicius, aber auch Kleopatra, Nero und Caligula (siehe III.F). Häufiger waren hingegen die biblischen Exempla. So erscheint in der um 1520 gewirkten Tapisserieserie der „Moralidades“ Gula mit den Exempla Nabal und Esau.[288]

Dass bei der Darstellung des Sündenfalls auf einem Kupferstich von Jacob Matham nach Hendrick Goltzius (1606) das Laster Gula mitgedacht wurde, verraten Igel und Hund zu Füßen des Menschenpaares.[289] In Goltzius' Gemälde „Der Sündenfall“, 1616 (Washington, National Gallery), ist es hingegen – wie in dem berühmten Kupferstich von Dürer – eine Katze.[290] Filippo Picinelli führte ein entsprechendes Emblem mit dem Motto „E MALO NASCITUR OMNE MALUM“ (Aus dem Bösen/dem Apfel entsteht alles Böse) an; die Pictura zeigt Eva, wie sie Adam den Apfel reicht und einen weiteren von der Schlange bekommt.[291]

Den durch Weingenuss ermöglichten Inzest von Loth und seinen Töchtern gibt z. B. ein Kupferstich von Jan Pietersz. Saenredam nach Hendrick Goltzius (1597) wieder; sowohl eine kostbare Weinkanne als auch Trauben weisen auf die berauschende Wirkung hin.[292]

Belsazar und dessen Warnung durch die Schrift an der Wand nahm James Gillray 1803 zur Grundlage einer Karikatur Napoleons, in der er den Untergang des Herrschers prophezeite. Als Gerichte der reich besetzten Tafel dienen u. a. Gebäude-Miniaturen wie die „Bank of England“.[293]

Das Lotterleben des verlorenen Sohns (Gleichnisse Christi) regte viele Maler, Graphiker und Kunsthandwerker des 16. und 17. Jh. zu Szenen an, die zugleich Allegorien der Gula und Luxuria sein konnten.[294] Sebald Beham schilderte um 1535 eine Tafelgesellschaft in prächtiger Halle, die ausschließlich aus reich gekleideten, einander zugewandten Paaren besteht; Nebenszenen in der umgebenden Landschaft erzählen die gesamte biblische Geschichte und klären die Bedeutung des Festes als Prasserei.[295] Eine Serie aus vier Stichen Behams, die 1540 datiert ist, wurde vielfach zur Vorlage von Darstellungen im Kunstgewerbe, so für Reliefs an einem Ofenmodell des Meisters HGD und eingetiefte Reliefs an einem 1584 datierten quaderförmigen Model aus Speckstein sowie für Plaketten, Uhren und Zinngefäße.[296] Eine 1572 datierte Kölner Serie von Ofenkacheln gibt dasselbe Gleichnis in fünf Reliefszenen wieder. Die Episode bei der Buhlerin zeigt einen gedeckten Tisch und ein Bett im Hintergrund. Gula und Luxuria sind also ebenfalls verknüpft.[297]

In den „Adnotationes et meditationes in Evangelia“ (1593) des Hieronymus Nadal sind dem Gleichnis vier große Kupfertafeln gewidmet, die mit Nebenszenen jeden Aspekt der biblischen Erzählung beleuchten: Der Vater händigt dem Sohn sein Erbteil aus; eine Dirne lässt den verarmten Freier aus ihrem Haus werfen, während im Hintergrund noch ein Festmahl zu sehen ist und ein Narr spottend die Szene kommentiert (Abb.); der Hungrige hütet Schweine; die Rückkehr des reumütigen Sohnes zum Vater, dessen Aufnahme, Vorbereitungen zum Fest und der Disput mit dem ältesten Sohn. Wie bei den lehrhaften Andachtsbüchern der Antwerpener Jesuiten üblich, sind die Einzelszenen mit Buchstaben versehen, über die der Bezug zu den Bildunterschriften möglich ist.[298] Ein deutlicher moralischer Tenor herrscht nur auf Tafel 67 durch die Einführung des Narren.

Jacques de Gheyn zeigte das Thema 1596 auf einem Kupferstich nach Karel van Mander: Der verlorene Sohn tanzt hier sittsam inmitten von feixenden Narren, Spielleuten sowie tafelnden Dirnen und ihren Freiern; seine spätere Umkehr wird durch diesen Kontrast angedeutet.[299] Wesentlich exaltierter stellte Johann Liss um 1622/23 den Verschwender dar, der sich inmitten lockerer Gesellschaft auf dem Tisch thronend Wein eingießt; dieses Gemälde wurde vielfach kopiert.[300] In der Graphikserie zum Gleichnis des Verlorenen Sohns, 1645–1648 von Pietro Testa radiert, ruht der Zecher mit einer Dirne nach antiker Sitte auf einer Kline, während ihm Wein nachgegossen wird.[301] In der holländischen Barockmalerei war das Thema ebenfalls beliebt: 1622 malte z. B. Gerard van Honthorst eine nächtliche Tischszene mit ausgelassenen Paaren, die spätestens seit 1716 als Bild des Verlorenen Sohnes bei den Dirnen verstanden wurde (Abb.).[302]

Ebenso häufig wurde das Lazarus-Prasser-Gleichnis dargestellt. Besonders drastisch schilderte es Heinrich Aldegrever in einer vierteiligen Stichserie, die mit der ausführlichen Schilderung eines Gartenfestes in Anwesenheit von Dirnen, u. a. einer nackten Bademagd, beginnt.[303]

Das Gastmahl des reichen Prassers zeigte auch Giovanni Antonio Canal nach Vincenzo Scozia auf einem Kupferstich mit Radierung als Exemplum für „GULA“; das Blatt ist Teil einer Bilderserie über die Laster aus dem Verlag Remondini, Bassano, 4. Viertel 18. Jh.[304] Durch den Kontrast zwischen einem reichen Prasser und einem Armen verbildlichte Mirko Szewczuk 1952 in der „WELT“ die unterschiedliche Wirtschaftsentwicklung in den beiden deutschen Staaten hin: Der westdeutsche „Michel“, kenntlich an der Zipfelmütze, sitzt an einem reich gedeckten Esstisch, während sein hungriger Landsmann hinter dem Stacheldraht mit leerem Teller auf eine Spende wartet.[305]

Literarische Exempla hatte im 16. Jh. François Rabelais mit seinen Helden Gargantua und Pantagruel geschaffen (siehe II.E.3). Gustave Doré illustrierte ab 1854 die fünf Bücher mit teilweise drastischen Szenen (Abb.).[306]

E. Emblematik

In den Picturae von Emblemen des 16. Jh. wurden mehrfach die deformierten Körper der „golosi“ mit riesigen Bäuchen und schlangenartigen „Gierhälsen“ aufgegriffen. Auch Tierarten, denen besondere Fressgier nachgesagt wurde, kamen darin vor (siehe III.B). Andrea Alciato zeigte in der Ausgabe Lyon 1548 seines Emblembuchs ein solches Monstrum, das zwei Vögel, laut Text Pelikan und Möve, hält (Abb.).[307] Die Subscriptio verweist auf den Tyrannen Dionysos II. von Syrakus, der an Übergewicht gestorben sein soll, und den Gourmet Apicius (siehe auch II.B, III.D.2). In Alciatos „Emblematum libellus“ (Paris 1542) ist eine fatale Folge von Gula exemplifiziert: Unter dem Motto „Captivus ob gulam“ (Auf Grund von Fresslust gefangen) versucht eine „schleckhafft und gefraeßig“ Maus das Innere einer offenen Auster (?„merschneck“) zu fressen, woraufhin diese zuklappt und die Maus einklemmt.[308]

Nicolaus Taurellus führte in seinen „Emblemata physio-ethica“ (Nürnberg 1602) ein Emblem auf, das vor Unmäßigkeit warnt: Hier ist unter dem Motto „Dum ruperit ilia sanguis“ (Bis das Blut die Eingeweide zerreißt) ein Drache gezeigt, der ein Krokodil tötet und dessen Blut trinkt, bis ihm die Därme platzen. Ähnlich verfährt die Blut saugende Mücke. Dies dient dem Trinker zur Warnung, der Wein genießen, aber sein Maß nicht überschreiten soll.[309]

Daniel Cramer zeigte 1630 in seinen „Emblemata moralia“ den auf einem Fass reitenden Bacchusknaben, der seinen Bauch direkt durch einen zweiten Mund füllt. Das Motto „LARGUS CORPORI, PARCUS ANIMAE“ (Groß an Körper, klein an Geist) bezeichnet den Effekt übermäßigen Trinkens (Abb.). Die viersprachigen Subscriptiones beziehen sich auf Phil 3,19 (siehe II.A.2).[310] Die üblen Folgen des Trinkens beschwor auch Johann Theodor de Bry, 1611, unter dem Bild eines Betrunkenen, der von einer Frau, die sein Schwert hält, gestützt wird: „ET GVLA PLVS NOXAE CONFERT QVAM MARTI[US] ENSIS“ (Gula bewirkt mehr Schaden als das Kriegsschwert). Die deutschsprachige Subscriptio verweist darauf, dass der „volle Baur“ so lange weitertrinke, bis der letzte Heller dahin sei.[311]

F. Flugblatt und Karikatur

Der durch fortgesetzte Gula aufquellende Leibesumfang wurde seit dem 16. Jh. karikiert. Anscheinend erfand Hans Weiditz um 1521 einen Prototyp des Unmäßigen mit seinem Holzschnitt „Der Weinschlauch“: Der Bauch eines Bauern, der eine Schnapsflasche im Gürtel mitführt, ist derartig ausladend, dass er ihn auf einem Schubkarren transportieren muss (Abb.).[312] 1565 erschien in Paris eine Holzschnittfolge mit Drolerien unter dem Titel „Les Songes drolatiques de Pantagruel“. Hierin ist eine entsprechende Figur mit verhülltem Tierkopf, die die Rechte segnend erhoben hat, während sie in der Linken ein Bocksfuß-Zepter und eine Binse trägt (Abb.).[313] Dieses Motiv gab es auch noch im 17. Jh.: Auf einem Holzschnitt von Lorenz Schultes mit dem Titel „Des Bachi Bruderschaft“ fährt ein mit Wein bekränzter, zeitgenössisch gekleideter Mann seinen riesigen Bauch auf einem Schubkarren vor sich her; an der Brusttasche ist eine Brezel befestigt, aus den Rocktaschen quellen Würste; der Kuttrolf rechts im Bild bezeichnet in diesem Zusammenhang wohl eine Schnapsflasche.[314] Die gleiche Vorstellung wurde um 1620/30 auf einem anti-lutherischen Flugblatt verarbeitet: Luther hat seinen Wanst ebenfalls auf einen Schubkarren geladen, mit dem er auch Reformatoren und deren Schriften befördert. Seine magere Frau, ein Wickelkind im Arm, folgt ihm mit schwerer Kiepe nach.[315] In französischen Blättern erhielt die Figur des seinen Bauch fahrenden Säufers 1636 den Namen „Grand Galas“.[316] Eine deutsche kolorierte Radierung aus der 2. Hälfte des 17. Jh. zeigt den aus dem Schlaraffenland stammenden „General von Fressdorf“; sein Wanst ist zusätzlich mit Tabakspfeifen besteckt, denn er frönt nicht nur dem Essen und Trinken, sondern auch dem Rauchen.[317] Das Motiv fand noch um 1750 in Gabriel Bodenehrs Radierung des „Monsieur de l’Yvrognerie“ Verwendung, einer seitenverkehrten Adaption des Holzschnittes von 1565 (Abb.).[318]

In einer illustrierten Flugschrift mit 21 Radierungen von Hendrick Goltzius, die im Kontext der konfessionellen Auseinandersetzungen um 1574/75 entstand, spielt Gula eine Rolle beim Aufstieg und Fall eines Häretikers. Auf Taf. 1, dem Ausgangspunkt der Bildgeschichte, tanzt sie als mollige Frau zusammen mit „Oblivio Dei“ (Gottesvergessenheit) nach den Trommelschlägen von „Sapientia carnis“ (Weisheit des Fleisches) um das Goldene Kalb (Abb.). Die Bildunterschrift bezieht sich auf die Herrschaft der Heuchelei, die sich aus den „Sünden des Volkes“ ergibt (Job 34,30) und wohl als Chance für Häresie begriffen wird. Auf Taf. 18 sieht man den geflügelten „hereticus“ im Gewand eines calvinistischen Predigers. Er hält drei Seile im Mund, die um die Hälse dreier ihm folgender Lasterpersonifikationen geschlungen sind: Superbia, Invidia und Gula. Alle drei tragen schwere Rucksäcke, denn sie sind wie die in der Bildunterschrift zitierten Frauen der Endzeit „mit Sünden beladen“ (2 Tim 3,6). Gula schleppt zusätzlich das Wildschwein (Eber).[319]

Das süddeutsche Flugblatt „Frew dich Magen, es Schneiet Feiste Krieben“ (1617) schildert den ruinösen Auftritt des „Juncker Vielfraß“ in einem Gasthaus: Der Junker vereinbart mit dem Wirt, er müsse die Zeche nur bezahlen, wenn er wirklich satt geworden sei. Da dies nicht der Fall ist, bleibt ein umfangreiches Essen kostenlos und der Vielfraß straflos. Der Flugblatt-Text endet mit einer Warnung an alle Wirte.[320] Eine parallele Bilderfindung thematisiert im selben Jahr den „Juncker Sauffauß“ mit Hilfe eines riesigen Noppenglases.[321]

Auf einem in der 2. Hälfte des 17. Jh. gestochenen Flugblatt von Gerard Bouttats balanciert ein Säufer auf einem Wildschwein (Eber), das über Arbeitsgeräte von Künstlern hinwegrennt. Die Personifikation, ein übergewichtiger Mann mit Schusterhammer vor der Lederschürze, einer Austernkette vor der Brust und einem Löffel am Barett, schwingt eine zerrissene Fahne, auf der eine Amphore zu sehen ist. Ein begeistert feixender weiblicher Teufel betrachtet ihn durch durch seine Brille. Die Verse am unteren Rand schließen mit der Mahnung: „Betracht was volg auß Füllerey, / So kombstu nit in Armutey.“ (Abb.).[322]

William Hogarth klagte 1750/51 in seinen Graphiken „Beer Street“ und „Gin Lane“ die sozialen Folgen des Alkoholmissbrauchs an.[323] James Gillray griff oft zum Bild der Völlerei, um politische oder soziale Vorgänge anzuprangern. 1795 zeigte er englische Politiker, die mit gutem Appetit die Steuern des Volkes verzehren, während durch das Fenster eine Demonstration der hungernden Menge zu sehen ist (Abb.).[324] 1805 zeichnete er William Pitt und Napoleon beim „Petit Souper“, bei dem sie mit großem Appetit den Globus wie einen „Plumb pudding“ [sic] untereinander aufteilen (Abb.).[325]

Auch in Frankreich und Italien wurde mit satirischen Mitteln Gula dargestellt oder vor deren Folgen gewarnt: z. B. auf dem Flugblatt „Le célèbre Gargantua“, auf dem der gefräßige Riese frontal am Esstisch zu sehen ist. Er verzehrt ganze Rinder und trinkt gleich aus dem Fass.[326]

Seit der Aufklärungszeit sprach man vor allem Klerus und Mönchen das Laster der Gula zu.[327] Ein französischer Karikaturist zeichnete um 1790 den „Dégraisseur patriote“, eine Maschine zum Verschlanken übergewichtiger Kleriker. Ein beleibter Kardinal wird gerade zur Presse geführt, während ein Bettelmönch und ein Weltpriester die Tortur gertenschlank, aber klagend verlassen. Zweifellos war hier weniger die persönliche Gula der Dargestellten gemeint als der französische Kirchenbesitz, der nach der Revolution „nationalisiert“ wurde.[328] Das im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jh. häufige Bildthema „Mönch und Weinfass“ basierte wohl auf dieser kirchenkritischen Einstellung.

Die satirischen Zeitschriften des 19. und 20. Jh. verbanden das bekannte Thema ebenfalls häufig mit sozialkritischem oder politischem Tenor: So erschien im „Simplicissimus“ von 1907 eine Karikatur von Rudolf Wilke, die einen aufgedunsenen Berliner im Abendanzug an der Tafel zeigt; die Tierallegorie des Schweins ist hier modernisiert: „Satt bin ick wie’n Schwein. Frage: Was nu essen?“ (Abb.).[329] Karl Arnold publizierte 1922 in derselben Zeitschrift die Karikatur „Der Bauch“; sie zeigt einen unförmig feisten Herrn mit Mops in seinem Wohnzimmer (Abb.). Die Zeichnung erschien auch unter dem Titel „Die Völlerei“ und meinte einen im Ersten Weltkrieg reich gewordenen Schieber.[330]

Fruchtbar wurde das Thema auch für Karikaturen übergewichtiger Politiker: In der Nachfolge des „Bürgerkönigs“ Louis-Philippe, dessen Kopf Charles Philipon 1831 zu „La poire“ verfremdete und im „Charivari“ publizierte (Abb.), wurde der deutsche Kanzler Helmut Kohl als „Birne“ karikiert.[331] Paul Flora widmete Franz Josef Strauß hingegen die Zeichnung „Der gute Magen“, die am 27.11.1970 in der „ZEIT“ erschien. Sie zeigt den damaligen Vorsitzenden der CSU, wie er „NPD-Stimmen“ futtert, einen Maßkrug mit schäumendem „CSU“-Bier neben sich. Die Zipfel der umgebundenen Serviette versehen ihn mit Eselsohren (Abb.).[332]

Anmerkungen

  1. Die Begriffe „Sünde“ und „Laster“ verschwimmen bei vielen Autoren (Morton Wilfred Bloomfield, The Seven Deadly Sins, East Lansing, MI 1952, S. 43). Thomas von Aquin unterschied jedoch zwischen der Disposition zur Sünde, dem Habitus (Laster) und dem einzelnen Sündenakt (Brian Davies, Thomas Aquinas’s Summa Theologiae. A Guide and Commentary, Oxford 2014, S. 202f.). Zum katholischen Todsündenbegriff des 20. Jh.: Katechismus der Katholischen Kirche, München u. a. 1993, S. 487–491, Art. 8, § IV–V.
  2. Isidorus Hispalensis, Etymologiae, XI, § 60, ed. Wallace Martin Lindsay, Bd. 2, Oxford 1911. Zur Ableitung der Worte „ingluviosus“ (gefräßig) und „glutto“ (Schlemmer) von „gula“ siehe ebd., X, § 137 und 114, ed. Wallace Martin Lindsay, Bd. 1, Oxford 1911; vgl. auch Thesaurus linguae latinae 6,2, Leipzig 1925–1934, Sp. 2354–2357, besonders Sp. 2356f.; Charles Du Fresne, Sieur du Cange, Glossarium mediae et infimae latinitatis […] digessit G. A. L. Henschel, Bd. 3, Paris 1844, S. 593, Nr. 3.
  3. Thomas Aquinas, Summa theologiae, IIaIIae, quaest. 148: St. Thomas Aquinas Summa Theologiae, vol. 43, London/New York 1968, S. 118–133, hier S. 118f. (Art. 1); vgl. Die deutsche Thomas-Ausgabe. Vollständige, ungekürzte deutsch-lateinische Ausgabe der Summa Theologica, Bd. 21, Heidelberg u. a. 1964, S. 356–374, hier S. 356f. So auch Alkuin, Liber de virtutibus et vitiis, cap. XXVIII: Patrologia latina, Bd. 101, Paris 1863, Sp. 633; Pseudo-Hugo von St. Viktor, De fructibus carnis et spiritus, cap. IX: Patrologia latina, Bd. 176, Paris 1880, Sp. 997–1006, hier Sp. 1002.
  4. Martin J. Tracey, Tugenden und Laster, Tugend- und Lasterkataloge, in: Lexikon des Mittelalters 8, Stuttgart 1997, Sp. 1085–1088, hier Sp. 1086.
  5. Thesaurus linguae latinae 7,1, Leipzig 1934–1964, Sp. 1556f.; Joannes Cassianus, De institutis coenobiorum, lib. V (De spiritu gastrimargiae): Cassianus. De institutis coenobiorum, De incarnatione contra Nestorium, ed. Michael Petschenig, 2. Aufl. ed. Gottfried Kreuz, Wien 2004 (Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum, 17), S. 78–113. „Ingluvies ventris“ heißt Gula auch bei Gregor dem Großen (Gregorius Magnus, Moralia in Iob, lib. XXXI, § XLV, 88, in: S. Gregorii Magni opera, ed. Marcus Adriaen, Turnhout 1985 [Corpus christianorum, series latina, 143B], S. 1610). – Zum Verhältnis der Lasterkataloge bei Cassian und Gregor siehe Richard Newhauser, The Treatise on Vices and Virtues in Latin and the Vernacular, Turnhout 1993 (Typologie des sources du Moyen Âge occidental, 68), S. 181–193.
  6. Joannes Cassianus, Collationes XXIIII, conlatio V, cap. III: Cassianus. Collationes, ed. Michael Petschenig, 2. Aufl. ed. Gottfried Kreuz, Wien 2004 (Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum, 13), S. 121f.
  7. Gregorius Magnus, Moralia in Iob, lib. XXXI, § XLV, 88, in: S. Gregorii Magni opera, ed. Marcus Adriaen, Turnhout 1985 (Corpus christianorum, series latina, 143B), S. 1610.
  8. Gregorius Magnus, Moralia in Iob, lib. XXXI, § XLV, 88, in: S. Gregorii Magni opera, ed. Marcus Adriaen, Turnhout 1985 (Corpus christianorum, series latina, 143B), S. 1610. Es gab jedoch auch Zyklen von 12, 24 oder sogar 44 Lastern; Gula wird nicht in allen genannt. Siehe Michael Evans, Laster, in: Lexikon der christlichen Ikonographie 3, Rom u. a. 1971, Sp. 15–27.
  9. Quellen zur Bewertung von Trunkenheit bei Mireille Vincent-Gassy, Between Sin and Pleasure. Drunkenness in France in the Late Middle Ages, in: Richard Newhauser (Hg.), In the Garden of Evil. The Vices and Culture in the Middle Ages, Toronto 2005 (Papers in Mediaeval Studies, 18), S. 393–430.
  10. Isidorus Hispalensis, Etymologiae, XX, § 9, ed. Wallace Martin Lindsay, Bd. 2, Oxford 1911.
  11. Isidorus Hispalensis, Sententiae, lib. II, cap. 42–44, ed. Pierre Cazier, Turnhout 1998 (Corpus christianorum, series latina, 111), S. 183–193.
  12. Hugo von St. Viktor, De quinque septenis seu septenariis opusculum: Patrologia latina, Bd. 175, Paris 1879, Sp. 405–414.
  13. Zur mnemotechnischen Reihung der sieben Laster seit dem 13. Jh. („SALIGIA“) siehe Eva Schütz, Joseps Sündenspiegel. Eine niederdeutsche Lehrdichtung des 15. Jahrhunderts, Köln/Wien 1973 (Niederdeutsche Studien, 19), S. 16 und Abb. 5. Altenglische Synonyme bei Morton Wilfred Bloomfield, The Seven Deadly Sins, East Lansing, MI 1952, S. 251.
  14. Alanus de Insulis, Anticlaudianus, lib. VIII, v. 273; lib. IX, v. 284f., ed. Massimo Sannelli, Trient 2004, S. 139, 151; Peter Ochsenbein, Studien zum „Anticlaudianus“ des Alanus ab Insulis, Bern/Frankfurt 1975 (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1, 114), S. 155f.
  15. Vocabularius Ex quo. Überlieferungsgeschichtliche Ausgabe, hg. von Klaus Grubmüller u. a., Bd. 3, Tübingen 1988 (Texte und Textgeschichte, 24), S. 1181, G 278.1; zu „ingluvies“ siehe ebd., S. 1414, I 415.
  16. John Holmberg (Hg.), Das Moralium dogma philosophorum des Guillaume de Conches. Lateinisch, altfranzösisch und mittelniederfränkisch, Paris u. a. 1929 (Arbeten utgivna med understöd av Vilhelm Ekmans Universitetsfond, Uppsala, 37), S. 147, § 46.
  17. Laurentius Beyerlinck, Magnum Theatrum vitae humanae […] nunc primum ad normam Polyantheae […] locupletatum, Bd. 3, Köln 1631, S. 121.
  18. Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste […] 34, Leipzig/Halle 1742, Nachdruck Graz 1961, Sp. 1672–1679.
  19. Siehe u. a. Joannes Cassianus, Collationes XXIIII, conlatio V, cap. VI: Cassianus. Collationes, ed. Michael Petschenig, 2. Aufl. ed. Gottfried Kreuz, Wien 2004 (Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum, 13), S. 124–127.; Dominicus Nanus Mirabellius, Bartholomaeus Amantius und Franciscus Tortius, Florilegii magni seu Polyantheae floribus novissimis sparsae libri XX, ed. Josephus Langius, Straßburg 1645, Sp. 1251. So auch bei Giovanni Boccaccio, De casibus virorum illustrium, lib. VII, cap. VII; deutsche Teil-Übersetzung: Giovanni Boccaccio, Vom Glück und Unglück berühmter Männer und Frauen, ausgewählt von Werner Pleister, Zürich 1992, hier S. 244.
  20. Vgl. Aurelius Augustinus, De civitate Dei, lib. XVI, cap. XXXVII, ed. Bernhard Dombart und Alfons Kalb, Turnhout 1955 (Corpus christianorum, series latina, 48), S. 541–543.
  21. Morton Wilfred Bloomfield, The Seven Deadly Sins, East Lansing, MI 1952, S. 78.
  22. Vgl. Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste […] 34, Leipzig/Halle 1742, Nachdruck Graz 1961, Sp. 1672–1679, hier Sp. 1672.
  23. Vgl. Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste […] 34, Leipzig/Halle 1742, Nachdruck Graz 1961, Sp. 1672–1679, hier Sp. 1672.
  24. Vgl. Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste […] 34, Leipzig/Halle 1742, Nachdruck Graz 1961, Sp. 1672–1679, hier Sp. 1673.
  25. Pauline Schmitt-Pantel und Gerhard Binder, Gastmahl, in: Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike 4, Stuttgart/Weimar 1998, Sp. 797–806; zu den Quellen: Herwig Görgemanns, Symposion-Literatur, in: Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike 11, Stuttgart/Weimar 2001, Sp. 1138–1141.
  26. Jörg Rüpke, Gastronomische Dichtung, in: Der neue Pauly. Enzyklopädie der Antike 4, Stuttgart/Weimar 1998, Sp. 808f.
  27. Aristoteles, Nikomachische Ethik, Buch III, Kap. 13, § 118a–b, übers. von Eugen Rolfes, bearb. von Günther Bien, Darmstadt 1995 (Aristoteles, Philosophische Schriften, 3), S. 67–69; Griechisch-deutsch, hg. von Rainer Nickel, übers. von Olof Gigon, Berlin 2007, S. 132–135.
  28. Guy de Tervarent, Attributs et symboles dans l’art profane, 1450–1600, Genf 1958, Sp. 211.
  29. Physiologus, hg. und übers. von Ursula Treu, Berlin 1981, S. 31f., Nr. 14. Darstellung des Traubentransports in einem englischen Bestiar, um 1360 (Florian Trenner und Susanne Hagendorn [Hg.], Christliche Tiersymbolik, München 2010, S. 150).
  30. Norbert H. Ott und Graham D. Caie, Schlaraffenland, in: Lexikon des Mittelalters 7, München 1995, Sp. 1477–1479; siehe auch Hedwig Kenner, Das Phänomen der verkehrten Welt in der griechisch-römischen Antike, Klagenfurt 1970 (Aus Forschung und Kunst, 8), S. 69–82.
  31. Marcus Tullius Cicero, Die politischen Reden, Bd. 2, lateinisch-deutsch, hg., übers. und erläutert von Manfred Fuhrmann, München 1993, S. 412f.
  32. Horaz (Quintus Horatius Flaccus), Satiren und Episteln. Lateinisch und deutsch, hg. von Otto Schönberger, 2. Aufl., Berlin 1991 (Schriften und Quellen der Alten Welt, 33), S. 152f. (Episteln, Buch I,1, Z. 38).
  33. Horaz (Quintus Horatius Flaccus), Satiren und Episteln. Lateinisch-deutsch, hg. von Otto Schönberger, 2. Aufl., Berlin 1991 (Schriften und Quellen der Alten Welt, 33), S. 96–103, 120–125 (Satiren, Buch I,2, bes. Z. 40 und I,4) und S. 162f. (Episteln, Buch I,4, Z. 16).
  34. Michael Erler, Epikuros, in: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike 3, Stuttgart/Weimar 1997, Sp. 1130–1140.
  35. M. Valerius Martialis, Epigrammata, lateinisch-deutsch, hg. und übers. von Paul Barié und Winfried Schindler, 3. Aufl., Berlin 2013, Buch III, Nr. 22.
  36. Petronius Arbiter, Satyrica, lateinisch-deutsch, hg. und übers. von Niklas Holzberg, Berlin 2013, S. 72f., § 39.
  37. Gabriel Bunge, Gastrimargia. Wissen und Lehre der Wüstenväter von Essen und Fasten, dargestellt anhand der Schriften des Evagrios Pontikos, Münster 2012 (Eremos, 3). Für diesen Hinweis und weitere Ratschläge sei Helmut Zäh, Augsburg, herzlich gedankt.
  38. Joannes Cassianus, Collationes XXIIII, conlatio V, cap. XVI: Cassianus. Collationes, ed. Michael Petschenig, 2. Aufl. ed. Gottfried Kreuz, Wien 2004 (Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum, 13), S. 140–143.
  39. Joannes Cassianus, Collationes XXIIII, conlatio V, cap. VI: Cassianus. Collationes, ed. Michael Petschenig, 2. Aufl. ed. Gottfried Kreuz, Wien 2004 (Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum, 13), S. 124–127.
  40. Ambrosius Autpertus, Oratio contra septem vitia (Recensio A, B): Ambrosius Autpertus. Opera, ed. Robert Weber, Turnhout 1979 (Corpus christianorum, continuatio mediaevalis, 27B), S. 933–959, hier S. 939f. und 953f.
  41. Ambrosius Autpertus. Opera, ed. Robert Weber, Turnhout 1979 (Corpus christianorum, continuatio mediaevalis, 27B), S. 907–931, hier S. 910 und 924f.
  42. Thomas Aquinas, Summa theologiae, IIaIIae, quaestio 148: St. Thomas Aquinas Summa Theologiae, vol. 43, London/New York 1968, S. 120f.; vgl. Die deutsche Thomas-Ausgabe. Vollständige, ungekürzte deutsch-lateinische Ausgabe der Summa Theologica, Bd. 21, Heidelberg u. a. 1964, S. 359f.
  43. Thomas Aquinas, Summa theologiae, IIaIIae, quaestio 149 und 150: St. Thomas Aquinas Summa Theologiae, vol. 43, London/New York 1968, S. 135–154, hier S. 134f. (De sobrietate) und S. 152f. (De ebrietate); vgl. Die deutsche Thomas-Ausgabe. Vollständige, ungekürzte deutsch-lateinische Ausgabe der Summa Theologica, Bd. 21, Heidelberg u. a. 1964, S. 375–397, hier S. 375f. und 396f.
  44. Bernhard von Clairvaux, Sämtliche Werke, lateinisch/deutsch, hg. von Gerhard B. Winkler, Bd. 4, Innsbruck 1993, S. 184f.
  45. Bernhard von Clairvaux, Sämtliche Werke, lateinisch/deutsch, hg. von Gerhard B. Winkler, Bd. 9, Innsbruck 1998, S. 342–351, besonders § 1f.
  46. Klaus Berg und Monika Kasper (Hg.), Das bůch der tugenden. Ein Compendium des 14. Jahrhunderts über Moral und Recht […], Tübingen 1984 (Texte und Textgeschichte, 7), S. XCIV–CI und 402–408, § II.4.4.1–II.4.6.2.
  47. Quintus Septimus Tertullianus, De spectaculis. Über die Spiele, § 29, lateinisch/deutsch, übers. und hg. von Karl-Wilhelm Weeber, Stuttgart 1988 (Reclams Universal-Bibliothek, 8477[2]), S. 82f.
  48. Text: Aurelius Prudentius Clemens, Psychomachia, lateinisch-deutsch von Ursmar Engelmann OSB, Basel u. a. 1959; Aaron Pelttari, The „Psychomachia“ of Prudentius. Text, Commentary, and Glossary, Norman, OK 2019 (Oklahoma Series in Classical Culture, 58). Illustrierte Handschriften: Richard Stettiner, Die illustrierten Prudentiushandschriften, Berlin 1895, Tafelband Berlin 1905; Adolf Katzenellenbogen, Die Psychomachie in der Kunst des Mittelalters […], Diss. phil., Hamburg, Universität, 1933; ders., Allegories of the Virtues and Vices in Mediaeval Art from Early Christian Times to the Thirteenth Century, London 1939 (Studies of the Warburg Institute, 10), Nachdruck New York 1964 (The Norton Library, 243), S. 1–13; Joanne S. Norman, Metamorphoses of an Allegory. The Iconography of the Psychomachia in Medieval Art, New York u. a. 1988 (American University Studies, Ser. 9, 29); Gernot T. Wieland, The Origin and Development of the Anglo-Saxon Psychomachia Illustrations, in: Anglo-Saxon England 26, 1997, S. 169–186; Pelttari (s. o.), S. 29–34.
  49. Vers 310–406 (Joanne S. Norman, Metamorphoses of an Allegory. The Iconography of the Psychomachia in Medieval Art, New York u. a. 1988 [American University Studies, Ser. 9, 29], S. 19f.; Aaron Pelttari, The „Psychomachia“ of Prudentius. Text, Commentary, and Glossary, Norman, OK 2019 [Oklahoma Series in Classical Culture, 58], S. 54–57). Dazu Ellen Kosmer, „The noyous humoure of lecherie“, in: The Art Bulletin 57, 1975, S. 1–8.
  50. Die Leiter zum Paradiese. Oder: Vorschriften, wodurch eifrige Seelen zur christlichen Vollkommenheit geleitet werden. Aus dem griechischen Urtexte des heiligen Kirchenvaters Johannes Klimakus, Landshut 1834 (Leitsterne auf der Bahn des Heils, 7, N. F. 1), Nachdruck Heppenheim 1987, S. 257–275.
  51. Hans Walther, Das Streitgedicht in der lateinischen Literatur des Mittelalters, München 1920 (Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters, 5,2), Nachdruck Hildesheim u. a. 1984, besonders S. 110–126.
  52. Christian Naser, Der geistliche Streit. Synoptischer Abdruck der Fassungen A, B, C und D, Würzburg 1995 (Texte und Wissen, 2); Petra Hörner, „Der geistliche Streit“. Systematisierungsversuche, in: Carola L. Gottzmann und Roswitha Wisniewski (Hg.), Ars et scientia. Studien zur Literatur des Mittelalters, Festschrift für Hans Szklenar zum 70. Geburtstag, Berlin 2002, S. 199–221.
  53. Christian Naser, Der geistliche Streit. Synoptischer Abdruck der Fassungen A, B, C und D, Würzburg 1995 (Texte und Wissen, 2), S. 170f. (Vers 295–301); Petra Hörner, „Der geistliche Streit“. Systematisierungsversuche, in: Carola L. Gottzmann und Roswitha Wisniewski (Hg.), Ars et scientia. Studien zur Literatur des Mittelalters, Festschrift für Hans Szklenar zum 70. Geburtstag, Berlin 2002, S. 199–221, hier S. 207 passim.
  54. Christian Naser, Der geistliche Streit. Synoptischer Abdruck der Fassungen A, B, C und D, Würzburg 1995 (Texte und Wissen, 2), S. 34f., 154f. (Vers 55–62) und 170–175 (Vers 282–364).
  55. Thomasin von Zirclaria, Der wälsche gast, Vers 7385 passim, hg. von Heinrich Rückert, Quedlinburg/Leipzig 1852 (Bibliothek der gesammten deutschen National-Literatur von der ältesten bis auf die neueste Zeit, 30), S. 201 passim. Zu Thomasin und seinem Werk: Christoph Cormeau, Thomasin von Zerklære, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 9, Berlin/New York 1995, Sp. 896–902.
  56. Übersicht: http://digi.ub.uni-heidelberg.de/wgd/handschriften/mittelalterlich.html (24.05.2020). Interpretationsansätze zu den Illustrationen: Horst Wenzel und Christina Lechtermann (Hg.), Beweglichkeit der Bilder. Text und Imagination in den illustrierten Handschriften des „Welschen Gastes“ von Thomasin von Zerklaere, Köln u. a. 2002 (Pictura et poesis, 15).
  57. Z. B. Heidelberg, Universitätsbibliothek, cod. Pal. germ. 389, fol. 6r (Regensburg?, um 1256): https://heidicon.ub.uni-heidelberg.de/detail/557454 (31.05.2020).
  58. Nigel Harris, The Latin and German „Etymachia“. Textual History, Edition, Commentary, Tübingen 1994 (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, 102).
  59. Maria Mairold, Die datierten Handschriften in der Steiermark außerhalb der Universitätsbibliothek Graz bis zum Jahre 1600, Wien 1988 (Katalog der datierten Handschriften in lateinischer Schrift in Österreich, 7), S. 133f., Nr. 228 mit Abb. 61.
  60. Dietrich Schmidtke, Etymachietraktat, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 2, Berlin/New York 1980, Sp. 636–639.
  61. Rosemond Tuve, Allegorical Imagery. Some Mediaeval Books and Their Posterity, Princeton 1966, S. 145–218; Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 (Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8), S. 284–287, Kat.nr. 35f., Abb. 6a–f und 7a–f.
  62. Dante Alighieri, Inferno, canto VI; Purgatorio, canto XXIII–XXV (Dante Alighieri, La divina commedia, ed. Giuseppe Villaroel, revidiert von Guido Davico Bonino und Carla Poma, 2. Auflage Mailand 1991, S. 4–54 und 490–512).
  63. Giovanni Boccaccio, De casibus virorum illustrium, lib. VII, cap. VII; deutsche Teilübersetzung: Giovanni Boccaccio, Vom Glück und Unglück berühmter Männer und Frauen, ausgewählt von Werner Pleister, Zürich 1992, S. 241–244.
  64. Norbert H. Ott und Graham D. Caie, Schlaraffenland, in: Lexikon des Mittelalters 7, München 1995, Sp. 1477–1479; Dieter Richter, Schlaraffenland, in: Enzyklopädie des Märchens 12, Berlin/New York 2007, Sp. 65–73.
  65. Giovanni Boccaccio, Decameron, giornata 8, novella 3, ed. Romualdo Marrone, Rom 2011, S. 372f. Zu illustrierten Ausgaben zwischen dem 15. und 17. Jh. siehe Luisa Rubini Messerli, Boccaccio deutsch. Die Dekameron-Rezeption in der deutschen Literatur (15.–17. Jahrhundert), Bd. 1–2, Amsterdam/New York 2012 (Chloe. Beihefte zum Daphnis, 45).
  66. Sebastian Brant, Das Narrenschyff, Basel 1494, ed. Elvira Pradel (mit Zusätzen der Ausgaben 1495 und 1499), Leipzig 1979 (Reclams Universal-Bibliothek, 793), S. 62–65 und 324–328; Holzschnitte vollständig reproduziert in der Ausgabe Leipzig 1964 (Insel-Bücherei, 593), hg. von Manfred Lemmer, Nr. 16 und 108.
  67. Vgl. Handschriften vom Typ der mittelhochdeutschen Historienbibel I, um 1300 (J. F. L. Theodor Merzdorf [Hg.], Die deutschen Historienbibeln des Mittelalters, Tübingen 1870 [Bibliothek des litterarischen Vereins, 100–101], Bd. 1, S. 9–13; Bd. 2, S. 452f.).
  68. Sebastian Brant, Das Narrenschyff, Basel 1494, ed. Elvira Pradel (mit Zusätzen der Ausgaben 1495 und 1499), Leipzig 1979 (Reclams Universal-Bibliothek, 793), S. 324–328.
  69. Bartholomaeus Anglicus, De proprietatibus rerum, lib. IV, cap. V: ders., De proprietatibus rerum, Bd. 1, ed. R. James Long u. a., Turnhout 2007 (De diversis artibus, 78), S. 193, 223–225.
  70. Polythecon, lib. VI, ed. A. P. Orban, Turnhout 1990 (Corpus christianorum, continuatio medievalis, 93), S. 160–165.
  71. Verwendete Ausgabe: Petrus Berchorius, Opera omnia, totam scripturae morum, naturae historiam complectentia, Bd. 1–3, Köln 1631.
  72. Z. B. Hans-Walter Stork, Die Wiener französische Bible moralisée Codex 2554 der Österreichischen Nationalbibliothek, St. Ingbert 1992 (Saarbrücker Hochschulschriften, 18), S. 148, 175, 233, 307 (zu § 18d, 37c, 87b).
  73. Blockbuch in Esztergom (Esztergomi Föszékesegyházi Könyvtár, INC. XV. I. 4), 15. Jh. (Faksimile Hanau/Budapest 1967), Bl. 10.
  74. Alcuinus, De animae ratione liber ad Eulaliam virginem, § IIIf.; Liber de Virtutibus et viciis: Patrologia latina, Bd. 101, Paris 1863, Sp. 639 und 627–638.
  75. Beispiele bei Morton Wilfred Bloomfield, The Seven Deadly Sins, East Lansing, MI 952, S. 92 passim; Richard Newhauser, The Treatise on Vices and Virtues in Latin and the Vernacular, Turnhout 1993 (Typologie des sources du moyen âge occidental, 68).
  76. Hans Walther, Das Streitgedicht in der lateinischen Literatur des Mittelalters, München 1920 (Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters, 5,2), Nachdruck Hildesheim u. a. 1984, S. 112.
  77. Paris, Bibliothèque nationale de France, ms. lat. 2077, fol. 171v (zu Gula).
  78. Adolf Katzenellenbogen, Allegories of the Virtues and Vices in Mediaeval Art from Early Christian Times to the Thirteenth Century, London 1939 (Studies of the Warburg Institute, 10), Nachdruck New York 1964 (The Norton Library, 243), S. 11.
  79. Hans Walther, Das Streitgedicht in der lateinischen Literatur des Mittelalters, München 1920 (Quellen und Untersuchungen zur lateinischen Philologie des Mittelalters, 5,2), Nachdruck Hildesheim u. a. 1984, S. 112–115.
  80. Rosemond Tuve, Allegorical Imagery. Some Mediaeval Books and Their Posterity, Princeton 1966, S. 81. Zusammenstellung der Handschriften bei Ellen Virginia Kosmer, A Study of the Style and Iconography of a Thirteenth-Century Somme le Roi (London, British Library, Add MS 54180) with a Consideration of Other Illustrated Somme Manuscripts of the Thirteenth, Fourteenth and Fifteenth Centuries, Ph.D. thesis, New Haven, CT, Yale University, 1973, Mikrofiche Ann Arbor, MI 1974, Bd. 1–3; Bertrand Cosnet, La transmission de l’iconographie des vertus dans les manuscrits italiens du 14e siècle: la réinvention de la „Somme le roi“, in: Joris Corin Heyder und Christine Seidel (Hg.), Re-Inventing Traditions. On the Transmission of Artistic Patterns in Late Medieval Manuscript Illumination, Frankfurt am Main 2015 (Civilizations and History, 34), S. 33–47.
  81. Berthold von Regensburg, Vollständige Ausgabe seiner Predigten mit Einleitungen und Anmerkungen, hg. von Franz Pfeiffer und Joseph Strobl, neu hg. von Kurt Ruh, Bd. 2, Berlin 1965, Predigt LVII: „Von den fünf schedelîchen sünden“, S. 201–210, hier S. 204.
  82. Frank G. Banta, Predigten und Stücke aus dem Kreise Bertholds von Regensburg (Teilsammlung YIII), Göppingen 1995 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik, 621), S. 29f. (Nr. VIII), 187 (Nr. LXIII).
  83. Zur Beziehung von Gula und Avaritia siehe auch Vincent-Gassy, Between Sin and Pleasure. Drunkenness in France in the Late Middle Ages, in: Richard Newhauser (Hg.), In the Garden of Evil. The Vices and Culture in the Middle Ages, Toronto 2005 (Papers in Mediaeval Studies, 18), S. 393–430, hier S. 414–416.
  84. Joannes Gerson, De septem viciis capitalibus, ed. Peter Schott und Johannes Geiler von Kaysersberg, Nürnberg 1489 (Compendium theologie, pars 2); Digitalisat: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-148235 (23.02.2020).
  85. Paris, Bibliothèque nationale de France, ms. fr. 400, fol. 55v (François Avril und Patricia Danz Stirnemann, Manuscrits enluminés d’origine insulaire VIIe–XXe siècle, Paris 1987, S. 166–169, Kat.nr. 208 mit Abb. Taf. XCII; Émile Mâle, L’art religieux de la fin du Moyen âge en France, 7. Aufl., Paris 1995, S. 331 mit Abb. 183). Nachfolge bei Ignatius de Loyola, Exercitia spiritualia, ed. Josephus Calveras et Candidus de Dalmases (Monumenta historica Societatis Iesu, 100), Rom 1969, S. 294–299, § 210–217; deutsch: Geistliche Übungen (ab 1535), übers. und erklärt von Adolf Haas, Freiburg i. Br. u. a. 1967, S. 73–75 (3. Woche, 7. Tag).
  86. Eva Schütz, Joseps Sündenspiegel. Eine niederdeutsche Lehrdichtung des 15. Jahrhunderts, Köln/Wien 1973 (Niederdeutsche Studien, 19), S. 243–259.
  87. Holly Johnson, A Fifteenth-Century Sermon Enacts the Seven Deadly Sins, in: Richard G. Newhauser und Susan J. Ridyard (Hg.), Sin in Medieval and Early Modern Culture. The Tradition of the Seven Deadly Sins, Woodbridge, Suffolk/Rochester, NY 2012, S. 107–131, besonders S. 108 und 122.
  88. Laurentius Beyerlinck, Magnum Theatrum vitae humanae […] nunc primum ad normam Polyantheae […] locupletatum, Bd. 3, Köln 1631, S. 121.
  89. https://de.wikipedia.org/wiki/Sybaris (01.07.2020).
  90. https://de.wikipedia.org/wiki/Gallienus (01.07.2020). Einschätzung offenbar beruhend auf der „Historia Augusta“ (Gallienus 16). Englische Übersetzung: http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Roman/Texts/Historia_Augusta/Gallieni_duo*.html (01.07.2020).
  91. Dominicus Nanus Mirabellius, Bartholomaeus Amantius und Franciscus Tortius, Florilegii magni seu Polyantheae floribus novissimis sparsae libri XX, ed. Josephus Langius, Straßburg 1645, Sp. 1250–1256.
  92. Nachruf auf den Kaiser: Seneca, Divi Claudii Apocolocyntosis (lateinisch-deutsche Fassung: https://www.gottwein.de/Lat/sen/apocol.php [01.07.2020]).
  93. Henricus Culens, Thesaurus locorum communium de quo nova et vetera proferuntur […], Antwerpen (Plantin) 1622, S. 164.
  94. In ca. 190 Handschriften überliefert; erste Druckausgabe: 1483 (https://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_of_Ireland [01.03.2020]).
  95. Thomas Hibernicus, Flores doctorum, Wien (Georg Lehmann & Johann Paul Krauss) 1737, S. 320–326.
  96. Z. B. Leander Petzold, Das Leben – ein Fest. Essen und Trinken in der Frühen Neuzeit, in: Richard van Dülmen (Hg.), Erfindung des Menschen. Schöpfungsträume und Körperbilder, Wien u. a. 1998, S. 175–195; Ingo Breuer, Die Kreativität der Saufteufel. Über einige kulturgeschichtliche Wirkungen des Alkohols in der Frühen Neuzeit, in: ders. u. a. (Hg.), Die sieben Todsünden, Paderborn 2015 (Morphomata, 27), S. 343–376.
  97. Zur Ausgabe 1562: Helga Puhlmann, Ethik in Wort und Bild. Dirck Volckertszoon Coornhert und das moralisierende Emblembuch „De rerum vsv et abvsv“ (Antwerpen 1575), München 2007 (Concetto, 5), S. 233, Abb. 15.
  98. Zu den Auswüchsen des Zutrinkens und dessen Verboten siehe Michael Stolleis, „Von dem grewlichen Laster der Trunckenheit“. Trinkverbote im 16. und 17. Jahrhundert, in: Gisela Völger u. a. (Hg.), Rausch und Realität. Drogen im Kulturvergleich. Materialienband zur Ausstellung in Köln, Bd. 1, Köln 1981 (Ethnologica, N. F. 9), S. 98–105; Leander Petzold, Das Leben – ein Fest. Essen und Trinken in der Frühen Neuzeit, in: Richard van Dülmen (Hg.), Erfindung des Menschen. Schöpfungsträume und Körperbilder, Wien u. a. 1998, S. 175–195, hier S. 190f.
  99. Helga Puhlmann, Ethik in Wort und Bild. Dirck Volckertszoon Coornhert und das moralisierende Emblembuch „De rerum vsv et abvsv“ (Antwerpen 1575), München 2007 (Concetto, 5), S. XVII und 55–60.
  100. Adam Walasser, Der Himlisch Fußsteig, Tegernsee 1581, Bl. 64v–65v.
  101. Siehe dazu Leander Petzold, Das Leben – ein Fest. Essen und Trinken in der Frühen Neuzeit, in: Richard van Dülmen (Hg.), Erfindung des Menschen. Schöpfungsträume und Körperbilder, Wien u. a. 1998, S. 175–195, hier S. 186.
  102. Beispiele für Predigtsammlungen bei Leander Petzold, Das Leben – ein Fest. Essen und Trinken in der Frühen Neuzeit, in: Richard van Dülmen (Hg.), Erfindung des Menschen. Schöpfungsträume und Körperbilder, Wien u. a. 1998, S. 175–195, hier S. 194. Beispiel für einen Beichtspiegel des 16. Jh., der auch Gula behandelt: Poenitentiale Mediolanense (Morton Wilfred Bloomfield, The Seven Deadly Sins, East Lansing, MI 952, S. 99).
  103. Vincenzo Ricci OFMMin, Geroglifici morali, Neapel 1626, S. 195–198.
  104. Georg Stengel SJ, Exempla in septem capitalium vitiorum detestationem per quadragesimam An. 1646 narrata, Ingolstadt 1649, S. 205–254.
  105. Centi-folium stultorum in quarto. Oder Hundert Ausbündige Narren in Folio […], Nürnberg 1709, Nachdruck Dortmund 1978, S. 154–158.
  106. Hans Sachs, Werke, Bd. 1, hg. von Adelbert von Keller, Stuttgart 1870 (Bibliothek des litterarischen Vereins, 102), S. 357–360, hier S. 359.
  107. Hans Sachs, Das Schlauraffenland, in: ders., Werke in zwei Bänden, ausgewählt und eingeleitet von Karl Martin Schiller, Bd. 1, 2. Aufl., Berlin/Weimar 1966, S. 297–300; zur Etymologie: S. 395.
  108. Erhard Schön schuf den zugehörigen Titelholzschnitt des bereits um 1480 verfassten Werks mit einer Darstellung der Tische des reichen und des armen Mannes (Hollstein’s German Engravings, Etchings and Woodcuts 1400–1700, Bd. 50A, bearb. von Ursula Mielke, Rotterdam 2001, S. 91f., Nr. 87): https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00083989-7 (13.08.2021).
  109. François Rabelais, Gargantua et Pantagruel, ed. Ferdinand Adolf Gelbcke und Horst Heintze, Leipzig 1970; zu Gustave Dorés Illustrationen siehe III.D.2.
  110. Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen, Der abentheurliche Simplicissimus Teutsch, Mömpelgart 1669, in: ders., Werke 1, 1, hg. von Dieter Breuer, Frankfurt am Main 1989 (Bibliothek der frühen Neuzeit, Abt. 2, Bd. 4).
  111. „Gula: Abstine potu, care pasto | ne ventre vasto resurgas tu. || Unmäßigkeit: Freßt nicht so viel, das Hauptgericht | am Jüngsten Tag schmeckt euch sonst nicht.“ (Fidelis Rädle, De septem vitiis principalibus, in: ders., De condicione bestiali vel humana. Carmina latina. Von Tieren und Menschen. Lateinische Gedichte mit deutschen Übersetzungen, Sigmaringen 1993, S. 42f.; Wiederabdruck in ders., Vita salva. Carmina huius aevi Latina cum versione Germanica, Wiesbaden 2018, S. 42f.
  112. Basierend auf Aristoteles (Cesare Ripa, Iconologia, ed. Sonia Maffei, Turin 2012, S. 236, Nr. 153.1 und S. 709f.; siehe auch II.B).
  113. Cesare Ripa, Iconologia overo descrittione di diverse imagini […], Rom 1603, Nachdruck mit einer Einleitung von Erna Mandowsky, Hildesheim/New York 1970, S. 193.
  114. Cesare Ripa, Iconologia overo descrittione di diverse imagini […], Rom 1603, Nachdruck mit einer Einleitung von Erna Mandowsky, Hildesheim/New York 1970, S. 520. Im Physiologus wird betont, dass der Strauß alles fresse, selbst glühendes Eisen (Physiologus, hg. und übers. von Ursula Treu, Berlin 1981, S. 102, Nr. 54).
  115. Cesare Ripa, Iconologia overo descrittione di diverse imagini […], Padua 1611, Nachdruck New York/London 1976 (The Renaissance and the Gods, 21), S. 209 und 550. So auch in der Ausgabe Padua 1618 (Nachdruck Turin 1986), S. 192.
  116. Iconologia of uytbeeldingen des Verstands […], Amsterdam (Dirck Pietersz. Pers) 1644, S. 190.
  117. Des berühmten italiänischen Ritters Caesaris Ripae allerley Künsten und Wissenschaften dienliche Sinnbilder und Gedancken, Augsburg [um 1760], Nachdruck hg. von Ilse Wirth, München 1970, pars VI, Taf. 112.
  118. Michaela Bautz, Virtutes. Studien zu Funktion und Ikonographie der Tugenden, Berlin 1999, S. 24–26.
  119. Princeton, University Library, Garrett MS. 16, fol. 74r–78r (John Rupert Martin, The Illustration of the Heavenly Ladder of John Climacus, Princeton 1954 [Studies in Manuscript Illumination, 5], S. 68f., Taf. 105f.). Vgl. auch Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, cod. gr. 394, fol. 94r (Adolf Katzenellenbogen, Allegories of the Virtues and Vices in Mediaeval Art from Early Christian Times to the Thirteenth Century, London 1939 [Studies of the Warburg Institute, 10], Nachdruck New York 1964 [The Norton Library, 243], S. 22f., Abb. 24).
  120. Poetae latini aevi Carolini, Bd. 1, ed. Ernst Dümmler, Berlin 1881 (Monumenta Germaniae Historica, Poetae latini, 1), S. 1–15, zu Gula: S. 11; zu Ebrietas: S. 12.
  121. Morton Wilfred Bloomfield, The Seven Deadly Sins, East Lansing, MI 1952, S. 79, 81.
  122. Salzburg, Universitätsbibliothek, M I 32, fol. 75v: http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/handschriften/mI32.htm (25.10.2021); Holger Jacob-Friesen, Von der Psychomachie zum Psychothriller. Die Sieben Todsünden in der Kunst, in: Alfred Bellebaum und Detlef Herbers (Hg.), Die sieben Todsünden in der modernen Gesellschaft, Münster 2007, S. 34–36 und 54f., Abb. 8f.; vgl. auch Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, cod. vat. lat. 504, fol. 92v (Richard Newhauser, The Treatise on Vices and Virtues in Latin and the Vernacular, Turnhout 1993 [Typologie des sources du Moyen Âge occidental, 68], S. 160f., Taf. II).
  123. London, British Library, Add MS 30024, fol. 2r (Michael Evans, Tugenden und Laster, in: Lexikon der christlichen Ikonographie 4, Rom u. a. 1972, Sp. 380–390, hier Abb. 6).
  124. Paris, Bibliothèque Sainte-Geneviève, ms. 2200, fol. 166r (Émile Mâle, L’art religieux du XIIIe siècle en France, 3. Aufl., Paris 1910, S. 134; Alison Stones, Gothic Manuscripts 1260–1320. A Survey of Manuscripts Illuminated in France, Teil 1, Bd. 2, London/Turnhout 2013, S. 507–512, Kat.nr. III-116); vgl. auch Paris, Bibliothèque nationale de France, ms. fr. 9220, fol. 10r, um 1290 (Ellen Kosmer, The „noyous humoure of lecherie”, in: The Art Bulletin 57, 1975, S. 1–8, hier S. 3, Abb. 8).
  125. Willibrord Neumüller, Speculum humanae salvationis. Vollständige Faksimile-Ausgabe des Codex Cremifanensis 243 des Benediktinerstifts Kremsmünster, Graz 1972 (Codices selecti, 32), Kommentarbd. S. 18–23.
  126. Die Concordantiae Caritatis des Ulrich von Lilienfeld, ed. Herbert Douteil, Münster 2010, Bd. 1, S. 544f., 550f.; Bd. 2, S. 689, 692.
  127. Beispiele bei Richard Newhauser, The Treatise on Vices and Virtues in Latin and the Vernacular, Turnhout 1993 (Typologie des sources du Moyen Âge occidental, 68), S. 162f.
  128. Z. B. Oxford, Bodleian Library, MS. Lyell 84 (Michael Evans, Laster, in: Lexikon der christlichen Ikonographie 3, Rom u. a. 1971, Sp. 23). Hierzu siehe u. a. Johann Reidemeister, Superbia und Narziß. Personifikation und Allegorie in Miniaturen mittelalterlicher Handschriften, Turnhout 2006 (Ars nova, 14), S. 52f.
  129. New Haven, Yale University, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Beinecke Ms 416, fol. 2v (Jheronimus Bosch. His Sources, 2nd Jheronimus Bosch Conference, May 22–25, s’Hertogenbosch 2010, S. 161).
  130. Lust und Laster. Die 7 Todsünden von Dürer bis Nauman, Ausstellungskatalog Bern, Ostfildern 2010, Abb. S. 80.
  131. Udalricus de Campo Liliorum, Die Concordantiae Caritatis des Ulrich von Lilienfeld, ed. Herbert Douteil, Münster 2010, Bd. 1, S. 528f.; Bd. 2, S. 681.
  132. Carolus Bovillus, Il libro del sapiente, Paris 1510, Faksimile Stuttgart-Bad Cannstatt 1970, pag. L; siehe dazu auch Charles de Bovelles, Il libro del Sapiente, ed. Eugenio Garin, Turin 1987, S. 8f.
  133. Andrea Lermer, Der gotische „Dogenpalast“ in Venedig. Baugeschichte und Skulpturenprogramm des Palatium Communis Venetiarum, München/Berlin 2005 (Kunstwissenschaftliche Studien, 121), S. 126–130, Kapitell P 10b, Abb. 102.
  134. Zur Interpretation dieser Tiere siehe Petrus Berchorius, Reductorium morale, Köln 1631; ders., Repertorium, vulgo Dictionarium morale, Köln 1641.
  135. Bei Johannes Cassianus ist er ein Bild der Gula, denn der Adler müsse zur Erde zurückkehren, um Futter zu finden, auch wenn er sehr hoch geflogen sei (Collationes XXIIII, conlatio V, cap. XX: Cassianus. Collationes, ed. Michael Petschenig, 2. Aufl. ed. Gottfried Kreuz, Wien 2004 [Corpus scriptorum ecclesiasticorum latinorum, 13], S. 146). Siehe auch hier III.B.1.
  136. Ein Holzschnitt auf einem Flugblatt von 1515 versammelt die Tiere, die für Trunkenheit stehen konnten, um einen Tisch: Affe, Esel, Schwein, Kalb, Schaf, Hund, Bär, Gans und Wolf (Jodokus Willich [Helius Eobanus Hessus], De generibus ebrosiorum et ebrietate vitanda, Erfurt 1515; abgebildet bei Michael Stolleis, „Von dem grewlichen Laster der Trunckenheit“. Trinkverbote im 16. und 17. Jahrhundert, in: Gisela Völger u. a. (Hg.), Rausch und Realität. Drogen im Kulturvergleich. Materialienband zur Ausstellung in Köln, Bd. 1, Köln 1981 [Ethnologica, N. F. 9], S. 99). Siehe auch hier II.E.3.
  137. Siehe auch III.B.1.
  138. Vgl. z. B. Joannes Gerson, De septem viciis capitalibus, ed. Peter Schott und Johannes Geiler von Kaysersberg, Nürnberg 1489 (Compendium theologie, pars 2), Digitalisat: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-148235 (23.02.2020) und den Todsündentraktat aus der Mainzer Kartause, 15. Jh., transkribiert bei Dietrich Schmidtke, Lastervogelserien. Ein Beitrag zur mittelalterlichen Tiersymbolik, in: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 212, 1975, S. 241–265, hier S. 263f.
  139. Aldhelm von Malmesbury, De laudibus virginitatis (Morton Wilfred Bloomfield, The Seven Deadly Sins, East Lansing, MI 1952, S. 78).
  140. Siehe hier III.F.
  141. Siehe hier III.B.2 und III.C.1
  142. Zum Fuchs in der Etymachie und deren Quellen: Nigel Harris, The Latin and German „Etymachia“. Textual History, Edition, Commentary, Tübingen 1994 (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, 102), S. 349–353. Siehe hier III.B.2 und III.C.1.
  143. Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste […] 34, Leipzig/Halle 1742, Nachdruck Graz 1961, Sp. 1672–1679, hier Sp. 1677f.
  144. Dietrich Schmidtke, Lastervogelserien. Ein Beitrag zur mittelalterlichen Tiersymbolik, in: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 212, 1975, S. 241–265, hier S. 248 (deutsche Predigt des 15. Jh.).
  145. Nigel Harris, The Latin and German „Etymachia“. Textual History, Edition, Commentary, Tübingen 1994 (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, 102), S. 353f.
  146. Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste […] 34, Leipzig/Halle 1742, Nachdruck Graz 1961, Sp. 1672–1679, hier Sp. 1677f.
  147. Z. B. hier III.B.2. Möglicherweise durch einen Lesefehler von „Cacus“ in der Etymachie als „Cattus“ entstanden (Nigel Harris, The Latin and German „Etymachia“. Textual History, Edition, Commentary, Tübingen 1994 [Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, 102], S. 348).
  148. Siehe hier II.B und III.B.2.
  149. Cambridge, University Library, cod. Ii.4.26 (Bestiar, 12. Jh.), Übersetzung in T. H. White, The Bestiary. A Book of Beasts, 7. Aufl., New York 1960, S. 31, Anm. 2.
  150. Siehe hier III.B.1.
  151. Dietrich Schmidtke, Lastervogelserien. Ein Beitrag zur mittelalterlichen Tiersymbolik, in: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 212, 1975, S. 241–265, hier S. 245.
  152. Siehe hier III.E.
  153. Anscheinend nur in der Etymachie-Tradition als Bild für Gula verwendet (Nigel Harris, The Latin and German „Etymachia“. Textual History, Edition, Commentary, Tübingen 1994 [Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, 102], S. 354f.).
  154. Siehe hier III.B.1 und III.E.
  155. Siehe II.E.3.
  156. Siehe III.B.
  157. Siehe II.E.3.
  158. Zedlers „Schlämmer“ sind wie Wölfe stets auf der Suche nach leckeren Bissen und verschlingen diese gierig (Johann Heinrich Zedler, Grosses vollständiges Universal-Lexicon aller Wissenschaften und Künste […] 34, Leipzig/Halle 1742, Nachdruck Graz 1961, Sp. 1672–1679, hier Sp. 1674). Siehe III.B.
  159. Z. B. Gula als bärtiger Mann, der sich vollstopft, vor den Thronstufen der Superbia (Paris, Bibliothèque nationale de France, ms. lat. 2077, fol. 163r; siehe dazu Adolf Katzenellenbogen, Allegories of the Virtues and Vices in Mediaeval Art from Early Christian Times to the Thirteenth Century, London 1939 [Studies of the Warburg Institute, 10], Nachdruck New York 1964 [The Norton Library, 243], S. 11–13, Abb. 9).
  160. Nachdruck London 1893 (Émile Mâle, L’art religieux de la fin du Moyen âge en France, 7. Aufl., Paris 1995, S. 329).
  161. Oxford, Bodleian Library, MS. Bodl. 283, fol. 72r (Rosemond Tuve, Allegorical Imagery. Some Mediaeval Books and Their Posterity, Princeton 1966, S. 104, Abb. 23).
  162. New York, The Morgan Library & Museum, Ms. M. 1001, fol. 94r (Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 [Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8], S. 293–295, Kat.nr. 42e, Abb. 11e; Holger Jacob-Friesen, Von der Psychomachie zum Psychothriller. Die Sieben Todsünden in der Kunst, in: Alfred Bellebaum und Detlef Herbers [Hg.], Die sieben Todsünden in der modernen Gesellschaft, Münster 2007, S. 38 [mit älterer Literatur] und S. 61, Abb. 16).
  163. Wien, Albertina, Inv.nr. DG1930/202 (Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 [Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8], Abb. 13).
  164. Brüssel, Bibliothèque royale de Belgique, ms. 10176-78, fol. 61v (Miniatures flamandes. 1404–1482, Ausstellungskatalog Brüssel und Paris 2011, S. 134f., Kat.nr. 2 (Dominique Deneffe); Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 [Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8], S. 285f., Kat.nr. 35, Abb. 6f.). Vgl. auch London, British Library, Add MS 38120, fol. 83r (Rosemond Tuve, Allegorical Imagery. Some Mediaeval Books and Their Posterity, Princeton 1966, S. 182, Abb. 50).
  165. Rosemond Tuve, Allegorical Imagery. Some Mediaeval Books and Their Posterity, Princeton 1966, S. 210, Abb. 82f.
  166. François Avril und Patricia Danz Stirnemann, Manuscrits enluminés d’origine insulaire VIIe–XXe siècle, Paris 1987, S. 166–169, Kat.nr. 208 mit Taf. XCII.
  167. Paris, Bibliothèque nationale de France, ms. fr. 400, fol. 55v (Émile Mâle, L’art religieux de la fin du Moyen âge en France, Paris 1908, S. 357, Abb. 170).
  168. München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 3249, fol. 125v–126v (https://en.wiktionary.org/wiki/onocrotalus [12.01.2019]).
  169. London, Wellcome Collection, MS 49, fol. 50v und Rom, Biblioteca Casanatense, Ms. 1404, fol. 26v (Fritz Saxl, A Spiritual Encyclopaedia of the Later Middle Ages, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 5, 1942, S. 82–142, Taf. 29b und c; Almuth Seebohm-Désautels, Texts and Images in a Fifteenth-Century German Miscellany [Wellcome MS 49], Ph.D. thesis, London, University of London, 1982).
  170. London, British Library, Yates Thompson MS 3, fol. 168v (Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 [Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8], S. 292, Kat.nr. 41, Abb. 10c).
  171. Michel Willemin, Les cavalcades des vices dans les Alpes méridionales, Nizza 2006, S. 37, 43f. und 99–103.
  172. Hans Burgkmair 1473–1973. Das graphische Werk, Ausstellungskatalog Augsburg 1973, Kat.nr. 61 (Rolf Biedermann), Abb. 78.
  173. Amsterdam, Rijksmuseum, Inv.nr. RP-P-OB-11.055 (Abb.); Braunschweig, Herzog Anton Ulrich Museum, Inv.nr. GPencz AB 3.95 (Katalogisat: http://kk.haum-bs.de/?id=g-pencz-ab3-0095 [05.01.2020]; David Landau [Hg.], Catalogo completo dell’opera grafica di Georg Pencz, Mailand 1978, S. 133f., Nr. 100). Bildunterschrift „GVLA INNVMEROS OCCIDO“ (Ich töte Unzählige durch Völlerei. Oder: Ich, die Völlerei, töte Unzählige.). Das Schwein übergibt sich stellvertretend.
  174. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv.nr. Pl. O. 768–773, Birnbaumholz, H. 27,3–28 cm (Die sieben Todsünden, Ausstellungskatalog Augsburg, Petersberg 2016, S. 229–231, Kat.nr. 62 [Frank Matthias Kammel]; Frank Matthias Kammel, Der Würzburger Bildhauer Peter Dell d. Ä. Ein Künstler der Reformation, in: Peter Dell der Ältere – Zwischen Riemenschneider und Reformation, Ausstellungskatalog Würzburg 2017, S. 42–45, Abb. 14 und ebd., S. 128, Kat.nr. 17 [ders.]).
  175. Heinrich Schwarz und Volker Plagemann, Eule, in: Reallexion zur Deutschen Kunstgeschichte 6, München 1970, Sp. 288, Abb. 17.
  176. The New Hollstein Dutch & Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts 1450–1700. Hendrick Goltzius, Teil 1, bearb. von Marjolein Leesberg, Ouderkerk aan den Ijssel 2012, S. 163–169, Nr. 96–111, hier S. 165, Nr. 109, Abb. S. 169.
  177. „Der Welt Lauf“. Allegorische Graphikserien des Manierismus, Ausstellungskatalog Stuttgart, Ostfildern-Ruit 1997, S. 35f., Kat.nr. 4.2 (Stephan Brakensiek und Reinhart Schleier); Hendrick Goltzius (1558–1617). Mythos, Macht und Menschlichkeit. Aus den Dessauer Beständen, Ausstellungskatalog Dessau, Augsburg und Paderborn, Petersberg 2017 (Kataloge der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau, 21), S. 220, Kat.nr. VII.6.
  178. „Der Welt Lauf“. Allegorische Graphikserien des Manierismus, Ausstellungskatalog Stuttgart, Ostfildern-Ruit 1997, S. 30f., Kat.nr. 2.2 (Stephan Brakensiek).
  179. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, 24.1 Geom. 2° (15-2); Katalogisat und Abb.: http://diglib.hab.de?grafik=24-1-geom-2f-00145 [05.01.2020].
  180. Jacques Callot. Theater of Realism and Fantasy, Ausstellungskatalog Tokio 2014, S. 122, Kat.nr. 121.
  181. Die sieben Todsünden, Ausstellungskatalog Augsburg, Petersberg 2016, S. 200–202, Kat.nr. 52 (Sabine Klotz).
  182. Alison G. Stewart, Before Bruegel. Sebald Beham and the Origins of Peasant Festival Imagery, Aldershot/Burlington, VT 2008, S. 155, Abb. 3.9.
  183. Alison G. Stewart, Before Bruegel. Sebald Beham and the Origins of Peasant Festival Imagery, Aldershot/Burlington, VT 2008, besonders S. 71–164; Wolf Seiter, Bauernfest und Bauernkrieg. Überlegungen zur Ikonographie von Sebald Behams „Großer Kirchweih“ von 1535, in: Die gottlosen Maler von Nürnberg. Konvention und Subversion in der Druckgraphik der Beham-Brüder, Ausstellungskatalog Nürnberg, Emsdetten 2011, S. 115–125.
  184. Jost Amman, Eygentliche Beschreibung Aller Stände auff Erden, Frankfurt a. M. 1568, Nachdruck Leipzig 1975, S. 112. Siehe auch The New Hollstein German Engravings, Etchings and Woodcuts 1400–1700. Jost Amman. Book Illustrations, Teil 3, bearb. von Gero Seelig, Rotterdam 2002, S. 10, Nr. 50.113; S. 39, Abb. 1751.
  185. Bekannt sind u. a. Exemplare auf der Burg Eltz, Schatzkammer und in Dresden, Grünes Gewölbe (Inv.nr. IV 337), Silber, vergoldet, L. 29,5 cm, H. 18,9 cm, T. 11,6 cm: Katalogeintrag mit Abb. (06.10.2021).
  186. Aurelio Rigoli und Annamaria Amitrano Savarese (Hg.), Fuoco Acqua Cielo Terra. Stampe popolari profane della Civica Raccolta Achille Bertarelli, Vigevano 1995, S. 425, Kat.nr. 581 mit S. 430, Kat.nr. 595 (Clelia Alberici und Alberto Milano).
  187. Hans Burgkmair 1473–1973. Das graphische Werk, Ausstellungskatalog Augsburg 1973, Kat.nr. 52 (Rolf Biedermann), Abb. 69; Die sieben Todsünden, Ausstellungskatalog Augsburg, Petersberg 2016, S. 216f., Kat.nr. 57 (Hans-Jörg Künast und Melanie Thierbach).
  188. Aurelio Rigoli und Annamaria Amitrano Savarese (Hg.), Fuoco Acqua Cielo Terra. Stampe popolari profane della Civica Raccolta Achille Bertarelli, Vigevano 1995, S. 425, Kat.nr. 580 (Clelia Alberici und Alberto Milano).
  189. Bernadette Schöller, Kölner Druckgraphik der Gegenreformation. Ein Beitrag zur Geschichte religiöser Bildpropaganda zur Zeit der Glaubenskämpfe mit einem Katalog der Einblattdrucke des Verlages Johann Bussemacher, Köln 1992 (Veröffentlichungen des Kölnischen Stadtmuseums, 9), S. 92, Abb. 32a.
  190. Gregor Martin Lechner OSB und Werner Telesko, Das Wort ward Bild, Ausstellungskatalog Göttweig 1991, S. 168, Kat.nr. 87.
  191. Zitiert nach Ernst Guldan, Wolfgang Andreas Heindl, Wien 1970, S. 114.
  192. Anna Bauer-Wild u. a. (Bearb.), Die Landkreise Landsberg am Lech, Starnberg, Weilheim-Schongau, München 1976 (Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 1), S. 367–372, hier S. 371.
  193. Brigitte Sauerländer und Cordula Böhm (Bearb.), Landkreis Ebersberg, München 2005 (Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 11), S. 288–299, hier S. 290f. (Brigitte Sauerländer).
  194. Brigitte Volk-Knüttel und Brigitte Sauerländer (Bearb.), Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, München 2005 (Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 10), S. 130–141, hier S. 138 (Brigitte Sauerländer).
  195. Johann Scheible, Das Kloster. Weltlich und geistlich. Meist aus der ältern deutschen Volks-, Wunder-, Curiositäten- und vorzugsweise komischen Literatur. Zur Kultur- und Sittengeschichte in Wort und Bild, Bd. 1, Stuttgart 1845, S. 173, mit Abb.
  196. Gustav Klimt. Beethovenfries. Zeichnungen, Ausstellungskatalog Balingen, München 2010, S. 58f.
  197. Ralf Michler und Lutz W. Löpsinger (Hg.), Salvador Dalí. Das druckgraphische Werk 1924–1980, Bd. 1, München 1994, S. 150f., Kat.nr. 161.
  198. Die Sieben Todsünden, Ausstellungskatalog Augsburg, Petersberg 2016, S. 218f., Kat.nr. 58 (Wolfgang Augustyn).
  199. Basel, Museum Jean Tinguely (Ingo Grabowski [Hg.], Die 7 Todsünden. 1700 Jahre Kulturgeschichte zwischen Tugend und Laster, Ausstellungskatalog Kloster Dalheim, Münster 2015, S. 264f., Nr. 9.1f).
  200. Paris, Bibliothèque nationale de France, ms. lat. 8318, fol. 53 (Joanne S. Norman, Metamorphoses of an Allegory. The Iconography of the Psychomachia in Medieval Art, New York u. a. 1988 [American University Studies, Ser. 9, 29], Abb. 24).
  201. Herrad of Hohenbourg, Hortus deliciarum. Reconstruction, ed. Rosalie Green u. a., London u. a. 1979 (Studies of the Warburg Institute, 36), Taf. 112f.; dies., Commentary, S. 191.
  202. Paris, Bibliothèque Mazarine, ms. 870, fol. 179r (Alison Stones, Gothic Manuscripts 1260–1320. A Survey of Manuscripts Illuminated in France, Teil 1, Bd. 2, London/Turnhout 2013, S. 60–63, Kat.nr. I-29; Lust und Laster. Die 7 Todsünden von Dürer bis Nauman, Ausstellungskatalog Bern, Ostfildern 2010, Abb. S. 79). Vgl. auch London, British Library, Add MS 54180, fol. 188v (Ellen Virginia Kosmer, A Study of the Style and Iconography of a Thirteenth-Century Somme le Roi with a Consideration of Other Illustrated Somme Manuscripts of the Thirteenth, Fourteenth and Fifteenth Centuries, Ph.D. thesis, New Haven, CT, Yale University, 1973, Mikrofiche Ann Arbor, MI 1974, Bd. 1, S. 149; Bd. 3, Abb. 29).
  203. Zum altorientalischen und frühchristlichen Ursprung dieser Bildformel siehe Adolf Katzenellenbogen, Allegories of the Virtues and Vices in Mediaeval Art from Early Christian Times to the Thirteenth Century, London 1939 (Studies of the Warburg Institute, 10), Nachdruck New York 1964 (The Norton Library, 243), S. 14.
  204. Brüssel, Bibliothèque royale de Belgique, ms. 10204, fol. 297v (Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 [Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8], S. 281f., Kat.nr. 32f., Abb. 4b). Vgl. auch Brüssel, Bibliothèque royale de Belgique, ms. 11041, fol. 135v, Somme le Roi, 1415 (ebd., S. 279f., Kat.nr. 31h).
  205. Rom, Biblioteca Apostolica Vaticana, Barb. lat. 3984, fol. 114r (Bertrand Cosnet, La transmission de l’iconographie des vertus dans les manuscrits italiens du 14e siècle: la réinvention de la „Somme le roi“, in: Joris Corin Heyder und Christine Seidel [Hg.], Re-Inventing Traditions. On the Transmission of Artistic Patterns in Late Medieval Manuscript Illumination, Frankfurt am Main 2015 [Civilizations and History, 34], S. 33–47, hier S. 45f., Abb. 10).
  206. Norman sprach von einer Wildkatze bzw. einem löwenartigen Tier (Joanne S. Norman, Metamorphoses of an Allegory. The Iconography of the Psychomachia in Medieval Art, New York u. a. 1988 [American University Studies, Ser. 9, 29], S. 204, Abb. 97).
  207. Vorau, Stiftsbibliothek, Cod. 130, fol. 108v (Fritz Saxl, A Spiritual Encyclopaedia of the Later Middle Ages, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 5, 1942, S. 82–142, Taf. 29a). Zur Funktion dieser und ähnlicher Handschriften: Joanne S. Norman, Text and Image in Medieval Preaching, in: Martin Heusser (Hg.), Word & Image. Interactions, Basel 1993, S. 41–52, hier Abb. 2a.
  208. Augsburg, Staats- und Stadtbibliothek, Cod. 2° 160, fol. 93v (Die sieben Todsünden, Ausstellungskatalog Augsburg, Petersberg 2016, S. 100–105, Kat.nr. 8 [Karl Georg Pfändtner]).
  209. Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 (Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8), S. 35 und 307f., Kat.nr. 55f., Abb. 14a.
  210. Rom, Biblioteca Casanatense, Ms. 1404, fol. 26v, 27r (Fritz Saxl, A Spiritual Encyclopaedia of the Later Middle Ages, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 5, 1942, S. 82–142, Taf. 25a; Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 [Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8], S. 285f., Kat.nr. 39).
  211. Émile Mâle, L’art religieux de la fin du Moyen âge en France, Paris 1908, S. 363–366, Abb. 178.
  212. Adolf Katzenellenbogen, Allegories of the Virtues and Vices in Mediaeval Art from Early Christian Times to the Thirteenth Century, London 1939 (Studies of the Warburg Institute, 10), Nachdruck New York 1964 (The Norton Library, 243), S. 58f.
  213. Joanne S. Norman, Metamorphoses of an Allegory. The Iconography of the Psychomachia in Medieval Art, New York u. a. 1988 (American University Studies, Ser. 9, 29), S. 107–110, Abb. 45.
  214. Rosalie Green, Virtues and Vices in the Chapter House Vestibule in Salisbury, in: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes 31, 1968, S. 148–158, hier S. 151f., Taf. 51a,b; Joanne S. Norman, Metamorphoses of an Allegory. The Iconography of the Psychomachia in Medieval Art, New York u. a. 1988 (American University Studies, Ser. 9, 29), S. 54, Abb. 54.
  215. Hans Wentzel, Die Glasmalereien in Schwaben von 1200–1350, Berlin 1958 (Corpus vitrearum medii aevi. Deutschland, 1,1), Abb. 216.
  216. Victor Beyer u. a., Les vitraux de la cathédrale Notre-Dame de Strasbourg, Paris 1986 (Corpus vitrearum medii aevi. France, 9,1), S. 462–470, hier S. 465 (N VII.11c).
  217. Joanne S. Norman, Metamorphoses of an Allegory. The Iconography of the Psychomachia in Medieval Art, New York u. a. 1988 (American University Studies, Ser. 9, 29), S. 70; Émile Cornu, Le vitrail de la „Psychomachie“ (vers 1310). Résurgence d’un thème à la cathédrale de Strasbourg, in: Bulletin de la Cathédrale de Strasbourg 29, 2010, S. 93–114; Joanne S. Norman, Metamorphoses of an Allegory. The Iconography of the Psychomachia in Medieval Art, New York u. a. 1988 (American University Studies, Ser. 9, 29), Abb. 22 und 23.
  218. Rüdiger Becksmann, Die mittelalterlichen Glasmalereien in Schwaben von 1350 bis 1530 (ohne Ulm), Berlin 1986 (Corpus vitrearum medii aevi. Deutschland, 1,2) S. 216, Nr. 3a, Taf. 84, Abb. 270.
  219. Das Rathaus zu Regensburg, Regensburg 1910, S. 106.
  220. Armin Müller, Epikureismus, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie 2, Basel 1972, Sp. 584f.
  221. Beispiele bei Michael Evans, Tugenden und Laster, in: Lexikon der christlichen Ikonographie 4, Rom u. a. 1972, Sp. 380–390, hier Sp. 388.
  222. Betty Kurth, Die deutschen Bildteppiche des Mittelalters, Wien 1926, Bd. 1, S. 169–171 und 259f., Bd. 3, Taf. 244–246; Leonie von Wilckens, Regensburg und Nürnberg an der Wende des 14. zum 15. Jahrhundert. Zur Bestimmung von Wirkteppichen und Buchmalerei, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, 1973, S. 57–79; dies., Bildteppiche. Museum der Stadt Regensburg, Regensburg 1980, S. 16–23.
  223. Anna Gray Bennett, Five Centuries of Tapestry from the Fine Arts Museums of San Francisco, San Francisco 1992, S. 68–71, Nr. 14; Joanne S. Norman, Text and Image in Medieval Preaching, in: Martin Heusser (Hg.), Word & Image. Interactions, Basel 1993, S. 41–52, hier S. 51, Abb. 6.
  224. New York, The Morgan Library & Museum, Ms. M. 298 (Joanne S. Norman, Text and Image in Medieval Preaching, in: Martin Heusser [Hg.], Word & Image. Interactions, Basel 1993, S. 41–52, hier S. 45 und S. 51, Abb. 3f.).
  225. Émile Mâle, L’art religieux de la fin du Moyen âge en France, Paris 1908, S. 358–360.
  226. Kristina Hegner, Kunst der Renaissance. Staatliches Museum Schwerin, Schwerin 1990, S. 17f., Kat.nr. 3, Abb. 19.
  227. Ilja M. Veldman, Dirck Volkertsz. Coornhert, New York 1991 (The Illustrated Bartsch, 55 [Supplement]), S. 219–222.
  228. De Wereld tussen Goed en Kwaad. Late prenten van Coornhert, Ausstellungskatalog Gouda, s'Gravenhage 1990, S. 54f., Kat.nr. 2 (Ilja M. Veldman); Ilja M. Veldman, Dirck Volkertsz. Coornhert, New York 1991 (The Illustrated Bartsch, 55 [Supplement]), S. 231, Nr. 067.
  229. Bruegel. Die Hand des Meisters, Ausstellungskatalog Wien 2019, S. 122–128, Kat.nr. 48 (Sabine Pénot und Elke Oberthaler).
  230. Ludwig von Baldass, Hieronymus Bosch, Wien 1943, S. 235, Abb. 28; Jos Koldeweij, Hieronymus Bosch and his City, in: ders. u. a. (Hg.), Hieronymus Bosch. The Complete Paintings and Drawings, Amsterdam u. a. 2001, Abb. S. 29; Joseph Leo Koerner, Bosch & Bruegel. From Enemy Painting to Everyday Life, Princeton 2016 (Bollingen Series 35, 57), S. 309–327.
  231. Sibylle Appuhn-Radtke, Das Thesenblatt im Hochbarock. Studien zu einer graphischen Gattung am Beispiel der Werke Bartholomäus Kilians, Weißenhorn 1988, S. 177–179, Kat.nr. 36.
  232. Paris, Musée du Louvre, Inv.nr. RF 2218, Eichenholz, 58,1 x 32,8 cm (Roger Van Schoute und Monique Verboomen, Jérôme Bosch, Tournai 2000, S. 33–36; Paul Vandenbroeck, Hieronymus Bosch: the Wisdom of the Riddle, in: Jos Koldeweij u. a. (Hg.), Hieronymus Bosch. The Complete Paintings and Drawings, Amsterdam u. a. 2001, S. 100–193; Bosch. The 5th Centenary Exhibition, Ausstellungskatalog Madrid 2016, London/New York 2017, S. 296, Kat.nr. 37; Jacques Foucart, Catalogue des peintures flamandes et hollandaises du musée du Louvre, Paris 2009, S. 23.
  233. Da eine Untersuchung der verwendeten Eichenholztafel und derjenigen einer Völlerei-Allegorie (New Haven, Yale University Art Gallery, Inv.nr. 1959.15.22) ergab, dass das Holz von einem Baum stammt, ist die Zugehörigkeit beider Tafeln zu einem Werk unstrittig, obwohl die Superposition beider Szenen auf einem Flügel kompositorisch unbefriedigend erscheint. Sie gewinnt jedoch an Wahrscheinlichkeit durch eine Tafel mit dem Tod des Geizigen (Washington, D. C., National Gallery of Art, Inv.nr. 1952.5.33), deren Maße ein Pendant ergeben, sodass man wohl die beiden Flügel eines Triptychons besitzt, dessen Mitteltafel veloren ist (Jheronimus Bosch. His Sources, 2nd Jheronimus Bosch Conference, May 22–25, s’Hertogenbosch 2010, Abb. S. 54f.; Bosch. The 5th Centenary Exhibition, Ausstellungskatalog Madrid 2016, London/New York 2017, S. 292–301, Kat.nr. 36–39 [Friso Lammertse]).
  234. Blandine Landau, Sins of the Flesh and Human Folly. A Study of the Ship of Fools by Jheronimus Bosch, in: Jheronimus Bosch. His Sources, 2nd Jheronimus Bosch Conference, May 22–25, s’Hertogenbosch 2010, S. 210–229, hier S. 217.
  235. Aurelio Rigoli und Annamaria Amitrano Savarese (Hg.), Fuoco Acqua Cielo Terra. Stampe popolari profane della Civica Raccolta Achille Bertarelli, Vigevano 1995, S. 438–440, Kat.nr. 611f. (Clelia Alberici und Alberto Milano).
  236. Alison G. Stewart, Before Bruegel. Sebald Beham and the Origins of Peasant Festival Imagery, Aldershot/Burlington, VT 2008, S. 172, Abb. 4.4.
  237. Herbert Arthur Klein, Graphic Worlds of Peter Bruegel the Elder, New York 1963, S. 149–151, Taf. 32; Bruegel en zwart en wit. Het complete grafische werk, Ausstellungskatalog Brüssel, Veurne 2019, Kat.nr. 37 (Maarten Bassens).
  238. Rüdiger an der Heiden, Die Alte Pinakothek. Sammlungsgeschichte, Bau und Bilder, München 1998, S. 274–277.
  239. Franz Reitinger, Johann Andreas Schnebelins Erklärung der Wunder-seltzamen Land-Charten Utopiae aus dem Jahr 1694, Bad Langensalza 2004; https://de.wikipedia.org/wiki/Schlaraffenland (27.01.2020).
  240. Festbeschreibung mit Abbildung der Installation: Kupferstich mit Radierung von Giuseppe Vasi nach Vincenzo dal Ré, in: Narrazione delle solenni reali feste fatte celebrare in Napoli […], Neapel 1749, Taf. XI (Feste Feiern. 125 Jahre Jubiläumsausstellung, Ausstellungskatalog Wien 2016, S. 282f., Kat.nr. 115 [Cigdem Özel]).
  241. Z. B. Maria Deyerler-Herrmann, Wünsch Dir was!, Wiesbaden o. J. [um 1930/35]; Joanne K. Rowling, Der Ickabog, übers. von Friedrich Pflüger, Hamburg 2020.
  242. Lilienfeld (Niederösterreich), Zisterzienserabtei, cod. 151 (Udalricus de Campo Liliorum, Die Concordantiae Caritatis des Ulrich von Lilienfeld, ed. Herbert Douteil, Münster 2010, Bd. 1, S. 526f.; Bd. 2, S. 679).
  243. Eric de Bruyn, De vergeten beeldentaal van Jheronimus Bosch. De symboliek van de Hooiwagen-Triptiek en de Rotterdamse Marskramer-Tondo verklaard vanuit Middelnederlandse teksten, s’Hertogenbosch 2001. Zur Bildtafel und deren Umsetzung in einen Wirkteppich, Brüssel, um 1550–1570 (Madrid, Palacio Real) siehe Paul Vandenbroeck, Hieronymus Bosch: the Wisdom of the Riddle, in: Jos Koldeweij u. a. (Hg.), Hieronymus Bosch. The Complete Paintings and Drawings, Amsterdam u. a. 2001, S. 100–193, hier S. 136; Johanna Klein, Jeroen Bosch. Hemel, hel, Eindhoven 2015, S. 81, Abb. 28; Joseph Leo Koerner, Bosch & Bruegel. From Enemy Painting to Everyday Life, Princeton 2016 (Bollingen Series 35, 57), S. 48–57.
  244. Wien, Kunsthistorisches Museum. Gula: Inv.nr. XXXV/6; Wolle, Seide, Gold- und Silberfäden, 455 x 835 cm (Rotraut Bauer mit Jan Karel Steppe, Tapisserien der Renaissance nach Entwürfen von Pieter Coecke van Aelst, Ausstellungskatalog Halbturn, Eisenstadt 1981, S. 55–99, besonders S. 71f., Abb. 8). Zu weiteren Exemplaren der gleichen Serie: Grand Design. Pieter Coecke van Aelst and Renaissance Tapestry, Ausstellungskatalog New York, New Haven/London 2014, S. 204–207, Kat.nr. 50 (Elizabeth Cleland).
  245. Madrid, Biblioteca Nacional de España, ms. 6015 (Grand Design. Pieter Coecke van Aelst and Renaissance Tapestry, Ausstellungskatalog New York, New Haven/London 2014, S. 198, Kat.nr. 46).
  246. Madrid, Palacio Real, Inv.nr. A 360-12154 (Paulina Junquera de Vega und Concha Herrero Carretero, Catalogo de tapices del Patrimonio Nacional, Bd. 1, Madrid 1986, S. 153). Zitat mit Übersetzung bei Rotraut Bauer mit Jan Karel Steppe, Tapisserien der Renaissance nach Entwürfen von Pieter Coecke van Aelst, Ausstellungskatalog Halbturn, Eisenstadt 1981, S. 71.
  247. Aurelio Rigoli und Annamaria Amitrano Savarese (Hg.), Fuoco Acqua Cielo Terra. Stampe popolari profane della Civica Raccolta Achille Bertarelli, Vigevano 1995, S. 445, Kat.nr. 621 (Clelia Alberici und Alberto Milano).
  248. Filmstill bei Holger Jacob-Friesen, Von der Psychomachie zum Psychothriller. Die Sieben Todsünden in der Kunst, in: Alfred Bellebaum und Detlef Herbers (Hg.), Die sieben Todsünden in der modernen Gesellschaft, Münster 2007, S. 42 und 65, Abb. 20.
  249. Florenz, Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze, Fondo Nazionale, II.VI.16, fol. 80v (Vincent Moleta, Simone Martini in a Tuscan „Somme le Roi“, in: La Bibliofilía 87, 1985, S. 97–136, hier S. 134, Abb. 12).
  250. Den Haag, Museum Meermanno. Huis van het boek, Ms. 10 A 11, fol. 15r (Praal, ernst & emotie. De wereld van het Franse middeleeuwse handschrift, Ausstellungskatalog Den Haag, Zwolle/Den Haag 2002, S. 210, Kat.nr. 56; Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 [Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8], S. 297–299, Kat.nr. 45c, Abb. 12c).
  251. Meister E. S. Ein oberrheinischer Kupferstecher der Spätgotik, Ausstellungskatalog München und Berlin, München 1986, S. 83f., Kat.nr. 98 (Holm Bevers), dazu S. 183, Abb. 96; S. 82f., Kat.nr. 97 (ders.), dazu S. 185, Abb. 98.
  252. Sebastian Brant, Das Narrenschyff, Basel 1494, ed. Elvira Pradel (mit Zusätzen der Ausgaben 1495 und 1499), Leipzig 1979 (Reclams Universal-Bibliothek, 793), S. 62–65; Holzschnitt vollständig reproduziert in der Ausgabe Leipzig 1964 (Insel-Bücherei, 593), hg. von Manfred Lemmer, Nr. 16; siehe dazu Aldo Legnaro, Alkoholkonsum und Verhaltenskontrolle – Bedeutungswandlungen zwischen Mittelalter und Neuzeit in Europa, in: Gisela Völger u. a. (Hg.), Rausch und Realität. Drogen im Kulturvergleich. Materialienband zur Ausstellung in Köln, Bd. 1, Köln 1981 (Ethnologica, N. F. 9), S. 86–97, hier S. 87.
  253. Konrad Renger, Lehrhafte Laster. Aufsätze zur Ikonographie der niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, München 2006, S. 51.
  254. Madrid, Museo Nacional del Prado, Inv.nr. P-2822; dazu siehe u. a. Wilhelm Fraenger, Hieronymus Bosch, Dresden 1975, S. 274, Abb. 91; Roger Van Schoute und Monique Verboomen, Jérôme Bosch, Tournai 2000, S. 126–131; Konrad Renger, Lehrhafte Laster. Aufsätze zur Ikonographie der niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, München 2006, S. 124–127; Erwin Pokorny, Die sogenannte Tischplatte mit den Sieben Todsünden und den vier letzten Dingen, in: Frühneuzeit-Info 21, 2010, H. 1/2, S. 35–43; Thomas Lentes, Der göttliche Blick. Hieronymus Boschs Todsündentafel – eine Einübung ins Sehen, in: David Ganz und Thomas Lentes (Hg.), Sehen und Sakralität in der Vormoderne, Berlin 2011 (KultBild, Visualität und Religiosität in der Vormoderne, 4), S. 20–34; Jens Kremb, Bemalte Tischplatten des Spätmittelalters, Köln u. a. 2016 (Studien zur Kunst, 34), S. 37–48, Abb. 17; Bosch. The 5th Centenary Exhibition, Ausstellungskatalog Madrid 2016, London/New York 2017, S. 302–312, Kat.nr. 40, Abb. 40.1 (Pilar Silva Maroto).
  255. Vgl. die „Mendici Epicurei“, in: Helga Puhlmann, Ethik in Wort und Bild. Dirck Volckertszoon Coornhert und das moralisierende Emblembuch „De rerum vsv et abvsv“ (Antwerpen 1575), München 2007 (Concetto, 5), S. XXVIf., Nr. 7 und S. 73–77.
  256. Henry Luttikhuizen, Through Boschian Eyes. An Interpretation of the Prado „Tabletop of the Seven Deadly Sins“, in: Richard G. Newhauser und Susan J. Ridyard (Hg.), Sin in Medieval and Early Modern Culture. The Tradition of the Seven Deadly Sins, Woodbridge, Suffolk/Rochester, NY 2012, S. 260–281, hier S. 264.
  257. Lust und Laster. Die 7 Todsünden von Dürer bis Nauman, Ausstellungskatalog Bern, Ostfildern 2010, Abb. S. 93.
  258. Die Sprache der Bilder. Realität und Bedeutung in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog Braunschweig 1978; Konrad Renger, Lehrhafte Laster. Aufsätze zur Ikonographie der niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, München 2006.
  259. Bruegel. Die Hand des Meisters, Ausstellungskatalog Wien 2019, S. 259–265, Kat.nr. 80 (Sabine Pénot und Elke Oberthaler).
  260. H. Arthur Klein, Graphic Worlds of Peter Bruegel the Elder, New York 1963, S. 149–151, Taf. 32; Konrad Renger, Bettler und Bauern bei Pieter Brueghel d. Ä., in: ders., Lehrhafte Laster. Aufsätze zur Ikonographie der niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, München 2006, S. 55–82; Bruegel en zwart en wit. Het complete grafische werk, Ausstellungskatalog Brüssel, Veurne 2019, Kat.nr. 37 (Maarten Bassens).
  261. Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch, Ausstellungskatalog Hamburg, München 2016, S. 217f., Kat.nr. 56.1 (Sebastian Oesinghaus).
  262. Verkehrte Welt. Das Jahrhundert von Hieronymus Bosch, Ausstellungskatalog Hamburg, München 2016, S. 214–216, Kat.nr. 54f. (Nora Haubold).
  263. Exemplar in Brüssel, Bibliothèque royale de Belgique, Prentenkabinett, EST RES F° - Bruegel (P. I) - NHD 25 - S.I 7607 (Maarten Bassens und Joris van Grieken, Bruegel en zwarten en wit. Het complete grafische werk, Ausstellungskatalog Brüssel, Veurne 2019, Kat.nr. 11e (Maarten Bassens). Entwurfszeichnung in Paris, Fondation Custodia, Collection Frits Lugt, Inv.nr. 466/15.
  264. The New Hollstein Dutch & Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts 1450–1700. The De Gheyn Family, Teil 1, bearb. von Jan Piet Filedt Kok und Marjolein Leesberg, Rotterdam 2000, S. 228f., Nr. 152; Die sieben Todsünden, Ausstellungskatalog Augsburg, Petersberg 2016, S. 280f., Kat.nr. 81 (Carmen Roll).
  265. Heinrich Schwarz und Volker Plagemann, Eule, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte 6, München 1970, Sp. 291f., Abb. 19; Francesca Rossi, Rappresentazioni del cibo tra Riforma e Controriforma, da Pieter Aertsen ad Annibale Carracci, in: Anton W. A. Buschloo u. a. (Hg.), „Aux quatre vents“. Festschrift für Bert W. Meijer, Florenz 2002, S. 219–230.
  266. Bruegel en zwart en wit. Het complete grafische werk, Ausstellungskatalog Brüssel, Veurne 2019, Kat.nr. 20 (Jeroen Luyckx).
  267. Aurelio Rigoli und Annamaria Amitrano Savarese (Hg.), Fuoco Acqua Cielo Terra. Stampe popolari profane della Civica Raccolta Achille Bertarelli, Vigevano 1995, S. 444, Kat.nr. 619 (Clelia Alberici und Alberto Milano).
  268. Marcus Dekiert, „Hortus voluptatum“. Der niederländische Bürger im „Garten der Lüste“. Die „Buitenpartij“ als ein Bildthema der niederländischen Genremalerei des frühen 17. Jahrhunderts, in: Gartenfeste. Das Fest im Garten – Gartenmotive im Fest, Ausstellungskatalog Bielefeld 2000, S. 14–25.
  269. Z. B. dessen „Bankett im Park“, um 1610 (ehemals Berlin, Kaiser-Friedrich-Museum; Seymour Slive, Frans Hals, 2. Aufl., London/New York 2014, S. 48, Nr. 11) oder dessen „Bankett der Stadtschützen“, 1627 (Haarlem, Frans Hals Museum, Inv.nr. OS I-111; ebd., S. 100f., Nr. 48).
  270. Z. B. dessen „Bohnenfest“ in Kassel, Staatliche Kunstsammlungen Kassel, Gemäldegalerie Alte Meister, Inv.nr. GK 108 (Bernhard Schnackenburg, Flämische Meister in der Kasseler Gemäldegalerie, 2. Aufl., Melsungen 1989, Taf. 26).
  271. Konrad Renger, Adriaen Brouwer und das niederländische Bauerngenre 1600–1660, Ausstellungskatalog München 1986 (Bayerische Staatsgemäldesammlungen. Studio-Ausstellung, 8); ders., Lehrhafte Laster. Aufsätze zur Ikonographie der niederländischen Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, München 2006, S. 172–218; Katrien Lichtert (Hg.), Adriaen Brouwer. Meester van emoties. Tussen Rubens en Rembrandt, Amsterdam 2018. Ironische Aussagen zur konfessionellen Spaltung vermutet Anne-Sophie Pellé in der Darstellung beleibter und dürrer Personen seit dem 16. Jahrhundert und speziell bei Brouwer (Anne-Sophie Pellé, Heilsame Trunkenheit. Überlegungen zur Fettleibigkeit am Beispiel von Adriaen Brouwers Gemälde „De meesterdronk“ im Rijksmuseum von Amsterdam, in: Jürgen Müller und Sandra Braune [Hg.], Alltag als Exemplum. Religiöse und profane Deutungsmuster der frühen Genrekunst, Berlin 2020, S. 155–165).
  272. Z. B. „Das betrunkene Paar“, um 1668/70 (Amsterdam, Rijksmuseum, Inv.nr. SK-C-232; Wouter Kloek, Jan Steen [1626–1679], Zwolle/Amsterdam 2005, S. 39). Vgl. auch Mariët Westermann, The Amusements of Jan Steen, Zwolle 1997 (Studies in Netherlandish Art and Cultural History, 1).
  273. Uta Piereth, Bambocciade. Bild und Abbild des römischen Volkes im Seicento, Bern u. a. 1996 (Freiburger Studien zur Frühen Neuzeit, 1); Katharina Weick-Joch, Kulturtransfer im Rom des 17. Jahrhunderts. Die Malerei der Bamboccianti, Weimar 2015.
  274. Günter Herzog, Kultivierte Gesellschaft in kultivierter Natur – „Fêtes champêtres“ und „Fêtes galantes“, in: Gartenfeste. Das Fest im Garten – Gartenmotive im Fest, Ausstellungskatalog Bielefeld 2000, S. 68–81.
  275. Z. B. „Le déjeuner au jambon“, 1735 für Louis XV gemalt (Chantilly, Musée Condé, Inv.nr. 383 [galerie de peinture]: Nicole Garnier-Pelle, Les tableaux de Chantilly. Le collection du duc d'Aumale, Paris 2009, S. 204f.); Wiederholung im Museum of Fine Arts, Boston, Inv.nr. 65.2649 (Mary Tavener Holmes, Nicolas Lancret 1690–1743, Ausstellungskatalog New York und Fort Worth, New York 1991, S. 78f., Taf. 14).
  276. Beatrix Ahrens, Die Déjeuner-Malerei von Edouard Manet, Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir. Untersuchung zur Darstellung von Mahlzeiten in der Zeit des französischen Impressionismus, Hamburg 2008 (Schriften zur Kunstgeschichte, 20).
  277. Gartenfeste. Das Fest im Garten – Gartenmotive im Fest, Ausstellungskatalog Bielefeld 2000, S. 322f., Kat.nr. 101 (Markus Prummer).
  278. Clara Baracchini und Enrico Castelnuovo (Hg.), Il Camposanto di Pisa, Turin 1996 (Biblioteca di storia dell’arte, 27), Abb. S. 71; Friederike Wille, Die Todesallegorie im Camposanto in Pisa. Genese und Rezeption eines berühmten Bildes, München 2002, S. 65 und 68.
  279. Berlin, Gemäldegalerie, Inv.nr. 60A (Michael Eissenhauer [Hg.], Gemäldegalerie. 200 Meisterwerke der europäischen Malerei, Berlin/Leipzig 2019, S. 304f. [Neville Rowley]). Detailabbildung bei Laurent Guitton, La malédiction des sept péchés. Une énigme iconographique dans la Bretagne ducale, Rennes 2017, S. 67, Abb. 33.
  280. Michel Willemin, Les cavalcades des vices dans les Alpes méridionales, Nizza 2006, S. 55 und 115–119.
  281. Den Haag, Museum Meermanno. Huis van het boek, Ms. 10 A 11, fol. 16v (Praal, ernst & emotie. De wereld van het Franse middeleeuwse handschrift, Ausstellungskatalog Den Haag, Zwolle/Den Haag 2002, S. 210, Kat.nr. 56; Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 [Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8], S. 297–299, Kat.nr. 45d, Abb. 12d).
  282. Z. B. Susanne Blöcker, Studien zur Ikonographie der sieben Todsünden in der niederländischen und deutschen Malerei und Graphik, Münster/Hamburg 1993 (Bonner Studien zur Kunstgeschichte, 8), Abb. 16b und 18; Lust und Laster. Die 7 Todsünden von Dürer bis Nauman, Ausstellungskatalog Bern, Ostfildern 2010, Abb. S. 112f.
  283. Kölner Ofenkacheln. Die Bestände des Museums für Angewandte Kunst und des Kölnischen Stadtmuseums, bearb. von Ingeborg Unger, Köln 1988, S. 164–167, Kat.nr. 109–112.
  284. Catechismus oder Römisch-Catholische GlaubensLehr V. P. Petri Canisii S.I., Augsburg (Klauber) 1751, Nachdruck hg. von Hildegard Wechs, 2. Aufl., München 1997, Taf. 22.
  285. Gerhard F. Strasser, Die Allerseelenkapelle von St. Martin – Überlegungen zu einem Bildprogramm, in: Mit Kalkül & Leidenschaft. Inszenierungen des Heiligen in der bayerischen Barockmalerei, Ausstellungskatalog Landshut 2003 (Schriften aus den Museen der Stadt Landshut, 17), Bd. 1, S. 202–218, hier S. 213f., Abb. 12.
  286. Herrad of Hohenbourg, Hortus deliciarum. Reconstruction, ed. Rosalie Green u. a., London u. a. 1979 (Studies of the Warburg Institute, 36), S. 207–210, Nr. 175–177; dies., Commentary, S. 160f.
  287. Nicolò Rasmo, Michael Pacher, München 1969, S. 129–180, Abb. 101.
  288. Guy Delmarcel, Los Honores. Tapisseries flamandes pour Charles Quint, Antwerpen 2000, S. 41 und 44, Abb. 42.
  289. The New Hollstein Dutch & Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts 1450–1700. Hendrick Goltzius, Teil 3, bearb. von Marjolein Leesberg, Ouderkerk aan den Ijssel 2012, S. 18f., Nr. 389.
  290. Lawrence W. Nichols, Brushes and Oil Paint. The Paintings 1600–1617, in: Hendrick Goltzius (1558–1617). Drawings, Prints and Paintings, Ausstellungskatalog Amsterdam, New York und Toledo, OH, Amsterdam u. a. 2003, S. 302f., Kat.nr. 111.
  291. Filippo Picinelli, Mundus symbolicus, übers. und bearb. von Augustin Erath, Köln 1694, Nachdruck New York/London 1976 (The Renaissance and the Gods, 33), Bd. 1, S. 178, Nr. 178.
  292. The New Hollstein Dutch & Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts 1450–1700. Hendrick Goltzius, Teil 3, bearb. von Marjolein Leesberg, Ouderkerk aan den Ijssel 2012, S. 20f., Nr. 390.
  293. James Gillray. The Art of Caricature, Ausstellungskatalog London 2001, S. 124f., Kat.nr. 95 (Richard Godfrey).
  294. Konrad Renger, Lockere Gesellschaft. Zur Ikonographie des Verlorenen Sohnes und von Wirtshausszenen in der niederländischen Malerei, Berlin 1970.
  295. Die gottlosen Maler von Nürnberg. Konvention und Subversion in der Druckgraphik der Beham-Brüder, Ausstellungskatalog Nürnberg, Emsdetten 2011, S. 223–225, Kat.nr. 53 (Jürgen Müller und Christoph Ziener).
  296. Die Renaissance im deutschen Südwesten, Ausstellungskatalog Heidelberg, Bd. 2, Karlsruhe 1986, S. 883, Kat.nr. S 46 (Sibylle Appuhn-Radtke und Eva Kaiser).
  297. Kölner Ofenkacheln. Die Bestände des Museums für Angewandte Kunst und des Kölnischen Stadtmuseums, bearb. von Ingeborg Unger, Köln 1988, S. 160–164, besonders Abb. S. 161.
  298. Hieronymus Nadal SJ, Adnotationes et meditationes in Evangelia, Antwerpen (Nutius) 1593, Taf. 66–69. Kupferstiche von Karel van Mallery und Jan Collaert nach Bernardino Passeri.
  299. The New Hollstein Dutch & Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts 1450–1700. The De Gheyn Family, Teil 1, bearb. von Jan Piet Filedt Kok und Marjolein Leesberg, Rotterdam 2000, S. 76, Nr. 34.
  300. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv.nr. Gm. 1182 (Rüdiger Klessmann, Johann Liss. Eine Monographie mit kritischem Œuvrekatalog, Doornspijk 1999, S. 132–138, Kat.nr. 9, Taf. 9f., mit weiteren Beispielen zum Thema).
  301. Giulia Fusconi und Angiola Canevari (Hg.), Pietro Testa e la nemica fortuna. Un artista filosofo (1612–1650) tra Lucca e Roma, Rom 2014, S. 271, Kat.nr. IV.27 (Giulia Fusconi).
  302. Holländische Malerei in neuem Licht. Hendrick ter Brugghen und seine Zeitgenossen, Ausstellungskatalog Utrecht und Braunschweig, Braunschweig 1986, S. 288–290, Kat.nr. 63 (Mieke Vermeer); Markus Dekiert, Alte Pinakothek. Holländische und deutsche Malerei des 17. Jahrhunderts, Ostfildern 2006 (Alte Pinakothek. Katalog der ausgestellten Gemälde, 4), S. 96.
  303. Heinrich Aldegrever, die Kleinmeister und das Kunsthandwerk der Renaissance, Ausstellungskatalog Unna 1986, S. 94, Abb. 48 und S. 250, Kat.nr. 41 (Otmar Plaßman).
  304. Aurelio Rigoli und Annamaria Amitrano Savarese (Hg.), Fuoco Acqua Cielo Terra. Stampe popolari profane della Civica Raccolta Achille Bertarelli, Vigevano 1995, S. 446f., Kat.nr. 622 (Clelia Alberici und Alberto Milano).
  305. Friedrich Bohne (Hg.), Der Deutsche in seiner Karikatur. Hundert Jahre Selbstkritik, Stuttgart o. J. [1964], S. 124; Mirko Szewczuk. Karikaturen aus den Jahren 1946 bis 1957, bearb. von Horst Appuhn und Ellen Mellinghoff-Szewczuk, Unterschneidheim 1978, Nr. 37.
  306. François Rabelais, Gargantua, Pantagruel. Les cinq livres. Version intégrale en français moderne. Illustrations de Gustave Doré, Bd. 1–2, Paris 1980, z. B. Buch 1, Kap. 21.
  307. Andrea Alciato, Emblemata, Lyon (Guillaume Rouillé) 1548, S. 74; vgl. dazu Ausgabe Lyon (Mathieu Bonhomme) 1550, übers. und hg. von Betty I. Knott, Aldershot 1996, S. 98. In der Ausgabe Frankfurt 1580 (Nikolaus Basse) sind die Subscriptiones auf Deutsch wiedergegeben (Bl. 107v–108r, Nr. CLXVIf.) In der Ausgabe Frankfurt 1583 (Nikolaus Basse) wurde die Möve durch eine Ziegen- oder Schafskeule ersetzt; vor der Personifikation liegen Brote und eine Weinkanne.
  308. Andrea Alciato, Emblematum libellus, Paris (Christian Wechel) 1542, S. 192f.
  309. Nicolaus Taurellus, Emblemata physico-ethica, hoc est, naturae morum moderatricis picta praecepta, 2. Aufl., Nürnberg 1602, Bl. A3 (Abb.: Henkel und Albrecht Schöne [Hg.], Emblemata. Handbuch zur Sinnbildkunst des XVI. und XVII. Jahrhunderts, Stuttgart 1967, Sp. 625).
  310. Daniel Cramer, Emblemata moralia nova. Das ist: Achtzig Sinnreiche Nachdenckliche Figuren […], Frankfurt a. M. (Lucas Jennisius) 1630, S. 96f.
  311. Johann Theodor de Bry, Emblemata Secularia, Oppenheim 1611, Nachdruck mit einem Nachwort von Cornelia Kemp, Hildesheim u. a. 1994, S. 50, Nr. 56.
  312. Jürgen Döring, Übertreibung: dicke Bäuche, in: Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten. Bild als Waffe, Ausstellungskatalog Hannover, Dortmund, Göttingen und München, München 1984, S. 43–45, hier S. 43 mit Abb. 25. Ebenfalls Hans Weiditz wird die Karikatur eines Arztes zugeschrieben, der den aufgequollenen Leib und den Schlangenhals des Unmäßigen hat; er trägt ebenfalls einen Kuttrolf (Alison G. Stewart, Before Bruegel. Sebald Beham and the Origins of Peasant Festival Imagery, Aldershot/Burlington, VT 2008, S. 183, Abb. 4.11).
  313. Les songes drolatiques de Pantagruel, ed. Michel Jeanneret und Frédéric Elsig, Genf 2004 (Titre courant, 33), S. 111 (Taf. LVIII). Zu dem antikatholischen Tenor siehe ebd., S. 8. Auf Taf. CXX (ebd., S. 173) ist eine groteske Figur mit einem Dackelohr und hängenden Brüsten zu sehen, die neben Pokal und Karaffe ein Manipel am Arm trägt. Ihr Unterleib steckt in einem angebohrten Weinfass, aus dessen Löchern Wein sprudelt. Hieran erquicken sich zwei Figuren mit betend erhobenen Händen.
  314. Wolfgang Harms u. a. (Hg.), Die Sammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, Teil 1, Tübingen 1985 (Deutsche illustrierte Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts, 1), S. 168f., Nr. 75 (Cornelia Kemp).
  315. Waltraud Pulz, Gula vs. abstinentia = Materie vs. Geist = …? Geschlechterähnlichkeit und Geschlechterdifferenz in der Frühen Neuzeit, in: Frühneuzeit-Info 21, 2010, H. 1/2, S. 161–169, hier S. 164, Abb. 1.
  316. Wolfgang Harms u. a. (Hg.), Die Sammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, Teil 1, Tübingen 1985 (Deutsche illustrierte Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts, 1), S. 168, Nr. 75 (Cornelia Kemp).
  317. Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten. Bild als Waffe, Ausstellungskatalog Hannover, Dortmund, Göttingen und München, München 1984, S. 47, Kat.nr. 20 (Elga Ziechmann).
  318. Gesamte Serie der Grotesken ohne Kolorierung: https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11215975-0 (19.08.2021). Siehe auch: Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten. Bild als Waffe, Ausstellungskatalog Hannover, Dortmund, Göttingen und München, München 1984, S. 26f., Kat.nr. 3 (Gerd Unverfehrt).
  319. Titel: „Den Doolhof van de dwalende gheesten“ (The New Hollstein Dutch & Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts 1450–1700. Hendrick Goltzius, Teil 1, bearb. von Marjolein Leesberg, Ouderkerk aan den Ijssel 2012, S. 148–162, Nr. 75–95, hier Nr. 75 und 92, Abb. S. 152 und 161).
  320. Wolfgang Harms u. a. (Hg.), Die Sammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, Teil 1, Tübingen 1985 (Deutsche illustrierte Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts, 1), S. 164f., Nr. 73 (Waltraut Timmermann).
  321. Wolfgang Harms u. a. (Hg.), Die Sammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, Teil 1, Tübingen 1985 (Deutsche illustrierte Flugblätter des 16. und 17. Jahrhunderts, 1), S. 166f., Nr. 74 (Waltraut Timmermann).
  322. Leander Petzold, Das Leben – ein Fest. Essen und Trinken in der Frühen Neuzeit, in: Richard van Dülmen (Hg.), Erfindung des Menschen. Schöpfungsträume und Körperbilder, Wien u. a. 1998, S. 175–195, hier Abb. 99.
  323. Ronald Paulson, Hogarth, Bd. 3, Cambridge 1993, S. 17–36, Abb. 2f.; siehe auch Timothy G. Coffey, Beer Street – Gin Lane. Aspekte des Trinkens im 18. Jahrhundert, in: Gisela Völger u. a. (Hg.), Rausch und Realität. Drogen im Kulturvergleich. Materialienband zur Ausstellung in Köln, Bd. 1, Köln 1981 (Ethnologica, N. F. 9), S. 106–111.
  324. James Gillray 1757–1815. Meisterwerke der Karikatur, Ausstellungskatalog Hannover, Stuttgart und Hamburg, Ostfildern-Ruit 1986, Kat.nr. 68 (Max Hasse) mit Abb. S. 96.
  325. James Gillray. The Art of Caricature, Ausstellungskatalog London 2001, S. 127f., Kat.nr. 98 (Richard Godfrey).
  326. Aurelio Rigoli und Annamaria Amitrano Savarese (Hg.), Fuoco Acqua Cielo Terra. Stampe popolari profane della Civica Raccolta Achille Bertarelli, Vigevano 1995, S. 460f., Kat.nr. 646 (Clelia Alberici und Alberto Milano). Vgl. auch die Blätter zu „Saint Lundi“ und der „Sainte Bouteille“ (ebd., S. 450–459).
  327. Z. B. Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten. Bild als Waffe, Ausstellungskatalog Hannover, Dortmund, Göttingen und München, München 1984, S. 48, Kat.nr. 21 (Max Hasse).
  328. Paris, Bibliothèque nationale de France, Cabinet des Estampes, G 161386: http://ark.bnf.fr/ark:/12148/cb40261145j (19.08.2021). Siehe auch Georges Vigarello, Les métamorphoses du gras. Histoire de l’obésité du Moyen Âge au XXe siècle, Paris 2010, Abb. 13.
  329. Eugen Roth, Simplicissimus, Hannover 1954, o. Seitenzählung.
  330. Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten. Bild als Waffe, Ausstellungskatalog Hannover, Dortmund, Göttingen und München, München 1984, S. 59, Kat.nr. 32 (Thomas Matuszak).
  331. Z. B. Hans Traxler, Alles von mir, Frankfurt am Main 1999, S. 210f.
  332. Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten. Bild als Waffe, Ausstellungskatalog Hannover, Dortmund, Göttingen und München, München 1984, S. 193, Kat.nr. 135 (Jürgen Döring).

Verweise


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