Schützenkette
Englisch: Marksmen’s chain, marksmen’s collar; französisch: Chaîne de tir
Irina Dudar (2026)
I. Allgemeines
A. Definition
Schützenketten sind metallene Schulter- oder Halsketten, die dem Sieger oder der Siegerin eines Vogel- oder Preisschießens in der Regel zeitweise, seltener als Preis, verliehen werden.[1] Charakteristisch sind zudem die unterschiedlichen Anhänger, die nach den Schießen hinzugefügt wurden, häufig sind figürliche Motive wie Vögel und Waffen, aber auch Münzen oder Glöckchen.
Die Anhänger wurden in der Regel mit den Namen der Schützenkönige, seit dem 20. Jh. auch der Schützenköniginnen, Hausmarken oder Wappenschilden von Geschlechtern oder Gilden versehen, die sie stifteten.
B. Wortgebrauch und Synonyme
Schützenketten wurden im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit in den Statuten der Schützengesellschaften im niederländischen und deutschen Sprachraum sehr unterschiedlich bezeichnet. Sie können als Polysem auftreten, also den gleichen Namen wie das Preisschießen selbst tragen, etwa Kleinod oder Vogel, wenn es sich um den Kontext des Vogelschießens handelt.[2] Gelegentlich tauchen analogisierende Begriffe wie etwa „Patter“[3] auf, was auf die Ähnlichkeit mit dem Paternoster anspielt.[4] Der niederländische Fachbegriff "Schuttersketen" ist zwar nicht in historischen Quellen nachweisbar, jedoch im Museumswesen üblich.[5] Wo das Phänomen des Vogelschießens oder der Vergesellschaftung von Schützen nicht tradiert ist, gibt es zumeist auch keine Bezeichnung dafür. Dazu gehören beispielsweise das Vereinigte Königreich[6], Spanien oder etwa Italien. In Frankreich wird von „Chaînes de tir“ gesprochen.
C. Herstellung
Schützenketten wurden in der Regel unter Anwendung aller gängigen Goldschmiedetechniken aus Silber gefertigt (Abb.). An die meist breitgliedrigen Schulterketten werden die verschiedenen Anhänger an Ösen oder Haken befestigt. Viele Teile der Ketten sind gegossen, die Anhänger zumeist getrieben, und auch teilvergoldet. Die Figuren wurden im Mittelalter fast immer aufgekrampt, manchmal aufgelötet; erstere konnten daher auch leicht ersetzt werden. Die Kettenglieder können sehr unterschiedliche Techniken aufweisen; bei breiten Kettengliedern kamen Stege zum Einsatz, auf die verschiedene Ornamente wie Ranken, aufgesetzt wurden und die mit Scharnieren verbunden sind. Seltener waren flach gehämmerte Kettenglieder, die wie Kettenhemden miteinander verbunden wurden, ebenso wie Hobelspanketten. Ankerketten und Ösen wurden für kleinere Verbindungen genutzt, etwa zwischen Schilden oder zwischen der Hauptkette und dem Vogelanhänger. In wenigen Fällen ist der Einsatz von farbigen Steinen, Korallen und Perlen belegt. Email und Niello kamen vor allem bei Wappenschilden zum Einsatz. Die Rückseiten wurden häufig graviert, aber auch flüchtig (von den Schützenkönigen selbst) geritzt (Abb.). Meist waren die Schulterketten breit genug, um keinen Verschluss zu benötigen. Wenn sie nur als Halbkette an das Ornat angehängt wurden (wie so viele größere Anhänger auch), verfügten sie über einen S-Haken. Schützenketten können zudem über einen Rückenschild verfügen.
Anhänger wurden entweder direkt bei der Herstellung der Ketten oder nachträglich und sukzessive von verschiedenen Schützenkönigen oder anderen Beteiligten, etwa den Stadtherren, angehängt. Deshalb handelt es sich selten um Objekte im Zustand ihrer Erstherstellung. Auf die Anhänger wurden Namen von Schützenkönigen, Hausmarken oder Wappenschilde von Geschlechtern oder Gilden graviert und auch zum Teil nur von den Schützenkönigen selbst geritzt. Die Rückseiten der Kettenglieder und der Schilde wurden mit dem Namen des Silber- oder Goldschmieds, z. B. in Köln durch Johann Kessel für den verschollenen Schützenschild der Sebastianusbruderschaft aus dem Jahr 1509,[7] mit Hausmarken und Wappen derselben,[8] mit Punzen und dem aktuellen Gewicht der Kette versehen. Halsketten wurden meist nur mit einem einzigen Vogelanhänger behängt.
Als Kettenglieder sind ab dem 17. Jh. sowohl ganze silberne Halskragen[9] überliefert als auch Kartuschen[10] die – vorab produziert – Platz für Gravuren der Könige boten sowie einfache Ringketten, an die Anhänger befestigt werden konnten. Wenn die Ketten zu schwer oder unhandlich wurden, wurden textile Schärpen, Stolen oder Verstärkungen aus Leder eingesetzt (Abb.).
D. Funktion
Schützenketten waren im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit neben anderen sog. Kleinodien wie Ringen, Tuch, Kränzen, auch Schlachttieren (zumeist Ochsen) und Schusswaffen wie Armbrüsten die Preise bei regionalen und überregionalen Preisschießen[11] (Landesschießen, Ladeschiessen oder auch Freischießen genannt), bei denen auf Schützenscheiben geschossen wurde.[12] Meistens fungierten sie als Insignien, die nur für das Jahr des Sieges dem Schützenkönig überreicht wurden, jedoch als Hausschatz der Schützengesellschaften oder anderer Vergesellschaftungsformen in deren Besitz verblieben, und so zwischen den Mitgliedern als Trägern zirkulierten.[13] Bei konsekutiven Siegen sind der Titel des Siegers als „Kaiser“ anstatt „König“ (so schon 1346/47 in Brügge[14]) sowie die Schenkung des Vogelanhängers als Siegespreis, z. B. in Kiel seit Anfang des 14. Jh., überliefert.[15] Schützenketten wurden von den Schützenkönigen nach dem Sieg beim Vogelschießen getragen, manchmal in Kombination mit einer Schützenkrone und/oder einem Schützenzepter.[16] In der Regel gab es jedes Jahr einen Schießwettbewerb um die Würde des Schützenkönigs.
Die ältesten erhaltenen Schützenketten stammen aus der Mitte des 15. Jh. aus den Niederrheinlanden. Im Mittelalter trugen nur Männer Schützenketten, obwohl auch vereinzelt Frauen am Vogelschießen teilnehmen durften.[17] Schützenköniginnen sind erst ab dem 16. Jh. und ausschließlich im Hochadel belegt.[18] Seit dem 21. Jh. akzeptieren einige als Vereine neu- oder wiedergegründete Schützengesellschaften (oftmals Schützenbruderschaften oder Kompagnien bezeichnet) auch Frauen als schießende Mitglieder, die Königinnen werden können. Kettennamen oder Anhänger, die auf weibliche Trägerinnen oder Stifterinnen verweisen, sind erst im 20. Jh. ergänzt worden.[19]
II. Verbreitung
A. Mittelalter
Ca. 50 Ketten sind aus den Jahren 1450–1550 erhalten.[20] Da Schützenketten regelmäßig erweitert und angepasst wurden, zeigen nur wenige einen Original- oder Ursprungszustand. Viele frühe Datierungen beziehen sich deshalb oft nur auf den Hauptanhänger oder die Kettenglieder.
Das Schützenwesen, also die Vergesellschaftung von Schützen als eine soziale (nicht per se militärische) Gruppe, die sich auch als Bruderschaft oder Gilde bezeichnete, ist ab dem 13. Jh. in Brabant, Flandern und im Artois belegt und breitete sich dann im Verlauf des Spätmittelalters in vielen Teilen Europas aus.[21] In Köln waren die Schützen beispielsweise der Gaffel untergeordnet und die Mitglieder aus dieser Struktur rekrutiert.[22] Schützenketten sind zwar erst ab ca. 1450 erhalten, vor allem aus den Niederrheinlanden und Flandern, doch gibt es Statuten von vor der Mitte des 15. Jh., die von „silbernen Vögeln“ als Anhängern (Abb.) berichten.[23] Es zirkulieren, insbesondere bei den heutigen Schützenbruderschaften, -gilden und -gesellschaften, viele Legenden um frühere Gründungsdaten aus dem 12. und 13. Jh.[24] oder vermeintliche Stiftungen von Ketten und Anhängern durch hohe Würdenträger;[25] das Silber selbst stammt allerdings meist erst aus dem 15. Jh.
B. Neuzeit
Während des Dreißigjährigen Krieges wurden viele Schützenketten aufgrund ihres hohen Silbergewichts als Reparationszahlungen eingeschmolzen und verkauft. Auch wurden Ketten oder Teile davon verkauft, um Schulden der eigenen Gilde zu begleichen.[26] Die erhaltenen Ketten wurden weiterverwendet und um neue Anhänger ergänzt, doch wurden auch neue Schützenketten produziert. Eine enorme Anzahl an meist gravierten, silbernen Schützenschilden ist aus der Zeit vom 17. bis 19. Jh. erhalten, da aus dem Stiftungsprivileg oftmals eine Pflicht wurde, die in Ausnahmefällen ausgesetzt wurde, wenn der Sieger zahlungsunfähig war. In selteneren Fällen wurde altes Silber der Ketten zur Stiftung und Finanzierung kirchlichen Geräts verwendet.[27]
Modelle und Abgüsse rheinischer Schützenketten wurden erstmals für die „Jahrtausend-Ausstellung der Rheinlande“ in Köln im Jahr 1925 angefertigt; sie gingen anschließend in den Besitz des Rheinischen Museums (heute Kölnisches Stadtmuseum) über.[28] Auf diese Sammlung aufbauend, kaufte das Rheinische Museum zudem die von Schützenbruderschaften in Auktionen veräußerten Ketten auf. Anlässlich der anstehenden Jubiläumsromfahrt, an der die rheinischen Schützenbruderschaften teilnahmen, leitete der Direktor des Rheinischen Museums Wilhelm Ewald 1928 eine umfassende Fertigung von Nachbildungen des Schützensilbers ein, meist in einem galvanotechnischen Verfahren (Abb.). In Deutschland sind seit dem Zweiten Weltkrieg einige Schützenketten verschollen (Abb.). Viele dieser Ketten sind heute ausschließlich über den von Wilhelm Ewald eingeleiteten galvanoplastischen Kopienbestand erschließbar, der noch im Kölnischen Stadtmuseum aufbewahrt wird;[29] die erhaltenen Originale sind nach wie vor meist Eigentum der Schützengesellschaften und in deren aktiver Verwendung, sodass Verluste einzelner Teile oder Erweiterungen der Ketten durch Anhänger nicht selten sind.
In den Niederlanden sind die meisten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Ketten im Amsterdam Museum oder im Rijksmuseum ausgestellt oder befinden sich als Depositum in entsprechenden lokalen oder regionalen musealen Institutionen. Diese werden in der Regel nicht mehr verwendet. Die meisten flämischen Ketten befinden sich heute in der Hallepoort-Sammlung des Koninklijke Musea voor Kunst en Geschiedenis in Brüssel und sind ebenfalls Teil der ständigen Sammlung.[30]
III. Verwendung
Schützenketten wurden im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit in verschiedenen Kontexten getragen, die nicht nur das Vogelschießen (Abb.) oder Ladeschiessen betrafen. Die Statuten der Schützengesellschaften weisen darauf hin, dass es sowohl Verbote des Tragens an bestimmten Orten als auch Vorgaben für deren Aufbewahrung und Tragweise in der Öffentlichkeit gab. Heute werden die Ketten bei Königsbällen und kommunalen Veranstaltungen getragen und haben nach wie vor eine vorrangig repräsentative Funktion.
A. Öffentlichkeit und Teilöffentlichkeit
Schützenkönige trugen im ausgehenden Mittelalter und in der Frühen Neuzeit die Schützenkette wie eine Herrschaftsinsignie, nachdem sie das Vogelschießen gewonnen hatten, obwohl sie in der Regel nur repräsentative Funktionen im öffentlichen Leben der jeweiligen Stadt zu erfüllen hatten. Etliche Statuten des Spätmittelalters gaben vor, wo genau an der Bekleidung die Kette oder der Vogel zu tragen war, damit die Sichtbarkeit gewährleistet war (Abb.). Diese spielte deshalb eine große Rolle, etwa bei Umzügen, Prozessionen und sog. Trachten (z. B. der Viktorstracht in Xanten), oder bei der Begleitung des Schützenkönigs zum Schießplatz. Manchmal war auch das Tragen während des Übungsschießens verpflichtend. Zu teilöffentlichen Auftritten mit der Kette sind Trinkstuben und Gelage, aber auch Hochzeiten zu zählen. Diese waren meist nur für bestimmte Mitglieder und ausgewählte Individuen geöffnet.[31]
B. Privat
Schützenketten wurden auch in privaten Kontexten getragen, obwohl sie dafür nicht vorgesehen waren. Unerlaubte Besuche in Frauenhäusern mit der Insignie sind indirekt durch ausdrückliche Verbote in den Statuten belegt.[32]
Die Ketten wurden im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit selten vom Schützenkönig selbst verwahrt, sondern nur bei repräsentativen Anlässen angelegt. Manchmal wurde der Brudermeister oder ein Vorsteher der Gilde zur Pflege und Aufbewahrung der Kette verpflichtet, wenn sie nicht im Einsatz war.[33] Heute werden Schützenketten nicht selten vom Schützenkönig im eigenen Wohnhaus aufbewahrt, weswegen es gelegentlich Berichte über Diebstähle[34] oder Missverständnisse über die Eigentumsverhältnisse der Schützenkette gibt.[35]
C. Geschenk
In ihrer Funktion als Stadt- oder Landesherren nahmen Herzöge, Kaiser oder Bischöfe oftmals als Ehrenmitglieder mit dem Privileg des ersten Schusses an Vogelschießen teil. Sie schenkten den Schützengesellschaften deshalb ganze Schützenketten oder Anhänger als eine Art Gunsterweis. Mit heraldischer Symbolik und Emblematik wurde dabei auf den Stifter verwiesen (Abb.), z. B. mit dem Feuerstein und Feuereisen auf die Devise der Herzöge von Burgund, dann der Habsburger. Diese Art der Schenkung ist eng an die Auszeichnungspraxis spätmittelalterlicher Adelskultur angelehnt, mit der sich Herrscher der Loyalität seiner Untertanen versicherte.[36]
Obwohl sich in vielen Städten infolge der Umstrukturierung der militärischen Aufgebote auch eine Veränderung des Schützenwesens von der oftmals ausschließlich gesellschaftlichen zur deutlich militärischen Organisation vollzogen hatte,[37] blieb das Vogelschießen in seinen rituellen Strukturen gleich. Die Stiftungen durch Stadtherren, Herzöge und andere Adelige blieben bis ins 19. Jh. bestehen.[38]
IV. Motive
A. Kettenglieder
Kettenglieder wurden meist mit verschiedenen Ornamenten versehen. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit waren Ranken weit verbreitet, darunter Eichenblätter und Eicheln, Disteln und Hopfen, aber auch Blüten und Knospen aller Art (Abb.). Die Eichenblätter und Eicheln wurden schon im 15. Jh. mit dem Schützenwesen in Verbindung gebracht, vermutlich als Fortführung der antiken, militärischen Auszeichnungspraxis mit der „corona civica“, die aus (echtem) Eichenlaub gefertigt wurde.[39] Einige wenige Ketten weisen zwischen den Ranken der Glieder Jagdmotive auf, wie etwa Hunde, Jäger oder Rotwild. Weitere Motive, wie etwa Wolkenbänder, der „Hollandse Tuin“ (Holländischer Garten) oder Feuerstein und -eisen, stellen heraldische Motive dar, die im Rapport die Kettenglieder bilden. Feuerstein und -eisen verwiesen entweder auf eine Schenkung durch den Kaiser des Heiligen Römischen Reichs selbst oder auf die Loyalität der betreffenden Schützengesellschaft zu ihm oder seiner Stadt, denn der Kaiser war stets Vorsteher des Ordens des Goldenen Vlieses. Damit wurde die Ikonografie dieses ritterlichen Ordens auf eine Insignie einer dezidiert urban verankerten Gesellschaft übertragen.
B. Anhänger
1. Heilige
Der Hauptanhänger des 15. und 16. Jh., entweder rund oder in Form einer Tartsche oder eines anderen Wappenschildes, trägt die Darstellung des Patrons der Schützengesellschaft (Abb.). Schützengesellschaften stellten sich meist unter den Schutz eines Heiligen, einer Heiligen oder mehrerer Heiliger gleichzeitig. Oftmals gab es Überlappungen mit Stadtpatronen und Kirchen- oder spezifischen Altarpatronen des Ortes, in dem die Schützen ansässig waren. Die Heiligen Georg, Sebastian und Antonius Abbas waren aufgrund ihrer Viten besonders häufig vertreten. Auch weibliche Heilige – Maria, Barbara und Katharina – finden sich vielfach auf Schützenketten, allerdings meist als Ko- oder Nebenpatroninnen.[40] In der Regel sind die Heiligen stehend, vollplastisch oder halbplastisch dargestellt, entweder frei auf dem Schildfeld nebeneinander oder übereinander kombiniert, auf Konsolen oder unter architektonischen Elementen wie etwa Baldachinen.
Ab dem 17. Jh. werden die Patrone in der Regel graviert oder ziseliert und sind nur noch selten vollplastisch, da auch die Schilde nicht mehr die gewölbte Form von Tartschen aufweisen (Abb.). Narrative Szenen sind zwar im Gegensatz zum Mittelalter und zum 16. Jh. vermehrt zu verzeichnen, insgesamt sind jedoch die Patrone weniger dominant als der silberne Vogel und die zunehmend größer werdenden Königsschilde.[41]
2. Vögel
Das häufigste Motiv auf Schützenketten ist seit dem Mittelalter der Vogel, der auf den Vogelschuss, also die vertikal aufgestellte Attrappe auf einem Turm, einer Stange oder einem hohen Gebäude verweist, die beschossen wurde. Der silberne Vogel hängt meist entweder am Hauptanhänger mit der Darstellung des Patrons oder der Patronin oder ist als vollplastische oder halbplastische Figur direkt an den Kettengliedern befestigt. Meist wird der Vogel seitlich im Profil oder mit seitlich oder nach oben ausgesteckten Flügeln gezeigt, selten in Frontalansicht. Er kann entweder auf einem Ast, einem Pfeil, einem Bolzen oder einer Büchse stehen. Zuweilen trägt er eine Krone auf dem Kopf oder um den Hals als Verweis auf den Königsschuss, der den Sieg und damit auch das Tragen der Schützenkette anzeigt. Viele der Vögel können als Papageien identifiziert werden, da insbesondere im Mittelalter das Vogelschießen auch als Papageienschießen bezeichnet wurde. Ab der Frühen Neuzeit sind vermehrt Adler und andere Vögel dargestellt, darunter Strauße, Pfauen und Hähne.
3. Schilde
Viele Schützenkönige schrieben sich nach dem Vogelschießen in die Kette ein. Sie ließen entweder Wappen mit den eigenen Initialen auf die Rückseite der Kettenglieder oder des Hauptanhängers gravieren, oder Wappenschilde als Anhänger fertigen. Bei hochrangigen Gesellschaften mit vielen Mitgliedern aus hohem oder niederem Adel wurden Wappen des eigenen Geschlechts gewählt, wohingegen die meisten Schützenkönige ohne Adelstitel ein Wappenschild mit eigenem Namen, einer Hausmarke oder einem Handwerkerwappen (Berufsdarstellung) versahen (Abb.). Ornamente wurden ab dem 16. Jh. vor allem als Rahmung der Anhänger der Schützenketten häufiger eingesetzt. Im 17. Jh. versah man die Rahmen der Anhänger mit ziseliertem oder graviertem Roll-, Schweif- und Knorpelwerk. Anstelle der im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit üblichen Tartschen wurden nun zunehmend Kartuschen als Schildformen verwendet, die zudem immer flacher gestaltet waren. Neue Formen, wie etwa Herzen, Ordenssterne und -Kreuze traten auf, die sich an Votivgaben und militärischen Orden orientierten. Im 18. Jh. wurden auch zeittypische Ornamente wie etwa Bandelwerk und Rocaille verwendet, die leicht aufgewölbt und in der Regel sehr viel mehr Raum als die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Schilde einnahmen. Ab dem 20. Jh. werden die Formen der Schilde noch vielfältiger. Die Darstellungen der Berufsgruppenzugehörigkeit oder der Patrone, Namen und Jahreszahlen bleiben weiterhin bestehen.
4. Waffen
Schützengesellschaften schießen in historischen Schützenbruderschaften bis heute noch mit einer von drei Arten von Schusswaffen bzw. Geschossen: Pfeil und Bogen, Armbrust oder Büchse. Alle drei wurden auf Schützenketten entweder als kleine Anhänger befestigt oder in Darstellungen des Martyriums des hl. Sebastians auf dem Hauptanhänger dargestellt. Insbesondere Armbrüste sind in einigen Statuten als Mitgliedsabzeichen (manchmal „Kovelen“ bezeichnet[42]) überliefert, sodass angenommen werden kann, dass diese Abzeichen oftmals auch nach dem Sieg auf die Schützenketten befestigt wurden.[43] Größere Exemplare dienten als Hauptanhänger und konnten mit Jahreszahlen, Namen oder anderen Gravuren versehen sein (Abb.).
5. Gedenkmünzen und Medaillen
Silberne Gedenkmünzen wurden ab der Mitte des 16. Jh. als Anhänger an der Schützenkette befestigt, waren jedoch insbesondere im 19. Jh. und Anfang des 20. Jh. sehr verbreitet. Während es sich im 16. Jh. offenbar weniger um eine identitätsstiftende Schenkung als vielmehr um eine Akkumulation wertvoller Silbermünzen oder Münzen aller Art ohne Bezug zum Schützenwesen gehandelt zu haben scheint, wurden sie ab dem 19. Jh. speziell zum Zweck der Anbringung an der Schützenkette angefertigt. In der Schweiz wurden die als Schützentaler bezeichneten Gedenkmünzen zu Anlässen wie Schützenfesten, Bundesschießen und anderen Jubiläen hergestellt und mit einer eigenen Fassung versehen (Abb.). Im 19. Jh. bis heute werden sie hochgradig individualisiert produziert; viele Gold- und Silberschmiede sowie Juweliere bieten vorgefertigte Fassungen an.[44]
6. Glöckchen und Schellen
Glöckchen und Schellen wurden ebenfalls an Schützenketten angebracht, entweder an den Büchsen oder an anderen Anhängern. Durch die Bewegung des Schützenkönigs erzeugten sie beim Tragen Klänge (Video: [1]), die die Aufmerksamkeit der in der Nähe stehenden Personen auf den Schützenkönig zogen.
V. Inschriften
In der Regel wurden Inschriften von Gold- und Silberschmieden gefertigt, die der Schützenkönig nach seinem Sieg in Auftrag gab. Ganze Namen oder Initialen, aber auch Hausmarken und Daten des Königsschusses waren üblich. Wenn kaum mehr Platz für neue Gravuren vorhanden war und kein neues Silber gestiftet wurde, gravierte oder ritzte man die Ketten auch beidseitig (Abb.). Eine rückseitige Gravur konnte aber auch auf den Goldschmied verweisen, das aktuelle Gewicht der Schützenkette indizieren, das manchmal durchgestrichen und neu angegeben wurde, sowie Namen der Schützenkönige enthalten. Im 18. und 19. Jh. sind längere Inschriften auf Schilden üblich, die die Umstände des Königsschusses oder das Amt des Königs näher beschreiben.
Anmerkungen
- ↑ Auch Vogelanhänger, die lediglich über einen Haken am Ornat befestigt wurden, dienten demselben Zweck, so z. B. nachweislich in der Soester St. Georgen Schützenordnung von 1533: „Item bey genne dey den Vogel affschut dey sal setten ip dem kampe vere borgen vor dath cleynheyt unde bey van Soyst geven der geselschop eyn hoken den sal hey dregen alle Sundage Apostel dage und unser seyven frowen dage up süntte Patroclus und dey vere hochtydt 75 und besunder wan man begencknisse helt in der kerken“, vgl. Eduard Vogeler, Urkundliche Beiträge zur Geschichte des Schützenwesens im alten Soest, in: Zeitschrift des Vereins für die Geschichte von Soest und der Börde 3, 1883/84, S. 1–9, hier 1–4.
- ↑ „kleinod, n.“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/25, https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=K07202, (12.06.2026).
- ↑ Siehe am Beispiel Rothenburgs ob der Tauber Ludwig Schnurrer, Spätlese. Neue Beiträge zur Geschichte der Reichsstadt Rothenburg o. d. T., Rothenburg o. T. 2010 (Rothenburg-Franken-Edition, 5), S. 180. Im Schwäbischen wird ebenfalls der Patter bzw. Potter als Halsschnur mit Perlen bezeichnet. Peterlen und Botter werden hier ebenfalls als Rosenkränze bezeichnet, etymologisch u. a. über das englische „bead“, und Paternoster zurückzuführen, siehe Johann Christoph von Schmid, Schwäbisches Wörterbuch mit etymologischen und historischen Anmerkungen, Stuttgart 1844, S. 36.
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 114f.
- ↑ So beispielsweise im Rijksmuseum, der größten Schützenkettensammlung, https://www.rijksmuseum.nl/en/collection/node/schuttersketen--04667222e7618b8299240dd3cea72a55 (07.07.2026).
- ↑ Als Hilfsbegriff wurde für eine von der Wallace Collection 1871 aufgekaufte Schützenkette aus Gorinchem der verallgemeinernde Begriff „Ceremonial Chain“, gewählt, https://wallacelive.wallacecollection.org:443/eMP/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=collection&objectId=64753&viewType=detailView (19.06.2026).
- ↑ Irina Dudar und Markus Jansen, Von Bögen, Büchsen, Ketten und Königen. Schützen in der Stadt Köln vom 14. bis 16. Jahrhundert, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 228, 2025, S. 217–271, hier 266f.
- ↑ Beispielsweise in Kalkar, siehe bei Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), Kat.-Nr. A 13, S. 390–394 und München, S. 70f., sowie Kat.-Nr. A 18, S. 411–416.
- ↑ Schutters in Holland, kracht en zenuwen van de stad, bearb. von M. Carasso-Kok und J. Levy-van Halm, Ausstellungskatalog Zwolle und Haarlem 1988, S. 302f., Nr. 117.
- ↑ Rheinisches Schützensilber. Die Bestände der Kölnischen Stadtmuseums, bearb. von Christine Doege, Köln 1992, S. 103; 500 Jahre Rheinisches Schützenwesen, bearb. von Helene Blum, Ausstellungskatalog Zons 1974, S. 52; Schatten der Vlaamse Schuttersgilden, Catalogus, bearb. von W. van Nespen, Mitwirkung G. Simons und J. Gerarts, Ausstellungskatalog Antwerpen 1966–1967 und Brüssel 1967, Brüssel 1967, Nr. 260, S. 93.
- ↑ Maßgeblich hierzu siehe Jean-Dominique Delle Luche, Des amitités ciblées. Concours de tir et diplomatie urbaine dans le Saint-Empire, XVe–XVIe siecle, Turnhout 2021 (Studies in European Urban History (1100–1800), 51).
- ↑ Siehe z. B. die Schützenkette „Der Städte Kleinod“, Leipzig, Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), Kat.-Nr. A 17, S. 408–410.
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 43–75.
- ↑ Theo Reintges, Ursprung und Wesen der spätmittelalterlichen Schützengilden, Bonn 1963 (Rheinisches Archiv, 58), S. 266.
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 195, 212, 215f.
- ↑ Siehe z. B. Schutters in Holland, kracht en zenuwen van de stad, bearb. von M. Carasso-Kok und J. Levy-van Halm, Ausstellungskatalog Zwolle und Haarlem 1988, S. 142, Cat. 115; Zu einem Kurkölnischen Schützenzepter siehe Irina Dudar und Markus Jansen, Von Bögen, Büchsen, Ketten und Königen. Schützen in der Stadt Köln vom 14. bis 16. Jahrhundert, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 228, 2025, S. 217–271, hier 262f. mit Abb. 6–6.2.
- ↑ Theo Reintges, Ursprung und Wesen der spätmittelalterlichen Schützengilden, Bonn 1963 (Rheinisches Archiv, 58), S. 269f.
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 32, Anm. 112; Theo Reintges, Ursprung und Wesen der spätmittelalterlichen Schützengilden, Bonn 1963 (Rheinisches Archiv, 58), S. 269f.
- ↑ Siehe z. B. Jakobakraag, Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), Kat.-Nr. B 15, S. 489–491; Rene Kappers, Keurtekens op goud en zilver. De vroegste voorschriften voor ‚Hollands‘ goud- en zilversmeden in Muntordonnanties onderzocht, 1355 – 1503, in: De Stavelij. Jaerbook 2018, S. 10–33. Kappers, Rene: De ware gedaante van de Jacobakraag, de 15de eeuwse schutterskraag van Schoonhoven, in: De Zilver Histograaf Schoonhoven, over de duizend meesters, hin werk en hun stad 1, 2021, H. 4, S. 115–131. Zur sog. Königinnenkette von Dorsten, siehe Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), Kat.-Nr. A 6, S. 371–372.
- ↑ Zum umfassenden Katalog aller erhaltenen und verschollenen Ketten zwischen ca. 1450–1550 siehe Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 351–522.
- ↑ Siehe maßgeblich hierzu Laura Crombie, Archery and Crossbow Guilds in Medieval Flanders 1300–1500, Woodbridge 2016, Jean-Dominique Delle Luche, Des amitités ciblées. Concours de tir et diplomatie urbaine dans le Saint-Empire, XVe–XVIe siecle, Turnhout 2021 (Studies in European Urban History (1100–1800), 51), und Theo Reintges, Ursprung und Wesen der spätmittelalterlichen Schützengilden, Bonn 1963 (Rheinisches Archiv, 58).
- ↑ Irina Dudar und Markus Jansen, Von Bögen, Büchsen, Ketten und Königen. Schützen in der Stadt Köln vom 14. bis 16. Jahrhundert, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 228, 2025, S. 217–271, insbesondere S. 228–233.
- ↑ Statuten der sog. Großen Grünen Schützengilde von Kiel vom 4. Juni 1412, Transkription nach Hedwig Siewert, 550 Jahre Große Grüne Schützengilde in Kiel, Kiel 1962 (Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, 51), S. 60 und 62.
- ↑ Die Rückdatierung moderner Schützenvereine auf die mittelalterlichen Vergesellschaftungen geht oftmals mit einem falschen Verständnis eigener Traditionen und Funktionen einher. Hierzu maßgeblich Jonas Leineweber u.a., Das Schützenwesen in Westfalen als Immaterielles Kulturerbe. Tradition im Wandel: Entwicklungen, Kontinuitäten und Zukunftsperspektiven, Bielefeld 2020 (Paderborner Beiträge zur Geschichte, 19), S. 26–42. Als Beispiel sei der Aachener Schützenverein genannt, der sich selbst auf das Jahr „vor 1198“ in einer Urkunde beruft, die zwar von Schützen im Allgemeinen, allerdings nicht von Schützengesellschaften berichtet: https://www.karlsschuetzengilde.de/ (07.07.2026). Zum historischen Bewusstsein der Schützenvereine am Beispiel Westfalens siehe Thomas Küster, Regionale Identität(-en) in Westfalen. Historisches Bewusstsein und subjektive Lebenswelt, in: Immaterielles Kulturerbe und Regionale Identität – Schützenwesen in Nordwestdeutschland, hg. von Jonas Leineweber und Eva-Maria Seng, Bielefeld 2025, S. 99–125. Kritisch zu Gründungsdaten und Kontinuitäten vormoderner Traditionen: Jonas Leineweber und Peter Karl Becker, Tradition im Wandel. Dynamische Tradierung und Formierung des Kulturerbes Schützenwesen in Westfalen, in: Immaterielles Kulturerbe und Regionale Identität – Schützenwesen in Nordwestdeutschland, hg. von Jonas Leineweber und Eva-Maria Seng, Bielefeld 2025, S. 209–237, hier 213.
- ↑ So beispielsweise auch auf einer verschollenen Kölner Kette, die der Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (gest. 1480) gestiftet haben soll, siehe Irina Dudar und Markus Jansen, Von Bögen, Büchsen, Ketten und Königen. Schützen in der Stadt Köln vom 14. bis 16. Jahrhundert, in: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 228, 2025, S. 217–271, hier 256–258.
- ↑ So beispielsweise beim sog. Collier d’apparat de Liege, einer Schützenkette der jungen Armbrustschützengilde von Lüttich, die im 17. Jh. nahezu 3 kg wog, siehe Paul Bruyère: Les compagnies sermentées de la cité de Liège aux Temps Modernes. L’exemple des jeunes arbalétriers (1523–1684), Lüttich 2004 (Publication in-octavo, 57), S. 138–142.
- ↑ Zu neuzeitlichen Schützenketten: 500 Jahre Rheinisches Schützenwesen, bearb. von Helene Blum, Ausstellungskatalog Zons 1974, Grevenbroich 1974, S. 19.
- ↑ Rheinisches Schützensilber. Die Bestände der Kölnischen Stadtmuseums, bearb. von Christine Doege, Köln 1992, S. 9f.
- ↑ Rheinisches Schützensilber. Die Bestände der Kölnischen Stadtmuseums, bearb. von Christine Doege, Köln 1992.
- ↑ Schatten der Vlaamse Schuttersgilden, Catalogus, bearb. von W. van Nespen, Mitwirkung G. Simons und J. Gerarts, Ausstellungskatalog Antwerpen 1966–1967 und Brüssel 1967, Brüssel 1967.
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 195–233. Insbesondere zum Tragen bei Messen, Trachten und Umzügen siehe S. 216–233. Siehe auch Irina Dudar, Teilhabe und Teilnahme: Das spätmittelalterliche Vogelschießen zwischen städtischer Partizipation und Repräsentation der Schützengesellschaften, in: Jonas Leineweber und Eva-Maria Seng (Hg.), Immaterielles Kulturerbe und Regionale Identität – Schützenwesen in Nordwestdeutschland, Bielefeld 2025, S. 151–167.
- ↑ „Item unse koningh schal dessen voghel dreghen alle hilghe daghe uppe synem hovede edder an synem halse unde en schal ene nicht dreghen in unerlike stede, were id dat dit scheghe, alse vaken alse hee des vorwunnen wert, so schal hee dat der kumpanyge wedden mid ener tunne beres. Item dee schaffere scholet em gheven ene mutze alse gud alse teyn schillinghe, dar schal hee den voghel openbar uppe dreghen”, Statuten der sog. Großen Grünen Schützengilde von Kiel vom 4. Juni 1412, Transkription nach Hedwig Siewert, 550 Jahre Große Grüne Schützengilde in Kiel (Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, 51), Kiel 1962, S. 60, 62.
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 209.
- ↑ Wolfgang Hustedt, Neue Königskette nach Diebstahl, in: Weser Kurier,16.10.2013: https://www.weser-kurier.de/kultur/neue-koenigskette-nach-diebstahl-doc7e3m57u5x101h7biz159?reloc_action=artikel&reloc_label=/startseite_artikel,-Neue-Koenigskette-nach-Diebstahl-_arid,685955.html. (19.06.2026).
- ↑ Siehe am Beispiel Altengotterns: Schützenkompanie St. Sebastian zu Altengottern e.V.: http://www.altengottern.de/Sch%FCtzenkompanie/Kette.htm. (29.06.2026).
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 77–87.
- ↑ Siehe am Beispiel der Schützen im Nordmünsterland Sebastian Kreyenschulte, Genese und Entwicklung des Schützenwesens im Nordmünsterland, in: Nordmünsterland. Forschungen und Funde, 4, 2017, S. 137–195, hier 165–170.
- ↑ Sebastian Kreyenschulte, Genese und Entwicklung des Schützenwesens im Nordmünsterland, in: Nordmünsterland. Forschungen und Funde, 4, 2017, S. 137–195, hier 163–165.
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 120f.
- ↑ Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 163–191.
- ↑ 500 Jahre Rheinisches Schützenwesen, bearb. von Helene Blum, Ausstellungskatalog Zons 1974, S. 20f.
- ↑ Siehe beispielhaft am sog. Gildebrief der St. Antonius Schützengilde von Kleve, 1461, Depositum, Stadtarchiv Kleve, 3 AE. Neu transkribiert bei Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 337–341.
- ↑ Siehe allgemein zu Kovelzeichen Irina Dudar, Krönen – Mehren – Weitergeben. Individualisierungspraktiken und Erinnerungssicherung auf spätmittelalterlichen Schützenketten (1450–1550), Köln 2024 (Forschungen zu Kunst, Geschichte und Literatur des Mittelalters, 10), S. 34, 43, und ebd. zu Schützenketten Kat.-Nr. A 16, S. 403–407, Kat.-Nr. A 28, S. 448–452.
- ↑ Exklusive Münzen für Schützenkette: Tradition und Erinnerung Individuelle Schützenmünzen – Tradition trifft moderne Handwerkskunst, https://www.muenzmanufaktur.com/schuetzenmuenzen (19.06.2026).
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