Epenillustration

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englisch: Illustration of epic poetry; französisch: Illustration des poèmes épiques; italienisch: Illustrazione di epos.


Wolfgang Stammler (1962)

RDK V, 810–857


RDK II, 1481, Abb. 40. Wolfram von Eschenbach, Willehalm, 1334.
RDK II, 1481, Abb. 41. Weltchronik des Rudolf von Ems, A. 14. Jh.
RDK III, 421, Abb. 2. Klagenfurt, 12. Jh.
RDK III, 1099, Abb. 11. St. Gallen, 14. Jh.
RDK IV, 521, Abb. 6. München, M. 15. Jh.
RDK IV, 825, Abb. 6. München, um 1260-70.
RDK V, 811, Abb. 1. Wien, 2. H. 12. Jh.
RDK V, 813, Abb. 2. Berlin, Ende 12. Jh.
RDK V, 815, Abb. 3 a. Berlin, Anf. 13. Jh.
RDK V, 817, Abb. 3 b. Berlin, Anf. 13. Jh.
RDK V, 819, Abb. 4. Heidelberg, Ende 12. Jh.
RDK V, 821, Abb. 5. München, um 1235.
RDK V, 823, Abb. 6. München, um 1240.
RDK V, 825, Abb. 7. München, Mitte 13. Jh.
RDK V, 827, Abb. 8. St. Gallen, um 1300.
RDK V, 827, Abb. 9. München, 1. H. 14. Jh.
RDK V, 829, Abb. 10. Ehem. Kassel, 1334.
RDK V, 831, Abb. 11. München, 1. H. 14. Jh.
RDK V, 833, Abb. 12. Ehem. Königsberg i. Pr., Mitte 14. Jh.
RDK V, 835, Abb. 13. Stockholm, 1400.
RDK V, 837, Abb. 14. München, 1408.
RDK V, 839, Abb. 15. Donaueschingen, um 1440.
RDK V, 839, Abb. 16. Nürnberg, 1441.
RDK V, 841, Abb. 17. München, Mitte 15. Jh.
RDK V, 841, Abb. 18. Stuttgart, 1467.
RDK V, 843, Abb. 19. Heidelberg, um 1475.
RDK V, 845, Abb. 20. München, 2. H. 15. Jh.
RDK V, 849, Abb. 21. Frankfurt a. M., 1471.
RDK V, 851, Abb. 22. St. Gallen, 2. Dr. 15. Jh.
RDK V, 853, Abb. 23. Wien, 1504-16.

I. Einführung

Unter E. wird der Bildschmuck der deutschen Handschriften verstanden, in denen geistliche oder weltliche Epen des Mittelalters aufgezeichnet sind. Die E. ist also ein Ausschnitt aus der Buchmalerei; für die allgemeine Geschichte und die stilistische Entwicklung wird daher auf diesen Artikel (RDK II 1420–1524) verwiesen.

Seit dem 9. Jh., mit anderen Worten seit den Anfängen der deutschen Dichtung, haben die mönchischen Schreiber der anfangs nur geistlichen Epen ihre Pergamentcodices mit zumeist lavierten Federzeichnungen zu schmücken gesucht. Meist waren Schreiber und Miniatoren verschiedene Persönlichkeiten (mitunter kennen wir ihre Namen), und nur selten waren beide Fähigkeiten in einer Person vereinigt. Eine Trennung beider Tätigkeiten zeigt sich besonders bei den Handschriften, die in ihren einzelnen Lagen geschrieben vorlagen, und bei denen alsdann beim Einbinden die blattgroßen Bilder zwischen den einzelnen Lagen besonders eingeheftet wurden. Gerade poetische Werke erhielten gern illustrierende Auszierung. Dagegen scheuten wissenschaftliche Autoren davor zurück, das Publikum mit solchen äußeren Mitteln anzulocken. Als ein Schreiber des 13. Jh. das „Chronicon“ Ottos von Freising im Codex Jenensis fortführte, unterließ er jegliche weitere Bebilderung mit der stolzen Bemerkung: „pictura... laicorum est, non litteratorum“. Ob er damit nicht aus der Not eine Tugend machte? Denn diese Anschauung galt keineswegs allgemein.

Trotzdem: reicher wurde gerade bei Dichtungen, welche geistliche Stoffe behandelten, die Illustration verwendet. Im 11. und 12. Jh. geschah das wohl auch zu dem Zweck, die Laien zum Eindringen in die poetisch geformten Heilswahrheiten anzureizen. Ebenso sollte die Illustration ein Mittel sein, die bereits vorhandenen weltlichen Epen beiseite zu drängen und dem christlichen Stoff immer weitere Verbreitung zu schaffen. Wie intensiv man solche Mittel zu benutzen verstand, offenbart der von der elsässischen Äbtissin Herrad von Landsberg angeregte und geleitete Hortus deliciarum, ein umfangreiches Bilderwerk, das, ohne Text, nur die Bilder sprechen ließ, um damit christlichen Erlösungsideen zum Siege zu verhelfen.

Als im 12. Jh. eine höfische Laienkultur langsam neben der Klerikerbildung emporstieg und ihre dichterischen Schöpfungen die neue ritterliche Ethik zum Ausdruck brachten, steht gleich am Eingang das „Rolandslied“, dem die Stauferzeit ein prächtiges Gewand in Gestalt des vielbebilderten Heidelberger Codex verlieh. Derselben Generation entstammt die Berliner Geschenk-Hs. von Veldekes „Eneit“. Die großen Epen Wolframs von Eschenbach und Gottfrieds von Straßburg erfuhren im 13. Jh. reich illustrierte Ausgaben, und mit besonderem Eifer bemühten sich die Illuminierwerkstätten um die gereimten Weltchroniken, die immer wieder neu bearbeitet und illustriert dem leselustigen Käufer dargeboten wurden.

Solche Epenillustrationen darf man nicht im modernen Sinn als Darstellungen der realen Welt auffassen, sondern sie wollten die Dichtung begleiten, verdeutlichen, herausheben. Das wird namentlich im Spät-MA offenbar, wo solche Bilderausgaben einem bürgerlichen Publikum dargeboten wurden. Diesem erschien der epische Inhalt wie die Schilderung einer „romantischen“, versunkenen oder so nie vorhanden gewesenen Welt; es waren für die rational denkenden Städter höfische und ritterliche „Märchen“, unwirklich, idealisiert und stilisiert.

Bei Durchmusterung der erhaltenen hochma. Hss.-Bestände fällt auf, daß darunter weder das „Nibelungenlied“ noch die „Kudrun“ noch die beliebten Dietrichepen mit Bildern erscheinen. Erst im 15. Jh. fand die Illustration auch zu ihnen den Weg. Ebenfalls existiert von einem der berühmtesten höfischen Epiker, von Hartmann von Aue, keine bebilderte Hs.; allerdings ist die handschriftliche Überlieferung seiner Epen so merkwürdig spärlich, daß man sich verwundert fragt, wo alle die Codices hingekommen sind, die seine doch fraglos vielgelesenen Werke enthielten.

Bei einigen gelehrten Verfassern wissen wir auch, daß sie selbst Angaben zur Illustrierung ihrer Werke machten. Heinrich Seuse zeichnete selbst Bilder zu seiner Lebensbeschreibung, um die Visionen und den Weg der Seele zu Gott den Lesern sinnfällig zu gestalten. Und sehr wahrscheinlich hat der Friauler Domherr Thomasin von Zirklaere für das berühmte, umfangreiche Lehrgedicht „Der Welsche Gast“ angegeben, in welcher Art seine allegorischen Tugenden- und Lasterfiguren den Gehalt seines Werkes auch bildlich veranschaulichen sollten. Jedenfalls stimmen die illustrierten Hss. des didaktischen Epos stark überein, nur daß die späteren Zeichner die Symbolik des 13. Jh. nicht mehr verstanden und daher verunklärt haben.

Die Wichtigkeit der illustrierten Hss. für die Herstellung eines echten Textes erhellt schon aus der Tatsache, daß die Beziehungen der Hss. zueinander vermöge der Bilder oft schärfer zu erkennen sind als allein durch die textlichen Fassungen. Natürlich wäre es vorschnell (wie es geschehen ist), alle Bilder-Hss. eines Werkes stets auf eine gemeinsame Vorlage zurückzuführen. Doch gegenseitige Kopie liegt, zumal im 15. Jh., in sehr vielen Fällen vor.

Je mehr die Laienbildung um sich griff, je mehr sich auch das Bürgertum einer ästhetischen Kultur zuneigte, desto eifriger wurden in den Häusern der vermögenden Patrizier und Stadtgeschlechter die alten ritterlichen Epen, nicht selten für den neuen Geschmack textlich zurechtgestutzt und bearbeitet, in teuren und billigeren Bilder-Hss. gelesen.

Diese „Volkshandschriften“ zu nennen, ist abwegig. Denn mit dem vielfach schillernden, daher wissenschaftlich unbrauchbaren Wort „Volk“ wird meist die unliterarische untere Schicht der gesamten Volksgemeinschaft verstanden (man denke an die romantischen Ausdeutungen von „Volkslied“ und „Volksbuch“, die noch heute spuken!). Aber diese Schicht konnte einmal kaum lesen; und ferner verfügte sie keineswegs über die finanziellen Mittel, um sich derartige Handschriften kaufen zu können.

Auch ohne diesen unklaren Begriff repräsentiert das Zeitalter der Spätgotik, in erster Linie das 15. Jh., noch einmal einen Höhepunkt der deutschen Epenillustration. Wir wissen, daß bereits im Hoch-MA außerhalb der klösterlichen Scriptorien bürgerliche Schreibstuben vorhanden waren, meist von Notarien geleitet, aus denen z. B. wohl die klug bebilderten Sachsenspiegel-Hss. hervorgingen. In Straßburg kennen wir um M. 13. Jh. die Schreibstube des Meisters Hesse, „notarius burgensium“, welche Pracht-Hss. zu Geschenkzwecken für den Adel herstellte. Etwas später taucht eine Schreibstube gleichen Charakters in Konstanz auf. Wohl aus Mangel an Quellen wissen wir dann eine Zeitlang nichts mehr von solchen Einrichtungen. Erst das 15. Jh. weist eine große Zahl solcher Werkstätten auf: seit rund 1415 in Straßburg, Hagenau (Diebolt Lauber), Basel, Konstanz, Augsburg, Regensburg, Stuttgart (Ludwig Henfflin). Vermutlich sind auch das Rheinland, Mittel- und Norddeutschland daran beteiligt, aber die Forschung hat hier noch nicht eingesetzt. Von diesen, allerdings mitunter kunstarmen Codices weltlicher Fabrikschreiber ist dann für den Buchdruck der Anstoß ausgegangen, die deutschen, jetzt prosaisierten Ritterromane mit Holzschnitten auszustatten. Oft muß man in solchen späten Hss. die Absicht für die Tat nehmen; nicht wenige unter ihnen haben, meist in der oberen Hälfte des Blattes, die Stelle für das Bild freigelassen (mitunter ist auch bereits die Unterschrift beigefügt), aber an der Ausführung hat es gefehlt, der Platz ist leer geblieben.

Kunst- wie Literaturgeschichte haben in gleicher Weise ein Interesse an diesen illustrierten Epen-Hss. Wir stehen noch in den Anfängen der Untersuchungen. In welchem Verhältnis zueinander steht der Stil der Bilder und der Dichtung?

Kann man überhaupt von stilistischen Übereinstimmungen bei Text und Miniatur sprechen? Hat der Künstler sich überhaupt um den Text gekümmert, den er illustrieren soll, oder sich nur an die Vorschrift des Rubrikators gehalten? Derartige Fragen stellen sich bei jedem illustrierten Codex ein, und sie sind bisher nur für vereinzelte, auffallende Pracht-Hss. (wie die große Heidelberger Minnesänger-Hs. der Manesse) angeschnitten worden. Anscheinend sind sie auch nicht auf allgemeine Regeln festzulegen, sondern für jede Hs. gesondert zu beantworten. Lediglich bei den späten, in fabrikartigen Ateliers hergestellten Büchern kann man vereinzelt feste Richtlinien erkennen (siehe z. B. [4]).

Zur Aufhellung dieser Probleme muß aber erst einmal eine Übersicht über das Material vorliegen. Die älteren Textausgaben vermerken meist nicht, ob die benutzten Hss. illustriert sind oder nicht, da es den Herausgebern in philologischer Einseitigkeit nur auf das Wort ankam und eine geistesgeschichtliche Zusammenschau noch nicht vorhanden war. Umgekehrt haben Kunsthistoriker mitunter nur die Bilder betrachtet und lediglich aus ihnen die Heimat des illustrierten Codex konstatieren wollen, ohne die Mundart des Gedichtes zu beachten, und sind dann in Widerspruch mit der sprachlichen Heimat des Textes geraten (vgl. die Edition des Kasseler „Willehalm“).

Um derartige Fehler zu vermeiden und das Material an der Hand zu haben, ist der folgende Katalog geschaffen worden. Er ist nach der Entstehungszeit der illustrierten Dichtungen angeordnet; damit kann man auf den ersten Blick erkennen, welches Epos sofort oder nur illustriert ausgegeben wurde, welches bis in späte Jahrhunderte nach seiner Entstehungszeit noch in illustrierten Hss. erschien, also ein teilnahmvolles Publikum fand. Daraus wird sich auch ein geistesgeschichtlich wesentlicher Ertrag für Leselust und Bildungsstufe von Adel und Bürgertum des MA bis ins 16. Jh. ergeben.

II. Katalog

9. Jahrhundert.

Otfrid von Weißenburg, Evangelienharmonie. Wien, N.B. Cod. Vindob. 2687, Perg. Um 868 vom Dichter in Weißenburg i.Els. selbst verbessert. 3 Bilder. Zchgn. danach bei Joh. Schilter, Thesaurus antiquitatum Teutonicarum Bd. 1, Ulm 1727, zw. S. 240/41, 256/57, 316/17. Beschr.Verz. Bd. 8, 1, S. 126–31; Menhardt [35] S. 113–15; Goldschmidt, Buchmalerei Bd. 1, Taf. 62; E. Heinr. Zimmermann, Die Fuldaer Buchmal. in karol. u. otton. Zeit, Kg. Jb. Z. K. 4, 1910, 103 f.

11. Jahrhundert.

„Genesis.“ a) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2721, Bl. 1r–129v, Perg. 2. H. 12. Jh. 7 Federzchgn. (Abb. 1) nur bis Bl. 5v, von zwei Händen ausgeführt, dann der ausgesparte Raum leer. Viktor Dollmayr, Die altdt. Genesis nach der Wiener Hs. (= Altdt. Textbibl. 31), Halle a. d. S. 1932, S. IV–VI; Beschr.Verz. Bd. 8, 2, S. 235–39, Taf. 29–31 u. Abb. 141; Menhardt [35] S. 217f. („um 1175“, aus Regensburg?). – b) Klagenfurt, Archiv des Gesch.Ver. f. Kärnten im Mus. Rudolfinum Nr. VI/19 (Bl. 1r–84r der sog. Millstätter Hs. aus der Benediktinerabtei Millstatt in Kärnten), Perg. Geschrieben 2. H. 12. Jh. in Innerösterreich (nach Menhardt in Regensburg). Einfarbige Federzchgn. Nachzchgn. bei Jos. Diemer, Genesis und Exodus nach der Milstäter Hs., 2 Bde., Wien 1862. Beschr.Verz. Bd. 3, S. 50–57, Taf. V f.; Herm. Menhardt, Die Bilder der Millstätter Genesis und ihre Verwandten, in: Fs. für Rud. Egger Bd. 3, Klagenfurt 1954 (zugl. Kärntner Museumsschriften 3), S. 248–371; dazu Ludw. Wolff, Beitr. zur Gesch. der dt. Sprache und Lit. (Tübingen) 78, 1956, 166–70, und F. P. Pickering, Zs. f. dt. Philologie 75, 1956, 23–34.

12. Jahrhundert.

Frau Ava, Leben Christi. Görlitz, Oberlausitzer Ges. der Wiss. Nr. 10, Bl. 1r–24r, Perg. 14. Jh. 29 Bilder. Paul Piper, Die geistl. Dichtung des MA 1. Teil (= Dt. Nat.-Lit. Bd. 112), Bln. u. Stg. 1887, S. 223–38 m. 20 Abb.; nach (mdl.) Mitt. Graf Vitzthums der Welislaw-Bibel nahestehend.

„Physiologus“ in Versen. Klagenfurt, Millstätter Hs. (s. o.) Bl. 84v–101r, Perg. 32 Bilder, wiedergegeben bei Th. G. von Karajan, Dt. Sprachdenkmale des 12. Jh., Wien 1846. Beschr.Verz. Bd. 3, S. 50–57; Herm. Menhardt, Der Millstätter Physiologus und seine Verwandten (= Kärntner Museumsschriften 14), Klagenfurt 1956; RDK III 421, Abb. 2.

Priester Wernher, Marienleben. Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgo. 109, Perg. Ende 12. Jh. 85 Federzchgn. (Abb. 2). Hermann Degering, Des Priesters Wernher drei Lieder von der Magd, Bln. 1925; Carl Wesle, Priester Wernhers Maria. Bruchstücke und Umarbeitungen, Halle a. d. S. 1927, S. LXXXII–LXXXVIII; Wegener [23] S. 2–4.

Pfaffe Konrad, „Rolandslied“, a) Heidelberg, U.B. pal. germ. 112, Perg. Ende 12. Jh. 39 Federzchgn. (Abb. 4), wiedergegeben bei Wilh. Grimm, Ruolandes liet, Göttingen 1838. Jos. Nadler, Lit.-Gesch. des dt. Volkes Bd. 1, Bln. 1939, S. 65–67 m. 2 Abb. – b) Acht Bruchstücke einer verlorenen Straßburger ill. Perg.-Hs. bei Schilter a.a.O. Bd. 2, Ulm 1727.

Heinrich von Veldeke, „Eneit“. a) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 282, Perg. Anf. 13. Jh., aus Bayern. 71 Bilder, Federzchgn. (Abb. 3a, 3b; RDK I 690, Abb. 2; ebd. II 995, Abb. 1). Faks.: Albert Boeckler, Heinrich von Veldeke, Eneide. Die Bilder der Berliner Hs., Lpz. 1939. Frz. Kugler, Die Bilder-Hs. der Eneidt in der Kgl. Bibl. zu Berlin (1834), abgedr. in: Kleine Schriften u. Stud. zur Kg. Bd. 1, Stg. 1853, S. 38–52; Marg. Hudig-Frey, Die älteste Ill. der Eneide des H. v. V. (= Stud. z. dt. Kg. H. 219), Straßburg 1921; Alb. Boeckler, Zur Heimat der Berliner Eneit-Hs., Mhe. f. Kw. 15, 1922, 249–57; ders., Regensburg S. 70–72; Wegener [23] S. 1f.; RDK I 687f. – b) Heidelberg, U.B. pal. germ. 403, Pap. Geschrieben 1419 von Hans Coler, elsässische Werkstatt. 38 Bilder. Wegener [31] S. 17f. – c) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2861, Pap. Geschrieben 1474 von Jorg von Elrbach in Pfaffenhausen. Mit ausgemalten Federzchgn. Gust. Könnecke, Bilderatlas zur Gesch. der dt. Nat.-Literatur, Marburg a. d. L. 1885/86, S. 31. – d) In einem Katalog der Bibl. der Frhrn. von Zimmern aus der 2. H. 16. Jh.: „Ein teutsche Histori von Enea reimen weiß mit sehr vielen figuren geschriebenn“ (Theod. Gottlieb, Zimmernsche Hss. in Wien, Zs. f. dt. Philologie 31, 1899, 313). – Vgl. auch RDK I 687–94 und III, 1444–57.

Eilhart von Oberg, „Tristrant und Isalde“. Heidelberg, U.B. pal. germ. 346, Pap. 39 Bilder, aus der Henfflin-Werkstatt in Stuttgart, für Margarete von Savoyen, Gemahlin Graf Ulrichs des Vielgeliebten von Württemberg. Wegener [31] S. 62f.; Stange Bd. 7, S. 53 („gegen 1475 entstanden“).

„Salman und Morolf.“ a) Stuttgart, L.B. H.B. XIII 2, Bl. 300r–339r (aus Kloster Weingarten), Pap. Geschrieben 1419 von Hans Coler, elsässische Werkstatt. 12 Bilder noch erhalten, 6 weitere herausgeschnitten. Frdr. Vogt, Die dt. Dichtungen von Salomon und Markolf I, Salman und Morolf, Halle a. d. S. 1880, S. I–VIII. – b) Dresden, Sächs. L.B. Ms. R. 52 um 4°, zwölf Bruchstücke einer ill. Pap.-Hs. Mitte 15. Jh. Ludw. Schmidt, Beitr. zur Gesch. d. dt. Sprache und Lit. 30, 1905, 571f. – c) Frankfurt a. M., Stadt- u. U.B. Ms. germ. quart 13, Pap. 1479 geschrieben und mit 22 Bildern ausgemalt von dem Frankfurter Goldschmied Hans Dirmstein, der aber nicht der Dichter war; einst in J. J. Eschenburgs Besitz. Vogt a.a.O. S. I; W. K. Zülch in: [9] Bd. 1, Sp. 439f.; H. Fr. Rosenfeld, ebd. Bd. 4, Sp. 7; Hubert Schiel, Die Frankfurter Dirmstein-Hss., Ffm. 1937. „Sämtliche Überlieferungszeugen gehen auf eine bebilderte Hs. zurück“ (Rosenfeld a.a.O. Sp. 7f.; vgl. a. Vogt a.a.O. S. XIX).

Ulrich von Zazikhoven, „Lanzelot“. Heidelberg U.B. pal. germ. 371, Pap. Geschrieben 1420, elsässische Werkstatt. 2 Bilder, „auf eine Vorlage zurückführend, die mit 12 Bildern ausgestattet gewesen sein muß, deren Unterschriften P entnahm“ (Jos. Klapper in: [9] Bd. 3, Sp. 25). Wegener [31] S. 18f.

13. Jahrhundert.

„Nibelungenlied.“ Berlin, ehem. Preuß. St.Bibl. mgf. 855, sog. Hundeshagensche Hs. (nach einem Vorbesitzer), Pap. Um 1442. Einzige ill. Nibelungen-Hs. Faks.: Herm. Degering, Der Nibelungen Not, Bln. 1924. 37 Miniaturen, „ein nicht recht gelungener Illustrationsversuch eines seeschwäbischen Tafelmalers um 1440“ (RDK II 1500). Lehmann-Haupt [17] S. 22f.; Stange Bd. 4, S. 14f., 26; Wegener [23] S. 43–46. Allgemein vgl. Karl Busch, Das Nibelungenlied in dt. Gesch. und Kunst, Mchn. 1934.

Wolfram von Eschenbach: 1. „Parzival“. a) München, St.B. cgm. 19, Perg. Um 1235, aus dem Elsaß und aus derselben Schreibstube wie Gottfrieds Tristan, cgm. 51 (s. u.). Bilder später gesondert zwischen die Lagen eingeheftet (Abb. 5). Faks.: Petzet-Glauning [30] Bd. 3, Taf. 33. Kurt Herold, Der Münchner Tristan, Straßburg 1911; Stange Bd. 1, S. 3, 7; vgl. Paul Weber, Zs. f. bild. K. N.F. 12, 1901, 119f. – b) München, St.B. cgm. 18, Perg. 13. Jh., bayerisch. Nur ein farbiges Doppelbild des 13. Jh. (Bl. 1v) ausgeführt, für die übrigen Bilder Raum ausgespart; eine Federzchg. (Bl. 2v) später nachgetragen. Faks.: Petzet-Glauning [30] Bd. 3, Taf. 35. Stange Bd. 1, S. 8. – c) Bern, Stadtbibl. Ms. Aa 91, Pap. Von Joh. Stemheim aus Konstanz geschrieben, 14./15. Jh. Federzchgn. und farbige Bilder. C. Benziger, Eine ill. Parzival-Hs. a. d. 15. Jh., Mhe. f. Kw. 7, 1914, 214–18. – d) Dresden, L.B. Ms. M. 66, Pap. Mitte 15. Jh. 42 Zchgn. aus der Lauber-Werkstatt zu Hagenau. Bruck [26] S. 302–08; Betty Kurth, Jb. d. Kh. Inst. der Z.K. 8, 1914, Beiblatt Sp. 14–18; Elis. Reiners-Ernst, Das freudvolle Vesperbild, Mchn. 1939, Abb. 21. – e) Heidelberg, U.B. pal. germ. 339, Pap. Mitte 15. Jh. 64 Bilder aus der Lauber-Werkstatt. Wegener [31] S. 46. – f) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2914, Pap. Mitte 15. Jh. 25 Bilder aus der Lauber-Werkstatt. Früher in der Bibl. der Frhrn. von Zimmern (Th. Gottlieb, Zs. f. dt. Philologie 31, 1899, 309). Heinr. Modern, Jb. Kaiserh. 20, 1, 1899, 143f.; Rud. Beer, Zs. f. Bücherfreunde 3, 1899/1900, 401–04; Betty Kurth a.a.O. Sp. 9–18; Holter-Oettinger [34] S. 101–03. – Allgemein vgl. Karl J. Benziger, Parzival in der dt. Hss.-Ill. des MA (= Stud. z. dt. Kg. H. 175), Straßburg 1914.

2. „Willehalm“ (Wolframs Epos ist in den Hss. vielfach mit den Fortsetzungen des Ulrich von Türheim und des Ulrich von dem Türlin verbunden; deshalb werden deren Bearbeitungen gleich hier mitbesprochen). a) München, St.B. cgm. 193, III/I. 1–8, Fragmente einer Perg.-Hs., einst mit je 3 Bildern auf dem äußeren Teil jeder Seite. 3. V. 13. Jh. Unter der Signatur sind Bruchstücke verschiedener Provenienz vereint: a) ehem. Heidelberg, U.B. Heidelb. 362 a. 86: vgl. Anz. f. Kunde d. dt. MA 5, 1836, 177ff.; b) ehem. Meiningen, Henneberg. Gesch.Ver.; c) ehem. Kassel, Priv.bes. (unveröffentlicht); d) München, St.B. cgm. 193, III. Zugehörig ist b) Nürnberg, G.N.M. Nr. 1104 u. 1105, zwei Perg.-Bll. Für a) und b) s. Karl von Amira, Die Bruchstücke der großen Bilder-Hs. von Wolframs Willehalm, Mchn. 1921. – c) München, St.B. cgm. 193, V, Fragmente einer Perg.-Hs. mit Bildern auf Goldgrund. Um 1300. Unter dieser Signatur vereinigt: a) ehem. München, B.N.M. (jetzt cgm. 193, V, fol. 17 u. 18); b) ehem. Bamberg, Hist. Ver. Nr. 74 (jetzt cgm. 193, V, fol. 1, 2, 7 u. 10); zugehörig ist d) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 746 und 923: Wegener [23] S. 5. Unter mgf. 746 außerdem die von Karl Lachmann (Wolfr. v. Eschenbach, Bln. 18915, S. XXXVII) gesuchten Fragmente, urspr. zur Hs. a)–b) gehörig. – e) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2670, Perg. Dat. 1320. 107 Min. a. Goldgrund. Holter-Oettinger [34] S. 67f.; Stange Bd. 1, S. 89. – f) Ehem. Kassel, L.B. cod. poet. fol. 1, Perg. (seit 1945 vermißt). 1334 auf Veranlassung des Landgrafen Heinrich II. von Hessen möglicherweise in einer Kölner Werkstatt geschaffen; franz. und engl. Vorbilder in den Malereien. 62 (z.T. unvollständige) Bilder, Raum für 417 weitere ausgespart (Abb. 10; RDK II 1481, Abb. 40). Faks.: Rob. Freyhan, Die Ill. zum Casseler Willehalm-Codex, Marburg a. d. L. 1927 (viele Fehler bei der Wiedergabe der Bildüberschriften!). Stange Bd. 1, S. 86–90; Helm. Reinecke, Der Wandermeister des Kasseler Willehalm, W. R. Jb. 10, 1938, 43–64; Marie Mollwo, Das Wettinger Graduale, Bern 1944. – g) Wien, N.B. Cod. Vindob. Ser. nov. 2643 (ehem. Kh.Mus. Cod. 4983), Perg. Für König Wenzel 1387 in Prag geschrieben und ausgemalt. Jul. von Schlosser, Die Bilder-Hss. Königs Wenzel I., Jb. Kaiserh. 14, 1893, 214–317, bes. 268f.; Stange Bd. 2, S. 45ff.; Holter-Oettinger [34] S. 76–78; Olga Sroňková, Die Mode der gotischen Frau, Prag 1954, Abb. 92, 99–104, 115f. – h) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 1. 5. 2. Aug. fol., Bl. 220v–271r, Perg. 3. V. 14. Jh. Heinemann [25] Nr. 1589, Bd. II, 1, S. 26. – i) Ebd. 30. 12. Aug. fol., Perg. 2. H. 14. Jh. Die Bilder sind auf besonderen Blättern einzeln eingeheftet. Heinemann [25] Nr. 2310, Bd. II, 2, S. 318f.; Stange Bd. 2, S. 175. – Allgemein vgl. Ed. Lohmeyer, Die Hss. des Willehalm Ulrichs von Türheim (Diss. Halle 1882), Kassel 1883; Karl von Amira, Die große Bilder-Hs. von Wolframs Willehalm (= Sber. der Kgl. Bayer. Ak. d. Wiss., phil.-hist. KL), Mchn. 1903 und 1917; s. a. Alfr. Hübner, Ulrich von Türheim: Rennewart (= Dt. Texte des MA 39), Bln. 1938, S. XI ff.

Wirnt von Grafenberg, „Wigalois“. a) Leiden, Bibl. der Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde Nr. 537, Perg. Geschrieben 1372 für Hzg. Albrecht II. von Braunschweig-Grubenhagen von Jan von Brunswik, Mönch im Zisterzienserkloster Amelunxborn. 47 Bilder. Edward Schröder, Zs. f. dt. Altertum 45, 1901, 228; Vict. Curt Habicht, Zu den Miniaturen der Leidener Wigalois-Hs., Cicerone 14, 1922, 471–75; dazu W. Stammler, ebd. 699f.; J. M. N. Kapteyn, Wigalois I, Bonn 1926, S. 29*–43*; Stange Bd. 2, S. 131. – b) Donaueschingen, Fstl. Fürstenberg. Bibl. Nr. 71, Pap. 25 Bilder (1 ausgerissen), um 1440 aus Laubers Werkstatt zu Hagenau (Abb. 15). Kapteyn a.a.O. S. 61–63.

Gottfried von Straßburg, „Tristan und Isold“, a) München, St.B. cgm. 51, Perg. Um 1240 in einer elsässischen Werkstatt (des Meisters Hesse in Straßburg?) mit 15 Bildern versehen, die einzeln zwischengebunden wurden (Abb. 6); zwei oder mehr Hände. Faks.: Petzet-Glauning [30] Bd. 3, Taf. 32. Paul Weber, Zs. f. bild. K. N.F. 12, 1901, 119f.; Karl Marold, Gottfried von Straßburg, Tristan, Lpz. 19122, S. IX; Kurt Herold, Der Münchener Tristan, Straßburg 1911; Jacobi [7] S. 26 Abb. 15; Frdr. Ranke, Tristan und Isold, Mchn. 1925, S. 280f. u. Taf. 8, 12, 13; Stange Bd. 1, S. 2–4, 7. – Vgl. oben bei Wolfram von Eschenbach, Parzival a), cgm. 19. – b) Köln, Stadtarchiv W. kl. f. 88*, Perg. 1323 von einem Schreiber Willekin, 7 Federzchgn. Marold a.a.O. S. XLII. – c) Brüssel, Bibl. royale ms. 14 697, Pap. Um 1440 in der Lauber-Werkstatt zu Hagenau hergestellt. 92 Bilder. Kautzsch [4] S. 49.

Konrad Fleck, „Flore und Blanscheflor“. Heidelberg, U.B. pal. germ. 362, Pap. Um 1430–40 in der Lauber-Werkstatt zu Hagenau geschrieben und mit 26 Miniaturen versehen. Wegener [31] S. 35; Fechter [10] S. 47. – In der Schwester-Hs. in Berlin, mgf. 18, um 1460 bei Lauber geschrieben, ist zwar Raum für die Bilder gelassen, diese sind aber nicht ausgeführt.

Thomasin von Zirklaere, „Der Welsche Gast“, a) Heidelberg, U.B. pal. germ. 389, Perg. 2. H. 13. Jh., bayerisch 95 (106) Bilder (RDK II 1151/52, Abb. 2). Stange Bd. 1, S. 110. – b) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgq. 978, ein zweispaltig beschriebenes Perg.-Blatt. Ende 13. Jh., bayerisch. 1 Bild. Wegener [23] S. 4. – c) Stuttgart, L.B. Cod. poet. et philol. fol. 1, Perg. 1328 in Regensburg geschrieben, defekt. 92 Bilder. Stange Bd. 1, S. 110. – d) Gotha, ehem. L.B. cod. membr. I. 120, Perg. 1340 in Ostfranken geschrieben. 119 Bilder. Fr. Jacobs und F. A. Ukert, Beitr. z. alt. Litteratur oder Merkwürdigkeiten der Hzgl. öff. Bibl. zu Gotha Bd. 2, Lpz. 1836, S. 305–08; Stange Bd. 1, S. 110; Ant. Matějček, Velislavova bible, Prag 1926, S. 94. – [e) entfällt.] f) Erlangen, U.B. Ms. 1460 b, 33 Perg.-Blätter (Bruchstücke). Oberdeutschland, 2. H. 14. Jh. 19 Bilder. Lutze [29] S. 160f. – g) Büdingen, Fstl. Ysenburg. Bibl., Perg. Bruchstücke. 2. H. 14. Jh. 3 Bilder. W. Crecelius, Zs. f. dt. Altertum 10, 1856, 287–89. – h) Budapest, Nat.Mus., Perg. Bruchstück. 2. H. 14. Jh. Rich. Maria Werner, Zs. f. dt. Altertum 26, 1882, 151–56. – i) Erbach i. Od., ehem. Fstl. Erbach. Gesamthausarchiv, Perg., defekt. Angefertigt für den Trierer E.B. Kuno von Falkenstein (1362–88), franz. Einfluß. 69 Bilder erhalten. Heinr. Rückert (Der Wälsche Gast des Thomasin von Zirclaria, Quedlinburg 1851/52, S. 415) lobt „die Sorgfältigkeit und Zierlichkeit der Hand und den Bilderschmuck“; Margot Remy, Die Buchmalerwerkstatt des Trierer E.B. Cuno von Falkenstein (Diss. Bonn), Trierer Zs. 4, 1929, 60–62 u. Taf. 9; Stange Bd. 2, S. 115: „... übertrifft alle anderen Hss. des Wälschen Gastes.“ – k) Ehem. Slg. des Duke of Hamilton, jetzt in englischem Priv.bes., um 1500 im Besitz Kaiser Maximilians I. u. s. Gemahlin Bianca Maria Sforza, Perg. Um 1400. 113 Bilder. Elias Steinmeyer, Zs. f. dt. Altertum 27, 1883, 384. – l) München, St.B. cgm. 571 (früher in der Ulmer Stadtbibl.), Pap. Dat. 1408, ostmitteldeutsch. 110 Bilder (Abb. 14). – m) Heidelberg, U.B. pal. germ. 320, Pap. Um 1470, ostmitteldeutsch. 109 (117) Bilder, für einige leerer Raum. Wegener [31] S. 65f. – n) Ebd. pal. germ. 330, Pap. 1410–20, bayerisch. 96 (110) Bilder. Wegener [31] S. 9f. – o) Dresden, L.B. Ms. M. 67, Bl. 5v–102v, Pap. 2. H. 15. Jh., ostmitteldt. 110 Bilder. Bruck [26] S. 325f. – p) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 37. 19 Aug. fol., Pap. 15. Jh. (1408 auf Bl. 24v ist das Datum der Vorlage). 118 Bilder. Heinemann [25] Nr. 2429, Bd. II, 3, S. 146. – q) Karlsruhe, L.B. Ms. St. Peter 25, Pap. 15. Jh. Raum für Bilder gelassen, diese sind aber nicht ausgeführt. Heinr. Adelbert von Keller, Verzeichnis altdt. Hss., hrsg. v. Ed. Sievers, Tübingen 1890, S. 50f. – Allgemein vgl. Adolf von Oechelhaeuser, Der Bilderkreis zum Wälschen Gaste des Thomasin von Zerclaere, Heidelberg 1890; Konrad Burdach, Die ill. Hss. des Welschen Gastes, in: Vorspiel. Gesammelte Schriften z. Gesch. d. dt. Geistes Bd. I, 2, Halle a. d. S. 1925, S. 108–21.

Stricker: 1. „Daniel vom blühenden Tal.“ Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgq. 1340, Pap. 15. Jh. 46 Bilder, um 1410–30 und um 1475. Wegener [23] S. 27–30; Fechter [10] S. 47.

2. „Karl der Große.“ a) St. Gallen, Stadtbibl. (Vadiana) im Cod. 302, Perg. Um 1300, alemannisch-oberrheinisch. 11 Doppelbilder (Abb. 8), verwandt mit der Manesse-Hs. Karl Bartsch, Karl der Große von dem Stricker (= Bibl. der ges. Nat.-Lit. I, 35), Quedlinburg u. Lpz. 1857, S. XXXVI f.; Frdr. Wilhelm, Die Gesch. der hs. Überlieferung von Strickers Karl dem Großen, Amberg 1904, S. 29–31; Kautisch [5] S. 82–94. – b) Ehem. Straßburg, Distriktsbibl. (am 24. 8. 1870 verbrannt), Perg. 14. Jh. Zwei der Bilder (S. 3 und 8) wiedergegeben bei Joh. Schilter, Thesaurus antiqu. Teuton. Bd. 2, Ulm 1727; Wilhelm a.a.O. S. 36f. – c) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 1. 5. 2. Aug. fol., Bl. 178r–220r, Perg. Zahlreiche Bilder aus dem 3. V. 14. Jh. Heinemann [25] Nr. 1589, Bd. II, 1, S. 26; Wilhelm a.a.O. S. 64–66. – d) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2711, Perg. 14. Jh. Wilhelm a.a.O. S. 31–33; Menhardt [35] S. 211. – e) Bonn, U.B. Ms. germ. fol. 500, Pap. Um Mitte 15. Jh. in Laubers Werkstatt zu Hagenau hergestellt. Karl Drescher, Die Bonner Hs. von Strickers Karl, Zs. f. dt. Philologie 38, 1906, 367–69. – f) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf 623, Perg. (Fragment). Anf. 14. Jh. Text mitteldt., Bilder aber mit der Manesse-Hs. verwandt (Boeckler [11 a] S. 19 u. 77).

Rudolf von Ems: 1. „Alexander.“ a) München, St.B. cgm. 203, Pap. Um Mitte 15. Jh. in Laubers Werkstatt zu Hagenau hergestellt. 2 Bilder (Abb. 17). – b) Brüssel, Bibl. royale ms. 18 232, Pap. Um Mitte 15. Jh. in der Lauber-Werkstatt hergestellt. 45 Bilder. – Zu beiden Hss. vgl. Kautzsch [4], S. 44f., 53; s. a. RDK I 333, 341f.

2. „Barlaam und Josaphat.“ London, B.M. Add. Ms. 10288, Perg. 14. Jh. Auf den Rändern von Bl. 130v und 134v Federzchgn. Priebsch [36] Bd. 2 S. 104f.; RDK I 1452–57.

3. „Weltchronik.“

Wegen der vielfachen Mischungen und Schwellungen, die dieses meistgelesene Werk Rudolfs von Ems im Lauf der Jahrhunderte erfuhr, sind auch Fassungen wie die sog. „Christherre-Chronik“ und die Chronik Heinrichs von München, die auf Rudolf basieren, mit einbezogen. Vgl. auch Jans Enikel, unten Sp. 839–41, sowie Art. Weltchronik.

a) München, St.B. cgm. 6406, Perg. Um 1260 bis 1270; älteste ill. Hs. des Werkes, mit Elementen des Zackenstils. Faks.: Petzet-Glauning [30] Bd. 3, Taf. 38 (falsch dat.!). Erich Petzet, Eine Pracht-Hs. der Weltchronik des R. v. E., German.-romanische Monatsschr. 1, 1909, 465 bis 490, Taf. 1–3; Stange Bd. 1, S. 3–9; RDK IV 825/26, Abb. 6. – b) Cologny b. Genf, Bibl. Bodmeriana (ehem. Wernigerode, Fstl. Stolberg. Bibl. Zb. 14. 4°), Perg. 4. V. 13. Jh. 65 kolorierte Zchgn. „Die Zeichnung ist gewandt, die Körperverhältnisse sind proportioniert und der mimische Ausdruck der Gemütsbewegung ist sprechend ohne übertrieben zu sein“ (Gust. Ehrismann, Rudolfs v. E. Weltchronik [= Dt. Texte des MA 20], Bln. 1915, S. XVII). Stange Bd. 1, S. 7f., 44f.; Heinr. Jerchel, A. S. A. N.F. 37, 1935, 109–12; Hans Wentzel, CVMA Deutschland 1, S. 38. – c) St. Gallen, Stadtbibl. (Vadiana) im Cod. 302, Perg. Um 1300, oberrheinisch. 5 einzelne und 42 Doppelbilder (RDK III 1100, Abb. 11). „Elemente des heraldisch-flächenhaften Stils des 3. V. 13. Jh.“ Kautzsch [5] S. 82–94; Edward Schröder, Anz. f. dt. Altertum 31, 1907, 126f.; Stange Bd. 1, S. 5f., 44ff.; Boeckler [11 a] S. 18 u. 77. – d) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 8 Aug. 4°, Perg. Um 1300. In den Bildern mit der ehem. Wernigeroder Hs. übereinstimmend. Heinemann [25] Nr. 2966, Bd. II, 4, S. 134. – e) Schloß Harburg (ehem. Maihingen), Fstl. Oettingen-Wallerstein. Bibl. I. 3. fol. I u. II, Perg. Anf. 14. Jh., böhmischer Einfluß. 281 Bilder. Jerchel [12] S. 106–09, Abb. 40f.; Stange Bd. 2, S. 176. – f) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 623 (Fragment). Anf. 14. Jh., aus Zürich. 22 Bilder (RDK II 1482, Abb. 41). Wegener [23] S. 7–10; Stange Bd. 1, S. 57f. – g) Stuttgart, L.B. H. B. XIII 6, Bl. 1r–256r, Perg. 14. Jh., bayerisch. Deckfarbenbilder, italienischer Einfluß? Karl Löffler, Die Weltchronik des R. v. E., ein Lieblingsbuch des MA, Zs. f. Bücherfreunde N.F. 19, 1927, 4ff.; Jerchel [12] S. 85–87, Abb. 13–15; Stange Bd. 1, S. 206f. – h) Fulda, L.B. Aa 88, Perg. 14. Jh. „... mit vielen groben aber glänzend verzierten Miniaturen“ (Aug. Frdr. Chrn. Vilmar, Die zwei Recensionen und die Hss.-Familien der Weltchronik Rudolfs v. E. usw., Marburg a. d. L. 1839, S. 39); aus Kloster Weingarten, wohl am Bodensee entstanden, drei Maler. Jerchel [15] S. 381–98 u. Abb. 7, 9–13, 15; Stange Bd. 2, S. 193f. – i) München, St.B. cgm. 5, Perg. 1. H. 14. Jh., bayerisch. 331 Bilder (Abb. 11). Faks.: Petzet-Glauning [30] Bd. 3, Taf. 39. Riehl [14] S. 34–36; Jacobi [13] S. 43–48, Abb. 9f., 12; ders. [7] S. 52ff., Abb. 29, 32, 34f., Taf. II; Jerchel [12] S. 90–97; Stange Bd. 2, S. 174. – k) Zürich, Zentralbibl. Rheinau 15, Perg. 14. Jh., oberrheinisch. 27 Vollbilder, 34 Teilbilder. Stange Bd. 1, S. 62f.; Konr. Escher, Die Bilder-Hs. der Weltchronik des R. v. E. in der Z.B. Zürich, Mitt. der Antiquar. Ges. Zürich 31, H. 4, Zürich 1935, S. 12–20; Jerchel [15] S. 381–98; Ellen J. Beer, Beitr. zur oberrhein. Buchmal. in d. 1. H. 14. Jh., Basel u. Stg. 1959, S. 126. – l) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2768, Perg. 14. Jh. Miniaturen auf Goldgrund; böhmischer Einfluß. Stange Bd. 2, S. 175; Menhardt [35] S. 271 („Enikels Weltchronik ist beigemischt«). – m) Wien, N.B. Cod. Vindob. Ser. nov. 2642 (ehem. Kh. Mus. Cod. 5007), Perg. 14. Jh., böhmischer Einfluß. Stange Bd. 2, S. 175. – [n) Regensburg, Fstl. Thurn und Taxis’sche Bibl. Ms. Perg. III, s. unten bei Jans Enikel e)]. – o) Donaueschingen, Fstl. Fürstenberg. Bibl. Nr. 79, Perg. 1365 von Johannes von Speyer für Ruprecht von der Pfalz geschrieben; oberrheinischer Stilkreis. Jerchel [15] S. 381–98, Abb. 16–18; Fechter [10] S. 52; Stange Bd. 2, S. 193f. – p) München, St.B. cgm. 4 (aus Benediktbeuern), Perg. 2. H. 14. Jh., bayerisch mit böhmischem Einschlag. 42 Bilder (s. Sp. 641/42, Abb. 12). Riehl [14] S. 36–39, Abb. 12; Jacobi [13] S. 50–53, Abb. 14; ders. [7] Abb. 36; Jerchel [12] S. 95 bis 97; Stange Bd. 2, S. 174f. – q) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 1. 5. 2. Aug. fol., Bl. 1r–177v, Perg. 3. Dr. 14. Jh. Lavierte Federzchgn. Heinemann [25] Nr. 1589, Bd. II, 1, S. 26; Jerchel [12] S. 100f. – r) Berlin, Kk. Cod. 78 d 2, Perg. 3. Dr. 14. Jh. Lavierte Federzchgn. – s) Stuttgart, L.B. Cod. bibl. fol. 5, Perg. 1383 für den Trierer E.B. Kuno von Falkenstein angefertigt. Gust. Frdr. Waagen, Kunstwerke und Künstler in Deutschland Bd. 2, Lpz. 1845, S. 195–98; K. Löffler a.a.O. S. 3f.; Stange Bd. 2, S. 112–15. – t) Kassel, L.B. Ms. theol. fol. 4, Perg. Dat. 1385. Im ersten Drittel mit „vielen gut gezeichneten und fein ausgemalten Miniaturen“ versehen (Vilmar a.a.O. S. 48). – u) Weimar, L.B., Pap.-Hs. Um 1400. „Raum zu vielen Bildern, von denen jedoch keins, einige Federzeichnungen abgerechnet, ausgeführt ist“ (Vilmar a.a.O. S. 40). – v) Hamburg, St.- u. U.B. In Scrin. 40 b, Pap. Um 1400. Raum für Bilder freigelassen, nur Bl. 103v eine Federzchg. des 3. V. 15. Jh. nachgetragen: Simson zerreißt den Löwen. „Orientalia Hamburgensia“, Festgabe den Teilnehmern am 4. Dt. Orientalistentag Hamburg überreicht usw., Hamburg 1926, S. 24f., Taf. 3; Gottfr. Schütze, Die historischen Bücher des A.T. in einer gereimten Übersetzung, Quedlinburg 1778–81. – w) Berlin, Kk. Cod. 78 E 1, sog. „Toggenburgbibel“, Perg. Geschrieben 1411 vom Kaplan Dietrich in Lichtensteig (Kt. St. Gallen) für Graf Friedrich VII. von Toggenburg. 142 Bilder. Wescher [24] S. 188–92; Jaro Springer, Jb. d. preuß. K.slgn. 11, 1890, 59–63; Heinr. Jerchel, Oberrhein. Kunst 5, 1932, 52 bis 55, 72–74; Stange Bd. 4, S. 10f.; Fedja Anzelewsky, Miniaturen aus der Toggenburg-Chronik a. d. J. 1411, Baden-Baden 1960 (Faks.-Ausg. in Vorbereitung). – x) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 1414, Perg. Um 1400. Federzchgn. Stange Bd. 2, S. 178. – y) München, St.B. cgm. 7377 (ehem. Kremsmünster, Stiftsbibl. Cod. 358), Perg. Um 1400. Federzchgn., nur die auf Bl. 1 bis 29 ausgemalt. Jerchel [12] S. 104f.; Gg. Leidinger, Forschgn. u. Fortschritte 12, 1936, 55f.; Stange Bd. 2, S. 177f. – z) New York, Public Libr., Coll. Spencer ms. 38, Pap. Geschrieben 1402. Sprache bayerisch, Bilder (nach Boeckler) oberrheinisch: [na] S. 35 u. 78. – aa) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 1416, Perg. Bayerisch, um 1410. 220 Bilder. Kurt Enke, Weltchronik des R. v. E. Deutsche Pracht-Hs. auf Pergament vom Ausgange des 14. Jh. usw., Lpz. 1927; Wegener [23] S. 16–21. – bb) München, B.N.M. Inv.Nr. 2060, Pap. Elsässisch, um 1420–30. – cc) Augsburg, Stadtbibl. Cod. in foi. 50, Pap. Geschrieben und illum. von Ulrich Schriber aus Straßburg, 1422; einst in Eichstätt. Bredt [16] S. 17; Stange Bd. 4, S. 114. – dd) Kolmar, Stadtbibl. Nr. 305, Pap. Hergestellt 1459 in Laubers Werkstatt zu Hagenau von Hans Schilling f. d. Herren von Ansoltzheim im Oberelsaß. 516 Bilder. Kautzsch [4] S. 69 bis 71; Stange Bd. 4, S. 54. – Dem Grafen Wilhelm I. von Oettingen (1425–67) gehörten zwei ill. Reimchroniken „von paepsten vnd kaysern“ [10, S. 52], dem Grafen Eberwin I. von Bentheim (1421–54) „de olde vermaelde Cronike“ (Germania 19, 1874, 302). Vgl. ferner: Jos. Zemp, Die schweizer. Bilderhss. der Weltchronik des R. v. E. und ihr Zusammenhang, A.S.A. 8, 1896–98, 44–47, 83–87. – Ders., Die schweizerischen Bilderchroniken und ihre Architektur-Darstellungen, Zürich 1897, S. 1 bis 21. – Ad. Bauer und Jos. Strzygowski, Eine alexandrinische Weltchronik (= Denkschriften der Kaiserl. Ak. d. Wiss. in Wien, phil.-hist. Kl. Bd. 51), Wien 1905. – Paul Gichtel, Die Weltchronik Heinrichs von München in der Runkelsteiner Hs. des Heinz Sentlinger (= Schriftenreihe z. bayer. Landesgesch. Bd. 28), Mchn. 1937.

4. „Willehalm von Orlens.“ a) München, St.B. cgm. 63, Perg. Mitte 13. Jh. 55 Bilder auf Goldgrund (Abb. 7), vielfach schadhaft. Im 16. Jh. im Besitz des württ. Zist.-Klosters Schöntal. Faks.: Petzet-Glauning [30] Bd. 3, Taf. 37. Victor Junk, Rudolfs v. E. Willehalm von Orlens, hrsg. a. d. Wasserburger Codex ... in Donaueschingen (= Dt. Texte des MA 2), Bln. 1905, S. XXXVIII f.; Stange Bd. 1, S. 2, 7f.; Fechter [10] S. 57; Maria-Magdalena Hartong, Willehalm von Orlens u. s. Illustrationen, Diss. Köln 1938, bes. S. 10–12, 83f. – b) Ehem. Kloster Altenburg N.Ö., Bibl. (um 1920 gestohlen), zweispaltig beschriebener Perg.-Streifen mit zwei Bildinitialen. Ende 13. Jh. Jos. Seemüller, Zs. f. dt. Altertum 38, 1894, 219–22; Hartong a.a.O. S. 12. – c) Stuttgart, L.B. H. B. XIII 2, Bl. 2r–199r, Pap. (aus Kloster Weingarten). Geschrieben 1419 von Joh. Coler, elsässische Werkstatt. Hartong a.a.O. S. 17–22. – d) Heidelberg, U.B. pal. germ. 323, Pap. 37 Bilder. Elsässisch, um 1420. Wegener [31] S. 19f.; Hartong S. 22–24, 90f. – e) Den Haag, Kgl. Bibl. Ms. 76 E 1, Pap. Mitte 15. Jh. Bestellt in Laubers Werkstatt zu Hagenau von Katharina, Gemahlin des Markgrafen Karl I. von Baden, Schwester Kaiser Friedrichs III. A. W. Byvanck, Bull. Soc. Fr. Mss. 15, 1931, 45; Hartong a.a.O. S. 25–28, 93f.; Fechter [10] S. 44. – f) Nürnberg, G.N.M. Nr. 5383, Pap. 29 Federzchgn. Dat. 1441, Mittelrhein (gleiche Werkstatt wie ebd. Hs. 998, Konrads von Würzburg „Trojanerkrieg“, s. Sp. 842). – g) Ebd. Nr. 5384, Pap. 15. Jh. 32 Federzchgn. (Kopie von Hs. a], ohne Text!). – h) Ebd. Nr. 5385, Pap. 15. Jh. 49 Federzchgn. (Kopie der Stuttgarter Hs. [s. o. c)] ohne Text!). Zu f–h: Hartong a.a.O. S. 29 bis 31,95f.; vgl. a. E. W. Bredt, Mitt. a.d. G.N.M. 1901, 147–55. – i) Heidelberg, U.B. pal. germ. 4, Bl. 3r–197r, Pap. Geschrieben 1458 von Konrad Müller, Schreiber von öttingen, in Hochstetten. Raum für Bilder freigelassen, doch nur zwei auf Bl. 66r und 167v ausgeführt. Wegener [31] S. 56f.; Hartong a.a.O. S. 31f.

„Die Heidin.“ Heidelberg, U.B. pal. germ. 353, Pap. 81 ausgemalte Bilder. Um 1470 in der Werkstatt des Ludwig Henfflin zu Stuttgart für Margarete von Savoyen, Gemahlin des Grafen Ulrich des Vielgeliebten von Württemberg, hergestellt. Wegener [31] S. 80.

„Wigamur.“ Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 51. 2. Aug. 4°, Pap. Oberdeutsch, Ende 15. Jh. Heinemann [25] Nr. 3541, Bd. II, 5, S. 55; Fechter [10] S. 58.

„Lohengrin.“ Heidelberg, U.B. pal. germ. 345, Bl. 1r–182r, Pap. 98 Bilder (Abb. 19). Um 1475 aus der Werkstatt Henfflins in Stuttgart für Margarete von Savoyen, Gräfin von Württemberg. Wegener [31] S. 83–85.

Jans Enikel, „Weltchronik“, a) München, St.B. cgm. 11, Perg. Bayerisch, 1. H. 14. Jh. 90 Bilder (Abb. 9), von Bl. 55v an nur noch Raum frei ohne Ausführung. Die Bilder „zeichnen sich durch sorgfältige ausführung aus, des öfteren ist gold verwendet“ (Phil. Strauch, Jansen Enikels Werke [= M. G. H. SS. Dt. Chron. III], Hannover u. Lpz. 1900, S. V). Faks.: Petzet-Glauning [30] Bd. 3, Taf. 40. Jacobi [13] S. 42f.; Jerchel [12] S. 88f.; Stange Bd. 1, S. 207 („um 1350“); ebd. Bd. 2, S. 173. – b) Fragment einer Perg.-Bilder-Hs., einst im Besitz des Frhrn. von Hardenberg. 14. Jh. Jul. Zacher, Zs. f. dt. Philologie 9, 1878, 425–32, 446. – c) Linz, Studienbibl. Cod. Γ 9 Nr. 1, Perg. Lavierte Federzchgn. 14. Jh., früher im Kloster Gleink b. Steyr O.Ö. Jerchel [12] S. 103f.; Stange Bd. 2, S. 177. – d) München, St.B. cgm. 199, 4½ Perg.-Blätter mit 4 sehr schadhaften Bildern. 14. Jh. – e) Regensburg, Fstl. Thurn und Taxis’sche Bibl. Ms. Perg. III. Bayerisch, Mitte 14. Jh. Aus dem Bened.-Kloster Neresheim in Schwaben. 256 Bilder, die mit cgm. 11 auf eine gemeinsame Vorlage zurückgehen (Strauch a.a.O. S. VI–XVII mit Verzeichnis aller Bilder). Jacobi [13] S. 48–50; Jerchel [12] S. 90ff.; Stange Bd. 2, S. 174. – [f) Wien, N.B. Nr. 2768, s. bei Rudolf von Ems unter 1)]. – g) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 1. 5. 2. Aug. fol., Perg. 14. Jh. S. bei Rud. von Ems, Weltchronik, unter q). – h) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2921, Pap. Bayerisch, 1397/98. „Die ausgemalten federzeichnungen sind roh, aber nicht ohne ausdruck“ (Strauch a.a.O. S. XXIII). – [i) Ebd., Ambras XX. a. 117 (Ambras 77 fol.), identisch mit Rudolf von Ems, Weltchronik m), Cod. Vindob. Ser. nov. 2642.] – k) München, St.B. cgm. 250, Pap. Bayerisch, Anf. 15. Jh., aus dem Münchner Franziskanerkloster. Kolorierte Federzchgn. Kautisch [3] S. 54 Anm. 1. – l) Heidelberg, U.B. pal. germ. 336, Pap. Bayerisch, Anf. 15. Jh. 176 Bilder. Kautzsch [3] S. 63 Anm. 1; Strauch a.a.O. S. XXII f.; Wegener [31] S. 6–9. – m) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 480, Pap. Bayerisch, um 1430–40. 127 Bilder, von Bl. 260 an unausgeführt. Wegener [23] S. 37–39 („Reimbibel bis z. Buch Hiob“). – n) Tambach (Ofr.), Gfl. Ortenburgische Bibl., Pap.-Hs. 15. Jh. Ausgemalte Federzchgn., Hs. verwahrlost. Frz. Schmidt, Serapeum 3, 1842, 340f.

Albrecht (von Scharfenberg?), der sog. „Jüngere Titurel“. a) Cologny b. Genf, Bibl. Bodmeriana, sog. Fernberger-Dietrichsteinsche Hs., Perg. 15. Jh. 85 z.T. ganzseitige Bilder. Johann Gustav Büsching, Wöchentliche Nachrichten für Freunde der Geschichte usw. 2, 1816, S. 197–201; Werner Wolf, Albrechts von Scharfenberg Jüngerer Titurel I (= Dt. Texte des MA 45), Bln. 1955, S. LXVII f, CXXXIX. – b) Berleburg (Westf.), Fstl. Sayn-Wittgensteinsche Bibl. Litr. T. 437, Perg. 1479 für Ritter Otto Winther von P. Joh. Doyle O.S.B. aus Glypperg geschrieben, mit Bildern zu Anfang jedes Kapitels. Frdr. Zarncke, Die Berleburger Hs. des Titurel u. d. Schluß dieses Gedichtes, Germania 22, 1877, 1–16; Wolf a.a.O. S. LXVI f.; Inv.Westf. 13, S. 18; Fechter [10] S. 42.

Konrad von Würzburg, „Trojanerkrieg“. a) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 1. 5. 2. Aug. fol., Pergament. 3. Drittel 14. Jh. S. dazu Heinemann [25] Nr. 1589, Bd. II, 1, S. 26. Vgl. Rudolf von Ems, Weltchronik q). – b) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 1, Pap. Um 1430–40, mit 98 Bildern aus Laubers Werkstatt in Hagenau. Wegener [23] S. 32–35. – c) Würzburg, U.B. M. ch. f. 24, Pap. Mitte 15. Jh., mit 126 Bildern aus Laubers Werkstatt. Betty Kurth, Jb. des Kh. Inst. der Z.K. 8, 1914, Beibl. Sp. 6f. – d) Nürnberg, G.N.M. Nr. 998, Pap. 79 (z. T. beschädigte) lavierte Federzchgn. von 1441 (Abb. 16), gleiche (mittelrhein.) Werkstatt wie Rudolfs von Ems Willehalm, ebd. Hs. 5383 (s. o. unter f). Aug. Essenwein, Anz. f. Kde. d. dt. Vorzeit N.F. 26, 1879, 265f.; ebd. 27, 1880, 37–48, 71–76, 102–07, 140–43, 151f., 269–79; E. W. Bredt, Eine ill. niedersächs. Hs. von 1441 im G.N.M., Mitt. aus dem G.N.M. 1901, 147–55; ders., [28] Nr. 279, Abb. 14 S. 117.

„Ortnit.“ a) Heidelberg, U.B. pal. germ. 365, Pap. Elsässisch, um 1420. 1 Bild. Wegener [31] S. 19. – b) Frankfurt a. M., Stadtbibl. A. lin. 9. No. 19, Pap. Oberdeutsch, 1. Dr. 15. Jh. 1 Bild. Swarzenski–Schilling S. 191.

„Virginal“ (Dietrich und seine Gesellen). Heidelberg, U.B. pal. germ. 324, Pap. Geschrieben um 1440 von Johann Port, mag. art. in Straßburg, für die Lauber-Werkstatt. 46 Bilder. Wegener [31] S. 36f.; Kautzsch [4] S. 52, 58; RDK III 1493.

„Rosengarten.“ a) Heidelberg, U.B. pal. germ. 359, Pap. Geschrieben um 1420 von Thoma Vogel de Valesia (Wallis?). 20 Bilder, Schweizer Arbeit. Gg. Holz, Die Gedichte vom Rosengarten zu Worms, Halle a. d. S. 1893, S. IV f.; Wegener [31] S. 20f. – b) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 800, Pap. 6 Blätter mit 9 Zchgn., Bruchstück. Dat. 1533. – c) In der Bücherei des Grafen Wilhelm I. von Oettingen (1425–67) befand sich u. a. „ein buch genant der Rosengart daz ist gemalt vnd och beyspil dar bey geschriben“ [10, S. 66].

„Sigenot.“ Heidelberg, U.B. pal. germ. 67, Pap. Um 1470 in der Henfflin-Werkstatt in Stuttgart für Margarete von Savoyen, Gräfin von Württemberg, entstanden. 101 Bilder. Wegener [31] S. 79.

Ulrich von Etzenbach, „Wilhelm von Wenden“. Hannover, L.B. IV. 488, Pap. 15. Jh. 62 Bilder. Wendelin Toischer, Wilhelm von Wenden. Ein Gedicht Ulrichs von Eschenbach, Prag 1876, S. I–VIII.

„Der Saelden Hort.“ a) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2841, Pap. Oberrheinisch, Ende 14. Jh. 101 kolorierte Federzchgn. Heinr. Adrian, Der Saelden Hort (= Dt. Texte des MA 26), Bln. 1927, S. V ff. – b) Karlsruhe, L.B. St. Georg. pap. germ. LXVI. Basel-Freiburger Kunstkreis, 1. V. 15 Jh. 24 kolorierte Federzchgn. Adrian a.a.O. S. XVI ff.; H. Jerchel, Oberrhein. Kunst 5, 1932, 29–31, 78f.; Stange Bd. 2, S. 198.

14. Jahrhundert.

Hugo von Trimberg, „Der Renner“. „Die bilder der Rennerhandschriften verdienten eine kunstgeschichtliche Untersuchung, wobei auch das abstammungsverhältniss der hss. mit in betracht käme“ (Gust. Ehrismann, Der Renner des H. v. T. Bd. 4 [= Bibl. des Litt. Ver. Stg. 256], Tübingen 1911, S. 43). – a) Stockholm, Kgl. Bibl. cod. V u 74, Pap. Von Michael Althaymer in Augsburg i. J. 1400 geschrieben. 24 Bilder (Abb. 13). Ausst.Kat. „Gyllene Böcker“, Stockholm, Nat.Mus. 1952, Nr. 117; Stange Bd. 4, S. 115; Boeckler [11 a] S. 33 u. 77; vgl. b). – b) Leiden, U.B. cod. Voss. germ.-gall. fol. 4, Perg. 1402 von Michael Althaymer in Augsburg geschrieben. 87 Bilder. Stange Bd. 4, S. 114f. Vgl. a). – c) Leipzig, Stadtbibl. cod. CXI, Pap. 1419 in einer elsäss. (Straßburger?) Werkstatt geschrieben. 88 Bilder. Rob. Naumann, Archiv f. d. zeichnenden Künste 1, 1855, 298–307; Bruck [26] S. 272–79. – d) Heidelberg, U.B. pal. germ. 471, Pap. Bayerisch, 1425 von Joh. Vorster geschrieben, 13 kolorierte Federzchgn. v. J. 1431. Wegener [31] S. 24–27; RDK II 1500f.; Boeckler [na] S. 5, 46, 49, 77f. – e) Frankfurt a. M., Stadt-u. U.B., Pap. Geschrieben und ill. 1446 im Kloster Bronnbach; früher in der Fstl. Löwensteinschen Bibl. Kleinheubach. – f) Darmstadt, L.B. Nr. 2779, Pap. Bayerisch, 1472 von Seifried von Buch geschrieben, mit farbigen Federzchgn. – g) Schloß Harburg (ehem. Maihingen), Fstl. Oettingen-Wallerstein. Bibl., Pap. Bayerisch, 15. Jh. – h) Innsbruck, U.B. Nr. 900, Pap. Aus Tirol, 15. Jh. – i) Wien, N.B. Cod. Vindob. 3086, Pap. Bayerisch, 1426. Kolorierte Federzchgn. – k) Ehem. Jacques Rosenthal, München (Kat. 90, 1930, Nr. 147), Pap. Dat. 1468, süddt. 93 kol. Federzchgn.

Heinrich von Neustadt, „Apollonius“, a) Gotha, L.B. Cod. chart. A. 689, Pap. Anf. 15. Jh., vielleicht für einen Herrn von Breckendorf in Bayern geschrieben. Reich illustriert S. Singer, H. v. N., ‚Apollonius von Tyrland’ (= Dt. Texte des MA 7), Bln. 1906, S. X; im Textabdruck jeweils Beschreibung der Bilder. – b) Wien, N.B. Cod. Vindob. 2886, Pap. Dat. 1467. Die zierlichen Federzchgn. gehen mit a) auf eine Vorlage des 14. Jh. zurück.

„Peter von Staufenberg.“ Ehem. Straßburg, Johanniterbibl. Nr. 94, Pap. (am 24. 8. 1870 mit der Stadtbibl. verbrannt). 1. H. 15. Jh. 16 Bilder. Chrn. Moriz Engelhardt, Der Ritter von Stauffenberg, ein Altdeutsches Gedicht usw., Straßburg 1823 (13 Bilder wiedergegeben).

Schondoch, „Die Königin von Frankreich“. Wien, N.B. Cod. Vindob. 2675*, Perg.

Um 1430 in Salzburg illustriert. Holter-Oettinger [34] S. 99f.

„Sieben weise Meister.“ Frankfurt a. M., Stadt- u. U.B. Ms. germ. quart 12 (einst im Besitz von J. J. Eschenburg), Pap. 1471 vom Frankfurter Goldschmied Hans Dirmstein geschrieben und ill., aber nicht gedichtet. 63 Bilder (Abb. 21). Hub. Schiel, Die Frankfurter Dirmstein-Hss., Ffm. 1937. Vgl. W. K. Zülch in: [9] Bd. 1, Sp. 439f.

Bruder Philipp, Marienleben. a) Schloß Harburg (ehem. Maihingen), Fstl. Oettingen-Wallerstein. Bibl. I. 3. fol. I u. II, Perg. Anf. 14. Jh. 90 Bilder, böhmischer Einfluß. Stange Bd. 2, S. 176. – b) Stuttgart, L.B. H.B. XIII 6, Bl. 256r–342r, Perg. Bayerisch, 14. Jh. Deckfarbenbilder (unter italienischem Einfluß?). Zur Hs.: Jerchel [12] S. 85ff. – c) Pommersfelden, Gfl. Schönbornsche Bibl. Ms. 2797, Perg. (aus der Mainzer Kartause). 14. Jh. – d) Graz, Landesarchiv (Leihgabe), Perg. Bruchstück. 1. H. 14. Jh. Kat. der Archivalien-Ausst. des Steiermärkischen Landesarchivs, Graz 1911, S. 33 m. Abb.

„Magdalenenlegende.“ Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 245, Bl. 73r –121r, Pap. Mittelrheinisch, um 1440–50. 35 Bilder. Wegener [23] S. 50–55.

„Die Erlösung.“ a) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgq. 1412, Perg. Dat. 1337. 16 Bll. (z.T. fragmentarisch) mit 15 Federzchgn. Aus Mainz. Wegener [23] S. 127f.; Frdr. Maurer, Die Erlösung. Eine geistl. Dichtung des 14. Jh., Lpz. 1934, S. 303–08; Stange Bd. 1, S. 72. – b) Nürnberg, Stadtbibl. Ms. Solger 15 fol., Pap. 1465 im Neckartal bei Hirschhorn geschrieben. Maurer a.a.O. S. 313f.; s. a. Frdr. Maurer, Überlieferung und Textkritik der Erlösung, Zs. f. dt. Altertum 68, 1931, 196–214 (bes. S. 201f.: Die Bilder).

„Marienleben.“ Bamberg, St.B. I. Q. a 4, ein Perg.-Bl. mit 2 Miniaturen. 2. H. 15. Jh. Anz. f. Kde. des dt. MA 2, 1833, 153–56; Gerh. Eis in: „Colligere Fragmenta“, Fs. Alban Dold zum 70. Geb., Beuron 1952, S. 272–75.

„Legende von Maria und der Küsterin.“ Berlin, Kk. Nr. 12834. Ausgeschnittenes Perg.-Bl. mit Miniatur der böhmischen Schule, Anf. 15. Jh. L. u.: „Die custrein“; Rücks. liniiert, aber ohne Text. Wescher [24] S. 194 m. Abb. 196.

Konrad von Helmsdorf, „Heilsspiegel“. St. Gallen, Stadtbibl. (Vadiana) Nr. 352, Pap. 2. Dr. 15. Jh. 93 Zchgn. (Doppelbilder; Abb. 22) von zwei Künstlern. Axel Lindqvist, K. v. H., Der Spiegel des menschlichen Heils (= Dt. Texte des MA 31), Bln. 1924; Lehmann-Haupt [17] S. 15–17 u. 219.

„Christus und die minnende Seele.“ a) Donaueschingen, Fstl. Fürstenberg. Bibl. Nr. 106, Bl. 1r–34v, Perg. 2. H. 15. Jh. 15 Bilder, 6 herausgeschnitten. P. Romuald Banz O.S.B., Christus u. d. Minnende Seele (= Germanist. Abhdlgn. 29), Breslau 1908, S. 17–23, 223–49; Lehmann-Haupt [17] S. 177. – b) Einsiedeln, Stiftsbibl. Nr. 710, Bl. 2r–20v, Pap. 2. H. 15. Jh. 21 Bilder. Banz a.a.O. S. 6–14. – c) Karlsruhe, L.B. Nr. 89, Bl. 1r–80v, Pap. Um 1500. 21 Bilder. Banz a.a.O. S. 23–25.

„Der Antichrist.“ Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 733, 13 Perg.-Bll. mit 40 halb- und ganzseitigen Miniaturen. Bayerisch, 1440–50. Wegener [23] S. 59–61; RDK I 724–26 mit Abb. 6 u. 7.

„Die fünfzehn Zeichen des Jüngsten Gerichts.“ Pommersfelden, Gfl. Schönborn. Bibl. Ms. 215, Bl. 163r–166v, Perg. Geschrieben im Auftrag des Abts Hermann von Kastl, Opf. (1322–56). 5 Bl. mit 8 Miniaturen. Die Verse hrsg. v. Irene Schmale-Ott, Zs. f. dt. Altertum 85, 1955, 229–34. – Allgemein vgl. William W. Heist, The Fifteen Signs before Doomsday (= Studies in Language and Literature), East Lansing (Michigan) 1952.

Konrad von Ammenhausen, „Das Schachzabelbuch“, a) Bern, Stadtbibl. Ms. Hist. Helv. X. 48, Pap. Geschrieben von Hans zum Bach in Luzern. Ende 14. Jh. 20 kolorierte Federzchgn. Adolph Goldschmidt, Die Luzerner ill. Hss. des Schachzabelbuches des Schweizer Dichters K. v. A., Innerschweizerisches Jb. f. Heimatkde. 8/10, 1944/46, 9–33 (bes. S. 18ff.). – b) Zofingen (Kt. Aargau), Stadtbibl. Ms. 31, Pap. Luzern, 1. V. 15. Jh. 20 kolorierte Federzchgn., defekt. Goldschmidt a.a.O. S. 18ff. – c) Hamburg, Stadtbibl. In Scrin. 91 b, Pap. Aus der Lauber-Werkstatt zu Hagenau, um 1420 bis 1430. Goldschmidt a.a.O. S. 25ff. – d) London, B.M. Add. Ms. 11 616, Pap. Aus der Lauber-Werkstatt zu Hagenau, um 1430. 70 kol. Federzchgn. Goldschmidt a.a.O. S. 25ff.; Priebsch [36] Bd. 2, S. 316. – e) Stuttgart, L.B. Cod. poet. et philol. fol. 2, Pap. Dat. 1467, wahrsch. geschrieben und gemalt von Hans Schilling in der Lauber-Werkstatt zu Hagenau (Abb. 18). Goldschmidt a.a.O. S. 27ff.; Stange Bd. 4, S. 54. – f) Köln, Kgm. C 290, vier Bilderseiten einer wohl von Hans Schilling zu Hagenau angefertigten Hs., um 1467. Goldschmidt a.a.O. S. 27ff. – g) Köln, Stadtarchiv W. fol. 356, Pap. Alemannisch, 15. Jh. Mit 14 farbigen Zchgn. Karl Lamprecht, Bonner Jbb. 74, 1882, S. 144 Nr. 193. – h) Wien, N.B. Cod. Vindob. 3049 (Ambras 246), Pap. 1479 von Gabriel Sattler von Pfullendorf vollendet.

Heinrich von Hesler, Apokalypse. a) ehem. Königsberg i. Pr., St.- u. U.B. Nr. 891, Perg. (1945 verbrannt). M. 14. Jh. – b) Ebd. Nr. 891b, Perg. (1945 verbrannt). M. 14. Jh. (Abb. 12). Vorbild für a). 37 Bilder waren erhalten, die übrigen herausgerissen. Zu beiden: Toni Herrmann, Der Bildschmuck der Deutsch-OrdensApokalypsen Heinrichs v. H., Diss. Königsberg 1934; Stange Bd. 1, S. 129f.; RDK I 763f. – Dazu c) die Sammel-Hs. des Deutschen Ordens: Stuttgart, L.B. H.B. XIII 11, Perg. M. 14. Jh. (RDK IV 924, Abb. 2). Früher Deutschordenskomturei Mergentheim. Inhalt: „Daniel“, „Esra und Nehemia“, „Judith“, „Esther“, „Makkabäer“, „Apokalypse“ des Heinrich v. H. „Die initialen und miniaturen sind kunstvoll ausgeführt“ (Karl Helm, Das Buch der Maccabäer in mitteldt. Bearbeitung [= Bibl. des Litt.Ver. Stg. 233], Tübingen 1904, S. V.). Arthur Hübner, Die poetische Bearbeitung des Buches Daniel (= Dt. Texte des MA 19), Bln. 1911, S. V–VIII; Stange Bd. 1, S. 129f.

Heinrich von Mügeln, „Der meide kranz“. Heidelberg, U.B. pal. germ. 14, Perg. Bayerisch, 1407. 13 Bilder. Wegener [31] S. 5.

„Friedrich von Schwaben.“ Heidelberg, U.B. pal. germ. 345, Bl. 183r–379v, Pap. Um 1475 in der Werkstatt von Ludwig Henfflin in Stuttgart für Margarete von Savoyen, Gräfin von Württemberg, angefertigt. 109 farbige Bilder. Wegener [31] S. 83–85.

Ernst von Kirchberg, Mecklenburgische Reimchronik. Schwerin, Staatsarchiv, Perg. Geschrieben für Hzg. Albrecht II. den Großen von Mecklenburg (1329–79). Pracht-Hs. mit reichem Ornament- und Miniaturenschmuck. Stange Bd. 2, S. 25f., 153f. (dat.: 1378).

15. Jahrhundert.

„Pilgerfahrt des träumenden Mönchs.“ Berleburg (Westf.), Fstl. Sayn-Wittgensteinsche Bibl. A. 1292, Pap. Anf. 15. Jh. Bilder-Hs. Aloys Bömer, Die Pilgerfahrt des träumenden Mönchs (= Dt. Texte des MA 25), Bln. 1915. – Die Prosafassung, die aber nicht selten die alten Reime stehen läßt, in Hamburg (St.- u. U.B. Ms. germ. 18, Pap., Mitte 15. Jh.) und Darmstadt (L.B. Nr. 201, Pap., Mitte 15. Jh.), beide mit Federzchgn.

Konrad Vintler, „Blumen der Tugend“. Innsbruck, Mus. Ferdinandeum Dip. Nr. 877, Pap. 1. H. 15. Jh. 123 kolorierte Federzchgn., z. T. aus Prüderie ausgeschnitten. Beschr.Verz. Bd. 1, S. 107.

„Des Teufels Netz.“ Straßburg, Univ.u. L.B. L. germ. 358. 4, Pap. Dat. 1472. Aus dem Zist.-Kloster St. Urban, Kt. Luzern. Alemannisch. 63 „Bilder von roher Hand“ (Adolf Becker, Die dt. Hss. der Kaiserl. Univ.- u. L.B. zu Straßburg, Straßburg 1914, S. 92); Raum für weitere freigelassen. Heinr. Werner, Des Teufels Netz. Überlieferung und Hss.-Verhältnis, Diss. Halle 1911, S. 10f.

Gedicht von den „Drei Lebenden und den drei Toten“, a) München, St.B. cgm. 3974, Bl. 59v, Pap. Bayerisch, Mitte 15. Jh. 6 Federzchgn. (RDK IV 522, Abb. 6). Karl Künstle, Die Legende der drei Lebenden und der drei Toten und der Totentanz, Freiburg i. Br. 1908, S. 45; Willy F. Storck, Die Legende von den drei Lebenden und von den drei Toten, Diss. Heidelberg, Tübingen 1910, S. 26f. – b) Wiesbaden, Staatsarchiv B. 10, Bl. 124r, Pap. Niederdt. Bruchstück aus Kloster Arnstein mit lavierter Federzchg. 15. Jh. Storck a.a.O. S. 6, 27f. – c) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 16. 17. Aug. 4°, Bl. 85v–87r, Pap. Elsässisch, 15. Jh. 6 Federzchgn. Künstle a.a.O. S. 37–40; Storck a.a.O. S. 6; Heinemann [25] Nr. 3088, Bd. II, 4, S. 203. Weitere Lit.: RDK IV 524.

„Totentanz.“ a) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 19, Bl. 224r–227r, Pap. Aus Basel; dat. 1448. Federzchg. auf Bl. 227v. Wegener [23] S. 62–65; Herm. Brandt, Eine Bilder-Hs. aus dem Kreise des Konrad Witz, Mhe. f. Kw. 6, 1913, 23–26; Wieland Schmidt, Die vierundzwanzig Alten Ottos von Passau (= Palaestra 212), Lpz. 1938, S. 44–48. – b) Ebd. mgf. 735, Perg.-Blatt mit einer getuschten Federzchg. Westfälisch, 2. H. 15. Jh. Wegener [23] S. 142; W. Seelmann, Fragment eines Totentanzes, Jb. des Ver. f. ndt. Sprachforschg. 11, 1885, 126f.; Hellm. Rosenfeld, Der ma. Totentanz, Münster u. Köln 1954, S. 327f. (dazu: Frederick P. Pickering, Euphorion 49, 1955, 483–88). – c) München, St.B. clm. 3941, Bl. 14r–19v, Pap. 2. H. 15. Jh.; aus Augsburg. 12 Bilder (Abb. 20). Lehmann-Haupt [17] S. 60–62; W. Stammler, Der Totentanz. Entstehung und Deutung, Mchn. 1948, S. 48–60. – d) Kassel, L.B. 4° poet. 5, Perg. 3. Dr. 15. Jh.; aus Mainz. Max Rieger, Der jüngere Totentanz, Germania 19, 1874, 257 bis 280; Gust. Struck, Hss.-Schätze der L.B. Kassel in: [W. Hotz], Die L. B. Kassel, 1580–1930, Marburg a. d. L. 1930, S. 94–98; Stammler a.a.O. S. 61–64; Boeckler [na] S. 79.

Heinrich Laufenberg, 1. „Buch der Figuren.“ Eine Straßburger Hs., A. 80, Pap. (am 24. 8. 1870 verbrannt). 2. H. 15. Jh. Chrn. Moriz Engelhardt, Der Ritter von Stauffenberg usw., Straßburg 1823, S. 25ff.

2. „Heilsspiegel.“ Ehem. Straßburg, Johanniterbibl. cod. 94, Pap. (am 24. 8. 1870 verbrannt). Um 1430–40. Engelhardt a.a.O. S. 42ff. mit Wiedergabe von 4 Bildern.

3. „Regimen sanitatis.“ a) Zürich, Zentralbibl. C 102 b, Pap. (defekt). 2. H. 15. Jh. 23 Bilder. Henry E. Sigerist, Zs. f. Bücherfreunde N.F. 22, 1930, 41–48. – b) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 1191, Pap. (defekt). Elsaß, um 1460. 71 Miniaturen. Wegener [23] S. 72–76. (In den beiden ebenfalls elsässischen Pap.-Hss. in Darmstadt [L.B. Nr. 2781] und München [St.B. cgm. 377], beide 15. Jh., sind die Bilder vorgesehen, aber nicht ausgeführt.) –

c) Eine Bilder-Hs., Pap., Mitte 15. Jh., einst im Besitz des Antiquariats Ludwig Rosenthal in München, ist verschollen. Karl Sudhoff, Mitt. zur Gesch. der Medizin u. d. Naturwiss. 15, 1916, 188–91. S. a. Karl Baas, Heinrich Louffenberg von Freiburg und sein Gesundheitsregiment (1429), Zs. f. Gesch. des Oberrheins N.F. 21, 1906, 363–89.

Augustin, „Der Herzog von Braunschweig“. Ashburnham Place Ms. 486, Pap. Geschrieben 1463 von Bruder Johannes von Worms. 12 blattgroße Bilder. Priebsch [36] Bd. 1 S. 3f., 197–219.

„Heilslehre“ in Versen, a) Heidelberg, U.B. pal. germ. 438, Pap. Mitte 15. Jh., aus der Lauber-Werkstatt zu Hagenau. 74 Bilder. Wegener [31] S. 49–52. – b) Dresden, L.B. Ms. M. 60, Pap. Mitte 15. Jh., Lauber-Werkstatt. 109 Bilder. Bruck [26] S. 294–96. – c) Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 742, Pap. Mitte 15. Jh. (ob auch aus der Lauber-Werkstatt?). 81 Bilder. Wegener [23] S. 66–70: „südwestdeutsch, elsässisch“; Hans Vollmer, Dt. Bilder zum Dekalog, in: Bibel und dt. Kultur Bd. 5, Potsdam 1935, S. 283ff. – d) Kopenhagen, Kgl. Bibl. GkS. 79 fol., Perg. Geschrieben 1430. 191 Bilder. N. Otto Heinertz, Jb. des. Ver. f. ndt. Sprachforschung. 39, 1913, 132–34. – e) Ebd. GkS. 80 fol., Perg. 15. Jh. 108 Bilder. – f) Wolfenbüttel, Hzg. August Bibl. 127 a Blankenbg., Bl. 3r–70v, Pap. 15. Jh. 136 Federzchgn., die ersten 5 ausgetuscht.

Michael Wyssenhere, „Von dem edeln Herrn von Braunschweig“. Stuttgart, L.B. Cod. poet. et philol. fol. 4, Bl. 91v–104v, Pap. Geschrieben 1474 von Hans von Goßhem zu Modau bei Darmstadt. 9 Bilder. Vgl. W. Stammler, Kunstchronik 6, 1953, 208f.

[Johannes von Soest, „Die Kinder von Limburg“. Heidelberg, U.B. pal. germ. 87, Pap. Dat. 1480. Nur ein Dedikationsbild vor Bl. 1 (nach Wilh. R. Valentiner, Jb. d. preuß. K.slgn. 24, 1903, 291–301 vom Hausbuchmeister). Wegener [31] S. 98.]

„Gedicht vom Jüngsten Gericht.“ Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 722, Pap. Dat. 1482, schwäbisch. 53 getuschte Federzchgn. Wegener [23] S. 110–12.

„Gedicht vom Leben Jesu.“ Hannover, L.B. Ms. I 80, Perg. 15. Jh. 25 blattgroße Miniaturen; Bild und Verse stehen sich auf je einem Blatt gegenüber.

„Reimchronik auf Peter von Hagenbach.“ Ehem. Straßburg, Stadtbibl. Nr. 428, Pap. (am 24. 8. 1870 verbrannt). Um 1480. 199 Federzchgn. Abdruck und Wiedergabe der Bilder bei Frz. Jos. Mone, Quellensammlung der badischen Landesgeschichte Bd. 3, Karlsruhe 1863, S. 183–434 u. Taf. 4–22. 1555 „uß einem alten geschribnen exemplar von wort zu wort“ abgeschrieben von dem Breisacher Schulmeister Matthias Herman (Mone a.a.O. S. 250). Helm. Th. Bossen (Heinrich Lang und der Hausbuchmeister, Schauinsland 37, 1910, 112–14; ders. u. Willy F. Storck, Das ma. Hausbuch, Lpz. 1912, S. 29) schrieb die Zchgn. dem Heinr. Lang oder Mang, Gehilfen oder Lehrer des Hausbuchmeisters, zu; dem widersprach Joh. Dürkop, Oberrhein. Kunst 5, 1932, 85ff., 157. Die Bilder waren z. T. Originale von 1480, der größere Teil Kopien danach von 1555.

Sammelhandschriften.

1. Innsbruck, Mus. Ferdinandeum Nr. 16.0.9, Pap. Dat. 1456. Erzählungen und Novellen. „In Teil I viele Illustrationen, und zwar deutlich von zwei Händen, die eine roh zeichnend und ungeschickt klexend (ca. 12 Bilder), die andere bis in die Einzelheiten sauber, in der Tuschierung sehr sorgfältig, Gewänder meist violett (ca. 36 Bilder); vielleicht ist noch ein dritter Zeichner anzunehmen“ (Wilh. Stehmann, Die mhd. Novelle vom Studentenabenteuer [= Palaestra 67], Bln. 1909, S. 3). Verz. der Bilder in: Beschr.Verz. Bd. 1, S. 103f.

2. Heidelberg, U.B. pal. germ. 344, Pap. Dat. 1459. Minnereden und -allegorien. 41 Bilder. Kurt Matthaei, Mhd. Minnereden I (= Dt. Texte des MA 24), Bln. 1913, S. VIII–X; Wegener [31] S. 58f.; Stange Bd. 7, S. 53.

3. London, B.M. Add. Ms. 16 581, Pap. 1468 bis 1489. Prosa und Gedichte, meist didaktischen Inhalts. Miniaturen auf Bl. 1v, 222v, 225r. Priebsch [36] Bd. 2 S. 147–58.

4. Dresden, L.B. Ms. M. 201, Pap. 1472 von Kaspar v. d. Rhön und einem unbekannten Mitarbeiter für Hzg. Balthasar von Mecklenburg in Nürnberg aufgezeichnet. Inhalt des sog. „Dresdner Heldenbuchs“: „Ortnit“, „Wolfdietrich“, „Ecke“, „Wormser Rosengarten“, „Meerwunder“, „Sigenot“, „Wunderer“, „Herzog Ernst“, „Laurin“, „Virginal“, „Hildebrandslied“. 10 Vollbilder. Frdr. Zarncke, Kaspar v. d. Roen, Germania 1, 1856, 53–63; Bruck [26] S. 352–55; Rich. Newald in: [9] Bd. 2, Bln. u. Lpz. 1936, Sp. 771f.

5. Wien, N.B. Cod. Vindob. Ser. nov. 2663 (ehem. Kh. Mus. 5015, Ambras XX. a. 118), das sog. „Ambraser Heldenbuch“, Perg. Von 1504–16 von dem Zöllner Hans Ried am Eisack zu Bozen im Auftrag Kaiser Maximilians I. geschrieben. „Von den 25 einzelnen Werken des Heldenbuches sind 17 nur in dieser Hs. überliefert“ (Ausst.Kat. „Maximilian L“, Wien 1959, Nr. 97 S. 32). Inhalt: Frauenlobs Gedichte; „Moritz von Craon“; Hartmann von Aue, Iwein, 1. und 2. Büchlein und Erec; Heinrich von dem Türlin, Der Mantel; „Dietrichs Flucht“; „Die Rabenschlacht“; „Nibelungennot“ und „Klage“; „Kudrun“; „Biterolf“; „Ortnit“; „Wolfdietrich“; „Das üble Weib“; Herrand von Wildonje, Erzählungen; Ulrich von Lichtenstein, Frauenbuch; Wernher der Gärtner, Meier Helmbrecht; Stricker, Pfaffe Amis; Wolfram von Eschenbach, Titurel; „Priester Johannes“. Ein unbekannter, V. F. signierender Künstler, „der von burgundischen Vorbildern abhängig ist“ (R. Newald in: [9] Bd. 3, Bln. 1943, Sp. 1077), vollendete bis 1517 die Miniaturen. (D. Schönherr), Der Schreiber des Heldenbuchs in der k.k. Ambraser Sammlung, Germania 9, 1864, 381–84; Theod. Gottlieb, Die Ambraser Hss. I, Lpz. 1900, S. 137f.; Frz. Unterkircher, Das Ambraser Heldenbuch, „Der Schiern“ 28, 1954, 4–15 („... ein Schüler der Niederländer“; „Merkmale des ... Donaustils“: S. 13). Die Illustrationen im Ambraser Heldenbuch nehmen keinen direkten Bezug auf den Text der Dichtungen (Abb. 23).

Zu den Abbildungen

1. Wien, N.B. Cod. Vindob. 2721, Bl. 1v: Empörung Luzifers. Federzchg. Österreich (oder Regensburg), 2. H. 12. Jh. Nach Beschr.Verz. 8, 2, Taf. 29, 1.

2. Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgo. 109, Bl. 50v: Joseph nimmt von den Schiffbauleuten zu Kapernaum Abschied. Schriftband: „Ih muoz heim des ist cit / got ir iemer bevolhen sit.“ Kol. Federzchg. Ende 12. Jh. Nach Faksimile.

3a. Berlin, ehem. Preuß. St.B. mgf. 282, Seite 65: Ascanius auf der Jagd. Federzchg. und Deckfarben. Bayern, Anf. 13. Jh. Fot. U.B. Tübingen, Depot der ehem. Preuß. St.B.

3b. Desgl., Seite 38: Das Grabmal der Kamille. Nach Marg. Hudig-Frey a.a.O. Taf. 1.

4. Heidelberg, U.B. pal. germ. 112, Bl. 43v: Karl d. Gr. belehnt Roland mit Spanien. Federzchg. Ende 12. Jh. Fot. Bibl.

5. München. St.B. cgm. 19, Bl. 49v: Parzival an König Artus’ Tafelrunde; Schwerterkampf zwischen Parzival und Feirefiz; die Helden im Walde sitzend. Deckfarben und Gold. Elsaß, um 1235. Fot. Bibl.

6. München, St.B. cgm. 51, Bl. 7r obere Hälfte: König Marke, Riwalin und Tänzer im Zelt. Kol. Federzchg. Elsaß (Meister Hesse in Straßburg?), um 1240. Fot. Bibl.

7. München, St.B. cgm. 63, Bl. 53r untere Hälfte: Willehalm schickt einen Boten fort. Maleranweisung: „(hie m)ale de(n) Willehalm“ usw. Tuschvorzchg., darüber Deckfarben und Gold. Elsaß, Mitte 13. Jh. Fot. Bibl.

8. St. Gallen, Stadtbibl. (Vadiana) Ms. 302 (Stricker), Bl. 35v; Rolands Tod; Karl d. Gr. findet Rolands Leichnam. Deckfarben. Oberrhein, um 1300. Fot. Bibl.

9. München, St.B. cgm. 11, Bl. 52r: Samuel salbt Saul zum König. Deckfarben (Krone und Zepter Silber), die Initialen fehlen. Bayern, 1. H. 14. Jh. Fot. Bibl.

10. Ehem. Kassel (seit 1945 verschollen), L.B. cod. poet. fol. 1, Bl. 20v: König Tibald schifft sich ein. Deckfarben. (Köln?), dat. 1334. Nach R. Freyhan a.a.O. Taf. 20.

11. München, St.B. cgm. 5, Bl. 119r: Schlachtszene (nach 4. Mos. Kap. 21–24); Tötung von zwei Frauen. Deckfarben. Bayern, 1. H. 14. Jh. Fot. unbekannt (ZM).

12. Ehem. Königsberg i. Pr. (1945 verbrannt), St.- u. U.B. Nr. 891 b, Bl. 103r: Die vier apokalyptischen Reiter. Deckfarben. Deutschordensland, Mitte 14. Jh. Fot. Alfred Stange, Tutzing.

13. Stockholm, Kgl. Bibl. cod. V u 74, Bl. 82r: Wie der Richter leben soll. Kol. Federzchg. Augsburg, dat. 1400. Fot. Bibl.

14. München, St.B. cgm. 571, Bl. 33v: Über wahres und falsches Lob. Kol. Federzchg. Ostmitteldeutsch, dat. 1408. Fot. Bibl.

15. Donaueschingen, Fstl. Fürstenberg. Bibl. Nr. 71, Bl. 101v: Wigalois besiegt den Drachen. Kol. Federzchg. Lauber-Werkstatt in Hagenau, um 1440. Fot. Bibl.

16. Nürnberg, G.N.M. Nr. 998, Bl. 192r: Die Griechen verlassen das Trojanische Pferd und zerstören Troja. Kol. Federzchg. Mittelrhein, dat. 1441. Fot. G.N.M.

17. München, St.B. cgm. 203, Bl. 1v: Erstürmung einer Stadt. Kol. Federzchg. Lauber-Werkstatt in Hagenau, Mitte 15. Jh. Fot. Bibl.

18. Stuttgart, L.B. Cod. poet. et philol. fol. 2, Bl. 24r: Xerxes, der Erfinder des Schachspiels, läßt das Schachbrett und die Figuren herstellen. Kol. Federzchg. Lauber-Werkstatt in Hagenau (wahrscheinlich Hans Schilling), dat. 1467. Fot. Bibl.

19. Heidelberg, U.B. pal. germ. 345, Bl. 173r: Die Herzogin fällt in Ohnmacht, als Lohengrin abreist. Kol. Federzchg. Henfflin-Werkstatt in Stuttgart, um 1475. Fot. Bibl.

20. München, St.B. clm. 3941, Bl. 18v: Totentanz (der Fürst und seine Untertanen: Ritter, Arzt, Handwerker u. Mönch). Federzchg., mit Silberstift vorgezeichnet. Augsburg, 2. H. 15. Jh. Fot. Bibl.

21. Frankfurt a. M., Stadt- u. U.B. Ms. germ. quart 12, Bl. 119v/120r: Die Mägde bringen die totgeglaubten Kinder zu Ludwig, Fioratine und Alexander; die untreue Königin sitzt im Kerker, ihr Liebhaber wird verbrannt. Kol. Federzchg. Hans Dirmstein in Frankfurt, dat. 1471. Fot. Bibl.

22. St. Gallen, Stadtbibl. (Vadiana) Ms. 352, Bl. 29r: Abendmahl und Passahmahl. Bodenseegegend, 2. Dr. 15. Jh. Federzchg. Fot. Bibl.

23. Wien, N.B. Cod. Vindob. Ser. nov. 2663, Bl. 103r: Randzchgn. zum Nibelungenlied. Aquarellierte Federzchg. Geschrieben 1504–16 in Bozen. Fot. Bibl.

Literatur

I. Allgemein: 1. Karl Lamprecht, Bildercyclen und Illustrationstechnik im späteren MA, Rep. f. Kw. 7, 1884, 405–15. – 2. Jos. Neuwirth, Die Herstellungsphasen spät-ma. Bilder-Hss., Rep. f. Kw. 16, 1893, 76–87. – 2 a. Samuel Berger u. Paul Durrieu, Les notes pour l’enlumineur dans les mss. du moyen âge, Mém. Soc. Ant. France 53, 1893, 1–30. – 3. Rud. Kautzsch, Einleitende Erörterungen zu einer Gesch. der dt. Hss.-Illustration im späteren MA (= Stud. z. dt. Kg. Heft 3), Straßburg 1894. – 4. Ders., Diebolt Lauber und seine Werkstatt in Hagenau, Centralblatt f. Bibliothekswesen 12, 1895 (Seitenangaben nach dem Sonderdruck). – 5. Ders., Ein Beitrag zur Gesch. der dt. Malerei in der 1. H. 14. Jh., in: Kunstwiss. Beiträge, August Schmarsow gew. zum 50. Semester, Lpz. 1907, S. 73–94. – 6. Hans Wegener, Die dt. Volks-Hss. des späten MA, in: Mittelalterliche Handschriften, Fs. für Hermann Degering, Lpz. 1926, S. 316–24. – 7. Frz. Jacobi, Die dt. Buchmalerei in ihren stilistischen Entwicklungsphasen, Mchn. 1923. – 8. Stange Bd. 1ff. – 9. Verfasserlexikon des dt. MA, hrsg. von W. Stammler (u. Karl Langosch), Bln. (u. Lpz.) 1931–56. – 10. Werner Fechter, Das Publikum der mhd. Dichtung (= Dt. Forschgn. Bd. 28), Ffm. 1935. – 11. Joachim Kirchner, Germanistische Hss.-Praxis, Mchn. 1950, bes. S. 24–28. – 11 a. Albert Boeckler, Dt. Buchmalerei der Gotik, Königstein i. T. 1959.

II. Landschaften: 12. Heinr. Jerchel, Die bayerische Buchmalerei des 14. Jh., Münchner Jb. N.F. 10, 1933, 70–109. – 13. Frz. Jacobi, Studien zur Gesch. der bayer. Miniatur des 14. Jh. (= Stud. z. dt. Kg. Heft 102), Straßburg 1908. – 14. Berth. Riehl, Studien zur Gesch. der bayer. Malerei des 15. Jh., Mchn. 1895. – 15. Heinr. Jerchel, Die Bilder der südwestdt. Weltchroniken des 14. Jh., Zs. f. Kg. 2, 1933, 381–98. – 16. Ernst Wilh. Bredt, Der Hss.-Schmuck Augsburgs im 15. Jh. (= Stud. z. dt. Kg. Heft 25), Straßburg 1900. – 17. Hellm. Lehmann-Haupt, Schwäbische Federzeichnungen. Stud. z. Buchill. Augsburgs im 15. Jh., Bln. u. Lpz. 1929. – 18. Theod. Raspe, Die Nürnberger Miniaturmalerei bis 1515 (= Stud. z. dt. Kg. Heft 60), Straßburg 1905. – 19. Ernst Kloss, Die schlesische Buchmalerei des MA, Bln. 1942. – 20. Gg. Graf Vitzthum, Die Pariser Miniaturmalerei v. d. Zeit des hl. Ludwig b. z. Philipp von Valois usw., Lpz. 1907. – 21. Frdr. Winkler, Die flämische Buchmalerei des 15. u. 16. Jh., Lpz. 1925. – 22. Alfred A. Schmid, Die Buchmalerei des 16. Jh. in der Schweiz, Olten 1954. – S. auch Lit. zu Buchmalerei, RDK II 1512–24.

III. Sammlungen: 23. Hans Wegener, Beschr.Verz. der Miniaturen-Hss. der Preuß. Staatsbibl. Berlin, Lpz. 1928. – 24. Paul Wescher, Beschr. Verz. der Miniaturen – Hss. und Einzelblätter – des Kupferstichkabinetts der Staatl. Museen Berlin, Lpz. 1931. – 25. Otto von Heinemann, Die Hss. der Hzgl. Bibl. zu Wolfenbüttel, I. u. II. Abt., Wolfenbüttel 1884–1903. – 26. Rob. Bruck, Die Malereien in den Hss. des Kgr. Sachsen, Dresden 1906. – 27. Morton Bernath, Studien über die Miniaturen-Hss. der Leipziger Stadtbibl. (Diss. Freiburg/Schweiz), Borna-Lpz. 1912. – 28. Ernst Wilh. Bredt, Kat. der ma. Miniaturen des G.N.M., Nürnberg 1903. – 29. Eberh. Lutze, Die Bilder-Hss. der U.B. Erlangen, Erlangen 1936. – 30. Erich Petzet u. Otto Glauning, Dt. Schrifttafeln des 9.–16. Jh. aus Hss. der K.Hof- u. St.B. in München, Bd. 1–5, Mchn. 1910–30. – 31. Hans Wegener, Beschr.Verz. der dt. Bilder-Hss. des späten MA in der Heidelberger U.B., Lpz. 1927. – 32. Konr. Escher, Die Miniaturen in den Basler Bibliotheken, Museen und Archiven, Basel 1917. – 33. Beschreibendes Verzeichnis der illuminierten Hss. in Österreich Bd. 1ff., Lpz. 1923ff. – 34. Kurt Hoher u. Karl Oettinger, Les principaux mss. à peintures de la Bibl. Nat. de Vienne, 4. Teil: Mss. allemands, Bull. Soc. Fr. Mss. 21, 1938, 57–155. – 35. Herm. Menhardt, Verz. der altdt. literarischen Hss. der Österr. N.B. Bd. 1 (= Dt. Ak. der Wiss. zu Berlin, Veröff. des Inst. f. dt. Sprache u. Lit. 13), Bln. 1960. – 36. Rob. Priebsch, Dt. Hss. in England, 2 Bde., Erlangen 1896 u. 1901.