Schelle

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englisch: jingling bell; französisch: grelot; italienisch: squilla, sonaglio.


Vincent Mayr (2015)


Nürnberger Schellen mit Marken, 1720–1730.
Jost Amman, Schellenmacher, 1568.
Tischbrunnen, Paris, um 1320–1350.
Christkindbettchen, Lüttich (?), Anfang 15. Jh.
"Hansl mit der Schell", Sturzbecher, Siegburg, um 1500, montiert um 1530–1560.
Leonhard I Bräm, Kokusnussbecher, Zürich, 1556.
Jakob Christoph Mentzinger, Kauzpokal, Basel, um 1600.
Sturzglas mit Schelle am Griff, Sachsen oder Schwarzwald, 1714.
Kinderrassel, Niederlande, 17. Jh.
Schellen (Bells) für Falken, Falkenbuch Friedrichs II., 1241–1248.
Hans Holbein der Jüngere, Porträt des Robert Cheseman of Dormanswell mit seinem Falken, 1533 (Detail).
Jost Amman, Entwurf für einen Fortuna-Schlitten, Nürnberg, um 1570.
Erhard Schön, Frauen fertigen Kappen mit Schellen für ihre Liebesnarren, 1535–1538.
Anton Möller der Ältere, Narr mit Schellengewand, 1605.
Gourlay Steell, Drumpellier Pugs, 1867.

I. Allgemeines

A. Definition

Die Schelle gehört wie das Glöckchen zu den Idiophonen (Selbstklingern).[1] Als „Schüttel-Idiophon“ unterscheidet sie sich vom Glöckchen durch andere Gestalt und Klangwirkung: Ein überwiegend kugelförmiger Körper aus Blech mit schlitz- oder punktförmiger Schallöffnung und Öse enthält einen oder mehrere Klangsteine.[2] Das durch sie erzeugte, selten melodische Geräusch entsteht durch ungezielte Bewegung. Diese Tonqualität rief andere Assoziationen hervor als das Geläut von Glöckchen und bestimmte die Funktionen von Schellen mit.

Schellen treten oft zu mehreren auf (siehe III.C.); sie können auch in einem Gehäuse zusammengefasst sein (vgl. Altarglöckchen, Zimbel). Sind sie mit einem Griff versehen, entsteht die Rassel.[3]

B. Etymologie, Wortgebrauch und Synonyme

Das von Althochdeutsch „skella“ (Derivat von „skell-a-“, schallen) abgeleitete Wort „Schelle“ bezeichnet vorrangig das durch sie erzeugte Geräusch.[4] Schelle und Glöckchen werden vielfach synonym gebraucht; die lateinischen Begriffe „tintinnabulum“ und „campanella“ können beide Idiophone bezeichnen.[5] Andererseits wurde auch „cymbalum tinniens“ (I Cor 13,1) mit „klingende Schelle“ übersetzt. Der Textzusammenhang des Korintherbriefs legte die Interpretation der Schelle als Bild für den lieblosen Schwätzer und Narren nahe (siehe IV). Im Tiroler Raum ist auch die Bezeichnung „Rolle“ (Rolla, Rolln) üblich.[6]

Das französische, aus althochdeutscher Wurzel abgeleitete Synonym „grelot“ ist spätestens 1392 in der Form „grilot“ nachweisbar. Der Begriff bezeichnet sowohl Viehglocken als auch die Schellen des Narren.[7] Das Inventar der Kathedrale zu Cambrai (1359) nennt die Schellen an einer Monstranz hingegen „timbres“.[8] Dieser Ausdruck wird in der Gegenwart für „kugelförmiges Glöckchen“ benutzt.[9] Mit Schellen besetztes Zaumzeug von Pferden wird als „grelottière“ bezeichnet.[10]

Das englische „jingling bell“ bezieht sich lautmalerisch auf das von der Schelle erzeugte Geräusch.[11]

II. Material und Herstellung

Schellen wurden und werden überwiegend aus Metallen hergestellt, d. h. getrieben, geschmiedet oder gegossen. Es kann jedoch auch jedes andere Material verwendet werden, aus dem ein hohler, weitgehend geschlossener Klangkörper herzustellen ist.

Die Fertigung von getriebenen, aus zwei Halbkugeln zusammengesetzten Schellen aus Messing (Abb.)[12] lag in Nürnberg bis zur Aufhebung des Zunftwesens in der Hand der Schellenmacherzunft.[13] Deren Ordnung sah 1548 vor, dass unter den Meisterstücken Habichts- und Würgfalkenschellen (siehe III.C.7) sein mussten.[14] „Roßschällen“ und „Hundsschällen“ waren mit Eisenklötzchen als Klangsteinen zu füllen (1567 und 1585); alle Stücke mussten mit Meistermarken gezeichnet sein.[15] Eine Spanschachtel mit solchen gemarkten, um 1700 gefertigten Schellen aus Nürnberg wurde im Wrack eines venezianischen Schiffs vor Dubrovnik entdeckt.[16] Sie belegt den weiten Verbreitungsradius der Nürnberger Produkte.

Zum „Öhrleinpiegen“, d. h. für die Anfertigung der Ösen, durften die Meister Mägde anstellen, nicht jedoch für andere Arbeiten (1599).[17] Schellen für Schlitten und Wagen (siehe III.C.7) sollten von einem Zaummacher oder Riemenschneider angebracht werden, nicht von dem Schellenmacher selbst.[18]

Gegossene Schellen für Zaumzeug und Fuhrwerke wurden in Nürnberg von Rotschmieden gefertigt.[19] Schellen mit hölzernen Körpern (Rasseln) wurden von Holzdrechslern hergestellt, die laut Christoph Weigels Ständebuch neben Puppen auch „allerley Kling- und Klapper-Wercke“ für Kleinkinder anboten.[20]

Jost Amman stellte 1568 eine Schellenmacher-Werkstatt mit Verkaufstheke dar (Abb.); ein Kind greift sich ein Bündel Schellen – vielleicht, um sein Steckenpferd damit zu schmücken. Der Text nennt als Produkte Schellen für Narren(-kappen), Schlitten und die Ausstattung zum Reiterstechen.[21]

III. Funktionen

A. Christlicher Kultus

Schellen als Pendilien an liturgischen Geräten sind zwar seltener als Glöckchen, jedoch ebenfalls verwendet worden, so an einer 81 cm hohen, silbervergoldeten Monstranz von Johann Marpurg, Koblenz 1469, an deren seitlichen Rosetten zwei Schellen hängen.[22]

Selten sind Darstellungen von Baldachinen mit Schellen: Der Flügel eines Triptychons von Robert Campin mit der Darstellung Johannes des Täufers lässt trotz des fragmentarischen Zustands der Maloberfläche noch einen Baldachin mit glöckchenförmigen Schellen über dem Heiligen erkennen.[23] Ein ähnlicher Baldachin überwölbt die Muttergottes zwischen Jodokus und Johannes dem Täufer, Relief aus Buchsholz, Niederrhein (?), um 1500.[24]

Schließlich konnten auch Christkindbettchen und -wiegen mit Schellen besetzt sein, z. B. ein silbernes Bettchen aus der Zisterzienserinnenabtei Notre-Dame-du-Viviers, Lüttich (?), Anfang 15. Jh., das je vier große Schellen an den Längsseiten trägt (Abb.)[25] und die (verschollene) Wiege aus dem großen Beginenhof in Löwen, 15. oder 1. Hälfte 16. Jh. mit drei Schellen an der Unterseite des Wiegenkörpers.[26]

B. Jüdischer Kultus

Jüdisches Kultgerät wurde ebenfalls erheblich seltener mit Schellen behängt als mit Glöckchen. Zu den publizierten Ausnahmen gehören eine Tora-Krone, vielleicht aus Litauen, 1777–1778, an deren Bügeln vier Schellen hängen, [27] wenige Tora-Schilder und einige Tora-Aufsätze des 18. bis 20. Jh.[28] Runde oder glöckchenförmige Schellen, teils mit Inschrifttafeln, wurden auch für die Vorhänge von Tora-Nischen gestiftet.[29]

C. Profane Verwendung

Die Verwendung von Schellen im profanen Bereich ist hingegen sehr vielfältig und seit mittelalterlicher Zeit belegt.

1. Tischbrunnen und Trinkgefäße

Schellen wurden spätestens im 14. Jh. an höfischem Tafelgerät verwendet. Erhalten ist ein 31 cm hoher Tischbrunnen, Paris, um 1320–1350, silbervergoldet mit transluzidem Email, in Form eines dreigeschossigen Pavillons mit Zinnenkranz und Maßwerk; in den beiden Obergeschossen sind zwei mal acht Schellen angebracht, die durch das in eine zentrale Röhre gepumpte Wasser über Räder zum Klingen gebracht werden konnten (Abb.).[30]

Im 15. und 16. Jh. waren Trinkgefäße mit Bezug zum Narrenwesen beliebt. Dies galt z. B. für Pokale in Form spätgotischer Schnabelschuhe mit Schellen. Ein französisches Beispiel aus schwarzem Schiefer mit silbervergoldeter Fassung, um 1480, hat eine Schelle an der Spitze, vier weitere dienen als Trippe.[31] Ein anderes Exemplar aus geprägtem Leder und Silber, Süddeutschland, um 1600, trägt ebenfalls eine Schelle am Überschlag der Schuhspitze mit Beschlag in Form eines Delphins.[32]

Ein Siegburger Trichterhalskrug aus salzglasiertem Steinzeug, um 1500, wurde um 1530–1560 zum „Hansl mit der Schell“ (ehemals im Markgräfler Hof, Basel) montiert: Der Krug wurde umgedreht und statt seines Fußes ein Narrenkopf mit Schellenkappe in teilvergoldetem Silber aufgesetzt (Abb.); seine Funktion war damit die eines Sturzbechers.[33] Ein Sturzbecher in Form eines Flötenglases, Sachsen oder Schwarzwald, um 1714 (Abb.), trägt statt des Fußes eine große silberne Schelle.[34]

Manche Pokale erhielten auch die Form eines Narrenkopfes, so ein Kokosnuss-Becher, wohl Basel, um 1550, mit Eselsohren, Scheitelband und Kragen, der mit insgesamt 23 Schellen besetzt ist und die Versinschrift „DER LUST ZUM STARKEN TRANCK UND WIN MACHT DAS ICH NIT KAN WIZIG SIN“ trägt;[35] ähnlich, wenn auch mit anders geformtem Fuß, ist der Kokosnuss-Becher von Leonhard I Bräm (?), Zürich, 1556 (Abb.).[36] Die negative Interpretation des Kauzes als Bild der Trunksucht schlug sich in der Anfertigung von Eulengefäßen nieder. Manche von ihnen, so ein silberner, teilvergoldeter Kauzpokal von Jakob Christoph Mentzinger, Basel, um 1600, tragen als Lockvögel Schellen an den Beinen (Abb.).[37]

In England gebrauchte Fußschalen und Prunkpokale des 16. Jh. wurden ebenfalls gelegentlich mit Schellen besetzt, z. B. der Zunftpokal der Barbiere mit dem Wappenschild von König Henry VIII., London, 1543/44, und „The Yarborough cup“, nördliche Niederlande, um 1575/1580.[38]

2. Musikinstrumente

Instrumente mit Schellen gibt es in unterschiedlicher Gestalt: als Schellenkranz, Schellenbaum, Schellentrommel (Tamburin) und Rassel. Schellenbäume enthalten zwar häufig Glöckchen, aber gelegentlich auch Schellen oder eine Kombination beider Klangkörper.[39]

Reine Lärminstrumente sind die „Unheimliches Geläut“ genannten Holzstöcke des 17. Jh., an denen mit Lederbändern große Messingschellen befestigt sind. Sie wurden angeblich von evangelischen Bauern im oberösterreichischen Innviertel benutzt, die 1626 zum Widerstand gegen die bayerische Besatzung aufriefen.[40]

Carl Orff ordnete seinem „Kleinen Schlagwerk“ 1930–1935 Gefäßrasseln, Schellenkränze, -ringe, -trommeln und „Cymbeln“ (Schellenbänder) zu; letztere bestehen aus einem mit Metallschellen besetzten Lederband.[41]

Auch Musikautomaten und Spieldosen können Schellen enthalten.

3. Kleidermode und Accessoires

Ein Besatz von Kleidungsteilen mit Schellen ist seit ottonischer Zeit belegt: Eine Nachzeichnung des 18. Jh. gibt einen ottonischen Gürtel mit einem Bündel kleiner Schellen an Kordeln wieder.[42] Auch die teilweise mit Bohrlöchern versehenen Armillen des hohen Mittelalter haben vielleicht Glöckchen oder Schellen getragen.[43]

Die Schellenmode des 14./15. Jh. blieb weitgehend auf Deutschland beschänkt.[44] Halsausschnitt, Armöffnungen, Gürtel und die Spitzen der Schnabelschuhe sowie der Dusing konnten mit silbernen und goldenen Schellen besetzt sein, wie bildliche Darstellungen belegen. So trägt die Grabmalfigur des Ludwig von Hutten (gest. 1414) am Gürtel Schellen an langen Ketten.[45] Auf dem Passionsaltar aus der Bamberger Franziskanerkirche, 1429, trägt der Hauptmann, der die Gottessohnschaft Christi bezeugt, einen Dusing mit Schellen mit glöckchenförmigem Querschnitt.[46] Die Bronzefigur Philipps des Guten, Herzog von Burgund, im Grabmalsensemble Kaiser Maximilians I., 1520/21 (Innsbruck, Hofkirche), zeigt ebenfalls Schellenbesatz am Dusing.[47] Auch Geldbeutel und Taschen waren nicht selten mit Schellen besetzt.

4. Narrengewand

Der biblische Passus von der „klingenden Schelle“, die lieblose, sündige Rede kennzeichnet (siehe I.B), war wohl der Auslöser für die Ausstattung von Narren und Gauklern mit Schellen.[48] Sie ist seit dem frühen 14. Jh. bildlich nachweisbar (siehe IV).

Zu den wenigen erhaltenen Narreninsignien der Renaissance gehören zwei Zepter des 16. Jh. („Marotten“), die von aus Elfenbein geschnitzten Narrenköpfen bekrönt werden, von denen mit Schellen besetzte Schulterkragen-Zipfel über den Stab herabfallen.[49] Jüngere Beispiele von Schellengewändern sind vor allem im alemannischen und bayerisch-österreichischen Alpenraum erhalten, viele noch in Benutzung.[50]

Die Skulpturenserie der sog. Moriskentänzer, gefasster Holzfiguren von Erasmus Grasser aus dem Münchner Rathaus, um 1480, gibt vermutlich die Gewandung akrobatischer Tänzer des 15. Jh. wieder: Hier setzten die Schellen, die an den Wadenstrümpfen befestigt waren, akustische Akzente, [51] vielleicht sogar perkussionsartig einen durchgehenden Rhythmus.

5. Spielkarten

Auch spätgotische Spielkarten, „das Gebetbuch des Teufels“, zeigen Narren und/oder Schellen. Einen Dudelsack blasenden Mönch mit Schellenkappe als Löwenwappen-Eins zeigt ein um 1450 entstandenes höfisches Kartenspiel.[52] Die Schelle als „Farbe“ ersetzte im mitteleuropäischen Raum die älteren Münzen, [53] so ein niederländisches Spiel mit 52 Karten, um 1470–1480. [54] Der „Schellenunter“ im Kartenspiel von Peter Flötner, um 1540, [55] ist ein Narr mit einer Schelle von der Größe einer Kanonenkugel.[56]

Thomas Murner verwandte das Schellenbild in seinem didaktischen „Chartiludium logicae“ (Straßburg 1509).[57] Auch zum Tarot gehört die Trumpfkarte des Narren,[58] der im divinatorischen Gebrauch des Spiels eines der „großen Arcana“ verkörpert.

6. Kinderspielzeug

Vorformen der neuzeitlichen Kinderrasseln, d. h. Schellen mit Griff, sind seit der Antike bekannt.[59] Bildliche Belege gibt es seit dem 16. Jh., so ein Kinderporträt von Hans Holbein d. J., das dieser König Henry VIII. 1539 als Neujahrsgeschenk überreichte: Der im Oktober 1537 geborene Prinz Edward von Wales, den Holbein Ende 1538 malte, hält eine wohl silbervergoldete Rassel mit durchbrochener Wandung am Griff.[60] Eine große silberne, teilvergoldete Schelle trägt die 1542 von Tizian porträtierte zweijährige Clarissa Strozzi an einer Gürtelkette.[61] Eine wohl geflochtene Rassel mit Griff liegt auf dem Familienbild des Erhard Schwetzer, 1541, auf dem Tisch der Wohnstube.[62] Eine silberne Kinderrassel aus einer großen Schelle, an deren Rand kleinere Schellen hängen, besaß offenbar der achtmonatige Valentin Gerhardt, Sohn des Bürgermeisters in der Hildesheimer Neustadt, der 1649 gemalt wurde. Die Rassel hängt zusammen mit Amuletten an einem roten Band um seinen Hals.[63]

Es sind auch entsprechende Exemplare erhalten: Eine niederländische Rassel des 17. Jh. aus Silber besteht aus mehreren Schellen an einem Stab mit Tragering (Abb.).[64] Vielleicht ein Taufgeschenk Kaiser Leopolds I. an seinen Enkel, Kurprinz Joseph Ferdinand von Bayern (geb. 1692), war eine Kinderrassel aus einer großen und fünf kleinen Schellen, Wien (?), um 1690–1695, aus vergoldetem Silber mit Bindenschilden in Email und Brillanten. Der Griff ist als Pfeifchen ausgebildet; eine gefasste Luchskralle hängt als Amulett daran.[65]

Der gleiche Typus wurde im 19. Jh. weiterhin produziert, z. B. eine silbervergoldete Kinderklapper mit Korallenbesatz für Napoléon-François, König von Rom (geb. 1811).[66] Rasseln aus Geflecht oder vernickelten Messing wurden 1895 als Massenware produziert;[67] seit dem 2. Viertel 20. Jh. bestehen sie vorwiegend aus synthetischen Materialien.

7. Tierschellen und Schellen an Fahrzeugen

Bei der Falkenjagd hat die sog. Bell eine wichtige Funktion, denn sie verrät dem Falkner den Aufenthaltsort des jagenden Vogels. Die Bell in Form einer Schelle, die schon das zwischen 1241 und 1248 verfasste Falkenbuch Friedrichs II.[68] vorsah (Abb.), wird oberhalb des sog. Geschühs (Fußfessel) befestigt.[69] Falknerporträts des 16. Jh., etwa dasjenige des Robert Cheseman of Dormanswell, 1533 (Abb.), und das eines unbekannten Adligen, 1542, von Hans Holbein d. J., zeigen immer noch klar erkennbar eine Bell in Schellenform.[70] Auch die Tafel mit Falknerzubehör in der Encyclopédie française (1811) bildet eine Bell ab.[71]

Schellenhalsbänder von Hunden sind schon im 15. Jh. belegt: Vittore Carpaccio zeigte um 1495 wohlhabende Damen (Kurtisanen?) in Venedig mit einem entsprechend ausgestatteten Hündchen.[72] Möpse und Mops-Darstellungen des 18. Jh. konnten auf die Mitgliedschaft ihrer Besitzerinnen im Mopsorden (siehe Freimaurer) hinweisen.[73]

Wie Tierporträts des 19. Jh. erkennen lassen, wurden zu dieser Zeit sowohl die Halsbänder von Arbeitshunden, die im Freien gut zu hören sein mussten, [74] als auch weiterhin von Schoßhunden[75] mit Schellen ausgestattet (Abb.).

Schellen am Pferdegeschirr, an Wagen und Schlitten sind noch früher dargestellt worden, so in einer Illustration zum Daniel-Kommentar des Beatus von Liébana, 1109 vollendet.[76] Auch mittelhochdeutsche Zitate bei Grimm belegen deren Beliebtheit.[77] Bei Festaufzügen und mythologisch dekorierten Prunkschlitten an den Faschingstagen (Abb.)[78] waren Pferde zwischen dem 15. und 18. Jh. – vereinzelt noch in der Gegenwart – mit Schellen geschmückt.[79] Diese sind nicht nur dekorativ zu bewerten, sondern sie dienten auch der Sicherheit der Schlitten, die auf geschlossener Schneedecke fast lautlos fuhren und bei Schneegestöber kaum zu sehen waren, so dass eine solche Ausstattung obrigkeitlich vorgeschrieben wurde.[80] Drei Geläute für Schlittenpferde aus der Zeit um 1720–1730 bzw. um 1814/15 in Nürnberg, Stuttgart und Wien sind durchweg mit Schellen aus Nürnberger Produktion besetzt.[81] Das Münchner „Schlittengeläut“ für den (verlorenen) Paradeschlitten Kurfürst Karl Albrechts, 1737/38, ist an den Schabracken über und über mit Schellen benäht.[82] Harmonisch klangen Geschirre mit unterschiedlich großen Schellen, die etwa im Abstand einer Terz gestimmt waren.[83] 1610 erkannte man, dass Schellen besser klingen, wenn sie auf glatten Trägern wie Leder oder Atlas als auf Textilien wie Samt montiert wurden.[84]

In England wurden silberne Schellen als Preise für die Gewinner von Pferderennen ausgesetzt, so 1599 für das „Carlisle horse race“.[85]

IV. Ikonographie

Die überwiegend negativ konnotierten Schellen charakterisierten ihre Träger: Der Kentaur mit einem Wildweibchen als Reiterin, Relief am nördlichen Gewände des Nordportals im Westen der Kathedrale von Chartres, 12. Jh., trägt einen Schellengürtel, der an ein Pferdegeschirr erinnert und damit seine tierische Libido kennzeichnet.[86] Giotto versah seine Personifikation der Stultitia in der Cappella degli Scrovegni in Padua, geweiht 1305, mit Schellen an Gürtel und Federhaube (siehe auch Feder).[87] Die Initiale zu Ps 52 („Dixit insipiens ...“) in einem englischen Psalter, um 1300–1320, gibt einen disputierenden Narren mit Schellenkappe wieder.[88]

In graphischen Einzelblättern und Buchillustrationen des 15. bis 18. Jh. dienten Schellen weiterhin der Kennzeichnung amoralischen, unklugen oder unreifen Verhaltens. Ihr Träger wurde entweder insgesamt als Narr eingekleidet oder mit dessen wichtigstem Attribut, der Narrenkappe, versehen.

Kupferstiche des Meisters ES vom Ende des 15. Jh. geben Narren vor allem in solchen Szenen und Kompositionen wieder, die das Laster der Luxuria anprangern, z. B. auf dem Blatt „Narr und Mädchen“ sowie dem Blatt „n“ des Figurenalphabets.[89]

In den Holzschnitt-Illustrationen zu Sebastian Brants „Narrenschiff“ ist jeder Sünder als schellenbesetzter Narr gezeigt, wenn auch mit zusätzlichen Attributen wie Eselsohren oder Brille versehen.[90] Erhard Schön zeigte 1535–1538 in vier Holzschnitten, dass Liebesnarren den dominanten Frauen Anlass zur Fertigung von Schellen für ihre Narrenkappen geben (Abb.).[91] Höchst beliebt waren im 16. Jh. auch Wasserzeichen mit dem Narrenkopf.[92]

Eine solche Ikonographie diente in der Reformationszeit darüber hinaus zur Diskreditierung des konfessionellen Gegners, so etwa bei Thomas Murner: Der als Kater wiedergegebene Murner zieht dem Narren Luther närrische Ideen in Form kleiner Narren aus dem Mund.[93]

Die Identifikation von Narren mit Sündern ist durch Beischriften auf zwei zwischen 1560 und 1570 entstandenen Kupferstichen von Frans Hogenberg mit männlichen und weiblichen Personifikationen der Laster eindeutig: Alle tragen Narrenkappen, teilweise auch Schellen an Beinkleidern und Säumen.[94] Auch Eulenspiegel kam das Narrengewand auf manchen Darstellungen zu, so auf dem Brustbild von Andreas Herneisen, Nürnberg, um 1590.[95] Die Indezenz eines Narren wird besonders anschaulich auf einer Federzeichnung von Anton Möller dem Älteren, 1605: Der Laute spielende Narr hat sich obszön verrenkt; Mücken (siehe Fliege) umschwirren ihn, und ein Hund schnappt nach den Schellen an seinen Gewandzipfeln (Abb.).[96]

Herman Hugos Erbauungsbuch „Pia desideria“ (1624) enthält eine Tafel mit Närrin, die den kindlichen Entwicklungsstand des geistlich unerfahrenen Menschen beschreibt: „Anima“ (die Seele) mit schellenbesetzter Narrenkappe kommt auf dem Steckenpferd daher und schwingt das Vanitas verbildlichende Windrad, während „Animus“ (Christus) gramvoll sein Gesicht verbirgt.[97] In Abraham a Sancta Claras „Centi-folium stultorum“ (1709) ist die Narrenkappe vielfach das einzige Attribut der geschilderten hundert Narrentypen, die sonst im jeweiligen Gewand ihres Standes daherkommen. Allerdings hat der „Comedi- und Opera-Narr“ so große Affinität zum Narrenkleid, dass ein Pierrot vor dem Theater Narrenkappen an die Wartenden verteilt.[98]

Anmerkungen

  1. Wolfgang Ruf u. a. (Hg.), Lexikon Musikinstrumente, Mannheim u. a. 1991, S. 205 und 448; Walter Deutsch und Maria Walcher, Idiophone und Membranophone, Wien 2004 (Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde, 28), S. 44–85 und 115–123.
  2. Maria Trumpf-Lyritzaki, Glocke, in: Reallexikon für Antike und Christentum, Bd. 11, Stuttgart 1981, Sp. 164–196, hier Sp. 165; Wolfgang Ruf u. a. (Hg.), Lexikon Musikinstrumente, Mannheim u. a. 1991, S. 448.
  3. Wolfgang Ruf u. a. (Hg.), Lexikon Musikinstrumente, Mannheim u. a. 1991, S. 420.
  4. Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, bearbeitet von Elmar Seebold, 22. Aufl. Berlin/New York 1989, S. 628; vgl. auch Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch; Bd. VIII, Leipzig 1893, Sp. 2492–2496.
  5. Karl-Ernst Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, 12. Auflage Hannover 1969, Bd. 2, Sp. 3132. Mit „campanella“ wird im Falkenbuch Friedrichs II. die Falkenschelle bezeichnet (Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. Lat. 1071, fol. 64v, Faks. ed. Dorothea Walz und Carl Arnold Willemsen, Graz 2000 [Glanzlichter der Buchkunst, 9], S. 62).
  6. Manfred Schneider, Herdengeläute (Kuhglocken, Schellen und Rollen), in: Der Schlern 51, 1977, H. 11, S. 617–622, hier S. 618. Weitere Synonyme bei Johann Heinrich Zedler, Großes vollständiges Universal-Lexikon, Bd. 34, Leipzig 1742, Nachdruck Graz 1961, Sp. 1184–1187.
  7. Le grand Robert de la langue française, 2. Aufl. Paris 2001, Bd. 3, S. 1523. Die Viehglocke kann auch „clarine“ oder „sonnaille“ genannt werden (ebd., Bd. 2, S. 189 und Bd. 6, S. 556).
  8. Joseph Braun, Das christliche Altargerät, München 1932, S. 402.
  9. Le grand Robert de la langue française, 2. Aufl. Paris 2001, Bd. 2, S. 218. Eine weitere Definition: ebd., Bd. 6, S. 1218f. (Glocke, die mit einem Hammer angeschlagen wird).
  10. Le grand Robert de la langue française, 2. Aufl. Paris 2001, Bd. 3, S. 1524.
  11. The Oxford English Dictionary, 2. Aufl. Oxford 1989, Bd. VIII, S. 241f.
  12. Metallanalysen erhaltener Schlittengeläute bei Ingrid Eberling, Nürnberger Schellen in Europa. Verwendungsbeispiel – Schellen an Schlittengeläuten, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2003, S. 123–126, hier S. 125.
  13. August Jegel, Alt-Nürnberger Handwerksrecht und seine Beziehungen zu anderen, Nürnberg 1965, S. 213–218.
  14. August Jegel, Alt-Nürnberger Handwerksrecht und seine Beziehungen zu anderen, Nürnberg 1965, S. 213f.
  15. Beispiele für gemarkte Schellen bei Ingrid Eberling, Nürnberger Schellen in Europa. Verwendungsbeispiel – Schellen an Schlittengeläuten, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2003, S 123–126, Abb. 3.
  16. Thomas Eser, Unter Tage, unter Wasser ..., in: Quasi Centrum Europae. Europa kauft in Nürnberg, 1400–1800, Ausstellungskatalog Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Nürnberg 2002, S. 97–115 und Kat.nr. 27.
  17. August Jegel, Alt-Nürnberger Handwerksrecht und seine Beziehungen zu anderen, Nürnberg 1965, S. 214.
  18. August Jegel, Alt-Nürnberger Handwerksrecht und seine Beziehungen zu anderen, Nürnberg 1965, S. 215.
  19. August Jegel, Alt-Nürnberger Handwerksrecht und seine Beziehungen zu anderen, Nürnberg 1965, S. 250. Zur Herstellungstechnik im Alpenraum siehe Manfred Schneider, Herdengeläute (Kuhglocken, Schellen und Rollen), in: Der Schlern 51, 1977, S. 617–622, hier S. 618f.
  20. Christoff Weigel, Ständebuch, Nürnberg 1698, Nachdruck Ebenhausen 1936, S. 136. Zugehöriger Kupferstich abgebildet bei Ingrid Eberling, Nürnberger Schellen in Europa. Verwendungsbeispiel – Schellen an Schlittengeläuten, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2003, S. 123–126, Abb. 4.
  21. Jost Amman und Hans Sachs, Eygentliche Beschreibung aller Stände auf Erden, Frankfurt a. M. 1568, Nachdruck 2. Aufl. Leipzig 1975, S. 74.
  22. Johann Michael Fritz, Goldschmiedekunst der Gotik in Mitteleuropa, München 1982, S. 249f., Nr. 449, Abb. 449.
  23. Frankfurt, Städelsches Kunstinstitut, Inv.nr. 886 (Jochen Sander, Niederländische Gemälde im Städel, 1400–1550, Mainz 1993 [Kataloge der Gemälde im Städelschen Kunstinstitut Frankfurt a. M., II], S. 129–153, bes. S. 132, Abb. 71).
  24. Bayerisches Nationalmuseum, Inv.nr. MA 1793 (Theodor Müller, Die Bildwerke in Holz, Ton und Stein von der Mitte des 15. bis gegen Mitte des 16. Jh., München 1959 [Kataloge des Bayerischen Nationalmuseums München, XIII,2], S. 127–129, Nr. 118).
  25. Namur, Société archéologique (Pierre Colman, L‘orfèvrerie religieuse Liègeoise, Lüttich 1966, Bd. 1, S. 158f. und 244, Nr. 610; Bd. 2, Abb. 224; Peter Keller, Die Wiege des Christuskindes ..., Worms 1998 [Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft, 54], S. 196, Nr. 3, Abb. 10).
  26. Peter Keller, Die Wiege des Christuskindes ..., Worms 1998 (Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft, 54), S. 201f., Kat.nr. 18, Abb. 35.
  27. Rafi Grafmann, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments, The Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 274f., Nr. 477.
  28. Z. B. Toraschild von Daniel Hammerer, Straßburg, um 1660; Rimonim, Niederlande (?), Ende 17. Jh. (R. D. Barnett [Hg.], Catalogue of the Permanent and Loan Collections of the Jewish Museum London, London/New York 1974, S. 30f., Nr. 136, Taf. LXIV; S. 26, Nr. 104, Taf. LVII); Rafi Grafmann, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments, The Jewish Museum, New York, Boston 1996, z. B. S. 118f., Nr. 90; S. 150f., Nr. 172; S. 173 und 175, Nr. 233 (Schilder); S. 46 und 239, Nr. 388; S. 215f., Nr. 331; S. 230f., Nr. 371 (Rimonim); Jaroslav Kuntoš, Silver Judaica from the Collection of the Jewish Museum in Prague, Prag 2012, S. 143, Nr. 110 und S. 172, Nr. 167f. (Rimonim, 18. und 20. Jh.).
  29. Jaroslav Kuntoš, Silver Judaica from the Collection of the Jewish Museum in Prague, Prag 2012, S. 288–292 und passim.
  30. Cleveland, The Cleveland Museum of Art, Inv.nr. 24,859 (Les Fastes du Gothique. Le siecle de Charles V., Ausstellungskatalog Paris, Galeries nationales du Grand Palais, 1981–1982, Paris 1981, S. 236–238, Nr. 191; Stephen Fliegel, The Cleveland Table Fountain and Gothic Automata, in: Cleveland Studies in the History of Art 7, 2002, S. 6–49; Renate Eikelmann [Hg.], The Cleveland Museum of Art. Meisterwerke von 300 bis 1550, Ausstellungskatalog Bayerisches Nationalmuseum München und J. Paul Getty Museum, Los Angeles, 2007–2008, München 2007, S. 198f., Nr. 72).
  31. Schönenwerd, Bally-Schuhmuseum, Inv.nr 2267 (Die Burgunderbeute und Werke burgundischer Hofkunst, Ausstellungskatalog Bernisches Historisches Museum, Bern 1969, S. 392, Nr. 252; vgl. auch weitere Beispiele, S. 392f., Nr. 253 und 255).
  32. Annette Schommers, in: Die Faszination des Sammelns. Die Sammlung Rudolf-August Oetker, Ausstellungskatalog Dresden, Grünes Gewölbe und Bayerisches Nationalmuseum München, 2011–2012, München 2011, S. 50f., Kat.nr. 5 (mit Verweis auf weitere Schuh-Pokale).
  33. Harald Siebenmorgen (Hg.), „Für Baden gerettet“. Erwerbungen des Badischen Landesmuseums 1995 aus den Sammlungen der Markgrafen und Großherzöge von Baden, Karlsruhe 1996, S. 40f., Nr. 9.
  34. Harald Siebenmorgen (Hg.), „Für Baden gerettet“. Erwerbungen des Badischen Landesmuseums 1995 aus den Sammlungen der Markgrafen und Großherzöge von Baden, Karlsruhe 1996, S. 144f., Nr. 91.
  35. Sabine Söll-Tauchert, in: Die grosse Kunstkammer. Bürgerliche Sammler und Sammlungen in Basel, Ausstellungskatalog Historisches Museum Basel, Basel 2011, S. 214–216, Nr. 35.
  36. Wien, Kunsthistorisches Museum, Kunstkammer (Eva Maria Preiswerk-Lösel, Kunsthandwerk, Disentis 1991 [Ars Helvetica, 8], S. 116, Abb. 95; Sabine Söll-Tauchert, in: Die grosse Kunstkammer. Bürgerliche Sammler und Sammlungen in Basel, Ausstellungskatalog Basel 2011, Abb. S. 215).
  37. Basel, Historisches Museum (Christian Hörack, in: Die grosse Kunstkammer. Bürgerliche Sammler und Sammlungen in Basel, Ausstellungskatalog Basel 2011, S. 274–276, Nr. 67; hier auch zu zwei ähnlichen Pokalen von Hans Bernhard Koch, Basel).
  38. Philippa Glanville, Silver in Tudor and Early Stuart England. A Social History and Catalogue of the National Collection, 1480–1660, London 1990, S. 26f., Abb. 7 und S. 168f., Abb. 89.
  39. Beispiele des 19. Jh. bei Wolfgang Ruf u. a. (Hg.), Lexikon Musikinstrumente, Mannheim u. a. 1991, S. 448f., mit Abb.; Kurt Birsak, Die mechanischen Saitenspiele, Selbstklinger und Trommeln im SMCA, in: Salzburger Museum Carolino Augusteum, Jahresschrift 49, 2003, S. 9–69, hier S. 23–27 (Kombinationen von Glöckchen und Schellen); Walter Deutsch und Maria Walcher, Idiophone und Membranophone, Wien 2004 (Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde, 28), S. 128–130.
  40. Hubert Glaser (Hg.), Um Glauben und Reich. Kurfürst Maximilian I., München 1980 (Wittelsbach und Bayern, II), Bd. 2, S. 376, Nr. 596, mit Abb.
  41. Wolfgang Ruf u. a. (Hg.), Lexikon Musikinstrumente, Mannheim u. a. 1991, S. 352; Carl Orff und sein Werk, Bd. 3: Schulwerk, elementare Musik, Tutzing 1976, S. 135f.
  42. Percy Ernst Schramm, Tintinnabula. Die Glöckchen am geistlichen und am weltlichen Gewande, in: ders., Herrschaftszeichen und Staatssymbolik, Bd. 2, Stuttgart 1955 (Schriften der Monumenta Germaniae historica, 13/II), S. 554–559, hier S. 557 und Taf. 65, Abb. 83.
  43. Percy Ernst Schramm, Tintinnabula. Die Glöckchen am geistlichen und am weltlichen Gewande, in: ders., Herrschaftszeichen und Staatssymbolik, Bd. 2, Stuttgart 1955 (Schriften der Monumenta Germaniae historica, 13/II), S. 554–559, hier S. 557.
  44. Belege zu Schellen an Teilen der Rüstung siehe Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch; Bd. VIII, Leipzig 1893, Sp. 2493.
  45. Kloster Himmelpforten bei Würzburg (Ortwin Gamber. Geschichte der mittelalterlichen Bewaffung, Teil 6, in: Waffen- und Kostümkunde 1998, Heft 1, S. 52, Abb. 21).
  46. München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv.nr MA 2825 (Kunst und Kunsthandwerk. Meisterwerke im Bayerischen Nationalmuseum München. Festschrift zum hundertjährigen Bestehen des Museums, München 1955, S. 42, Nr. 26, mit Abb.).
  47. Elisabeth Scheicher, Das Grabmal Maximilians I. in der Hofkirche, in: Österreichische Kunsttopographie, Bd. XLVII: Die Kunstdenkmäler der Stadt Innsbruck, Die Hofbauten, Wien 1986, S. 370, Abb. 505f.
  48. Werner Mezger, Narrenidee und Fastnachtsbrauch. Studien zum Fortleben des Mittelalters in der europäischen Festkultur, Konstanz 1991 (Konstanzer Bibliothek, 15), besonders S. 214–223.
  49. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv.nr. T 1294 (Leonie von Wilckens, in: Germanisches Nationalmuseum. Führer durch die Sammlungen, München 1977, Nr. 281) und Berlin, Kunstgewerbemuseum, Staatliche Sammlungen Preußischer Kulturbesitz (Werner Mezger, Narrenidee und Fastnachtsbrauch. Studien zum Fortleben des Mittelalters in der europäischen Festkultur, Konstanz 1991 [Konstanzer Bibliothek, 15], S. 201, Abb. 101).
  50. Z. B. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 77 (Villingen); Thomas Nußbaumer, Fasnacht in Nordtirol und Südtirol. Von Schellern, Mullern, Wudelern, Wampelern und ihren Artgenossen, Innsbruck 2010, z. B. S. 158, Abb. 01; http://www.narrenzunft-rottweil.de/(13.02.2015).
  51. Münchner Stadtmuseum (Johannes Pietsch, Die Kostüme der Moriskentänzer, in: Die Münchner Moriskentänzer, hg. von Iris Lauterbach und Thomas Weidner, München 1913 [Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, 32], S. 120–134, hier S. 127f.).
  52. Lutz S. Malke (Hg.), Narren. Porträts, Feste, Sinnbilder, Schwankbücher und Spielkarten aus dem 15. bis 17. Jh., Ausstellungskatalog Berlin 2001, S. 91, Abb. 94.
  53. Hellmut Rosenfeld und Erwin Kohlmann (Hg.), Die schönsten deutschen Spielkarten, Leipzig o. J., S. 41.
  54. New York, Metropolitan Museum.
  55. Mandy Sawitzki und Detlef Hoffmann, Der Narr – ein König ohne Krone, in: Lutz S. Malke (Hg.), Narren. Porträts, Feste, Sinnbilder, Schwankbücher und Spielkarten aus dem 15. bis 17. Jh., Ausstellungskatalog Berlin 2001, S. 87–110, hier S. 104–107.
  56. R. W. Scheller, Dürr – Friedrich, Amsterdam 1968 (F. W. H. Hollstein, German Engravings, Etchings and Woodcuts, ca. 1400–1700, VIII), S. 159f., Nr. 89.
  57. Hellmut Rosenfeld und Erwin Kohlmann (Hg.), Die schönsten deutschen Spielkarten, Leipzig o. J., Abb. 13.
  58. Mandy Sawitzki und Detlef Hoffmann, Der Narr – ein König ohne Krone, in: Lutz S. Malke (Hg.), Narren. Porträts, Feste, Sinnbilder, Schwankbücher und Spielkarten aus dem 15. bis 17. Jh., Ausstellungskatalog Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 2001, S. 87–110, hier S. 92–95.
  59. Eva und Ivan Steiger, Kinderträume. Spielzeug aus zwei Jahrtausenden, München u. a. 2004, S. 192f.
  60. Washington, National Gallery (John Oliver Hand, German Paintings of the 15th Century through 17th Centuries, Washington 1993 [The Collection of the National Gallery of Art. Systematic Catalogue], S. 83–91).
  61. Erika Billerer, Hunde und ihre Maler. Zwischen Tizians Aristokraten und Picassos Gauklern, Wabern-Bern 2005, S. 82–84, Abb. 67.
  62. Kurt Löcher, Die Gemälde des 16. Jh., Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Stuttgart 1997, S. 476–478.
  63. Roemer- und Pelizaeus-Museum, Hildesheim (Alice Anna Klaassen [Hg.], Kinderzeit. Kindheit von der Renaissance bis zur Moderne, Ausstellungskatalog Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg 2013, Petersberg 2013, S. 36f., Kat.nr. 5).
  64. Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, Inv.nr. 2.780 (Alice Anna Klaassen [Hg.], Kinderzeit. Kindheit von der Renaissance bis zur Moderne, Ausstellungskatalog Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg 2013, Petersberg 2013, S. 175, Kat.nr. 5).
  65. München, Schatzkammer der Residenz (Heinrich Kohlhaussen, Geschichte des deutschen Kunsthandwerks, München 1955 [Deutsche Kunstgeschichte, 5], S. 512f., Abb. 481; Schatzkammer der Residenz München, Katalog, 3. Aufl. München 1970, S. 330, Nr. 1109).
  66. Paris, Musée Carnavalet. Weitere Beispiele bei Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 87 und 90.
  67. Walter Deutsch und Maria Walcher, Idiophone und Membranophone, Wien 2004 (Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde, 28), S. 33–137.
  68. Biblioteca Apostolica Vaticana, Cod. Pal. Lat. 1071, fol. 64v, Faks. ed. Dorothea Walz und Carl Arnold Willemsen, Graz 2000 (Glanzlichter der Buchkunst, 9), S. 62.
  69. Heinz Peters, Falke, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 6, München 1973, Sp. 1269.
  70. Beide Den Haag, Mauritshuis (Rieke van Leeuwen [Hg.], Paintings from England. William III and the Royal Cabinet of Paintings, Ausstellungskatalog Den Haag, Mauritshuis 1988, S. 75–77; Susan Foister, Holbein and England, New Haven/London 2004, S. 234f., Abb. 231 und 233).
  71. Heinz Peters, Falke, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 6, München 1973, Sp. 1353f., Abb. 68b.
  72. Erika Billerer, Hunde und ihre Maler. Zwischen Tizians Aristokraten und Picassos Gauklern, Wabern-Bern 2005, S. 284f., Abb. 266.
  73. Für den 1745 gegründeten Mopsorden wurden Mopspaare in Porzellan und Fayence hergestellt, bei denen nur der Rüde ein Schellenband trug, während das Halsband der Hündin leer blieb (Karlheinz Goldmann, Ein Opfer der französischen Revolution? Der geheimnisvolle Mopsorden ..., in: Gudrun Illgen [Hg.], Mopsiade. Möpse aus drei Jahrhunderten, Ausstellungskatalog Schlossmuseum Darmstadt, Darmstadt 1973, z. B. Kat.nr. 61, Taf. 10; zu den Initiationsriten des Ordens und dessen Erkennungszeichen siehe Hannelore Plötz-Peters, Agnes, eine Mops-Dame der KMP Berlin, in: Keramos 205, 2009, S. 33–36).
  74. Z. B. Bernhardiner-Suchhunde, Pyrenäen-Schäferhunde oder die zur Wolfsjagd gezüchteten Barzois (Catherine Johns, Dogs. History, Myth, Art, London 2008, S. 54f. [Bernhardiner nach einem Gemälde von Edwin Landseer, Stahlstich 1831]; William Secord, Dog Painting. The European Breeds, Woodbridge 2000, S. 76, Taf. 79 [Joseph Edouard Stevens, Protection, 1859] und S. 86, Taf. 94 [Carl Reichert, Barzoi-Paar, um 1900]).
  75. Z. B. Möpse, Spaniels und Terrier-Rassen (William Secord, Dog Painting. The European Breeds, Woodbridge 2000, S. 140f., Taf. 186, 189 [Möpse]; S. 170, Taf. 242; S. 282, Taf. 419 [Terrier]).
  76. London, British Library, Add. ms. 11.695 (Percy Ernst Schramm, Tintinnabula. Die Glöckchen am geistlichen und am weltlichen Gewande, in: ders., Herrschaftszeichen und Staatssymbolik, Bd. 2, Stuttgart 1955 [Schriften der Monumenta Germaniae historica, 13/II], S. 554–559, hier S. 559 und Taf. 65, Abb. 84).
  77. Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch; Bd. VIII, Leipzig 1893, Sp. 2494.
  78. Z. B. Entwurf für einen „Fortuna-Schlitten“ mit schellengeschmücktem Pferd aus dem Umkreis des Jost Amman, um 1570; Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum (Dietz-Rüdiger Moser, Maskeraden auf Schlitten. Studentische Faschings-Schlittenfahrten im Zeitalter der Aufklärung, München 1988, Abb. S. 64).
  79. Erhaltene Beispiele des 14.–19. Jh. bei Margarete Schilling, Glocken. Gestalt, Klang, Zier, Dresden 1988, Nr. 531–533. – Auf der Darstellung eines Nürnberger Gesellenstechens, 1561, tragen die Turnierpferde Schellenschmuck an Kopf oder Kruppe (München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv.nr. 49/43). Zu einem barocken Fest mit schellengeschmückten Gespannen siehe z. B. Claudia Schnitzer, Constellatio felix. Die Planetenfeste Augusts des Starken anlässlich der Vermählung seines Sohnes Friedrich August mit der Kaisertochter Maria Josepha 1719 in Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstichkabinett, Dresden 2014, u. a. S. 198–203 (Venusfest). – Schellengeschmückte Pferdegespanne der Gegenwart gibt es z. B. bei der sog. Leonardifahrt in Bad Tölz, Oberbayern (http://www.bad-toelz.de/kultur/tradition-brauchtum/toelzer-leonhardifahrt.html [13.02.2015]).
  80. Ingrid Eberling, Nürnberger Schellen in Europa. Verwendungsbeispiel – Schellen an Schlittengeläuten, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2003, S. 123–126.
  81. Ingrid Eberling, Nürnberger Schellen in Europa. Verwendungsbeispiel – Schellen an Schlittengeläuten, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2003, S. 123–126, hier Abb. 2.
  82. München, Marstallmuseum (Axel Gelbhaar, Herrschaftliche Gestüte, Wagenpferde, Geschirre und Anspannung, in: Staats- und Galawagen der Wittelsbacher ..., München 2002, Bd. 2, S. 61–71, hier S. 65, Abb. 78).
  83. Valentin Trichter, Neu eröffnete Hof- Kriegs- Reitschul ..., Nürnberg 1729 (zitiert nach Ingrid Eberling, Nürnberger Schellen in Europa. Verwendungsbeispiel – Schellen an Schlittengeläuten, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2003, S. 126, Anm. 11).
  84. Walter Deutsch und Maria Walcher, Idiophone und Membranophone, Wien 2004 (Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde, 28), S. 124. Hier auch weitere Beispiele für Schlittengeschirre (ebd., S. 125–127).
  85. Philippa Granville, Silver in Tudor and Early Stuart England, Victoria and Albert Museum, London 1990, S. 367, Abb. 220.
  86. Étienne Houvet, Cathédrale de Chartres, Bd. 2: Portail occidental ou royal, o. O. o. J. [um 1919], Taf. 8; André Bonjour, Les traces de la musique dans la statuaire et les verrières de la cathédrale de Chartres, Chartres 1996, S. 63, Abb. 91.
  87. Giuseppe Basile (Hg.), Giotto. La Cappella degli Scrovegni, Mailand 1992, Abb. S. 327.
  88. Oxford, Bodleian Library, ms. Ashmole 1523, fol. 66v (Werner Mezger, Narrenidee und Fastnachtsbrauch. Studien zum Fortleben des Mittelalters in der europäischen Festkultur, Konstanz 1991[Konstanzer Bibliothek, 15], besonders S. 214, Abb. 110).
  89. Holm Bevers, Meister E. S. Ein oberrheinischer Kupferstecher der Spätgotik, Ausstellungskatalog Staatliche Graphische Sammlung München und Kupferstichkabinett Staatliche Museen Berlin Preußischer Kulturbesitz, 1986–1987, München 1986, S. 82, Nr. 96 (L. 208), Abb. S. 182 und S. 89, Nr. 122 (L. 295), Abb. S. 205.
  90. Kommentierte Ausgabe mit Übersetzung: Nina Hartl, Die „Stultifera Navis“. Jakob Lochers Übertragung von Sebastian Brants „Narrenschiff“, Münster u. a. 2001 (Studien und Texte zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit, 1 = Internationale Hochschulschriften, 353).
  91. Lutz S. Malke [Hg.], Narren. Porträts, Feste, Sinnbilder, Schwankbücher und Spielkarten aus dem 15. bis 17. Jh., Ausstellungskatalog Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 2001, S. 41, Abb. 47 und S. 68f., Kat.nr. 50.
  92. Vgl. http://www.ksbm.oeaw.ac.at/_scripts/php/BR.php?IDtypes=153&lang=fr (freundlicher Hinweis von Peter Prange, München).
  93. Thomas Murner, Von dem großen Lutherischen Narren, Straßburg 1522 (Lutz S. Malke [Hg.], Narren. Porträs, Feste, Sinnbilder, Schwankbücher und Spielkarten aus dem 15. bis 17. Jh., Ausstellungskatalog Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 2001, S. 44, Abb. 41 und S. 74, Kat.nr. 75).
  94. Lutz S. Malke (Hg.), Narren. Porträts, Feste, Sinnbilder, Schwankbücher und Spielkarten aus dem 15. bis 17. Jh., Ausstellungskatalog Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 2001, S. 87–110, hier S. 54f., Abb. 64f. und S. 79–82, Kat.nr. 103f.
  95. Kurt Löcher, Die Gemälde des 16. Jh., Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Stuttgart 1997, S. 252–254.
  96. Lutz S. Malke (Hg.), Narren. Porträts, Feste, Sinnbilder, Schwankbücher und Spielkarten aus dem 15. bis 17. Jh., Ausstellungskatalog Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin, Berlin 2001, S. 14, Abb. 24 und S. 60, Kat.nr. 9.
  97. Herman Hugo SJ, Pia Desideria, Antwerpen 1624, Nachdruck Menston 1971 (Continental Emblem Books, 11), lib. 1, Taf. 2.
  98. Abraham a Sancta Clara (Johann Carl Megerle), Centi-folium stultorum in quarto ... Nürnberg 1709, Nachdruck Dortmund 1978, S. 95.

Verweise