Gewürzgefäß

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Kerstin Petermann (2014)


Salzgefäß. Frankreich, letztes Viertel 13. Jh.
Salzfass. Niederlande, 15. Jh.
„Burghley Nef“. 1527-1528.
Bishop Fox's Salt, Salzgefäß in Form eines Stundenglases. England, zwischen 1494 und 1501.
Salzgefäß mit Wappendekor. Venedig, um 1522 oder Hall in Tirol, um 1550 (?).
Zeichnung zweier Salzfässer. Umkreis des Wenzel Jamnitzer, um 1540.
Salzfass. Limoges (Pierre Reymond zugeschrieben), Mitte 16. Jh.
Darstellung eines gedeckten bürgerlichen Tisches mit zwei Gewürzstreuern aus Silber. Hans Hug Kluber, 1559.
Salzgefäß in Form eines Zylinders. London, 1572–73.
Salzgefäß aus dem Majolikaservice Herzog Albrechts V. von Bayern. Faenza, 1576.
Salzfass. Augsburg, um 1590.
Salzgefäß. Augsburg (?), Ende 16. Jh. (mit Ergänzungen vor 1857).
Salzschälchen. Jeremias Michael, 1613–15.
Eins von vier Salzgefäßen aus dem Münchner Ratssilber. Christoph Wild, 1. Viertel 17. Jh.
Zwei Salzgefäße. Adam van Vianen, 1620.
Salzgefäß in Form einer Burg. Johann Hass, um 1630.
Gewürzschälchen. Zacharias Mütz, um 1630.
Ein Paar Gewürzdöschen. Hans Heinrich Kitt, um 1640.
Ein Paar Salzgefäße. Bremgarten (Kanton Aargau), um 1640.
Salzgefäß. Nürnberg, 1655–60.
Gewürzdöschen aus einem Reisebesteck. Matthäus Schmidt, um 1675–1680.
Salzfass. Messina, um 1690.
a) Streudose. London, 1692–1693; b) Streudose. David André, 1709–19; c) Streudose. John Chartier, 1718–19.
Ständer mit drei Streudosen. London, 1735–36.
Salzfass mit Löffel. London, 1739–40.
Vorzeichnung für eine Platmenage. Augsburg, 1745–60.
Salzgefäß aus dem „Portugiesischen Service“. Paris, 1757–58.
Mundzeug mit Gewürzdose im Etui. Augsburg, 18. Jh.
Gewürzdose aus einem Reisemundzeug. Augsburg, um 1749–63.
Werkstatt des Martin van Meytens, Detail. 1760–63.
Gewürzgefäße eines Service. Bernhard Heinrich Weyhe, zwischen 1761–1763.
Zwei Salzgefäße in Schiffform. Konrad Linck, 1762–66.
Gewürzständer. Meißen, um 1765/70.
Salzschälchen mit Glaseinsatz. Andreas Emmel, um 1790.
Zwei Streugefäße und ein Senfkännchen. Deutschland oder Niederlande, 18. Jh.
Pfeffer- und Salznapf. Neustrelitz, Anfang 19. Jh.
Gewürzkarre. Gerhard Carl Zell, um 1840.
Pfeffermühle. Niederlande, 19. Jh.
Salz- und Pfefferstreuer, 1920er Jahre.
Salzstreuer. Michael Graves, 1990.

I. Definition

Unter dem Begriff „Gewürzgefäß“ werden hier die Tafelgeräte zusammengefasst, die der Aufnahme der Gewürze und Würzmittel Pfeffer, Salz, Zucker sowie Senf dienten (zu den Behältnissen für Gewürze, die bei der jüdischen Zeremonie der Verabschiedung des Schabbat verwendet werden, s. Bessomimbüchse; zu Riechbüchschen: Bisamapfel, Ambrakapsel, Gewürzbüchse).

Keine Berücksichtigung finden die Vorratsgefäße im Haushalt wie Salzkasten (Salzmeste) und große Gewürzbehälter aus Zinn, Keramik und Holz mit Fächern bzw. Dosen, die in den Quellen als „Gewürzschrank oder -kasten“ bezeichnet werden[1], sowie die Verkaufsgefäße der Gewürzhändler.

Die Bezeichnung „Gewürzgefäß“ findet sich nicht in den historischen Quellen. In höfischen und bürgerlichen Inventaren, Koch- und Tranchierbüchern sowie Festbeschreibungen sind die Gewürzgefäße nach ihrem jeweiligen Inhalt und der Gefäßform benannt, zum Beispiel: Salzfass[2], Salzschüsselchen[3], Pfefferdose, Senftopf („senff-pötger“), Mostart Kännchen[4], Senfkanne[5], „Senffäßgen“[6], Vasen zu Senf[7]. Ansätze für eine Typologie wurden bisher nur für Salz- und Pfeffergefäße formuliert.[8]

II. Geschichte

A. Mittelalter

Die Kostbarkeit des Salzes führte schon im Mittelalter zur Fertigung prunkvoller großer Einzelgefäße als Zierde der höfischen Tafel. Erhalten haben sich nur wenige, manche zeigen Szenen der christlichen Ikonographie wie die sechseckige Dose mit Klappdeckel aus dem späten 13. Jh. (Abb.). Die englischen Salzgefäße sind oft kelchförmig und mit Deckel versehen. Sie ähneln einem Ziborium oder sind wie Stundengläser gestaltet. Ein künstlerisch herausragendes Beispiel für die letztgenannte Form ist das silberne Salzgefäß aus der Zeit zwischen 1494 und 1501, das Bischof Fox dem Corpus Christi College in Cambridge schenkte. Das „Bishop Fox’s Salt“ in Form eines Stundenglases ist mit durchbrochenem Maßwerk, das Darstellungen von Hasen, Hunden und Pelikanen enthält, dekoriert und zeigt auf dem Nodus Szenen der christlichen Ikonographie (Abb.).[9]

Das Inventar Herzog Karls des Kühnen von Burgund nennt um 1460 eine Reihe figürlicher, mit Schmucksteinen verzierter Salzfässer aus Gold, Silber und Kristall, u. a. in Form eines Drachen, einer Dame, eines auf türkische Art gekleideten Mannes, eines Schiffes aus Jaspis sowie in Form von Affen mit Geschützen.[10] Die seit dem Spätmittelalter in Frankreich (dort bereits in Inventaren des 13. Jh. erwähnt), Deutschland, Holland, Spanien und Italien gebräuchlichen Silbergefäße in Schiffsform („nef“)[11] bezeichneten den Platz des Herrschers, da sie in der Regel dessen Speisegerät aufnahmen, zu dem auch ein Salzgefäß gehörte. Das sog. Burghley-Schiff (London, Victoria and Albert Museum), eine in Paris vermutlich 1527–1528 gefertigte Arbeit, besitzt ein Salzschälchen am Heck (Abb.; Link zum Museum).[12] Gefäße in Schiffsform konnten auch nur der Darreichung von Salz oder Gewürzen dienen. Das Pariser Gefäß in The Cloisters, New York, aus dem 13. Jh. besitzt hierzu eine Schale in Form eines Schiffsrumpfes aus Bergkristall, die auf einem hohen Schaft aus Gold sitzt und mit einem Deckel verschließbar ist (Link zum Museum).

In bürgerlichen Haushalten benutzte man Salzfässer aus reinem Zinn, wie es die Zunftordnungen des Spätmittelalters forderten, z. B. 1375 in Hamburg, 1508 in Lübeck.[13] Dabei lassen sich folgende Formen unterscheiden: kelchförmige Salzgefäße, die einen Deckel mit stielartigem Knauf aufweisen, wie dies z. B. auf dem Flügel eines Retabels mit der Verkündigung an Maria, Augsburg, um 1470,[14] oder auf der Miniatur des Monats Januar im Breviarum Grimani, zwischen 1510 und 1520,[15] dargestellt ist, Salzgefäße in Form einer flachen Dose (ein Beispiel aus dem 15. Jh. ist das Gefäß mit dem Wappen von Delft als Knauf und einer Muschelform als Scharnier in Rotterdam, Museum Boymans-van-Beuningen, Abb.[16]), und Gefäße in Form einer Sanduhr mit einer runden Vertiefung für das Salz[17]).

B. Neuzeit

Die schon im Mittelalter bekannten exotischen Gewürze erfuhren im 16. und 17. Jh. eine größere Verbreitung. Nach den Entdeckungsreisen der Portugiesen stiegen die Gewürzimporte, so dass Pfeffer, Muskatnuss, Nelken nun auch breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich waren. Das Salz und damit auch sein Gefäß behielten jedoch zunächst ihre herausragende Bedeutung auf der Tafel.

1. Gewürzgefäße als Einzelgefäße

Im 16. und 17. Jh. besaß das Gewürzgefäß weiterhin eine eigenständige Form. Es schmückte als häufig prachtvolles Einzelgefäß die Tafel (z. B. Abb.; Abb.) oder wurde in größerer Zahl auf ihr verteilt (Abb.). Davon zeugen auch die Silberinventare der europäischen Höfe.[18]

a. Gewürzgefäße mit Figuren

Von den großen Gewürzgefäßen des 16. Jh. aus Gold, Silber, Elfenbein, Bergkristall und Schmucksteinen, die zum Teil neben Salz auch Pfeffer aufnehmen konnten, sind unter den figürlich gestalteten Gefäßen diejenigen mit Meeresgottheiten, -wesen und -tieren am häufigsten.

Bei dem goldenen Salzfass für Franz I. von Frankreich (1540–1543, Wien, Kunsthistorisches Museum), das sowohl der Aufnahme von Salz als auch von Pfeffer diente (Abb.), ordnete Benvenuto Cellini der liegenden Figur des Neptun eine Schale in Form eines Schiffes für das Salz, der Figur der Tellus/Terra Mater einen Triumphbogen für den Pfeffer zu.[19] Das Konzept erscheint etwas später, auf zwei Gefäße verteilt, auch auf einem Stich von René Boyvin nach dem Entwurf von Léonard Thiry (Wien, Kunsthistorisches Museum, um 1550).[20] Seit dem 16. Jh. dienen Tritonen und Satyr-Gestalten häufig als Atlanten für Salzschalen (Abb.).[21] Die Tradition dieser Gefäße wurde bis ins 19. Jh. weitergeführt: So hält ein Triton ein Nautilus-Gehäuse als Salzbehälter bei einem Gefäß aus vergoldetem Silber der Firma Rundell, Bridge & Rundell, London zw. 1811 und 1813.[22] Der Wal, der Jonas verschlang, trägt eine Salzschale bei einer wohl aus Augsburg stammenden Arbeit aus dem späten 16. Jh. (London, British Museum; [:File:RDK Gewürzgefäß 13.jpg|Abb.]]). Die Figur des Jonas ging jedoch verloren, und die weibliche Halbfigur am Schalenrand sowie die Schlange und die Kröten wurden wohl erst im frühen 19. Jh. – vermutlich angeregt von Vorbildern der Renaissance – ergänzt (Abb.; man vergleiche auch die Kopie eines Entwurfs von Peter Flötner aus dem 16. Jh., die ein Salzgefäß auf Schneckenfüßen mit drei Muschelschalen und geflügelten Frauen als Trägerinnen zeigt)[23]. Bei Georg Petels Salzfass von 1628 ist eine Elfenbeingruppe mit dem Thema des Triumphs der Venus Träger der silbervergoldeten Schale (Stockholm, Königliche Sammlungen, Abb.).

Bis in das 17. Jh. wurden Gewürzgefäße mit einem figürlichen Schaft und einer bekrönenden Schale gefertigt. Die Themen der Tragefiguren waren oft der antiken Mythologie, gelegentlich auch der christlichen Ikonographie entnommen, häufig ohne Bezug zu Funktion oder Inhalt des Gefäßes. So gestaltete Adam van Vianen ein Paar Salzgefäße mit Abraham und Isaak bzw. Kain und Abel als Tragefiguren (Abb.) oder Daphne und einem Satyr; Jan Lutma variierte das Thema der Salzgefäße mit Putti, die muschelförmige Schalen tragen, 1639 und 1643 in Silber (Amsterdam, Rijksmuseum).[24] Szenen der christlichen Ikonographie sind, verglichen mit den anderen Themen, seltener und kommen ausschließlich auf Salzgefäßen vor: So wird das Salzgefäß aus vergoldetem Silber und Email von Christoph I. Ritter, 1550, von einem Deckel mit einer Kreuzigungsgruppe bekrönt und zeigt an den Seiten Reliefs mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Das dafür angefertigte Futteral ist ebenfalls erhalten (London, Schroder Collection[25]). Gelegentlich kommt Christus auch als bekrönende Einzelfigur vor, wie bei einem Salzfass von 1618 im Rijksmuseum in Amsterdam[26]

Muschelschalen wurden generell häufig für Salzgefäße verwendet oder nachgebildet. Am Münchner Hof schmückten vier goldene und 20 silberne Salzgefäße in Schiff- bzw. Muschelform die Tafel anlässlich der Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renata von Lothringen 1568.[27] Gewürzgefäße in Form von Muscheln schmückten auch die bürgerliche Tafel: Das Nürnberger Ehepaar Maria und Martin Peller besaß zwei silberne „salzväßlein, jedes mit dreyen muscheln“[28]; ein zu dieser Beschreibung passendes Gewürzgefäß mit drei Muschelschalen auf hohen Delfinfüßen aus Silber von Zacharias Mütz, um 1630, wird in Kulmbach, im Landschaftsmuseum Obermain, bewahrt (Abb.)[29]. Typisch war wie bei diesem Beispiel die stilisierte Nachbildung einer Herzmuschel, aber auch andere Formen wurden imitiert, z. B. aus Silber vom Nürnberger Meister Simon Lang, 1655–1660, Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum, Abb.[30], oder von einem Pariser Meister, um 1765 (Abb.).

Im Rokoko zierten die Tafel Gewürzgefäße aus Porzellan und Fayence in Form von sitzenden oder stehenden Figuren, die Schalen oder Körbe halten oder sie begleiten, wie sie Johann Joachim Kaendler vor allem von 1737 bis 1748 schuf.[31] Sie wurden auch danach noch in Meissen hergestellt (Abb.[32]). Sie konnten Teil eines Tafelaufsatzes sein.[33] Gelegentlich wurden die Gewürzgefäße als komplementäre Pendants geschaffen, wie Fischer und Fischerin mit ihren Booten als Salzgefäße von Konrad Linck (Abb.). Aus Silber sind solche Szenen eher selten: So schufen die Augsburger Meister Gottfried Bartermann und Bernhard Heinrich Weyhe für ein Jagdservice 1761–1769 Senffässchen, die von einem Paar Putti auf einer Schubkarre befördert werden.[34] Vielleicht stammten die Vorbilder dazu aus Frankreich: Zwei Senffässchen aus Silber, die von Amoretten auf einer Schubkarre transportiert werden, sind beispielsweise aus dem Besitz der Madame Pompadour erhalten.[35] Das Thema des Warentransportes griff der Hannoveraner Hofjuwelier Gerhard Carl Zell um 1840 mit seiner Gewürzkarre aus Silber auf, allerdings verzichtete er auf die Figuren. Aus den daraufliegenden Gewürzfässchen kann man sich mit einer kleinen Schaufel bedienen (Abb.).

Architektonische Themen wie das Salzgefäß in Gestalt eines ganzen Schlosses, bleiben Ausnahmen (Exeter-Salt, Johann Hass, Hamburg, um 1630, London, Tower, Abb.[36])

b. Nichtfigürliche Gewürzgefäße

In England überwogen im 16. Jh. hohe Salzgefäße mit einem viereckigen oder runden Korpus auf kleinen Füßen aus Gold, Silber und Bergkristall. Korpus und Deckel sind in der Regel mit Renaissanceornamenten, kleinen Figuren oder Architekturelementen verziert (z. B. das „Queen Elizabeth’s Salt“, London, 1572–1573, das mit Medaillons dekoriert ist, die Darstellungen von Fides, Spes und Fortitudo nach dem Entwurf von Peter Flötner zeigen; Abb.[37]). Bis etwa 1620 waren auch Streuer in Form einer Glocke, sogenannte „Bell Salt“, verbreitet, die Form konnte auch zweifach übereinander vorkommen und so den Gefäßkörper untergliedern.[38]

Auch in Deutschland war im 16. Jh. die viereckige Grundform für Gewürzgefäße üblich: Eine Federzeichnung des Goldschmieds Wenzel Jamnitzer zeigt zwei viereckige, blockförmige Salzfässer auf einer profilierten, quadratischen Basis mit einer flachen Schale für das Salz und reliefierten Renaissanceornamenten (Federzeichnung, Nürnberg, um 1540, Abb.[39]). Diese Formvariante, zum Hexagon abgewandelt, zeigt ein Salzfass mit Darstellungen der Frauenlisten aus der Mitte des 16. Jh. aus Limoges (Abb.).[40] Daneben gab es flache Gewürzschalen mit dreieckiger Grundform auf drei niedrigen Füßen, wie es das Paar mit graviertem Rankenwerk verzierter Salzschälchen aus Bremgarten (Kanton Aargau), Silber, teilweise vergoldet, um 1640, zeigt (Schweizerisches Landesmuseum Zürich, Abb.[41]). Diese Gewürzschalen haben entweder eine runde vergoldete Vertiefung für das Salz oder drei Vertiefungen für Salz und weitere Gewürze, wie z. B. bei den zwei Salzschalen, Augsburg, um 1600, aus dem Pfreimder Schatzfund (Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg).[42] Ähnliche Gefäße gab es auch in Zinn.[43] Etwas abgewandelt und in der Gestaltung aufwendiger sind Gewürzgefäße mit dreieckiger Basis, auf der drei hohe Füße angebracht sind, die eine dreieckige Schale mit runder Vertiefung tragen. Das Utrechter Beispiel des Meisters Franssoys E[e]lioet, 1624 (London, Victoria and Albert Museum), besitzt zudem eine kleine Mittelfigur.[44] Schalen mit runder Grundform finden sich häufig im 16. Jh. auch in verschiedenen Materialien (Abb.; Abb.); sie waren mit Varianten auch im 17. Jh. in Mode, wie viele Augsburger Beispiele zeigen (Abb.; Abb.[45]).

Eine verbreitete Form des 17. Jh. ist von der Sanduhrform des Spätmittelalters abgeleitet; sie ähnelt im Aufbau den gleichzeitigen Pokalen. Auf einer gewölbten Basis, zum Teil auf kleinen Füßen, erhebt sich ein zylindrischer Schaft, der sich nach oben zu einer wulstartigen Schale erweitert (z. B. Salzgefäß, Augsburg, 1613–1615, Jeremias Michael, Abb.[46]; Salzgefäß, Nürnberg, um 1680, Silber, teilvergoldet, Germanisches Nationalmuseum, Abb.[47]). Diese relativ hohen Gefäße aus Silber oder Zinn sind reich dekoriert und besitzen vereinzelt auf dem oberen Rand kleine Füße, auf die eine Platte oder Schale gesetzt werden konnte (z. B. auf dem Stilleben mit Silbergeschirr von Gerrit Willemsz Heda, tätig 1642 bis vor 1702, Schwerin, Staatliches Museum).[48]

Zuckerdosen und -schalen sowie urnenförmige Gefäße für Zucker benutzte man vorrangig beim Genuß von Tee und Kaffee.[49]

c. Gewürzstreuer

Streugefäße für Pfeffer oder andere Gewürze wie Muskat oder Nelkenpulver lassen sich schon im 16. Jh. nachweisen. Sie waren häufig birnförmig gestaltet (Hans Hug Kluber, Die Baseler Familie des Hans Rudolf Faesch bei Tisch, 1559, Basel, Kunstmuseum; Abb.).[50] Im 17. Jh. gab es auch solche aus Silber und Zinn mit zylindrischem Korpus, auf dem eine gewölbte durchbrochene Haube oder ein stielartiger Aufsatz mit einer Öffnung sitzt (Abb.).[51] Nach 1700 setzten sich balusterförmige Streuer durch. Eine Ausnahme bilden in England Gefäße in Form eines Humpens mit seitlichem Henkel („Kitchen Pepper“). Als Variante, Pfeffer darzureichen, diente die Pfeffermühle, die seit dem 18. Jh. eine kunstvolle Gestaltung erfuhr (z. B. Abb.)[52].

Streuer wurden auch für Zucker verwendet, nachdem dieser im 18. Jh. zunehmend verbraucht wurde. Die Form dieser Zuckerstreuer war bis etwa 1700 zylindrisch; daneben wurde nach 1700 die Balusterform und ab etwa 1750 die Birnenform gebräuchlich (Abb.), gegen Ende des Jahrhunderts war dann die Urnenform Mode.[53] Diese Formen finden sich auch in der Keramik wieder.[54] Die durchbrochene Haube wurde bei Silbergefäßen häufig durch Bajonettverschluss mit dem Gefäßkörper verbunden. Auf eigenen Ständern wurden die Behälter für verschiedene Gewürze zusammen bereitgestellt.[55]

d. Senfgefäße

Obwohl Senf als Würzmittel schon im Mittelalter bekannt war, lässt sich erst mit der Ausbildung des Tafelgeräts im 17. Jh. die Form der Gefäße für Senf näher bestimmen. Für die Paste aus diesem heimischen, nicht sehr kostbaren Gewürz fertigte man zunächst keine aufwendigen Gefäße an. In der 1. Hälfte des 17. Jh. überwiegen kugelige Gefäße, auch Fässchen und kleine Krüge. Senfgefäße aus Steinzeug mit Zinndeckel sowie Deckelhumpen aus Zinn, die auch gebaucht sein können, und balusterförmige Kännchen sind vor allem durch Haarlemer Frühstücksstillleben überliefert.[56] Einen Krug aus Zinn zeigte z. B. Willem Claesz. Heda auf dem Stilleben eines Frühstückstisches, 1646 (Schwerin, Staatliches Museum). Die meisten Kännchen besitzen einen Deckel, der das Austrocknen des Senfes verhindern soll.[57] In der Schweiz waren Senfgefäße (Sugerli) in Form kleiner Deckeltöpfe mit einem Ausguss und einem Bügel verbreitet, z. B. aus Zinn von Steffan Aeberli, um 1635 (Zürich, Schweizerisches Landesmuseum). Vielleicht ist auch die Kanne auf dem Gemälde Hans Hug Klubers von 1559 eine Senfkanne.[58]

Da man im 18. Jh. den Senf in zähflüssiger Form reichte, setzte sich das Senfkännchen mit Deckel und baluster- oder birnförmigem Korpus als bevorzugte Form in Silber, Zinn und Keramik durch. Einige Kännchen haben zudem eine Aussparung für den Löffel oder einen Ausguss, der jedoch dann aufgegeben wurde. Weiterhin gab es Senfgefäße in Form eines zylindrischen Humpens mit einem oder zwei Henkeln, auch auf erhöhtem Fuß sowie in Form kleiner Fässchen. Zuweilen wurden diese auch als Weinfässchen en miniature interpretiert, indem man sie mit Weinlaub dekorierte (z. B. von Antoine Sebastien Durand in Silber, 1753–1756[59] und Bernhard Heinrich Weyhe für ein Jagdservice, 1761–1763.[60]

e. Gefäßkombinationen

Seit dem 16. Jh., nachweislich unter Henri II. von Frankreich, wurden sog. „cadenas“, viereckige Tabletts, verwendet, auf denen ein Kästchen stand oder mehrere Fächer angebracht waren für Messer, Gabel und Löffel, Brot, Salz und auch Pfeffer.[61] Wie zuvor das „nef“, das auch der Aufbewahrung der fürstlichen Speiseutensilien diente, kennzeichneten die cadenas den Platz des Herrschers oder bedeutender Personen am Tisch. Cadenas wurden vor allem in Frankreich vom 16. bis 19. Jh. verwendet; in Deutschland sind sie vor allem im 17. und 18. Jh. belegt, u. a. am Hof des Kölner Fürstbischofs Clemens August[62], am Hof des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel[63] sowie am Dresdner Hof des 18. Jh.[64].

Der Gebrauch der „plat de ménage“ (Platmenage) seit dem späten 17. Jh. für die Essig- und Öl-Behälter mit Halterungen für Streudosen (z. B. Abb.[65]) führte zu einer Vereinheitlichung bei der Gestaltung von Flaschen und Streuern, deren Gefäßkörper nun auch aus Glas angefertigt wurden. Dennoch gab es weiterhin kunstvoll gestaltete Einzelgefäße wie Beispiele des 19. Jh. zeigen (Abb.).

Neu waren im 18. Jh. Gefäße, die aus zwei Schalen mit einer Mittelsäule bestehen, die Form eines Gewürzständers haben und bis in die Zeit des Biedermeiers gefertigt wurden. Im Empire wurden antikisierende Schalen auf hohem Dreifuß Mode. Nicht selten wurden die Gewürzschalen für Platmenagen, die seit dem frühen 18. Jh. auch in kleinem Format und ausschließlich für Gewürze angefertigt wurden (Abb.)[66], wie kleine Kelche gestaltet, so z. B. von dem Neustrelitzer Silberschmied Gottfried Christian David Petschler zu Beginn des 19. Jh. für den Mecklenburgischen Herzog (Abb.).[67]

Im 20. Jh. setzte man die neu entwickelten Materialien auch bei der Gestaltung von Gewürzgefäßen ein. Bei den Produkten aus Bakelit der 1920er Jahre wurde die glänzende, monochrome Oberfläche durch einfache geometrische Formen zur Geltung gebracht (Abb.). Schließlich setzten sich neben solchen synthetischen Stoffen Edelstahl und Pressglas als Materialien für die Gestaltung von Gewürzgefäßen durch. So wurde der Salzstreuer aus Edelstahl mit kegelförmiger Kappe aus Polyamid, 1990 von Michael Graves für Alessi entworfen, um die Produktfamilie um seinen 1983 auf den Markt gebrachten Teekessel zu ergänzen.[68]

2. Gewürzgefäße als Teile von Servicen

Als sich gegen Ende des 17. Jh. einheitlich gestaltete, in allen Teilen aufeinander abgestimmte Tafelservice aus Silber, Fayence und Porzellan durchsetzten, wurden auch die Gewürzgefäße stilistisch und formal diesen Ensembles angeglichen.

a. Tafelservice

Bis ins 18. Jh. gehörten mehrere gleiche Salzgefäße als Schälchen oder Dosen zum Tafelgeschirr. So fanden auf der Tafel Ludwigs XIV. gemäß dem Silberinventar von 1687 vier Gefäße in Kleeblattform mit drei Deckeln und einer Vertiefung für das Salz in der Mitte Verwendung.[69] In der 2. Hälfte des 18. Jh. waren die Gefäße dem einzelnen Gedeck zugeordnet. Im Dekor den Tafelservicen angepasst, waren die Gefäße für Salz und Pfeffer kleiner und in der Gestaltung schlichter als zuvor. Die Formen der Gefäße in Silber, Zinn, Porzellan und Fayence entsprachen sich weitgehend. Als Vorläufer dieser Entwicklung kann das Majolikaservice des Herzogs Albrecht V. von Bayern von Leonardo di Ascanio Bettisi, genannt Don Pino, 1576, angesehen werden, dessen Salzgefäße aus einer ovalen Schale auf Klauenfüßen bestehen (Abb.).[70] Eine von der Sanduhrform der Salzgefäße des 17. Jh. abgeleitete Form findet sich im 18. Jh. am häufigsten, nun aber sehr viel kleiner und stets ohne Deckel. Als Silbergefäße sind sie innen vergoldet, um zu verhindern, dass das Salz die Silberoberfläche angreift. Die eigentliche Schale mit ihrer Vertiefung zur Aufnahme des Gewürzes sitzt direkt auf einem breiten, niedrigen Fuß[71] oder auf einer Basis mit kleinen Füßen[72], und kann so die Form eines kleinen Napfes annehmen. Im Verlauf des 18. Jh. waren runde und ovale Grundformen, auch mit mehrpassigem, gewelltem und mehreckigem Grundriss in Gebrauch. In der Grundform vergleichbare Gewürzschälchen auf vier kleinen Füßen in Rocailleform, teilweise mit einem Muscheldeckel, wie sie in Frankreich beliebt waren (Abb.), finden sich in Deutschland selten. Ganz fehlen hier die in Frankreich üblichen prachtvollen figürlichen Salzgefäße als Teil großer Rokoko-Silberservice (z. B. Abb.). Daneben finden sich Salzgefäße nach englischen Vorbildern, deren bauchiges, ovales oder rundes Schälchen auf kleinen geschweiften Füßen steht,[73] muschelförmige Gefäße[74] und Dosen aus Silber, Zinn und Porzellan sowie körbchenförmige Gewürzgefäße aus Porzellan auf der Tafel.

Im 18. Jh. waren ovale oder längsrechteckige Dosen, zum Teil auf kleinen Füßen, mit zwei oder mehr Fächern aus Silber und Zinn, aber auch Porzellan in Gebrauch. Weit verbreitet war der Typ der Gewürzdose mit zwei Scharnierdeckeln, die zur Mitte hin hochklappbar waren, zum Teil mit einem Muskatnusbehälter in der Mitte.[75] Diese Form in rein geometrischer Ausführung war in Frankreich schon um 1700 üblich.

Daneben gab es Gewürzdosen mit nur einem Scharnierdeckel oder einem Schiebedeckel, letztere oft in Zinn mit einem Knauf in Form eines Delfins und mehreren Fächern. Auf dem Gemälde des Festmahls in der Hofburg in Wien anlässlich der Hochzeit des Erzherzogs Joseph von Österreich und der Prinzessin Isabella von Parma 1760 von Martin van Meytens (1695–1770), steht neben jedem Gedeck eine rechteckige Dose mit zwei Fächern für Salz und Pfeffer (Abb.).[76] Aus kurfürstlich-trierischen Besitz stammt eine rechteckige, zu einem Vermeil-Service gehörende Gewürzdose auf vier kleinen Füßen, Augsburg, 1790, aus der Silberkammer der Großherzöge von Luxemburg.[77] Die Gefäße für Salz, Gewürze und Senf waren nicht nur einzeln auf der Tafel verteilt, sondern auch den Tafelaufsätzen der großen Prunkservice zugeordnet, auf deren breiten Platten sie standen, in Form und Dekor aufeinander abgestimmt. Neben Gewürzdosen mit zwei Fächern und zwei Klappdeckeln (Abb.)[78] finden sich bei Augsburger Silberarbeiten auch solche in Form kleiner Terrinen (z. B. im großen Tafelaufsatz des Hildesheimer Tafelservices von Bernhard Heinrich Weyhe, Augsburg, zwischen 1761–1763, in München, Bayerisches Nationalmuseum[79]).

Senfgefäße weisen auch in Servicen alle möglichen Formen auf: Als Fässchen sind sie im silbernen Augsburger Jagdservice von Bernhard Heinrich Weyhe, 1761/1763, gestaltet Abb.).[80] In einem Ensemble aus zwei Streugefäßen für Zucker und Salz und einem Senfkännchen des 18. Jh. aus getriebenem, punziertem, ziseliertem Silber sind alle Gefäßkörper balusterförmig gestaltet und mit einem Godronfries verziert; das Senfgefäß ist durch einen Henkel und einen Klappdeckel gekennzeichnet, zudem ist es niedriger und der Gefäßkörper bauchiger gestaltet (Abb.).[81] In den Porzellan- und Fayence-Manufakturen erhielten die Senfgefäße den Tafelgeschirren entsprechende Dekore mit Blumenmotiven oder Landschaftsdarstellungen.[82] Ausgehend von England benutzte man gegen Ende des 18. Jh. in ganz Europa Salzgefäße in Form eines durchbrochenen Körbchens aus Silber mit einem blauen Glaseinsatz (Abb.)[83] und Salzschälchen in Form eines Schiffchens. Auch das Senfgefäß in Form eines Deckelhumpens erhielt zuerst in England einen blauen Glaseinsatz in durchbrochener Silbermontierung. Dies griffen die Entwerfer des Jugendstils bei der Gestaltung von Gewürzgefäßen auf, ein Beispiel ist das Senfgefäß aus Silber in Humpenform mit Glaseinsatz, Rankendekor und vegetabilem Henkel nach dem Entwurf des Henry van de Velde, ausgeführt von Hofjuwelier Theodor Müller, Weimar 1910 (Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg[84]).

b. Mundzeug und Reiseservice

Zum persönlichen Mundzeug und zu den Reiseservicen gehörte neben dem Besteck immer auch eine Gewürzdose. Erhaltene Reisebestecke des 17. Jh., sogenannte „reisfässlein“, beinhalten häufig eine kleine runde Dose (Abb.).[85]

Im 18. Jh. wurden ovale oder längsrechteckige Grundformen auch für die Gewürzgefäße in Reisebestecken bevorzugt. Aus Silber wurden sie hauptsächlich in Augsburg hergestellt (Abb.; Abb.). Sie hatten zwei oder drei Fächer mit nur einem reich verzierten Scharnierdeckel und einem breiten Fuß oder vier kleinen Füßen.[86] Eine längsrechteckige Form mit geschwungenen Ecken, reich mit Rocaillen dekoriert, zeigt die Gewürzdose eines Reisemundzeugs aus der Zeit zwischen 1748 und 1751 des Augsburger Meisters Peter Christian Roser (Abb.).[87]

Anmerkungen

  1. Maria Sophia Schellhammer, Die wol unterwiesene Köchinn das ist Unterricht, wie man alle Speisen, so nur in Teutschland bekannt seyn mögen aufs füglichste zubereiten, Braunschweig 1697, S. 7 („Gewürzschäppen, oder Kasten“), S. 565 („Gewürzschränke mit Auszügen“).
  2. Maria Sophia Schellhammer, Die wol unterwiesene Köchinn das ist Unterricht, wie man alle Speisen, so nur in Teutschland bekannt seyn mögen aufs füglichste zubereiten, Braunschweig 1697, S. 568 f. passim: „Salzfässer“.
  3. Inventar des Nürnberger Bürgers Martin Peller und seiner Frau Maria, 1641, Stadtarchiv Nürnberg, E19, FA Peller, Nr. 29.
  4. Inventar des Kölner Kurfürsten Clemens August von 1761, HSTAD, KK II, 265, fol. 153v–154r, Nr. 1–4 (Pariser Silberservice), fol. 63r–64r (Sächsisches Porzellanservice).
  5. Service aus Gold für Friedrich den Großen 1742–1744: Stefan Bursche, Tafelzier des Barock, München 1974, S. 140.
  6. Zedler, Bd. 37, 1743, Sp. 457–459.
  7. Bestellung des Berliner Hofs von Silber aus Augsburg 1732/1733: Stefan Bursche, Tafelzier des Barock, München 1974, S. 40.
  8. Catherine Arminjon und Nicole Blondel, Inventaire général des monuments et des richesses artistiques de la France. Principes d’analyse scientifique. Objets civils domestiques, vocabulaire typologique, Paris 1984, S. 136 f.
  9. Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 161 mit Abb. 374; vgl. z. B. Dieric Bouts, Mitteltafel des Sakramentsretabels, 1464–1467, Löwen, Sint-Pieterskerk: Elisabeth Vavra, Kopf und Klinge. Repräsentative Tischkultur im Bild des Mittelalters, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. von Lothar Kolmer und Christian Rohr, 2. Aufl. Paderborn usw. 2002, S. 97 mit Abb. 22.
  10. Die anständige Lust. Von Eßkultur und Tafelsitten, Ausstellungskatalog München 1993, S. 417.
  11. Z. B. abgebildet in den Grandes Chroniques de France, um 1375–1380, Paris, Bibliothèque nationale de France, fr. 2813: Elisabeth Vavra, Kopf und Klinge. Repräsentative Tischkultur im Bild des Mittelalters, in: Mahl und Repräsentation. Der Kult ums Essen, hg. von Lothar Kolmer und Christian Rohr, 2. Aufl. Paderborn usw. 2002, S. 91 mit Abb. 6.
  12. Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 164 mit Abb. 390.
  13. Wilhelm Stieda, Hansische Vereinbarungen über städtisches Gewerbe im 14. und 15. Jahrhundert, in: Hansische Geschichtsblätter 15, 1886, S. 99–155, hier S. 123; Johannes Warncke, Die Zinngießer zu Lübeck, Lübeck 1933 (Veröffentlichungen zur Geschichte der Freien und Hansestadt Lübeck, 6), S. 97.
  14. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Gm 228, 168 x 75 cm: Ludwig Mory u. a., Bruckmann's Zinn-Lexikon, München 1977, Abb. 41 (Detail mit dem Salzschälchen).
  15. Venedig, Biblioteca Nazionale Marciana; Farbabb.: Silvia Malaguzzi, Esskultur in der Kunst, deutsche Ausgabe Berlin 2007, S. 356.
  16. Thomas Dexel, Gebrauchsgerätetypen II. Das Metallgerät Mitteleuropas vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert, München 1981, S. 249, Abb. 305.
  17. Z. B. Gefäß, datiert 1520, 9 cm hoch, Prag, Nationalmuseum: Ludwig Mory, Eleonore Pichelkastner, Bernd Höfler, Bruckmann's Zinn-Lexikon, München 1977, Abb. 238.
  18. Das Inventar des Kurfürsten Maximilian Heinrich von Bayern von 1661 nennt zwei viereckige Salzfässer, die in Lüttich angefertigt worden waren, das Inventar des Kurfürsten Clemens von Bayern von 1698 zählt sechs Salzfässer auf (Günter Irmscher, Die Hofschmiede der Kölner Erzbischöfe und Kurfürsten der frühen Neuzeit, in: Der Riss im Himmel, Bd. 6, Köln 2000, S. 390 und 392), und in den Silberinventarlisten König Ludwigs IV. von Frankreich aus dem Jahre 1687 werden vier Gefäße in Kleeblattform mit drei Deckeln und einer Vertiefung für das Salz in der Mitte verzeichnet (Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 184f.).
  19. Andreas Prater, Cellinis Salzfaß für Franz I. Ein Tischgerät als Herrschaftszeichen, Stuttgart 1988.
  20. Andreas Prater, Cellinis Salzfaß für Franz I. Ein Tischgerät als Herrschaftszeichen, Stuttgart 1988, S. 93, mit Abb. 25.
  21. Weitere Beispiele: Stefan Bursche, Tafelzier des Barock, München 1974, Abb. 229–234.
  22. Hanns-Ulrich Mette, Der Nautiluspokal. Wie Kunst und Natur miteinander spielen, München/Berlin 1995, Abb. 30.
  23. Erlangen, Universitätsbibliothek, H62/B 382: http://bvbm1.bib-bvb.de/view/bvbmets/viewer.0.5.jsp?folder_id=0&dvs=1382444530130~214&pid=3424900&usePid1=true&usePid2=true)
  24. Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 163 mit Abb. 388.
  25. The Art of the European Goldsmith. Silver from the Schroder Collection, Ausstellungskatalog New York 1983, S. 189 f., Nr. 3; Wenzel Jamnitzer und die Nürnberger Goldschmiedekunst 1500–1700, Ausstellungskatalog Nürnberg 1985, München 1985, Farbabb. 17.
  26. Alain Gruber (Hg.), L'art décoratif en Europe. Renaissance et Maniérisme, Paris 1993, S. 229.
  27. Bericht des Massimo Troiano: Emanuel Schmid und Ulrike Staudinger, Die Kurfürstin liess Katzen und Mäuse braten …‘ Tafelfreuden am Münchner Hof, in: Die anständige Lust. Von Eßkultur und Tafelsitten, Ausstellungskatalog München 1993, S. 98.
  28. Ralf Schürer, „An verguld- und unverguldem silbergeschirr“. Zwei Nachlaßinventare aus einem bedeutenden Nürnberger Handelshaus, in: Studien zur europäischen Goldschmiedekunst des 14. bis 20. Jahrhunderts, Festschrift für Helmut Seling, München 2001, S. 245.
  29. Nachlassinventar Peller, 1641, Stadtarchiv Nürnberg, E 19, FA Peller, Nr. 29, 43v; Ralf Schürer, „An verguld- und unverguldem silbergeschirr“. Zwei Nachlaßinventare aus einem bedeutenden Nürnberger Handelshaus, in: Studien zur europäischen Goldschmiedekunst des 14. bis 20. Jahrhunderts, Festschrift für Helmut Seling, München 2001, S. 235–260, hier: S. 244, Abb. 12.
  30. Wentzel Jamnitzer und die Nürnberger Goldschmiedekunst 1500–1700, Ausstellungskatalog Nürnberg 1985, Nr. 167 mit Abb.
  31. Otto Walcha, Meißner Porzellan, Dresden 1973, S. 480f., Nr. 109–111 mit Abb. und Tafel 118f.
  32. Z. B. sitzender Knabe mit zwei Körben als Gewürzschalen, um 1765/70 (Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe; Hermann Jedding, Meißener Porzellan des 18. Jahrhunderts, München 1979, S. 108, Abb. 192).
  33. Stefan Bursche, Tafelzier des Barock, München 1974, Abb. 294 und 296f.
  34. Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, Abb. 454.
  35. Madame de Pompadour. L’Art et l’Amour, Ausstellungskatalog München 2002, Nr. 142 und 144.
  36. Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 163 mit Abb. 386.
  37. Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 161 mit Abb. 376.
  38. Z. B.: London, 1599: Harold Newman, An Illustrated Dictionary of Silverware, London 1987, S. 38.
  39. Erlangen, Graphische Sammlung der Universität, Wentzel Jamnitzer und die Nürnberger Goldschmiedekunst 1500–1700, Ausstellungskatalog Nürnberg 1985, Abb. Nr. 313.
  40. 38. Deutsche Kunst- & Antiquitäten-Messe, Katalog München 1993, S. 34.
  41. Andreas Morel, Der gedeckte Tisch. Zur Geschichte der Tafelkultur, Zürich 2001, S. 73, Abb. 103.
  42. Bernhard Heitmann, Der Pfreimder Schatzfund im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, in: Der Stadtturm 22, 2006, S. 6-11.
  43. Z. B. mit einem Schälchen: Anneliese Hanisch, Europäisches Zinn, Leipzig 1989, S. 23; mit drei runden Schälchen und einem Knauf in der Mitte aus der 1. Hälfte des 17. Jh.: Ludwig Mory, Schönes Zinn. Geschichte, Formen und Probleme, 5. Aufl. München 1975, Abb. 190 und 191.
  44. Manfred Meinz, Schönes Silber, München 1964, S. 197, Abb. 337.
  45. Die anständige Lust. Von Eßkultur und Tafelsitten, Ausstellungskatalog München 1993, S. 70, Abb. 2.1.1.
  46. Claus Overzier, Deutsches Silber. Formen und Typen 1550–1850, München. 1987, Abb. 249.
  47. Wentzel Jamnitzer und die Nürnberger Goldschmiedekunst 1500–1700, Ausstellungskatalog Nürnberg 1985, Nr. 175.
  48. Zur Verwendung dieser sog. gegabelten Salzfässer: Johann Christoph Thieme, Haus-Feld-Arzney-Koch-Kunst-Wunder-Buch, Nürnberg 1682, S. 1082–1086.
  49. Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 182–184 und 187f.
  50. Alain Gruber, L’argenterie de maison du XVIe au XIXe siècle, Fribourg 1982, S. 20-22 mit Abb.
  51. Ein Beispiel des 17. Jh. aus Zinn wird im Historischen Museum in Basel bewahrt: Andreas Morel, Der gedeckte Tisch. Zur Geschichte der Tafelkultur, Zürich 2001, S. 73, Abb. 101.
  52. Pfeffermühle, Holland, 19. Jh.; birnförmiges Korpus auf vier hohen, filigranen Beinen, zwischen diese eingehängt reliefierte Rosengirlanden. Auf der Wandung umlaufend ovale Zierkartuschen mit reliefierten Veduten; Silber, Höhe: 11 cm, Kunst- und Auktionshaus, Richter & Kafitz, Auktion vom 26.4.2008, Los MT-451; ein Beispiel aus dem ersten Drittel des 18. Jh. wird im Bayerischen Nationalmuseum bewahrt (Inv.-Nr. R 4193.1–4). Die walzenförmige Gewürzmühle ist auf dem Gehäuse aus Silber mit gravierten Ornamenten geschmückt (H. gesamt 8,6 cm, Dm. 4,7 cm; Gewürze. Acht kulturhistorische Porträts. Begleitbuch zur Ausstellung, München, Deutsches Museum. München 2002, S. 45).
  53. Übersicht bei Eva M. Link, Ullstein Silberbuch. Eine Kunst- und Kulturgeschichte des Silbers, Berlin usw. 1968, S. 255.
  54. Z. B. Hans Dieter Flach, Ludwigsburger Porzellan, Fayence, Steingut, Kacheln, Fliesen. Ein Handbuch, Stuttgart 1997, Abb. Nr. 1758–1760.
  55. Z. B. Ständer aus Silber von William Spackman, 1723, mit drei zylindrischen Streuern von John Porter, 1699: Harold Newman, An Illustrated Dictionary of Silverware, London 1987, S. 64; Keramik: Hans Dieter Flach, Ludwigsburger Porzellan, Fayence, Steingut, Kacheln, Fliesen. Ein Handbuch, Stuttgart 1997, Abb. Nr. 1628–1631.
  56. Irene Markowitz, Das Mostertpöttchen, Senfgefäße, Ausstellungskatalog Düsseldorf 1986, S. 7.
  57. Hildegund Bemmann, Rheinisches Tafelsilber. Silbernes Prunk- und Tafelgerät des nördlichen Rheinlandes 1550–1800, Rheinbach-Merzbach 1992, Nr. 373, Abb. 281-300; weitere Beispiele: Françoise Decloquement, Moutardes et moutardiers, Paris 1983.
  58. Alain Gruber, L’argenterie de maison du XVIe au XIXe siècle, Fribourg 1982, Abb. 10.
  59. Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, Abb. 455.
  60. Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas, Ausstellungskatalog München 1994, Bd. 2, S. 529, Nr. 149,2 mit Abb. S. 531
  61. Alain Gruber, L’argenterie de maison du XVIe au XIXe siècle, Fribourg 1982, S. 213–215.
  62. Düsseldorf, Hauptstaatsarchiv, HstAD, Kurköln [KK] II, 265, fol. 1545, Nr. 6.
  63. Verzeichnis des goldenen Services von 1685, München, Bayerische Staatsbibliothek, cod. germ. mon. 1959, fol. 129r–130v.
  64. Johann Ulrich König, Beschreibung der Dresdenschen Solennitäten 1738 (Königliche Sizilianische Hochzeit): Stefan Bursche, Tafelzier des Barock, München 1974, S. 77.
  65. Weitere Beispiele: Stefan Bursche, Tafelzier des Barock, München 1974, Abb. 236 (Nikolaus Breumann, Tafelaufsatz mit Zuckerbüchsen, 1660/1670); Abb. 237 (Tafelaufsatz mit Einsätzen für Gewürzgefäße, Augsburg 1684); Abb. 238 (Johann Melchior Dinglinger, Das Goldene Kaffeezeug August des Starken, 1697–1701); Abb. 247 (Johann Ludwig Biller I, Surtout, Augsburg 1720); Abb. 248 (Claude Ballin, Surtout, Paris 1726) etc.
  66. Ein weiteres Beispiel stammt von Nicolas Dandrieux in Paris 1728–29 etwa 10 cm hoch: Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 183 mit Abb. 435.
  67. Kirchengold & Tafelsilber. Die Sammlung von Silberarbeiten im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, München und Berlin 2008, S. 254, Nr. 141.
  68. Produktcode: MGSAL, Höhe 11,3 cm, Durchmesser 6,3 cm; Georg-Christof Bertsch, Der Wasserkessel von Michael Graves, Frankfurt am Main 1997, Abb. S. 26f.
  69. „Quatre poivriers a trois separations et le milieu en salière“ (Carl Hernmarck, Die Kunst der europäischen Gold- und Silberschmiede von 1450 bis 1830, München 1978, S. 184f.).
  70. Die anständige Lust. Von Eßkultur und Tafelsitten, Ausstellungskatalog München 1993, Abb. S. 125.
  71. Z. B. das Paar, Silber, Christian II Drentwett, Augsburg, um 1791–1793 (Helmut Seling, Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529–1868, Bd. 2, München 1980, Abb. 793).
  72. Z. B. Salzschälchen, Porzellan, bemalt, Ludwigsburg: Hans Dieter Flach, Ludwigsburger Porzellan, Fayence, Steingut, Kacheln, Fliesen. Ein Handbuch, Stuttgart 1997, S. 704, Abb. Nr. 1768–1770.
  73. Z. B. aus Silber, Deutschland, Mitte des 18. Jh.: Hertha Wellensiek, Antiquitäten im Bild. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber, München 1969, S. 102.
  74. Z. B. Salzschälchen, Christian Diederich Hoffmann, Wolfenbüttel, um 1745, 4,7 cm hoch, Wolfenbüttel, Heimatmuseum: Manfred Meinz, Schönes Silber, München 1964, S. 199, Abb. 341.
  75. Z. B. Salz- und Pfeffergefäß mit Muskatnußbehälter, süddeutsch 1720: Ludwig Mory, Schönes Zinn. Meister, Stile, Formen, München 21964, Abb. 169.
  76. Alain Gruber, L’argenterie de maison du XVIe au XIXe siècle, Fribourg 1982, S. 34-37. mit Abb.
  77. Lorenz Seelig, Fürstliche Goldschmiedewerke in der Silberkammer der Großherzöge von Luxemburg, in: Weltkunst 61, 1991, S. 146–148.
  78. Entwürfe für Augsburger Platmenagen 1745–1760: Stefan Bursche, Tafelzier des Barock, München 1974, Abb. 268f.
  79. Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas, Ausstellungskatalog München 1994, Bd. 2, Abb. S. 551.
  80. Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas, Ausstellungskatalog München 1994, S. 530 f. mit Abb.
  81. Eten un Drinken. Aspekte des Essens und Trinkens in Nordwestdeutschland zwischen 1650 und 1850, Ausstellungskatalog Oldenburg 1998 (Veröffentlichungen des Ostfriesischen Landesmuseums und Emder Rüstkammer, 3; Katalog und Schriften des Museumsdorfs Cloppenburg, 4), S. 143f., Nr. 153a–c mit Abb.
  82. Z. B. Senftopf mit Löffel in Ballusterform mit Blütendekor und Senftopf mit Landschaft aus der Manufaktur Ludwigsburg: Hans Dieter Flach, Ludwigsburger Porzellan, Fayence, Steingut, Kacheln, Fliesen. Ein Handbuch, Stuttgart 1997, Nr. 1762 und 1765.
  83. Der Riss im Himmel“, Bd. V, Ausstellungskatalog Köln 2000, S. 194, Nr. VI B.7.
  84. Hertha Wellensiek, Antiquitäten im Bild. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber, München 1969, S. 120.
  85. Z. B. Augsburg, um 1675–1680, Silber, vergoldet, München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv.Nr. R 8030: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas, Ausstellungskatalog München 1994, Nr. 116.
  86. Z. B.: Salzfass auf breitem Fuß in einem Reiseservice, Meistermarke LS, um 1720/1730: Goldschmiedekunst – sakrale und profane Kunstwerke aus der Steiermark, Ausstellungskatalog Graz 1961, S. 26: Nr. 175 und Abb. 57; Mundzeug, Silber, vergoldet, Johann Engelbrecht, Augsburg, um 1735–1736, Silber, vergoldet, München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv.Nr. R 7083: Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas, Ausstellungskatalog München 1994, Nr. 117; Mundzeug, Silber, vergoldet, Dose von Johann Abraham Winkler, Augsburg, 1759–1761, Augsburg, Städtische Kunstsammlung, Maximilianmuseum: Die anständige Lust. Von Eßkultur und Tafelsitten, Ausstellungskatalog München 1993, S. 365).
  87. Kirchengold & Tafelsilber. Die Sammlung von Silberarbeiten im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, München und Berlin 2008, S. 179, Nr. 153. Ähnlich geformte Gewürzdosen sind auch aus Zinn erhalten, allerdings als Einzelstücke, z. B. Ludwig Mory, Eleonore Pichelkastner, Bernd Höfler, Bruckmann's Zinn-Lexikon, München 1977, Abb. 239.

Verweise