Germania

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Rainer Schoch (2014)


Herrscherbild Ottos II. oder III., nach 983.
Herrscherbild aus dem Evangeliar Ottos III., um 1000.
Krönungsbild aus dem Perikopenbuch Heinrichs II., um 1007/1012.
Germania im Dienst des Kaisers, Detail aus: Porträt Karls V. (nach Enea Vico), 1550.
Johannes Sadeler I nach Hans von Aachen, Germania, 1594.
Querela Germaniae ad Christum, Flugblatt, um 1550.
Hertzliches Seufftzen und Wehklagen, Flugblatt, 1620 (Detail).
Albrecht Altdorfer und Werkstatt, Das Reich Germaniae, um 1512/15.
Abraham Aubry nach Johann Toussyn, Teutschlands fröhliches Zurufen (Detail), 1663/64.
Martin Engelbrecht, Romano-Germanicum Imperium, 1717.
Johann Christoph Bernt, Aufgerichtetes Denk- und Danckmahl, 1763.
Friedrich Georg Weitsch, Allegorie auf den Frieden von Lunéville, 1801.
Friedrich Overbeck, Italia und Germania 1811/28.
Philipp Veit, Germania, 1834/36.
Philipp Veit, Germania, Transparent für die Frankfurter Paulskirche, 1848.
Christian Köhler, Erwachende Germania, 1849.
Ferdinand Schröder, Das große Insiegel des deutschen Reichs, 1849.
Julius Hübner, Germania, 1850.
Lorenz Clasen, Germania auf der Wacht am Rhein, 1860.
Tischdenkmal auf die Siege des Erzherzogs Carl, 1796.
Julius Schnorr von Carolsfeld, Germania mit ihren Töchtern Elsass und Lothringen, 1872.
Johannes Schilling, Niederwalddenkmal, 1883.
Hermann Wislicenus, Die Wacht am Rhein, 1874.
Germania-Briefmarke, Entwurf Paul Waldraff, 1899.
Bruno Paul, Sie ist alt geworden in 30 Jahren, 1903.
Friedrich August von Kaulbach, Deutschland – August 1914, 1914.
Fritz Cremer, O Deutschland, bleiche Mutter II, 1964-65.

I. Antike

A. Quellen

Der geographische Begriff „Germania“ erhielt erst durch die politischen und militärischen Kontakte seit Caesar,[1] Augustus und der frühen Kaiserzeit deutliche Konturen; vgl. z. B. Pomponius Mela,[2] Plinius d. Ä.,[3] Strabo[4] und Cassius Dio.[5] Unter Domitian wurden die linksrheinischen römischen Provinzen „Germania inferior” und „Germania superior” mit den Hauptstädten Köln und Mainz gegründet. Um die lange Grenze an Rhein und Donau zu verkürzen, errichtete man den vorgeschobenen Limes als Schutz gegen die sog. „Germania Magna”, das nicht-römische Germanien.[6]

Tacitus berichtete in seinem 98 n. Chr. vollendeten Werk „De origine et situ Germanorum“[7] ausführlich und mit nachhaltiger Wirkung über Germanien, das im Westen vom Rhein, im Süden von der Donau, im Norden vom Nordmeer, im Osten von der Weichsel begrenzt sei. Seine Beschreibung der Geographie, der Religion, der Sitten und der Stämme Germaniens ist geprägt von zweckbedingten Idealisierungen und Kritik an der Germanenpolitik Domitians. Sie begründete die irrige Vorstellung von einer indigenen und homogenen germanischen Ethnie und trug wesentlich zur Verbreitung eines folgenreichen Germanenmythos bei. Seine Schilderung der Germanenkriege (Annales I, 60; II, 45) hob die germanischen Anführer (Arminius, Tuiscon, Marbod u. a.) hervor und schuf damit die Voraussetzung für die späteren nationalen Mythen.

Die Geschichte des deutschen Nationalbewußtseins ist eng mit der Tradition und Rezeption der taciteischen Germania verknüpft.[8] Der lateinische Text wurde durch eine – verlorene – Hersfelder Handschrift des 9. Jahrhunderts überliefert, die im Mittelalter ohne große Wirkung blieb. Erst im 15. Jh. setzte eine humanistische Tacitusrezeption ein (siehe III A).[9]

B. Personifikationen

Ebenso wie andere Provinzen wurde Germania in der römischen Kunst als weibliche Gestalt personifiziert. Als stehende, gefesselte Gewandfigur mit langem Haar erscheint sie erstmals um 40 n. Chr. auf einem kleinasiatischen Weiherelief an Kaiser Gaius Iulius Germanicus (Caligula), griechisch bezeichnet als „ΓΕΡΜΑΝΙΑ“ (Triest, Museo Civico).[10] Skulpturen wie die sog. „Germania devicta” bzw. „Thusnelda” (Florenz, Loggia dei Lanzi),[11] die Marmortrophäe aus den „Trofei di Mario” (Rom, Musei Capitolini) oder die Sockelreliefs vom Hadrianeum (Rom, Palazzo dei Conservatori; Villa Doria Pamphili) sind dagegen nur hypothetisch mit Germania in Verbindung gebracht worden. Sie verkörpern den Typus der weiblichen Gefangenen, wie er auf zahlreichen römischen Siegesdenkmälern erscheint.[12]

Darstellungen auf römischen Münzen sind hingegen inschriftlich als Personifikationen gesichert:[13] Auf einem Sesterz Domitians, 85–87 n. Chr., mit der Umschrift „GERMANIA CAPTA SC“ wird ein Tropaeum flankiert von stehenden Gefangenen und einer sitzenden weiblichen Gestalt, die den Kopf im Trauergestus in die Hand stützt.[14] Ein Aureus derselben Epoche mit der Umschrift „GERMANICVS COS X“ gibt die besiegte Germania als halb nackte weibliche Gestalt auf einem germanischen Langschild und einer zerbrochenen Lanze kauernd wieder.[15] Ein hadrianischer Denar mit der Umschrift „GERMANIA“, zwischen 134 und 138 n. Chr. geprägt, zeigt eine stehende, gekrönte Gewandfigur im Typus der Minerva mit Speer und ovalem Schild.[16] Auf einem Sesterz des Marc Aurel, datierbar zwischen 171 und 173 n. Chr., mit der Umschrift „GERMANIA SUBACTA IMP VI COS III“ erscheint die trauernde G. unter einem Tropaeum.[17]

II. Mittelalter

Im Rückgriff auf römische Völkerpersonifikationen ist Germania auf den Herrscherbildern ottonischer Prachthandschriften vertreten, erstmals nach 983 auf dem Bild des thronenden Otto II. (III.?) vom sog. Meister des Registrum Gregorii (Abb.).[18] Sie vertritt einen Teil der Territorien, auf die sich die Macht der sächsischen Kaiser im erneuerten Imperium Romanum stützte; dies drückt eine Widmung des Gerbert von Reims (später Papst Sylvester II.) an seinen Schüler Kaiser Otto III. aus.[19] Paarweise flankieren die inschriftlich bezeichneten Personifikationen Germania mit Francia und Italia mit Alamannia den thronenden Kaiser und bezeichnen dessen Machtbereich. Germania trägt ebenso wie die übrigen ein langes Gewand, Schleier und Mauerkrone. Huldigend bringt sie dem Kaiser eine Sphaira als Herrschaftssymbol dar.

Jeweils auf einer Doppelseite erscheinen die „gentes” auf den Herrscherbildern der Bamberger Josephus-Handschrift[20] und in dem Ende des 10. Jahrhunderts illuminierten Evangeliar Ottos III.:[21] In feierlicher Prozession nähern sich Italia, Germania, Gallia und Sclavinia mit ihren Geschenken dem thronenden Kaiser.[22] In Anspielung auf das römische Huldigungszeremoniell des „aurum coronarium” spiegelt das Herrscherbild das Bestreben zur Erneuerung des römischen Imperiums und die engen Beziehungen zum oströmischen Hof.[23] Germania trägt ein Füllhorn voller Münzen; durch ihr blondes Haar ist sie von den anderen Völkerpersonifikationen unterschieden (Abb.). Deshalb liegt es nahe, auch die mittlere der drei Frauen unter der Krönungsszene im Perikopenbuch Heinrichs II., entstanden zwischen 1007 und 1012, als Germania anzusprechen, obwohl eine inschriftliche Bezeichnung fehlt (Abb.).[24] Unbezeichnet sind auch die vier „gentes” im Herrscherbild der Anfang des 11. Jh. illuminierten sog. Bamberger Apokalypse: Sie dürften als Italia/Roma, Germania, Gallia und Sclavinia zu deuten sein.[25]

Nach der programmatischen „renovatio imperii romani” der sächsischen Kaiser gibt es in salischer Zeit keinen Beleg für Personifikationen der Germania in der Herrscherikonographie. In der Literatur des lateinischen Mittelalters kommt Germania als geographischer, nicht als politischer Begriff vor.[26] Vereinzelt ist dort zwar vom „Rex Germaniae” die Rede, allerdings nicht in den offiziellen Urkunden der Kaiser und Könige. Der universelle Anspruch des Reichs, ausgedrückt im Titel „Romanorum Imperator” oder „Romanorum Rex”, stand dem ebenso entgegen wie die von Fürsten und Adel eingeschränkte Souveränität des Kaisers im „Regnum Teutonicum”.[27]

Eine bemerkenswerte Übertragung in die christliche Ikonographie zeigt ein Wandgemälde des frühen 14. Jh. in Jung-Sankt-Peter in Straßburg: einen Reiterzug europäischer Nationen zum Kreuz, angeführt von einer berittenen Germania. Übermalungen aus der Zeit um 1900 lassen jedoch Zweifel an deren Authentizität zu.[28]

III. 15.–18. Jahrhundert

A. Die Wiederentdeckung des Tacitus

Die Wurzeln eines deutschen Selbstbewusstseins reichen bis in die Zeit des Humanismus zurück. Im Wettstreit mit oder in Abgrenzung zu Italien entstanden historisch-ethnographische Beschreibungen Deutschlands, meist inspiriert von der wiederentdeckten „Germania” des Tacitus.[29] Die Hersfelder Handschrift, von der Nicolaus von Kues schon um 1425 Notiz genommen hatte, ist 1455 in Rom nachweisbar. Hier verfasste Enea Silvio de‘ Piccolomini (Papst Pius II.) 1458 seine „Germania Antiqua”: Als Antwort auf die Klagen des deutschen Klerus gegen die Vernachlässigung Deutschlands durch Rom beschrieb er das Aufblühen der deutschen Kultur seit der Einführung des Christentums. 1470 erschien der Text seiner „Germania” erstmals im Druck.[30]

B. Kulturgeographische Schriften

Conrad Celtis, der 1497 an der Wiener Universität Vorlesungen über die taciteische „Germania” hielt, eröffnete den humanistischen Diskurs um die deutsche Nation. Er konnte zwar den Plan seiner „Germania illustrata” – nach dem Muster von Flavio Biondos „Italia illustrata” (verfasst zwischen 1448 und 1453) – nicht realisieren. Splitter aus anderen Schriften charakterisieren jedoch seinen kulturgeographischen Ansatz.[31]

Methodisch ähnliche Versuche zur Beschreibungen der Germania finden sich in der Schedelschen Weltchronik,[32] bei Jacob Wimpfeling,[33] Christoph Scheurl,[34] Johannes Cochlaeus,[35] Sebastian Münster[36] und Johannes Aventinus.[37] Die „Annales” des Tacitus lieferten den Stoff für Bilder germanischer Stammesfürsten, die von deutschen Fürstenhäusern bereitwillig in ihre Genealogien aufgenommen wurden.[38]

C. Allegorische Darstellungen

In der bildenden Kunst des 16. Jh. bleiben Personifikationen der Germania seltene Ausnahmen ohne feste ikonographische Prägung: Als „Germania capta” im Sinne der römischen Münzbilder erscheint sie im allegorischen Rahmen von Enea Vicos Holzschnittporträt Karls V. (1550) und verweist hier auf dessen Sieg über den Schmalkaldischen Bund (Abb.).[39] Die deutschen Kaufleute in Venedig ließen im Fondaco dei Tedeschi den Reichtum ihrer „Nation” mit einem Deckenbild Veroneses (1570/80) verherrlichen. Die weibliche Gestalt, die von Jupiter auf die kaiserlichen Insignien hingewiesen wird, ist als Germania gedeutet und als Ausdruck des Nationalstolzes einer landsmannschaftlich organisierten Körperschaft interpretiert worden.[40]

Nach Entwürfen von Hans von Aachen und mit Widmung an den Geographen Abraham Ortelius schufen Johannes und Raphael Sadeler 1594 die Kupferstichfolge der „Quatuor Europae nationes”: Italia, Germania, Francia und Hispania sind jeweils in einem Götterpaar personifiziert. Für Germania steht Ceres mit Krone und Szepter, umgeben von Gegenständen ihres Erfindungsreichtums: dem Pflug, der Uhr, dem Kupferstich, der Druckerpresse, dem Schießpulver und zahlreichen Waffen (Abb.). Trotz der vielen kriegerischen Attribute ist ihr Bacchus als Gefährte zugeordnet; Zecher vor einem Wirtshaus im Hintergrund verweisen auf die Trinkfestigkeit der Deutschen. Germania verkörpert keinen politischen Nationalbegriff, sondern charakterisiert eine Kulturnation. Dieser allegorische Völkervergleich knüpft an die kulturgeographische Literatur des Humanismus an und fügt sich in den enzyklopädisch-allegorischen Kontext der niederländischen Bilderfolgen.[41]

D. Bildpublizistik zur Zeit von Reformation und Gegenreformation

Die antirömische Polemik der Reformatoren, z. B. Ulrich von Huttens, verlieh dem kulturgeographischen Begriff der Germania auch politische Dimensionen. In der reformatorischen Bildpublizistik führen beide Parteien Klage über die religiöse Zerrissenheit Deutschlands: Ein protestantisches Flugblatt von 1535 beklagt die „schön Germania”, die durch „arge List” zur Papsteselin pervertiert sei; aber auch ein katholisches Flugblatt formuliert um 1550 die „Querela Germaniae ad Christum” (Abb.): „Sancta Germania” wird im Typus der Fortuna auf einer Kugel schwebend dargestellt. Von Häresie, Krieg, Zwietracht, Hunger und Pest bedroht, wendet sie sich Hilfe suchend an Christus.[42] Ähnlich argumentiert ein unionistisches Flugblatt von 1620 mit dem Titel „Hertzliches Seufftzen unnd Wehklagen, auch christlicher Trost unnd endtlich Göttliche Hülff unsers vielgeliebten Vatterlandes werther Teutscher Nation ...” (Abb.). Die zentrale Gestalt der Germania mit Krone, Zepter und Reichsapfel bittet um Frieden und Schutz vor der katholischen Soldateska und dem Papst als des „Teuffels Kriegsmann”. Eine niederländische Buchillustration auf den Tod Gustav Adolfs gibt Germania in Gestalt einer trauernden Witwe wieder.[43]

Im Elend des Dreißigjährigen Krieges wurde die Klagefigur der Germania zu einem Topos in Literatur und Bildpublizistik. Als „Frau Germania” bzw. „Mutter Deutschland” macht sie sich die Kriegsklagen und Friedensappelle der geschundenen Bevölkerung zu eigen und entwickelt sich zu einer tendenziell überparteilichen Identifikationsfigur.[44] Das geschärfte Bewußtsein einer deutschen Kulturnation äußerte sich u. a. in der Bildung der Sprachgesellschaften oder in der negativ besetzten Symbolgestalt des „Deutschen Michel”, dem die Imitation „welscher” Sprach- und Modetorheiten vorgehalten wird.

E. Personifikation des Reichs

In die offizielle imperiale Ikonographie der frühen Neuzeit fand die Personifikation der Germania erst relativ spät Eingang. Ein frühes Beispiel ist das von Reitern getragene Banner mit dem „Reich Germaniae“ im Triumphzug Kaiser Maximilians I., der zwischen 1512 und 1515 in der Werkstatt Albrecht Altdorfers illuminiert wurde (Abb.).[45] Die Personifikation des Reichs erscheint dort über den Wappen von Kurfürsten und Reich, umgeben von Engeln mit den Reichsinsignien: „Die germanisch fraw solle Ir har heraus haben, vnnd ein kron auf dem haupt“, so beschrieb Marx Treitzsauerwein, der Mitverfasser des Bildprogramms, die allegorische Gestalt.[46]

Seit Ferdinand I. bedienten sich die habsburgischen Kaiser häufiger des Titels „Rex Germaniae”. Die ahistorische Bezeichnung wurde in dem Maße gebräuchlich, in dem sich der universelle Anspruch des Heiligen Römischen Reiches im Konzert der europäischen Mächte nivellierte. Politische Identität wurde bis ins 18. Jh. meist über die territorialstaatlichen „Vaterländer” definiert, deren Personifikationen in der Herrscherikonographie des Barock vielfach Verwendung fanden (Bavaria, Borussia, Saxonia, etc.).

In der politischen Bildpublizistik des 17. und 18. Jh. fand die Klagefigur der Germania vereinzelt Nachfolge: sowohl als Verkörperung des „Vaterlandes”, d. h. der deutschen Territorien mit den Attributen Mauerkrone und Landkarte, als auch des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation” mit den Attributen der Kaiserkrone und anderen Reichsinsignien.

Ein Flugblatt von Abraham Aubry nach Johann Toussyn auf den Regensburger Reichstag von 1663 mit dem Titel „Teutschlands fröhliches Zurufen” zeigt Kaiser Leopold I. im Kreise der Kurfürsten (Abb.). Zu seinen Füßen sitzt eine Verkörperung von Germania; sie stützt als „Vatterland“ die Reichsinsignien in den Händen des Kaisers. Die Personifikation appelliert an die Einigkeit der Fürsten bei der Abwehr der Türkengefahr und bittet um Frieden, seien doch die alten Kriegswunden noch nicht verheilt.[47] „Romano-Germanicum Imperium“ ist ein Kupferstich von Martin Engelbrecht aus dem Jahr 1717 (Abb.) betitelt, der eine Frauengestalt „in maestà“ mit Krone, Reichsinsignien und Doppeladler zeigt.[48] Lediglich als Verkörperung des Reichsterritoriums mit der Mauerkrone erscheint Germania auf Elias Baecks Allegorie auf die Krönung Karls VII.,[49] wo sie dem Kaiser die Karte des Reiches zu Füßen legt. Aus Anlass der Krönung Leopolds II. (1790) überbringt sie dem Kaiser die Herzen seiner Untertanen.[50]

Der preußisch-österreichische Konflikt im Siebenjährigen Krieg bedeutete eine harte Zerreißprobe für das Reich und begründete einen neuen, aufklärerischen Reichspatriotismus. Bildpublizistische Kommentare auf den Krieg und auf den Frieden von Hubertusburg (1763) lassen die allegorische Figur der Germania als Verkörperung des Reichs erscheinen: Ein Augsburger Flugblatt von Johann Martin Will zeigt „Das zwischen Furcht und Hoffnung schwebende Deutschland” in Gestalt einer thronenden Herrscherin mit den Reichsinsignien.[51] Auch weitere Erinnerungsblätter an den Frieden von Hubertusburg zeigen Germania als Reichsallegorie, z. B. das „Aufgerichtete Denk- und Danckmahl” von Joh. Christoph Bernt[52] (Abb.) und ein Blatt von Joseph Friedrich Rein, „Das Jahr brachte zu uns allen einen edlen Frieden”, erschienen 1763 in Augsburg.[53]

Die Koalitionskriege mit dem revolutionären Frankreich brachten Darstellungen der Germania hervor, die sichtlich von der Bildsprache der Französischen Revolution beeinflusst sind. Auf dem Frontispiz zu der Abhandlung des deutschen Jakobiners Georg Wilhelm Boehmer[54] erschien 1795/96 die Darstellung Germanias, die – als Verkörperung des Reichs – in geschwisterlicher Eintracht mit der republikanischen Gallia eine Landkarte mit der „natürlichen” Rheingrenze betrachtet.[55]

In diesen Zusammenhang gehört auch die allegorische Sepiazeichnung des preußischen Hofmalers Friedrich Georg Weitsch auf den Frieden von Lunéville (1801), die von Johann Joseph Freidhoff unter dem Titel „Deutschland vom Frieden getröstet” als Schabkunstblatt gestochen wurde: Erschöpft sitzt die matronenhafte Germania mit Szepter und Reichskrone unter einer kahlen Eiche (Abb.). Pax (Friede) nähert sich mit dem Ölzweig, um das geschundene Deutschland wieder aufzurichten. Ein Regenbogen und andere Friedensboten verkünden die Segnungen des Friedens, der – mit der Anerkennung der Rheingrenze – allerdings das nahe Ende des Reichs verhieß. Die Mitleid heischende Germania appelliert zwar an den aufklärerischen Reichspatriotismus, trägt aber bereits den Keim eines neuen Nationalbewusstseins in sich.[56]

F. Exempla

Die 1505 in Corvey wiederentdeckten Handschriften der „Germania” und der „Annales” des Tacitus hatten schon in der frühen Neuzeit den Stoff für erste Illustrationen der Varusschlacht, z. B. von Ambrosius Holbein, Basel 1519,[57] und für einen Germanenmythos geliefert, wie er sich z. B. in Philipp Clüwers „Germania Antiqua libri tres”, Leiden (Ludovicus Elzevier) 1616, niederschlug. Besondere Verehrung wurde dabei Arminius (Hermann) zuteil, dem Anführer der Cherusker, der das römische Bürgerrecht und einen Offiziersrang im römischen Heer erhalten hatte und der nach seinem Sieg über Varus von Tacitus als „liberator Germaniae” gerühmt wurde. Als Nationalheld wird Hermann in den Dramen von Klopstock und Kleist gefeiert.

Bildliche Darstellungen der von Arminius befreiten Germania finden sich bereits in einer Zeichnung von Johann Jakob von Sandrart (um 1689), auf dem Titelkupfer von Christoph Otto von Schönaichs Heldengedicht „Hermann oder das befreyte Deutschland” (1751)[58] und auf einer Radierung von Carl Russ (1813).[59]

IV. Das 19. Jahrhundert

A. Germanenmythos

Die im 16. Jh. einsetzende Bewunderung der Germanenanführer lebte im späten 18. Jh. wieder auf und wurde in Literatur und Kunst des 19. Jh. intensiviert. Ausdruck dieses Mythos ist z. B. die „Germanische Priesterin” von Johann Gottlieb Puhlmann (1807), eine unbeugsame, am Altar opfernde Greisin, die von den Zeitgenossen als Personifikation des bedrängten Vaterlandes verstanden wurde.[60] Seit dem 17. und verstärkt im 19. Jh. konnte auch Hermanns Gemahlin Thusnelda das Bild der Germania vertreten.[61]

Nach dem Erlöschen des Heiligen Römischen Reiches und in den Befreiungskriegen gegen Napoleon stand Germania immer häufiger für die gesamte deutsche Nation, die im Vormärz zu staatlicher Einheit drängte. In der deutschen Nationalbewegung des 19. Jh. erfuhr sie vielfältige Ausprägungen, in denen sich die politischen Richtungskämpfe bis zur Gründung des deutschen Nationalstaats von 1871 spiegeln.

B. Italia und Germania

Verklärende Erinnerung an die Blüte der Kunst zu Dürers und Raffaels Zeiten bestimmte die romantischen Germania-Allegorien der Nazarener. Friedrich Overbecks Gemälde „Italia und Germania” (1811–1828) erhielt diesen Titel erst bei seiner Vollendung (Abb.). Als Antwort auf Franz Pforrs Diptychon „Sulamith und Maria” (1811) bezeugt es die tiefe Künstlerfreundschaft der beiden Lukasbrüder und beschwört die gemeinsamen Kunstideale.[62]

Die nazarenische Kunsttheorie illustriert auch Philipp Veits monumentales Wandbild der „Einführung der Künste in Deutschland durch das Christentum”, flankiert von Personifikationen der Italia und Germania (1834–1836) im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt (Abb.).[63] Diese verkörpern zugleich Papst- und Kaisertum, die Schutzmächte der Kunst im Mittelalter. Mit ihren Attributen – Kaisermantel, Reichsschwert, Reichskrone, goldener Bulle, Adlerschild, sowie den Wappen der Kurfürsten – gemahnt Veits gedankenversunken unter einer Eiche thronende Germania jedoch explizit an die vergangene Größe des Heiligen Römischen Reichs. Die christlich-romantische Interpretation der abendländischen Kulturentwicklung war im Vormärz offen für politische Aktualisierungen. Die Trauer um den Verlust der Kaiserkrone ist in diesem nationalen Andachtsbild genauso aufgehoben wie die Hoffnung auf ihre Wiederkehr. Germania erscheint so als mythische Gestalt, wie die des schlafenden Kaisers Friedrich Barbarossa, der im Kyffhäuser die nationale Wiedergeburt Deutschlands erwartet.

C. Die Personifikation der Germania, 1848/49

Die allegorische Gestalt der Germania stellte den kleinsten gemeinsamen Nenner dar, auf den sich die unterschiedlichen politischen Richtungen der deutschen Einheitsbewegung verständigen konnten. In verschiedenen Erscheinungsformen beschwor sie mehr oder weniger deutlich die Wiedergeburt des untergegangenen Reichs.

Wohl auf Veranlassung konservativer Bundesreformer malte Philipp Veit zur Eröffnung des Vorparlaments in der Frankfurter Paulskirche ein großformatiges Transparent der Germania, die damit erstmals offiziell in den Rang einer Nationalallegorie erhoben wurde (Abb.).[64] Die feierliche, stehende Gewandfigur im kaiserlichen Brokatmantel mit dem Doppeladler auf der Brust weckt Erinnerungen an das alte Reich. Die neuen Bundesfarben Schwarz-Rot-Gold, das Schwert mit dem Ölzweig als Sinnbild eines starken und friedliebenden Regiments, die Rheinlandschaft, die aufgehende Sonne und die gesprengten Fesseln erscheinen wie Zugeständnisse an die liberalen Hoffnungen auf eine staatlich geeinte Nation. Hinweise auf Parlament, Verfassung oder Volkssouveränität fehlen jedoch ebenso wie die Kaiserkrone. Die ambivalente Germania der Paulskirche stellte den Versuch eines Kompromisses zwischen konservativen und liberalen Vorstellungen dar. Vergleichbare Entwürfe lieferten Edward Steinle und Karl Ballenberger.[65]

Kampfbereit gibt sich die „Erwachende Germania”, die Christian Köhler während der parlamentarischen Verhandlungen von 1848/49 malte: Von der Freiheit und der Gerechtigkeit aus dem Schlaf geweckt, greift sie zum Schwert, um die Reichskrone vor finsteren Dämonen zu schützen (Abb.).[66] In dieser streitbaren Rolle wurde Germania zur Symbolfigur der Liberalen.[67] Liberale Bekenntnisse zur deutschen Einheit und zur konstitutionellen Monarchie spiegeln auch die graphischen Schmuckblätter auf die Wahl des Reichsverwesers[68] sowie auf die 1849 beschlossenen „Grundrechte des deutschen Volkes”, die die Grundlage einer zukünftigen Reichsverfassung bilden sollten.[69] Auch hier wird Germania von den Allegorien der Freiheit und Gerechtigkeit begleitet.

Als Sinnbild der allgemein erstrebten, in ihrer politischen Verfassung aber höchst umstrittenen nationalen Einheit spielte die Figur der Germania eine zentrale Rolle im tagespolitischen Bilderkampf der Karikaturen. Anders als die französische „Marianne” blieb Germania jedoch eine ambivalente Nationalallegorie. Die hehre Idealfigur der Konservativen und Liberalen wurde von den Demokraten als tatenlose oder autoritäre Matrone karikiert und mit dem gewitzteren, unbotmäßigen „Deutschen Michel” konfrontiert (Abb.).[70] Selten findet sie sich in Gesellschaft demokratischer oder republikanischer Ideen und Attribute oder gar Arm in Arm mit der republikanischen France.[71]

Das Scheitern der parlamentarischen Revolution zeitigte neue Varianten der Klagefigur Germania (siehe oben): Als tragische Mahnerin erscheint sie im Zyklus „Noch ein Totentanz” (1849), als erniedrigte Dulderin in Julius Hübners „Germania 1850” (Abb.).[72] Wegen ihrer „großdeutschen” Bedeutung wurde die Personifikation jetzt in der offiziellen politischen Ikonographie vermieden; sie lebte aber in der nationalliberalen Vorstellungswelt der bürgerlichen Vereine weiter, z. B. bei den Schillerfeiern (1859), dem gesamtdeutschen Schützenfest in Frankfurt a. M. (1862) oder bei der Gründung des Germanischen Nationalmuseums.[73] Auf Spielkarten, Vereinsfahnen und im Buchschmuck hielt sie ebenfalls ihre Stellung. Selbst Lorenz Clasens monumentale „Germania auf der Wacht am Rhein” (1860), die ihr gezücktes Schwert aggressiv gegen Frankreich richtet, trägt den Doppeladler des Deutschen Bundes auf dem Schild und streitet für ein „großdeutsches” Vaterland (Abb.).[74]

D. Denkmäler

Denkmäler und Denkmalsprojekte des 19. Jh. spiegeln beispielhaft den politischen Bedeutungswandel Germanias vom Sinnbild des Reichsterritoriums bis zur Verkörperung des deutschen Nationalstaats von 1871.

„GERMANIA VINDICI SVO” lautet die Widmungsinschrift eines Tischmonuments für Erzherzog Carl, der im Sommer 1796 zwei französische Armeen bis an den Rhein zurückgeworfen hatte. Die Wiener Biskuitporzellan-Gruppe zeigt eine antikisch gewandete, von ihren Fesseln befreite Germania, die als Verkörperung des Reichsgebiets die Wacht am Rhein hält; dieser ist durch einen Flussgott verbildlicht (Abb.).[75]

Friedrich Weinbrenners klassizistischer Entwurf für ein „Teutsches National-Denkmal des entscheidenden Sieges bei Leipzig” (1814) birgt in seinem Innern die Skulptur einer trauernden Germania. Sie lüftet ihren Trauerschleier und zeigt den Reichapfel als Attribut – eine Geste, die den Mythos des alten Reiches beschwört. Im Gegensatz zu den Denkmälern auf die siegreichen Monarchen der Allianz gegen Napoleon und zur herrschenden politischen Doktrin verkörpert Germania hier die Idee einer gesamtdeutschen Nation.[76] Unter den politischen Bedingungen der Restauration im Deutschen Bund war dieser Gedanke nur im Sinne einer Kulturnation vertretbar. Die thronende Germania von Ludwig Schwanthaler nach Christian Daniel Rauch im Südgiebel der „Walhalla” (1842) war ursprünglich als „Teutonia“ geplant und propagiert die nationale Identität der Deutschen im Sinne eines historisch-kulturellen Selbstbewusstseins.[77]

Die Pläne zur deutschen Einigung des Jahres 1848/49 konnten sich nicht in Form eines Denkmals niederschlagen. Ephemere Dekorationen wie das Transparent, das Wunibald Göbel und Johann Baptist Scholl zur Eröffnung des Vorparlaments in der Frankfurter Paulskirche entwarfen, hatten gleichwohl denkmalhaften Charakter und zeigten Germania auf einem fiktiven Stufenbau über einer Fürstengruft, in dem die „Freiheit“ Vertreter aller Stände begrüßt.[78] Nach dem Scheitern dieser Bemühungen lebte der Einheitsgedanke – abseits der offiziellen Politik – bei bürgerlichen Vereinigungen und Anlässen wie den Schillerfeiern von 1859 weiter. Auf dem Deutschen Schützenfest in Frankfurt wurde 1862 ein ephemeres Germania-Denkmal errichtet, eine selbstbewusst stehende Germania mit dem Siegerkranz in der ausgestreckten Rechten.[79]

Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 und der Gründung des deutschen Nationalstaats wird die siegreiche Germania – neben den Kaiser-Wilhelm-Denkmälern – zum bevorzugten Denkmalstypus: Im kleindeutschen, preußisch geführten Kaiserreich verkörperte Germania erstmals Staat und Nation zugleich. Ephemere Germania-Denkmäler waren schon zum Einzug der siegreichen Truppen z. B. in Berlin und Leipzig (Rudolf Siemering, 1871) errichtet worden.[80] Aus nazarenischer Tradition entwarf Julius Schnorr von Carolsfeld 1872 eine Figurengruppe mit Mutter Germania, die ihre Kinder Elsaß und Lothringen in die Arme schließt (Abb.).[81] Im gleichen Jahr schuf Anton von Werner seinen Mosaikfries für die Säulenhalle der Berliner Siegessäule mit einer allegorischen Darstellung der Aufrichtung des deutschen Kaiserthrons für Germania im Beisein der vornehmsten Reichsfürsten und Heerführer von 1870/71.[82]

Größte Popularität erlangte das von Johannes Schilling entworfene, 1883 eingeweihte Nationaldenkmal auf dem Niederwald bei Rüdesheim (Abb.).[83] Die Finanzierung sowohl aus Spenden privater Denkmalskomitees als auch Staatsmitteln spiegelt den nationalliberalen Kompromiss von 1871. Hoch über dem Rhein vor ihrem Thron stehend, hat die über zehn Meter hohe, mit Eichenlaub bekränzte Bronzestatue der siegreichen Germania ihr Schwert in die Scheide gesteckt und hält die neue deutsche Kaiserkrone in der erhobenen Rechten. Diese Geste war ebenso missverständlich wie Hinweise auf die „einmüthige siegreiche Erhebung des deutschen Volkes” und die „Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches” in der Widmungsinschrift. Vom Künstler als Friedensdenkmal, vom Publikum als Siegesdenkmal, von den französischen Nachbarn als Drohung verstanden, erschien die in romantischer Bildtradition wurzelnde Germania den Konservativen zu wenig monarchisch, zu wenig männlich, sogar der „republikanischen Empfindung” verdächtig. Diese Vieldeutigkeit, Ausdruck des Kompromisses zwischen nationaldemokratischen und nationalmonarchischen Gedanken, mag die Popularität des Nationaldenkmals mit begründet haben, das auch in Nachgüssen kleineren Formats, z. B. in Neumünster und Berlin-Tempelhof, aufgestellt wurde. Andere wilhelminische Germania-Denkmäler wurden u. a. in Krefeld, Schmalkalden, Fallersleben, Tempelburg, Dresden, Braunschweig und Leipzig[84] sowie in Hannover, Saarbrücken, Guben, Dortmund, Greiz, Osnabrück, Haynau und Brieg errichtet.

E. Wilhelminische Allegorien

Die in nazarenischer Bildtradition entwickelte Gestalt der Germania war als siegreiche, kriegerisch gepanzerte und bewaffnete germanische Heroine aus dem Krieg von 1870/71 hervorgegangen und fand als Verkörperung von Staat und Nation im wilhelminischen Kaiserreich ihre größte Akzeptanz. Die „Wacht am Rhein” gehörte auch in der Malerei zu ihren Hauptrollen, so z. B. im Gemälde von Hermann Wislicenus, 1874 (Abb.).[85] Bei historischen Festzügen, Theateraufführungen, Lebenden Bildern etc. bewies sie ihre identitätsstiftende Kraft für das nationalliberale Bürgertum.[86] Auf Briefmarken, z. B. 1899 (Abb.), und Banknoten (1910) repräsentierte sie den deutschen Nationalstaat.[87]

In den Bildprogrammen staatlicher Repräsentationsbauten und öffentlicher Gebäude nahm sie – neben dem Bild des Monarchen und den Helden der Geschichte – den vornehmsten Platz ein, blieb allerdings aus den Dekorationen der kaiserlichen und fürstlichen Schlösser ausgeschlossen.

Als Bekrönung des Hauptportals von Paul Wallots Berliner Reichstagsgebäude entwarf Reinhold Begas die Bronzegruppe mit einer reitenden, von Kriegs- und Siegesgenien begleiteten Germania.[88] Ein Glasgemälde von Alexander Linnemann (1913) in der Eingangshalle des Reichstags zeigte eine zweite, thronende Germania als Verkörperung des deutschen Bundesstaats.[89]

Wilhelm II. ließ 1890 den Thronsaal der deutschen Botschaft im Palazzo Caffarelli in Rom von Hermann Prell mit einem umfangreichen national-mythologischen Bildprogramm schmücken. Im Zentrum thronte die geharnischte Germania zwischen den allegorischen Figuren von Wehrkraft und Fruchtbarkeit.[90] In Verbindung mit den Helden der germanischen Sage oder christlichen Heiligen wie dem Hl. Michael im Gemälde von Ferdinand Keller (1894) verkörperte sie einen hybriden wilhelminischen Machtanspruch.[91] Darstellungen der aggressiven, machthungrigen Germania kulminierten in der Kriegspropaganda des Ersten Weltkriegs, wo sie sowohl in der offiziellen Malerei Friedrich Augusts von Kaulbach 1914 (Abb.)[92] als auch bei „Lebensreformern” wie Fidus noch 1917[93] ihren Platz behauptete. Gleichwohl blieb Germania als Verkörperung des Wilhelminischen Kaiserreichs nicht unangefochten, sondern geriet in die Schusslinie der oppositionelle Karikatur (Abb.).

V. Das 20. und 21. Jahrhundert

Im 20. Jh. verlor Germania, wie die Gestaltallegorie überhaupt, ihre politische und künstlerische Bedeutung. Zwar war sie während des „Dritten Reichs“ noch Bestandteil des nationalistischen Vokabulars: Hitler und Speer planten das neue Berlin als Welthauptstadt mit dem Namen „Germania“. Doch nach den Katastrophen zweier Weltkriege und einem radikalen Wandel im bildnerischen Denken konnte Germania nur mehr in gebrochener Form dargestellt werden.

Angeregt von einem Gedicht Bertolt Brechts, schuf Fritz Cremer 1960–1966 für das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen die Bronzeplastik „O Deutschland, bleiche Mutter” – eine verhärmte Klagefigur ohne jedes Attribut, die sich jedoch in die lange Tradition der Germania-Ikonographie einfügt (Abb.).[94] Etwa gleichzeitig beschäftigte sich der Dramatiker Heiner Müller mit dem Stück „Germania, Tod in Berlin“ (1956-1971) und zeichnete darin ein abschreckendes Bild der Zerstörung und des Scheiterns.

Meist ironisch aufgefasst erschien die Personifikation weiterhin in politischen Karikaturen und in der Werbung.[95] 2013 warb der Fernsehsender Arte mit Plakaten für eine deutsch-französische Serie: Die durch ihre Kleidung in den Nationalfarben gekennzeichneten Personifikationen der dunkelhaarigen Marianne und der blonden Germania standen – kompositorisch gleich gewichtet – für ihre Länder.[96]

Anmerkungen

  1. Gaius Iulius Caesar, De bello Gallico 6, 21–28 (mit deutscher Übersetzung: Joachim Herrmann [Hg.], Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung, Bd. 1, Berlin 1988 [Schriften und Quellen der alten Welt, 37, 1], S. 146–151).
  2. Pomponius Mela, Geographia 3, 24–33 (mit deutscher Übersetzung: Joachim Herrmann [Hg.], Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung, Bd. 1, Berlin 1988 [Schriften und Quellen der alten Welt, 37, 1], S. 298–301).
  3. Gaius Plinius Secundus, Naturalis Historia 4, 98–100 (mit deutscher Übersetzung: Joachim Herrmann [Hg.], Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung, Bd. 1, Berlin 1988 [Schriften und Quellen der alten Welt, 37, 1], S. 330f.).
  4. Strabon, Γεωγραφία (Geographie), 7, 1, 2–4 (mit deutscher Übersetzung: Joachim Herrmann [Hg.], Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung, Bd. 1, Berlin 1988 [Schriften und Quellen der alten Welt, 37, 1], S. 230–241).
  5. Cassius Dio, Ρωμαϊκή ίστορία (Römische Geschichte), u. a. 53–56 (mit deutscher Übersetzung: Joachim Herrmann [Hg.], Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung, Bd. 3, Berlin 1991 [Schriften und Quellen der alten Welt, 37, 3], S. 292–335).
  6. Der Neue Pauly, Bd. IV, Stuttgart/Weimar 1998, Sp. 954–963, s. v. „Germani, Germania”.
  7. Lateinisch-deutsche Textausgaben: Publius Cornelius Tacitus, Germania, hg. u. übers. von Manfred Fuhrmann, Stuttgart 2. Aufl. 1985 (Reclams Universalbibliothek, 9391/92); kommentiert von Gerhard Perl, in: Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung, Bd. 2, Berlin 1990 (Schriften und Quellen der alten Welt, 37, 2).
  8. Christopher B. Krebs, Ein gefährliches Buch. Die „Germania“ des Tacitus und die Erfindung der Deutschen, München 2012.
  9. Zur Überlieferung: Gerhard Perl, in: Griechische und lateinische Quellen zur Frühgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung, Bd. 2, Berlin 1990 (Schriften und Quellen der alten Welt, 37, 2), S. 50–63; F. Brunhölzl, Tacitus I: Mittelalter, in: Lexikon des Mittelalters VIII, München 1997, Sp. 400f.
  10. Ernst Künzl, Germania, in: Lexicon iconographicum mythologiae classicae, Bd. IV/1, Zürich/München 1988, S. 183, Nr. 1; Bd. IV/2, S. 102.
  11. Andreas Alföldi, Germania als Sinnbild der kriegerischen Tugend des römischen Heeres, in: Germania. Anzeiger der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts 21, 1937, S. 95–100, hier S. 97f., Abb. 1.
  12. Ernst Künzl, Germania, in: Lexicon iconographicum mythologiae classicae, Bd. IV/1, Zürich/München 1988, S. 183f., Nr. 2 und 10f.; Bd. IV/2, S. 102f.
  13. Frederic Weber, The Germanic war of Domitian: http://www.roman-imperial-coins.com/ARTICLES/Germanic_war_of_Domitian.htm (29.11.13).
  14. Ernst Künzl, Germania, in: Lexicon iconographicum mythologiae classicae, Bd. IV/1, Zürich/München 1988, S. 183, Nr. 5.
  15. Ernst Künzl, Germania, in: Lexicon iconographicum mythologiae classicae, Bd. IV/1, Zürich/München 1988, S. 183, Nr. 6; Abb.: Bd. IV/2, S. 102.
  16. Ernst Künzl, Germania, in: Lexicon iconographicum mythologiae classicae, Bd. IV/1, Zürich/München 1988, S. 183, Nr. 7; Abb: Bd. IV/2, S. 102.
  17. Ernst Künzl, Germania, in: Lexicon iconographicum mythologiae classicae, Bd. IV/1, Zürich/München 1988, S. 183, Nr. 8.
  18. Chantilly, Musée Condé, Nr. 15 654, ms. 14bis (Einzelblatt). Siehe dazu Percy Ernst Schramm, Die deutschen Kaiser und Könige in Bildern ihrer Zeit, 751–1190, 2. Aufl. München 1983, S. 203–206, Nr. 106, Abb. S. 358.
  19. „Nostrum, nostrum est Romanum imperium. Dant vires ferax frugum Italia, ferax militum Gallia et Germania, nec Scithae desunt nobis fortissima regna. Noster es Cesar, Romanorum imperator et auguste qui summo Grecorum sanguine ortus, Grecos imperio superas ...” (Libellus de rationali et ratione uti: Lettres de Gerbert, 983–997, ed. Julien Havet, Paris 1889, S. 236–238, hier S. 237. Siehe dazu Konrad Hoffmann, Das Herrscherbild im Evangeliar Ottos III. [clm 4453], in: Frühmittelalterliche Studien 7, 1973, S. 324–341, hier S. 334).
  20. Bamberg, Staatsbibliothek, Msc. Class. 79, fol. 1v–1ar. Siehe dazu Gude Suckale-Redlefsen, Das zerkratzte Antlitz. Das Herrscherbild der Bamberger Flavius-Josephus-Handschrift, in: Hortulus Floridus Bambergensis, hg. von Werner Taegert, Petersberg 2004, S. 345–362.
  21. München, Bayerische Staatsbibliothek, clm 4453, fol. 23v–24r. Siehe dazu Konrad Hoffmann, Das Herrscherbild im Evangeliar Ottos III. [clm 4453], in: Frühmittelalterliche Studien 7, 1973, S. 324–341.
  22. Florentine Mütherich und Karl Dachs (Hg.), Das Evangeliar Ottos III., München/London/New York 2001, S. 31–35, Taf. 14.
  23. Theodor Klauser, Aurum coronarium, in: Reallexikon für Antike und Christentum, Bd. 1, Stuttgart 1950, Sp. 1010–1020.
  24. München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 4452, fol. 2r: Hermann Fillitz, Rainer Kahsnitz und Ulrich Kuder, Zierde für die ewige Zeit. Das Perikopenbuch Heinrichs II., Frankfurt 1994, Taf. 3.
  25. Bamberg, Staatsbibliothek, Msc. Bibl. 140, fol. 59v: Percy Ernst Schramm, Die deutschen Kaiser und Könige in Bildern ihrer Zeit, 751–1190, 2. Aufl. München 1983, S. 208, Nr. 112, Abb. S. 365; Gude Suckale-Redlefsen, Beschreibung der Miniaturen, in: Ausstellungskatalog „Das Buch mit 7 Siegeln. Die Bamberger Apokalypse“, Bamberg 2000, besonders S. 72, Taf. XXXIV.
  26. J. Gruber, Germanen, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. IV, München/Zürich 1989, Sp. 1344.
  27. Vgl. Carlrichard Brühl, Die Geburt zweier Völker. Köln 2001, S. 69 passim.
  28. Robert Suckale, Die Hofkunst Kaiser Ludwigs des Bayern, München 1993, S. 149–151, besonders S. 196, Anm. 22.
  29. Christopher B. Krebs, Ein gefährliches Buch. Die „Germania“ des Tacitus und die Erfindung der Deutschen, München 2012.
  30. Enea Silvio de‘ Piccolomini, Opera, hg. von Wendelin von Speyer, Venedig 1470. Weitere Ausgaben: Bologna 1472; Venedig 1476; erste deutsche Übersetzung: Das büchlein von der alten Teutschen brauch und leben, hg. von J. Mycillus, in: der Römischen Keyser historien ..., Mainz 1535. Neuausgabe: Enea Sivio Piccolomini, Germania, hg. von Maria Giovanna Fadiga, Florenz 2009; W. Rüegg, Tacitus II: Humanismus, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. VIII, München 1997, Sp. 401f.
  31. Gernot Michael Müller, Die „Germania generalis“ des Conrad Celtis. Studien mit Edition, Übersetzung und Kommentar, Tübingen 2001; ders., Germania illustrata, in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 4, Sp. 555–557.
  32. Hartmann Schedel, Weltchronik, Nürnberg 1493, fol. 286.
  33. Jacob Wimpfeling, Germania, Straßburg 1501; Epithome rerum Germanicarum, Straßburg 1505.
  34. Christoph Scheurl, Libellus de laudibus Germaniae et ducum Saxonie, Bologna 1506.
  35. Johannes Cochlaeus, Brevis Germaniae descriptio, in: Cosmographia Pomponii Melae, Nürnberg 1512.
  36. Sebastian Münster, Cosmographia, Basel 1544.
  37. Ulrich Muhlack, Das Projekt der Germania illustrata. Ein Paradigma der Diffusion des Humanismus? In: Johannes Helmrath, Ulrich Muhlack und Gerrit Walther (Hg.), Diffusion des Humanismus. Studien zur nationalen Geschichtsschreibung europäischer Humanisten, Göttingen 2002, S. 142–158.
  38. Ilse O’ Dell, „Tuiscon” und „Gambrinus” zwischen 1543 und 1585. Zu Darstellungen der „Zwölf ersten deutschen Könige” von Flötner bis zu Jost Amman, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 50, 1993, S. 357–365.
  39. Elisabeth von Hagenow, Bildniskommentare – Allegorisch gerahmte Herrscherporträts in der Graphik des Barock: Entstehung und Bedeutung. Hildesheim 1999, Abb. 2.
  40. Das Gemälde ist 1945 in Berlin verbrannt (Terisio Pignatti und Filippo Pedrocco, Veronese, Mailand 1995, Bd. 2, S. 353, Nr. 238).
  41. Joachim Jacobi (Bearb.), Hans von Aachen, Rotterdam 1996 (The New Hollstein. German Engravings, Etchings and Woodcuts 1400–1700, vol. I), S. 121–127, Nr. 48–51.
  42. Ursula E. Koch, Marianne und Germania: 101 Pressekarikaturen aus fünf Jahrhunderten im deutsch-französischen Vergleich, in: Marianne und Germania, 1789–1889, Ausstellungskatalog Berlin 1996, S. 69–81 und S. 83, Nr. U/1.
  43. Bartholomäus Hulsius, Den onderganck des Roomschen Arents, door den Noordschen Leeuw, Amsterdam 1642, S. 37.
  44. Wilhelm Kühlmann, Krieg und Frieden in der Literatur des 17. Jahrhunderts, in: 1648 – Krieg und Frieden in Europa, Ausstellungskatalog Münster 1998, Bd. II, S. 329–337.
  45. Wien, Albertina, Inv. 25205–25263 (Kaiser Maximilian I. und die Kunst der Dürerzeit, Ausstellungskatalog Wien 2012, Kat.nr. 52, S. 227, 234–235).
  46. Horst Appuhn, Der Triumphzug Kaiser Maximilians I., Dortmund 1979, S. 185; Bettina Brandt, Germania und ihre Söhne. Repräsentationen von Nation, Geschlecht und Politik in der Moderne, Göttingen 2010 (Historische Semantik, Bd. 10), S. 38.
  47. Detlef Hoffmann, Germania. Die vieldeutige Personifikation einer deutschen Nation, in: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 137–155, Abb. S. 138.
  48. Bettina Brandt, Germania und ihre Söhne. Repräsentationen von Nation, Geschlecht und Politik in der Moderne. (Historische Semantik, 10), Göttingen 2010, S. 47, Abb. 2.
  49. Detlef Hoffmann, Germania. Die vieldeutige Personifikation einer deutschen Nation, in: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 137–155, Abb. S. 138; Lothar Gall, Die Germania als Symbol nationaler Identität im 19. und 20. Jahrhundert, in: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften Göttingen, I. Phil.–hist. Klasse 1993, Nr. 2, S. 3–54, Abb. 7.
  50. Lothar Gall, Die Germania als Symbol nationaler Identität im 19. und 20. Jahrhundert, in: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften Göttingen, I. Phil.–hist. Klasse 1993, Nr. 2, S. 3–54, Abb. 5.
  51. Detlef Hoffmann, Germania. Die vieldeutige Personifikation einer deutschen Nation, in: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 137–155, Abb. S. 139.
  52. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv. HB 28422.
  53. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv. HB 14796.
  54. Georg Wilhelm Boehmer, La rive gauche du Rhin, limite de la République Française, Paris, An IVème [1795/96].
  55. Marie-Louise von Plessen (Hg.), Marianne und Germania 1789–1889. Frankreich und Deutschland. Zwei Welten – eine Revue, Berlin 1996, L/2.
  56. Rainer Schoch, Streit um Germania. Bemerkungen zur „Germania” aus der Paulskirche, in: 1848. Das Europa der Bilder, Bd. 2: Michels März, Ausstellungskatalog Nürnberg 1998, S. 89–103, besonders S. 95.
  57. Robert Zijlma (Bearb.), Ambrosius Holbein to Hans Holbein the Younger, Roosendaal 1988 (Hollstein’s German Engravings, Etchings and Woodcuts, 1400–1700, vol. XIV), S. 61, Nr. 14b.
  58. Radierung von Johann Christoph Sysang nach Entwurf von Anna Maria Werner (Caspar Hirschi, Germanenmythos, in: Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 4, Stuttgart/Weimar 2006, Sp. 551–555, Abb. 1).
  59. Vgl. Detlef Hoffmann, Germania. Die vieldeutige Personifikation einer deutschen Nation, in: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 137–155, hier S. 138f.; ebd., S. 668, Nr. 601 und Abb. S. 670; Torsten Kaufmann, Germanen-Bilder. Grundzüge einer visuellen Germanenrezeption im 17. und 18. Jahrhundert. Diss. phil. Oldenburg 1993; Marianne und Germania, 1789–1889, Ausstellungskatalog Berlin 1996, S. 84, Nr. U/5.
  60. Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, Nr. 600.
  61. Beispiele: Klaus Lankheit, Karl von Piloty, Thusnelda im Triumphzug des Germanicus, München 1984 (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Künstler und Werke, 8); Detlef Hoffmann, Arminius und Germania-Thusnelda. Zu einem „annehmlichen Kupfer“ von Johann Jacob von Sandrart, in: Allegorien und Geschlechterdifferenz, hg. von Sigrid Schade, Monika Wagner und Sigrid Weigel, Köln/Weimar/Wien 1994, 65-71, Abb. 19f.
  62. Johann Friedrich Overbeck. Italia und Germania, Ausstellungskatalog München 2002 (Kulturstiftung der Länder – Patrimonia, 224).
  63. Frankfurt, Städel Museum, Inv.nr. 1114–1116 (Norbert Suhr, Philipp Veit [1793–1877]. Leben und Werk eines Nazareners, Weinheim 1991, S. 245–247, F 5; Nachstich in: Gerhard Brunn, Germania und die Entstehung des deutschen Nationalstaates. Zum Zusammenhang von Symbolen und Wir-Gefühl, in: Symbole der Politik – Politik der Symbole, hg. von Rüdiger Voigt, Opladen 1989, S. 101–122, Abb. 1).
  64. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, Inv.nr. Gm 608 (Norbert Suhr, Philipp Veit [1793–1877]. Leben und Werk eines Nazareners, Weinheim 1991, S. 256, G 32; S. 465, Abb. 73; Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit ..., Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 672, Nr. 606, Abb. S. 631; Rainer Schoch, Streit um Germania. Bemerkungen zur „Germania” aus der Paulskirche, in: 1848. Das Europa der Bilder, Bd. 2: Michels März, Ausstellungskatalog Nürnberg 1998, S. 89–103, Abb. S. 112 und S. 243, Nr. 145).
  65. Rainer Schoch, Streit um Germania. Bemerkungen zur „Germania” aus der Paulskirche, in:1848. Das Europa der Bilder, Bd. 2: Michels März, Ausstellungskatalog Nürnberg 1998, S. 89–103, besonders S. 98f.
  66. 1848 – Aufbruch zur Freiheit, Ausstellungskatalog Frankfurt a. M. 1998, Nr. 79.
  67. Rainer Schoch, Streit um Germania. Bemerkungen zur „Germania” aus der Paulskirche, in: 1848. Das Europa der Bilder, Bd. 2: Michels März, Ausstellungskatalog Nürnberg 1998, S. 89–103 und S. 251f., Nr. 161, Abb. S. 114.
  68. Rainer Schoch, Streit um Germania. Bemerkungen zur „Germania” aus der Paulskirche, in: 1848. Das Europa der Bilder, Bd. 2: Michels März, Ausstellungskatalog Nürnberg 1998, S. 89–103 und S. 159, Nr. 157.
  69. Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 650, Nr. 571.
  70. Rainer Schoch, Streit um Germania. Bemerkungen zur „Germania” aus der Paulskirche, in: 1848. Das Europa der Bilder, Bd. 2: Michels März, Ausstellungskatalog Nürnberg 1998, S. 89–103 und S. 250–256, Nr. 157–169; Ursula E. Koch, Marianne und Germania in der Karikatur (1950-1990). Leipzig 1999; Susanne Popp, Marianne und Germania. Selbstdarstellung und Feindbild-Konstruktion über weibliche Nationalallegorien, in: Flugblätter – Plakate – Propaganda, hg. von Michael Wobring, St. Ingbert 2013, S. 23–34.
  71. Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 674f., Nr. 610f.
  72. Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 676, 678, Nr. 614.
  73. Rainer Schoch, Streit um Germania. Bemerkungen zur „Germania” aus der Paulskirche, in: 1848. Das Europa der Bilder, Bd. 2: Michels März, Ausstellungskatalog Nürnberg 1998, S. 89–103 und S. 311f., Nr. 252: Ehrendiplom für Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha.
  74. Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 677f., Nr. 616; Gedenkblatt mit Abbildung des Gemäldes bei Gerhard Brunn, Germania und die Entstehung des deutschen Nationalstaates. Zum Zusammenhang von Symbolen und Wir-Gefühl, in: Symbole der Politik – Politik der Symbole, hg. von Rüdiger Voigt, Opladen 1989, S. 101–122, Abb. 4; Lothar Gall, Germania. Eine deutsche Marianne? Une Marianne allemande?, Bonn 1993, S. 22f., Abb. 15.
  75. Ausstellungskatalog „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Nürnberg 1989, S. 418f., Nr. 300, mit Abbildung.
  76. Thomas Nipperdey, Nationalidee und Nationaldenkmal in Deutschland im 19. Jahrhundert, in: Historische Zeitschrift 206, 1968, S. 529–585, hier S. 560f.; Detlef Hoffmann, Germania. Die vieldeutige Personifikation einer deutschen Nation, in: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 137–155, hier S. 144f.
  77. Leopold Ettlinger, Denkmal und Romantik. Bemerkungen zu Leo von Klenzes Wallhalla, in: Festschrift für Herbert von Einem, Berlin 1965, S. 60–70; Lothar Gall, Germania. Eine deutsche Marianne? Une Marianne allemande?, Bonn 1993, Abb. 5.; vgl. Frank Otten, Ludwig Michael Schwanthaler, 1802–1848. München 1970, S. 45–51, 112–113, Abb. 28–34.
  78. Rainer Schoch, Streit um Germania. Bemerkungen zur „Germania” aus der Paulskirche, in: 1848. Das Europa der Bilder, Bd. 2: Michels März, Ausstellungskatalog Nürnberg 1998, S. 89–103, hier S. 91f., Abb. 4, Nr. 156.
  79. Trophäe oder Leichenstein? Kulturgeschichtliche Aspekte des Geschichtsbewußtseins in Frankfurt im 19. Jahrhundert, Ausstellungskatalog Frankfurt a. M. 1978, S. 160–179, besonders Abb. S. 165 und 175.
  80. Berthold Daun, Rudolf Siemering. Bielefeld/Leipzig 1906, S. 18-24, 57, 69.
  81. Daheim 1872, S. 85; Lutz Tittel, Das Niederwalddenkmal 1871–1883, Hildesheim 1979, Abb. 52.
  82. Marie-Louise von Plessen (Hg.), Marianne und Germania 1789–1889. Frankreich und Deutschland. Zwei Welten – eine Revue, Berlin 1996, Nr. 13/7.
  83. Franz Bouffier, Das National–Denkmal auf dem Niederwald, Wiesbaden 1883; Thomas Nipperdey, Nationalidee und Nationaldenkmal in Deutschland im 19. Jahrhundert, in: Historische Zeitschrift 206, 1968, S. 529–585, besonders S. 564–567; Lutz Tittel, Das Niederwalddenkmal 1871–1883, Hildesheim 1979, besonders S. 111f.; Sabine Suhr, Das Niederwalddenkmal, in: Binger Geschichtsblätter 22, 2003, S. 193-207.
  84. Berthold Daun, Rudolf Siemering, Bielefeld/Leipzig 1906, S. 65–69, Abb. 51–53.
  85. Marie-Louise von Plessen (Hg.), Marianne und Germania 1789–1889. Frankreich und Deutschland. Zwei Welten – eine Revue, Berlin 1996, L/48.
  86. Wolfgang Hartmann, Der historische Festzug, München 1976 (Studien zur Kunst des 19. Jahrhunderts, 35), S. 44, 127–130, 153, 210–214.
  87. Detlef Hoffmann, Germania. Die vieldeutige Personifikation einer deutschen Nation, in: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 137–155, Abb. S. 151; Lothar Gall, Germania. Eine deutsche Marianne? Une Marianne allemande?, Bonn 1993, Abb. 21f.
  88. Michael S. Cullen, Außer Spesen nichts gewesen. Begas‘ Germania-Gruppe für den Reichstag und die Weltausstellung in Chicago 1893, in: Begas. Monumente für das Kaiserreich, Ausstellungskatalog Deutsches Historisches Museum, Berlin 2010, S. 102–109.
  89. Lothar Gall, Germania. Eine deutsche Marianne? Une Marianne allemande?, Bonn 1993, S. 28f., Abb. 20.
  90. Monika Wagner, Allegorie und Geschichte. Ausstattungsprogramme öffentlicher Gebäude des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Von der Cornelius-Schule zur Malerei der Wilhelminischen Ära, Tübingen 1988, S. 94, Abb. 36.
  91. Marie-Louise von Plessen (Hg.), Marianne und Germania 1789–1889. Frankreich und Deutschland. Zwei Welten – eine Revue, Berlin 1996, Nr. L/55.
  92. Deutschland – August 1914 (dazu siehe: Lothar Gall, Germania. Eine deutsche Marianne? Une Marianne allemande? Bonn 1993, S. 34, Abb. 23).
  93. „Germanias Blut – Es einzig tut“. Federzeichnung, angeboten im Auktionskatalog Bassenge, Berlin, Nr. 79 (1.6.2002), lot 6118.
  94. Vgl. dazu Diether Schmidt, Fritz Cremer schafft ein Denkmal der DDR für das ehemalige KZ-Lager Mauthausen, in: Bildende Kunst 1963, S. 395-403; Jost Hermand, Sieben Arten an Deutschland zu leiden, Königstein im Taunus 1979, in: Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit. 200 Jahre Französische Revolution in Deutschland, Ausstellungskatalog Nürnberg 1989, S. 782, Nr. 749, mit Abbildung.
  95. Ursula E. Koch, Marianne und Germania: 101 Pressekarikaturen aus fünf Jahrhunderten im deutsch-französischen Vergleich, in: Marianne und Germania, 1789–1889, Ausstellungskatalog Berlin 1996, S. 69–103.
  96. http://geliebtefeinde.arte.tv/de/ (25.11.2013).

Verweise