Fries

Aus RDK Labor
Wechseln zu: Navigation, Suche

englisch: Frieze; französisch: Frise; italienisch: Fregio.


Friedrich Kobler (I–III.G) und Sibylle Appuhn-Radtke (III.H) (2012 und 2014)

RDK X, 980–1077


RDK I, 1341, Abb. 1. Gotischer Backsteinfries.: Schwerin, Dom, 14. Jh.
RDK II, 839, Abb. 5. Deckel des Codex Aureus, um 870. München.
RDK II, 901, Abb. 10. Chorin, Brauhaus, A. 14. Jh.
RDK II, 1013, Abb. 4. Bergen a. Rügen, Marienkirche.: Rundbogenfries im Backsteinbau.
RDK II, 1013, Abb. 6. Fritzlar, Stiftskirche.: Profilierter Rundbogenfries.
RDK II, 1013, Abb. 8. Brandenburg, Nikolaikirche.: Schräg steigender Bogenfries.
RDK II, 1017, Abb. 10. Jerichow, Klosterkirche.: Kreuzbogenfries.
RDK II, 1017, Abb. 13. Schobüll (Schlesw.-Holst.).: Winkelfries.
RDK VII, 291, Abb. 7. Ratzeburg, um 1160/70–um 1200.
RDK VII, 309, Abb. 17. Havelberg, nach 1279–um 1330 (?).
RDK VII, 329, Abb. 25. München-Pipping, 1478-80.
RDK VII, 337, Abb. 28. Augsburg, gew. 1518.
RDK VII, 653, Abb. 75. Antonius van Obbergen, 1602-05, Danzig.
RDK VII, 1323, Abb. 51. Benedikt Ried, um 1500, Prag.
RDK X, 982, Abb. 1. Mäander-F. Naturns, St. Prokulus, E. 8. Jh.
RDK X, 983, Abb. 2. Mäander-F. Reichenau-Oberzell, St. Georg, 2. H. 10. Jh., Rekonstruktionszchg. 1979.
RDK X, 986, Abb. 3. Flechtornament-F., Magdeburg, U. L. F., 3. Dr. 11. Jh.
RDK X, 987, Abb. 4. Tier-F. über Rundbogen-F. Quedlinburg, St. Servatius, zw. 1070 und 1129.
RDK X, 990, Abb. 5. F. mit Blattranke, Köln, St. Andreas, um 1190/1220. Umzchg. von 1912.
RDK X, 990, Abb. 6. F. mit Palmette. Köln, St. Andreas, um 1190/1220. Umzchg. von 1912.
RDK X, 991, Abb. 7. Bogen-F. Ratzeburg, Dom, Chor, 1220.
RDK X, 994, Abb. 8. Felder-F. Linz a. Rh., St. Martin, um 1240.
RDK X, 995, Abb. 9. Kleeblattbogen-F. Wismar, St. Marien, um 1260/1270.
RDK X, 997, Tafel I. Gotische F.: a. F. als Arkadenfolge mit Kleeblattbögen. Rostock, St. Marien, W-Bau, um 1428.
RDK X, 998, Tafel I. Gotische F.: b. Spitzbogiger Blendbogen-F. aus Tonplatten. Radyń/Reden, Burg, Torbau, 1. H. 14. Jh.
RDK X, 997, Tafel I. Gotische F.: c. Maßwerk-F. aus Dreipässen. Mölln, Rathaus, Ostgiebel, um 1373.
RDK X, 998, Tafel I. Gotische F.: d. F. mit von Kleeblattbögen unterlegten Spitzbögen auf figürlichen Konsolen. Imbach, N.Ö., ehem. Dominikanerinnenkirche, Josephskap., um 1345/1350.
RDK X, 997, Tafel I. Gotische F.: e. Maßwerk-F. aus Vierpässen in orthogonaler Anordnung. Gransee, Marienkirche, Ostteil, 3. V. 14. Jh.
RDK X, 998, Tafel I. Gotische F.: f. Maßwerk-F. aus Vierpässen in diagonaler Anordnung. Gransee, Marienkirche, W-Teil, 1. H. 15. Jh.
RDK X, 997, Tafel I. Gotische F.: g. F. mit zwei Reihen miteinander verschmolzener Kleeblattbögen. Rostock, Kröpeliner Tor, wohl 1. H. 15. Jh.
RDK X, 998, Tafel I. Gotische F.: h. F. aus Platten mit Vierschneuß um zentralen Vierpaß. Lübeck, Burgtorturm, um 1444.
RDK X, 999, Abb. 10. Spitzbogen-F. Nienburg, St. Maria und Cyprian, nach 1242 bis vor 1280.
RDK X, 1000, Abb. 11. Spitzbogen-F. aus Platten. Templin, Mühlentor, um 1320.
RDK X, 1001, Abb. 12. Ranken-F. Chorin, ehem. Zisterzienserkloster, Konventsgebäude, E. 13. Jh.
RDK X, 1003, Abb. 13. F. mit Wappen. Zürich, 1. V. 14. Jh.
RDK X, 1005, Abb. 14. Blendbogen-F. mit genasten Rundbögen. Prag, St. Veit, Wenzelskap., 1366.
RDK X, 1006, Abb. 15. Blattranken-F. mit durchgestecktem Stab. Konstanz, Münster, 2. H. 14. Jh.
RDK X, 1007, Abb. 16. F. mit zweizeiligem Blendmaßwerk. Ulm, Münster, nach 1392.
RDK X, 1010, Abb. 17. F. mit Eselsrücken. Lauingen, Schimmelturm, 1478.
RDK X, 1011, Abb. 18. F. mit Meerwesen (Detail). Bremen, Rathaus, zw. 1608 und 1614.
RDK X, 1013, Tafel II. Graphische Vorlagen für F. in der Renaissance.: a. Heinrich Aldegrever, 1539.
RDK X, 1013, Tafel II. Graphische Vorlagen für F. in der Renaissance.: b. Jacob Floris, 1567.
RDK X, 1013, Tafel II. Graphische Vorlagen für F. in der Renaissance.: c. Adam Fuchs nach Entw. von Andrea Maglioli, um 1600.
RDK X, 1013, Tafel II. Graphische Vorlagen für F. in der Renaissance.: d. Adam Fuchs nach Entw. von Paul Mayr, 1605.
RDK X, 1015, Abb. 19. Entwurf für Fassadenmal. am Hertenstein-Haus, Luzern, Hans Holbein d. J., 1517.
RDK X, 1017, Abb. 20. F. mit Inschr. und Meerwesen, Dresden, Schloß, Fassade des W-Flügels, 1548–1556.
RDK X, 1019, Abb. 21. F. mit Büsten und Szenen. Wismar, Fürstenhof, Statius von Düren, 1553–1554.
RDK X, 1022, Abb. 22. F. mit Triglyphen, Bukranien und Rosetten. Heidelberg, Schloß, 1556–1559.
RDK X, 1023, Abb. 23. Ranken-F. mit Putti. Landshut, Stadtresidenz, Kapelle, 1543.
RDK X, 1024, Abb. 24. F. mit Meerwesen. Landshut, um 1550.
RDK X, 1025, Abb. 25. Ranken-F. Prag, Hradschin, Pal. Schwarzenberg, 1545–1567.
RDK X, 1027, Abb. 26. Entw. für eine Fassade mit F. H. Bock d. Ä., 1572.
RDK X, 1030, Abb. 27. Fassadenmalerei mit Felder-F. Konstanz, Haus zum Goldenen Löwen, um 1580.
RDK X, 1032, Abb. 28. Triglyphen-F. Dillingen, St. Maria Himmelfahrt, 1610–1617.
RDK X, 1033, Abb. 29. Akanthus-F. Waldhausen, O. Ö. St. Maria Himmelfahrt, 1693.
RDK X, 1035, Abb. 30. Akanthus-F. München, St. Kajetan, 1674.
RDK X, 1037, Abb. 31. „Teutsche Ordnung“. Nicolaus Goldmann, Lpz. 1699.
RDK X, 1039, Abb. 32. Kurviert geführte F. mit Inschrift. Würzburg, Neumünster, 1716.
RDK X, 1042, Abb. 33. Klassizistische F. Wörlitz, Pantheon, F. W. von Erdmannsdorff, 1794.
RDK X, 1043, Abb. 34. Gotisierende F. nach engl. Vorlage. J. G. Grohmann, Lpz. 1802.
RDK X, 1045, Abb. 35. F. im „Rundbogenstil“. Karl Möllinger, Mchn. 1846.
RDK X, 1047, Abb. 36. F. mit Greifenpaar. Baden-Baden, Kurhaus, Entw. von F. Weinbrenner, 1824–1826.
RDK X, 1047, Abb. 37. Entw. für einen F. L. von Klenze, zw. 1827 und 1831.
RDK X, 1049, Abb. 38. F. mit Szenen im pompejanischen Stil. Ehem. München, Hzg.-Max-Pal., Entw. L. von Klenze, 1828–1832.
RDK X, 1049, Abb. 39. Vorlage für spätklassizistischen Ranken-F. F. Fink, Lpz. 1866.
RDK X, 1051, Abb. 40. Vorlage für Palmetten-F. Nach Fink 1866.
RDK X, 1053, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: a. Felder-F. und Rundbogen-F., Wiesbaden, St. Bonifatius, 1865.
RDK X, 1054, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: b. F. mit Blattranke, München, Staatl. Mus. für Völkerkunde, 1859–1865.
RDK X, 1053, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: c. Ehem. F. mit vorgelegten Konsolen und Rosetten, Berlin, Villa Königsgrätzer Str. 2, 1872–1873.
RDK X, 1054, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: d. F. mit Rankenwerk und Mischwesen. München, Rindermarkt 10, 1903–1906.
RDK X, 1053, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: e. Mäander-F., Freiburg, 1903–1905.
RDK X, 1054, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: f. Zwillingsbogen-F., München St. Benno, 1885–1895.
RDK X, 1053, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: g. F. mit Fruchtgehänge und Wappen, Zürich, Eidgenössische Techn. Hochschule, 1859–1864.
RDK X, 1054, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: h. F. mit Grotesken in Sgraffitotechnik, Wien, Mus. für angewandte K., 1868–1871.
RDK X, 1053, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: i. Ehem. F. aus Formsteinen, Hannover, Villa Willmer, 1884–1886.
RDK X, 1054, Tafel III. Historistische F. im 19. und 20. Jh.: j. Orientalisierender F., Dresden, Cigarettenfabrik Yenidze, 1909.
RDK X, 1055, Abb. 41. F. mit Künstlern und Kunsthandwerkern. Berlin, ehem. Kgwb.mus., 1876–1881.
RDK X, 1058, Abb. 42. F. mit Beschlagwerk. Rheine, Villa Kümpers, Zchg. 1890.
RDK X, 1059, Abb. 43. F. mit Emblemen in Pflanzengebinden. München, Justizpalast, F. von Thiersch, 1891-1897.
RDK X, 1059, Abb. 44. Kinder-F. Dresden, Molkerei Pfund, Verkaufsraum, 1891.
RDK X, 1062, Abb. 45. Vierpaß-F. Berlin-Moabit, St. Paul, Engelbert Seibertz, 1892-1893.
RDK X, 1063, Abb. 46. Martin Dülfer, München, 1897–1900.
RDK X, 1063, Abb. 47. Otto Wagner, St. Leopold am Steinhof, Wien, 1904.
RDK X, 1065, Abb. 48. Emil Hoppe, Entwurf für die Fassade des Palais Fischer (Detail), Wien, 1910.
RDK X, 1067, Abb. 49. Köln, Kaufhaus Tietz, Majolika-Manufaktur Karlsruhe, 1914.
RDK X, 1069, Abb. 50. Jože Plečnik, Herz-Jesu, Prag, 1928–1931.

I. Definition

Der F. ist in der Architektur ein horizontales, bei Giebeln steigendes oder fallendes Band und gliedert eine Wandfläche oder schließt sie ab. Dies konnte durch gemalte F. erreicht werden. Innerhalb der Säulenordnungen ist der F. Teil des *Gebälks. Oben und unten kann er durch ein Gesims begrenzt sein. Als Wandabschluß verläuft er in der Regel unterhalb des Traufgesimses oder der Dachtraufe. F. sind häufig dekoriert.

Sind Gesimse, die Stockwerke teilen (Gurtgesims) oder das Bauwerk gegen sein Dach oder eine Attika abschließen (Hauptgesims, Traufgesims), mehrgliedrig, so kann zw. die vor die Fassade tretenden Teile ein F. eingeschoben sein, der dann in der Wandfläche liegt. Bei von Konsolen getragenen Gesimsen (Konsolgesims) übergreifen erstere häufig den F. darunter.

Vom F. abzugrenzen ist das Bandgesims als eine der Wand aufgelegte schmale Leiste, manchmal mit eigenem Deckgesims und Abtropfprofil ([38] S. 6, Taf. 2).

II. Etymologie und Wortgebrauch

Das Wort F. ist ein vom norditalienischen „friso", „freso" übernommenes Lehnwort und im Deutschen seit M. 16. Jh. bezeugt (Grimm, Neubearb., Bd. 9, Stg. 2006, Sp. 1084). Alternativ wurde F. („Frieß") in Traktaten des 17. und 18. Jh. mit dem in der Textilkunst noch gebräuchlichen Wort „Borten" benannt (Abb. 31; Lorenz Johann Daniel Suckow, Erste Gründe der bürgerlichen Bauk. in einem Zusammenhang entw., Jena 1798, S. 147).

Die ital. Termini „friso" und „fregio" sind seit dem 13. Jh. für F. nachgewiesen (Salvatore Battaglia, Grande diz. della lingua ital., Bd. 6, Turin 1970, S. 331 und 368). Walter Hermann Ryff (Rivius) übersetzte in seiner dt. Vitruv-Ausg., Nbg. 1548, Bl. CXXVIIf. und CXXXIX, mit „Frys" das ital. „friso", das Cesare Cesariano in seiner Vitruv-Kommentierung für „zophorus" benutzt hatte ([2] Bl. 128r; Vitruvius, De Architectura, Ndr. der kommentierten ersten ital. Ausg. von Cesare Cesariano [Como, um 1521], Mchn. 1969, Bl. LVIr und LVIIIIr). Zur Übers. von „zophorus" mit F.: Vitruv, Zehn Bücher über Archit., hg. von Curt Fensterbusch, Darmstadt 1964, S. 162 und 168.

In dt.sprachigen Ausgaben von Hans Blums lat. Architekturtraktat von 1550 ist F. statt mit „zophorus" mit „das frieß oder supercilium" benannt (z. B. Hans Blum, Von den fünf Säulen, Gründlicher bericht, und deren eigentliche Kontrafeiung, nach Symmetrischer Austeilung der Archit., Zh. 1579, [S. 7]).

Nach seiner Funktion als eigenständiger Teil der Wandgliederung ist der F. seit dem frühen 19. Jh. in Lexika aufgenommen worden.

„Bisweilen wird ... ein langer schmaler Streif so genannt, der in horizontaler Richtung oben an einer Wand herumläuft" (Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwb. für gebildete Stände, Neue vollständige Aufl., Bd. 3, Stg. 1816, S. 861). Ignaz Jeitteles erläuterte 1835 den F. bei „einfachen Gebäuden" als „bloß glatter, an der obern Wand herumlaufender Streifen, bei größeren Gebäuden wird er mannigfach verziert, er dient auch öfters zu Aufschriften" (I. Jeitteles, Ästhefisches Lex., Wien 1835, Bd. 1, S. 291). Nach Max Schasler 1876 ist der F. „an Facaden von Häusern der Raum unmittelbar unter dem Hauptgesims", aber auch „bei Fenster- und Thürverdachungen der glatte oder verzierte Streifen zw. der Einfassung u. Verdachung in gleicher Höhe wie diese" (Art. „F." in: Pierers Universal-Conversations-Lex., Bd. 8, Oberhausen-Lpz. 61876, S. 552).

In der kunsthistorischen Architekturbeschreibung wird F. seit M. 19. Jh. auch übertragen auf jegliche Art fortlaufenden Ornaments, profilierter, dekorativ gestalteter, einfacher oder mehrgliedriger Gesimse („Klötzchen-F.", „Kugel-F.", „Röllchen-F.", „Schachbrett-F.", „Schuppen-F."; z. B. Hans Koepf und Günther Binding, Bildwb. der Archit., Stg. 42005, S. 192f.); ferner wird es für Pfeiler- und Pilasterspiegel sowie Fenster- und Türrahmungen aufgelegtes fortlaufendes Ornament und für ornamentale Unterteilungen bei Fußböden verwendet.

Nachweise für das 19. Jh.: Heinrich Otte, Arch. Wb. zur Erklärung der in den Schriften über ma. K. vorkommenden K.ausdrücke, Lpz. 1857, S. 40 („in Gemäßigkeit des dem Wort zu Grunde liegenden friser [schmücken] = Bordüre, fortlaufende bandartige Verzierung“); Mothes, Bauwb., Bd. 2, S. 50f. („jedes lange streifenförmige Feld mit oder ohne Verzierungen ... bei verziertem Fußboden gerade Streifen, die sich durch die Figuren des Fußbodens hinziehen und denselben in Felder teilen“); Hermann Alexander Müller und Oscar Mothes, 1ll. arch. Wb. der K. des germ. Altertums, des MA und Renss., Bd. 1, Bln.-Lpz. 1877, S. 429 („jedes streifenartige Feld nebst dessen Verzierung“).

In der Wandmalerei dienen zur Abgrenzung von Bildregistern horizontal verlaufende Ornamentbänder, die häufig ebenfalls F. genannt sind.

Die Benennung der Varianten des F. wird durch das Ornament bestimmt.

Beim Bogen-F. wurde die Wirkung als Ornamentband besonders durch Tünchen oder Verputzen der Bogenfelder und Zwickel oder auch durch Skulpturenbesatz erzielt (s. RDK VII, Sp. 292, Abb. 7, Sp. 310 Abb. 17); ausführlich zum Bogen-F. im MA s. RDK II, Sp. 1010–1026, einschließlich Dreipaß-F., Gitter-F., Klammer-F., Konsol-F., Kranz- oder Treppen-F., Säulen-F., Vorhang- oder Kragsturz-F., Winkel- oder Zacken-F.; Dreipaß-F. ist dabei eine ungenaue Bezeichnung für Kleeblattbogen-F., vgl. RDK IV, Sp. 526. – In der franz. Fachlit. wird seit M. 19. Jh. der Bogen-F. samt seinen Abwandlungen als „corniche“ bezeichnet, demnach als Teil des Kranzgesimses verstanden (Viollet-le-Duc, Archit., Bd. 4, Paris 1860, S. 319: „couronnement d’une construction en pierre ou en bois et destiné à recevoir la base du comble“; vgl. auch François Deshoulières, Les corniches romans, Bull. mon. 79, 1920, S. 27–64).

Weitere Beisp.: Akanthus (RDK I, Sp. 262–273, *Anthemion/Lotos-Palmettenfries (RDK II, Sp. 839f., Abb. 5), Deutsches Band (RDK I, Sp. 1425–1427), Blatt-F. s. Blatt, Blattwerk (RDK, Sp. 834–855, Bukranion (RDK III, Sp. 81–84), Diamantierung (RDK III, Sp. 1420–1424), Mäander (Sp. 987–989, 1015, 1041f. 1064.); Kymation (Ionisches Kymation = Eierstab: RDK IV, Sp. 939–944), dazu sowie zu Triglyphen-Metopen-F. und *Zahnschnitt s. auch Säulenordnungen.

In den angewandten Künsten ist die Bezeichnung F. für Ornament- und Figurenbänder üblich, insbesondere bei Arbeiten in Metall, Keramik und Glas, sowie im Möbelbau.

Die Bezeichnung F. für die schmalen Streifen bei Türen, in die die Füllungen „eingestemmt“ sind, wurde bei der Beschreibung von Möbeln um M. 19. Jh. ungebräuchlich; gleiches gilt bei Fensterläden (Mothes, Bauwb., Bd. 2, Lpz. 1859, S. 51; ders., Ill. Baulex. Bd. 2, Lpz. 41882, S. 375). Im Französischen wird „frise“ in dieser Bedeutung nach wie vor verwendet (Tresor de la langue franç., Bd. 2, Paris 1980, S. 1271).

Im folgenden werden nur F. in der Architektur behandelt, vornehmlich anhand von Beispielen, die dem deutschen oder ehem. deutschen Sprachraum entstammen; nicht berücksichtigt sind F. genannte ornamentale Bänder im Kunsthandwerk.

III. Gestaltung

Neben schmucklosen F. gibt es ornamentale und figürliche F. (zu den Themen der Darstellungen s. die jeweiligen Artikel im RDK) oder Inschriften-F. Der F. ist entweder wandparallel oder bauchig. Er kann durch Bemalung, Glasur oder Putz hervorgehoben sein. Häufig sind Kombinationen von F., die ein- oder mehrreihig angeordnet sein können.

A. Technik

Die Techniken der Gestaltung von F. entsprechen in der Regel jenen der sonstigen Baudekoration. Am häufigsten sind Bildhauerei, Malerei, Guß, Modelabdruck, Schablonierung, Sgraffito (s. Sp. 1000–1002, 1012, 1015f., 1024, 1064) und Applikation (im Innenraum auch großflächig, z. B. Riesenholzschnitt von Hans Burgkmair d. Ä.: Horst Appuhn und Christian von Heusinger, Riesenholzschnitte ..., Unterschneidheim 1976, Falttaf. zw. S. 44 und 45; s. auch Sp. 1039).

Felder aus Zinkguß gab es z. B. am in Holz ausgeführten F. der Villa Markwald in Berlin-Tiergarten, einem Bau des Architekturbüros Von der Hude & Hennicke, Berlin 1861–1863 ([47] Beih. 4, S. 244–246 und 361, Abb. 332).

Spezifische Techniken wurden für das Antragen und den Versatz von Stuck entwickelt (Peter Vierl, Putz und Stuck. Herstellen, Restaurieren, Mchn. 1984; [16]). F. aus Gipsstuck für Innenräume wurden in Leimformen gegossen. Diese wurden von *Modeln genommen ([27] S. 218f.; vgl. Abb. 39). Stubenmaler verwendeten für das Anbringen von F. Patronen. Diese bestanden häufig aus mit Ölfarbe gestrichenem, starkem Papier oder dünner Pappe, aus der die Muster ausgeschnitten worden waren (ebd., S. 302; s. Abb. 40).

Die Bautechnik bei F. an Backsteinbauten des Historismus erläuterte Fritz Gottlob ausführlich. Dabei behandelte er sowohl verschiedene glatte Putz-F. in Querschnitten als auch die sich durch unterschiedlichen Versatz der Backsteine ergebenden Muster ([29] S. 6, Taf. 6, Fig. 137–140 und Fig. 145–147).

F. aus Beton (Portlandzement) wurden E. 19. Jh. fabrikmäßig hergestellt (Beisp. für F. aus Fertigteilen s. Sp. 1057 und 1066).

In Handbüchern um 1900 wird auch der Glashartguß zur Wandverkleidung genannt; für F. geeignete Fliesen sind abgebildet (Hugo Koch, Ausbildung der Fußboden-, Wand- und Deckenflächen, Stg. 1903 [Hdb. der Archit. III,3,3], S. 120, Fig. 254).

Empfehlungen in Archit.-Handbüchern gelten dem F. in vertäfelten Innnenräumen, z. B.: „Erhält die Wand unter der Decke einen F.streifen, so ist es bei großen Kassetten angezeigt, die Teilung der Decke im F. vorzubereiten“ (Josef Bühlmann, Gestaltung der äusseren und der inneren Archit., in: Hdb. der Archit., T. 4, 1. Halbbd., Stg. 31904, S. 142–278, bes. S. 223).

Entwürfe und Vorzeichnungen (Abb. 37) sind seit dem MA erhalten.

Auf zwei Rissen zum Turm des Ulmer Münsters in Ulm sind einfache Bogen-F. eingetragen: auf Riß B ein genaster Kreuzbogen-F., auf Riß B1 ein Kleeblattbogen-F., die Risse C und D entsprechen weitgehend der Ausführung (H. Koepf, Die got. Planrisse der Ulmer Slgn., Stg. 1977 [Forschgn. zur Gesch. der Stadt Ulm, 18], S. 38–50, Nr. 4–8, mit Abb.). – Die beiden Risse zur Fassade des Doms in Regensburg, um 1400, zeigen genaste Rundbogen-F. unter den die Geschosse trennenden Gesimsen (Friedrich Fuchs, Zwei ma. Aufrißzeichgn. zur W-Fassade des Regensburger Domes, in: Ausst.kat. „Der Dom zu Regensburg ...“, Regensburg 1989, Mchn.-Zh. 1989 [K.slgn. des Bistums Regensburg. Kat. und Schrn., 8], S. 224–230, Abb. 2 und 7; Jaroslav Bureš, Der Regensburger Doppelturmplan. Unters. zur Archit. der ersten Nachparlerzeit, Zs. für Kg. 49, 1986, S. 1–28, Abb. 1–6). – In Musterbüchern des 19. Jh. gibt es für F. in Haustein so gut wie keine Vorschläge. So bietet Karl Möllinger eine einzige Tafel für „F.verzierung ... mit reichem Maaßwerk und Laub . Der obere Theil kann auch für sich als fortlaufender tragender [Rund-]Bogen-F. angewandt werden“ ([77] Bl. IX; Entw. für selbständige Rundbogen-F.: ebd., Bl. XX).

B. Vorroman. und roman. Architektur

Aussagen über die geographische Verbreitung bestimmter Formen und deren Varianten sind nur eingeschränkt möglich, da die Häufigkeit gemalter F. unbekannt ist (vgl. Farbigkeit der Architektur).

Die Ornamentik von F. ist in vielen Fällen von antiken Vorbildern abgeleitet.

Zu F. in der Antike: Heinz Kähler, Art. „Fregio“, in: Enc. dell’arte antica, classica e orientale III, Rom 1960, S. 731–736; Vera Bianco, Art. „Meandro“, in: ebd., Bd. IV, Rom 1961, S. 940–943, bes. S. 942f.; Florens Felten, Griech. tektonische Friese archaischer und klass. Zeit, Waldsassen 1984; Max Wegner, Ornamente kaiserzeitlicher Bauten Roms, Köln-Graz 1957; Ders., Gebälkfriese römerzeitlicher Bauten, Münster i.W. 1992.

Häufig sind Bogen-F. mit Deutschem Band, Arkaden-F., F. mit Flechtornament (RDK IX, Sp. 900f.; Abb. 3), Kreuzbogen-F. (Abb. 7), Zacken-F. (Winkel-F., s. Sp. RDK II, Sp. 1022f.), Gitter-F. (ebd., Sp. 1023), Felder-, Medaillon-F., F. mit Blattranke und Figuren-F.

1. Der Felder-F. (Kassetten-F.), eine Folge rechteckiger Felder mit vortretender Rahmung, kommt am Außenbau rhein. Kirchen vor.

Beisp.: Bonn, Pfarrk. St. Martin (sog. Münster, ehem. Stiftskirche St. Cassian und Florentius), Abschluß der östlichen Chorstirnmauer gegen den Giebel, Chorweihe 1153 ([57] 5,3, S. 67, Taf. V); Neuss, ehem. Stiftskirche St. Quirinus, F. zw. den beiden Geschossen der Chorapsiden, um 1215/1220 (Walter Bader, St. Quirinus zu Neuss, Ddf. 1955, Abb. 54, 63 und 117); Linz a. Rh., Alte Pfarrk. St. Martin, Chor, um 1240 (Abb. 8; [57] 16,2, Abb. 192, 194 und 196). – In der Lit. ist die gefelderte Brüstung der Zwerchgalerie Kölner Kirchen des 12. Jh. regelmäßig als „Platten-F.“ benannt, ohne Beachtung der andersartigen Funktion.

2. Der Bogen-F. und seine Abwandlungen (Abb. 7) sind häufig mit einem in kurzem Abstand dazu parallel verlaufendem Deutschen Band kombiniert (s. RDK II, Sp. 1014, Abb. 4, Abb. 6, Abb. 8, Sp. 1018, Abb. 10) und/oder laufen in Lisenen („Bandes Lombardes“) aus.

Ein aufgemalter Dekor der Zwischenschicht (sog. Stromschicht) wurde bei niederbayer. Backsteinbauten der 1. H. 13. Jh. festgestellt (Karl Schmotz, Baubeobachtungen an der Filialkirche St. Stephan in Bachling, Gde. Wallerfing, Deggendorfer Gesch.bll. 20, 1999, S. 53–87, bes. S. 56–61, Abb. 7 und 10 sowie S. 76, Abb. 24).

3. Arkaden-F. mit sich überschneidenden Rundbögen sind selten.

Ein gemaltes Beisp. befindet sich in der ehem. Burgkap. auf dem Königstein, Kr. Sächs. Schweiz, A. 13. Jh. Die ungleich hohen Arkaden sind im Wechsel scheinperspektivisch angeordnet und mit Würfelmustern kombiniert (Oliver Ander, Torsten Nimroth und Elke Schirmer, Roman. Wandmal. im Chor der ehem. Burgkap. auf dem Königstein, Jb. der Staatl. Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen 7, 2001, S. 100–111, bes. S. 100, Abb. 1f.).

4. Der Mäander-F. ist im deutschen Sprachgebiet vom 9. bis 12. Jh. in der Regel gemalt. Entweder ist ein Band in rechtwinkligen Brechungen perspektivisch wiedergegeben (meist als Haken-Mäander oder als sog. konzentrischer Mäander), oder es überkreuzen sich zwei konzentrische Mäander.

Der obere F. in St. Prokulus in Naturns, Südtirol, wohl E. 8. Jh., urspr. oberer Abschluß der Langhausmauern, ist ein aus zwei Bändern gebildeter Mäander; der untere F. ist einbändrig ([87] Abb. S. 194f., 198f., 208f., 211–215, 223 und 230). – In St. Georg, Reichenau-Oberzell, 2. H. 10. Jh., gliedern drei F. die Langhauswände. Der oberste ist konzentrisch, der mittlere, unterhalb der Fenster, ist zweibändrig, den unteren F. bilden vier Bänder (Abb. 2; [42] Textbd., T. 2, S. 486f., Abb. 633b, 634b, 635b und 636). – Zu den Mäander-F. in der Sylvesterkap. in Goldbach, Kr. Konstanz: Matthias Exner, Walahfrid Strabos Verse für Goldbach ..., in: Rondo. Fs. für Peter Diemer, hg. von Wolfgang Augustyn und Iris Lauterbach, Mchn. 2010 (Veröffn. des ZI, 25), S. 18–32. – In St. Aposteln in Köln schlossen ehem. konzentrische Mäander die Seitenschiffe (wohl vor 1036) nach oben ab (Adolf Plönnis, Die Stiftskirche in Münstereifel, Zs. für chr. K. 2, 1889, Sp. 41–48; [57] 6, 4, S. 138, Fig. 69). – Zu den Mäandern im Dom von Augsburg, um 1000: [46] N. F. 1, Abb. 34, 60 und 258f.; Matthias Exner, Von der bauzeitlichen Ausmalung zur romanischen Neufassung ..., Jb. der bayer. Dpfl. 64/65, 2010/2011 (in Vorbereitung). – Im einstigen W-Chor der Stiftskirche Lambach, O. Ö., gew. 1089, begrenzt ein F. mit konzentrischem Mäander die Wandgem. (Norbert Wibiral, Die roman. Klosterkirche in Lambach und ihre Wandmal. ..., Wien 1998 [Österr. Akad. der Wiss. Veröffn. der Komm. für Kg., Bd. 4], Fig. 2, Abb. 1 und 5, Farbtaf. 1). – In der ehem. Benediktinerklosterkirche St. Georg in Regensburg-Prüfening, 2. V. 12. Jh., ist der konzentrische Mäander als Wandabschluß zweistöckig gebildet (Heidrun Stein, Die roman. Wandmal. in der Klosterkirche Prüfening, Rgbg. 1987 [Stud. und Quellen zur Kg. Regensburgs, 1], S. 28 und 152, mit Abb. 3f.). – Regelmäßigen Wechsel von überkreuzten Bändern und kleinen ornamentierten Quadratfeldern zeigt der Mäander-F. der Johanneskap. in Pürgg, Stm., um 1160 ([65] Textbd., S. 357–376, bes. S. 373, Taf.bd., Abb. 451, 464 und 474). – In der Kap. der Burg Hocheppan, Südtirol, A. 13. Jh., ist der F. an der Stirnwand über den Apsiden als konzentrischer Mäander gebildet (Nicoló Rasmo, Hocheppan, Bozen 1968, Abb. 26f., 46, 49, 51f. und 54; Silvia Spada Pintarelli, Fresken in Südtirol Mchn. 1997, Abb. S. 60f., 67, 69 und 71). – Einen Wechsel von überkreuzten Bändern und figürlich besetzten Rechteckfeldern zeigt der F. sowohl in St. Jakob in Grissian als auch in Maria Trost in Untermais, beide A. 13. Jh. (ebd., Abb. S. 73 sowie 97f.).

5. Flechtornament kommt im F. seit karolingischer Zeit vor (z. B. St. Prokulus in Naturns, Südtirol: [87] Abb. S. 178–183, S. 237, Abb. 3, S. 239, Abb. 6, S. 245 und 253; Abb. 3).

6. F. mit Medaillons sind nur gemalt überliefert.

Der F. aus Bau I/Ia der ehem. Benediktinerabteikirche St. Stephanus und Vitus in Corvey, 9. Jh., zeigte eine Abfolge von in ein Rechteck gesetzten Medaillons mit Blattranke im Wechsel mit viereckigen Feldern mit einem Brustbild; in den Seitenfeldern der Rechtecke sind Gem., die Vögel und vielleicht Löwen zeigen, nur noch fragmentarisch erhalten. Der F. stammt vermutlich aus der Mauerkrone des Obergadens, deren Reste bei der Grabung 1974–1978 gefunden wurden ([20] S. 261 f., Abb. 1 und 2).

Medaillons mit Büste oder Halbfigur, die in breite, rechteckige Felder gesetzt sind, zeigt der spätroman. F. im Dom von Limburg, im W-Joch des Lhs. zw. Triforium und Obergaden; die Restflächen der Rechtecke sind mit Vögeln besetzt, um 1235 (1934/1935 ergänzt; [39] bes. S. 214f., 223f. und 230f., Abb. S. 126–129).

7. F. mit Blattranke kommen sowohl am Außenbau als auch im Innenraum von Kirchen vor.

Am Außenbau ist an der S-Seite des Lhs. von St. Andreas in Niederhummel, Kr. Freising, 1. H. 13. Jh., ein F. aus Reliefbacksteinen sowohl am Dachansatz als auch oberhalb der Fenster; der dritte F., unterhalb der Fenster, ist von der W-Seite der Kirche hierher versetzt ([59] S. 113; Max Zoder, Stud. zur Entstehung ma. Backsteinbauten in Ndb., Passau 1929 [Veröffn. des Inst. für ostbairische Heimatforschg. in Passau, 8], S. 15, Abb. 10).

Beisp. für das Anbringen im Innenbau sind die Reste eines gemalten F., um 1168, in der Einhardsbasilika in Steinbach im Odenwald (Stefan Schopf, Die Wandmal. der Einhardsbasilika in Steinbach. Unters. zum Bestand an hist. Putzen, Fassungen und Malschichten, in: Matthias Exner (Hg.), Wandmal. des frühen MA. Bestand, Maltechnik, Konservierung, Mchn. 1998 [Hefte des Dt. Nationalkomitees / ICOMOS, Internationaler Rat für Dkm. und Schutzgebiete, 23], S. 78, Abb. 105) sowie der skulptierte F. mit Blattranke im Lhs. von St. Andreas in Köln, um 1190/1220, an der N-Seite unterhalb des Gesimses zw. Arkaden- und Nischengeschoß (Abb. 5). – Bei Einbauten in Kirchen gibt es in Mitteldtld. gelegentlich einen solchen F. Beisp.: Emporenbrüstung um 1170 aus der ehem. Benediktinerkirche St. Cyriacus in Groningen (Berlin, StMPK, Bode-Mus.: Petra Marx, Die Stuck-Emporenbrüstung aus Kloster Groningen ..., Bln. 2006, S. 122, Abb. 22–35, 38f. und Farbtaf. I und IV). – Am F. der südl. Chorschranke in der Liebfrauenkirche in Halberstadt, um 1210, sind durch die Blattranken Kreisfelder geformt, die figürliche Darst. einschließen ([56] H. 23, S. 324f. mit Fig. 114; [30] Taf. 78 und 84; [28] Abb. 29f.; [11] S. 118, Abb. 90 und 91, S. 103, Abb. 67).

8. Der aus zwei- oder mehrblättrigen Palmetten gebildete F. ist seit dem 10. Jh. bezeugt.

Beisp.: Fragmente aus dem Dom in Paderborn ([20] S. 274–276, Abb. 15). – Wandgem. in St. Georg, Reichenau-Oberzell, an der N-Wand der Vierung ([42] Textbd. T. 1, S. 82–85, Abb. 71, S. 133 und 139; T. 2, S. 484–486, Abb. 625a–632). – Ehem. Stiftskirche in Quedlinburg, nach 1070 ([99] Abb. 79 und 81). – Gemalter F. mit Herzpalmetten: Weißpriach, BH Tamsweg, Filialkirche St. Rupert, um 1185 (Hermann Fillitz [Hg.], Gesch. der bildenden K. in Österr., Bd. 1, Mchn.-N. Y. 1998, S. 435–437, Kat.nr. 172 [Elga Lanc] mit Abb.). – Köln, St. Andreas, Lhs., um 1190/1220: Abb. 6. – Hildesheim, St. Michael, Chorschranke, um 1200: [11] Taf. XVIII–XL. – Halberstadt, Liebfrauenkirche, nördl. Chorschranke, um 1210: [30] Abb. 85. – Hamersleben, ehem. Klosterkirche, Chorschranke, um 1230: [28] Abb. 37; [30] Taf. 94. – Landshut, Kap. der Burg Trausnitz, Arkadenbrüstung des oberen Altarraums, gegen 1250: ebd., Taf. 116; Herbert Brunner und Elmar D. Schmid, überarb. von Brigitte Langer, Landshut Burg Trausnitz. Amtlicher Führer, Mchn. 92003, Abb. S. 78 und 82f.

9. Bei der Gestaltung von Figuren-F. wählte man zumeist Tiere und Fabelwesen als Motive.

An der ehem. Damenstiftskirche St. Servatius in Quedlinburg, nach 1070, gew. 1129, gibt es am Obergaden des Lhs. und am nördl. Seitenschiff einen Relief-F. mit Tieren unter dem Dachansatz (Abb. 4; [56] H. 33,1, S. 60f., Taf. 3d; [99] S. 63, Abb. 79–81). – Der F. am W-Bau der ehem. Klosterkirche Andlau, Unterelsaß, gegen M. 12. Jh., mit szenischen Darst., erfaßt auch die Lisenen der Wandgliederung: Robert Forrer, Les frises historiées de l’église romane d’Andlau, Cah. d’arch. et d’hist. d’Alsace 22–25, 1931–1935, S. 53–79, bes. S. 55–66, Taf. XI–XX). – Aus Reliefbacksteinen mit Tierpaaren (Strauß oder Kranich und Löwe) besteht der F. am Chor der Filialkirche St. Andreas in Niederhummel, Kr. Freising, wohl 1. H. 13. Jh. ([59] S. 113, Abb. 3).

C. Gotik

Mit dem Stilwandel zur Gotik gab es, wie in der franz. Architektur, auch im Hausteinbau im dt.sprachigen Gebiet kaum noch F. (Norbert Nussbaum, Dt. Kirchenbauk. der Gotik ..., Köln 1985, S. 197). Erst nach M. 14. Jh. sind sie wieder häufiger. Im Backsteinbau dagegen, besonders in Norddeutschland, wurden F. kontinuierlich verwendet (vgl. Baukeramik: RDK II, Sp. 53–63).

1. Einzelformen

a. Spitzbögen

Solche F. sind an Hausteinbauten in Dtld. etwa seit der M. 13. Jh. nachweisbar.

Beisp. für F. am Außenbau: Am südl. Chorturm des Domes zu Magdeburg gibt es im dritten Geschoß, vor M. 13. Jh., genaste Spitzbögen (Walther Greischel, Der Magdeburger Dom, Bln.-Zh. 1939, Taf. 6). – In Nienburg, Ldkr. Bernburg, trägt das Chorpolygon der ehem. Benediktinerklosterkirche St. Maria und Cyprian, zw. 1242 und 1280, einen F. mit profilierten Spitzbögen auf Konsolen (Abb. 10). – An der ehem. Stiftskirche in Herrenberg, 1276 beg., Chorweihe 1293, ist der Spitzbogen-F. auch um die Strebepfeiler geführt (Kdm. Kgr. Württ., Bd. 2, Abb. S. 20; Roman Janssen und Harald Müller-Baur [Hgg.], Die Stiftskirche in H. 1293–1993, Herrenberg 1993 [Herrenberger Hist. Schrn., Bd. 5], S. 327–344 und 383). – In Nürnberg sind bei St. Lorenz am W-Bau die fünf Obergeschosse beider Türme, 1. H. 14. Jh., durch F. mit Spitzbögen auf weit nach unten gezogenen Konsolen abgeschlossen (Kdm. Bayern, Kurzinv., Bd. 10, Abb. S. 71). – Gemalte Spitzbögen auf Putz begleiten als F. die Dachtraufe des 1354–1410 gebauten Dom-Ostchores in Augsburg (nach Befund erneuert; [46] N. F. 1, S. 77, Abb. 128, 130 und 132f.). – Schloß Liedberg, Kr. Neuss, Torturm, 2. H. 14. Jh., urspr. gänzlich rot geschlämmter Bruchsteinbau mit kräftig vortretendem F. aus Spitzbögen auf Konsolen (Kristin Dohmen, Zur Farbigkeit einer kurkölnischen Burg. Schloß Liedberg, Dpfl. im Rheinl. 26, 2009, S. 182f., Abb. 38–40). – Ein Spitzbogen-F. mit Lilienblütenenden schließt im Lhs. von St. Cecilia ob Murau, Stm., um 1500, die aufgehende Wand gegen die Flachdecke ab ([65] Textbd. S. 446, Taf.bd., Abb. 604).

Beisp. für F. im Innenraum: Im Regensburger Dom schließen die Blendfelder des südl. Nebenchors und Seitenschiffs sowie die W-Fassade innen mit einem Spitzbogen-F. ab, dessen weit vortretende Bögen mit Kleeblattbögen auf figürlichen Konsolen unterlegt sind (E. 13. Jh.–E. 14. Jh.; [46] Opf., Bd. 22, 1, Taf. 15, Abb. 13, 17f., 47 und 49f.); ein F. mit senkrechten Stäben zw. den Bögen sowie figürlichen Konsolen belegt im Inneren das Untergeschoß der Josephskap. der ehem. Dominikanerinnenkirche in Imbach, N.Ö., zw. 1345 und 1350 (Taf. Id).

In der 2. H. 13. Jh. wurden auch an Backsteinbauten, vorrangig in N-Dtld., die ersten Spitzbogen-F. verwendet. Im ehem. Westpreußen, ehem. Schlesien und Nordostdeutschland sind diese häufig zusammengesetzt aus Platten, zumeist aus Keramik.

Bei der Kirche von Westerstede, Kr. Ammerland, sind die aus Backstein gemauerten oberen zwei Geschosse des W-Turms, 2. H. 13. Jh., durch einen F. aus Spitzbögen und darüberliegenden zwei Reihen eines Dt. Bandes getrennt (Kdm. Oldenburg, Bd. 4, S. 183, Abb. 155). – Ein steigender Spitzbogen-F. ziert den Ostgiebel der Dorfkirche in Lübsee, Ldkr. Güstrow, wohl 14. Jh. ([49] Bd. 6, S. 60f. mit Abb.).

Spitzbögen können vorgeblendet sein.

Bei der ehem. Zisterzienserabteikirche Chorin, nach 1273 bis um 1306/1320, ist der F. sowohl unter dem Traufgesims als auch an der W-Fassade des Mittelschiffs oberhalb der Strebepfeiler jeweils hälftig aus Platten gebildet, den Bogenfeldern ist ein Laubblatt eingefügt, die Rücklage verputzt und weiß gefaßt (Stefanie Wagner, Beobachtungen am W-Giebel der Kirche, in: Dpfl. in Brandenburg, Worms 2002, Bd. 2, S. 729–734, bes. S. 731, Abb. 4); vgl. Templin, Mühlentor (Lychener Tor), um 1320 (Abb. 11; [48] Bd. 3, 2, S. 151); ev. Stadtkirche St. Marien in Eberswalde, Chor, nach 1295 bis um 1330 ([7] Bd. 2, Bl. 88, Nr. 2). – An der Adalbertkirche in Wrocław/ Breslau ist der umlaufende F., ein Kreuzbogen-F. mit Lilienenden, um 1250–1330, zusammengesetzt aus drei Reihen von Platten ([54] Bd. 1, T. 2, S. 215 und 231, Abb. 104f.).

In S-Dtld. ist der Spitzbogen-F. selten belegt.

Bei der Filialkirche St. Ägidius in Ried, Ldkr. Landshut, um 1320, einem von einer weißen Schlämme überzogener Backsteinbau, ist der F. die einzige Zier des Bauwerks ([46] Ndb., Bd. 2, S. 216, Fig. 166).

An der Frauenkirche in München am vierten Geschoß der W-Türme von Jörg von Halspach, 1463 bis um 1496, sind die Bögen genast, die Schenkel enden mit Lilienblüten.

F. mit Eselrückenbögen kommen als Variante des Spitzbogen-F. in S-Dtld. seit dem späten 15. Jh. vor (Abb. 17).

An der Frauenkirche in München sind im zweiten Turmgeschoß diese Bögen mit hängenden Kreuzblumen kombiniert mit einer oberen Zeile aus Dreipässen.

b. Kleeblattbögen

Solche F. sind bislang an Hausteinbauten nur gemalt belegt. Im Backsteinbau in N-Dtld. kommen sie seit der 2. H. 13. Jh. hingegen häufig als Relief vor. Die Kleeblattbögen sind entweder einfach gereiht oder aber mit anderen, meist zentrierten Maßwerkformen zu einem mehrzeiligen F. verbunden. Für den F. sind entweder Platten oder Formsteine verwendet. Die aus Formsteinen zusammengesetzten Bögen sind überwiegend zugespitzt, die Bogenzwickel massiv. Die Formsteine sind nicht selten glasiert (meist schwarz, auch grün) und der Fond ist in der Regel hell verputzt.

Beisp. für Steinbauten: Ein gemalter F. begleitet in der ehem. Zisterzienserklosterkirche Haina innen im verputzten Untergeschoß das Kaffgesims in Fortführung des gemalten Rundbogen-F. im Chor, zw. 1215 und 1328 (Stephan Schopf, Unters. der Farbfassungen des Kirchenraums, in: Gerold Götze, Christina Vanja und Bernhard Buchstab [Hgg.], Klosterkirche Haina. Rest. 1982–2012, Stg. 2011 [Arbeitshh. des LA für Dpfl. Hessen, 19], S. 102–121, bes. 112f., Abb. 8.4a,b und 8.5a,b; s. auch ebd., Abb. 5.8–12 und 5.14–17).

Beisp. für Backsteinbauten: Lübeck, St. Marien, zweites Obergeschoß des urspr. W-Turms, um 1257 (Dietrich Ellger und Johanna Kolbe, St. Marien zu Lübeck und seine Wandmal., Neumünster i. H. 1951 [Arbeiten des K.hist. Inst. der Univ. Kiel, 2], S. 19 und 27f.; Max Hasse, Die Marienkirche zu Lübeck, Mchn.-Bln. 1983, Farbtaf. S. 59). Am Beinhaus des ehem. Zisterzienserklosters Doberan, 4. V. 13. Jh., ist der Scheitelbogen des F. gerundet (RDK II, Sp. 211,Abb. 4; [68] S. 27, Abb. 34–36; [25] S. 14f., mit Abb.). Am Wirtschaftshaus, um 1283, sowie an der Abteikirche, um 1291 bis 1368, sind die Scheitelbögen spitz, die seitlichen Abschnitte hälftig spitz, die Basis der Bögen sitzt auf Konsolen ([68] S. 49 und 65, Abb. 15 und 45f.; [25] S. 4 und 9, Abb. S. 19–24); Wismar, St. Marien, W-Turm, zw. 1260 und 1270 (Abb. 9), ehem. Chorkap., 1339–1353 ([103] Taf. 35); Schwerin, Dom, zw. 1272 und 1327 (RDK I, Sp. 1341, Abb. 1); Stendal, ehem. Stiftskirche St. Nikolaus: F. am obersten Geschoß beider W-Türme, um 1463; Stendal, Ueglinger Tor, M. 15. Jh., F. am zweiten Obergeschoß ([60] Abb. S. 188; [97] S. 57–59, Abb. 79–81).

Bei der Zusammenstellung von Arkadenfolgen mit Kleeblattbögen und unterschiedlichen Paßformen stehen letztere axial oder diagonal über den Bögen.

Dreipässe in den Bogenzwickeln: Rostock, St. Petri, Türme, E. 13./A. 14. Jh. ([53] Bd. 1, S. 106); ebendort, St. Marien, W-Bau, um 1428 (Taf. Ia). Am Vortor des Treptower Tores sowie am Friedländer Tor in Neubrandenburg, beide 1. H. 15. Jh., sind über den Kleeblattbögen hängende Dreipässe angeordnet ([97] Abb. 170f.).

Vierpässe: Stralsund, St. Marien, 1382/1384, in den Zwickeln der Kleeblattbögen mit Konsolen; als oberer Abschluß des F. dienen hängende Kleeblattbögen (Silke Kossmann, Die Marienkirche in Stralsund und ihre Nachfolge ..., Schwerin 2005 [Beitr. zur Archit.gesch. und Dpfl. in Mecklenburg und Vorpommern, 4], S. 248, Abb. 248.5). – Frombork/Frauenburg, Dom, W-Fassade, 1329–1388: F. aus Vierpässen über Kleeblattbögen ([83] Bl. XV).

Kleeblattbögen und darüber gesetzte Vierpässe wurden gelegentlich verschmolzen, so daß der Scheitelbogen zugleich der untere Bogen des Vierpasses ist.

Beisp.: Lübeck, Burgtorturm, Umgestaltung 1444 durch Nikolaus Peck ([52] T. 1, Abb. 63 unten; 1901 erneuert); Wismar, ev. Pfarrk. St. Nikolai, S-Vorhalle, um 1434/1437 (Georg Piltz und Constantin Beyer, Backsteingotik zw. Lübeck und Wolgast, Würzburg 1995, Abb. S. 26); Wismar, sog. Archidiakonathaus, M. 15. Jh. (ebd., Abb. S. 25); Rostock, Kröpeliner Tor, wohl 1. H. 15. Jh. (Taf. Ig); Parchim, ev. Kirche St. Georgen, Choranbau ab 1420/1430 (ebd., Abb. S. 38).

c. Arkaden

Die F. mit Arkaden haben entweder Vierkantstützen oder Säulen und schließen meist mit Kleeblattbögen (Taf. Ia).

Ein als Arkadenfolge mit Pfeilern gestalteter F. ziert das N-Qhs. von St. Marien in Frankfurt/Oder, nach 1253 ([7] Bd. 2, S. 62 mit Abb.); ein gleicher F. gliedert die oberen Geschosse des Turms von St. Nikolai in Wismar, 1484 und 1487. – Ein F., 2. H. 13. Jh., wurde am Turm des W-Baus von St. Marien in Rostock, um 1428, unter dem Gesims des dritten Geschosses wiederverwendet. Der zweigeteilte F. besteht aus Kleeblattbögen auf Säulchen, zw. denen Tonfiguren stehen (Monika Soffner, Die St. Marienkirche zu Rostock, Passau 2005 [Peda K.führer, 628], Abb. S. 6f.).

d. Blendmaßwerk aus Spitzbögen und Rundbögen

Wichtiges Vorbild seit E. 14. Jh. war möglicherweise der F. im Inneren der 1366 voll. Wenzelskap. Peter Parlers am Veitsdom in Prag ((Abb. 14).

Beisp. für Backsteinbauten: An Bauten im ehem. Westpreußen sind Spitzbögen Kleeblattbögen unterlegt, sie ruhen auf kleinen Konsolen, z. B. Stiftskirche Maria Himmelfahrt in Chełmno/Kulm, 2. H. 13. Jh.–1333 ([78] Bd. 2, S. 41f., Bd. 3,1, Abb. 777); Malbork/Marienburg, Marienkirche W-Wand Innenseite, um 1280 ([94] S. 377f., 389–391, 397–400, Fig. 2; [82] S. 70, Abb. 20, S. 105, Abb. 12a und b); Hochschloß der Marienburg, 2. H. 13. Jh. (Bernhard Schmid, Die Marienburg. Ihre Baugesch., aus dem Nachlass hg., ergänzt und mit Abb. versehen von Karl Hauke, Würzburg 1955 [Dt. Bauk. im Osten, 1], Abb. 3, 6 und 18; Tomasz Torbus, Die Konventsburgen im Deutschordensland Preußen, Mchn. 1998 [Schrn. des Bundesinst. für ostdt. Kultur und Gesch., Bd. 11], S. 493, Abb. 365, 367, 371, 373 und 375); Burg Radyń/Reden, Torbau, 1. H. 14. Jh. (Taf. Ib). – Aus Kalksteinplatten besteht der Spitzbogen-F. der 1388 fertiggestellten Vorhalle des aus Backstein erb. Doms in Frombork/Frauenburg, Kr. Braniewo. Den Spitzbögen sind Rundbögen eingestellt, denen drei genaste Rundbögen als Kreuzbögen und darüber gesetzte Paßformen einbeschrieben sind; die Zwickel sind ausgesetzt von genasten Dreipässen ([83] Bl. XVI; [78] Bd. 3,1, Abb. 780).

Hausteinbauten: Am Münster in Ulm ist die Portalvorhalle des W-Turms, beg. nach 1392 von Ulrich von Ensingen, durch einen reich gestalteten F. als oberen Abschluß hervorgehoben: genaste Spitzbogenpaare, hängende spitzbogige, genaste Dreipässe, darüber, in den Zwickeln kleine stehende Dreipässe (Abb. 16); Salzburg, Franziskanerkirche, Chor, um 1408 beg., um 1460/1465 von Stephan Krumenauer voll. Am Turm von St. Bartholomäus in Frankfurt a. M. sind am 1447 voll. obersten Geschoß des Unterbaus die Spitzbögen einem Klammer-F. eingefügt, entw. von Madern Gerthner, um 1415; Ernst-Dietrich Haberland, Madern Gerthener, „der stadt franckenfurd werkmeister“, FfM. 1992, Abb. S. 2 und 38). – Sulzbach-Rosenberg, Opf., Rathaus, um 1465 (Heribert Batzl, Sulzbach-Rosenberg. K. und K.stätten, Mchn.-Zh. 1968 [Große K.führer, Bd. 52], Abb. S. 23).

e. Paßformen

Entsprechende F. kommen nahezu ausschließlich in der Backsteinarchitektur Norddeutschlands im 14. und 15. Jh. vor. Die Pässe sind ein- oder mehrzeilig angeordnet, häufig am oberen und unteren Rand des F. von Halbpässen begleitet. Zusammengesetzt sind sie aus Platten oder aus Formsteinen, entweder freistehend oder einem Ring eingefügt.

F. aus Dreipässen sind selten einzeilig, die Pässe dann wechselständig angeordnet.

Beisp.: Mölln, Rathaus, O-Giebel, um 1373 (Taf. Ic; [51] S. 132f.). – Kloster Chorin, Brauhaus, N-Giebel, um 1300, A. 15. Jh. erneuert: wechselständig angeordnete Dreipässe in zwei Zeilen (RDK II, Sp. 901f. Abb. 10; [24] S. 46). – In St. Nikolai in Wismar trennen in den Chorkap., um 1381 bis 1403 von Heinrich von Bremen, F. das Untergeschoß von der Fensterzone; das Maßwerk bilden gleichgerichtete Dreiergruppen von Dreipässen, die im Wechsel stehen oder hängen. – Aus zu Dreipässen zusammengestellten Herzformen besteht der einzeilige F. am 1854 größtenteils abgebrochenen W-Turm der Marienkirche in Chojno/Königsberg in der Neumark; den Zwickeln sind kleine Vierpässe eingefügt, 14. Jh. ([60] Abb. S. 191; [48] Bd. 7, T. 1, S. 38, Abb. 20).

F. aus Vierpässen zeigen diese überwiegend frei und in Diagonalen angeordnet.

Am Chor der ehem. Zisterzienserinnenkirche Heiligengrabe, Ldkr. Ostpriegnitz-Ruppin, sind die Formsteine im Wechsel schwarz glasiert oder rot belassen (14. Jh. [?]; ebd., Bd. 1, T. 2, S. 72, Fig. 85; [44] S. 94, Abb. 13). – An der sog. Blutkap. ebendort sind es zwei Reihen von Vierpässen, oben und unten von Halbpässen begleitet ([7] Bd. 2, Bl. 55, Nr. 1–3 und 5; [48] Bd. 1, T. 2, S. 86, Fig. 97–100; [44] S. 114 Abb. 1, S. 117, Abb. 7). – Drei Reihen diagonal versetzter Vierpässe bilden den F. im Lhs. der Marienkirche in Stargard Szczecinski/ Stargard in Pommern, A. 15. Jh. ([78] Bd. 3,2, Abb. 867 und 887), an der Pfarrk. von Bincze/Bärwalde; [7] Bd. 2, Bl. 105, Nr. 1 und 3) und am W-Teil der Marienkirche in Gransee, 1. H. 15. Jh. (Taf. If). Übereinander stehende Vierpässe in einem Ring zeigen die F. am Chor und an beiden Kapellen der Katharinenkirche in Brandenburg; in den Zwickeln zw. den Pässen sitzen kleine Vierpässe (1. H. 14. Jh.; [7] Bd. 1, Bl. 14; Andreas Cante und Günther Köpping, Die Katharinenkirche in Brandenburg an der Havel, Potsdam 1996 [Brandenburgisches LA für Dpfl., Arbeitsh. 6], Abb. S. 13, 17, 27, 59–61 und 63). – Am Ostteil der Marienkirche in Gransee, beg. 3. V. 14. Jh., sind die Halbpässe des F. orthogonal zur Zeile der Vierpässe gestellt; die Zwickel bilden kurvig umrissene Sternfelder (Taf. Ie; [48] Bd. 1, T. 3, Abb. 37). – Gelegentlich sind die üblicherweise rund- oder spitzbogigen Pässe abgewandelt: Im F. an der W-Fassade der ehem. Zisterzienserinnenkirche Heiligengrabe haben die Vierpässe an den Stoßstellen der Bögen kleine Viertelkreisbögen statt der Kanten (14. Jh. [?]; [48] Bd. 1, T. 2, S. 71, Abb. 84), am Steintorturm in Brandenburg sind an den Stoßstellen der Kleeblattbögen kleine Dreifachbögen gesetzt (1. H. 15. Jh.; [7] Bd. 1, Bl. 17, Nr. 1). Von Kleeblattbögen bestimmt waren die Vierpässe am rückseitigen Giebel des F. am 1945 zerstörten Neustädter Rathaus in Brandenburg (14. Jh.; ([48] Bd. 2, T. 3, Abb. 94f.). – Aus Platten zusammengesetzt sind z. B. die Vierpässe des F. am Rostocker Tor in Ribnitz, A. 15. Jh. ([97] Abb. 75).

Außerhalb N-Dtld. sind Beisp. für Vierpaß-F nicht häufig.

Beisp.: F. an St. Vinzenz in Wroclaw/Breslau, 1. H. 14. Jh. ([54] Bd. 1, T. 3, S. 8); aus Platten zusammengesetzter Vierpaß-F. an der Frauenkirche in München, 1468 bis um 1496 von Jörg von Halspach. Spitzbogige liegende Vierpässe zieren außen die Seitenschiffe der Hallenkirche oberhalb der Kapellendächer (weiß verputzt; Peter Pfister und Hans Ramisch, Die Frauenkirche in München ..., Mchn. 1983, S. 63, Abb. 38); ein formgleicher kleiner F. schließt an den W-Türmen den Unterbau ab (ebd., Abb. 37).

Mehrpässe sind selten.

Aus Sechspässen besteht z. B. der Chor-F. der ehem. Franziskanerkirche St. Johannis in Brandenburg, wohl nach 1411 (die Kirche ist seit 1945 Ruine; [7] Bd. 1, Bl. 20, Nr. 4; [48] Bd. 2, T. 3, S. 41, Abb. 23 und 26). In Gransee ist am Ruppiner Torturm stadtseitig der F. aus Sechspässen oben und unten von Kleeblattbögen begleitet ([7] Bd. 2, Bl. 77, Nr. 9; [48] Bd. 1, 3, Abb. 60 und 61). – Achtpässe bestimmen den F. im Mittelschiff der Pfarrk. St. Petri in Rostock, 1. H. 14. Jh., zw. Arkadenfolge und Obergaden ([53] Bd. 1, S. 104, Taf. nach S. 106 und 110). In zwei Zeilen angeordnet sind die Achtpässe des F. an der Marienkirche in Chojno/Königsberg in der Neumark, einem Bau von Hinrich Brunsberg, Chor um 1389–1407, das Lhs. erst um 1440–1459 ([7r] Bd. 2, Bl. 108, Nr. 2 und 5; [48] Bd. 7, T. 1, Taf. 2).

f. Fischblasen und Kreissegmentformen

In Süd- und Mitteldtld. kommen diese Maßwerkformen seit dem ausgehenden 14. Jh. vor allem an Putzbauten in Malerei vor.

Am Chor von St. Martin in Landshut, um 1385 bis um 1398, sind im gemalten F. unter der Dachtraufe Felder mit vier Fischblasen um das zentrale Bogenviereck mit eingeschlossenem Vierpaß angeordnet und die hier aneinander grenzenden Fischblasen miteinander verschmolzen. Am Lhs., um 1411 bis um 1477/1478, sind Fischblasen, Zwillingsfischblasen und verzogene Vierpässe kombiniert (Günther Knesch, St. Martin zu Landshut. Bauwerk und Archit., Rgbg. 2009, Abb. 47–51, auch Abb. 30–32 und 36–38). – Fischblasen und Bogendreiecke, mit Dreipässen besetzt, zieren den F. der Heiliggeistkirche in Landshut, 1407–1461. – An der Kirche U. L. F. in Ingolstadt, voll. zw. 1491 und 1496, sind im F. unter der Dachtraufe jeweils vier Fischblasen so ineinander verschränkt, daß Kreisfelder entstehen, die durch senkrechte Stäbe voneinander getrennt sind (Theodor Müller und Wilhelm Reissmüller [Hgg.], Ingolstadt . , Ingolstadt 1974, Bd. 1, S. 317, Abb. 13). – An den Chorpolygonseiten von St. Wolfgang in München-Pipping, 1478–1480, sind unterschiedliche F. gemalt: drei der Seiten zeigen von Ringen eingefaßte Bogendreiecke und Fischblasen um einen zentralen Vierpaß, auf den beiden anderen Seiten gibt es Drei- und Vierpässe (RDK VII, Sp. 329, Abb. 25; Adolf Thurner [Hg.], Die St. Wolfgang-Kirche zu Pipping, Mchn. 1990, Abb. S. 26f.).

In Sgraffito ausgeführt ist der in Resten erh. F. aus Dreischneußen und hängenden Lilien in Schloß Sachsenburg, Kr. Mittweida, um 1480/1488, hofseitig sowie an der Außenfassade des W- und des S-Flügels als oberer Abschluß des ersten Obergeschosses unter dem einstigen Laufgang (Wolfgang Schwabenicky, Das spätgot. Schloß Sachsenburg, in: [90] S. 82–91, Abb. 16; Thomas Bonau, Spätgot. Putze und Grafitti auf Schloss Sachsenburg, in: ebd., S. 104–113, bes. S. 104, Abb. 1 und 4–5).

An norddt. Backsteinbauten, auch an denen im ehem. Westpreußen, sind F. mit Fischblasen und Vierecken aus Kreissegmenten aus Formsteinen oder aus reliefierten Platten zusammengesetzt. Paßformen können hinzukommen.

Beisp.: An der ehem. Burgkap. in Ziesar, Brandenburg, 1470 gew., zeigt die Fassade zum Burghof in größerem Abstand zwei F. Im oberen F. sind die Fischblasen in stetem Wechsel zu je vieren gruppiert, im unteren F. sind liegende Fischblasen durch mittige Reihung von Ringen getrennt (Clemens Bergstedt u. a., Bischofsresidenz Burg Ziesar ..., Rgbg. 2007 [Schnell, K.führer, 2666], Abb. S. 9). Im Inneren der Kap. ist der F. zw. Arkaden und Emporengeschoß von einer Folge von vier Fischblasen um einen zentralen Vierpaß besetzt (Detlev von Olk, Ziesar. Die Burg ..., Brandenburgische Dpfl., Bd. 11, 2002, S. 79–95, bes. S. 88, Abb. 126). – An Chor und Querhäusern der Pfarrk. St. Stephan in Tangermünde, 4. V. 15. Jh., sind Fischblasen in unter schied licher Kombination verwendet, so am Giebel des S-Qhs. stehende und hängende Fischblasen, zw. ihnen Bogenvierecke mit eingestelltem Vierpaß und zentraler Blüte, in den Restfeldern oben und unten liegende halbe Fischblasen (Martina Sünder-Gaß, Die Stephanskirche zu Tangermünde, Rgbg. 2009, Abb. S. 15); – Paare von Fischblasen bilden in Gdatisk/ Danzig das Ornament des F. an der Fassade der ehem. Franziskanerkirche und der vor ihr stehenden Annakap., 1480–1484 ([8] 12, 1896, Taf. 24; [78] Bd. 2, S. 78–80, Bd. 3,1 Abb. 703–704). – Bei der ev. Johanniskirche in Lüneburg, 2. H. 14. oder 15. Jh., sind die Außenwände der äußeren Seitenschiffe durch den F. aus quadratischen Feldern betont, denen in einen Kreis eingefügte Dreischneuße, Vierpässe, Dreiergruppen von genasten Bogendreiecken, Lanzettmaßwerk mit Fischblasen eingeschrieben sind; die Quadratfelder sind durch vorgelegte Fialen oder Miniaturstrebepfeiler voneinander getrennt ([50] Bd. 3,2, S. 89 und 91, Fig. 22 und 23; [73] S. 64f. und 69).

g. Palmetten

Palmetten kommen vereinzelt in frühgotischen F. vor.

In der ehem. Zisterzienserkirche Lehnin, gegen 1250 bis um 1262/1270, gibt es einen solchen F. aus Tonplatten zw. Arkadenfolge und Obergaden der W-Joche sowie außen als Abschluß des Untergeschosses der W-Fassade ([7] Bd. 2, S. 26f., Bl. 58, Nr. 2, Bl. 59, Nr. 2 und 4, Bl. 60, Nr. 1; [101] Abb. S. 26f. und 29). – Ein gemalter Palmetten-F. grenzt im Chor der Petruskirche in Lerchenfeld, Ldkr. Regensburg, gew. 1262, den Zyklus der Wandgem. gegen die Sockelzone ab ([23] S. 261, Planbeil. 4).

h. Blatt- und Blütenranken

Seit dem ausgehenden 13. Jh. wurden in der Backsteinarchitektur Norddeutschlands reliefierte Tonplatten mit diesem F. eingesetzt.

Beisp.: Abb. 12; [48] Bd. 3, T. 3, S. 38, Abb. 79f.; Boitzenburg, Ldkr. Uckermark, ehem. Zisterzienserinnenkloster, 1279 gegr., Kirche ([7] Bd. 2, Bl. 90, Nr. 1f.); Prenzlau, ehem. Dominikanerkirche (1275–1343), steigender F. am Blendgiebel des N-Eingangs (ebd., Bl. 98, Nr. 6; Katja Hillebrand, Das Dominikanerkloster zu Prenzlau ..., Mchn. und Bln. 2003 [K.wiss. Stud., 109], Abb. 11c); ev. Johanniskirche in Lüneburg, nördl. Nebenchöre, 2. H. 14. Jh. ([50] Bd. 3,2, S. 87, Fig. 17; [73] S. 66); Angermünde, ehem. Franziskanerkirche, N- und O-Seite des Chors, 1. H. 14. Jh. ([7] Bd. 2, Bl. 104, Nr. 3 und 5; [48] Bd. 3,3, S. 35, Taf. 4); Lübeck, Marienkirche, N-Giebel des N-Turms, um 1350/1351, Weinblatt-F., dunkelgrün glasiert auf weißlichem Grund ([84] S. 62, Abb. 2).

Am S-Giebel des sog. Brauhauses von Kloster Chorin, um 1300, ist den Blattranken wechselnd ein jagender Fuchs und ein flüchtender Hase eingefügt ([48] Bd. 3,3, S. 102, Abb. 82; [24] S. 38).

In Sgraffito ausgeführt ist der F. mit Weinlaub am Chor von St. Marien in Angermünde, voll. 1526 ([48] Bd. 3,3, S. 23, Abb. 12). Gemalte Blattranken-F. sind vereinzelt im deutschsprachigen Südwesten und Süden erhalten.

In der Arbogastkirche in Oberwinterthur, Kt. Zürich, ist im Lhs., um 1320/1330, die aufgehende Wand gegen die Flachdecke durch einen F. mit verschieden gestaltetem Laubwerk abgeschlossen; durch Ornamentbänder gleichen Aussehens ist die Gemäldefolge zw. Arkaden und Obergaden abgegrenzt (Jürgen Michler, Got. Ausmalungssysteme am Bodensee, Jb. Bad.-Württ. 23, 1986, S. 32–57, hier: S. 37, Abb. 4; [74] S. 34 und 190f.; Kdm. Schweiz, Bd. 27, S. 293–309, Abb. 227–241).

i. Stab mit Blattranke

Das Ornament wird vor allem bei der Darstellung der Blattranke variiert. Gelegentlich kann der Stab auch durch einen Ast ersetzt sein.

Der F. des nördl. äußeren Seitenschiffs von St. Johannis in Lüneburg, 3. V. 14. Jh., zeigt einen Stab mit überlappenden Blättern ([50] Bd. 3,2, S. 87, Fig. 18). – Oberhalb des roman. Rundbogen-F. am Konstanzer Münsterchor gibt es einen gemalten F. der 2. H. 14. Jh. mit diesem Motiv (Abb. 15; ebd., S. 62 und 174f., Abb. 139 und 141). – Im gemalten F. im Lhs. der Kirche von Bermatingen, Bodenseekr., 2. H. 14. Jh., sind dem Stab Quader aufgesteckt ([74] S. 70, Abb. 163f.). – In der Kap. der Burg Kriebstein, Ldkr. Mittweida, sind die Wandgem. der Lünetten, um 1400/1420, vom gemalten Vorhang der Sockelzone durch den umwickelten Stab getrennt (Torsten Nimoth, Burg- und Schlosskap. des 15. Jh. in Sachsen, in: [90] S. 31–42, bes. S. 36f., Abb. 12 und 15). – Vom 1830 ab gebrochenen Dormitorium des ehem. Dominikanerklosters in Leipzig, um 1500, stammen grün glasierte schmale Tonplatten, die den figuralen F. des Mittelstreifens begleiteten ([40] S. 129, Abb. 77 und 127–129; [12] S. 25, Nr. 7). – Um einen dürren Ast gewundene Ranken in Sgraffito füllten den F. am Konversenhaus im ehem. Zisterzienserkloster Altzella, 1506 (Andreas Moosdorf, Das Konversenhaus des ehem. Zisterzienserklosters Altzella, Jb. der Staatl. Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen 7, 2001, S. 95–99, bes. S. 95, Abb. 1).

j. Rosetten

Rosetten sind seit um 1300 überliefert.

Vierstrahlige Rosetten zeigt der gemalte F., der die Ausmalung der Apsis im Karner von St. Pantaleon in Mödling, N.Ö., um 1300, abschließt (Corp. Wandmal. Österr., Bd. 1, S. 176–179, Abb. 294 und 297f.). Achtteilig gegliederte Rosetten umschließen Lilien (?) und Löwen auf dem Rest eines F. aus Backstein an den östl. Abschlußwänden beider Seitenschiffe der Marienkirche in Rostock, die wohl 1398 voll. waren ([53] Bd. 1, S. 12).

k. Medaillons

Für Medaillons sind bislang nur Beispiele aus der Malerei bekannt.

Im Chor von St. Petrus in Lerchenfeld, Ldkr. Regensburg, 1262 gew., befindet sich als unterer Abschluß der Wandmal. ein zweiteiliger F., davon zeigt die obere Zeile Medaillons ([23] S. 261, Planbeil. 4). In der Filialkirche St. Erhard in Leoben-Göss, Stm., grenzt ein gemalter Medaillon-F., um 1310/1320, mit Heiligenfiguren und den Evangelistensymbolen die Seitenwände mit ihren Gemälden gegen die Decke ab ([65] Textbd., S. 232–235, Taf.bd., Abb. 296 und 298f.).

l. F. mit Wappen

F. mit Wappen zeigen entweder eine geschlossene Folge von Schilden oder diese mit ornamentalen Abschnitten im Wechsel.

Beisp.: Maulbronn, ehem. Zisterzienserabteikirche, O-Teil des Lhs., gemalter F. unter dem Gesims, E. 13./A. 14. Jh., im 19. Jh. übermalt (Johannes Wilhelm, Die Wandmal. in der Kirche und in der Klausur des Klosters Maulbronn, in: Maulbronn. Zur 850jährigen Gesch. des Zisterzienserklosters, Stg. 1997, S. 425–455, bes. S. 425 und 427, Abb. 68f. und 462f.). – Fresken aus dem Saal des Hauses „Zum langen Keller“ in Zürich, 1. V. 14. Jh., F. mit Namensbeischriften als Wandabschluß (Abb. 13; [74] Abb. 48 und 73). – Kastl, Ldkr. Amberg-Sulzbach, ehem. Benediktinerklosterkirche, F. zw. Arkaden und Obergaden des Lhs., wohl 14. Jh., im 15. Jh. (teil-?)übermalt, 1906 erneuert ([46] Opf, Bd. 17, S. 164f., Taf. VIII, Fig. 117; zur Problematik der Datierung und Erhaltung [23] S. 255).

Einen Wechsel zw. Wappenschilden und Pflanzenornament zeigen die Terrakotta-F. des 1469/1470 und 1477/1478 erb. Holstentores in Lübeck; die Wappenfelder sind von schmalen Feldern mit Wilden Männern begleitet (die F. 1865 und 1870 rest.: [52] T. 1, S. 189f., Abb. 90–92 und 94). Gemalten Maßwerkfeldern eingefügt sind die Wappen am Chorpolygon von St. Wolfgang in München-Pipping, 1480–1482 (s. Sp. 1000).

m. Sonstiges

Felder-F. wurden mit oder ohne Ornament verwendet.

In Lübeck sind an der S-Fassade des Rathauses, um 1435, dem F. der Galerie wiederum Platten eingefügt, die jeweils einen Vierschneuß um einen zentralen Vierpaß aufweisen ([52] T. 2, S. 14, 38 und 144, Abb. 32); vgl. den Felder-F. am Burgtorturm ebendort, um 1444 (Taf. Ich). Bei der ehem. Zisterzienserklosterkirche Lehnin wechseln im F. des in frühgot. Formen nach M. 13. Jh. err. Lhs.-Obergadens tönerne quadratische Platten, die entweder Medaillons mit Bildern oder rechteckige Kassetten zeigen (1871–1877 rest.; [7] Bd. 2, S. 26, Bl. 58, Nr. 1, Bl. 59, Nr. 2 und 5; [101] S. 42f., Abb. S. 8f. und 60f.).

F. mit hängenden Dreiecken („Winkel-F.“: RDK II, Sp. 1022f., Sp. 1017, Abb. 13) enden mit ihrer freien Spitze auf Konsolen.

Einen einfachen F. zeigt die Dorfkirche in Dreveskirchen, Ldkr. Nordwestmecklenburg, um 1260/1270 ([49] Bd. 6, S. 88). – In Brandenburg-Plaue hat die ev. Pfarrk. am Chor einen einreihigen F., darüber einen Zacken-F., der Saalbau einen zweireihigen Dreieck-F. (Dkm.topographie Bundesrepublik Dtld., Dkm. in Brandenburg, Bd. 1,2, S. 247 und 250). – Am Lübecker Rathaus sind an der W-Ecke der Marktfront, um 1250, die freien Seiten der Dreiecke in spitzem Winkel zusammengefügt ([52] T. 2, S. 55f. und 136, Abb. 29–31). Am 1430 voll. W-Turm der Jakobikirche in Rostock, war der obere Abschluß aus drei F. übereinander gebildet, deren mittlerer hängende abgetreppte Dreiecke zeigte ([53] Bd. 1, S. 74f., Abb. S. 73). Solche bietet auch der F. der Nikolaikirche in Rostock an Lhs. und Chor, wohl 1. H. 15. Jh. ([53] Bd. 1, Abb. S. 131).

An der ehem. Prämonstratenserstiftskirche Jerichow schließen die obersten W-Turmgeschosse, nach 1262, gegen die Dächer auf allen Seiten mit einem zweireihigen F., dessen obere Zeile hängende Dreiecke sind; deren Fond füllt zugleich die Zwickel des als untere Reihe verlaufenden Zickzack-F. auf Konsolen ([7] Bd. 1, Bl. 21; [56] H. 21, S. 318).

Einmal abgetreppte Zinnen bilden den F. am Qhs. des Stendaler Doms gegen die Giebel (1423 bis um 1473; [97] Abb. 82) und, mit flachem Fond, des ersten Obergeschosses am dortigen Ueglinger Torturm, um 1460/1470 (ebd., Abb. 81). Aneinandergereihte T-Formen aus einem stehenden und einem darauf liegenden Backstein bilden das Ornament im F. des nördl. Lhs.-Obergadens von St. Georg in Wismar, 1473–1478 ([70] S. 80, Abb. 120–122).

2. Andere Gestaltungen von F.

a. Inschriften

Inschriften sind im dt.sprachigen Raum erst seit dem 13. Jh. erhalten.

Im ehem. West- und Ostpreußen kommen sie an Kirchen und Burgen des 13. und 14. Jh. vor. Die Buchstaben sind einzeln auf circa 15 x 15 cm große und 8 cm starke Platten aus Backstein gesetzt. Beisp. sind aufgezählt bei [94] S. 111, Anm. 205; Bernhard Schmid, Die Inschriften des dt. Ordenslandes Preußen bis zum Jahre 1466, Halle a. d. S. 1935 (Schrn. der Königsberger Gelehrten Ges., Geisteswiss. Kl. 11,3), S. 73, Nr. 3 und 4 (Malbork/Marienburg, Hochschloß), S. 74f., Nr. 6 und 7 (Toruń/Thorn, St. Jakob, innen und außen), S. 77, Nr. 17 (Piaseczno/Pehsken, Kirche), S. 84, Nr. 30 (Frombork/ Frauenburg, Dom, Vorhalle); [78] Bd. 3,1, Abb. 780–783. Der F. an der W-Fassade der Spitalkirche Zum Hl. Leichnam in Elbląg/Elbing ist 1405 datiert (Karl Hauke und Horst Stobbe, Die Baugesch. und die Baudkm. der Stadt Elbing, Stg. 1964 [Bau- und Kdm. des dt. Ostens, R. B, Bd. 6], S. 240, Abb. 217; [78] Bd. 3,1 Abb. 784). Als F. gemalt ist die Weiheinschrift von 1344 in der Marienkirche des Hochschlosses der Marienburg ([82] S. 180, Fig. 15, S. 182f., Fig. 20f.).

b. Figurale F. Figurale

F. kommen an Backsteinbauten des 15. Jh. als Reliefziegel vor.

An der „Liberei“ von St. Andreas in Braunschweig, 1412–1422, sind im F. schreitende Löwen wiedergegeben (Kdm. Braunschweig, Bd. 1, S. 30; Reinhard Dorn, Ma. Kirchen in Braunschweig, Hameln 1978, S. 208, Abb. 127). – In Wismar werden an St. Georgen die Gesimse der Querhäuser von einem F., um 1445 bis um 1470, begleitet, der im Wechsel Drachen, Skorpione, Löwen und Masken zeigt ([103] Abb. 58; [70] S. 73, Abb. 104–110, Plan 15 und 16), wie sie als Ornamentbänder z. B. am Giebel der S-Vorhalle von St. Nikolai in Wismar, um 1438/1439, Vorkommen (ebd., S. 137f., Abb. 178).

In Leipzig bestand der F. der O-Seite des Dormitoriums des ehem. Dominikanerklosters, um 1500, aus einer Folge farbiger Tonplatten mit der Darst. der Sancta facies (Antlitz, heiliges: RDK I, Sp. 732–742), und mit Blüten besetzten hochrechteckigen Tonplatten im Wechsel ([40] S. 129, Abb. 77 und 127; [12] S. 25, Nr. 7).

Zu Bogen- und Ranken-F., denen Figuren integriert sind, s. Sp. 995 und 1002.

D. Renaissance

1. Quellen

In Italien war seit dem Aufgreifen der antiken Säulenordnungen seit A. 15. Jh. der F. regulärer Teil des Gebälks.

Leon Battista Alberti vermied die griech. Begriffe Vitruvs (s. Sp. 981) und nannte den F. „fascia regia“ oder einfach „fascia“ (Nachweise bei Hans-Karl Lücke [Bearb.], Leon Battista Alberti, De re aedificatoria, Flor. 1485. Index Verborum, Mchn. 1976 [Veröffn. des Zi, 6], Bd. 2, S. 456f.). Als Ornamente zählte Alberti Bukranion (RDK III, Sp. 81–84], Vasen, Opfergerät und Füllhörner mit Früchten auf (De re aedificatoria, lib. 7, cap. 9, Flor. 1485, Bl. 122r). – Die zeichnerische Wiedergabe eines F. gibt es in dem um 1460/1465 verfaßten, nur in Hss. überlieferten Traktat von Filarete in der BN Centrale Florenz, Cod. Magliab. II, I, 140, fol. 65r („fregio“; Anna Maria Finoli und Liliana Grassi [Hgg.], Antonio Averlino detto Il Filarete, Trattato di archit., Mail. 1972, Bd. 1, S. 247, Bd. 2, Taf. 40f.). – Buchill. stellten seit dem 16. Jh. weitere Vorlagen zur Verfügung, so der Holzschnitt eines dorischen F. mit Triglyphen und Bukranien in der ersten bebilderten Ausg. Vitruvs, Ven. 1511, Bl. 37r. – Eine Folge von Kupferstichen mit Wiedergabe der dorischen, ionischen und korinthischen Ordnung, darunter deren Gebälk samt F., schuf Agostino Veneziano (Augustino Musi) 1528 (William Bell Dinsmoor, The Lit. of Sebastiano Serlio, I, The Art Bull. 24, 1942, S. 55–91, bes. 64f. mit Anm. 52, Fig. 1).

Im 1537 erschienenen Buch IV der „Regole“ griff Sebastiano Serlio die Proportionierung des F. nach Vitruv auf, ging aber auf dessen Ornamentik nicht ein, mit Ausnahme des Triglyphen-Metopen-F. 1608–1609 wurden Buch I–V in dt. Übers. publiziert (Von der Architectur fünff Bücher ..., Basel 1608: Hubertus Günther, L’éd. en allemand des livres I à V chez Ludwig König à Bâle en 1608 et 1609, in: [22] S. 301f.).

Tafeln in Giacomo Barozzi da Vignolas ab 1562 in 514 (!) Ausg. gedrucktem, bis in das 20. Jh. einflußreichen Werk über die Säulenordnungen zeigen F. mit Ornamentik: Stierkopf und Waffen in den Metopen der dorischen, Greif, Kandelaber und Vase bei der ionischen, ein Stieropfer bei der korinthischen und Grotesken bei der kompositen Ordnung (Iacomo Barozzio da Vignola, Regola delli cinque ordini d’architettura, Rom 1562, Taf. 13f., 19, 26 und 29: Christof Thoenes, La Regola delli cinque ordini del Vignola, in: Jean Guillaume [Hg.], Les traités d’archit. de la Renss., Paris 1988, S. 269–279); die erste dt. Ausg. erschien 1617 (ders., La fortuna della „Regola“, in: Richard J. Tuttle u. a. [Hgg.], J. Barozzi da Vignola, Mail. 2002, S. 362–366). Typen von F. wurden ebenso hieraus entnommen wie deren unterschiedliche Proportionierung in den fünf Ordnungen.

Nördlich der Alpen wurden spätestens seit M. 16. Jh. Kenntnisse über die antiken Säulenordnungen in verschiedenen Varianten durch dt.-sprachige Traktatliteratur verbreitet [31].

Walther Hermann Ryff (Rivius) publizierte 1548 erstmals eine dt.-sprachige Vitruv-Ausg. mit Holzschnitt-Ill.; diese beruhen etwa zur Hälfte auf der Ausg. des C. Cesariano (s. Sp. 981), darunter auch die Darst. der Säulenordnungen mit F.; Bl. 146v zeigt z. B. eine dorische Tempelfassade mit Triglyphen-Metopen-F., Bl. 127v die ionische Ordnung mit Akanthus-F. ([2] bes. Buch 4). Zwei Jahre später veröffentlichte der in Zürich tätige Hans Blum einen offenbar viel benutzten, in 39 verschiedenen Ausg. in Dtld., den Niederl., Frankr. und Engl. erschienenen Architekturtraktat, der an Serlio orientiert ist (Von den fünf Sülen Grundtlicher Ber. ..., Zh. 1550; dazu [31] S. 508; Bernd Evers und Jürgen Zimmer, Deutschland, in: [26] S. 494). – Kleinere, praxisnahe „Säulenbücher“ von Johann Jacob Ebelmann und anderen Autoren gaben um 1600 Vorlagen für F. (Günter Irmscher, Kölner Architektur- und Säulenbücher um 1600, Bonn 1999, z. B. S. 119, Abb. 15b: korinthischer F. mit Masken und Festons, 1598).

Deutsche Ornamentstiche des 16. und frühen 17. Jh. wurden als Vorlagen für die Füllung von F. (s. auch Ornamentstich) verwendet, unabhängig von den Säulenordnungen.

Beisp.: Heinrich Aldegrevers Kupferstich von 1539 mit einer von Putten präsentierten Kaiserbüste im Lorbeerkranz (Taf. IIa) war Vorlage für den F. am Portal des N-Flügels von Schloß Hohentübingen, gegen 1550 (Albert Brinckmann, Die praktische Bedeutung der Ornamentstiche für die dt. Frührenss., Strbg. 1907 [Stud. zur dt. Kg., 90], Taf. 20d). Für die Marktfassade des Bremer Rathauses, 1608–1614, wurden u. a. Kupferstiche von Jacob Floris, Adam Fuchs und Andrea Maglioli im Relief wiederholt ((Taf. IIb, (Taf. IIc, (Taf. IId; [81]).

Anders als die von ital. Vorbildern abhängigen Entwürfe waren Stiche von Jan Vredeman de Vries [3] und Wendel Dietterlin [4] gestaltet, die als Vorlagen für F. verwendet wurden.

Vor allem die Metopen der Dorica boten Raum für neue Ornamentik wie Bossen- und Diamantquader, Bukranien und Beschlagwerk (z. B. [3] Taf. 6; weitere Bereicherung bei [4] Taf. 49: F.formen für die Dorica). Die F. der Ionica sind gelegentlich gebaucht (ebd., Taf. 99), während für die Corinthia mehrschichtige plastische F. mit Rollwerkkartuschen, Masken und Festons vorgesehen sind (ebd., Taf. 141). – Gabriel Krammer stattete die Gebälkteile aller Säulenordnungen, nicht nur F., mit verschiedenen Ornamentformen aus; zwar ist auch der Triglyphen-E für die Dorica zu finden, aber zugleich eine Abwandlung mit konsolenartigen Triglyphen, geschweiften Tropfplatten und mehrschichtigen Beschlagwerkmetopen; für Ionica und Corinthia sind Sirenen in Blattranken vorgesehen (Architectura von den funf seulen sambt iren ornamenten und zierden ..., Prag 1600, Taf. II 6, 11 und 16).

2. Sakralbau

Am Außenbau von Kirchen dominierten glatte F., teilweise mit Inschriften. Im Innern fanden nicht selten antikisierende oder manieristische Dekorformen wie Beschlag- und Rollwerk Verwendung.

Glatte F.: In der Fuggerkap. an St. Anna in Augsburg, um 1509–1512, ist der F. der Wandgliederung differenziert durch Rotmarmor am Architrav und grauen Kalkstein am Gesims (RDK VII, Sp. 338, Abb. 28). – Den Außenbau der Marienkirche in Wolfenbüttel, 1604/ 1605–1618 von Paul Francke, schließt ein umlaufendes Gebälk mit glattem F. zw. Strebepfeilern und Dachtraufe ab (Harmen Thies, Zu Bau und Entw. der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis, in: Die Hauptkirche BMV in Wolfenbüttel, Hann. 1987 [Forschgn. der Dpfl. in Nieders., 4], S. 39–79, bes. S. 54).

Glatte F. mit Inschriften: Die dreigeschossige Fassade der Jesuitenkirche St. Michael in München, 1583–1597, ist durch Gebälke getrennt, deren F. die Widmungsinschr. Hzg. Wilhelms V. von Bayern tragen ([80] Abb. 9). Die Fassade der Stadtkirche von Bückeburg, 1609–1615, zeigt einen Schrift-F. mit Motto (EXEMPLUM RELIGIONIS NON STRUCTURAE), dessen vergoldete Anfangsbuchstaben ein Anagramm des Stifternamens (Ernst III. Hzg. von Holstein-Schaumburg) ergeben (Thorsten Albrecht, Die Bückeburger Stadtkirche, Petersberg 1999, S. 34–42, S. 7, Abb. 1).

F. mit Beschlag- oder Rollwerk: Im Lhs. der ehem. Franziskanerkirche St. Luzen in Hechingen, Zollernalbkr., 1586–1589, stützen Halbsäulen das Gebälk dessen F. mit Rollwerkkartuschen besetzt ist, welche die Namen der Apostel tragen (Kdm. Hohenzollern, Bd. 1, S. 171, Abb. 55 und 288–291). – Das S-Portal von St. Marien in Markt Bibart, Ufr., inschr. dat. 1615, wird von einer Pfeilerädikula gerahmt, deren F. mit Beschlagwerk ausgesetzt ist (Barbara Schock-Werner, Die Bauten im Fürstbistum Würzburg unter Julius Echter von Mespelbrunn, 1573–1617, Rgb. 2005, S. 246f., Taf. 26.3f.).

Antikisierende F.typen: Die Kap. der Landshuter Stadtresidenz, 1543 gew., schmückt eine Composita mit Säulen und Pilastern, dessen Gebälk einen Ranken-F. mit Putti enthält (Abb. 23; Stefan Kummer, Die Kap. der Landshuter Stadtresidenz, in: [66] S. 171–181, Abb. 145f., 151). – Architekten von Kirchen in Kleinpolen orientierten sich vielfach an Vorlagen S. Serlios ([1]; s. Sp. 1008), so mit dem Triglyphen-Metopen-F. in der Kath. von Kraków/Krakau, 1572–1575, oder mit dem Pfeifen-F. am dortigen Dominikanerkloster (Jerzy Kowalczyk, S. Serlio a sztuka polska, Breslau 1973 [Studia z historii sztuki, 16], Abb. 31, 85 u. ö.). – Das Innere von St. Michael in München (s. Sp. 1011) schmückt ein Feston-F., der im Lhs. über den Pilastern verkröpft ist und durch jeweils ein Konsolenpaar und dazwischenstehender Blüte unterbrochen wird ([80] Abb. S. 11, 13, 15, 17, 19, 21 und 42).

3. Profanbau

Bereits vor 1500 sind nördlich der Alpen antikisierende F. nachzuweisen, häufiger erst ab 2. V. 16. Jh. Sie wurden überwiegend dann verwendet, wenn Säulenordnungen vorgesehen waren. Einzeln verwendete F. sind selten. Bei F. unterhalb der Dachtraufe setzen gelegentlich Konsolen in der F.-Zone an, die Gebälkteile darüber stützen.

Der zumeist glatte F. wurde seit der Spät-Renss. über den Pilastern oder über Lisenen häufig verkröpft und dadurch rhythmisiert.

a. Schloßbauten und Palais

F. am Außenbau wurden bei Hausteinbauten skulptiert; bei Putzbauten im ostdeutschen und österreichisch-böhmischen Raum führte man sie nicht selten in Sgraffito-Technik aus, während sie im schweizerischen und südwestdeutschen Raum vorwiegend gemalt sind. Frühe Beisp. antikisierender F. sind Teil der Fenster-Ädikulen am Wladislaw-Saal in der Prager Burg, 1493–1502 von Benedikt Ried: Ein Gebälk mit glattem F. ruht auf kannellierten Pilastern mit korinthisierenden Kapitellen (RDK VII, Sp. 1323, Abb. 51).

Unterschiedliche F. wurden am Georgenbau des Stadtschlosses von Dresden, 1534, verwendet, die durch Anton Weck (Der Churfürstl. Sächs. weitberuffenen Residentz- und Haupt-Vestung Dresden Beschreib- und Vorstellung, Nbg. 1680; Fritz Löffler, Das alte Dresden. Gesch. seiner Bauten, FfM. 51966, Abb. 28) in Stichen überliefert sind: An der N-Fassade zeigte der F. zw. Erdgeschoß und erstem Obergeschoß Pfeifenornament seitlich des Inschriften-F. im Portal; zw. den Obergeschossen gab es einen F. mit Blattwerk und den Bildnissen der Söhne Hzg. Georgs; unter dem Giebel lag ein F. mit Totentanz, weitgehend Christoph Walter d. Ä. zugeschr. (seit 1971 in der ev. Dreikönigskirche in Dresden). Der große Schloßhof hatte Sgraffitodekor von Gabriel und Benedict da Tola, wohl 1551 (in Kalkmal. mehrmals erneuert, im 18. Jh. aufgegeben, 1991/1992 rekonstr.); am Erdgeschoß gab es einen Triglyphen-Metopen-F., zw. erstem und zweitem Obergeschoß einen F. mit kämpfenden Meerwesen, im F. unter der Dachtraufe auf Kf. Moritz bezogene Inschriften ((Abb. 20; Heinrich Magirius, Die bildkünstlerische Ausgestaltung der Fassaden des Schlosses, in: Das Dresdner Schloss..., Dresden 1992, S. 74–77; zu den ital. Vorbilder und böhm. Parallelen: Ulrike Heckner, Im Dienst von Fürsten und Reformation. Fassadenmal. ..., Mchn.-Bln. 1995, bes. S. 60–65). Ebenfalls mit verschiedenen F. versehen wurde die Hoffassade des Ottheinrichsbaus des Heidelberger Schlosses, 1556 bis nach 1559: Über dem mit ionischen rustizierten Pilastern dekorierten F. des ersten Geschosses liegt ein Gebälk mit Triglyphen-Metopen-F., dessen Metopen mit Bukranien und Radscheiben belegt sind; über dem zweiten und dritten Geschoß mit Corinthia und Composita liegen Gebälke mit Ranken- bzw. Palmetten-F.; die Fensterädikulen tragen ebenfalls vegetabile F. ((Abb. 22; Adolf von Oechelhäuser, Das Heidelberger Schloß, Hdbg. 81987, S. 53, Abb. 32). – Unterschiedliche F. zeigen die Außenfassaden von Schloß Güstrow, Franz Parr 1558 bis nach 1570: Ein F. aus verklammerten Kugeln in gerahmt en Feldern schließt das Sockelgeschoß des S- und W-Flügels ab, der Wehrhaftigkeit zu betonen scheint; der F. zw. Erdgeschoß und erstem Oberstock ist durch zwei Hakenmäander ornamentiert, deren oberer abschnittsweise den unteren übergreift. Zwischen erstem und zweitem Obergeschoß verläuft ein glatter F., unter der Dachtraufe ein Kranzgesims, dessen glatter F. durch Konsolen untergliedert ist (Regina Erbentraut, Schloss Güstrow, Schwerin 1999, Abb. S. 14f.; Ralf Weingart, Der Neubau des Güstrower Schlosses durch F. Parr ..., in: Ausst.kat. „Schloss Güstrow ... 1556–1636“, Schwerin 2006, S. 14–21).

Weitere Beisp.: Die Hoffassade von Schloß Meßkirch, 1557 bis um 1566, hat einen von kräftigen Gesimsen begrenzten glatten F., der von gerahmten, z. T. offenen kleinen Rundfenstern durchbrochen wird (Gabriele Heidenreich, Schloß Meßkirch ..., Tüb. 1998 [Oberschwaben – Gesch. und Kultur, 3], S. 34f., Abb. 25a–c, 31, 33, 35 und 38).

Zwei Sgraffito-F. am Schwarzenberg-Pal. in Prag von Agostino Gelli, 1545–1567, zeigen zw. den Arkaden des Erdgeschosses und dem Stockwerk darüber einzelne Palmetten im Wechsel mit von einer kleinen Palmette ausgehenden Ranken ((Abb. 25). Einen F. mit Rankenwerk in ionischem Gebälk hat auch das Belvedere in Prag von Paolo della Stella, 1538–1563 (Erich Hubala, Palast- und Schloßbau, Villa und Gartenarchit. in Prag und Böhmen ..., in: Ferdinand Seibt [Hg.], Renss. in Böhmen, Mchn. 1985, S. 27–114, bes. S. 53, Abb. 7); Akanthusblätter sowie Mischwesen zeigen die F. in Sgraffito an den Hoffassaden von Schloß Breiteneich, N. Ö., um 1541–1548 (Renate Holzschuher-Hofer in: [86] S. 274, Nr. 50, Taf. S. 60).

Einen Triglyphen-Metopen-F. mit konsolartig vorgewölbten Triglyphen sowie Bukranien, Trophäen und der Feuerstein-Imprese vom Orden des Goldenen Vlieses besitzt das in Kenntnis von S. Serlio ([1] Bl. 27r) entw. Portal am Schweizertrakt der Wiener Hofburg, 1552–1553 (Eckart Vancza in: [86] S. 275–277, Nr. 51, Taf. S. 62). Auch an der Fassade von Haus Fleckenhaus (Haus Glehn) in Korschenbroich-Glehn, Kr. Neuss, dat. 1560, sind Triglyphen-Metopen-F. ([57] 3,3, S. 17, Fig. 5; Brigitte und Walter Janssen, Burgen, Schlösser und Hofesfesten im Kr. Neuss, Neuss 1980 [Schrn.r. des Kr. Neuss, 10], Abb. 140f.).

Über den hofseitigen Arkaden des Erdgeschosses von Schloß Rheydt in Mönchengladbach, um 1558 bis um 1568/1570, der Entw. Maximilian Pasqualini zugeschr., verläuft ein F., der alternierend mit Rauten und Masken besetzt ist (Kdm. Rheinl., Kurzinv. 18,1, S. 19 und 21, Abb. 25f.).

Am Neuen Haus des ehem. Fürstenhofs in Wismar, 1553–1554, ist die Straßenfassade bestimmt von Figuren- und Medaillon-F. von Statius von Düren in Terrakotta und Kalkstuck, letztere waren urspr. weiß gefaßt auf blauem Grund; zw. Erdgeschoß und erstem Obergeschoß ein F. mit Darst. aus dem Krieg um Troja (1984 durch Sandsteinreliefs ersetzt), zw. erstem und zweitem Obergeschoß ein F. aus Medaillons mit Köpfen im Profil ((Abb. 21; Matthias Zahn, Baugesch. Unters. am Fürstenhof in Wismar, Dkm.schutz und Dpfl. in Mecklenburg-Vorpommern 9, 2002, S. 16–30, bes. S. 27f., Abb. 16).

Geometrisches Beschlagwerk zeigt der F. der Wasserburg in Overhagen, Kr. Lippstadt, 1619 erb., unter der Dachtraufe auf Konsolen ([58] 35, Taf. 44; [79] S. 28, Abb. 57). Alle Geschosse von Schloß Johannisburg in Aschaffenburg, 1605–1614 von Georg Ridinger, sind durch Gebälke abgeschlossen, deren F. über den Fenstern mit Beschlagwerk ausgesetzt sind ([46] Ufr., 19, S. 230f., Abb. 179f. und 182f.; Burkard von Roda und Werner Helmberger, Schloss Aschaffenburg. Amtlicher Führer, Mchn. 1997, S. 27, Abb. S. 13, 17 und 29).

Gotische Formen wurden im Laufe des 16. Jh. bis zum Einsetzen der sog. Nachgotik selten.

Vierpässe besitzt z. B. der F. am Herrenhaus in Bladenhorst, Stadtkr. Castrop-Rauxel, zw. 1547 und 1584 ([79] S. 55, Abb. 41). Am Haus Fleckenhaus in Korschenbroich-Glehn (s. Sp. 1016) grenzt ein genaster Spitzbogen-F. unter einem mit Zierscheiben besetzten F. den Eckturm gegen die Dachhaube ab. – Am Toplerhaus in Nürnberg, Untere Söldnersgasse 17, war der Erker der S-Seite von 1590 mit einem genasten, in Lilien endenden Spitzbogen-F. abgeschlossen (1945 zerst.; [91] S. 577, Abb. 694, 697 und 701).

Auch in Innenräumen von Schlössern gab es F.; da sie nicht der Witterung ausgesetzt waren, wurden sie vielfach reichhaltiger dekoriert. Es gibt gemalte, stuckierte und vergoldete F. Auf eine klassische Wandgliederung mit Pilastern und Gebälk wurde vielfach verzichtet.

Ein anspruchsvolles frühes Beisp. ist der „Italienische Saal“ in der Stadtresidenz von Landshut, 1537–1543, mit einem Figuren-F. aus spielenden Putti und einer Inschr., die das Lob der Eintracht (RDK IV, Sp. 1031–1039) verkündet (Wolfger A. Bulst, Der Ital. Saal ..., in: [66] S. 182–192, bes. S. 185). – Ein mit stuckierten und naturgetreu bemalten Hirschen ausgesetzter F. von Christoph Parr, 1569–1571, unter einem F. mit Wappen und Namensschildern, schmückt den Festsaal von Schloß Güstrow (Christine Knupp-Uhlenhaut, Jagd-F. in Renss.-Schlössern in Dtld. und Skandinavien, Frankr. und Engl., Hbg. 1970, S. 11f., Taf. 2f.). – In Schloß Heiligenberg, Bodenseekr., ist der vertäfelte Festsaal, 1575/1576–1584 von Jörg Schwartzenberger, über den Wandpfeilerarkaden mit einem Triglyphen-Metopen-F. gestaltet, der von Konsolen überfangen wird (Ernst Wilhelm Gf. zu Lynar, Schloß Heiligenberg, Mchn.-Zh. 1981 [Große K.führer, 87], Abb. S. 24f.). – Der nur bildlich überl. obere Saal des Neuen Lusthauses in Stuttgart von Georg Beer, 1583–1593, war unterhalb des Tonnengewölbes mit einem verkröpften hölzernen Gebälk ausgestattet, dessen F. Kartuschen trug (Gustav Wais, Alt-Stuttgarts Bauten im Bild, FfM. 1977, S. 319f., Nr. 291 und 292).

b. Öffentliche Gebäude

F. waren zur Zeit der Renaissance an bürgerlichen Repräsentationsbauten im ganzen deutschsprachigen Raum üblich, wenn auch erheblich sellener als einfache Gesimse. Vielfach wurden unterschiedliche F.-Typen an derselben Fassade verwendet.

Rathäuser: Am Alten Rathaus in Leipzig, 1556 von Hieronymus Lotter, wurde dem glatten F. auf Höhe des Dachgesimses 1672 eine umlaufende Inschr. eingefügt (Heinz Füssler und Heinrich Wichmann, Das Alte Rathaus zu Leipzig, Bln. 1958, S. 44, Abb. 98–101, 103f. und 118f.). Der mit Triglyphen und Rosetten gezierte F. am Rathaus in Altenburg, Thür., 1562–1564 von Nikolaus Grohmann, ist von Konsolen durchsetzt; an den beiden Erkern der W-Seite ist er zusätzlich mit Diamantquadern in Achteckfeldern belegt (Kdm. Thür., Hzgt. Sachsen-Altenbur g 1, S. 43–52; [36] Abb. S. 1). Auch der F. an der N-Fassade des Rathauses in Celle, 1574–1579, unter dem mit Pilastern besetzten Giebel ist von Konsolen durchsetzt ([50] 3,5, S. 145–154, Taf. 75b).

Der Figuren-F. der toskanischen Blendarkatur an der Marktfassade des Bremer Rathauses, 1608–1614 u. a. von Johan Prange, zeigt zw. Konsolen Meer- und Landwesen (Abb. 18), im Mittelabschnitt Personifikationen von Tugenden und Lastern sowie die vier Evangelisten in Reliefs ([81]; Rolf Gramatzki, Das Rathaus in Bremen. Versuch zu seiner Ikonologie, Bremen 1994).

Sonstige Amts- und Zunftbauten: An Bremer Bauten der 2. H. 16. Jh. sind die Geschosse häufig durch ornamentierte F. getrennt: An der Stadtwaage, 1586–1588 von Lüder von Bentheim, liegt über dem Untergeschoß ein F. mit Pfeifenornament und Inschrift, über dem ersten Obergeschoß ein Triglyphen-Metopen-F. mit Engelsköpfen und Scheiben im Wechsel ([93] S. 505–516, Abb. 456); am Neuen Kornhaus, 1590–1592, gibt es F. mit Pfeifenornament, Beschlagwerk und Laufendem Hund (1944 zerst.; ebd., S. 517–528, Abb. 468–470), am sog. Wandschneiderhaus, beg. 1618, einen zweizeilig angelegten reliefierten F. (ebd., S. 392, Abb. 320–322).

Das N-Portal am Landhaus in Linz, O.Ö., um 1570, umgreift eine toskanische Ädikula mit Triglyphen-Metopen-F.; die Metopen zeigen Trophäen (Eckart Vancsa, in: [86] S. 281f., Nr. 57, Taf. S. 63). – Das Haus der Geltenzunft in Basel, 1578, schmückt eine Superposition von Dorica, Ionica und Corinthia mit Halbsäulen und Pilastern; der F. des ersten Geschosses ist ein abgewandelter Metopen-F. mit Bukranien, der F. des zweiten Geschosses ist mit Beschlagwerk und Engelsköpfchen ausgesetzt, während der dritte ausladende Konsolen trägt (André Meyer, Profane Bauten, Disentis 1989 [Ars Helvetica, 4], S. 227).

Beim Zeughaus in Gdańsk/Danzig, 1602–1605 von Anton van Obbergen, sind die F. über den Fensterpfeilern mit Masken besetzt (RDK VII, Sp. 653f., Abb. 75; [36] Abb. S. 32f.).

An der „Stadtmetzg" in Augsburg, 1606–1609 von Elias Holl, ist das Kranzgesims unter dem Giebelansatz von einem Triglyphen-F. begleitet, die Abschnitte dazwischen sind mit Blendfeldern ausgesetzt (ebd., Abb. S. 7).

Am Hochzeitshaus in Hameln, 1610–1617, Eberhard Wilkening zugeschr., trennen Gebälke mit glattem F. die Geschosse; zw. Erdgeschoß und erstem Obergeschoß ist ein F. mit Beschlagwerk und Büsten eingebracht ([64] S. 257f., Abb. 171f.; [36] Abb. S. 57).

Reich dekorierte F. besitzen vielfach die Portale von Repräsentationsräumen – dies gilt ebenso für Ratssäle wie für Festsäle in Schlössern und Klöstern.

Das Portal zum „Rittersaal" von Schloß Weikersheim, dat. 1603, von Gerhard Schmidt, wird von einer zweigeschossigen Ädikula überfangen, deren unterer F. Trophäen und deren oberer Ranken enthält, jeweils abgeschlossen durch einen Eierstab (Klaus Merten, Schloß Weikersheim, Mchn.-Bln. 1984, Abb. 2).

c. Wohnhäuser

Fassaden allein durch F. zu gliedern, blieb vor allem in Nord- und Mitteldeutschland im 16. und frühen 17. Jh. gebräuchlich. Traufständige Fassaden schließt nur selten ein F. ab.

Beisp.: Landsberger Hof in Münster, wohl 2. H. 16. Jh., mit verkröpftem F. auf Konsolen über den Fensterpfeilern ([58] 41, 3, S. 273–281, Abb. 833 und 836). – Görlitz erhielt unter böhmischer Herrschaft mehrere Bürgerhäuser mit reliefierten, ehem. polychromierten F., z. B. das sog. „Biblische Haus", Neißstraße 29, das 1570–1572 von dem Bildhauer Hans Kramer d. J. mit Figuren- und Ranken-F. dekoriert wurde (Matthias Müller in: [63] S. 282f., Nr. 35).

Bei giebelständigen Fassaden trennt der F. Giebel und Wohngeschosse oder mehrere Stockwerke voneinander. Die Sohlbank der Fenster setzt nicht selten direkt auf dem F. an; dieser wirkt dann zugleich wie eine Brüstung, ohne daß die Geschoßteilung des Gebäudes damit stets übereinstimmt.

An Bremer Kaufmannshäusern der Zeit um 1540 bis um 1600 sind die F. meist ohne Dekor (Beisp.: [93] Abb. 267f.), selten mit Ornamenten belegt (z. B. das Haus Langenstraße 126, um 1590/1600, mit Triglyphen, Kastenformen und Zierscheiben sowie Tierköpfen: ebd., S. 344, Abb. 284). – Am sog. Kerckhofschen Haus in Rostock, um 1470 erb., wurde um 1550 am Fuß des Giebels ein Terrakotta-F. mit Büsten in Medaillons vorgeblendet (Karl Hauke, Das Bürgerhaus in Mecklenburg und Pommern, Tüb. 1975 [Das dt. Bürgerhaus, 22], S. 22, Taf. 8); ebenso in Lübeck, Mengstraße (Uwe Albrecht, Bauaufgaben profaner Archit. zw. 1470 und 1620, in: [63] Abb. S. 208). In Stralsund ist an der Fassade des Hauses Alter Markt 11, 1553, der Giebel durch Terrakottaplatten aus der Werkstatt des Statius van Düren von den Hauptgeschossen abgesetzt (Bemerkungen zur Renss. in Stralsund, Stralsund 2005 [Schrn.reihe Stralsunder Dkm., 2], S. 49, Abb. 42). – Das Haus Langgasse/Długa 38 in Gdańsk/Danzig, 1567 erb., 1950–1953 mit originalen Teilen rekonstr., hat über Erd- und Obergeschoß einen Triglyphen-F., unter dem Giebel einen F. mit Reliefs ([36] Abb. S. 35 links). – An den Häusern Prinzipalmarkt 34 (um 1605) und 35 (um 1615) in Münster sind Scheiben-F. angebracht ([58] 41,3, Abb. 861 und 863). – Das Haus des Johann Rike in Hameln, Bäckerstraße 16, erhielt 1566/1567 durch Cord Tönnis eine Giebelfassade; der F. im oberen Geschoß ist mit Beschlagwerk belegt, der F. im Hauptgebälk trägt einen niederdt. Bibelspruch ([64] S. 255, Abb. 87). – In Gernsbach, Ldkr. Rastatt, ist am Wohnhaus der Familie Kast, 1617, der Erker in seinen beiden Geschossen sowohl mit einem reliefierten F. (Beschlagwerkkartuschen) als auch mit einer reliefierten Brüstung hervorgehoben (Kdm. Baden 12, 1, S. 172f. und 176, Abb. 101f.).

Beim Fachwerk (RDK VI, Sp. 938–992) in Geschoßbauweise ist zwischen dem Sturzbalken über den Fenstern und dem Rähmkranz nur selten ein F. ausgebildet.

Beisp.: Sog. Deutsches Haus in Dinkelsbühl, Weinmarkt 3, gegen 1600, Fassade, F. des ersten und zweiten Obergeschosses mit Blattranken ([46] Mfr. 4, S. 174–176, Taf. 22, Fig. 152).

In Niederösterreich gab es in der 2. H. 16. Jh. Figuren-F. in Sgraffito-Technik. Ornamentale, überwiegend geschoßtrennende F. gab es auch in anderen österr. Regionen bis weit in die Barockzeit hinein sowohl an giebelständigen als auch an traufständigen Fassaden (Wolfgang Westerhoff, Sgraffito in Österr. ..., Krems 2009 [Medium aevum quotidianum, Sonderbd. 23/24]).

Illusionistische Fassadendekorationen des 16. Jh. in der Schweiz und Südwestdeutschland, von denen nur der geringste Teil erhalten ist, bezogen vielfach unklassisch eingesetzte und phantasievoll dekorierte F. ein.

Frühe Beisp. stammen von Hans Holbein d. J., etwa der ihm zugeschriebene Dekor des Hertensteinhauses in Luzern, um 1517–1518; Zchgn. überliefern einen glatten F. über dem Spitzbogenportal und einen F. mit Ranken und Engelsköpfchen über einer illusionistischen ionischen Portikus (Abb. 19; Ausst.kat. „H. Holbein d. J. Die Jahre in Basel 1515–1532“, Basel 2006, Mchn. usw. 2006, S. 174–176, Kat.nr. 28). F. mit Festons, stilisierten Blüten und Ranken enthielt offenbar der Dekor am Haus „Zum Tanz“ in Basel, um 1520 (nur in Kopien überliefert; ebd., S. 238–243). – Mit manieristischem Dekor versah Hans Bock d. Ä. seine Entw. für Hausfassaden aus dem 3. V. 16. Jh.: plastischem Rollwerk mit Medaillons und Putti (Abb. 26). Ein schlichter Triglyphen-F. mit scheibenbesetzten Metopen, der auf korinthischen (!) Säulen zu ruhen schien, trennte hingegen die von Tobias Stimmer 1570 ausgemalten Obergeschosse des Hauses „zum Ritter“ in Schaffhausen, 1570, von dessen Giebel (rekonstr. 1938–1939: Kdm. Schweiz, Kt. Schaffhausen, Bd. 1, S. 294–299, bes. S. 297, Abb. 407). – Das oberste verputzte Geschoss des Wohnturms „Zum goldenen Löwen“ in Konstanz mit Fassadenmal. um 1580 wird von einem auf Pfeilern ruhenden Gebälk mit illusionistischem Felder-F. mit Medaillons abgeschlossen (Abb. 27; [14] S. 80, Abb. 46; S. 116, Nr. 55). – Zu weiteren Beisp. aus S-Dtld. und Schweiz s. Fresko.

In Innenräumen von Privathäusern waren F. als Wandabschluß selten (wenn der geringe Bestand des Erhaltenen nicht täuscht).

Im sog. Gartensaal des Hauses Ländgasse 42 in Landshut, um 1550, sind Teile eines F. mit kämpfenden Meerwesen und Büsten erh. (Abb. 24). Daß Konstanzer Bürgerhäuser im 16./17. Jh. vielfach ausgemalt waren, u. a. mit F., bezeugen Reste von Wandmal., u. a. ein Ranken-F. mit illusionistischem Zahnschnitt im „Haus zum goldenen Schaf“, 1620 ([14] S. 93, Abb. 59; S. 101, Nr. 40).

E. Barock und Rokoko

1. Quellen

Joseph Furttenbach d. Ä. publizierte ab 1628 Handbücher über alle Anwendungsbereiche der Baukunst, in denen u. a. beispielhafte Gebäude mit F. auf Tafeln abgebildet sind.

Seine „Architectura civilis“, Ulm 1628, zeigt auf Taf. 4 eine rustizierte Palastfassade mit Superposition und einem Triglyphen-F. über dem toskanischen Erdgeschoß. Die zweigeschossige Kirchenfassade mit Dreieckgiebel und korinthischer Säulenordnung, die er in Italien gezeichnet haben will (ebd., S. 61), besitzt einen F. ohne Ornament. Die „Architectura privata“ beschreibt u. a. Portalrahmen; hier sind für die Toscana sowohl glatte als auch F. mit Triglyphen und Trophäen-Metopen vorgeschlagen (Augsb. 1641, Taf. 5).

Architekten nördlich der Alpen blieben bei der Konzeption von F. lange der normgebenden Architekturtheorie der Renss. verbunden.

Im „Seulen-Buch“ des Georg-Caspar Erasmus wird das Bestreben deutlich, die klassischen Ordnungen, die er nach eigener Angabe anhand von Vignola und H. Blum (s. Sp. 1008f.) studiert hat, durch Knorpelwerk zu modernisieren (Seulen-Buch, oder Gruendlicher Bericht Von den Fuenf Ordnungen ..., Nbg. 21667, Vorrede). Abraham Leuthner tradierte die Säulenordnungen, wie sie H. Blum nach S. Serlio (s. Sp. 1009) vorgegeben hatte, durch sein Tafelwerk „Gründtliche Darstellung der fünff Seullen …“, 1677 ([5]; Carola Wenzel, „. von wegen den Kupfer zu sparen“. Der böhm. Baumeister A. Leuthner und die Traktatlit. im 17. Jh., Marburg 1998, S. 63–67 und 77f.). Mit Diamantquadern ausgesetzt ist der F. an einem Portal ([5] Taf. 19) und an der Fassade des nach Entw. von Francesco Caratti erb. Pal. Czernin, Prag (ebd., Taf. 44), an der der F. in einzelne Platten oberhalb der vorgelegten korinthischen Säulen aufgelöst ist.

Manche Traktate der ital. Spätrenss. wurden erst im 17./18. Jh. ins Deutsche übersetzt.

Die „Quattro libri“ des Andrea Palladio (Ven. 1570) ersch. 1698 in der Übers. von Georg Andreas Böckler ([6]; dazu [100]). Neben Fassaden von Palladios Bauten bildete Böckler auch Innendekorationen ab, z. B. zwei Säle mit korinthischer Ordnung, darin F. aus einem Lorbeerstab ([6] Buch II, S. 64f.). Während Böckler die bekannten fünf Säulenordnungen nach Palladio beschrieb und abbildete, fügte Leonhard Christoph Sturm in seiner auf den Vorarbeiten Nicolaus Goldmanns beruhenden „Vollständigen Anweisung zu der Civil-Bauk.“, ed. princ. Wolfenbüttel 1696, eine sechste Säulenordnung, die „teutsche“, ein, deren gefelderter F. ovale, schildartig gerahmte Medaillons mit Lorbeergirlanden enthält (Abb. 31).

Buch VI der „Idea dell’architettura universale“ des Vincenzo Scamozzi (Ven. 1615), das die Säulenordnungen wiedergibt, wurde spätestens 1640 im Norden bekannt, als eine niederl., 1665 eine dt. und 1669 eine engl. Übersetzung erschienen.

In der Tradition der dt. „Säulenbücher“ des späten 16. Jh. (s. Sp. 1009) steht das erstmals 1686 veröffentlichte „Wienerische Architectur-, Kunst- und Säulen-Buch“ von Johann Indau; dieser legte hier eine neue, vereinfachte Methode der Proportionierung von Gebälken mit „Frieß“ und Architrav vor (2. Aufl. Augsb. 1722, S. 5; Taf. 3 ist ital. beschriftet, der F. mit „fregio“). Hoch- und spätbarocke Tafelwerke, die Bauten inklusive ihrer Innenausstattung zur Nachahmung empfahlen, gingen durch ihren Detailreichtum über die reinen Architekturtraktate hinaus.

Paul Decker d. Ä. hatte ebenso wie J. Furttenbach und G. A. Böckler eine systematische Darst. der Bauk. nach Funktionen geplant; hiervon erschien jedoch nur das Tafel werk (Fürstlicher Baumeister oder Architectura civilis ..., T. 1, Augsb. 1711, mit Anh. 1713; T. 2, Augsb. 1716, Ndr. Hdhm.-N.Y. 1978). Decker bezog v. a. franz. Vorlagen von Claude Perrault, François Blondel und Daniel Marot ein (Jürgen Zimmer, P. Decker, in: [26] S. 560–562). Innenansichten wie die „Dritte Seite der Fürstl. Hoff Capelle (T. 1, ungez. Taf.) geben ein reiches Spektrum von F.vorlagen: einen Ranken-F. mit Muscheln im Erdgeschoß, einen Akanthus-F. im Emporengeschoß und einen Lorbeerstab unterhalb der Kuppel. – Interieurs des Spätbarock mit gebauchtem F. und gemaltem Dekor zeigte Juste-Aurèle Meissonnier (Œuvre, Paris 1742–1751, Bd. 1: [43] Bd. 1, Taf. 32–35); den F. überlappende Rocaillen schmücken Wandverkleidungen des bayer. Hofarchitekten François de Cuvilliés (Livre de decorations de lambris ..., Mchn. zw. 1744 und 1755, 19. Livre T: ebd., Taf. 69; Jean Laran, F. de Cuvillies, Paris 1930, S. 9).

Für die Ornamentierung der F. wurden bis in das 2. V. 18. Jh. vielfach französische, Augsburger oder Nürnberger Stichvorlagen benutzt.

Vorlagen für den häufigen Akanthus-Dekor mit oder ohne Figuren lieferten z. B. Jean Lepautre, Leonard Heckenauer und Johann Conrad Reuttimann (Felicitas Rothe, Das dt. Akanthusornament des 17. Jh., Mchn. 1938, bes. Taf. 12–15). Johann Leonhard Eysler bezog in seine Vorlagen für Akanthus-F. bereits Bandelwerk ein ([43] Bd. 2, Taf. 114f.), das Jean Berain bekannt gemacht hatte (ebd., Taf. 179).

2. Sakralbau

a. Kirchen

F. am Außenbau von Kirchen des 17. und 18. Jh. mit vorgeblendeten Pilastern sind meist sehr schlicht. Häufig fand die Toscana (Dorica) Verwendung und damit in der Regel der Triglyphen-F.

Beisp.: Die ehem. Jesuitenkirche in Dillingen, 1610–1617, besitzt einen umlaufenden Triglyphen-F., dessen Metopenfelder axial zu den Fenstern mit Oculi durchbrochen sind (Abb. 28; zu deren Funktion: Dagmar Dietrich, Die Dillinger Studienkirche ..., in: Rolf Kießling [Hg.], Die Univ. Dillingen und ihre Nachfolger [Jb. des Hist. Ver. Dillingen 100, 1999], S. 449–503, bes. S. 474–477, mit Abb.). Eine Superposition von Toscana, Ionica und Corinthia mit glatten F. zeigt bereits die Fassade des Salzburger Doms von Santino Solari, 1614–1628; die F. verkröpfen sich über die vortretenden Türme ([69] S. 235f., Nr. 1, Taf. S. 76). An der Stiftskirche von Weyarn, Obb., 1687–1693 von Lorenzo Sciasca, greifen Konsolen in den glatten F. ein (Emmeram Oberberger, Stiftskirche Weyarn, Rgb. 91994 [Schnell, K.führer, 612]). Den Außenbau des Doms von Fulda, 1700–1712 von Johann Dientzenhofer, umzieht im Erdgeschoß ein F., dessen Triglyphen die Säulen und Pilaster akzentuieren und damit keine gleich breiten Metopenfelder bilden (Anton und Thomas Schmitt, Der Dom zu Fulda, Fulda 242000, S. 7 und 10).

Toscana mit Triglyphen-F. sowie Ionica und Corinthia mit zusätzlichem Zahnschnitt schmücken den Außenbau der ehem. Jesuitenkirche von Bamberg, 1686–1693 von Georg Dientzenhofer (Renate Baumgärtel-Fleischmann und Stephan Renczes, 300 Jahre Jesuitenkirche/St. Martin Bamberg, 1693–1993, Bamberg 1993, Farbtaf. 3). An der Fassade der Jesuitenkirche von Mannheim, Rohbau 1738–1749, schließt ein Gebälk mit Triglyphen-F. das Erdgeschoß mit toskanischen Pilastern ab, das zweite Geschoß mit ionischer Ordnung ein glatter F. mit Zahnschnitt (Eva-Maria Günther, Jesuitenkirche Mannheim, Lindenberg 2005, S. 4f.).

Das System, in dem Gebälke mit F. über Wandvorlagen verkröpft sind (s. Sp. 1012), überwog in der Architektur des 17. und 18. Jh. bis zum Beginn des Klassizismus.

An der Fassade der ehem. Zisterzienserkirche St. Urban, Kt. Luzern, voll. 1715 von Franz Beer, sind an den Untergeschossen des Mittelrisalits und der Türme das Gebälk mit F. verkröpft ([34] S. 434f.).

Häufig wurde die Verkröpfung von Balthasar Neumann angewandt, z. B. in Trier, St. Paulin, 1738–1743; Kitzingen-Etwashausen, Kap. Heiligkreuz, 1741–1745; Wallf.k. Maria Limbach, 1751–1755; Würzburg, Wallf.k. Käppele, 1748–1752 (Ausst.kat. „Aus B. Neumanns Baubüro. Pläne der Slg. Eckert ...“, Würzburg 1987, Abb. S. 57, 65, 77 und 83; Risse: S. 216, Nr. 113, S. 220, Nr. 116, S. 225, Nr. 119). An den Flanken der Wallf.k. Maria Himmelfahrt, Vierzehnheiligen, ist der F. unter der Dachtraufe des Obergadens über die Strebepfeiler hinweggezogen, der F. über den bossierten Lisenen des Untergeschosses von den Fensterumrahmungen unterbrochen (Pläne 1744; ebd. S. 240, Nr. 133, Abb. S. 243).

Im 18. Jh. wurden F. entsprechend den kurvierten Fassadenwänden und Gebälken vielfach konkav oder konvex geführt.

Dies gilt z. B. für den F. an der Fassade des Neumünsters, Würzburg, von Joseph Greising, mit Inschr. von 1716, deren vortretender Mittelrisalit mit zweigeschossiger korinthischer Ordnung konkav einschwingt, wogegen die Seitenabschnitte winklig nach außen gebrochen sind (Abb. 32; Hanswernfried Muth, Neumünster Würzburg, Mchn.-Zh. 101986 [Schnell, K.führer, 247]). Die Kirche des Zisterzienserstifts Rein, Stm., gew. 1747, deren Fassade korinthische Säulen vorgelegt sind, zeigt nur oberhalb von diesen ein vorkragendes Gebälk mit gebauchtem F. (Norbert Müller, Stift Rein, Salzb. 1993, Außentitel).

Kirchtürme in Graubünden und im Tessin wurden im 17. und 18. Jh. häufig mit einem farbig ornamentierten F. unter der Dachtraufe versehen ([34] S. 534–557).

Gemalte F. unter der Dachtraufe gotischer Kirchen wurden im Barock gelegentlich in zeitüblicher Weise erneuert.

An der Wallf.k. Maria Ramersdorf in München, einem Bau von 1399–1466, wurde um 1675 der schmale F. neu gemalt (1973 rest., unter dem Dach der Sakristei im Originalzustand erh.), der in einzelnen Abschnitten unterschiedlich ornamentiert ist: an der S- und O-Seite des Chorpolygons mit illusionistischen Sternen in Weiß und Grau auf rotem Grund, an der Nordostseite mit liegenden Rauten in Rot und Weiß (Andreas Hildmann und Norbert Jocher, Die Münchner Kirchen ..., Rgbg. 2008, Abb. S. 208), an der SW-Seite mit marmorierten Feldern.

Im Innenraum wurden F. meist reicher als am Außenbau mit Hilfe von Stuck oder Malerei dekoriert (Abb. 30). Bei solchen Bauten sind häufig Halbsäulen oder Pilaster vorgelegt, der F. über ihnen ist oft verkröpft.

Dessen Ornamentik folgte den stilistischen Präferenzen der Zeit: Im 17. Jh. bevorzugte man Akanthus, zw. 1700 und 1730 Bandelwerk, Gitterornament unterschiedlicher Art, nach 1740/1750 auch Rocaille.

Beisp.: Nur kleine Teilstücke eines F. mit stuckierten Engelsköpfchen in Eierstabkassetten tragen die korinthischen Pilaster vor den Wandpfeilern der Stadtpfarrk. Mariae Himmelfahrt in Weilheim, Obb., 1624 entw. von Hans Krumpper, gew. 1631, mit Stuck von Jörg Schmuzer (Reinhard Schmid, Mariae Himmelfahrt, Weilheim i. Obb., Rgb. 31998 [Schnell, K.führer, 1317], Abb. S. 5 und 10f.). – Der F. im Innenraum des Salzburger Doms, vor 1628 unter Leitung von Santino Solari, ist mit plastischen Blattranken ausgesetzt, jedoch in den über den Doppelpilastern vorkragenden Gebälkstücken durch glatte Felder unterbrochen (Verena Friedrich, Der Dom zu den hll. Rupert und Virgil in Salzburg, Passau 2007 [Peda-K.führer, 676], S. 22f., Abb. S. 29). – Die um 1655 stuckierte Benediktinerabteikirche von Lambach hat in Lhs. und Chor einen F. mit einzeln applizierten Fruchtgebinden und Sträußen, der sich mit der kompositen Pilasterordnung verkröpft (Walter Luger, Stift Lambach, Linz 51982, S. 9). – Auch die Doppelpilaster im Innenraum der Kirche Mariahilf in Innsbruck, 1660–1689, setzen sich in vorkragendem Gebälk und F. fort, der hier mit Festons belegt ist ([55] Bd. 52,2, Abb. 713f.).

Stuckateure der Wessobrunner Schule statteten mehrere schwäb. und bayer. Kirchen mit ornamentierten F. aus (Hans Rohrmann, Die Wessobrunner des 17. Jh. ..., St. Ottilien 1999), so z. B. die Kirche des Klosters Wettenhausen, 1682–1685, mit einem die Pfeiler umlaufenden F. aus Ranken und Putti (Sr. Katharine Wimpeck OP, Wetsenhausen. Kath. Pfarrk. ehem. Klosterkirche, Lindenberg 2008, Abb. S. 11f.). In der vor 1704 stuckierten Klosterkirche von Irsee setzte Joseph Schmuzer nur einzelne Akanthus-Ornamente unter einem Kranzgesims mit Eierstab an die F. der Wandpfeiler (Karl Pörnbacher, Kloster Irsee, Weißenhorn 1999, Abb. 9, 26, 28 und 30). – Durch den gesamten Bau der Stiftskirche von St. Florian, O.Ö., zieht der Akanthus-F. mit spielenden Putten von Giovanni Battista Carlone, um 1690 ([62] S. 67, Abb. 10–12 und 14). In der 1693 gew. ehem. Augustiner-Chorherren-Kirche von Waldhausen, O.Ö., schmückt die Seitenflanken der Wandpfeiler ein tief hinterschnittener Akanthus-F. aus Stuck, während die Pfeilerstirnen ausgemalte Kartuschen tragen (Abb. 29; [69] S. 244, Nr. 11 mit Taf. S. 80). – Selten sind Triglyphen-F. im Innenraum, wie z. B. in dem mit toskanischer Pilasterordnung dekorierten Arkadengeschoss des Lhs. von St. Ignatius in Landshut, 1631–1641 (Erich Stahleder, Ehem. Jesuitenkirche St. Ignatius in Landshut, Mchn.-Zh. 1987 [Schnell, K.führer, 1200], Abb. S. 5 und 7).

Im 18. Jh. bevorzugte man einen im Relief flacheren, jedoch formal und technisch vielfältigeren F.-Dekor.

Bandelwerk mit Palmzweigen enthält der F. in der Peterskirche, Wien, Stuck von Albert Camesina, 1713–1717 (Bruno Grimschitz, Johann Lucas von Hildebrandt, Wien 1932, S. 38–42; Peter Heinrich Jahn, J. L. von Hildebrandt [1668–1745] ..., Petersberg 2011 [Stud. zur internat. Archit.- und Kg., 87], Abb. 21, 26, 42 und 90); Bandelwerk schmückt die F. an den Wandpfeilerstirnen im Lhs. der ehem. Benediktinerabteikirche St. Peter im Schwarzwald von Peter Thumb, 1724–1727 (Hans-Otto Mühleisen, St. Peter im Schwarzwald, Rgb. 1995, Abb. S. 37), ebenso wie F. in der Stiftskirche Weyarn (s. Sp. 1028). Rosengitter und Bandel werkstuck von Giovanni Niccolo Perti und Pietro Francesco Appiani bilden den Dekor des F. über den Fenstern des Untergeschosses der ehem. Zisterzienserabteikirche Fürstenfeld, Obb., ab 1729 (Michael Andreas Schmidt, Der Stuckdekor der Klosterkirche, in: Werner Schiedermair [Hg.], Kloster Fürstenfeld, Lindenberg 2006, S. 179–187, bes. S. 180 sowie Abb. S. 13–15 und 17). Marmorierte Kartuschen zieren den F. im Chor der Benediktinerabteikirche von Einsiedeln, 1721–1726 von Caspar Moosbrugger err., mit Ausstattung von Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, 1726–1728 (Kdm. Schweiz Bd. 100, S. 308f. und S. 440, Abb. 432; so auch in der ehem. Jesuitenkirche Mannheim, 1749 [s. Sp. 1028]). Leicht gebauchte F. fanden im 2. V. 18. Jh. Verwendung, z. B. im Freisinger Dom, Neudekoration ab 1723 von C. D. und E. Q. Asam (Sigmund Benker, Freising. Dom und Domberg, Königstein i. T. 1975, S. 33, 38 und 40f.), in der Benediktinerabteikirche von Melk, unter Leitung von Jakob Prandtauer ausgestattet bis 1739 (Gerhard Flossmann und Wolfgang Hilger, Stift Melk und seine K.schätze, St. Pölten-Wien 1976, Abb. 12f., 22 und 24) und in der Wieskirche bei Steingaden, Obb., 1746–1750 (Die Wies. Gesch. und Rest., Mchn. 1992 [Arbeitshh. des Bayer. LA für Dpfl., 55], Taf. Vf. und XI). Mit einzeln gesetzten Rocaillen oder Putten wurden die F. nach der M. 18. Jh. stuckiert, z. B. in der Benediktinerabteikirche von Ettal, Obb., 1762 gew. (Laurentius Koch OSB, Basilika Ettal, Ettal 21996, Abb. S. 20f.) und der Wallf.k. Altomünster, Obb., zw. 1766 und 1773 (Altomünster. Pfarr- und Klosterkirche St. Alto und St. Brigitta, Lindenberg 2006, Abb. S. 6, 16f. und 22).

b. Klosterbauten

Konventgebäude sind, sofern sie architektonisch dekoriert wurden, in der Regel von den Säulenordnungen bestimmt. Nur selten kommt ein gegen die Dachtraufe gesetzter F. als einziges Element der Gestaltung am Außenbau vor.

Bei den Stiftsgebäuden von Seckau, Stm., ist dieser F. nach Art eines Triglyphen-F. mit gestaffeltem Gesims am Oberrand angelegt (NW- und S-Flügel 1657 fertiggestellt); nur am Untergeschoß des S-Turms haben die Platten Diglyphen. Zu einer ähnlichen Lösung in Sgraffito mit Köpfen in den Metopen in St. Lambrecht, Stm., s. [55] Bd. 31, S. 90; [69] S. 241f., Nr. 8).

Die Einführung der Kolossalordnung bewirkte vielfach eine Reduktion des F. auf Partien oberhalb der Pilasterkapitelle.

Das Kolleg bzw. Profeßhaus der Jesuiten „Am Hof“ in Wien und die Kirche „Zu den neun Chören der Engel“ wurden 1657–1662 von Filippo Luchese mit einer gemeinsamen neuen Fassade versehen. Über den toskanischen Riesenpilastern sind dem F. Triglyphen eingefügt (Richard Bösel, Die Fassade der Kirche am Hof . , Kunsthistoriker. Mitt. des österr. Kh.verbandes 4, 1987, S. 40–47; [69] S. 240f., Nr. 7). – Die mit kompositen Pilatern in einer drei Geschosse übergreifenden Kolossalordnung dekorierte W-Fassade des Augustiner-Chorherrenstifts St. Florian, O.Ö., von Carlo Antonio Carlone und Jakob Prandtauer, um 1700–1709, schließt ein Gebälk mit glattem F. ab, der oberhalb der Pilasterkapitelle verkröpft ist, ähnlich an den Risaliten im Stiftshof ([62] S. 92–105, Abb. 23 und 25f.).

„Kaisersäle“ oder andere Repräsentationsräume großer Klöster enthalten ebenfalls häufig dekorierte F. (Beisp. bei Wolfgang Augustyn, Kaisersaal und Fürstenzimmer ..., in: Hans-Rudolf Sennhauser [Hg.], Pfalz – Kloster – Klosterpfalz. St. Johann in Müstair ..., Zh. 2010, S. 267–281).

3. Profanbau

a. Schloßbauten

Für Schloßfassaden des Barock und Rokoko spielte die Nobilitierung durch Säulenordnungen zwar nach wie vor eine Rolle; jedoch trat die Bedeutung des Gebälks mit F. zurück, da die klassischen Bestandteile überwiegend unkanonisch angewandt wurden.

Rustizierte Fassaden des 17. und 18. Jh., die der dorischen Ordnung zugerechnet wurden, besitzen nicht selten einen Triglyphen-F.

Am Schloß in Žagan/Sagan, Oberschlesien, 1670–1695 von Antonio della Porta, sind die Fassaden durch rustizierte Lisenen gefeldert und durch einen F. mit gemalten Triglyphen abgeschlossen (Kdm. Prov. Schlesien 3, S. 161; Konstanty Kalinowski, Architektura barokowa na Słasku w drugiej polowie XVII wiecku, Breslau usw. 1974 [Polska akademia nauk. Instytut sztuki, studia z historii sztuki, XXI], S. 84–89, Abb. 63f.).

Eines der wenigen süddt. Beisp. für eine Rustikagliederung der Fassade im 18. Jh. ist Schloß Unterleiterbach, Ldkr. Bamberg, von Justus Heinrich Dientzenhofer, 1737–1739 (Milada Vilímková und Johannes Brucker, Dientzenhofer ..., Rosenheim 1989, S. 70, Abb. S. 209).

Glatte F. und F. mit Konsolen sind jedoch häufiger.

Johann Christoph Knöffel verwandte bei sächs. Schloßbauten des 18. Jh. mehrmals einen glatten F. im Gebälk als Wandabschluß; die Wandgliederung erfolgte durch Blendfelder: Dresden, Ritterakad., 1723–1725 (Walter Hentschel und Walter May, J. Ch. Knöffel …, Bln. 1973, [Abhn. der sächs. Akad. der Wiss. zu Leipzig. Philol.-Hist. Klasse, Bd. 64, H. 1], S. 13, Abb. 10f. und 85; nach 1945 abgetragen); Kurländer Pal. 1728–1730 (Foto ZI Nr. 395832 [Zustand vor 1945]), Pal. Sułkovski, entw. 1734 (ebd., S. 16f., Abb. 30; weitere Beisp.: Abb. 34f., 89–91, 95, 102).

Der Mittelpavillon an der Gartenseite des Unteren Belvedere in Wien, 1712–1715 von Johann Lucas von Hildebrandt, besitzt einen F. mit paarweise angeordneten Konsolen ([92] S. 164–167); mit ähnlichen F. wurde das Piano nobile des Oberen Belvedere 1722–1724 versehen (Peter Stephan, Das obere Bevedere in Wien …, Wien usw. 2010, Abb. 2f. und 6). Die Fassade des Pal. Harrach an der Freyung von Domenico Martinelli und dessen Projekt für das Pal. Sinzendorf aus den 1690er Jahren zeigen bereits vergleichbare Motive (Hellmut Lorenz, D. Martinelli und das Pal. Harrach, in: Pal. Harrach ..., Wien 1995, S. 41–51, Abb. 28–30 und 34).

An der zur Burg gehörenden Reithalle von Jean Baptiste Mathey auf dem Hradschin in Prag, 1694, sind im F. Büsten, springende Pferde und Gerät zur Jagd wiedergegeben.

Im 18. Jh. wurde der Dekor der Fensterbekrönung in Einzelfällen auf den F. darüber ausgedehnt.

Beisp.: Trier, Pal. Kesselstatt, 1740–1745, Johann Valentin Thomann (Eberhard Zahn, Trier, Mchn.-Bln. 21982, Abb. 43); Straubing, ehem. Rentamt, 1739 ([67] S. 132, Taf. 69a).

Alle repräsentativen Innenräume von Schlössern konnten mit F. versehen werden; ihr Dekor ist oft dem Raumthema angepaßt. Jedoch wurden im 18. Jh. statt klassischer Gebälke mit F. vielfach Hohlkehlen bevorzugt, die den Übergang von Wand und Decke verschleifen.

Beisp.: Im sog. Groteskensaal des Unteren Belvedere in Wien sind im Dekor des F. Ranken und groteske Figuren, mit denen Jonas Drentwett 1714–1715 nach Vorlagen von Jean Berain die Wände überzog, vereinfacht aufgegriffen ([92] S. 309–314, Taf. 11). – Den sog. „Monströsensaal“ im Schloß Moritzburg, Sachsen, ausgestattet von Raymond le Plat zw. 1728 und 1731, schmückt oberhalb von gobelinartigen Ledertapeten und den namengebenden verwachsenen Geweihen ein vergoldeter Stuck-F. mit Palmetten, Blattwerk, Männerköpfe und Flammenvasen (Hans-Günther Hartmann, Moritzburg . , Weimar 1989, S. 105–109, Abb. 95). – Eine Verschleifung des mit Volutenkonsolen besetzten F. mit dem Deckengewölbe zeigt z. B. die Große Galerie in Schloß Schönbrunn, Wien, umgestaltet 1755 von Nikolaus Pacassi (Elfriede Iby und Alexander Koller, Schönbrunn, Wien 2000, S. 101, Abb. S. 102–105).

Auch große Treppenhäuser wurden vielfach mit F. versehen.

Beisp.: Den oberen Treppenlauf im Großen Treppenhaus des Berliner Schlosses, vor 1707 von Andreas Schlüter (gesprengt 1950), begleitete ein Triglyphen-F., der so als Gebälkteil des unteren Treppenlaufs erschien (Renate Petras, Das Schloß in Berlin …, Bln.-Mchn. 1992, S. 58f.). – Das Prunktreppenhaus im Pal. Daun-Kinsky, Wien, ab 1713 von J. L. von Hildebrandt mit Stuckaturen von Alberto Camesina, zeigt im Obergeschoß über korinthischen Pilastern einen F. mit Trophäen (Hellmut Lorenz und Wilhelm Georg Rizzi, Johann Lukas von Hildebrandts Palast für den Grafen Daun, in: Pal. Daun-Kinsky, Wien 2001, S. 35–67, bes. S. 53–58, Abb. 48–50). – Das Treppenhaus in Schloß Weißenstein hat einen durchgehenden Akanthus-F., stuckiert 1717 von Daniel Schenk (Heinrich Kreisel, Das Schloß zu Pommersfelden, Mchn. 1953, S. 26, Abb. 14–16). – Das Treppenhaus im Neuen Schloß Schleißheim, Obb., wurde 1720–1722 mit stuckierten F. von J. B. Zimmermann versehen, die Putti mit Löwen und Waffen, Gehänge mit Trophäen, Maskarons sowie Gitter und StreiSenfelder, verbunden durch Ranken und Bandelwerk, zeigen (Christina Thon, J. B. Zimmermann als Stukkator, Mchn. usw. 1977, S. 302, Abb. 58).

b. Bürgerhäuser

In Süddeutschland gab es an den Häusern wohlhabender Bürger gelegentlich eine Geschoßgliederung mittels dekorierter F. Obwohl L. C. Sturm die Verwendung von Säulenordnungen an Privathäusern „unanständig“ fand, bildete er Beispiele für entsprechende Fassaden ab, so ein Haus mit toskanischen Kolossalpilastern und einem Gebälk mit Triglyphen-F. (Vollst. Anweisung Innerer Austheilung der Gebäude ..., Augsb. 1720, Bl. C1v, Taf. [I] 1f. ). Tatsächlich waren illusionistisch mit einer Riesenordnung dekorierte Hausfassaden im 18. Jh. – zumindest in Augsburg – nicht selten, wie Zeichnungen und Nachstiche belegen.

In Landshut wurden in der 2. H. 17. Jh. Hausfassaden mit einem F. in Rauhputz versehen: z. B. die Häuser Kirchgasse 234 von 1677 und Altstadt 81 von 1681, beide F. rest. ([67] S. 84f., Taf. 86c und 133). – Traufständige Häuser mit gemalten F. oberhalb von einer Kolossalordnung gab es mehrfach in Augsburg, z. B. am Oblatischen Haus mit Masken oberhalb von korinthischen Säulen, ehem. Maximilianstr. 42, am Haus des Antonio Brentano Mezzegra, ebendort, Nr. 59, mit Blendfeldern von Johann Georg Bergmüller, 1737, und am Kathanhaus, Kapuzinergasse 10, Dekor M. 18. Jh., mit F.-Teilstücken oberhalb der kompositen Pilasterordnung (Doris Hascher, Fassadenmal. in Augsburg vom 16. bis zum 18. Jh., Augsb. 1996 [Schwäb. Geschichtsquellen und Forschgn., 16], S. 309–312, Nr. 47, Taf. 47; S. 390–392, Taf. 77; S. 407–410, Taf. 84).

Innenräume von Bürgerhäusern hatten seit dem 17. Jh. ebenfalls nicht selten stuckierte F., obwohl sie – wie in Schloßräumen – im Spätbarock zugunsten von Hohlkehlen als Wandabschluß weitgehend aufgegeben wurden.

Beisp. in Nürnberg: Fembohaus, Burgstraße 15, Vorplatz im zweiten Obergeschoß, F. 1674 von Carlo Brentano mit Akanthus und geflügelten Mischwesen ([91] S. 229, Abb. 313f.; Haus Tetzelgasse 37, Saal, E. 17. Jh., mit einem gleichartigen F. von C. Brentano ausgestattet (1945 zerst.; ebd., S. 700, Abb. 850f. und 856; Wilhelm Schwemmer, Das Bürgerhaus in Nürnberg, Tüb. 1972 [Das dt. Bürgerhaus, 16], Abb. T 128b und T 125).

F. Klassizismus

1. Quellen

Für Kirchenbauten wurde in Österreich 1770 eine landesfürstliche Verordnung erlassen, in der die „Vermeidung . äußerlichen Zierraths“ gefordert ist ([35] S. 59). In Kurbayern wurde 1770 ein Generalmandat veröffentlicht, in dem die „Beybehaltung einer reinen und regelmäßigen Architektur“ angeordnet wurde, bei der „alle überflüssige Stukkador- und andere öfters ungereimte und lächerliche Zierrathen abgeschnitten ... werde“; statt dessen schrieb man „eine der Verehrung des Heiligthums angemessene edle Simplicität“ vor (ebd., Q 1, S. 9).

Die um 1780/1790 einsetzende Phase des Klassizismus ist geprägt von zunehmender Kenntnis antiker griechischer Bauwerke, insbesondere auf Sizilien. Bestärkt wurde diese Haltung durch den seit M. 18. Jh. vor allem von England ausgehenden, sich immer stärker durchsetzenden Palladianismus.

Für den F. führten Vermessungen zu Kritik an der Überlieferung; vgl. die Tagebucheintragung von Heinrich Gentz 1792 zum „Tempel des Jupiter Olympicus“ (Tempel B) in Agrigent: „Ferner findet man bey den alten meist immer, dass der Architrav entweder mit dem F. gleiche Höhe hatte oder doch nur um weniges höher war. Hier aber ist der Unterschied sehr merklich 13P 1ʺ und 11P 7½ʺ“ (Michael Bollé und Karl-Robert Schütze, Reise nach Rom und Sizilien, 1790–1795. Aufzeichnungen und Skizzen eines Berliner Architekten. Heinrich Gentz 1766–1811, Bln. 2004, S. 97; ähnlich z. B. eine Bemerkung Karl Friedrich Schinkels um 1820: [89] 14, S. 79).

Für den F. als Teil des Gebälks sind die Vorgaben der Säulenordnungen maßgebend. Dementsprechend erscheint der F. auch in Vorlagenwerken, z. B. bei [38].

2. Sakralbau

Am Außenbau von Kirchen ist der F. meistens ohne Dekor, falls nicht die dorische Ordnung mit ihrem Triglyphen-Metopen-F. verwendet wurde.

Auch im Inneren ist der glatte F. die Regel, und nur ausnahmsweise sind Festons angebracht.

Beisp. sind in Süddtld. die ehem. Damenstiftskirche in Bad Buchau am Federsee, Kr. Biberach, Umbau 1773–1783 von Pierre Michel d’Ixnard ([102] S. 117, Abb. 68f.; Erich Franz, Pierre Michel d’Ixnard 1723–1795. Leben und Werk, Weißenhorn 1985, Abb. S. 137–139 und 141), Bad Wurzach, Kr. Ravensburg, Pfarrk. St. Verena, 1775–1777 von Christian Jäger ([102] S. 133, Abb. 82) sowie in Schwindkirchen, Kr. Erding, Pfarrk. Maria Himmelfahrt, 1782–1785 von Leonhard Matthäus Gießl (ebd., Abb. 103f.; [35] S. 30–35, Abb. 9f.).

3. Profanbau

Rustizierte Fassaden profaner Bauten können auch ohne Wandvorlagen einen Triglyphen-Metopen-F. haben, da die Rustika der toskanischen Ordnung zugerechnet wurde.

Beisp.: Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff, Entw. zum Pantheon (?) im Park von Schloß Wörlitz, 1794 ([85] Abb. S. 91).

Bei der Ausgestaltung von Innenräumen in Schlössern wurden antike und mittelalterliche Stilelemente zitiert und neu kombiniert, so griechische, römische oder pompejanische (Abb. 33), ferner auch gotische und orientalisierende Motive. Die Wandgliederung erfolgte üblicherweise durch Lisenen, der F. bildet den Wandabschluß.

In den Räumen des von F. W. von Erdmannsdorff 1768–1771 erb. Schlosses („Landhauses“) in Wörlitz sind die F. höchst unterschiedlich ornamentiert (Michael Rüffer, Das Schloß in Wörlitz ..., Mchn.-Bln. 2005 [Forschgn. zum Gartenreich Dessau-Wörlitz, 2], S. 172–183, Taf. 17–25). Ebenso sind im Schloß Luisium in Dessau-Waldersee, 1774–1778, eine Vielzahl von F.-Formen in verschiedenen Techniken erh. (Stuck, Malerei, Applikation von Kupferstichen): Im SO-Zimmer des Obergeschosses der F. mit wellenförmig verflochtenen Lorbeerzweigen und Rosetten ([45] 2,1, S. 199), im NO-Zimmer der F. mit weißen Stuckrosetten ([85] Abb. S. 125; [45] 2,1, S. 204, Taf. 139a) und im Graph. Kab. ein F. aus Kupferstichen (Uwe Quilitzsch, Das Luisium im Dessau-Wörlitzer Gartenreich, Mchn.-Bln. 2000, Abb. S. 13). Im „Pavillon auf dem Stein“, der sog. Villa Hamilton, im Schloßpark von Wörlitz, 1788 von Erdmannsdorff entw., sind die breiten F. aller drei Räume durch stuckierte Pilaster unterteilt; im ersten Zimmer sind zw. diesen Kupferstiche mit dem Einzug Alexanders des Großen in Babylon angebracht, im zweit en Zimmer von Johann Fischer Opfer- und Jagdszenen gemalt, im dritten von Friedemann Hunold dem Sonnenaufgang entgegentanzende, durch eine Blumengirlande verbundene Horen als flache Reliefs auf porphyrfarbenem Grund stuckiert (August Rode, Beschr. des Fürstl. Anhalt-Dessauischen Landhauses und Engl. Gartens zu Dessau, Dessau 21798, S. 222 und 226; [45] 2,2, S. 192, Taf. 104; Reinhard Alex, Insel Stein und Villa Hamilton in Wörlitz, Mchn.-Bln. 2005 [DKV-K.führer 565/5]).

F. mit antikisierendem Akanthus und Rosetten gab es in nach Entw. von Emanuel Joseph von Herigoyen ausgestatteten Räumen in Schloß Johannisburg in Aschaffenburg, um 1780, 1945 zerst. (Hermann Reidel, Emanuel Joseph von Herigoyen. Kgl. bayer. Oberbaukommissar 1746–1817, Mchn.-Zh. 1982, S. 26–28, Abb. 18 und 23–25). – Im Stadtschloß von Berlin zeigte das 1787–1789 von Karl von Gontard eingerichtete „Weiße Zimmer“ der Königskammern einen F. mit Kanneluren (Goerd Peschken und Hans-Werner Klünner, Das Berliner Schloß, FfM. und Bln. 21982, S. 510, Abb. 204 und 206), das Konzertzimmer einen F. mit Akanthusornament (ebd., Abb. 207–209). Unter den zur selben Zeit nach Entw. von F. W. von Erdmannsdorff eingerichteten Räumen ist der F. im Paradesaal durch Konsolenpaare und Metopen mit geflügelten Blitzbündeln besetzt, der F. im Speisesaal mit Blütenmedaillons sowie Frucht- und Blütengirlanden im Wechsel (ebd., S. 512 und 514; Abb. 210 und 220f.).

Bei orientalisierenden Parkbauten wurden als osmanisch empfundene Zierformen im F. verwendet. So schließt bei der Moschee im Schloßpark von Schwetzingen, um 1779–1793 von Nicolas de Pigage, der Tambour außen mit einem Spitzbogen-F. auf Blütenkonsolen gegen die Kuppel ab. Innen besteht der F. aus einer Folge hochrechteckiger, mit Blattwerk gefüllter Felder mit Eselsrücken an den Schmalseiten und gedrehten Rundstäben dazwischen; in den Seitenräumen des Kuppelsaals sind die Blendfelder des Spitzbogen-F. von achteckigen Sternen durchbrochen (Wiltrud Heber, Die Arbeiten des Nicolas de Pigage in den ehem. kurpfälzischen Residenzen Mannheim und Schwetzingen, Worms 1986 [Mss. zur Kw., 10], T. II, S. 612 und 623).

Im frühen 19. Jh. wurde noch immer die Dorica bevorzugt. Am Außenbau wurde deshalb, wenn nicht auf Dekor ganz verzichtet wurde, der Triglyphen-Metopen-F. verwendet.

Letzterer wurde auch bei einfachen Bauwerken ohne Säulenstellung verwendet, z. B. von Karl von Fischer bei den Plänen für das Direktionshaus am Botanischen Garten in München ([10] S. 211, Nr. 10.5–10.12, Abb. S. 103 und 105) und für den Umbau der Kirche St. Jakob am Anger ebendort, beide 1810 (Ausst.kat. „Klassizismus in Bayern, Schwaben und Franken“, München 1980, S. 108f., Abb. S. 109 unten), von Friedrich Weinbrenner für die Torhäuser des Mühlberger Tores in Karlsruhe 1821 ([98] S. 115, Abb. 83).

Die Metopen des dorischen F. können Figuren oder Ornament tragen oder sind glatt.

Leo von Klenze erklärte auf die Frage nach dem Bilderschmuck der Metopen im dorischen F. der Walhalla 1835, daß die Vermehrung von Arbeit und Kosten durch 92 Reliefs in fast 2/3 Lebensgröße außerordentlich und die Malerei der Würde und Größe der Walhalla nicht angemessen sei, so bliebe nichts übrig, als die Metopenräume leer zu lassen ([95] S. 80 und 345 Anm. 203; Hubert Glaser [Hg.], Kg. Ludwig I. von Bayern und Leo von Klenze. Der Briefwechsel, T. 2, Bd. 2, Mchn. 2007 [Quellen zur neueren Gesch. Bayerns, 5, II,2], S. 558, Nr. 11 und S. 573, Nr. 7).

Vereinzelt ist der dorischen Ordnung ein glatter (ionischer) F. zugeordnet.

K. F. Schinkel wählte diese Zusammenstellung bei der Neugestaltung der Ostfassade der Kirche in Neuhardenberg, Ldkr. Märkisch Oderland, 1814–1817: Der Chorseite ist eine Schauwand mit dorischen Säulen und Pfeilern mit ionischem Gebälk samt F. vorgelegt ([89] 10, S. 127, Abb. 130–132; allgemein zum F. bei Bauten dorischer Ordnung von Schinkel: Wolfram Hoepfner, Zur Dorischen Ordnung bei Karl Friedrich Schinkel, in: Willmuth Arenhövel und Christa Schreiber [Hgg.], Berlin und die Antike ..., Bln. 1979, Bd. 2, S. 481–490).

Dorische Ordnung mit glattem F. zeigt auch das Wacht- und Zollhaus von Peter Speeth in Würzburg, 1813–1822 ([72] Abb. S. 120 oben; Ingrid Haug, Peter Speeth. Architekt 1772–1831, Bonn 1969, S. 136–140).

An der 1913 abgebrochenen Fronveste am Unteranger 3 in München von Johann Nepomuk Pertsch, 1820–1826, griffen die Keilsteine der waagrechten Fensterstürze im obersten Geschoß auf den glatten F. unter der Dachtraufe mit den das Hauptgesims tragenden Konsolen aus (Hans Karlinger, München und die dt. K. des XIX. Jh., Mchn. 1933, S. 16, Abb. 2; Planzchg.: Ausst.kat. „Klassizismus in Bayern, Schwaben und Franken. Architekturzchgn., 1775–1825“, München 1980, S. 107f. mit Abb.).

An der Neuen Wache in Berlin von K. F. Schinkel, 1817–1818, sind den glatten F. in den Achsen der dorischen Säulen geflügelte Viktorien nach Modellen von Johann Gottlieb Schadow vorgesetzt ([89] 11, S. 161–167, Abb. 160–162, 165 und 168f.); in K. F. Schinkel, Slg. archit. Entwürfe. Neue Ausg., Potsdam 1841–1845 (Ndr. Nördlingen 2005), 18. Lfg., Nr. 104f., ist dem F. zudem entlang des oberen Sims ein (gemalter?) Mäander einbeschrieben. Im F. der Portikus an der Ostseite von Schloß Charlottenhof in Potsdam-Sanssouci, Umbau 1 826 durch K. F. Schinkel, sind in den Achsen der dorischen Säulen Lorbeerkränze angeordnet (Hans Hoffmann, Schloß Charl otsenhof und die röm. Bäder, Amtlicher Führer, Potsdam 1971, Abb. 1–4).

a. Ornament-F.

In der klassizistischen Architektur kommen vermehrt geometrische Muster im F. vor, ferner ist die Nachahmung und Anverwandlung antiker Motive charakteristisch (Abb. 37).

Häufiges Ornament war der Mäander.

Einen Hakenmäander plante Friedrich Gilly 1799 für das Schauspielhaus in Königsberg in Ostpreußen (Kopien der Pläne von Karl Friedrich Langhans [?]; Ausst. kat. „Friedrich Gilly 1772–1800 und die Privatgesellschaft junger Architekten“, Berlin 1984, S. 153 Nr. 76, mit Abb.). – Ein Mäander-F. schließt an dem Wohnhaus an der Allee nach Sanssouci 5, um 1820, die Fassade gegen die Dachtraufe ab ([75] Textt., Abb. 100; Aufmaß), ebenso am Haus Bergstraße 34, um 1800 ([76] Abb. S. 56). – Am Vieweghaus in Braunschweig, von David Gilly 1800–1805, trennt ein Mäander-F. und Abschnitte mit eingefügten Quadratfeldern die Untergeschosse vom Hauptgeschoß ([47] Beih. 6, S. 134–136, Abb. 93f. und 97–99).

Ein ähnliches gemaltes Bandornament gab es im F. des Gebälks im Kuppelraum von St. Hedwig in Berlin, 1772/1773 von Bernardino Galliari (beim Umbau 1930–1939 entfernt; Max Hasak, St. Hedwig in Berlin und ihr Erbauer Friedrich der Große, Bln. 1932, Abb. S. [236f.]; Sibylle Badstübner-Gröger, Die St. Hedwig-Kath. zu Berlin, Bln. 1976 [Das chr. Dkm., H. 99], S. 17); vgl. Potsdam, Wohnhaus Berliner Straße 3, F. zw. Erdgeschoß und Obergeschoß von 1817 ([75] Textbd., S. 478, Tafelbd., Taf. 30a und 238d).

Palmetten-F. kommen sowohl am Außenbau wie im Inneren von Profanbauten vor.

Ein Palmetten-F. war an der Münze in Berlin von Heinrich Gentz, 1798–1800, als Abschluß des Risalits gegen den Giebel angebracht (1886 abgebrochen; [9] S. 305f., mit Abb.). – Beisp. für Innenräume: Säle der Glyptothek in München von Leo von Klenze, 1816–1830 (1944 schwer beschädigt, 1961 der restliche Stuck entfernt; Leo von Klenze, Slg. Architectonischer Entwürfe, welche ausgeführt, oder für die Ausführung entworfen wurden, München 1830–1850, Faks. hg. von Florian Hufnagl, Worms 1983, Bd. 1, H. 1, Taf. II oben, H. 3, Taf. I, Fig. A II und B I, Taf. II, Fig. 5 und 8, Taf. IIIf.).

Weitere Beisp.: München, Residenz, Königsbau, erstes Obergeschoß der Fassade von L. von Klenze, 1831–1835 (Adrian von Buttlar, Leo von Klenze …, Mchn. 1999, S. 244, Abb. 289), Arbeitszimmer Kg. Ludwigs I. ([21] S. 4, Bl. X; [37] S. 89–93, mit Abb.); Potsdam-Sanssouci, Schloß Orangerie, Elfenbeinzimmer von F. A. Stüler, 1858, Palmetten mit Akanthusblattwerk im Wechsel ([18] S. 851f., Nr. S 59/2, S. 329, Abb. 128).

Ein F. aus Terrakottaplatten mit Kränzen bildet an dem von K. F. Schinkel entworfenen Feilnerschen Wohnhaus in Berlin, Feilnerstraße 4, einem Backsteinbau von 1828, den Abschluß der Fassade ([47] Beih. 15, S. 52, Abb. 14).

Unter den Ranken-F. sind solche mit Akanthusblättern und Blüten häufig (Abb. 33).

Beisp.: Knoblauchsches Haus in Berlin, Poststraße 23, erb. 1806, Ranken-F. mit Blättern, Rosetten und Schleifen zw. erstem und zweitem Obergeschoß ([72] Abb. S. 24 oben); Brandenburg, Wohnhaus Domlinden 28, um 1800, F. mit Blattranke am Risalit über dem Erdgeschoß ([19] S. 97, Abb. S. 96); Friedrich Hitzig verwendete für sein Wohnhaus in Berlin-Tiergarten 1838 einen Ranken-F. im Wechsel mit Büsten (ebd., Abb. 71) und Ludwig Persius in Sgraffito-Technik in Potsdam-Sanssouci 1845 bei der Villa Tieck im Wechsel mit Blattwerkscheiben ([17] Abb. 316). – Zu Ranken-F. aus Stuck in Innenräumen: Abb. 39.

Ein Rosetten-F. an allen Seiten des Palais der Gräfin Lichtenau in Potsdam zeigt die Rosetten mit Blitzbündeln im Wechsel (Entw. von Carl Gotthard Langhans [?], Ausf. von Michael Philipp Boumann; [76] S. 378, Abb. 57f.).

Paare von Füllhörnern zeigt der F. des Hauses Priesterstraße 10 in Potsdam, 1805; zw. die Füllhörner sind abwechselnd Merkurkopf und Leier gesetzt ([75] Textt., Abb. 82, und Bildt., Taf. 238a und 239a). Karl von Fischer entwarf für das Vestibül des Kronprinzenpalais in München 1812 Paare von Füllhörnern mit Blüten, dazwischen Palmetten ([10] S. 213f., Nr. 13.4 und 5, Abb. S. 118f.).

F. mit Girlanden, die von Schwänen gehalten werden, waren für Zimmer im „Lusthaus“ der Markgfn. Christiane Louise von Baden in Karlsruhe vorgesehen (Entw. von W. Binfach 1828: Klaus Lankheit, Friedrich Weinbrenner. Beiträge zu seinem Werk, Karlsruhe 1976 [Fridericiana, 19], Abb. S. 24).

Greifenpaare (s. auch Greif) sah Karl von Fischer 1809 bei seinem Projekt des Königsbaus der Residenz in München für die Fassade der Ostseite vor im Wechsel mit umrankten Kandelabern nach Vorbild des Tempels des Antoninus Pius und der Faustina in Rom ([10] S. 70 und 208, Nr. 6.2–6.4, Abb. S. 71 und 73). Kandelaber zw. den Greifenpaaren gab es auch am Hauptgebäude des Gartenpal. der Markgfn. Christiane Louise von Baden in Karlsruhe, 1817–1822 von Friedrich Weinbrenner err. (1894 abgebrochen; F. Weinbrenner, Ausgeführte und projectirte Gebäude, H. 1, Karlsruhe 1822, S. 7f., Tab. II–IV). F. Weinbrenner verwendete die Greifenpaare auch am Kurhaus in Baden-Baden, 1824–1826 (Abb. 36).

b. Szenische F.

Mit Hilfe szenischer F. konnte man auf die Bestimmung des Gebäudes anspielen.

Das Münzgebäude in Berlin von Heinrich Gentz 1798–1800, trug zw. Erdgeschoß und erstem Stockwerk einen F. mit Reliefs von Johann Gottfried Schadow nach Entw. von F. Gilly, dessen Programm mit Szenen von der Erzgewinnung bis zur Prägung sowie zum Bauwesen auf die im Gebäude untergebrachten Einrichtungen der Staatl. Münze, der Bauakademie und Bauschule hinwies ([9] S. 183, Nr. 329; Hans Mackowsky, Die Bildwerke Gottfried Schadows, Bln. 1951, S. 130–133, Abb. 105–110; Nachstiche durch Karl Friedrich Hampe, Franz Grundmann und Albert Heintze 1849/1850: Götz Eckardt, Johann Gottfried Schadow 1764–1850. Der Bildhauer, Lpz. 1990, Abb. S. 124). – Friedrich Weinbrenners Entw. für eine Reitschule zeigt Reitlehrer und -schüler mit Pferden ([98] Abb. 217f.).

In Innenräumen sind F. mit mythologischen (Abb. 38) oder historischen Themen häufig.

In der Walhalla bei Donaustauf ist im F., von Pfeilervorsprüngen unterbrochen, zw. dem unteren Geschoß mit den Büsten und dem oberen mit den Inschrifttafeln das Leben und die Gesch. der „teutschen Ureinwohner“ bis zur Annahme des Christentums dargestellt; Entw. und Ausf. von Johann Martin Wagner und Schülern nach 1839 (Ausst.kat. „Leo von Klenze. Architekt zwischen Kunst und Hof 1784–1864“, München 2000, Abb. S. 255; Ludwig von Urlichs, Der Walhallafries von Martin von Wagner, Würzburg 1889; [95] S. 11–13 und 84). Gemalte F. mit Themen aus griech. und zeitgenössischer Dichtung waren im Königsbau der Münchner Residenz zu sehen in den Räumen für Kg. Ludwig I. und Kgn. Therese ([21] S. 2, Bl. I und II; [37] S. 66–68, Abb. S. 52), im „Salon de service“ des Königs Darst. aus den homerischen Hymnen, dazwischen Stuckfiguren von L. Schwanthaler, Entw. 1833–1835 ([21] S. 3, Bl. III; [37] S. 69–74, Abb. S. 55 unten), im Salon der Kgn. Therese Szenen aus Christoph Martin Wielands „Oberon“ ([21] S. 4, Bl. XII; [37] S. 134–138). Im Festsaalbau der Residenz in München wurde im sog. Barbarossasaal das Leben Kaiser Friedrichs I. in einem F. nach dem Entw. von Ludwig von Schwanthal er durch Ludwig Schaller 1836–1840 dargestellt (Frank Otten, Ludwig Michael Schwanthaler, 1802–1848. Ein Bildhauer unter Kg. Ludwig I. von Bayern. Monographie und Werkverzeichnis. Bearbeitung des graphischen Werkes: Karl Eidlinger, Mchn. 1970 [Stud. zur K. des 19. Jh., 12], Abb. 100–105). – Ein Entw. von Johann Daniel Scheel zur Wanddekoration im Festsaal des Landhauses Gogel-Koch in Frankfurt a. M., 1805, bietet im F. Themen aus der griech. Mythologie (Rolf Bidlingmaier, J. D. Scheel [1773–1833], Dpfl. und Kulturgesch. 2, 1998, S. 5–11, Abb. 1). – In München war am Wohnhaus Prannerstraße 24 ein reliefierter Figuren-F. von Franz Jakob Schwanthaler, um 1809 (1944 zerst.), mit szenischen Allegorien und Pers. sowie antiken Gottheiten angebracht ([72] Abb. S. 41; Andreas Huber, F. J. Schwanthaler 1760–1820, Mchn. 1973, S. 47–49, Abb. 30; Lithografie nach dem Plan: ebd., Abb. 29).

Der Alexander-F. von Bertel Thorvaldsen, 1812, im für Napoleon I. neu eingerichteten „Salone d’Onore“ des Quirinalspalastes in Rom diente mehrfach als Vorbild, z. B. gab es einen Abguß im Speisesaal des Leuchtenbergpal. in München, 1817–1821 von L. von Klenze (1944 weitgehend zerst., die erh. Teile befinden sich in der Münchner Residenz; Hans Lehmbruch, Das Pal. Leuchtenberg in München. Bau- und Ausstattungsgesch., in: Pal. Leuchtenberg ..., Mchn. 1986, S. 83–144, bes. S. 133–135, mit Abb.).

4. Stilzitate nach ma. Vorbildern

a. Quellen

Zuerst in England verwendete man wieder gotische Stilformen.

F. mit spitzbogigen Triglyphen und Metopen, mit Vierpaß, Folgen von Vierpässen sowie Kreuzbögen mit Eselsrücken schlugen Batty und Thomas Langley als „new orders of the gothic manner“ vor (Gothic Archit., Improved by Rules and Proportions, in Many Grand Designs ..., Geometrical Explained, Ld. 1747, Faks. Farnborough 1967, Taf. I–III, Vf., XIIIf., XVI). Um M. 18. Jh. kamen in England auch Entwürfe für Parkgebäude im „gotischen Stil“ auf, z. B. für einen achteckigen Pavillon mit einem F. aus Kleeblattbögen, deren Mittelabschnitt einen Kiel bogen bildet: Robert Morris, The Architectural Remembrancer. Being a Coll. of New and Useful Designs, of Ornamental Buildings and Decorations, for Parks, Gardens, Woods &c. ., Ld. 1751, Taf. 15, S. Xf.: „the Stile partly Persian, and partly Gothic“.

Einen Rundbogen-F. gibt es am Außenbau, einen Kleeblattbogen-F. im Treppenhaus des von Horace Walpole err. und in Stichen publizierten Strawberry Hill bei Twickenham, nach 1750 (A Description of the Villa of Mr. Horace Walpole, Youngest Son of Robert Walpole Earl of Oxford, at Strawberry-Hill near Twickenham, Middlessex …, Strawberry Hill 1784, Faks. Ld. 1964, Taf. nach S. 2 und vor S. 31).

Das Aufgreifen gotischer Formen für den F. beruhte in Deutschland in erster Linie auf englischen Stichwerken seit M. 18. Jh.

Engl. Stiche wurden in Dtld. als Vorlage benutzt, so von Christian Cajus Laurenz Hirschfeld „nach J(ohn) Carlers Erfindung aus dem Builders Magazine“ für einen „gotischen Tempel“ mit steigendem Kleeblattbögen-F. am Giebel (C. C. L. Hirschfeld, Theorie der Gartenk. ..., Bd. 5, Lpz. 1785, S. 85). Johann Gottfried Grohmann nahm Kopien nach Langley (s. o.) auf (Abb. 34).

b. Profanbau

Gebäude in Landschaftsparks wurden häufig im gotischen Stil erbaut. Auch Einzelformen der Gotik wurden verwendet.

Die von Heinrich Christoph Jussow 1793–1801 err. künstliche Ruine der Löwenburg in Kassel-Wilhelmshöhe zeigt am Äußeren mehrerer Trakte einen Rundbogen-F. (Anja Dötsch, Die Löwenburg im Schloßpark Kassel-Wilhelmshöhe ..., Rgbg. 2006, Abb. 91 II, 93 I, 97 I, 98 I und II, 100 II, 102 I und II, 105 I und II). Das von F. Weinbrenner für Markgf. Friedrich von Baden-Durlach in Karlsruhe 1797 erb. Gewächshaus zeigte im Mittelteil ebenfalls einen Rundbogen-F. (nicht erh.; [98] Abb. 120). – In Paretz, Ldkr. Havelland, erhielt die Martin Friedrich Rabe zugeschr. Schmiede von 1803, die an den Schloßpark grenzt, einen Rundbogen-F. (Walther Grunwald und Martin Sperlich [Hgg.], Paretz, Bln. 1991, S. 16, mit Abb.). Weitere Beisp.: München, Universität von F. von Gärtner 1835–1840 (Oswald Hederer, F. von Gärtner 1792–1847 ..., Mchn. 1976 [Stud. zur K. des 19. Jh., 30], Abb. 78); Festung Ingolstadt, Reduit Tilly, Reduit IV, nach Entw. von L. von Klenze, 1829–1850, Rundbogen-F. in Sandstein, mit Keilstein in den Bogenscheiteln (Emil Lacroix, Klenzes Tätigkeit an der Festung zu Ingolstadt, Diss. Karlsruhe 1931, S. 23, Abb. 7, 17f. und 26). – An der Franzensburg in Laxenburg, N.Ö., 1798–1801 von Franz Jäger sen., sind unterschiedliche F. verwendet: ein Blend-F. mit genasten Spitzbögen auf Konsolen an den oberen Geschossen des Hohen Turms, ein Kleeblattbogen-F. auf Konsolen am Turmsockel unter dem Zinnenkranz des Umgangs (Josef Zykan, Laxenburg, Wien-Mchn. 1969, Abb. 47) ein Blend-F. mit genasten Spitzbögen an den Wänden des Speisesaals (ebd., Abb. 49), ein F. mit Vierpässen in Ringen im Schlafgemach der Burgherrin als Wandabschluß gegen die Decke (ebd., Abb. 50).

Im Park von Wörlitz zeigt das Gotische Haus, ab 1773 erb., am N-Teil, einem Putzbau, unterschiedliche F. auf Konsolen: im Mittelabschnitt mit Hufeisenbögen, an den Flanken mit Spitzbögen; am S-Teil aus Backstein sind die Geschosse durch F. mit Vierpässen in quadratischen Feldern getrennt, am Mittelabschnitt begleitet ein Spitzbogen-F. auf Konsolen den Giebel; die beiden seitlichen Anbauten des N-Teils haben einen F. mit hochgesetztem Zinnenmäander (Reinhard Alex, Got. Haus Wörlitz, Mchn.-Bln. 2001 [DKV-K.führer, 554/1]). Am Marstall, 1775, formen an den Seitenfassaden weiße vorstehende Backsteine einen einfachen Gitter-F. gegen die Dachtraufe (Foto Marburg B 20.685/ 25). Das Graue Haus, 1789–1790, verbreitert M. 19. Jh., hat im F. liegende Rauten mit Sternblüten dazwischen (Foto Marburg B 20.683/4). Am Luisium in Dessau-Waldersee tragen die nach engl. Vorbild err. Torhäuser am O-Eingang des Parks, 1815–1816, einen Vierpaß-F. (Anette Froesch, Das Luisium bei Dessau ..., Mchn.-Bln. 2002, Abb. 17).

Ein Vierpaß-F. kommt am Gebäude der Regierung von Obb. von Friedrich Bürklein, 1856–1863, vor ([32] Abb. 43–47).

Ein F. aus abgetreppten Backsteinen kann ein flächiges Muster bilden: z. B. unter der Dachtraufe der Univ.bibl. in München, ehem. Salinendirektion, von Friedrich von Gärtner, 1836–1843 ([13] Abb. S. 96f.).

c. Sakralbau

Bei Kirchenbauten kommen Rundbogen-F., Kleeblatt-F., Spitzbogen-F. und F. mit hängenden Dreiecken vor.

Pfarrkirchen „altdeutschen“ Stils mit Rundbogen-F. gibt es im ehem. Fürstentum Anhalt-Dessau: Die Pfarrk. Sankt-Petri in Wörlitz wurde 1805–1809 wohl von Georg Christoph Hesekiel umgebaut, dabei die Qhs.-Fassade mit einem solchen steigenden genasten F. aus Sandstein bereichert; der Turm erhielt am mittleren Geschoß einen gestelzten Rundbogen-F. aus Sandstein, das oberste Geschoß einen einfachen Rundbogen-F. ([45] 2,2, S. 7f., Taf. 2b und 3); zur Dorfkirche in Vockerode, Ldkr. Wittenberg: ebd., 2,1, S. 365, Taf. 143b. – Beispielhaft für Bayern waren die Allerheiligen-Hofkirche in München von L. von Klenze, 1826–1829, mit Rundbogen-F. auf Konsolen an der Fassade (Günther-Alexander Haltrich, Leo von Klenze. Die Allerheiligenhofkirche in München, Mchn. 1983 [Miscellanea Bavarica Monacensia, 115], S. 35, Abb. 6; RDK VII 642, Abb. 67) und der Rundbogen-F. auf dem Giebel des von Heinrich Hübsch 1854–1859 err. neuen W-Bau des Domes in Speyer als Verweis auf den zum größten Teil barock erneuerten Rundbogen-F. der Langhausseitenschiffe (Kdm. Rheinland-Pfalz 5, Textbd., S. 124, 129 und 156f., Bildbd., Abb. 115f., 122–124, 126 und 165a).

Kleeblattbogen-F. gibt es am Turm der Dorfkirche von Riesigk, Ldkr. Wittenberg, um 1800 ([45] S. 322, Taf. 110c), an Chor und Lhs. der Stadtkirche St. Georg in Raguhn, Ldkr. Anhalt-Bitterfeld, 1839–1840 (ebd., S. 299, Taf. 110d) und an Turm und Chor der Dorfkirche von Paretz, Ldkr. Havelland, 1797–1798 von David Gilly oder M. F. Rabe (Matthias Marr, Die Dorfkirche Paretz, Mchn. und Bln. 1994 [Große Baudkm., 493], Abb. S. 1, 5 und 24), ferner am Turm der Dorfkirche in Letschin, Ldkr. Märkisch-Oderland, von K. F. Schinkel, 1816–1817 ([89] 10, S. 133–136, Abb. 137–139).

Einen Spitzbogen-F. skizzierte K. F. Schinkel 1814 bei einer der Alternativen für den geplanten Neubau der Petrikirche in Berlin ([89] 2, Abb. 84f.). – Einen einfachen steigenden Spitzbogen-F. zeigte der Giebel der von K. F. Schinkel 1823 entw. Kirche St. Maria in Krzeszowice/Kressendorf westlich Krakau, erb. 1824–1844 ([89] 15, S. 244–249, Abb. 15f. und 18; vgl. ebd., S. 47–59, Abb. 2 und 9–13; Arnold Wolff, Die Alexander-Newski-Kap. in Peterhof und die Apollinariskirche, in: Die Apollinariskirche in Remagen, Worms 2005 [Forsch.ber. zur Dpfl., 7], S. 141–150, Abb. 108).

Hängende Dreiecke (vgl. Sp. 1005): Herzogsreut, Ldkr. Freyung-Grafenau, Pfarrk. St. Oswald, Turm; Turm der ev. Kirche in Niemegk, Ldkr. Mittelmark, Backsteinbau von 1851–1853 ([18] S. 684f., Nr. K 228, mit Abb.), ein in zwei Reihen angeordneter Dreieck-F. bei der ev. Pfarrk. in Birkenwerder, Ldkr. Oberhavel, 1847–1849 von F. A. Stüler err., an Apsis, Lhs.giebeln und Turm (ebd., S. 545–547, Nr. K. 55, mit Abb.).

Für das Obergeschoß des gotisierenden Zugangstrakts der Synagoge in Karlsruhe plante F. Weinbrenner 1798 einen Rundbogen-F. zw. ägyptisierenden Pylonen ([98] Abb. 41; Plan: Ausst.kat. „Friedrich Weinbrenner, 1766–1826“, Karlsruhe 1977/1978, S. 57, Abb. 40).

G. Historismus

In F. historistischer Architektur und Ausstattungskunst wurden seit dem 2. Dr. 19. Jh. sämtliche älteren F.-Formen in Abwandlung und freier Aneignung wiederaufgegriffen (Beisp.: Taf. IIIa, b, c, d, e, f, g, h, i, j; Abb. 35).

1. Quellen

Das Vorbild der Bauten frühchristlicher Zeit, der romanischen Architektur des 12. und frühen 13. Jh. sowie der Früh- und Hochrenaissance vor allem in der Toskana und auch in Rom wurde in der Zeit um 1820 vorherrschend und war in Einzelfällen bis ins 20. Jh. wirksam.

Während für den kath. Kirchenbau von Einzelnen ein gotischer Stil empfohlen wurde (z. B. Georg Jakob, Die K. im Dienste der Kirche, Landshut 1857, S. 43f.), gab es für ev. Kirchen im Eisenacher Regulativ 1861 die Vorgabe: „Die Würde des christlichen Kirchenbaus fordert Anschluß an einen der gesch. entwickelten christlichen Baustyle und empfiehlt . neben der altchristlichen Basilika und der sog. roman. (vorgothischen) Bauart vorzugsweise den sogenannten germanischen (gothischen) Styl“ (zit. nach Chr. K.bl. für Kirche, Schule und Haus, Jg. 1862, Nr. 8, S. 113–121, bes. S. 119). Zur Erläuterung wurde in den Jahrgängen 1863 und 1864 ein Katalog von Vorlagen angeboten; für den roman. Stil sind ausschließlich Rundbogen-F. wiedergegeben (H. M., Aus der Gesch. des chr. Kirchenbaus. Der roman. Kirchenbau, IV. Der Schmuck, in: ebd., Jg. 1864, Nr. 2, S. 28–32, bes. S. 30–32, Nr. 4, S. 56–62, bes. S. 56).

2. Neugotik

Wie bei got. und spätgot. Architektur verwendete man F. an Hausteinbauten selten, häufiger an Backsteinbauten.

Ein F. mit genasten Spitzbögen kommt an der Fassade des W-Baus der Kirche Maria-Hilf in München-Au vor, eines Backsteinbaus von Daniel Ohlmüller, 1831–1839 ([88] Abb. 9 und 11). Aus Backstein gefertigt ist der Spitzbogen-F. an Lhs. und Chorschluß der ev. Pfarrk. in Abbendorf, Ldkr. Westl. Altmark, 1875 ([18] S. 501, Nr. K 3, mit Abb.). Durch einen Spitzbogen-F. aus Sandstein abgesetzt ist das Turmuntergeschoß vom Oktogon des Turms der ev. Christuskirche in Nürnberg, eines Backsteinbaus von Hans Kieser, 1891–1894 ([8] 8, 1892, H. 5, [S. 1], Taf. 33.

Spitzbogen-F. als Blendmaßwerk variiert e K. F. Schinkel schon früh bei seinen Entwürfen ([89] 2, Abb. 81, 89, 97, 101, 174 und 179; [47] Beih. 22, S. 165 und 175, Abb. 9, 11, 31, 35 und 51); vgl. auch das Jägertor am Schloßpark von Berlin-Glienicke, 1842 von L. Persius ([41] Abb. 3).

Ein Kleeblattbogen-F. ist eine der Alternativen bei Schinkels Entwürfen 1814 für die F. an der Petrikirche in Berlin ([89] 2, Abb. 87). – Ausgeführt ist ein solcher F. z. B. an der ev. Kirche in Beckum, Westfal., einem Backsteinbau von Eberhard Hillebrand ([104] 5, 1885, S. 314f.). – An der kath. Pfarrk. in Weissenbach an der Triesting, N. Ö., einem 1891–1893 err. Bau von Ludwig Schöne, ist der Kleeblattbogen-F. aus Betonfertigteilen zusammengesetzt (Christian und Helmut Heimel und Patrick Schicht, Frühe Betonfertigteile in N.Ö. ..., in: Beton, St. Pölten 2010 [Dpfl. in N.Ö., 43], S. 42–45, hier: S. 44 unten links).

Maßwerk-F. aus stehenden Vierpässen sind an Backsteinbauten häufig (Abb. 45).

Ein Maßwerk-F. aus Vierpässen kommt an St. Petri in Hamburg von Alexis de Chateauneuf und Hermann Fersenfeldt, 1841–1849 (Kdm. Hamburg, Bd. 3, Fig. 4–7, Abb. 38), ebenso an der Johanniskirche in Hamburg-Altona von Johannes Otzen, 1868–1873, vor ([60] S. 186, Fig. 478; [15] S. 131f.). – Vierpässe schließen das Obergeschoß des neugotischen Flügels des Alten Rathauses von Hannover von Conrad Wilhelm Hase, 1890/1891, ab ([61] Abb. 361). Ein Vierpaß-F. aus Haustein trennt an dem Backsteinbau von Hl. Kreuz in München-Giesing, erb. von Georg Dollmann 1866–1886, die beiden Turmfreigeschosse ([88] Abb. 31–34). – Ein F. aus gegenständigen Dreipässen trennt Erdgeschoß und Obergeschoß am Predigerhaus in Lehnin, err. 1843–1844 von L. Persius ([41] Abb. 36f.). – Ein Maßwerk-F. aus Sechspässen schließt an der Heiligkreuzkirche in Berlin von J. Otzen, 1885–1888, die Fassadentürme und die W-Fassade unter deren Giebel und Helmen ab ([15] S. 118–120, Abb. 66; vgl. ferner ebd., S. 115, Abb. 49).

Einen Gitter-F. aus Terrakotta über Deutschem Band entwarf 1838 K. F. Schinkel für die Fassade des Schlosses in Kamieniec Ząbkowicki/Kamenz in Niederschlesien, ausgef. 1841–1844 ([89] 3, S. 71–122, Abb. 71–74). – Beim Gitter-F. am Oktogon von Schloß Babelsberg in Potsdam von L. Persius, 1844–1849, sind die quadratischen Felder von spitzbogigen, z.T. halbierten Vierpässen durchbrochen; der F. selbst ist von zwei Gesimsen mit Deutschem Band eingefaßt ([41] Abb. 49–51).

Einen Winkel-F. gibt es am obersten Geschoß des Oktogons des Schlosses in Potsdam-Babelsberg (ebd., Abb. 51) und an der Havelmühle in Brandenburg, 1900–1901 ([19] Abb. S. 107).

Ein F. mit gotisierendem Blattwerk im Wechsel mit Löwenköpfe einschließenden Tondi kommt an der Feldherrnhalle in München vor, 1841–1844 von F. von Gärtner err. ([13] Abb. S. 107 und 111).

Am Staatl. Mus. für Völkerkde. München, ehem. Bayer. Nat.mus., von Eduard Riedel, 1859–1865, trennen F. mit spätgot. Blattwerk die drei Geschosse (Taf. IIIb; [32] Abb. S. 48).

3. Neuromanik

Bei diesem Stil dominieren in der Zeit um 1840 bis um 1900/1910 Rundbogen-F. und Kleeblattbogen-F., da man Bauten der rhein. und oberital. Architektur des 12. und der 1. H. 13. Jh. als Vorbilder gewählt hatte.

Rundbogen-F., die auch im Inneren von Kirchen vorkommen (z. B. in der kath. Pfarrk. in Königswinter-Stieldorf, 1850–1851 von Ernst Friedrich Zwirner: [96] S. 120, Abb. 49), sind des öfteren abgewandelt.

An St. Benno in München, 1888–1895 von Leonhard Romeis, sind die Rundbogen-F. beider Fassadentürme in den unteren Geschossen durch gekehlte Bögen mit Volute unterlegt, im unteren Freigeschoß zudem die Bogenfelder durch Zwillingsrundbögen bereichert (Taf. IIIf). Diese Form gibt es auch an den Seitenschiffen der Herz-Jesu-Kirche in Koblenz, 1900–1903 von Ludwig Becker erb. ([96] S. 255, Abb. 89). – Drei unterschiedliche F., ein F. mit hängenden und stehenden Rundbögen, die einander überschneiden, ein Kreuzbogen-F. und ein Gitter-F., schließen an der Rosenkranzkirche in Berlin-Steglitz von Christoph Hehl, 1899–1900, die Blendfelder der oberen Geschosse ab. Der Fond ist hell verputzt (Alexander Speltz, Die Rosenkranzkirche in Steglitz bei Berlin, in: Der Baumeister 1, 1903, S. 128f., Taf. 80f.; [47] Beih. 24, S. 140–159, bes. S. 147, Abb. 73).

An der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße, Berlin, 1857–1861 von Eduard Knoblauch, verläuft am Hauptgesims von Vorsynagoge und deren Hauptkuppel ein steinerner Rundbogen-F. auf Konsolen, die ihrerseits auf Säulchen ruhen; die Bogenstirnen tragen Bandornament, die Bogenfelder umfassen Palmetten, zw. den Konsolen des Kuppeltambours sitzen größere Palmetten, zw. den Säulchen quadratische Platten mit Bandornament ([47] Beih. 15, S. 167, Abb. 67 und 69f.). Einen F. aus ineinander verschlungenen Wellenbändern zeigt die Attika; die dadurch geschaffenen Kreisfelder zieren Ornamente aus jeweils zwei dreiarmigen oder dreibogigen, ineinander verflochtenen Bändern (Hermann Simon, Die neue Synagoge ..., Bln. 21992 [R. Dt. Vergangenheit, 68], Abb. S. 36 oben).

Rundbogen-F. zierten Fassade und Seiten des Stettiner Bahnhofs in Berlin von Theodor August Stein, 1874–1876 (Ulrich Krings, Bahnhofsarchit. Dt. Großstadtbahnhöfe des Historismus, Mchn. 1985, S. 154f.).

Mäander-F. wählte man mehrmals bei der Innenausstattung neuromanischer Kirchen.

Einen von Hermann Schaper gemalten Mäander-F. gab es in der Garnisonskirche in Hannover, 1881–1886 erb. von Ch. Hehl, unterhalb der Apsisfenster; der Bau wurde nach Kriegsschäden 1959 abgebrochen (Dt. Bauztg. 34, 1900, S. 109f., Taf. vor S. 109; [47] Beih. 24, Abb. 9). – Zwei gemalte F. mit Mäander zieren den für kirchliche Altertümer bestimmten zweigeschossigen Saal im Erzbisch. Ordinariat in Freiburg i. Br., erb. von Raimund Jeblinger, 1903–1906; das Bildprogramm wird Franz Schilling zugeschr. (Taf. IIIe; [105] S. 91–98, Abb. 3, 6 und 9). – In der von 1892–1906 ausgemalten Pfarrk. St. Marien in Gengenbach, ehem. Abteikirche, bildet der Mäander-F. im Langhaus den Wandabschluß (Hermann Brommer, Gengenbach. Kirche und Berglekap., Lindenberg 1999, Abb. S. 7). – Ein 1911 mosaizierter F. mit Hakenmäander verläuft unterhalb der Apsisfenster der Abteikirche Maria Laach (Theodor Bogler, Maria Laach ... neu bearb. von Emmanuel von Severus, Rgbg. 171987 [Große K.führer, 12], Abb. S. 41).

Andere F.-Formen kommen selten vor.

An St. Benno in München schließen die Blendfelder des oberen Freigeschosses mit einem Kragstein-F. – Einen solchen hat auch das obere Geschoß des Turms von St. Elisabeth in Bonn (Bau von F. Becker 1906–1909; [96] S. 182, Abb. 134) – Ein steigender F. mit hängenden Dreiecken begleitet die Portalgiebel der Ringkirche in Wiesbaden von J. Otzen, 1892–1894 ([15] Abb. 199f.) und den Fassadengiebel von St. Benno in München. Verschiedene Flechtornament-F. zieren die Wände des 1908 fertiggestellten Metzer Bahnhofs von Jürgen Kröger (Niels Wilcken, Metz et Guillaume II ..., Metz 2007). Schachbrett-F. wurden z. B. gemalt im Obergeschoß des Treppenhauses des Erzbisch. Ordinariats in Freiburg i. Br. (Christoph Schmider, Das Erzbisch. Ordinariat, Rgb. 2007 [Großer K.führer, 221], S. 54). – Der Felder-F. (s. Sp. 986f.) wurde z. B. von August Voit bei der Gestaltung von Mariä Himmelfahrt in Weißenhorn, 1863 verwendet (Ausst.kat. „Zwischen Glaspalast und Maximilianeum ...“, München 1997, Eurasburg 1997, Abb. S. 372).

4. Neurenaissance

Seit der Zeit um 1840/1860 wurden bei der Gestaltung von F. Formen verwendet, die für die Renaissance charakteristisch sind. Diese wurden durch die Wahl des Materials und seiner vom Mauerwerk oftmals abweichenden Eigenfarbe – Terrakotta bei Putzbauten oder andersfarbigem Backstein, Stein bei Backsteinbauten – besonders hervorgehoben.

Daneben gibt es bei Backsteinbauten den F. mit hängenden Dreiecken (vgl. Sp. 1005).

Beisp. sind die F. an den Risaliten der Anatomie in Berlin, erb. von Albert Cremer 1863–1865 ([47] Beih. 15, Abb. 142f.).

Der F. kann in die vor die Wandfläche tretende Gliederung der Fassade eingebunden sein.

Am Polytechnikum von Gottfried Neureuther in München, 1866–1870, waren bei den Flügelbauten des Hauptbaus den Fensterstürzen des obersten Geschosses Ädikulen aufgesetzt, die in Steinguß gefertigte Büsten von Thomas Dennerlein trugen. Die Zwischenfelder zeigten farbige Festons und Schilde mit Athena- oder Gorgonenhaupt auf blaugrünem Fond, glasierte Keramik der Fa. Villeroy und Boch, Mettlach, 1943/1945 zerst. (Ausst.kat. „Gottfried von Neureuther, Architekt der Neorenss. in Bayern 1811–1887“, München 1978, S. 63–93, Abb. S. 72; Entwürfe ebd., Abb. S. 8 und 75). – Am Klingerhaus in Leipzig sind die übergiebelten flachen Risalite im F. aus Terrakotta durch Konsolen in die Achsen der die Fenster umrahmenden Terrakottapilaster eingebunden und über den Fenstern durch Dreiergruppen von Muscheln hervorgehoben (Kurt Milde, Neorenss. in der dt. Archit. des 19. Jh. . Dresden 1981, Abb. 334f.). – Am Haupttelegraphenamt in Berlin, 1887–1888 von Carl Schwartlo, ist der F. über den vortretenden Säulen der Wandpfeiler verkröpft und mit Paaren von Kinderatlanten besetzt (ebd., Abb. 273).

Die vielfältigen Ornamente der Renaissance (s. Sp. 1007–1025) wurden in zahlreichen Varianten nachgeahmt.

Beschlagwerk: Abb. 42.

Figuren-F.: Abb. 41; Abb. 44; häufig entwarf Gottfried Semper solche F.: So ist z. B. auf einem F. in den Antikenräumen des Japanischen Pal. in Dresden, 1835, eine antike Schlacht dargestellt ([71] S. 104). Am ersten Hoftheater in Dresden, 1839–1841, war die Attika an der Rückwand mit einem F. ausgezeichnet, dessen Reliefs von Ernst Julius Hähnel einen Bacchuszug wiedergaben, „eigentlich den Triumph des Herkules, von Bacchus und seinem Volk gefeiert“, 1869 zerst. (G. Semper, Das Kgl. Hoftheater zu Dresden, Braunschweig 1849, Ndr. Braunschweig-Wiesb. 1986, S. 31, Taf. VII oben; Heinrich Magirius, Der plastische Schmuck Ernst Rietschels für G. Sempers „Hoftheater“ und „Mus.“ in Dresden …, in: Bärbel Stephan [Hg.], Ernst Rietschel 1804–1861 ..., Mchn. und Bln. 2004, S. 59–65, bes. S. 60f., mit Abb. 3). Am ehem. Kgw.mus. in Berlin von Martin Philipp Gropius, 1876–1881, gibt es unter dem Attikageschoß einen F., ausgeführt in Terrakotta von der Fa. E. Mach Söhne, Charlottenburg (Abb. 41; [104] 2, 1882, S. 363f., 380–382, 432–434, 442–444, bes. S. 382). – Der F. in der Aula der Akad. der bildenden Künste in Wien, 1872–1877 von Theophil Hansen, ist zw. den toskanischen Säulen und der Fensterreihe angebracht, zusammengesetzt aus den Abgüssen des Parthenon-F. (Ulrike Jenni, Baugesch. der Akad. der bildenden Künste in Wien, in: dies., Theophil Hansen. Entwürfe ..., Wien 1985 [Bildhh. der Akad. ..., 16], S. 7–26, bes. S. 19, Abb. 22). – Drachen und Meerwesen zierten die F. des Geschäftshauses Bur chardt in Berlin; die Terrakotta-Reliefs des Backsteinbaus von Hans Grisebach, 1886/1887, standen vor Goldgrund (Bll. für Archit. und Khw. 4, 1891, S. 14, Taf. 26). Der von Josef Rösl gemalte F. eines 1893 im Glaspalast in München ausgestellten Innenraums zeigte in Gold auf grauem Grund Tiere im Kampf ([8] 10, 1894, H. 10, 1, Taf. 78).

Fruchtgehänge: Taf. IIIg.

Gebinde aus Eichenzweigen: Ehem. Stadt- und Winterpal. Borsig, Berlin-Mitte, 1875–1878 von Richard Lucae, voll. von Fritz Wolff, F. des Gebälks zw. Eingang und Wintergarten (Hugo Licht, Archit. Deutschlands, Bd. 2, Bln. 1882, Bl. 159).

Girlanden: Am Haus Bellevuestraße 12 in Berlin von Friedrich Hitzig, 1853, wechselten Girlanden mit Masken (zerst.; [17] Abb. 61; [47] Beih. 4, S. 226–228, Abb. 58 und 300); weitere Beisp.: Berlin-Tiergarten, Victoriastraße 28, 1860–1861 ([47] Beih. 4, Abb. 214) und Bendlerstraße 9, 1865 (ebd., Abb. 290). Dresden, Börse, 1873–1875 von Albin Zumpe und Guido Ehrig ([33] S. 191, Abb. 110).

Greifenpaare: Chemisches Laboratorium in Berlin, 1865–1867 von A. Cremer ([47] Beih. 15, Abb. 142f.).

Grotesken: München, Residenz, Königsbau, Speisesaal sowie im Empfangs- oder Thronsaal (1944 zerst.; [21] S. 3, Bl. V und VII.; [37] Abb. S. 56, 65 unten und 75f.); Dresden, Wohnhaus Hoyerswerdaer Straße 34, 1876 ([33] S. 148, mit Abb. 325); in Sgraffito: Taf. IIIh.

Laufender Hund: Dresden, Gem.gal. von G. Semper, 1847–1855, F. zwischen Unter- und Obergeschoß (Ausst.kat. „G. Semper 1803–1879 ...“, München und Zürich 2003, Mchn. etc. 2003, Abb. S. 13).

Mäander: Ausstellungsgebäude an der Brühlschen Terrasse in Dresden, 1887–1894 von Konstantin Lipsius, Haupteingang, der tafelartig gerahmte F. mittig von einer Blüte unterbrochen (Wolfgang Rother, Der K.tempel an der Brühlschen Terrasse. Das Akad.- und Ausstellungsgebäude von Constantin Lipsius in Dresden, Dresden-Basel 1994, Abb. 51 und 102–105).

Medaillons im Wechsel mit belaubtem Astwerk: Berlin, Krankenhaus am Friedrichshain, 1868–1874 von M. Ph. Gropius und H. Schmieden, F. an den Pfeilerhallen zwischen den Pavillonbauten ([47] Beih. 15, Abb. 117 und 119).

Palmetten im F. gegen die Dachtraufe der Eckpavillons des Krankenhauses am Friedrichshain (ebd.).

Rankenwerk: Taf. IIIb; Taf. IIId.

Der Triglyphen-Metopen-F. kann abgewandelt sein. Am Marienhospital in Stuttgart, 1890 von Robert von Reinhardt, stehen die Triglyphen nur in den Fensterachsen, die Metopen sind dadurch querrechteckig, und in sie greift von den Triglyphen ausgehendes Beschlagwerk über ([8] 7, 1891, Taf. 33f.). Der F. an der S-Fassade der Pfarrk. St. Ursula, München, 1894–1897 von August Thiersch, enthält Metopen-Reliefs, die auf die Kontinuität von Altem und Neuem Testament verweisen (Birgit Stenger, Kath. Pfarrk. St. Ursula in München, Mchn. 1993 [Schnell, K.führer, 140], Abb. auf dem Umschlag).

5. Neubarock

Der F. ist in der Regel glatt, was der Praxis im 17. und 18. Jh. entspricht. Bei Profanbauten zeigt er manchmal Dekor.

Am ehem. Justizpalast in München, 1891–1897 von Friedrich von Thiersch, tragen nur die Mittelrisalite der O-, S- und N-Seite Dekor: Abb. 43; [8] 14, 1898, Taf. 25f., 37, 45 und 52f.; Hermann Thiersch, F. von Thiersch, der Architekt, 1852–1921, Mchn. 1925, Abb. S. 127 und 129; Horst Karl Marschall, F. von Thiersch ..., Mchn. 1982 [Materialien zur K. des 19. Jh., 30], S. 263–268, Kat. nr. 37, Abb. 20 und 25). – Am Wohnhaus Breyer in Baden bei Wien von Joseph Hudetz sind in die längsrechteckigen Felder des F. über den Fensterachsen Muscheln und Girlanden gesetzt (der Dekor Stein, die leeren Wandflächen polierte rote Zementplatten; [8] 13, 1897, Taf. 11). Weitere Beisp.: Klaus Eggert, Der Wohnbau der Wiener Ringstraße im Historismus, 1855–1896, Wiesb. 1976 (Die Wiener Ringstraße – Bild einer Epoche, 7).

H. 20. und 21. Jh.

Zwar wurden viele Staatsbauten, Geschäftshäuser und repräsentative Wohnbauten um 1900 weiterhin mit F. aller Stilepochen geschmückt (Taf. IIId, Taf. IIIe, Taf. IIIj), aber die Vertreter von Jugendstil und Sezessionismus entwickelten neue F.typen, vorwiegend aus vegetabilen Formen; häufig verklammern diese die Fensteröffnungen des obersten Geschosses. Teile des klassischen Gebälks wurden gelegentlich in verfremdeter Form zitiert. Dem F. als Wandabschluß unter der Traufe maß man in der Regel jedoch geringere Bedeutung für den Fassadendekor zu als der Wandfläche der darunterliegenden Geschosse. – F. mit vegetabilen Formen wurden vielfach industriell vorgefertigt ([16] Taf. 16).

Fassaden: Otto Wagners Mietshaus an der Linken Wienzeile 38, Wien, 1898–1899, ist im Obergeschoß mit mehreren stuckierten, teils vergoldeten F. ausgestattet: Die Fenster verklammert ein mit Palmwedeln bestecktes und mit Medaillons besetztes Reliefband; zw. den Dachluken und der Traufe verlaufen Perl- und Eierstäbe. Das benachbarte „Majolikahaus“ hat unterhalb der Dachtraufe einen aus Triglyphen entwickelten F.: Löwenmasken aus Bronze, aus denen drei auf Keramikfliesen gemalte Guttae herabhängen. Der florale Dekor der Fassade greift mit Blüten und Stengeln in die F.zone ein (Otto Antonia Graf, O. Wagner, Bd. 1: Das Werk des Architekten 1860–1902, Wien usw. 1985, S. 322–325; historische Aufnahmen: O. Wagner. Villen, Wohn- und Geschäftshäuser, Interieurs ..., Wien 2002, S. 51–57). – In München griff bes. Martin Dülfer Anregungen des Art Nouveau auf und wandelte diese eigenständig um. Nur gelegentlich band er die vegetabilen Stuckornamente in F. unterhalb der Dachtraufe ein (Abb. 46; weitere Beisp.: Dieter Klein, M. Dülfer ., Mchn. 1993 [Arbeitshh. des Bayer. LA für Dpfl., 8], S. 35, Abb. 20; Heinrich Habel u. a., Münchener Fassaden ..., Mchn. 1974, Nr. 62, 75, 302). – Zur Nachfolge in Polen: Hans-Dieter Dyroff (Hg.), Architectural Heritage of Art Nouveau / Jugendstil ..., Bonn 1991, bes. S. 34 und 40).

Innenräume: August Endell versah um 1896 die Wohnung von Sophia und Mathilde Gouldstikker in München mit einem Stuck-F. in algenartigen Formen (Ausst.kat. „A. Endell. Der Architekt des Photoateliers Elvira 1871–1925“, München 1977, S. 29). – Franz von Stuck gestaltete 1903 den von Eierstäben gerahmten F. in seinem alten Atelier in München zu einem gemalten Figuren-F. mit Kentauren und Faunen in bukolischer Landschaft um (Margot Th. Brandlhuber u. a., Hist. Räume und Künstlergärten, in: Jo-Anne Birnie Danzker [Hg.], Villa Stuck, Ostfildern 2006, S. 77, Abb. S. 94f.).

Seit der Mitte des 1. Jahrzehnts wurden vegetabile, bewegte Formen beruhigt und zugunsten einer antikisierenden Formensprache oder Zitaten aus dem Biedermeier aufgegeben.

An O. Wagners Kirche St. Leopold am Steinhof, 1905–1907, markieren Appliken aus Bronze, Kreuze und Kränze, die F.zone (Abb. 47). Im Rückblick auf S. Miniato in Florenz versah Peter Behrens das Krematorium in Hagen 1905–1908 mit geometrischen Inkrustationen; der schwarzweiße F. an der Fassade zitiert mit planen Triglyphen und Metopen den dorischen F.typ (Stanford Anderson, P. Behrens and a New Architecture for the Twentieth Century, Cambridge, Mass.-Ld. 2000, S. 35–38, Abb. 2.11f.). Das zw. 1906 und 1908 von Martin Dülfer err. Stadttheater in Lübeck trägt unter dem Dreieckgiebel des Mittelrisalits einen den Musen gewidmeten Figuren-F. (M. Dülfer, Bln. 1910, S. 54). Die Schüler und Nachfolger O. Wagners bezogen gegen 1910 Motive der Wiener Werkstätten wie Blumenschalen und genaste Ovale in ihre F.-Entwürfe ein (Abb. 48).

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg nutzte man die F. von Ausstellungsbauten für monumentale Inschriften, z. B. in Leipzig 1913 und Köln 1914 (Peter Blundell-Jones, Modern Archit. through Case Studies, Oxford usw. 2002, S. 86, Abb. 2 und 3; August Sarnitz, Josef Hoffmann 1870–1956, Köln usw. 2007, S. 18). Zur selben Zeit wurden manche Innenräume repräsentativer Bauten u. a. mit figürlichen F. aus Majolika geschmückt.

Beisp.: Zw. 1912 und 1914 wurden mehrere F. in der Großhzgl. Majolika-Manufaktur Karlsruhe ausgeführt; mit Majolika-F. dekoriert wurden u. a. Säle im Kaufhaus Tietz, Köln, das 1914 von Wilhelm Kreis errichtet worden war (Abb. 49; Monika Bachmann, Zur Baukeramik der Majolika-Manufaktur 1901–1903, in: Ausst.kat. „Karlsruher Majolika ...“, Karlsruhe 1979, S. 92–110 und S. 332–334, Nr. 570–576).

Da die Architekten der Moderne den klass. Formenkanon, insbesondere die Säulenordnungen ablehnten, wurde nach dem Ersten Weltkrieg überwiegend auf das Anbringen von F. verzichtet. Jedoch brachten die Architekten von Expressionismus und Neoklassizismus zw. ca. 1920 und 1940 abgewandelte F.zitate in ihre Bauten ein.

German Bestelmeyer dekorierte den Erweiterungsbau der Technischen Hochschule München, 1923–1926, mit einem von Eduard Pfeiffer entworfenen F. aus Lorbeergirlanden unter der Dachtraufe (Heinz Thiersch, G. Bestelmeyer, Mchn. 1961, Abb. S. 81). – Die Herz Jesu-Kirche in Prag von Josef (Jože) Plečnik, 1928–1931, trägt sowohl am Lhs. als auch am Turm zw. Fenstergeschoß und Dachtraufe einen Kassetten-F. mit Girlanden (Abb. 50). Plečniks Versicherungsgebäude Vzajemna in Laibach/Ljubljana, 1928–1930, bekrönt ein plastischer Figuren-F., dessen mit Bändern zu einem F. verknüpfte Standfiguren die Ziegelpfeiler zw. den Fensterachsen akzentuieren; an der Traufe ist der F. verkleinert wiederholt (Lukasz Galusek und Monika Rydiger, J. Plečnik ..., 1872–1957, Kraków 2006, S. 226–229, Abb. 31–34).

Fritz Höger wandte die geometrischen F.-Typen, die im Backsteinbau Tradition hatten, wie Zacken- und Rauten-F. (s. Sp. 1005 und 1052), seit E. der 1920er Jahre erneut am Außenbau und in Innenräumen als dekorative oder geschoßtrennende F. an (Ausst.kat. „F. Höger 1877–1949 ...“, Oldenburg 1999 [Schrn. der Museen der Stadt Delmenhorst, R. Stadtmus., 3], z. B. S. 22, Abb. 11 [Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses in Hannover, 1928] und S. 65 [Städt. Krankenhaus Delmenhorst, 1928]).

In der „Postmoderne“ seit etwa 1965 und in neuen Formen klassizistischen Bauens fand der Kanon der Säulenordnungen und damit auch der F. erneut Eingang in Fassadenentwürfe (Heinrich Klotz, Moderne und Postmoderne ... 1960–1980, Braunschweig-Wiesb. 1984). Neben dem Neopalladianismus in Großbritannien und den USA entstanden entsprechende Bauten auch in Süd- und Mitteleuropa (Andreas Papadakis, Klass. moderne Archit., Paris 1997, S. 10, 25, 128 u. ö.).

Beisp.: Im Hof der Neuen Staatsgal., Stuttgart, zitierte James Stirling zw. 1977 und 1984 eine dorische Portikus mit wuchtigem, glattem F. auf versenkten Säulen mit gekappten Schäften (Baldur Köster, Klassizismus heute, Bln. 1986, S. 52; Charles Jencks, The New Paradigm in Archit. The Language of Post-Modernism, New Haven- Ld. 2002, S. 110, Abb. 192). – Mario Botta entwarf ab ca. 1980 Privathäuser im Tessin, deren glatte, steinsichtige Außenwand wenige Steinlagen unterhalb der Dachtraufe durch einen Zahn-F. gegliedert ist, z. B. am Haus in Viganello, 1980–1981, und an der Casa Medici in Stabio, 1980–1982 (Mirko Zardini, Il luogo, il muro, le aperture, la luce, in: M. Botta. Architetture 1960–1985, Mail. 1985, S. 65–67; Emilio Pizzi, M. Botta. Das Gesamtwerk, Zh.-Mchn.-Ld. 1993, S. 110f., Abb. 1–2). – Dt. Architekten, u. a. Paul und Petra Kahlfeld in Berlin sowie Helmut Rudolf Peuker in München, verwenden seit den 1990er Jahren das klassische Formenrepertoire mit dorischen oder ionischen F. an Privatvillen (z. B. Kahlfeld Architekten, Villa Bastian in Berlin, 1992–1994: Ausst.kat. „Die Revision der Postmoderne“, Frankfurt a. M. 2004, S. 204f.; H. R. Peuker, Villen in München-Bogenhausen, 1995–2011: Fotoslg. RDK). – Geschoßtrennende F. mit Künstlernamen schmücken den Neubau des Wallraf-Richartz-Museums in Köln, 1996–2001, von Oswald Mathias Ungers (O. M. Ungers. Bauten und Projekte 1991–1998, Stg. 1998, S. 134–142, bes. Abb. S. 140 und S. 142; zum F.-Typ bei vergleichbarer Bauaufgabe s. Taf. IIIh).

Zu den Tafeln

Tafel I: Gotische F. : a. Rostock, St. Marien, W-Bau, um 1428, F. als Arkadenfolge mit Kleeblattbögen und Dreipässen in den Zwickeln, Montage nach [29] Taf. 10, Fig. 184. – b. Radyń/Reden/Westpreußen, Burg, Torbau, 1. H. 14. Jh., spitzbogiger Blendbogen-F. aus Tonplatten. Nach: Conrad Emanuel Steinbrecht, Die Bauk. des Dt. Ritterordens in Preussen, Bd. 2, Bln. 1888, Abb. 92. – c. Mölln, Rathaus, Ostgiebel, um 1373, Maßwerk-F. aus Dreipässen. Nach: [51] Abb. 120. – d. Imbach, N.Ö., Ehem. Dominikanerinnenkirche, Josephskap., um 1345/1350, F. mit von Kleeblattbögen unterlegten Spitzbögen auf figürlichen Konsolen. Bauaufmaß Bundesdkm.amt Wien. – e. Gransee, Marienkirche, Ostteil, 3. V. 14. Jh., Maßwerk-F. aus Vierpässen in orthogonaler Anordnung. Nach: [48] Bd. 1, T. 3, Abb. 39 l. oben. – f. Gransee, Marienkirche, W-Teil, 1. H. 15. Jh., Maßwerk-F. aus Vierpässen in diagonaler Anordnung. Nach: ebd., Abb. 40 l. oben. – g. Rostock, Kröpeliner Tor, wohl 1. H. 15. Jh., F. mit zwei Reihen miteinander verschmolzener Kleeblattbögen. Nach: [53] Bd. 1, S. 254, Abb. oben. – h. Lübeck, Burgtorturm, um 1444, F. aus Platten mit Vierschneuß um zentralen Vierpaß. Nach: [84] S. 75, Abb. 9 oben.

Tafel II: Graphische Vorlagen für F. in der Renaissance: a. Heinrich Aldegrever, Kupferstich mit zwei Putten, die einen Kranz um eine Kaiserbüste halten, und Rankenwerk, 1539. Nach: New Hollstein German, Bd. 3, Nr. 269. – b. Jacob Floris, Kupferstich mit Meerwesen, die eine Tafel mit Beschlagwerk halten, 1567. Nach: Jacobus Florus, Compertimenta pictoriis flosculis … variegata, Antw. 1567. – c. Adam Fuchs, Meerwesen mit Hundekopf, um 1600. Kupferstich, 10,3 x 5,5 cm. Nach dem Original. – d. Adam Fuchs nach Paul Mayr, Kupferstich, Raub einer Nymphe durch Meerwesen, 1605. Nach: Hollstein German, Bd. 9, S. 58, Nr. (64).

Tafel III: Historistische F. im 19. und 20. Jh.: a. Wiesbaden, St. Bonifatius, Philipp Hofmann, 1865. Foto: ZI, Photothek Inv.nr. 240305, Detail. – b. München, Staatl. Mus. für Völkerkde., Eduard Reidel, 1859–1865. Foto ZI Bildarchiv der dt. K. 217222. – c. Ehem. Berlin, Villa Königsgrätzer Str. 2, Fassade, 1872–1873, Architekturbüro Becker & Schlüter, Nach: Hugo Licht, Die Archit. Berlins, Bln. 1877, Mappe 1, Bl. 23. – d. F. mit Rankenwerk und Mischwesen, München, Rindermarkt 10, Gabriel von Seidl, 1903–1905. Foto S. Appuhn-Radtke, München. – e. Mäander-F., Freiburg i. Br., Erzbisch. Ordinariat, ehem. Saal für kirchliche Altertümer 1903–1906, nördl. W-Wand, Ausmalung Franz Schilling zugeschr. Nach: [105] Abb. 8. – f. Zwillingsbogen-F. München, St. Benno, 1885–1895. Foto ZI Nr. 78/734 A 66 (Margrit Behrens), Detail. – g. Wien, Mus. für angewandte K., Heinrich von Ferstel, 1868–1871, Fassade der Rückseite, F. am Risalit mit Grotesken in Sgraffitotechnik von Ignaz Schönbrunner und Pietro Isella. Foto Manfred Koller, Schwechat. – h. Zürich, Eidgenössische Hochschule, ehem. Polytechnikum, Gottfried Semper, 1859–1864, Fassade der Nordwestseite. Foto Hubertus Günther, München. – i. Ehem. F. aus Formsteinen, Hannover, Villa Willmer, K. Börgemann, 1884–1886, 1971 zerst. Nach: [61] Abb. 691. – j. Orientalisierender F., Dresden, Cigarettenfabrik Yenidze, Portal, Hermann Martin Hammitzsch, 1907–1909. Nach: Thilo Richter und Hans-Christian Schink, Industriearchit. in Dresden …, 1997, Abb. 13.

Zu den Abbildungen

1. Naturns, St. Prokulus, Wandgem., E. 8. Jh. Nach: [87] S. 183.

2. St. Georg, Reichenau-Oberzell, Kirchenschiff, N-Wand, Gem., 2. H. 10. Jh. (?). Rekonstruktionszchg. von J. und K. Hecht, 1979 mit Veränderungen durch W. Erdmann und H. U. Behm. Nach: Wolfgang Erdmann, Die acht ottonischen Wandbilder der Wunder Jesu in St. Georg zu Reichenau-Oberzell, Sigmaringen 1983, S. 7.

3. Magdeburg, ehem. Damenstiftskirche U. L. F., Arkaden des Lhs., Relief. 3. Dr. 11. Jh. Foto Reinhard Schmitt, Halle.

4. Quedlinburg, St. Servatius Obergaden des Lhs., Relief. zw. 1070 und 1129. Foto Marburg Nr. 18 389.

5. Köln, St. Andreas, ehem. Stiftskirche, N-Seite, Relief. Um 1190/1220. Umzchg. von Franz Krause, 1912. Nach: [57] 6, 4, S. 45, Abb. 25 u. l.

6. Köln, St. Andreas, ehem. Stiftskirche, N-Seite, Relief. Um 1190/1220. Umzchg. von Franz Krause, 1912. Nach: [57] 6, 4, S. 45, Abb. 25 u. r.

7. Ratzeburg, ev. Domkirche, Chor von NO. 1220 voll. Foto Marburg Nr. 18 432.

8. Linz a. Rh., St. Martin, Chor, Relief. 2. Dr. 13. Jh. Nach: Jürgen Kaiser, Romanik im Rheinl., Köln 2008, S. 191.

9. Wismar, St. Marien, W-Turm, Untergeschoß. Um 1260/1270. Foto Marburg B 17.954/9 (Zustand 1991).

10. Nienburg, Lkr. Bernburg, St. Maria und Cyprian, ehem. Benediktinerkirche, Chorpolygon. Nach 1242 bis vor 1280. Foto Ehem. Staatl. Bildstelle Berlin.

11. Templin, Ldkr. Uckermark, Mühlentor. Um 1230. Foto Technophotograph. Archiv Berlin-Friedenau.

12. Chorin, ehem. Zisterzienserkloster, Konventsgebäude, W-Flügel. E. 13. Jh. Foto Prause.

13. Zürich, Schweizerisches L.mus., Inv.nr. LM 19713.1-16, Wandgem. aus dem Haus „Zum langen Keller“ in Zürich. 1. V. 14. Jh. Nach: Lucas Wüthrich, Wandgem. Von Müstair bis Hodler, Zh. 1980, S. 60.

14. Prag, Dom St. Veit, Wenzelskap., gew. 1366. Foto ZI, Bildarchiv der dt. K. 100987 (Detail).

15. Konstanz, Münster, Chor, S-Wand, Gem., 14. Jh. Nach: [74] Abb. 142.

16. Ulm, Münster, Stirnwand der W-Vorhalle, nach 1392. Foto ZI Bildarchiv der dt. K. 32583 (E. Müller 357/2).

17. Lauingen, Schimmelturm. 15. und 16. Jh. Foto ZI, Photothek Nr. 389808 (H. Beyerlein, 1978).

18. Bremen, Marktfassade, hundsköpfiges Meerwesen, Hochrelief. Zw. 1608 und 1614. Nach: Stephan Albrecht, Das Bremer Rathaus im Zeichen städtischer Selbstdarstellung vor dem 30-jährigen Krieg, Marburg 1993 [Materialien zur K.- und Kulturgesch. in Nord- und Westdtld., 7], S. 142, Abb. 116.

19. Hans Holbein, Lavierte Entw.zchg. für das Erdgeschoß des Hertenstein-Hauses in Luzern. 1517. Basel, Kk., 30 x 44cm. Nach: Heinrich Alfred Schmid, H. Holbein d. J. ..., Basel 1955, Taf.bd., Abb. 10.

20. Johann Atzelt, Kupferstich (Detail), in: Gabriel Tzschimmer, Die Durchlauchtigste Zusammenkunft ..., Nbg. 1680, Taf. Nr. 22. Nach: Das Dresdner Schloss ..., Dresden 31992, S. 75.

21. Wismar, Fürstenhof, straßenseitige Fassade. 1553/ 1554. Foto Marburg Nr. 624 021.

22. Heidelberg, Schloß, Ottheinrichsbau, 1. Geschoß (Detail). 1556–1559. Foto ZI, Photothek Nr. 334213 (H. Häusler), Detail.

23. Landshut, Stadtresidenz, Kap., N-W-Ecke, gew. 1543. Nach: [66] Abb. 151.

24. Landshut, Haus Länd 42, sog. Gartensaal. Um 1550. Foto: Museen der Stadt Landshut (Toni Ott).

25. Prag, Hradschin, Pal. Schwarzenberg, Fassade. Agostino Gelli, 1545–1567. Foto Autor.

26. Hans Bock d. Ä., Entw. für Fassade, sign. und dat. 1572, lav. Federzchg., 40,9 x 30,5cm, Basel Kk. U.V.71, Nach: Maria Becker, Archit. und Mal. Stud. zur Fassadenmal. des 16. Jh. in Basel, Basel 1994, S. 133, Abb. 27.

27. Konstanz, Haus zum Goldenen Löwen, Fassadenmal. Um 1580. Nach: [14] Abb. 46.

28. Dillingen, Kirche Mariä Himmelfahrt, 1610–1617. Nach: Marion Sauter, Die oberdeutschen Jesuitenkirchen (1550–1650), Petersberg 2004, S. 85.

29. Waldhausen, O. Ö., Stiftkirche Maria Himmelfahrt, Fassade. 1693. Nach: Josef Moosbauer, Waldhausen im Strudengau, O. Ö. Kloster und Pfarrk., Waldhausen 1958, S. 13.

30. Giovanni Niccolo Perti und Abraham Leuthner, München, St. Kajetan, O-Wand, Gebälk, Stuckreliefs. 1674. Foto S. Appuhn-Radtke.

31. Kupferstich in: Goldmann-Sturm, Ausg. Lpz. 1699, Taf. vor S. 20, Detail. Nach: [100] Abb. 30.

32. Neumünster/Würzburg, Fassade, 1716. Foto ZI Bildarchiv der dt. K. 52946.

33. F. W. von Erdmannsdorff, Wörlitz, Pantheon, Innenausstattung. 1794. Nach: Wolfgang Savelsberg und Uwe Quilitzsch (Red.), Unendlich schön. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz, Bln. 2005, S. 146.

34. Frosch, Kupferstich, Leipzig 1802. Nach: J. G. Grohmann, Bruchstücke der Gothischen Bauk. ..., Lpz. 1802, Bl. 12.

35. „Gurtgesimse“, Kupferstich, 1846. Nach: [77] H. 1, Bl. 12.

36. F. Weinbrenner, Baden-Baden, Kurhaus, Fassade (Detail), Stuck, 1817–1822. Foto ZI, Nr. 73/519A/ KB (Margrit Behrens).

37. L. Klenze, Entw.zchg. für den F. an der Fassade des Kriegsministeriums zur Ludwigsstraße in München, ausgef. 1827–1831. Foto München, Bayer. Hauptstaatsarchiv, Abt. IV (Kriegsarchiv), Planslg. München 123.

38. Ehem. München, Herzog-Max-Pal., Kab. des Hzg., Wandgem. nach dem Entw. von L. von Klenze. 1828–1831. Foto Bayer. LA. für Dpfl., München.

39. Holzschnitt nach der Zchg. von Franz Fink nach Bildhauermodellen von Glück. 1866. Nach: [27] S. 218, Fig. 170.

40. Vorlagen für Patronen für Gem. im Innenraum, Holzschnitt nach der Zchg. von Franz Fink. 1866. Nach: ebd., S. 301, Fig. 205f.

41. Martin Philipp Gropius, Berlin, ehem. Kgwb.mus., Fassade (Detail). 1876–1881. Nach: [104] 2, 1882, S. 363.

42. Zchg., Villa Kümpers von Bernhard Tüshaus und Leo von Abbema in, Rheine. 1890. Nach: [8] 6, 1890, Taf. 78.

43. Friedrich von Thiersch, München, Justizpalast, Südfassade (Detail). 1891–1897. Foto S. Appuhn-Radtke.

44. Dresden, Molkerei Pfund, Verkaufsraum, bemalte Keramik, Villeroy&Boch, Dresden 1891. Zustand nach der Rest. 1992–1995. Nach: Dresdner Molkerei Gebrüder Pfund (Hg.), Der schönste Milchladen der Welt, Dresden 1997, S. 1.

45. Engelbert Seibertz, Berlin-Moabit, St. Paul, Kath. Pfarrk., W-Fassade (Detail). 1892/1893. Nach: Bll. für Archit. und Khw. 8, 1895, Taf. 7.

46. Martin Dülfer, München, Mietshaus Schellingstr. 26, Fassade (Detail), Stuck, farbig gefaßt. 1897–1900. Foto S. Appuhn-Radtke.

47. Otto Wagner, Wien, St. Leopold am Steinhof , Fassade (Detail), Bronzeappliken. 1904. Nach: Walter Zednicek, O. Wagner. Zchgn. und Pläne, Wien 1996, S. 138, Abb. 123.

48. Emil Hoppe, Entw. für die Fassade des Pal. Fischer, Wien, 1910 (Detail). Nach: Iain Boyd Whyte, E. Hoppe, Marcel Kammerer, Otto Schönthal ., Bln. 1989, S. 100f., Abb. 222.

49. Ehem. Köln, Kaufhaus Tietz, Innenraum, Reliefs nach dem Entw. von Hermann Föry und John Martens ausgef. Majolika-Manufaktur Karlsruhe, 1914 (zerst.). Nach: Otto Kiedrich, Keramik der Gegenwart, Bd. 1: Keramik und dt. Bauk., Bln. 1925, Abb. S. 94.

50. Jože Plečnik, Prag, Kirche Herz-Jesu. 1928–1931. Nach: Damjan Prelovsek, Josef Plečnik 1872–1957, Salzburg-Wien 1992, S. 116, Abb. 110).

Literatur

Quellen:

1. Sebastiano Serlio, Regole generali di architettura sopra le cinque maniere de gli edifici ..., Ven. 1537. – 2. Walther Hermann Kyff (Kivius), Vitruvius Teutsch ... Zehen Bücher von der Architectur und künstlichem Bawen ..., Nbg. 1548, Ndr. hg. von Erik Forssman, Hdhm.-N.Y. 1973. – 3. Jan Vredeman de Vries, Architectura der Bauung der Antiquen auss dem Vitruvius, Antw. 1577. – 4. Wendel Dietterlin, Architectura. Von Außtheilung, Symmetria und Proportion der Fünff Seulen …, Nbg. 1598. – 5. Abraham Leuthner, Gründtliche Darstellung der fünff Seulen . , Prag 1677. – 6. Georg Andreas Böckler, Die Baumeisterin Pallas oder der in Teutschland erstandene Palladius, Nbg. 1698, Faks. hg. von Bernd Vollmar, Nördlingen 1991.

Literatur:

7. Friedrich Adler, Ma. Backstein-Bauwerke des Preussischen Staates, Bd. 1, Bln. 1862 und Bd. 2, ebd. 1898. – 8. Architektonische Rundschau. – 9. Ausst.kat. „Berlin und die Antike“, Berlin 1979. – 10. Ausst.kat. „Carl von Fischer, 1782–1820“, Mchn. 1982. – 11. Ausst. kat. „Der vergrabene Engel. Die Chorschranken der Hildesheimer Michaeliskirche. Funde und Befunde“, Hildesheim 1995, Mainz 1995. – 12. Ausst.kat. „Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften“, Leipzig 2009. – 13. Ausst.kat. „Friedrich von Gärtner. Ein Architektenleben, 1791–1847“, München 1992. – 14. Ausst.kat. „Ritter – Heilige – Fabelwesen. Wandmal. in Konstanz von der Gotik bis zur Renss.“, Konstanz 1988. – 15. Jörn Bahns, Johannes Otzen 1839–1911. Beiträge zur Bauk. des 19. Jh., Mchn. 1971 (Materialien zur K. des 19. Jh., 2). – 16. Alfred Bohnhagen, Der Stukkateur und Gipser, Lpz. 1914, Ndr. Mchn. 1987. – 17. Eva Börsch-Supan, Berliner Bauk. nach Schinkel, 1840–1870, Mchn. 1977 (Stud. zur K. des 19. Jh., 25). – 18. Dies. und Dietrich Müller-Stüler, Friedrich August Stüler. 1800–1865, Mchn. usw. 1996. – 19. Marcus Cante, Stadt Brandenburg an der Havel. Teil 1: Dominsel – Altstadt – Neustadt, Worms 1994 (Dkm. topographie Bundesrepublik Dtld., Dkm. in Brandenburg, Bd. 1.1). – 20. Hilde Claussen und Matthias Exner, Abschlußbericht der Arbeitsgemeinschaft für frühma. Wandmal., Zs. für K.technologie und Konservierung 4, 1990, S. 261–290. – 21. Die Decoration der inneren Räume des Koenigsbaues zu München / ausgeführt nach Zeichnungen und unter Leitung des Architecten Leo von Klenze, Wien 1842. – 22. Sylvie Deswarte-Kosa (Hg.), Sebastiano Serlio a Lyon. Archit. et imprimerie, Bd. 1, Lyon 2004. – 23. Gerald Dobler, Die got. Wandmalereien in der Opf. ..., Rgbg. 2002. – 24. Wolfgang Erdmann, Zisterzienser-Abtei Chorin ., Königstein i. T. 1994. – 25. Ders., Zisterzienser-Abtei Doberan. Kult und K., Königstein i. T. 1995. – 26. Bernd Evers u. a., Architekturtheorie von der Renss. bis zur Gegenwart, Köln usw. 2003. – 27. Franz Fink, Der Tüncher, Stubenmaler, Stukkator und Gypser. Praktisches Hand- und Hülfsbuch, Lpz. 1866 (Die Schule der Bauk., 3,3). – 28. Edith Fründt, Sakrale Plastik. Ma. Bildwerke ..., Hanau 1966. – 29. Fritz Gottlob, Formenlehre der Norddt. Backsteingothik. Ein Hdb. zum Gebrauch für die Praxis und zum Selbststudium, Lpz. 1900. – 30. Waldemar Grzimek, Dt. Stuckplastik, 800 bis 1300, Bln. 1975. – 31. Hubertus Günther, La théorie de l’architecture en Allemagne à la Renss., in: [22] S. 492–512. – 32. August Hahn, Der Maximilianstil in München. Programm und Verwirklichung, Mchn. 1982. – 33. Volker Helas, Archit. in Dresden. 1800–1900, Dresden 31991. – 34. Mane Hering-Mitgau, Farbige Fassaden. Die hist. Putzfassung, Steinfarbigkeit und Archit.bemalung in der Schweiz, Frauenfeld usw. 2010. – 35. Helmut Hess, Das kurfürstlich bayer. Generalmandat vom 4. Oktober 1770 ..., Mchn. 1989 (Schrn. aus dem Inst. für Kg. der Univ. München, 47). – 36. Julius Hoffmann (Hg.), Bauk. und dekorative Skulptur der Renss. in Dtld. ., Stg. 1909 (Bauformen-Bibl., 1). – 37. Gerhard Hojer, Die Prunkappartements Ludwigs I. im Königsbau der Münchner Residenz. Archit. und Dekoration, Mchn. 1992 (Forschgn. zur K.- und Kulturgesch., 2). – 38. Ferdinand Wilhelm Holz, Architectonische Details in den gebräuchlichsten Bau-Stylen für Baumeister, Lehrer an Gewerb-Schulen und als Vorlegeblätter für Handwerker ., H. 2, Bln 1842. – 39. Edgar J. Hürkey, Zur spätroman. figürlichen Ausmalung, in: Wolfram Nicol (Hg.), Der Dom zu Limburg, Mainz 1985 (Quellen und Abhn. zur mittelrhein. Kirchengesch., 54), S. 201–263. – 40. Elisabeth Hütter, Die Pauliner-Universitätskirche zu Leipzig. Gesch. und Bedeutung, Weimar 1993 (Forschgn. und Schrn. zur Dpfl., 1). – 41. Hillert Ibbeken (Hg.), Ludwig Persius. Das archit. Werk heute, Stg. und Ld. 2005. – 42. Dörthe Jakobs, Sankt Georg in Reichenau-Oberzell ..., Bd. 1–2, Stg. 1999 (Forschgn. und Ber. der Bau- und K.dpfl. in Baden-Württ., 9). – 43. Jessen. – 44. Detlef Karg (Hg.), Das Kloster Stift zum Heiligengrabe. Bestandsforschg. und Dpfl., Bln. 2008 (Arbeitshh. des Brandenburgischen LA. für Dpfl. und Arch. L.mus., 17). – 45. Kdm. Anhalt. – 46. Kdm. Bayern. – 47. Kdm. Berlin. – 48. Kdm. Brandenburg. – 49. Kdm. DDR. – 50. Kdm. Hannover. – 51. Kdm. Lauenburg, 1. – 52. Kdm. Lübeck 1. – 53. Kdm. Mecklenburg-Schwerin. – 54. Kdm. Niederschlesien. – 55. Kdm. Österr. – 56. Kdm. Prov. Sachsen. – 57. Kdm. Rheinprov. – 58. Kdm. Westfalen. – 59. Friedrich Kobler, Reliefbacksteine in Altbayern, in: 1204 und die Folgen ..., Landshut 2002 (Schrn. aus den Mus. der Stadt Landshut, 6), S. 113–117. – 60. Hugo Koch, Gesimse, in: Hdb. der Archit. 3, 2, 2, Lpz. 31914, S. 131–500. – 61. Günther Kokkelink und Monika Lemke-Kokkelink, Bauk. in Ndtld. ..., Hann. 1998. – 62. Thomas Korth, Stift St. Florian ..., Nbg. 1975 (Erlanger Beitr. zur Kw., 49). – 63. Katharina Krause (Hg.), Spätgot. und Renss., Mchn. usw. 2007 (Gesch. der bildenden K. in Dtld., 4). – 64. Herbert Kreft und Jürgen Soenke, Die Weserrenss., Hameln 41975. – 65. Elga Lanc, Die ma. Wandmal. in der Steiermark, Wien 2002 (Corp. Wandmal. Österr., 2). – 66. Iris Lauterbach, Klaus Endemann und Christoph Luitopold Frommel (Hgg.), Die Landshuter Stadtresidenz ..., Mchn. 1998 (Veröffn. des ZI, 14). – 67. Volker Liedke, Das Bürgerhaus in Altbaiern, Tüb. 1984 (Das dt. Bürgerhaus, 33). – 68. Adolf Friedrich Lorenz, Doberan ..., Bln. 1958 (Stud. zur Archit. und Kw., 2). – 69. Hellmut Lorenz (Hg.), Barock, Mchn. usw. 1999 (Gesch. der bildenden K. in Österr., 4). – 70. Steve Ludwig, St. Georgen zu Wismar. Die Gesch. einer ma. Pfarrk. vom 13. bis zum frühen 16. Jh., Kiel 1998. – 71. Harry Francis Mallgrave, G. Semper. Ein Architekt des 19. Jh., Zh. 22001. – 72. Paul Mebes (Hg.), Um 1800. Archit. und Handwerk im letzten Jh. ihrer traditionellen Entwicklung, Mchn. 21918, Ndr. Bln. 2001. – 73. Jürgen Michler, Got. Backsteinhallenkirchen um Lüneburg St. Johannis, Gött. 1967. – 74. Ders., Got. Wandmal. am Bodensee, Friedrichshafen 1992. – 75. Friedrich Mielke, Das Bürgerhaus in Potsdam, Bd. 1–2, Tüb. 1972 (Das dt. Bürgerhaus, 15). – 76. Ders., Potsdamer Bauk. Das klassische Potsdam, FfM. 1981. – 77. Karl Möllinger, Elemente des Spitzbogenstyles systematisch entwickelt nach den vorzüglichsten Bau- und K.dkm. aus der Glanzperiode des MA ..., H. 1, Mchn. 1846. – 78. Teresy Mroczko, und Mariana Arszyńkiego (Red.), Architektura gotycka w Polsce, Bd. 1–3,2, Warschau 1995. – 79. Karl E. Mummenhoff, Wasserburgen in Westf., Mchn.-Bln. 41977. – 80. Bernhard Paal SJ, Gottesbild und Weltordnung. Die St. Michaelskirche in München, Rgb. 1997. – 81. Gustav Pauli, Die dekorativen Skulpturen der Renss. am Bremer Rathause und ihre Vorbilder, Jb. der bremischen Slgn. 1,2, 1908, S. 26–33. – 82. Maria Poksinska, (Red.), Zamek Wysoki w Malborku. Interdyscyplinarne badania skrzydła połnocnego, Malbork u. a. 2006. – 83. Ferdinand von Quast, Dkm. der Bauk. im Ermland, Bln. 1860. – 84. Hugo Rahtgens, Got. Terrakottafriese in Lübeck, Jb. des Mus. für K. und Kulturgesch., 4–7, 1920, S. 57–90. – 85. Erich Paul Riesenfeld, Erdmannsdorff. Der Baumeister des Hzg. Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, Bln. 1913. – 86. Arthur Rosenauer (Hg.), Spät-MA und Renss., Mchn. usw. 2003 (Gesch. der bildenden K. in Österr., 3). – 87. St. Prokulus, Naturns. Archäologie, Wandmalerei, hg. vom Landesdenkmalamt Bozen, Bozen, 1990. – 88. Gabriele Schickel, Neugot. Kirchenbau in München. Vergleichende Stud. zu Archit. und Ausstattung der Kirchen Maria-Hilf in der Au und Heilig-Kreuz in Giesing, Mchn. 1987 (Beitr. zur Kw., 18). – 89. Schinkelwerk. – 90. Schlossbau der Spätgotik in Mitteldtld., Dresden 2007. – 91. Fritz Traugott Schulz, Das Milchmarktviertel, Lpz. 1933 (Nürnbergs Bürgerhäuser und ihre Ausstattung, 1). – 92. Ulrike Seeger, Stadtpal. und Belvedere des Prinzen Eugen …, Wien usw. 2004. – 93. Rudolf Stein, Roman., got. und Renss.-Bauk. in Bremen. Erhaltene und verlorene Baudkm. als Kultur- und Gesch.dokumente, Bremen 1962 (Forschgn. zur Gesch. der Bau- und Kdm. in Bremen, 2). – 94. Conrad Emanuel Steinbrecht, Unters. und Herstellungsarbeiten am Hochs chloß der Marienburg, in: [104] 5, 1885. – 95. Ruprecht Stolz, Die Walhalla. Ein Beitr. zum Denkmalsgedanken im 19. Jh., Köln 1977. – 96. Eduard Trier und Willy Weyres (Hgg.), K. des 19. Jh. im Rheinl., Bd. 1, Ddf. 1980. – 97. Heinrich Trost, Norddt. Stadttore zwischen Elbe und Oder, Bln. 1959 (Schrn. zur Kg., 5). – 98. Arthur Valdenaire, Friedrich Weinbrenner. Sein Leben und seine Bauten, Karlsruhe 21926. – 99. Klaus Voigtländer, Die Stiftskirche St. Servatii zu Quedlinburg. Gesch. ihrer Rest. und Ausstattung, Bln. 1989. – 100. Bernd Vollmar, Die dt. Palladio-Ausg. des Georg Andreas Böckler, Nürnberg 1698 …, Ansbach 1983 (Mittelfränk. Stud., 3). – 101. Stephan Warnatsch, Zisterzienser-Abtei Lehnin …, Königstein i. T. 1998. – 102. Hans Jakob Wörner, Archit. des Frühklassizismus in Süddtld., Mchn. usw. 1979. – 103. Nikolaus Zaske, Got. Backsteinkirchen Norddeutschlands zwischen Elbe und Oder, Lpz. 21970. – 104. Zentralbl. der Bauverwaltung. – 105. Dagmar Zimdars, Wieder entdeckt. Das Mus. „zur Aufbewahrung kirchlicher Altertümer“ im Erzbisch. Ordinariat Freiburg, in: Dpfl. in Bad.-Württ. Nachrichtenbl. der L.dpfl. 35, 2006, S. 91–98.

Hinweise gaben: Matthias Quast, Spoleto; Huberta Weigl, Wien; Carola Wenzel, München.

Verweise