Fons gratiae

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englisch: Fons gratiae; französisch: Fons gratiae; italienisch: Fons gratiae.


Esther P. Wipfler (2003)

RDK X, 125–133


RDK X, 125, Abb. 1. Zoodochos Pege, Mosaik.
RDK X, 127, Abb. 2. F. als "Zoodochochos Pege", Wandgemälde.
RDK X, 129, Abb. 3. Ikone mit Zoodochos Pege. Athos, 4. V. 17. Jh.
RDK X, 131, Abb. 4. Kupferstich, Joseph Sebastian und Johann Bapt. Klauber. Augsburg, 1750.

I. Definition

F. wurde als eine der Metaphern für Maria gebraucht (neben Fons pietatis, Fons hortorum Fons signatus, Fons vitae). Unter F., Maria als Gnadenquell, werden Darstellungen Mariens als Quelle, als Brunnenstock sowie ihre Verbildlichungen in der Brunnenschale behandelt.

Nicht berücksichtigt ist die Verwendung von F. gleichbedeutend mit Fons pietatis im christologischen Sinn.

II. Quellen

1. Ostkirche

Die Verwendung der Quell-Metapher ist erstmalig in griechischen Texten belegt.

Zu den ältesten Belegen für die Verbindung von Maria mit einer Quelle zählen Verse der vor 216 entstandenen, nur fragmentarisch erhaltenen Grabinschrift für Bischof Aberkios von Hierapolis, in der von einem aus reiner Quelle von einer reinen Jungfrau gefangenen *Fisch die Rede ist (gefunden bei Synada [Phrygia Salutaris]; Vera-Elisabeth Hirschmann, Unters. zur Grabschrift des Aberkios, Zs. für Papyrologie und Epigraphik 129, 2000, S. 109-116).

Der wasserspendende Stein als Metapher für Maria findet sich im 11. Oikos des Akathistos-Hymnus; im 21. Oikos wird sie als „ein von Sünden reinigendes Bad“ verherrlicht (Leena Mari Peltomaa, The Image of the Virgin Mary in the Akathistos Hymn, Leiden usw. 2001 [The medieval Mediterranean, 35], S. 10, 16, 168 und 198f.).

Auch im 20. Anakreontikon des Sophronios, Patriarch von Jerusalem (634-638), das in einer Hs. des 13. Jh. überliefert ist, wird im Zusammenhang mit dem Berg Zion, dem vermeintlichen Sterbeort Mariens, diese als „Fels“ bezeichnet, dem Ströme entspringen, die allen Menschen Heilung brachten (zum Text vgl. Herbert Donner, Die anakreontischen Gedichte Nr. 19 und Nr. 20 des Patriarchen Sophronios, Hdbg. 1982 [Sitzungsber. der Heidelberger Akad. der Wiss., Philos.-Hist. Kl., Jg. 1981, 10], S. 15, 25 und 48. In H. Donners Übers. ist der Fels jedoch dem Berg Zion gleichgesetzt).

Diese Vorstellung ist auch in manchen lat. Texten des Hoch-MA bezeugt; so lautet eine der Anrufungen in einem Hymnus aus dem 12. Jh. „O fructificans mons, o mellificans fons“ (Paris, BNF, cod. lat. 5267, fol. 122v: [1] Bd. 1, S. 185).

2. Westkirche

In der lat. Dichtung des Westens kommt F. erstmals (?) in Texten vor, die als Übersetzungen nach Ephräm dem Syrer (2. H. 4. Jh.) gelten und nicht vor dem 7. Jh. entstanden sein dürften: In dem „Sermo de sanctissimae dei genetricis virginis Mariae laudibus“ wird Maria als „fons gratiae et totius consolationis“ begrüßt ([1] Bd. 2, S. 261; zur Datierung vgl. ebd. S. 257; abweichend dazu jedoch: Albert Siegmund, Die Überlieferung der griech. chr. Lit. in der lat. Kirche bis zum 12. Jh., Mchn. 1949 [Abhn. der Bayer. Benediktiner-Akad., Bd. 5], S. 67-71).

Den Gebrauch dieses Titels im Spät-MA bezeugt der strophische Psalter des Columba de Vinchio, 15. Jh., Paris, BNF, cod. lat. 1456: [1] Bd. 2, S. 114 und 116. Das synonym mit „mater misericordiae“ verstandene Epitheton Mariens als „mater gratiarum“ war im 1. V. 15. Jh bei marianischen Bruderschaften verbreitet (vgl. dazu [1] Bd. 1, S. 24).

Die Verbindung von Maria mit dem Lebensbrunnen ist jedoch schon seit karolingischer Zeit belegt. Ambrosius Autpertus (gest. 781) formulierte: „ad fontes perennis vitae potandos invitas“ ([1] Bd. 1, S. 71). „Tu fons et initium“ lautet die Anrufung in der sog. Pariser „Salutatio S. Mariae“, 11. Jh. (ebd. Bd. 1, S. 131) und im Hymnus des „Magister P“ aus dem 12. Jh.: „Das fontem aqua (sic!) vive“ (Paris, BNF, cod. lat. 2644, fol. 92r; zit. nach: ebd. Bd. 2, S. 56). Als Bild der durch Maria vermittelten Gnadenfülle gebrauchten hochma. Theologen die Metapher des F. in Kommentaren zum Hohenlied, so Alanus ab Insulis („fons in quo ineffabilis misericordiae fluentum, in quo gratiarum omnium irriguum“: Elucidatio in Cantica canticorum, in: P. L. 210, Sp. 82; zur Verwendung vgl. auch Thomas Cisterciensis in: ebd. Bd. 206, Sp. 155).

In der dt. Dichtung der 2. H. 13. Jh., so bei Konrad von Würzburg, um 1276, wird Maria als Quell der Güte und Gnade („der guete und der gnâden runs“) bezeichnet, der einem Strom aus dem Paradies gleichzusetzen sei, welcher allen Menschen, auch den Nichtchristen, zuteil werde (Ewald Schröder [Hg.], Die Goldene Schmiede des Konrad von Würzburg, Gött. 21969, v. 534 bis 545; zahlreiche weitere Belege: Salzer, S. 71 und 520-523).

III. Darstellungen

1. Süd- und Osteuropa

Darstellungen von F., die Maria in Orantenhaltung halb- oder ganzfigurig in einer Brunnenschale zeigen, sind seit dem 14. Jh. aus der byzantinischen Kunst bekannt. Dieser Typus wird nach Ps 36,10 mit „Zoodochos Pege“, lebensempfangende oder -spendende Quelle bezeichnet: Dionysios, S. 127, Nr. 397.

Er besitzt Vorläufer in der ma. byz. K.: Vom Typus der Maria Orans „Theotokos Blacherniotissa“ sind seit dem 10. Jh. Darstellungen mit durchbohrten Handflächen erhalten, von denen angenommen wird, daß sie als Ausflüsse von Brunnen dienten (z. B. Fragment einer sog. Brunnenikone in Berlin, Marmorrelief, Konstantinopel, M. 12. Jh.: Kat. „Das Mus. für Spätantike und Byz. K.“, Bln. 1992, S. 245, Nr. 145; mit weiteren Beisp.: Norbert Schmuck, Art. „Blacherniotissa“, in: Marienlex. 1, Sp. 499).

Seine Entstehung wird auf ein spätantikes Brunnenheiligtum vor den Toren Konstantinopels zurückgeführt.

Die ältesten Zeugnisse dafür stammen aus dem 14. Jh.: Nikephoros Kallistos Xanthopoulos (2. H. 13. Jh. bis vor 1328) berichtete, Kaiser Leon I. (457-474) habe ein Heiligtum über der Quelle errichten und Maria weihen lassen; durch die Quelle sei ihre Gnade in vielen Wundern wirksam gewesen (P. G. 147, Sp. 73-78, vgl. [3] S. 128-134; [2] S. 108-128; Lothar Heiser, Art. „Zoodochos Pēgē“, in: Marienlex. 6, S. 801f.; Cyril Mango und Nancy Patterson Ševčenko, Art. „Pēgē“, in: The Oxford Dict. of Byzantium 3, New York usw. 1991, S. 1616).

Die erhaltenen Darstellungen werden nicht früher als ins 14. Jh. datiert, auch weil damals das Fest zur Erinnerung an die Wunder gestiftet wurde, die sich im Kloster Zoodochos Pēgē ereignet haben sollen. Das Offizium zum Fest wurde verfaßt von Nikephoros Kallistos Xanthopoulos ([2] S. 111).

In Konstantinopel ist in dem zum Chora-Kloster gehörigen Grab des Demetrius (Grab H), wohl E. 14. Jh., fragmentarisch ein Mosaik bewahrt, das inschriftlich mit „Zoodochos Pēgē“ bezeichnet ist und Maria in Orantenhaltung zeigt; vom Becken (?) ist nur noch der obere Rand erhalten (Abb. 1; Paul A. Underwood, The Kariye Djami, Ld. 1967, Bd. 1, S. 297). Die Wandmal. im Narthex der Klosterkirche in Lesnovo, 1349, zeigt ebenso die Gottesmutter in Orantenhaltung in einer Schale. Zu weiteren Beisp. aus dem 14. Jh.: [3] S. 79-87, mit Abb. In der dem hl. Georg geweihten Kapelle des Klosters des hl. Paulus auf dem Athos zeigt ein mit „Zoodochos Pēgē“ bezeichnetes Wandgem. Maria mit dem Kind in einer Schale, aus der das Wasser in zwei Strömen in ein Becken fließt: Abb. 2. Die Darstellung wird aufgrund einer Inschrift in das Jahr 1555 datiert und dem Maler Antónios zugeschrieben (Paul M. Mylonas, Bildlex. des heiligen Berges Athos, hg. vom Dt. Arch. Inst. Berlin, Bd. 1,1,2: Atlas ton eikosi kyriarchon monon, Tüb. 2000, S. 254).

Die Deutung älterer Darst. als „Zoodochos Pēgē“ wie die des 1259 geschaffenen Wandgemäldes in der Kirche der hll. Nikolaus und Panteleemon von Bojana bei Sofia ist fragwürdig ([2] S. 111), da das Motiv der Schale nicht vorkommt; vgl. [3] Anm. 43.

In byzantinischen Handschriften des MA scheint das Motiv kaum tradiert worden zu sein.

Im sog. Serbischen Psalter vom E. 14. Jh. in München (Bayer. St.bibl., cod. slav. mon. 4) gibt es keine Darstellung von F., jedoch in der 1941 zerst. Belgrader Kopie, die auf Veranlassung des Patriarchen Paisios etwa 1626-1629 angefertigt wurde. Diese enthielt im Gegensatz zum Münchener Psalter eine Ill. zum 11. Oikos des Akathistos-Hymnus (fol. 259r: Josef Strzygowsky, Die Miniaturen des Serbischen Psalters ..., Wien 1906 [Akad. der Wiss., Philos.-Hist. Kl., Denkschrn., 52,2], Abb. 144). Seit wann dies in Hss. gebräuchlich war, ist bisher nicht zweifelsfrei geklärt; oftmals wurde vermutet, die Belgrader Kopie habe auch darin das Vorbild wiederholt ([2] S. 113; [3] S. 83 und Abb. 9; vgl. zum Problem: Ihor Ševčenko, Das Verhältnis des Münchner Psalters zu den Psaltern aus Oxford und Belgrad, in: Serbischer Psalter, Faks., Textbd., Wiesb. 1978, S. 170-172).

Seit dem 16. Jh. ist das Motiv auch auf den griechischen Inseln sowie in Werken der russischen Kunst belegt (Beispiele bei [2] S. 118).

Eine kretische oder venezianische Ikone mit der Darst. von F., wohl 17. Jh., befindet sich im Diöz.mus. in Freising (Ausst.kat. „Madonna. Das Bild der Muttergottes“, Freising 2003, S. 159, Nr. III.20, mit Abb.). Weitere (italo-)kretische Beisp. bei: Manoles Chatzedakes, Eikones tes Patmoy ..., Athen 1995, Nr. 158 mit Abb. 75 und Nr. 162 mit Abb. 109.

Zur Verbreitung des Bildmotivs trug die Veröffentlichung dreier Heilungswunder der lebensspendenden Quelle in der Slg. von Marienwundern des Mönchs Agapios 1641 in Venedig bei, die der ebenfalls auf dem Athos lebenden Mönch Samuilo Bakačič ins Serbische übersetzte. Sein Text wurde in vielen Abschriften im 17. und 18. Jh. bekannt gemacht ([2] S. 123f.). Die erneute Wiederherstellung des mehrfach zerstörten Heiligtums in Konstantinopel 1727 (dazu X. G. Patrineles, Art. „Baloyklē, monē“, in: Thrēskeutikē kai Ethikē Enkyklopaideia, Bd. 3, Athen 1963, Sp. 573-576) führte zu weiteren Darstellungen des Typus, insbesondere in den Klöstern des Athos und in den Ländern östlich des Mittelmeeres. Die Tradition der Verehrung der Zoodochos Pēgē auf dem Athos ist bis ins 14. Jh. zurückzuverfolgen. So besaß das Lavra-Kloster, nachweisbar 1367, ein Metochion des Namens in Konstantinopel (Evgenios Hierēs, He zoodochos pēgē kai ta hiera autēs prosartemata, Athen 1886, S. 72; vgl. [2] S. 114). Der Kupferstich des Christophor Žefarovič von 1745 zeigt Maria auf einem mehrschaligen Brunnen, aus dem Kranke schöpfen; im Hintergrund ist die Silhouette Konstantinopels zu erkennen. Weitere Beisp.: Konstantinos D. Kalokyris, Hē Theotokos eis tēn eikonographian Anatolēs kai Dyseos, Thessaloniki 1972, S. 202-204 und Taf. 285-288; Demetrios I. Pallas, Hē Theotokos Zoodochos Pēgē, in: [4] S. 201-224 und Taf. 44-57; Kat. „Byzantino Museio, ta nea apoktēmata (1986-1996)“, Athen 1997, S. 144f., Kat.nr. 50: Ikone, 18. Jh.; Wandmal. in der Kirche von Asklepios und in der Panajia-Kirche (1779) in Lindos, beide auf Rhodos.

2. Westeuropa

Im westeuropäischen Raum ist die Darstellung Mariens als F., dem Wasserströme entspringen, erst im Zeitalter des Barock nachweisbar.

Möglicherweise trug Kaiser Leopold I. (1640-1705) zur Verbreitung dieses Bildthemas bei; für ihn wurde eine Ikone auf dem Athos gemalt, die den Herrscher und Kaiserin Eleonora Magdalena von Mantua, seit 1676 seine dritte Ehefrau, wie Stifter unterhalb der Darstellung der Zoodochos Pēgē zeigt (Abb. 3) und ins 4. V. 17. Jh. oder um 1700 datiert wird (zur späteren Datierung: Karoline Kreidl-Papadopoulos, Die Ikonen im K.hist. Mus. in Wien, Jb. der Kh. Slgn. N.F. 30, 1970, S. 53, 72ff. und 103-107). Möglicherweise wurde die Ikone jedoch schon anläßlich des 1683 errungenen Sieges über die Türken angefertigt (so D. I. Pallas, Hē Theotokos Rodon to amaranton, in: [4] S. 232 mit Taf. 57). Für eine besondere Verehrung von F. in dieser Zeit spricht auch, daß 1684 die Wallfahrtskirche Maria Brunn wiederhergestellt wurde, deren Gnadenbild das Kaiserhaus einen Sieg über die Ungarn zu verdanken glaubte (vgl. Friedrich Polleroß, Pro Deo & Pro Populo. Die barocke Stadt als „Gedächtniskunstwerk“ am Beispiel von Wien und Salzburg, Barockber. 18/19, 1998, S. 158).

In der Druckgraphik sind vielfältige Darstellung von F. nachweisbar.

Das Frontispiz von Friedrich Steill, Ephemerides Dominicano Sacrae, Dillingen 1691, zeigt Maria im „Lustgarten des Predigerordens“ als wasserspendende Brunnenfigur, umgeben von Ordensmitgliedern und der kaiserlichen Familie (Grete Lesky, Barocke Embleme in Vorau und anderen Stiften Österreichs, Graz 1963, S. 160 und Abb. S. 228). - Die Brüder Joseph Sebastian und Johannes Bapt. Klauber in Augsburg zeigten Maria unter dem Titel „Mater divinae gratiae“ halbfigurig als Brunnenbekrönung, wobei ihr Herz sich wie eine Fontäne ergießt (Abb. 4; wohl erstmals verwendet in der dt. Ausgabe von Franz Xaver Dornn, Lauretanische Litaney ..., Augsb. 1749). - Der Augsburger Stecher Gottfried Bernhard Goetz variierte um M. 18. Jh. dieses Thema: Anstelle von Maria kann ihr Monogramm über einem Brunnen mit Fontäne erstrahlen, die aus dem Herzen Mariens hervortritt. Die Beischriften zu F. sind gereimte Paraphrasen von Bibelversen: entweder nach Zach 13,1 („Der Gnadenbrunn steht offen, Wer soll nit Heyl hier hoffen?“) oder nach Io 4 („Dieses Wassers Kunst und Tauf, Dich zum Himmel führt hinauf“), nach Est 10,6 („Großer Fluß aus kleinem Brunn“) und Judic 15,19 („Brennt die Sonn der Gerechtigkeit / Ruff nach dieser Wasserleit“; gezeigt ist hier das Marienmonogramm neben der Sonne über einem Aquädukt). G. B. Goetz stellte zum Motiv des F. auch Verse nach Jos 18,17 und Ioel 3,18; bei letzterem bildet die Gestalt Mariens die Brunnenfigur (Abbildungsslg. RDK).

In der Wandmal. wurde F. fast ausschließlich in Marienkirchen dargestellt.

Auf Wandgem. von Melchior Steidl mit Darstellungen des Marienlebens und Motiven der *Lauretanischen Litanei, nach 1711, in Ellwangen, Ostalbkreis, Wallfahrts- und Pfarrk. U.L.F. auf dem Schönenberg, entspringt das Wasser einem Herzen mit Marienmonogramm, das auf Puttenköpfen ruht, und ergießt sich in eine muschelförmige Schale (Alfred Sirch, Bildsymbole in der Marienkirche auf dem Schönenberg, Ellwangen 1998, Abb. S. 29). In der Wallf.k. Maria Brünnlein in Wemding (Kr. Donau-Ries) zeigt das mittl. Deckengem. des Langhauses von 1754 Maria als Quell der Gnaden für alle Erdteile als Brunnenfigur (Anna und Hermann Bauer, Johann Baptist und Dominikus Zimmermann ..., Rgbg. 1975, Abb. S. 269).

Gelegentlich wurde F. als Maria lactans dargestellt.

Nach dem Vorbild des Kupferstichs von Johann Toussin (Zeichner) und Abraham Aubry (Stecher) aus dem 3. V. 17. Jh. (Kat. „Religiöse Drucke aus Kölner Produktion. Flugblätter und Wandbilder des 16. bis 19. Jh. aus den Beständen des Kölnischen Stadtmus.“, bearb. von Bernadette Schöller, Köln 1995, Nr. 28, mit Abb.) spenden auf einem Wandgem. des ausgehenden 18. Jh. Christus und Maria einem Brunnen Blut und Milch, dessen Inhalt den Seelen im Fegefeuer zuteil wird (Albaching, Kr. Rosenheim, Außenwand der Pfarrk. St. Nikolaus, wohl nach 1790, vgl. Sp. 153). Die doppelansichtige Figur von Johann Schwaiger, 1693, auf dem Brunnen vor der Pfarr- und Wallf.k. Großgmain, Salzburg, zeigt Maria als F. in Gestalt der Apokalyptischen Frau, die aus ihren Brüsten Wasser spendet.

Zu den Abbildungen

1. Istanbul, Chora-Kloster (Kariye Camii), Grab des Dimetrios, Mosaik mit der Darstellung der Zoodochos Pēgē, 14. Jh. Nach: Paul A. Underwood, The Kariye Djami, Ld. 1967, Bd. 3, S. 551.

2. Athos, Paulus-Kloster, Kapelle St. Georg, Wandgem. mit der Darstellung der Zoodochos Pēgē. M.

16. Jh. Nach: Gabriel Millet, Mon. de l’Athos, Bd. 1: Les Peintures, Paris 1927 (Mon. de l’art byz., 5), Taf. 190, Abb. 3.

3. Wien, K.hist. Mus., Ikone mit Zoodochos Pēgē für Kaiser Leopold I. und Kaiserin Eleonora Magdalena, Athos, 4. V. 17. Jh. (nach 1683?), 94 x 74,7 cm, Foto Mus.

4. Joseph Sebastian und Johannes Bapt. Klauber, Kupferstich. Nach: Franz Xaver Dornn, Litaniae Lauretanae Ad Beatae Virginis Caelique Reginae Mariae Honorem ..., Augsb. 1750, Taf. 14. Foto Bayer. St.bibl., München.

Literatur

1. Meersseman. - 2. Dejan Medakovič, Serbischer Barock ..., Wien usw. 1991, S. 108-128 (weitgehend Übers. von: Ders., Bogorodica „givenosni istošnik“ u srpskoj umetnošti, in: Sbornik Radova, Bd. 59, Belgrad 1958 [Byz. Inst., Stud., 5], S. 203-218). - 3. Tania Velmans, L’icon. de la «Fontaine de vie» dans la tradition byz. à la fin du MA, in: Synthronon. Art et arch. de la fin de l’antiquité et du MA, Paris 1968 (Bibl. des Cah. arch., 2), S. 119-134; zit. nach Ndr.: Dies., Byzance, les slaves et l’occident. Études sur l’art paléochr. et médiéval, Ld. 2001, S. 60-88. - 4. Archaiologikon deltion 26, R. A’: Meletai, Jg. 1971, Athen 1973.