Filet

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englisch: Filet, lacis; französisch: Filet, lacis; italienisch: Modano, rete.


Ingrid Haug und Christa C. Mayer Thurman (1985)

RDK VIII, 1027–1058


RDK IV, 609, Abb. 4. François Clouet, um 1559, München.
RDK VII, 829, Abb. 2. Berlin, um 1300.
RDK VII, 831, Abb. 3. Halberstadt, um 1300 (?).
RDK VIII, 1029, Abb. 1 a-c. Bei F.stickerei verwendete Stiche.
RDK VIII, 1033, Abb. 2. Nürnberg, E. 13/1. V. 14. Jh.
RDK VIII, 1033, Abb. 3. Krefeld, 14. Jh.
RDK VIII, 1035, Abb. 4. London, 14. Jh.
RDK VIII, 1037, Abb. 5. London, 15. Jh.
RDK VIII, 1037, Abb. 6. London, 16./17. Jh.
RDK VIII, 1039, Abb. 7. München, 2. H. 16./A. 17. Jh.
RDK VIII, 1041, Abb. 8. München, 16./17. Jh.
RDK VIII, 1043, Abb. 9. London, A. 17. Jh.
RDK VIII, 1045, Abb. 10. München, A. 17. Jh.
RDK VIII, 1047, Abb. 11. Wien, 1661.
RDK VIII, 1049, Abb. 12. Nürnberg, 1662.
RDK VIII, 1049, Abb. 13. Hamburg, 2. H. 17. Jh.
RDK VIII, 1051, Abb. 14. Flensburg, 18. Jh.
RDK VIII, 1053, Abb. 15. Brüssel, E. 18. Jh.
RDK VIII, 1055, Abb. 16. Stockholm, E. 18 oder 19. Jh.
RDK VIII, 1055, Abb. 17. Erfurt 1843.
RDK VIII, 1057, Abb. 18. Riggisberg, Kt. Bern, 19. Jh.

I. Definition, Benennungen

F. (von franz. „filet“ – dünner Faden, Netz) ist ein mit einem fortlaufenden, endlichen Faden geknotetes feines Netz, in das meist Muster eingestopft oder -gestickt sind.

F. zählt zu den Netzarbeiten (so die Sammelbezeichnung für „alle durch Flechten oder Knoten entstandenen Maschenwerke“ bei [9] S. 364), unterscheidet sich von sonstigen Netzarbeiten jedoch durch die Anfertigung des Netzgrundes.

Andere Netzstickereien bedienen sich genähter, geklöppelter (diese beiden zählen üblicherweise zu Spitze) oder gewebter Netze, seit A. 19. Jh. auch des maschinell gefertigten Tülls (vgl. Sp. 1048f.). Optisch dem F. am nächsten kommt Stickerei auf gewebtem Grund (ital. „buratto, burato“, franz. „quentin“ [benannt nach dem Ort Quintain in der Normandie]: ein dem Kanevas ähnliches lockeres Gewebe in Leinenbindung), der sich allerdings leicht verzieht und beim Waschen einlaufen kann (so [19] S. 22, Abb. 8; s. [12] S. 41, Abb. 89-100; [21] S. 60f., Abb. 45-49; [26] S. 64f., Abb. 50-53; [27] S. 18f., Abb. 102f.). Im 19. Jh. bestickte man auch „Netz-Kanevas“, ein Drehergewebe (Thérèse de Dillmont, Die Stickerei auf Netz-Canavas, Dornach i. E. 1891-1894).

Vom F. zu unterscheiden sind ferner Netzarbeiten, die durch Verschlingen oder Einhängen von Fäden hergestellt sind (s. Regina von Bültzingslöwen und Edgar Lehmann, Nichtgewebte Textilien vor 1400, Wirkerei- und Stickerei-Technik 4, 1954, H. 5 S. 33ff., H. 6 S. 43 bis 48, H. 7 S. 38-41, H. 8 S. 41-43, H. 11 S. 39ff., H. 12 S. 45ff.; ebd. 5, 1955, H. 2 S. 35f., H. 3 S. 36-38, H. 5 S. 38-41; ebd. 6, 1956, H. 2 S. 50-52). Kirstin Bühler-Oppenheim, Systematik der primären textilen Techniken, Ciba-Rundschau 73, 1947, S. 2697, sieht auch im „point de Tulle“ ein durch Verschlingen entstandenes Netz; vgl. dagegen Sp. 1048f.

Die Bezeichnung F. für Arbeiten im definierten Sinn ist in Deutschland belegt für 1779 (Joh. Beckmann, Beyträge zur Ökonomie, Technologie, Polizey und Cameralwiss., 1. T., Gött. 1779 [Ndr. Mchn. 1972, Litterae slovenicae, VI], S. 83-107; für 1781: J. K. G .Jacobsson [1]; für 1788: Krünitz [2]; für 1817: Joh. Aug. Donndorf, Gesch. der Erfindungen..., Bd. 1, Quedlinburg und Lpz. 1817, S. 387).

Um die gleiche Zeit wurde im Französischen die Bezeichnung „filet“ für F. gebraucht ([6] Bd. 2 Sp. 723; gegen die ebd. Sp. 721 angeführten älteren Belege äußert sich [17] S. 3f.), auch mit erläuterndem Zusatz für besticktes F. (1770: „rézeau ou filet“, 1772: „rézeau de fil de Flandre ou filet rebrodé“; s. Laurence de Laprade, Le Poinct de France et les centres dentelliers au XVIIe et au XVIIIe s., Paris 1905, S. 215f.). Die Bezeichnung F. wurde im 19. Jh. üblich (Palliser [7] S. 22 u.ö.: filet brodé, filet brodé en reprise; ebd. S. 50: filet caré).

Im älteren franz. Sprachgebrauch nannte man (feine) Gebrauchsnetze zu verschiedenem Zweck „filet“, z. B. Antoine Furetière, Dict. univ., Den Haag und Rott. 1690, Bd. 2 s. v. „Filet“; Diderot-d’Alembert Bd. 6 S. 796; Jacques Savary des Bruslons, Dict. Univ. de Commerce ..., nouv. éd., Paris 1748, Bd. 2 Sp. 1249).

Da die Sache älter ist als das Wort, findet man F. bis gegen E. 18. Jh. unter anderen Bezeichnungen erwähnt, die jedoch nur selten eindeutig sind, denn vermutlich nannte man sie - wie andere Netzarbeiten - nach der optischen Erscheinung einfach „Netz“ (möglicherweise sind Belegstellen für „Netz“ bei Grimm Bd. 7 Sp. 638 auf F. zu beziehen, auch wenn das Wort F. nicht nachgewiesen ist).

Die franz. Bezeichnung „lacis“ allgemein für Schmucknetz ist bereits für 1372 belegt (Gay Bd. 2 S. 62); seit dem E. 16. Jh. begegnet sie häufig und meint wohl schon damals F. (vgl. [6] Bd. 3 Sp. 161 bis 163).

Auf dem Titelblatt zu Federigo de Vinciolo, Les singuliers et nouveaux pourtraicts et ouvrages de lingerie ..., Paris 21587 [14, Nr. 110 b], ist „Lacis et autres Réseau de Poinct conté“ genannt - „lacis“ könnte hier F. meinen. In einem Gedicht am Ende von ders., Les secondes oeuvres et subtiles inventions de lingerie, Paris 1594 u.ö. [14, Nr. 128], ist unterschieden zwischen „le simple lacis qui n’est point recouvert“ – hier Gebrauchsnetz – und „lacis recouvert“, beschrieben als (wohl besticktes) Schmucknetz (wieder abgedruckt bei Matth. Mignerak, La Pratique de l’aiguille industrieuse, Paris 1605: [14] Nr. 140). Das Wort „lacis“ für Schmucknetze gebrauchen A. Furetière a. a. O. s. v. „Lacis“, Diderot-d’Alembert Bd. 9 S. 166 und J. Savary a. a. O. Bd. 3 Sp. 3. Eindeutig auf F. geht der Wortgebrauch bei Palliser [7] S. 21 u.ö.

„Réseau“ kann eine Maschengrundlage jedweder Technik, auch F. meinen (vgl. Gay Bd. 2 S. 286 [Raiseau], S. 291 [Réel], S. 298 [Réseul]; [6] Bd. 4 Sp. 716f.; s. auch die ebd. und bei [10] S. 12f. genannten Inventareinträge des 14.-17. Jh.; bei Diderot-d’Alembert wird darunter sogar „tissus à jour et à claires voies“ verstanden: Bd. 14 S. 167f.).

Auch ältere ital. Termini sind nicht eindeutig.

Der bei Ant. Merli, Origine ed uso delle trine a filo di refe, Genua 1864, S. 16 unter anderen Bezeichnungen für Spitzen genannte Terminus „punto a maglia quadra (mo-

dano de’Toscani)“ meint wohl F. (als solches interpretiert bei [7] S. 50; s. auch [19] S. 238; [27] S. 123). Bei Palliser [7] S. 60 ist auch „modano ricamato“ als toskanische Bezeichnung für F. genannt. - Lotz [14] S. 158 vermutet, daß „stuora“ (stuoia = Strohmatte) auch geknotetes Netz gemeint habe, da mit „punto in (a) stuora“ oder „ponti in stiore“ bezeichnete Muster in Modelbüchern auf dichtes Grundnetz gezeichnet sind (vgl. ebd. S. 164; [19] S. 20; s. auch [7] S. 50 Anm. 1). Allerdings bleibt fraglich, ob Namen solcher gezählter Muster (so auch „point conté“: [9] S. 402) linear auf F. übertragen werden dürfen.

M. Dreger nimmt an, daß die Bezeichnung „reticella“ ursprünglich Netzarbeiten meinte und erst später (im 16. Jh.) „auf bestimmte spitzenartige Arbeiten und auf wirkliche Spitzen übergegangen“ ist [11, S. 3]. Auch die in einem Erbteilungsvertrag des Hauses Sforza von 1493 „radicela, radecelle, redaxela, radexelo, radezelo, radexele, radixela, radela“ genannten Textilien sieht Dreger ebd. S. 33) als Netzarbeiten an. Anders die Interpretation von Eugène van Overloop, L’inv. Sforza 1493, Brüssel 1934 (zit. nach [19] S. 222 Anm. 26), der diese Begriffe von „rade“ oder „radi, radius“ ableitet und die Stücke als mit kleinen Balken, Stegen gearbeitet ansieht, also als Durchbrucharbeiten.

Im 19. und 20. Jh. wurden generell für besticktes oder für in bestimmter, nun moderner Technik besticktes F. auch andere, teils beschreibende, teils willkürliche (und irreführende) Bezeichnungen benutzt.

„Filet guipure“ findet sich bei Antoine Aubé, Traité complet du filet et du filet-guipure ..., Brüssel 1876, S. 37, bei [4] S. 433 und bei Erna von Manteuffel, Filet-Guipure-Album, Harburg a. d. Elbe 1891. Bei [9] S. 189 ist „F.guipure“ eine F.stickerei, „deren Musterungen sich nicht an die quadratischen Netzmaschen binden, sondern in rundlichen Linien durch weitergeführte Fäden gebildet werden“ (ebd. Abb. 72). Maria Niedner, Filet-Arbeiten, H. 1: Durchzug, Lpz. 71919 (Bayers Handarbeitsbücher der „Dt. Moden-Ztg.“, Bd. 14), Vorwort, nennt ein großmaschiges Netz u. a. mit dick aufliegenden Blatt- und Rippenteilen „F.-Guipüre“. M. Schuette, Ciba-Rundschau 81, 1948, S. 3037 hält „F. guipure“ für eine moderne willkürliche Handelsbezeichnung der mit Zierstichen gearbeiteten Netzstickerei, die um die Wende zum 20. Jh. gebräuchlich war. Als „Guipure d’art“ wird in „The Book of Fancy Needlework ...“, Ld. 1870, S. 32 bis 35 eine F.stickerei mit komplizierteren Schling- und Zierstichen bezeichnet, im Gegensatz zu „darning on net“,einem einfachen F.stopfen (s. auch [27] S. 115). - Zu „F. de Cluny“ und „F. Richelieus“ s. Sp. 1032, zu „point de Tulle“ Sp. 1048f.

In moderner dt. Literatur gebrauchte Bezeichnungen sind oft zu allgemein. Am häufigsten findet man Netzstickerei [4, S. 433] und Netzarbeit, daneben Netznadelarbeit ([16] S. 54; Ausst.kat. „Alte Spitzen“, Bremen 1969, S. 2) und Netz- oder F.gewebe [15, S. 560]. Präziser dagegen benennt F.stickerei den Sachverhalt (z. B. [9] S. 190f.; [13] S. 288) und beschreibt F.spitze die optische Erscheinung (z. B. Braun, Paramentik, S. 40).

II.

A. Netzherstellung

Den Netzgrund fertigt man mit Hilfe einer Filetnadel (Netznadel, Netzschütze) an. Sie ist aus Bein, Schildpatt, Buchsholz oder- für feine Arbeiten - aus Messing, Silber oder Stahl und an beiden Enden gegabelt, so daß man den Faden aufwickeln kann ([3] S. 9ff.; [10] S. 72; [4] S. 610f.). Die Maschen werden um ein Maschenmaß (Modul, Strickholz, Netzwalze: [3] S. 7ff.; [10] Abb. 73; [4] Abb. 612) geschlungen; für grobe Arbeiten wird eines aus Bein oder Holz, für sehr feine ein silbernes oder stählernes verwendet. Zum Festhalten der Arbeit dient ein festes Kissen [10, Abb. 75f., 78 bis 80] oder ein Band, das mit dem Fuß gehalten wird (ebd. S. 107). Das Knüpfen erfolgt in Reihen, wobei die Maschen senkrecht übereinander gesetzt werden können oder auf Zwischenraum, was dann diagonale Maschenstellung ergibt (so schon F.fragmente des 14. und 15. Jh., z. B. Abb. 4; VAM 8245-1863: [7] Abb. 7; VAM 307-1894: ebd. Abb. 8; für die Neuzeit s. Sp. 1053f.). Es kann zu- und abgenommen werden; Zunehmen ermöglicht auch die Herstellung runder F.arbeiten (vgl. Abb. 2). Die Randmaschen können verstärkt werden. Ist das Netz fertig, spannt man es auf einen Metallrahmen zum Besticken (ebd. Abb. 81-84; [4] Abb. 633-635).

Die Bezeichnung „Stricken“ für das Knoten eines Netzes ist bei Jacobsson [1] und Krünitz [2] belegt und findet sich später wiederholt (z. B. Journ. des Luxus und der Moden 15, 1800, S. 376, Taf. 19; Ch. Leander [3] S. 9, 13f.; noch bei [15] S. 561).

Man verwendete Knoten verschiedener Art (systematische Zusammenstellung bei [22] S. 14 bis 20; Beschreibungen geben Handarbeitsbücher, z. B. [3] S. 6ff.; [4] S. 417-422; s. auch [15] S. 561f.). Häufig ist der Fischernetz- oder Filetknoten [22, S. 19 Nr. 10 Abb. 33], auch der Weberknoten (ebd. S. 19 Nr. 9 Abb. 32) und der symmetrische Knoten (ebd. S. 17f. Nr. 6 Abb. 29); andere Knoten sind in Handarbeitsbüchern beschrieben. Am fertigen Stück ist die Art der Knotung schwer festzustellen. „Es entsteht schließlich ein nur beschränkt elastisches Gebilde, dessen Maschen sich nicht verschieben lassen“ ([24] S. 71; s. auch [22] S. 14f.).

Bei den meisten F.arbeiten ist jede Masche gleich geknüpft und gleich groß, jedoch kann durch lose Schlingen, unterschiedlich weite Maschen (Abb. 8) und durch Auf- und Abnehmen der Maschen innerhalb einer Reihe in repetierter Folge eine Musterung des F.netzes erreicht werden.

Solche Knüpfung findet sich schon im MA (Haube aus Leinengarn, 14. Jh. [?], gefunden in Köln: Fritz Witte [Hg.], Die liturg. Gewänder und kirchlichen Stickereien des Schnütgenmus. Köln, Bln. 1926, Taf. 45,1). In der Neuzeit wurde sie offenbar vornehmlich in Italien gepflegt (z. B. ital. Decke vom E. 16. Jh. im K.mus. Düsseldorf: Marie Schuette, Alte Spitzen. Aus Anlaß der Spitzenausst. im Leipziger Kgwb.mus. 1912, Lpz. 1912, Taf. 23; ital. Arbeit unbekannter Datierung bei [12] Abb. 39). Durch Krünitz [2] S. 340 ist sie für das 18. Jh. auch in Deutschland belegt; besonders im 19. Jh. fand sie vielfach Verwendung (Abb. 17; weitere Beispiele bei [3] S. 16ff. Nr. 2, 4-8, 11 usw.). Auch solche Arbeiten hat man bestickt (s. „mezza mandolina“-Arbeiten Sp. 1033).

Unterschiedlich große Maschen hat man zur bordürenartigen Gliederung eines F.stücks verwendet, so schon E. 13. oder 14. Jh. an einem Haarnetz im K.mus. Düsseldorf (Elfriede Heinemeyer, Waffen- und Kostümkde. 3.F. 8, 1966, S. 13-22, Abb. 1f.). An einem Vorhang - deutsch, E. 16. Jh. - ist das Mittelstück durch eine weitermaschige Reihe gegen den Rand abgesetzt und dieser ebenso gerahmt (M. Schuette a. a. O. Taf. 1). Ch. Leander [3] gibt zahlreiche Beispiele von Kragen und Manschetten solcher Struktur.

B. Stickerei, Verarbeitung

Zum Besticken des Netzes benutzt man eine Harnischnadel mit stumpfer Spitze. Die kleinen, quadratischen Maschenfelder werden gefüllt mit Leinenstich (point de toile; vgl. Abb. 1 a) oder Stopfstich (point de reprise; vgl. Abb. 1 b), der den Faden nur in einer Richtung „in die Netzquadrate schlingt und einen helleren Farbton hervorruft als der Leinenstich“ [19, S. 17, Abb. 4f.]. Im weiteren können „alle von Durchbrucharbeit und Nähspitze ausgebildeten Arten des Schlingstiches“ (z. B. Abb. 1 c) benutzt werden (ebd. S. 18, Abb. 6; Beschreibung der Stiche z. B. bei [4] S. 435-455; s. Stickerei, Spitze). Manchmal sind Konturen der eingestopften Muster - oft mit dickerem und anders getöntem Garn - nachgestickt (bei [10] S. 11 und M. Niedner a. a. O. [Sp. 1030] „F. Richelieu“ genannt; nach [4] S. 415f. in Frankreich als „F. de Cluny“ bezeichnet), Binnenformen zusätzlich mit meist dünnerem Faden überstickt (Abb. 4; solche Muster z. B. bei M. Mignerak a. a. O. [Sp. 1029], dort „point de rebord“ genannt). In der Regel wurde nur ein Teil der Netzmaschen bestickt, so daß spitzenartige Muster entstanden; nur vereinzelt fand sich F.arbeit, die in ganzer Fläche überstickt ist, wie das wohl ital. Kelchvelum vom A. 17. Jh. im Depot der Münchner Residenz, dessen rotes Seidennetz ganz mit farbiger Seide sowie Goldund Silberfäden durchzogen ist (Ausst.kat. „Kirchl. Schätze aus bayer. Schlössern“, München 1984, Nr. 12; Abb. 10).

Netze aus unterschiedlich weiten Maschen (s. Sp. 1032) wurden gespinstartig dicht bestickt; man zog Maschen zusammen, ließ andere wie Durchbruch stehen, so daß vom Netzgrund oft nur mehr wenig zu sehen ist.

Entwürfe für solche F.stickerei nennt Elisabetta Catanea Parasole in ihren Musterbüchern „lavoro de maglia a mezza mandolina“ (Specchio delle virtuose donne, Rom 1595; Studio delle virtuose donne, Rom 1597; Fiori d’ogni virtù, Rom 1610: [14] Nr. 129 a-c, 132, 143 a). E. Ricci [12] S. 38, die eines dieser Musterbücher als Beleg zitiert, nennt so allerdings auch unbestickte Netze dieser Art.

Italienische „mezza mandolina“-Arbeiten des 16. und 17. Jh. sind abgebildet bei [12] Abb. 56-60 und [27] Abb. 99. Damenbildnisse zeigen ihre Verwendung an Kleidern. Isabella de’Medici trägt auf dem um 1540 von Agnolo Bronzino gemalten Bildnis eine Chemisette aus „mezza mandolina“-F. (Stockholm, Nat.mus.: [27] Abb. 98), Überärmel in dieser Technik eine spanische Dame auf einem um 1560 gemalten Porträt (Schule des Am. Mor, Madrid, Prado: ebd. Abb. 74). Das Material der Chemisette, die Eleonore von Toledo auf dem Bildnis von Bronzino, Berlin, StMPK, Gem.gal., Inv.nr. 338 B, trägt, bezeichnet E. Ricci als „mezza mandolina“-F. [12, Abb. 38], S. M. Levey dagegen als Buratoarbeit, die „mezza mandolina“-Arbeit imitiert [27, Abb. 103].

Die Netzmaschen konnten umwickelt (und zusätzlich Muster eingestopft) werden, z. B. die eines Leinennetzes mit Seide: F.streifen eines Behangs vom A. 14. Jh. in Wienhausen, Ev. Damenstift [20, Abb. 194].

Das fertige F. wurde meist mit Leinen-, seltener mit Seidenstoff verarbeitet und F.vierecke zwischen oft bestickte Stoffelder eingesetzt oder das F. als Einsatz- oder Randspitze verwendet. Mit dem Stoff konnte das F. durch Nadelarbeit verbunden, die Ränder konnten zackig geknüpft oder in Zacken oder Bogen dicht bestickt und in dieser Form ausgeschnitten werden (z. B. Seiden-F. aus der 2. H. 16. Jh. im Germ. Nat.mus. Nürnberg, Inv.nr. Gew. 3016c: [35]; s. auch [12] Abb. 64; [11] S. 3). Auch Kombination mit Nadel- oder Klöppelspitze war gebräuchlich.

Manche F. zeigen Applikationen von in figürlichen oder anderen Formen ausgeschnittenen und oft bestickten Leinenstücken, z. B. bestickte Rundscheiben auf grünem Netz (niederrhein. Reliquienfund, heute Köln, Schnütgen-Mus.: F. Witte a. a. O. [Sp. 1032] Taf. 49,1) oder Wappen und Rosette aus Leinen, bestickt mit Flockseide und Silberlahn, auf einem seidenen Haarnetz (Düsseldorf, s. Sp. 1032). Vgl. auch [11] S. 2; [13] S. 288; [9] S. 190, Abb. 75.

Bestickte Leinenstücke sind beim Zehdenicker Fastentuch (RDK VII 829/30 Abb. 2) auf das durchgehende Netz genäht, und nachträglich wurde das Netz unter dem Stoff weggeschnitten (E. 13. Jh., Berlin, Märk. Mus.; Johanna Müller, Marburger Jb. 13, 1944, S. 103; neuerdings als Altartuch angesehen: Hans-Joachim Beeskow, Bildende K. 1975, S. 81-83).

C. Material

Am häufigsten - in der Neuzeit fast immer -netzte und stickte man mit Leinen faden oder -garn. Zum Sticken konnten am selben Stück Fäden verschiedener Stärke verwendet werden (s. oben). Meist waren sie weiß oder naturfarben; zu einigen, vor allem ital. F. des 17. und 18. Jh., dienten braune, blaue, gelegentlich auch andersfarbige Fäden.

Blaues Leinennetz wurde z. B. mit verschiedenfarbigen Leinenfäden (sizilianisch?, 18. Jh.: VAM 39 & A-1909) oder mit braunem und naturfarbenem Leinen (ital., A. 17. Jh.: Abb. 9) bestickt. Mit braunen und weißen Leinenfäden wurde das braune Netz einer ital. F.arbeit des 17. Jh. gestopft (VAM 40-1898).

Seide - oft farbig - für Netz und Stickerei kommt vor allem bei ma. Stücken vor (Abb. 2–5; weitere Beispiele s. Sp. 1042 und 1044). Für das Netz nahm man feine, meist naturfarbene oder bräunliche Fäden, zum Besticken ebenfalls feine, dicht gedrehte Fäden oder die lockerere Flockseide.

Zu den neuzeitlichen Arbeiten zählen zwei als deutsch angesehene, in die 2. H. 16. Jh. bzw. um 1600 datierte F. aus naturfarbenem (?, heute hellbraunem) Netz mit bunter Stickerei im Germ. Nat.mus. Nürnberg, Inv.nr. Gew. 3016 a und c [35], und eine große Tischdecke - 3,27 × 1,47 m - mit dem Wappen des Paderborner Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg von 1586 oder 1596 (Münster, Westf. L.mus. für K. und Kulturgesch.: Ausst. Corvey, Weserraum, Nr. 151; Dorothea Kluge in: Ausst.kat. „Konservieren, Restaurieren“, Münster 1975 Westfalen, 20. Sonderh.], Nr. 161, Abb. 284f.) sowie eine tiroler Decke in Wien (Abb. 11) und das Abb. 10 wiedergegebene ital. Kelchvelum. Im Inventar Philipps II. von Spanien, geführt 1598-1607, sind Kelchtücher aus „red de seda“ (F. ?) aufgeführt (Rud. Beer, Jb. Kaiserh. 14, 1893, S. XXVI Nr. 401-407). Mehrere italienische Stücke des 17. Jh. befinden sich in London (VAM 382-1888; 4462-1858; VAM 739-1892 ist ein reich gesticktes F. unbekannter Herkunft aus dem 18. Jh.).

Leinen und Seide kann am selben Stück verwendet sein; meist wurde ein Leinennetz mit Seide - auch mit Seide und Leinen - bestickt, seltener umgekehrt. Zu mit Seide umwickeltem Leinennetz s. Sp. 1033.

Ausschließlich Seidenstickerei, meist mehrfarbig, auf Leinennetz zeigen zwei von F. Witte a. a. O. (Sp. 1032) Taf. 49,1 als kölnisch, 13. Jh. (wohl später), bestimmte Stücke. Mehrfach belegen ital. F.arbeiten des 17./18. Jh. diese Materialkombination, z. B. eine F.bordüre und ein F.einsatz des 17. Jh. (VAM 686-1891 und 939-1897, ein F.streifen des 18. Jh. (?: VAM 633-1893), F. im Textilmus. Krefeld, Inv.nr. 14499 und 14500 (17. Jh.: [32]) und eine ital. Decke des 17. Jh. im Stadt. Mus. in Aachen (Inv.nr. 476: [28]).

Stickerei mit Leinen und Seide auf Leinennetz zeigen eine Decke aus Niedersachsen, um 1300, im Kestner-Mus. Hannover (auf braunem Leinennetz Muster aus weißen Leinenfäden, darauf die Details in roter, weißer, blauer und gelber Seide: Ruth Grönwoldt, Textilien I, Hann. 1964 [Bildkat. des Kestner-Mus. Hannover, VII], Nr. 42) und ital. sowie span. F. des 17./18. Jh. (z. B. ital. Bordüre, 17. Jh.?: VAM 354-1891; spanisches Einsatz-F., 17./18. Jh.: VAM 1704-1888; s. Florence Lewis May, Hispanic Lace and Lace-Making, New York 1939, Abb. 92). Französische F.einsätze des 17. Jh. haben Leinenstickerei, die mit Seide umrandet ist (VAM 1398-1904: [27] Abb. 96; VAM T. 102-1911).

Das umgekehrte Verfahren, Seidennetze mit Leinenfäden zu besticken, belegen deutsche F.fragmente des 14. Jh. im Vict. Alb. Mus. (VAM 8254-1863: [7] Abb. 7) sowie im Germ. Nat.mus. Nürnberg (Inv.nr. Gew. 2982), außerdem eine italienische F.bordüre vermutlich des 18. Jh. (VAM T. 48-1915). Ein Fragment, VAM 307-1894, zeigt Stickerei mit Leinen und Seide auf Seidennetz (deutsch, 14./15. Jh.).

Gold- und Silberfaden (Lahngold, Lahnsilber, zyprisches Gold) wurden vorwiegend in Verbindung mit Seide zum Besticken benutzt, vielleicht auch zum Netzknüpfen.

Goldfaden enthält die Stickerei zweier Seiden-F. des 14. Jh. im K.mus. Düsseldorf [29] und die zweier span. Kissenbezüge, gefunden im Grab Sanchos, des Sohnes von Alfons XI. (reg. 1312-1350: [19] S. 18f.). Ein schwarzes Seidennetz, deutsch, 15. Jh., ist mit schwarzer Seide, Silber- und vergoldetem Silberfaden bestickt (Abb. 5). Eine italienische F.stickerei des 15./16. Jh. in Leinenstich ist umrandet mit Goldfaden [12, Abb. 47], ein italienisches (oder französisches?) Stück des 17. Jh., VAM 546-1875, mit vergoldetem Silberfaden (s. auch Abb. 10). An einer Nürnberger Sargdecke, dat. 1699, ist neben Leinen- feiner Silberfaden (um eine Seidenseele) verwendet (Germ. Nat.mus. Nürnberg, Inv.nr. Z 1694: [35]).

Aus Goldfaden geknüpftes Netz ist vielleicht aus einem Inventareintrag von 1633 zu erschließen, wo ein „voile de raseugh d’or avec le nom de Jésus au milieu“ verzeichnet ist (Gay Bd. 2 S. 286 s. v. „Raiseau“).

Baumwolle für Netz und Stickerei zu benutzen, wird in Handarbeitsbüchern des 19. Jh. regelmäßig vorgeschlagen (z. B. von Ch. Leander in ihrem „Modenheft. Weibliche Handarbeit im ... Filet-Sticken ...“, Erfurt 1848, H. 1 S. 31 Abb. zu S. 39, S. 57 Abb. zu S. 59). Vereinzelte ältere Beispiele sind erhalten in der Abegg-Stiftung Bern (Inv.nr. 1005, 18. Jh., und Abb. 18; [36]) sowie in London (VAM T. 381-1912, 18./19. Jh.).

Wolle wurde im 18. Jh. in Schleswig-Holstein als Stickmaterial verwendet (Abb. 14; eine ähnliche Arbeit im Altonaer Museum in Hamburg: Hildamarie Schwindrazheim, K. in Schleswig-Holstein, Jb. des Schleswig-Holstein. L.mus. 1952, S. 166 bis 168, Abb. S. 144).

D. Stickvorlagen

Als Stickvorlagen wurden in der Neuzeit die seit dem 2. V. 16. Jh. in großer Zahl in Deutschland, Italien und Frankreich erschienenen und weit verbreiteten Modelbücher verwendet (vgl. [14]). Sie enthalten u. a. gezählte Muster, die in ein Grundnetz aus senkrechten und waagrechten Linien eingezeichnet sind und sich unschwer auf einem F.netz nacharbeiten lassen, ebenso freilich auf jedem anderen Grund, der Stickerei mit Fadenzählung ermöglicht, sogar als gewebte Borten (vgl. [12] Abb. 32f., wo das gleiche Muster einmal in F.stickerei, einmal auf Stoff gestickt wiedergegeben ist).

Zahlreiche erhaltene F.stickereien sind nach Vorlagen in Modelbüchern gearbeitet und beweisen deren langdauernde und internationale Benutzung (zahlreiche Beispiele bei [17] S. 15ff.).

Ein deutsches Leinen-F. des 16. Jh., VAM 8280-1863, wiederholt geometrische Muster aus Peter Quentel, Ein new kunstlich Boich, Köln 1527, ein lothringisches des 16./17. Jh., VAM T. 8-1940, ein Osterlamm nach Giovanni Andrea Vavassore, Esemplarlo di lavori, Ven. 1530 u. ö. Zu den bedeutendsten und international weit verbreiteten Modelbüchern zählen die des in Paris arbeitenden Venezianers Federigo de Vinciolo. So enthalten „Les singuliers et nouveaux pourtraicts“ (1.-3. Ausg. Paris 1587, zahlreiche weitere, auch veränderte Ausg. bis 1612: [14] Nr. 110 a-n) Muster auf Grundnetz, deren Umsetzung in F.stickerei zahlreiche Stücke des 16. und 17. Jh. belegen, z. B. ital. F. in den Mus. Roy. d’Art et d’Hist. in Brüssel ([17] S. 19ff.; [21] Taf. 39-42), eine Tischdecke, 1638 dat., in der Abegg-Stiftung Bern (Inv.nr. 1729: [36]) und mehrere F.arbeiten in London, so ital. F. des 16./17. Jh. (VAM 1144 to K-1875), eine englische F.decke von 1633 (VAM T. 3-1956), ein 1663 dat. F. mit deutscher Inschrift (VAM T. 4-1956) sowie eine französische Decke des 17. Jh. (VAM 1313-1877); noch zwei italienische F. des 19. Jh. benutzen Vinciolos Muster (VAM circ. 846 & 847-1925). Nach einem anderen Werk des Vinciolo -Les secondes Œuvres et subtiles inventions, Paris 1594 - ist ein französisches F. des 16./17. Jh. mit religiösen Darstellungen bestickt (VAM T. 103-1911). Muster (ital. Herkunft?), publiziert in Heinrich Steyner, Ein new Modelbůch auff die Welschen monier, Augsb. 1534, finden sich auf einem ital. F. des 16./17. Jh. (VAM T. 228-1926), Muster aus M. Mignerak a. a. O. (Sp. 1029) auf einem französischen F. des 17. Jh. (VAM 1398-1904: [27] Abb. 96), Pflanzenmotive aus Rosina Helena Fürst, Modelbuch, 3. T, Nbg. 1676, auf einem deutschen Stück des 17./18. Jh. (VAM T. 384-1912).

Daß Vorlagen für eine bestimmte F.stickerei eigens angefertigt wurden, erweist die für das Bahrtuch der Nürnberger Steinmetzzunft von 1622 (beide im Germ. Nat.mus. in Nürnberg). In das Grundnetz sind die verschiedenen Sticharten unterschiedlich eingezeichnet ([35]; Abb. 12).

In anderen textilen Techniken - Seidenweberei, Textildruck, Stickerei - verwendete Muster haben ebenfalls die F.stickerei stark beeinflußt [17, S. 10 bis 15].

III. Geschichte

Einem geschichtlichen Überblick über das europäische F. stellen sich Schwierigkeiten entgegen, die nicht zuletzt im Gegenstand begründet sind: Datierung und Lokalisierung sind oft schwer bestimmbar, denn Technik und Material blieben jahrhundertelang gleich, und Muster wurden vielfach über längere Zeit international tradiert (vgl. Sp. 1039), sogar im 19. und 20. Jh. erneut kopiert ([21] S. 60; [26] S. 63; [27] S. 115). Die wenigen publizierten Quellen sind bei der Unklarheit in der historischen Terminologie oft nicht eindeutig interpretierbar, Darstellungen auf Gemälden nur bei sehr genauer Detailwiedergabe als Quelle zu benutzen.

Zusammenfassende, meist knappe Abhandlungen finden sich vor allem in der Geschichte der Spitze gewidmeten Werken, die über F. als Vorläufer der Spitze berichten, z. B. [7], [11], [12], [19], [23], besonders [26] und [27].

A. Mittelalter

F.netze werden wie Jagd- und Fischernetze geknüpft. F. gehört somit zu den ältesten textilen Techniken (vgl. K. Bühler-Oppenheim a. a. O. [Sp. 1028] S. 2699). Aus Faden geknüpftes F. ist als Schmucknetz jedoch erst im MA zu belegen.

Die Vermutung, daß besticktes F. aus dem Orient nach Europa gekommen sei (z. B. [19] S. 20), ist nicht erweisbar; bisher sind keine orientalischen Stücke bekannt, die älter sind als die europäischen. Bei den in der Literatur (z. B. [10] S. 93f.; [23] S. 14) verschiedentlich als Vorläufer des europäischen F. genannten koptischen und vorgeschichtlichen dänischen Netzen - Haarnetze, Mützen - handelt es sich um Språng-Arbeiten (vgl. Wirkerei und Strickerei-Technik 4, 1954, H. 7 S. 39-41; zur Technik s. Peter Collingwood, The Techniques of Sprang, Ld. 1974).

Die ältesten erhaltenen F. - Seiden- wie Leinen-F. - werden gegen 1300 oder A. 14. Jh. datiert und gelten als deutsch (die angeblich im 12. Jh. gefertigten Stücke in Leningrad - vgl. Aleksandra Sergeevna Verkbovskaya, West European Embroidery of the 12th - 19th c. in the Heremitage-Mus., Leningrad 1961, Abb. 1f. - sind Arbeiten des 15. und 16. Jh.). Es scheint, daß man in bestimmten Regionen, vielleicht sogar an einem Ort Seide oder Leinen bevorzugte.

Es bleibt offen, ob man daraus auf unterschiedliche Tradition schließen darf. Vereinzelt taucht in den traditionell Leinen verarbeitenden Gebieten Seide als Stickmaterial auf (niedersächsische Decke, um 1300, im Kestner-Mus. Hannover: s. Sp. 1036) oder in den „Seidengebieten“ Leinennetz (F. Witte a. a. O. [Sp. 1032] Taf. 45,1 und 49,1).

Die gestickten Muster, die sich üblicherweise an die Quadratur des Netzes halten, sind vielfältig. Ornamente und florale Motive wechseln mit Wappen, Tieren und figürlichen Darstellungen.

Die erhaltenen ma. Leinen-F. - Einsätze sowie große Tücher - wurden größtenteils in Mittel- und NO-Deutschland, vor allem in den Frauenklöstern Niedersachsens, Brandenburgs und der Altmark gefertigt und dienten kirchlichem Gebrauch.

Vielleicht E. 13. Jh. entstand das Fasten- oder Altartuch aus dem Zisterzienserinnenkloster Zehdenick, Havel; die F. zeigen Ornamente und andere Darstellungen, u. a. Lamm Gottes, Evangelistensymbole und Fabeltiere (s. Sp. 1035). Das engmaschige Leinennetz des Fastentuchs aus dem Dom zu Halberstadt, um 1300 (heute ebendort, Dommus., Inv.nr. 276), ist ausschließlich mit geometrischen Mustern bestickt (RDK VII 831 Abb. 3; [18] Abb. 12), ebenso die F.streifen eines nordniedersächsischen Fastentuchs aus dem 2. V. 14. Jh. (ebendort, Inv.nr. 160: [20] S. 82, Kat.nr. 31, Abb. 270). Der Behang im Kestner-Mus. Hannover, Inv.nr. 3842, der eingesetzte F.streifen mit ornamentalen Mustern und Tieren zeigt, wurde wohl um 1300 im östlichen Niedersachsen hergestellt (ebd. Kat.nr. 41, S. 55f., Abb. 132), wenig später ein Behang in Wienhausen mit ornamental gezierten F.streifen (s. Sp. 1033). Ornamental bestickte F.quadrate und Leinenstickerei wechseln bei dem Rückbehang(?), der nach ebd. S. 72f., Abb. 214, in Niedersachsen oder der Altmark um 1320/30 gearbeitet wurde (VAM 8709-1863). In eine verschollene Altardecke(?) des Danziger Paramentenschatzes waren fünf ca. 9 cm lange F.streifen des 15. Jh., wohl norddt. Herkunft, eingesetzt, unten ein ca. 25 cm breiter Querstreifen angearbeitet (Mannowsky 4. Halbbd. Nr. 280, Taf. 153f.). Möglicherweise aus der gleichen Zeit stammte das Fastentuch „ex tela alba reticulata“, das im Domschatzinventar von Frauenburg v.J. 1578 verzeichnet ist (Zs. für die Gesch. und Alterthumskde. Ermlands 8, 1884, S. 526).

Viele der erhaltenen ma. Seiden-F. - Seidennetz wie -Stickerei – gelten traditionell als rheinische Klosterarbeiten des 14. und 15. Jh.; andere Stücke werden westfälisch oder allgemein deutsch genannt. Daneben beweisen zwei spanische Stücke des 14. Jh., daß die F.technik, zumindest in Seide, auch in Spanien zu dieser Zeit heimisch war (s. Sp. 1037).

Zu den ältesten erhaltenen Seiden-F. zählen zwei Haarnetze. Das aus dem Grab eines hessischen Landgrafen in der Elisabethkirche Marburg a. d. L. stammende (Fundumstände unbekannt) hat ein feines, heute hellbraunes Seidennetz, bestickt in Leinen- und Kettenstich mit dickerer grüner (diagonale Linien) und weißer Seide; der Rand war mit einem Seidenband gefaßt (Abb. 2). Das andere Stück in Düsseldorf, K.mus., Inv.nr. 16870, gilt als Arbeit des späten 13. oder des 14. Jh.; dem Netzgrund, in Weiß und Grün, sind 38 gestickte Wappen von Mitgliedern des mittel- und niederrheinischen Adels appliziert - einziger Hinweis auf das mögliche Entstehungsgebiet (s. Sp. 1032). Möglicherweise stammen das rote F.netz und die Goldnetzhaube, mit denen das Haupt der hl. Richeza umhüllt ist - die Haube schon 1633 bei der Graböffnung gefunden -, aus der Zeit der Errichtung des Hochgrabs im Kölner Dom um 1400 (Jos. Hoster, Kölner Dombl. 16/17, 1959, S. 191; Zygmunt Świechowski, ebd. 40, 1975, S. 30 Abb. 2).

Bei Reliquienfunden - wie es heißt - in Köln und im Rheinland kamen Fragmente bestickter Seiden-F. zum Vorschein, wohl Reste von Reliquienhüllen. Für genauere Datierung und Herkunftsbestimmung gibt es wenig Anhaltspunkte. Stücke - viele aus der ehem. Slg. Franz Bock - befinden sich heute u. a. im K.mus. Düsseldorf (Inv.nr. 8559, 8580 und 8584, alle 14. Jh., mehrfarbig bestickt: [29]), im Schnütgen-Mus. Köln (F. Witte a. a. O. [Sp. 1032] Taf. 49,3, wohl durchweg etwas zu früh datiert), im Textilmus. Krefeld (z. B. ein rosa Seidennetz mit mehrfarbiger Seidenstickerei, 14. Jh.: Abb. 3; [32]), im Germ. Nat.mus. Nürnberg (entgegen [8] Nr. 2981-82 wohl 14. Jh.: [35]), im Städt. Mus. Aachen (Inv.nr. 371, feines Netz mit rechteckigen Feldern in Blau mit Weiß und Gelb mit Weiß, eingefaßt mit mäanderartigem Muster, A. 14. Jh.: [28]) und in London (Abb. 4: ein grünes, farbig besticktes Netz; VAM 8254-1863 [s. Sp. 1037]; VAM 8643-1863: ein bräunliches Netz, mit grüner und beiger Flockseide bestickt, aus dem 14./15. Jh., s. [7] Abb. 8; VAM 307-1894: ein mit gekrönten Adlern und floralen Motiven besticktes Netz aus der gleichen Zeit; Abb. 5: Fragment aus dem 15. Jh. mit diagonal gestellten Maschen aus schwarzer Seide, bestickt mit gleichem Material und Metallfäden).

B. Neuzeit

Seit E. 15., vor allem im 16. und 1 7. J h. war F. offenbar in Europa allgemein verbreitet; viele erhaltene Stücke und die seit 2. V. 16. Jh. immer zahlreicher erscheinenden Mustervorlagen in Modelbüchern (s. Sp. 1039) lassen auf große Beliebtheit schließen. Ob F. überwiegend häusliche Handarbeit war oder auch in Werkstätten gefertigt wurde, ist nicht untersucht. Gegen E. 17. Jh. wurde F. durch die nun führende Klöppel- und Nähspitze zurückgedrängt, blieb aber gebietsweise im 18. und 19. Jh., oft als volkstümliche Technik, gebräuchlich.

F. wurde vorwiegend zu Weißzeug verarbeitet, im kirchlichen Bereich nach wie vor zu Altarfrontalen und -decken, Fastentüchern und Sargdecken sowie 1629 zu einer Kirchenfahne (Kap. in Neckarshausen: Die Bau- und Kdm. in den Hohenzollernschen Landen, Stg. 1896, S. 105, Abb. S. 104), im profanen zu Vorhängen, Bettvorhängen und -decken, Tischdecken, an Taschentüchern, zu Handwerkerstuhldecken usw. Auch an Kleidern verwendete man F., wenn auch in geringerem Maß, als Spitze [21, S. 59].

Porträts italienischer und französischer Damen vom E. 15. Jh., aus der 2. H. 16. Jh. und vom A. 17. Jh. lassen vermuten, daß F. in dieser Zeit in Italien und Frankreich vor allem für Chemisetten benutzt wurde, oft mit Spitze verarbeitet (s. Sp. 1047, 1048 und 1033; [27] Abb. 59, 98, 101). F.streifen als Einsätze in einem Kinderschürzchen zeigt das Porträt der Prinzessin Elisabeth, der Tochter Jakobs VI. von Schottland, von Paul van Somer, 1602 (ebd. Abb. 89). Selten sind Quellen eindeutig auf F. an Kleidungsstücken zu beziehen (s. Sp. 1048; zu Inventaren und Rechnungen englischer Damen s. ebd. S. 18), und nur vereinzelt sind erhaltene Stücke bekannt, z. B. eine Schürze aus besticktem Leinen-F., wohl Schweden, E. 18. oder A. 19. Jh. (Abb. 16), ein Kragen mit Klöppelspitze und F., wohl süddt., 17. Jh., im Württ. L.mus. Stuttgart, Inv.nr. WLM 8636. Der Schmuck der Kappe Kaiser Karls V. in Paris, Mus. Cluny, Inv.nr. 2352, ist nicht, wie bei [7] Abb. 45 benannt, F., sondern Durchbrucharbeit ([5] S. 182; frdl. Mitt. Dominique Thibaudat, Paris). - Auch als Grund für Perücken wurde F. verwendet (Karl Heinz Brandt, Ausgrabungen im St. Petri-Dom, 1974 bis 1976, Bremen 1977, S. 7f.).

Die meisten F. sind aus weißem Leinen (zu farbigem s. Sp. 1036, zu Seide Sp. 1036), die Muster nach wie vor in Leinen- und Stopfstich, immer mehr jedoch auch in anderen Zierstichen ausgeführt, „die das F. in ein durchbrochen wirkendes spitzenartiges Gebilde auflösen“ [19, S. 18, Abb. 6], eine deutliche Rückwirkung der Spitzennäherei auf F., wie sie auch in den Mustern festzustellen ist. Diese gehen oft frei über die Netzquadrate hinweg und werden konturiert (vgl. Abb. 13). Es finden sich biblische und mythologische Szenen, Jagdszenen, Jahreszeiten und viel anderes Figürliches neben zeitüblichen Ornamenten, Tieren, Fabeltieren, Vasen mit Blumen usw. Eingestickte Wappen und Devisen, Namen und Inschriften geben unter Umständen Fingerzeige auf das Herstellungsgebiet und Auftraggeber.

Z. B. werden die aus dem 16./17. Jh. stammenden Einsatzstreifen aus bestickten F.- und Burattovierecken mit den Devisen des Ludovico Gonzaga, 2. Markgf. von Mantua, † 1478, sowie seiner Frau Barbara von Brandenburg, † 1481 nach Italien lokalisiert (VAM 263 A-1880); Allianzwappen Peruginer Familien zeigt eine Decke im K.mus. Düsseldorf (E. 16. Jh.: Sp. 1032) und Nürnberger eine im Germ. Nat.mus. Nürnberg (M. 17. Jh., Inv.nr. Gew. 2989: [35]). Auf der seidenen Tischdecke in Münster (s. Sp. 1036) finden sich neben dem Wappen des Paderborner Fürstbisch. Dietrich von Fürstenberg die von Hörde, Plettenbeck und Westphalen. Wappen brandenburgischer, thüringischer, sächsischer, fränkischer, hessischer und bayerischer Familien sind den F.einsätzen einer Decke der 1. H. 17. Jh. eingestickt (Hamburg, Mus. für K. und Gewerbe, Inv.nr. 1909/564: Justus Brinckmann, Mus. für K. und Gewerbe Hamburg, Ber. für das Jahr 1909, S. 20; [30]); Stifterwappen schmücken westfälische Fastentücher des 17. Jh. ([18] Abb. 36f., 43, 58f.; vgl. auch [13] Abb. 175; [27] Abb. 94).

In Italien ist F. seit E. 15. Jh. zu belegen; das 16. und 17. Jh. war eine Zeit großer Produktion an vielen Orten, doch ist über Herstellungszentren und deren evtl. Eigenarten in Muster, Technik oder Material nichts Genaues bekannt. Genannt werden Venedig (wo um 1530 das erste Modelbuch mit für F. geeigneten Mustern entstand [14, Nr. 66] und 1559 und 1564 in Modelbüchern erstmals bestickte ausgeschnittene F.zacken auftauchen: ebd. Nr. 92 und 101), Lucca (?; gleiche Muster auf Luccheser Seidenstoffen: [21] S. 59, Abb. 38), Siena, Florenz und die Toskana, ferner Süditalien und Sardinien, wo F.knüpfen noch im 19. Jh. verbreitet war, oft mit gröberem Netz und derberer Stickerei (ebd. S. 60; [12] Abb. 67-70; s. auch Ant. Tamarelli, Boll. d’arte 21, 1927/28, S. 193-213). Viele der italienischen Stücke, besonders die des 16. und 17. Jh., zeichnen sich durch feines Netz und hohe Qualität der Muster aus. Auffallend ist das Überwiegen des Leinenstichs, mit dessen Hilfe die Muster flächig und den Netzquadraten folgend eingearbeitet wurden (vgl. Abb. 6). Zu der besonders in Italien gepflegten „mezza-mandolina“-Technik s. Sp. 1033.

Frühester Beleg für ital. F.arbeit ist nach E. Rica [12, Abb. 30] das Fresko von 1488 mit thronender Madonna von Lorenzo Costa in der Bentivoglio-Kap. in S. Giacomo in Bologna (Il tempio di S. Giacomo Magg. in B., Bol. 1967, Abb. 98). Die Töchter des Stifters tragen im Ausschnitt ihrer Kleider bestickte F.streifen, deren sorgfältige Wiedergabe auf Kostbarkeit des F. schließen läßt. - Das Bildnis einer Venezianerin, um 1570 (Francesco Montemezzano, Braunschweig, Hzg. Ant. Ulr. Mus.: [27] Abb. 59), das einer Genueserin, um 1610 (Florenz, Uffizien: ebd. Abb. 101), sowie ein Selbstporträt der Lavinia Fontana (1552-1614) ebendort ([12] Abb. 31; [26] Abb. 33) zeigen Chemisetten aus besticktem F. - Zu welchem Ornat das Abb. 10 wiedergegebene Kelchvelum ursprünglich gehörte und ob dieser insgesamt in F.stickerei ausgeführt war, ist nicht mehr feststellbar (Ausst.kat. „Kirchliche Schätze...“ a. a. O. [Sp. 1033] S. 67 Nr. 4, S. 83 Nr. 12). - Nahezu alle größeren Textilslgn. besitzen italienisches F., z. B. Wien, Mus. für angewandte K. [37], Abegg-Stiftung Bern [36], Krefeld, Textilmus. [32]; der reiche Bestand des Vict. Alb. Mus. London an F. aus dem 16. und 17. sowie aus dem 18. Jh. gibt einen Überblick über Motive und Technik der Stickerei ([25]; [27] Abb. 100). Weitere Stücke abgeb. z. B. bei M. Schuette, Spitzen von der Renss. bis zum Empire. Die Slg. Helene Vieweg-Brockhaus, Lpz. 1929, Taf. 1, 10-12; [12] Abb. 8, 25, 33, 45, 47-55, 60-66, 71f.; [13] Abb. 164; [21] Abb. 40, 42 bis 44; [23] Abb. 19; Christa Charlotte Mayer, Masterpieces of Western Textiles from The Art Inst. of Chicago, Chicago 1969, Taf. 131.

Wann F. in Frankreich aufkam, ist fraglich; falls „réseau“ und „lacis“ genannte Stücke F. sind, gab es dieses seit dem 14. Jh. (vgl. Gay a. a. O. [Sp. 1029]). Für die Beliebtheit des F. seit der 2. H. 16. Jh. sprechen die zahlreichen - meist Mitgliedern des Hofes gewidmeten - Musterbücher, die auch die Rezeption italienischer F.muster förderten.

Nach M. 16. Jh. wurde unbesticktes F. an der Kleidung verwendet, so als Halskrause und Chemisette auf dem Bildnis der Hzgn. Claudia von Lothringen, Tochter Heinrichs IV. von Frankreich, von Claude Clouet (?; RDK IV 610 Abb. 4).

Dieses Bildnis ist möglicherweise eine spätere Replik, deshalb nur vage nach 1559 (Heirat) zu datieren. Gleiches gilt für ein anderes Damenbildnis aus dem Umkreis Clouets, das ebenfalls eine unbestickte F.chemisette zeigt (München, Bayer. St.gem.slgn., Inv.nr. 2557/997). Einem Loblied auf F. am Ende von Vinciolos „Les secondes Œuvres...“ (s. Sp. 1039) zufolge wurden F. auch zu Kragen, Kopfputz und zu Taufkissen (-kleidern?) verwendet ([14] Nr. 128; [19] S. 230 Anm. 5).

Die Mehrzahl der F. diente der Raumausstattung, E. 16. und A. 17. Jh. besonders zu Bettvorhängen und -decken. Vom 18. Jh. an war F. beliebte weibliche Handarbeit ([6] Bd. 2 Sp. 723; [17] S. 7-10).

Angaben aus den Nachlaßinventaren hochgestellter Damen nennt z. B. [6] Bd. 3 Sp. 162; ebd. auch für F. geltende Zollbestimmungen. Im Nachlaßinventar der Katharina de’Medici 1589 sind „réseuil de fil“ u.ä. benannte Stücke aufgeführt, wohl F.; die ebendort genannten „carrés“ sind allerdings keine unverarbeiteten F.stücke, wie E. Lefébure [5] S. 84 und E. Ricci [12] S. 25 meinten, sondern Kissen (Edm. Bonnaffé, Inv. des meubles de Catharine de Médicis en 1589, Paris 1874 [Ndr. Genf 1973], S. 104 Anm. 1).

In Tulle, Dép. Corrèze, wurde der sog. Point de Tulle hergestellt, ein aus feinem flandrischen Faden geknotetes Netz, gerühmt wegen seiner Feinheit und seiner Regelmäßigkeit. Es wurde unbestickt verwendet oder mit meist locker über die Fläche verteilten Motiven bestickt (Abb. 15). Diese F.arbeiten wurden offenbar vom E. 17. Jh. bis E. 18. Jh. in großer Zahl in Manufakturen gefertigt und mannigfach, auch an der Kleidung verwendet (L. de Laprade a. a. O. [Sp. 1028] S. 207ff.; [19] S. 21 und 132; [26] S. 61f.). Zum Begriffswandel im 19. Jh., der zu Tüll = maschinell gefertigtem Netz führte, vgl. ebd., auch [27] S. 57 und 124.

Belgisches Beispiel ist ein Antependium, dat. 1634, aus der Abtei Soleilmont, Hainaut, mit Darstellung der Verkündigung (E. van Overloop, Dentelles Anciennes des Mus. Roy. des Arts Décoratifs et Industrielles à Bruxelles, 2ème sér., Brüssel und Paris 1912 [Materiaux pour servir à l’hist. de la dentelle au Belgique], Taf. 76; [26] Abb. 46; zur Herkunft des Musters aus Italien und zu weiteren gleichen Stücken s. [17] S. 25-27).

In Spanien blieb die F.technik in der Neuzeit in Übung; vgl. die bestickten Leinen- und Seiden-F.arbeiten des 16.-18. Jh., genannt bei Florence Lewis May, Cat. of lacis and embroideries in the coll. of the Hispanic Soc. of America, New York 1936 (Hispanic notes and monographs), S. XVIf. und 23-32, Abb. 10-17. Unter diesen Beispielen befinden sich auch F.arbeiten aus versetzt geknüpften und deshalb sechseckig gezogenen Maschen (ebd. „red de Pez“ genannt, im Gegensatz zu „redicilla“, dem Netz mit quadratischen Maschen). Ein span. Fastentuch, um 1600, ist abgeb. bei [18] Abb. 16, eine F.decke, A. 17. Jh. und vielleicht span. Herkunft, bei [26] Abb. 35; weitere Beispiele des 17./18. Jh. im Vict. Alb. Mus. London ([25]; [27] Abb. 95).

Auch in anderen europ. Ländern wurde F. hergestellt, wohl auch ausländisches, besonders italienisches F. verwendet.

Für Herstellung in Holland sprechen die Wappen friesischer Familien auf einem 1623 datierten Tischtuch aus weißem Leinen-F. im Rijksmus. Amsterdam [27, Abb. 94].

F.herstellung in England ist schwer zu belegen, vielleicht durch eine Tischdecke von 1644, die englische Inschriften und italienische Muster zeigt (ebd.). Die Verwendung von F., wie man annimmt italienischer Herkunft, bezeugen das Damenporträt eines unbekannten britischen Malers, 1576, in der Tate Gall. London (ebd. Abb. 41) sowie das Prinzessinnenbildnis des P. van Somer (Sp. 1044f.). Daß F. gehandelt wurde, geht aus Abrechnungen hervor (ebd.).

Vermutlich schwedische Arbeit ist eine Schürze aus besticktem Leinen-F., wohl E. 18. oder A. 19. Jh. (Abb. 16).

F. aus Mähren und der Slowakei sind nachgewiesen bei Antonín Václavík und Jaroslav Orel, Volksk. und Gewebe, Prag 1956 (z. B. Taf. 146: Haube aus Sumice, Mähren), sowie bei Věra Hasalová und Jaroslav Vajdiš, Die Volksk. in der Tschechoslowakei, Hanau 1974 (S. 109 Abb. 89: Antependium aus der Mittelslowakei, 19. Jh.).

Ein ungarisches Antependium, 17. Jh., befindet sich in den Mus. Roy. d’Art et d’Hist. in Brüssel [26, S. 60f., Abb. 43].

In Deutschland entstand seit dem 1 6. Jh., vor allem im 17. Jh., Leinen-F. auch in Gebieten, in denen es früher nicht nachgewiesen ist. Auch Seiden-F. fertigte man offensichtlich nicht mehr nur im Rheinland an (so ist für die Hamburger seidene Wappendecke [Sp. 1046] Herstellung in Mitteldeutschland zu erwägen; die Seidendecke Abb. 11 gilt als in Tirol entstanden).

Gelegentlich ermöglichen Wappen und Beischriften Lokalisierung; als Vorlagen für sonstige Stickerei wurden dagegen oft Modelbücher jedweder Herkunft benutzt.

In Westfalen wurden im 17. Jh. zahlreiche *Fastentücher aus F. oder mit F.einsätzen gefertigt, manche davon wohl in dortigen Damenstiften (z. B. Fastentuch in Vreden Krs. Ahaus, dat. 1616, mit Wappen der Stifterin: [18] S. 42, Abb. 58-61). Das Fastentuch aus St. Martin in Hellefeld Krs. Arnsberg, um 1600 (Diözesanmus. Paderborn: ebd. S. 18f., Abb. 15), zeigt Muster nach Joh. Sibmacher, 1597 [14, Nr. 32], und A. Vavassore (Sp. 1039). Zu weiteren westfälischen Stücken s. [18] Abb. 17 bis 29, 32-65; Walter Borchers, Volksk. in Westf., Münster i. W. 1975 [Der Raum Westf., Bd. 4,4], S. 141f.; RDK VII 844ff., Sp. 837f. Abb. 6, Sp. 843f. Abb. 9).

In Nürnberg entstanden vermutlich einige F. des 17. Jh. im Germ. Nat.mus., z. B. die aus dem Besitz der Schneiderinnung stammende Sargdecke von 1699 (Inv.nr. Z 1694) und zwei Decken vom E. 17. Jh. und von 1722 für den Handwerkerstuhl (Inv.nr. Z 1018, Z 1017: [35]); aus dem Besitz Nürnberger Patrizier kommt die mit Wappen bestickte Decke, M. 17. Jh. (s. Sp. 1046), und ein Einsatz mit Allianzwappen der Familien Koler und Scherl, 17. Jh. [8, S. 51 Nr. 2988].

Verschiedentlich werden andere Regionen genannt: bei zwei F. in London wird die Herstellung in Sachsen erwogen (VAM 261-1899 und 1590-1872, beide 17./18. Jh.), nach Süddtld. werden einige F. vom E. 16./17. Jh. im Bayer. Nat.mus. München lokalisiert (Inv.nr. T 3090 bis T 3097: Abb. 7f.). Tiroler F. des 16. und 17. Jh. nennen Moriz Dreger, Die Wiener Spitzenausst. 1906, Lpz. 1906 (Ornamentale und kgwbl. Sammelmappe, Ser. IX, hg. vom K. und K. Österr. Mus. für K. und Industrie in Wien), Taf. 2, und [16] S. 54f.; s. auch Abb. 11. Ebd. sind Hessen und Niedersachsen als Herstellungsgebiete genannt (s. auch Karl Rumpf, Alte hess. Stickereien, Hessen-K. 21, 1927, S. 45-60, Abb. 6-12).

Im 18. Jh. war F.arbeit und -Stickerei weit verbreitet; sie scheint mehr und mehr zur Beschäftigung von Angehörigen aller Stände geworden zu sein und blieb dies bis weit ins 19. Jh. hinein (H. Schwindrazheim a. a. O. [Sp. 1038] S. 168; zahlreiche Stücke des 19. Jh. im Vict. Alb. Mus. London). Gefertigt wurde modisches Zubehör, auch Babyhäubchen (Abb. 17) u.ä., oft aus in Mustern geknüpftem, unbesticktem F. (vgl. die Vorlagen bei Ch. Leander [3]).

1781 berichtet Joh. Bernoulli von Bettvorhängen mit „Streifen und Bahnen von ... Rosen-F.“ im ab M. 17. Jh. ausgestatteten Schloß Blankenburg im Harz; es sei „also diese bisherige Modearbeit der Damen schon vor 80 Jahren nicht unbekannt gewesen“ (Slg. kurzer Reisebeschreibungen, Bd. 4, Bln. 1781, S. 146). - 1779 heißt es, „Allerley Arbeit von F.“ zu fertigen sei geeignet als Nebenbeschäftigung von Landleuten, und: „In Strasburg stricken die Soldaten auf der Wache F., und verkaufen das Paar Mansmanchetten für 3 Livres ...“ (Joh. Beckmann, Welches sind die schicklichsten Nebengewerbe für die Landleute überhaupt, vornehmlich aber im Hzgt. Krain, in: ders. a. a. O. [Sp. 1028]). - 1788 schreibt Krünitz [2], F.arbeit sei vor 20 Jahren so in Mode gewesen, „daß sich sowohl Hohe als Niedrige damit beschäftigten, ja sogar Mannspersonen sich damit abgaben. ... Man verfertigte daraus ... Striche zu Hauben, Handschuhe, Manschetten u. d. gl. als auch ... Bett- und Fenstergardinen, Schürzen, Palatine, Mamillen, Envelopen, ja ganze Kleidungsstücke, kurz alles, was sonst von anderem Gewerbe zum Putz gebraucht wird“.

In manchen Landschaften entstanden sehr qualitätvolle Arbeiten - oft Teile bäuerlicher Brautausstattungen -, bestickt mit volkstümlichen, lange tradierten Mustern (z. B. K. Rumpf, Alte bäuerliche Weißstickereien, Marburg 21979, Abb. 32f., 35-40). Andere F.arbeiten zeigen Stickerei, für die Nähspitze Vorbild gewesen sein könnte ([19] Abb. 6).

In den Vierlanden bei Hamburg wurden vor allem Kissen und Zierhandtücher mit F.einsätzen geschmückt, deren Kennzeichen feinmaschiges, diagonal genommenes Netz ist, bestickt mit vielfältigen Zierstichen ([16] S. 54f., Abb. 69; [19] Abb. 5; Ausst.kat. „Alte Spitzen“, Bremen, Focke-Mus., 1969, S. 2, Abb. 5; einige Stücke im Mus. für K. und Gewerbe Hamburg [30]; zum Weiterleben im 19. Jh. s. [27] S. 115, Abb. 488). Ob - wie meist angenommen – diagonal geknüpfte Netze immer aus den Vierlanden kamen oder ob sie auch anderswo hergestellt wurden, ist ungeklärt; so bleibt offen, woher die sehr reich und spitzenähnlich bestickten F.arbeiten auf diagonal geknüpftem Grund kommen, die sich z. B. in Hamburg, Mus. für K. und Gewerbe, befinden (Inv.nr. 1902,481; 1890,128; 1905,545: Abb. 13; 1882,254); haben sie vielleicht niederländische Vorlagen oder sind es gar niederländische Arbeiten? [30].

Im Küstengebiet der Ostsee war F. offenbar weit verbreitet, vgl. die nordschleswiger Arbeiten Sp. 1038 und [16] Abb. 70 (vielleicht Einfuhrstück aus Hedebo) sowie ein nordfriesisches F. des 18. Jh. ebd. Abb. 71; ebd. S. 54 auch Pommern genannt.

Zu den Abbildungen

1 a-c. Bei F.stickerei verwendete Stiche: a. Leinenstich, b. Stopfstich, c. Schlingstich. Nach [4] Abb. 638, 636, 641.

2. Nürnberg, Germ. Nat.mus., Inv.nr. Gew. 2980, Fragment eines Haarnetzes. Seidennetz mit farbiger Seidenstickerei, 22,5 × 41 cm. Aus Marburg a. d. L., E. 13./1. V. 14. Jh. Foto Mus.

3. Krefeld, Textilmus., Inv.nr. 01958 F. 812, F.fragment. Rosa Seidennetz mit farbiger Seidenstickerei, 9,3 × 13,5 cm. Rheinland(?), 14. Jh. Foto Stadtbildstelle Krefeld.

4. London, Vict. Alb. Mus., Inv.nr. 326-1896, Fragment eines F. mit Wappen. Grünes Seidennetz mit farbiger Seidenstickerei, 24,1 × 7 cm, Maschen 1 × 1 mm. Deutsch, 14. Jh. Foto Mus.

5. London, Vict. Alb. Mus., Inv.nr. 8331-1863, F.fragment. Schwarzes Seidennetz mit Stickerei aus Seiden-, Silber- und vergoldetem Silberfaden, 36,8 × 11,4 cm, Maschen 3 × 3 mm. Deutsch, 15. Jh. Foto Mus.

6. London, Vict. Alb. Mus., Inv.nr. 40-1901, Fragment einer Decke mit F.einsätzen und Resten bestickter Leinenstreifen. Leinennetz mit Leinenstickerei, F.einsätze je 25,5 × 27,5 cm, Maschen 2 × 2 mm. Italien, 16./17. Jh. Foto Mus.

7. München, Bayer. Nat.mus., Inv.nr. T 3096, F. Weißes Leinennetz mit weißer Leinenstickerei, 29,5 × 53 cm. Süddeutsch, 2. H. 16./A. 17. Jh. Foto Mus.

8. München, Bayer. Nat.mus., Inv.nr. T 3097, F.fragment mit weißer Leinenstickerei, 79 × 68 cm, Maschen 5 × 5 mm. Süddeutsch, 16./17. Jh. Foto Mus.

9. London, Vict. Alb. Mus., Inv.nr. 620-1864, F. (Ausschnitt). Blaues Leinennetz mit naturfarbener und brauner Leinenstickerei, 1,45 × 0,33 m, Maschen 4-5 mm. Italien, A. 17. Jh. Foto Mus.

10. München, Residenz, Depot, Inv.nr. Res Mü, F. V. II, Kelchvelum mit Darstellung der Arma Christi, des Christus- und Marienmonogramms. Seidennetz mit Stickerei in farbiger Seide, Gold- und Silberfaden, eingefaßt mit Flechtspitze in Gold und Silber, Futter aus rotem Taft, 60 × 59 cm. Wohl Italien, A. 17. Jh. Foto Bayer. Verwaltung der staatl. Schlösser, Gärten und Seen, Mus.abt., Mchn.

11. Wien, Österr. Mus. für angewandte K., Inv.nr. T 3106, Hochzeitsdecke der Perpetua Gfn. von Spaur und des Sigismund Frhr. von Glöss (Rückseite, Ausschnitt). Seidennetz mit Seidenstickerei, Gesamtmaße 2,00 × 1,80 m. Tirol, dat. 1661. Foto Mus.

12. Nürnberg, Germ. Nat.mus., Kk., Inv.nr. Hz 4948, Vorlage für das Bahrtuch der Nürnberger Steinmetzzunft (Ausschnitt) mit Darstellung des Auferstandenen. Federzchg. mit brauner und schwarzer Tusche auf Papier, Gesamtmaße 66,5 × 54 cm. Nürnberg, dat. 1662. Foto Mus.

13. Hamburg, Mus. für K. und Gewerbe, Inv.nr. 1905.545, F.einsatz. Leinennetz mit Leinenstickerei, ca. 38 × 67 cm. Vierlande (oder Niederlande?), 2. H. 17. Jh. Foto Mus.

14. Flensburg, Städt. Mus., Inv.nr. 6182, F.decke oder -Vorhang (Ausschnitt) mit Darstellung des Sündenfalls, Abrahamopfers und einer Hirschjagd. Blaues Leinennetz mit farbiger Wollstickerei, Gesamtmaße 1,77 × 1,15 m, Maschen 5 × 5 mm. Nordschleswigsches Küstengebiet, 18. Jh. Foto Mus.

15. Brüssel, Mus. Roy. d’Art et d’Hist., Inv.nr. 2143, Legs Godtschalk, sog. „point de Tulle“. Leinennetz und -Stickerei. Tulle, Dép. Corrèze, E. 18. Jh. Foto A. C. L., Brüssel.

16. Stockholm, Nordiska Museet, Inv.nr. 41.716, Schürze. Leinen-F., bestickt, 90 × 150 cm. Wohl Schweden, E. 18. oder 19. Jh. Foto Mus.

17. Vorlage für ein Kinderhäubchen aus F. Holzschnitt, 7,8 × 7 cm. 1843. Nach [3] Abb. 76.

18. Riggisberg, Kt. Bern, Abegg-Stiftung Bern, Inv.nr. 995, F.einsatz (Ausschnitt) mit Darstellungen nach dem Teppich von Bayeux. Netz und Stickerei weiße Baumwolle, Gesamtmaße 0,28 × 2,25 m, Maschen 2 × 2 mm. 19. Jh. Foto Mus.

Literatur

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Oft umfangreiche Auskünfte, für die Dank zu sagen ist, gaben: 28. Aachen, Städt. Mus. (Hans Feldbusch). -29. Düsseldorf, K.mus. (Helmut Ricke). - 30. Hamburg, Mus. für K. und Gewerbe (Marietheres Gfn. Preysing). -31. Kopenhagen, Dän. Mus. für K. und Gewerbe (Charlotte Portman). - 32. Krefeld, Textilmus. (Ruth Gasthaus). - 33. London, Vict. Alb. Mus., Dept. of Textiles (Santina M. Levey). – 34. München, Bayer. Nat.mus. (Saskia Durian-Reß). – 35. Nürnberg, Germ. Nat.mus. (Leonie von Wilckens). - 36. Riggisberg, Kt. Bern, Abegg-Stiftung Bern, Textilabt. (Mechthild Flury-Lemberg). - 37. Wien, Österr. Mus. für angewandte K. (Angela Völker). - 38. Renate Kroos, Mchn.

Die Stücke im Vict. Alb. Mus. London sind abgekürzt zitiert: VAM 000 = London, Vict. Alb. Mus., Inv.nr. 000; die Angaben sind sämtlich der „Handlist“ [25] entnommen.

Verweise