Feuerwerk

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englisch: Firework; französisch: Feu d'artifice; italienisch: Fuochi d'artificio.


Karl Möseneder (1983)

RDK VIII, 530–607


RDK VIII, 533, Abb. 1. Berlin, nach 1539.
RDK VIII, 535, Abb. 2. Venedig 1540.
RDK VIII, 537, Abb. 3. Nürnberg, um 1550.
RDK VIII, 539, Abb. 4. Jan van der Straet (zugeschr.), wohl 1558, Florenz.
RDK VIII, 541, Abb. 5. Diederich Graminäus, Köln 1587.
RDK VIII, 545, Abb. 6. Kupferstich, um 1592.
RDK VIII, 547, Abb. 7. Jos. Furttenbach d. Ä., Ulm 1627.
RDK VIII, 549, Abb. 8. Pont-à-Mousson 1630.
RDK VIII, 549, Abb. 9. John Babington, London 1635.
RDK VIII, 551, Abb. 10. Jos. Furttenbach d. Ä., Ulm 1635.
RDK VIII, 553, Abb. 11. Theodor van Thulden, Antwerpen 1642.
RDK VIII, 555, Abb. 12 a-g. Claude Gellée gen. Claude Lorrain, um 1637.
RDK VIII, 561, Abb. 13. Jos. Furttenbach d. J., um 1644, Nürnberg.
RDK VIII, 563, Abb. 14. Jean Marot, um 1649.
RDK VIII, 565, Abb. 15. Stefano della Bella, 1649, Paris.
RDK VIII, 565, Abb. 16. Georg(e) Schreiber, Brieg 1656.
RDK VIII, 567, Abb. 17. Caspar Amort (Entw.) und Melchior Küsel (Stecher), um 1662.
RDK VIII, 569, Abb. 18. Kupferstich, um 1665.
RDK VIII, 571, Abb. 19. Thomas Blanchet (Entw.) und Germain Audran (Stecher), Lyon 1666.
RDK VIII, 573, Abb. 20. Pierre Paul Sevin, um 1668, Stockholm.
RDK VIII, 575, Abb. 21 a. Casimir Simienowicz, Ffm. 1676.
RDK VIII, 577, Abb. 21 b. Casimir Simienowicz. Ffm. 1676.
RDK VIII, 577, Abb. 21 c. Casimir Simienowicz. Ffm. 1676.
RDK VIII, 577, Abb. 21 d. Casimir Simienowicz. Ffm. 1676.
RDK VIII, 577, Abb. 21 e. Casimir Simienowicz. Ffm. 1676.
RDK VIII, 581, Abb. 22. Vincenzo Mariotti, um 1687.
RDK VIII, 583, Abb. 23. Kupferstich, um 1689.
RDK VIII, 585, Abb. 24. Daniel Marot, um 1702.
RDK VIII, 587, Abb. 25. Giov. Battista Scapitta, um 1705.
RDK VIII, 589, Abb. 26. Balthasar Neumann, um 1725, Stuttgart.
RDK VIII, 591, Abb. 27. Giov. Paolo Pannini, 1729, Paris.
RDK VIII, 593, Abb. 28. Joh. Conrad Schlaun, um 1736.
RDK VIII, 595, Abb. 29. Robert Bénard (Stecher), Paris 1762.
RDK VIII, 597, Abb. 30. Jos. Wright of Derby, um 1774/75, Birmingham.
RDK VIII, 599, Abb. 31. Jean Michel Moreau gen. le jeune, um 1782.
RDK VIII, 601, Abb. 32. Gius. Palazzo (Entw.) und Franc. Barbazza (Stecher), um 1785.
RDK VIII, 601, Abb. 33. Claude Fortuné Ruggieri, Paris 1802.
RDK VIII, 605, Abb. 34. Louis Lecœur, um 1804.

F. = Feuerwerk; Fb. = Feuerwerksbuch; F.er = Feuerwerker; Fk. = Feuerwerkskörper; Fw. = Feuerwerkerei

I. Definition

Unter F. versteht man das ortsgebundene Abbrennen von Schießpulver und anderen schnell brennenden Substanzen zur Erzeugung von (farbigen) Licht- und Funken- sowie von Knalleffekten aus festlichem Anlaß. Das brennbare Material, der F.satz, wird in Fk. gefüllt, die entweder frei fliegen oder an einer Dekoration fest montiert sind oder am Wasser ihre Wirkung tun.

Früher nannte man jegliches Brennmaterial F. (Grimm Bd. 3 Sp. 1607f.; Lexer Bd. 3 Sp. 382), bezeichnete aber so auch alle von Büchsenmachern hergestellten Geschosse und brennbaren Körper, die zu „Schimpf und Ernst“ verwendet wurden [6], in Kriegs- und Friedenszeiten ([1]; Hans Sachs, Historia von dem kayserlichen Sieg in Aphrica ... anno 1535: ders., Werke, hg. von Adelbert Keller, Bd. 2, Tüb. 1870 [Bibl. Lit. Ver., 103], S. 396; [7]; [10]; so noch im 19. Jh.: [64]); F. nannte man ferner das Geschützwesen (Moritz Heyne, Dt. Wb., Bd. 1, Lpz. 21905, Sp. 907f.). Erst im 19. Jh. trat die heutige Wortbedeutung - ereignishaftes Abbrennen von Fk. - in den Vordergrund [87, S. 3].

Im 16. und 17. Jh. unterschied man zwischen „Schimpf-F.“, dem kriegerischen F. (Artillerie, z. B. [29] S. 3), und „Lust-F.“ [16, S. 31]; die zuletztgenannte Bezeichnung blieb bis weit ins 19. Jh. gebräuchlich, auch dann noch, als - um 1800 -das Wort „Kunst-F.“ aufgekommen war.

Im 16. Jh. konnte F. gelegentlich auch den Aufbau bezeichnen, von dem Fk. abgeschossen wurden (z. B. 1558 in Frankfurt a. M. denjenigen in Form eines Schlosses: Achilles Aug. von Lersner, Der weit-berühmten Freyen Reichs- Wahl- und Handels-Stadt Franckfurt am Mayn Chronica, Ffm. 1706, S. 165, zit. bei [118] S. 69).

II. Feuerwerkskörper

A. Feuerwerkssätze

F.satz (Satz, Satzung: [8] 2. T. 9. Kap., Bl. Tvvff.) nennt man das Gemenge brennbarer Substanzen in Fk. und unterscheidet zwischen „raschem“ Satz, der schnell und heftig brennt, und langsam brennendem „faulen“ oder „trägen“. Ein „stiller“ Satz (Stillfeuer) spendet nur Feuer, ein Treibsatz (Treibfeuer) dient zusätzlicher Bewegung des Fk.

Der Satz muß einesteils aus leicht brennbaren Stoffen bestehen, andernteils aus solchen, die Sauerstoff abgeben. Beim hauptsächlich verwendeten Schießpulver (zu seiner Geschichte: Hans Jürgen Rieckenberg, Bertold, der Erfinder des Schießpulvers ..., Archiv für Kulturgesch. 36, 1954, S. 316 bis 332) sind dies Kohle und Schwefel sowie Salpeter.

Das Schießpulver ist, je nach der beabsichtigten Wirkung, unterschiedlich gekörnt: mit „Kornpulver“ wird ein Knall hervorgerufen, ein Körper fortgeschleudert oder zerrissen; feines „Mehlpulver“, das langsam verbrennt, dient für Treibsätze.

Um buntes Flammenfeuer zu erzeugen, wird dem Gemenge eine unbrennbare Substanz beigegeben, die buntfarbig glüht.

In der älteren Fw. benutzte man dazu z. B. gestoßene Knochen für himmelblaue Flammen, Kampfer für weiße [29, S. 55], Kolophonium oder Kienruß für rote ([13] S. 164; [64] S. 29), Bernstein für gelbe (ebd. S. 28). Erst nach der für F. epochemachenden Entdeckung von chlorsaurem Kali 1786 durch Claude-Louis Berthollet- es wurde nun als Sauerstoff abgebender Stoff zugemischt [107, S. 156] – waren reinere und kräftigere Farben zu erzielen. Ein reines Grün darzustellen, war lange ein unlösbares Problem; es konnte erst im 19. Jh. auf Grund inzwischen gewonnener Chemie-Kenntnisse bewältigt werden ([87] S. 160ff.; Franç.-Jos.-Michel Noël und M. Carpentier, Nouveau dict. des origines, Paris 1827, Bd. 1 S. 458). Einen weiteren Fortschritt in diese Richtung bedeutete die zuerst von Ruggieri propagierte Verwendung metallischer Salze (zur Geschichte der F.sätze s. bes. [107] S. 151ff.).

Funkengebende Sätze (Funkenfeuer) werden durch Beimischung von Kohle (Steinkohle: rote Punkte), Kupferfeilspänen (grünliche Funken) usw. in Mehlpulver hergestellt; die glühend ausgeworfenen Teilchen verbrennen mit strahligem Licht.

Solche Sätze nannte man seit ihrem Aufkommen im 18. Jh. Brillantsätze (zuerst bei [52] Vorwort; [87] S. 74ff.). Manchmal wurden nur Sätze mit Eisen- oder Stahlfeilspänen so bezeichnet [89, S. 46]. Für das sog. Chinesische F. - dem Brillantsatz so ähnlich, daß beide Termini synonym gebraucht werden konnten [90, S. 386] - hat man besonders Eisenfeilspäne zugemischt ([64] S. 26 und 72f.; [Henri Gabriel Duchesse,] Dict. de l’industrie, Bd. 3, Paris l’an IX [1801], S. 34f.). Diese Praxis, die auf Auskünfte jesuitischer Chinamissionare des 17. Jh. zurückgeführt wird ([107] S. 23; zum fernöstlichen F. allgemein ebd. S. 21ff.), war ab M. 18. Jh. sehr geläufig ([52] S. 71f.; [91]).

Seit der 2. H. 18. Jh. versuchte man, allerdings ohne nachhaltigen Erfolg, aus Ersparnisgründen das F. auf der Basis des Schießpulvers zu ersetzen: 1779 z. B. durch ein System von transparentem Farbpapier und einer Lichtquelle, E. 18. Jh. durch brennbares Gas (H. G. Duchesse a. a. O. S. 35-39). Auch bunte Weingeistflammen wurden zur Verwendung vorgeschlagen [76, S. 53].

Mischungen aus funken- und flammengebenden Sätzen nennt man Zwitter- oder Doppelsätze [87, S. 29f.].

Früher schon ohne Schießpulver hergestellte Fk. mit wohlriechenden Sätzen kamen A. 19. Jh. außer Gebrauch ([64] S. 63f.; Rezepte auch bei [17] S. 27; [32] S. 104).

B. Herstellung

Fk. sind mit Sätzen geladene Röhren oder Hülsen meist aus Papier (Pappe), für größere Raketen (s. Sp. 535) ausnahmsweise aus Holz ([17] S. 23, Taf. 9; [29] S. 58); im 19. Jh. verwendete man auch Blech für mehrmals benutzbare Fk. [89, S. 51]. Die Größe einer Hülse bzw. eines Fk. und der zur Herstellung nötigen Werkzeuge wird in Kaliber (früher auch Diameter: [7] Bl. 9r; [32] S. 88) angegeben und ist durch den Durchmesser bestimmt.

Das Kaliber wurde in Deutschland meist nicht (so wie zeitweise in England und Frankreich: [66] S. 21) durch ein Längenmaß angegeben, sondern durch das Gewicht einer Blei-, Eisen- oder Steinkugel vom selben Durchmesser wie die Hülse: man spricht daher z. B. von einer vierpfündigen Rakete ([70] S. 10f.; [85] S. 3; Konkordanz der Maßeinheiten ebd. S. 4).

Das Papier für die Hülsen wird in Streifen geschnitten, deren Größe und Stärke dem gewünschten Kaliber und der Wirkung des Fk. entspricht. Der Streifen wird über ein zylindrisches, kalibermäßiges Holz gelegt, den „Winder“ („Rigel“: [8] 2. T. 9. Kap., Bl. Tiij; „Windstössel“: [32] S. 81), und auf einer Tischplatte mit einem Brett („Rollibret“: [89] S. 50) oder mit einer speziellen Maschine in feste Hülsenform gebracht (Abb. 16 und 29). Vor dem Einfüllen des Satzes werden die Hülsen meist ein Kaliber vor einem ihrer Enden - am „Hals“ -geschlossen [7, Bl. 14r].

Dieses „Würgen“ („Binden“: [8] 2. T. 9. Kap., Bl. Tivv; „Zureiten“: [59] S. 398-400) geschah mittels einer um die Hülse gewickelten Schnur oder Darmsaite, die durch das Körpergewicht des F.ers ([26] fol. 35; [113] S. 299, Taf. 36 b) oder eine Maschine ([24] Fig. 3 B und C; [29] Taf. 25; [89] S. 52) gespannt wurde und so die Hülse an der gewünschten Stelle zusammenzog. Danach umwand man die Hülse an der gewürgten Stelle mit einem Bindfaden.

Für bestimmte Fk. wurden die Hülsen nur bis auf eine enge Öffnung - die „Kehle“ [87, S. 54] - zusammengewürgt, die als „Waid- oder Zündloch“ zum Inbrandsetzen des Satzes diente oder Ausströmen des Feuers erlaubte ([8] 2. T. 7. Kap., Bl. Sivv; vgl. [59] S. 405). Zu diesem Zweck drückte man eine kaliberstarke Halbkugel mit eisernem Stift (Dorn), der so breit war wie die gewünschte Kehle, vom Ende des kürzeren Hülsenabschnittes gegen die Würgestelle. Es entstand außer der Kehle ein „Gewölblin“ [17, S. 20], das den Zugang zum Zündloch weiterhin ermöglichte.

Die Hülsen werden, je nach dem gewünschten Fk., auf unterschiedliche Weise geladen. Soll ein Knall erzeugt werden (Schlag, Kanonenschlag: [87] S. 151ff.), schüttet man Kornpulver locker in die auf einer Seite schon geschlossene Hülse und verschließt dann die andere Seite so eng, daß gerade noch die Zündschnur hineingeht. Sonst benutzt man den „Stock“ (auch Raketen- oder Schwärmerstock usw.), der die Hülse in einer festen Form hält und sie mit Sätzen fest zu laden gestattet (Abb. 16 und 29).

Der Stock setzt sich zusammen aus einer Röhre aus Hartholz oder Metall ([33] S. 50 empfiehlt auch Elephantenzähne) und einem Untersatz. Dieser trägt eine Warze (oder Spindel), die, wird die Hülse in den Stock gesteckt, deren Gewölbe in fester Form hält. Den Satz füllt man mit einer Ladeschaufel ein und drückt („schlägt“, „stopft“) ihn mit dem „Setzer“ („Schlagrigel“: [17] S. 24) zusammen, bei großen Fk. gelegentlich mit einer Presse oder einer Ramme ([29] S. 62; vgl. H. G. Duchesse z. a. O. [Sp. 532] S. 35).

Folgen mehrere Sätze von unterschiedlicher Wirkung aufeinander, so trennt man sie mit durchbohrten Holzplättchen oder Papier („Schlag“; [7] Bl. 21r; [32] S. 90 und 92, Taf. G Fig. 48ff. und 55). Da die obersten Schichten weniger dicht gefüllt sind als die unteren und deshalb kein konstantes Brennen gewährleistet ist, schließt man besonders bei großen Kalibern die Hülse mit Ton, sonst mit Papierpfropfen.

Zur Anfeuerung bedeckt man die Kehle des Fk. im allgemeinen mit einem Brei aus in Wasser oder Weingeist angerührtem Mehlpulver oder verwendet Zündschnüre, Stopinen ([87] S. 62ff.; [29] S. 67: „Luder“): baumwollene, mit Schießpulver überzogene Fäden (zur Herstellung: [113] S. 299, Taf. 39 unten).

Sätze, die Bengalisches Feuer erzeugen, werden in flachen Schalen abgebrannt. Solche Flammenfeuer zur farbigen Beleuchtung von Gegenständen wurden im Rahmen von F. zuerst von Petronio Ruggieri † 1794 verwendet ([63] S. 128ff.; [87] S. 137ff.).

C. Häufig verwendete Feuerwerkskörper

Raketen („fortsteigende Kästen“. „Dracheten“: [8] 2. T. 9. Kap., Bl. Tv; „Pyroboli“: [32] S. 76), zuerst Kriegswaffe (erstmals 1379 belegt: „Rocheta“, vgl. Du Cange Bd. 5 S. 786; Herstellungsanleitung bei Conrad Kyeser, „Bellifortis“, Göttingen, Nieders. Staats- und Univ.bibl., Ms. philos. 63, Widmung 1405 dat., fol. 102b: Faks. hg. von der Georg-Agricola-Ges. ..., Ddf. 1967, Umschrift und Übersetzung von Götz Quarg, S. 74f.), wurden im Laufe des 16. Jh. zum wichtigsten und bald am meisten variierten Fk. Die gezündete Rakete steigt durch die Gewalt des aus der Kehle strömenden Feuers geradlinig in die Höhe.

Um dies zu erreichen, wird die Hülse nicht durchgehend mit einem Satz gefüllt („massiv geschlagen“), sondern ein etwa kegelförmiges Loch angelegt, die „Seele“, die bis zu einer bestimmten Tiefe ins Hülseninnere reicht; der Satz über der Seele heißt „Zehrung“ ([87] S. 61 und 91ff.; Abb. 21 c). Man erzeugt die Seele entweder durch Schlagen der Hülse über einen Dorn (Spindel), der vom Untersatz des Stockes aufragt und über den die Hülse vor dem Laden im Stock gestülpt wird (Abb. 29), oder - so vor 1800 die Regel - durch Ausbohren einer massiv geschlagenen Hülse ([13] S. 164, Taf. 21; [32] S. 88ff., Taf. F).

Um das Beibehalten der eingeschlagenen Flugrichtung zu gewährleisten, bindet man an der Außenseite der Hülse einen leichten Stock (Rute) an; selten verwendete man Stabilisationsflügel ([29] S. 66f., Taf. 30; [32] S. 94, Taf. H Fig. 61f.).

Vielen Raketen ist - Abb. 21 c - ein aus Pappe hergestellter Behälter aufgesetzt, der Hut, mit der „Versetzung“ („Garniturfeuer“: [64] S. 181ff.), die nach dem Ausbrennen der Rakete mit Hilfe von Mehlpulver feurig ausgeworfen wird und im Herabfallen ihre Wirkung tut. Zur Versetzung nimmt man Leuchtkugeln (aus einem Flammenfeuersatz geknetet: [87] S. 123f.), Gold- oder Silberregen (lt. [24] S. 14 ist der Satz in kurze Gänsefederkiele gefüllt) oder „Sternputzen“ (Satz mit gestoßenem Glas, Eisenfeil- oder Sägespänen: [32] S. 97f.; [90] S. 389), doch auch Schwärmer und Bränder (s. Sp. 537; [32] S. 92, Taf. G Fig. 51). Ansätze einer Versetzung - allerdings zu kriegerischem Zweck -zeigte bereits die Rakete Kyesers (G. Quarg a. a. O. [Sp. 535] S. 75); bei Lust-F. wurde sie erst im 17. Jh. üblich. An der Außenseite einer Rakete konnte man kleine Schwärmer fixieren, die von der brennenden Rakete aus gestartet wurden ([32] S. 92, Taf. G Fig. 53 und 56; [88 a] Taf. 2f.). Je nach der Art der Kombination mit anderen Fk., auch Raketen, wurden, der bereits im 18. Jh. zunehmenden Vielfalt an Formen Rechnung tragend, besonders im 19. Jh. unterscheidende Bezeichnungen gefunden (z. B. Strahl-, Komet- oder Parasolrakete: [90] S. 395; [89] S. 65f.).

Raketen schoß man meistens von einem Raketenbock ab (Raketenbockkreuz, Träger: [90] S. 395; Joh. von Besser, Preuss. Krönungs-Gesch. ..., Kölln a. d. Spree 1702, zit. nach dem Ndr. Bln. 1901, S. 90; [64] S. 130), einem in den Boden geschlagenen oder auf einem festen Fuß stehenden Pfahl und einer horizontalen Querlatte, an der die Rakete aufgehängt wurde (Abb. 7, A-I; [88 a] Taf. 3 Fig. 75). - Serien feuerte man von einem Raketentisch ab (Abb. 7, E; [24] Fig. 6 B) oder setzte die Raketen in eine hölzerne Kiste mit präpariertem Boden [113, Taf. 43 a]. Eine gleichzeitig aufsteigende große Anzahl von Raketen nannte man „Girande“, „Girandole“, „Bouquet“ oder „Feuergarbe“ ([64] S. 149f.; [90] S. 388). Sollten die Raketen nicht nur senkrecht steigen, sondern auch nach den Seiten auseinandergehen („Pfauenschweif“: [87] S. 221; Abb. 7, B), wurden sie an einer Scheibe radial zur Abfeuerung bereitet. Sehr selten startete man einzelne Raketen von einem kleinen Holzgestell aus der Hand ([32] Taf. H Fig. 63; [88 a] Taf. 2 Fig. 38).

Schwärmer („Schlangenschwärmer“, „Serpentosen“, bei großem Kaliber „Lardons“, bei kleinem „Vétilles“; [64] S. 185ff.) fliegen - im Unterschied zu den Raketen - in meist unruhiger Schlangenlinie und enden mit dem Zerplatzen der Hülse.

Eine der zahlreichen Sonderformen sind die Kreiselbewegungen ausführenden Luftwirbel („Fledermäuse“, „Saucischen“: [87] S. 87ff., vgl. ebd. S. 214): man verschließt ihre Kehle mit Ton oder mit einem Papierpfropfen und bohrt statt dessen an den beiden Enden quer zur Längsachse Löcher, die man mit Stopinen anfeuert.

Bränder und Fontänen dienen als treibendes Feuer (bes. für Feuerräder, s. Sp. 538), zur Versetzung von Raketen oder lassen, an einem Gerüst fest montiert, einen Namenszug, den Umriß einer Figur usw. durch ihren Feuerstrahl brennend erscheinen. Diese letzte Aufgabe teilen sie mit den Lanzen oder Lichtchen, die allerdings gewöhnlich mit ruhigerem und gleichmäßigerem Licht brennen ([70] S. 209ff.; [64] S. 83ff., Taf. 4 Fig. 10; [87] S. 110ff.).

Römische Lichter sind Hülsen, die bald ruhig brennen, bald brennende Kugeln ausstoßen ([64] S. 178ff.; [107] S. 198).

Feuertöpfe („Pumppen“: [17] S. 10f. und 36; Abb. 7, O, V; „Erdkegel“, „Landpatronen“: [66] S. 138ff.; „Kammern“: [90] S. 388) nennt man hölzerne oder aus starker Pappe gemachte mörserartige Röhren, aus denen mit einem Anfeuerungssatz eine größere Anzahl von Leuchtkugeln u. ä., aber auch Schwärmer („Schwärmerfaß“: [87] S. 107ff.; [113] S. 300, Taf. 41 b) oder Raketen [6, S. 2] auf einmal oder kurz hintereinander in die Luft geworfen werden. Bei „Pumppen mit außfahrenden Ragetten oder Schwärmern“ (Abb. 7, M; [17] S. 30f., Taf. 11), später auch „Schwärmerstöcke“ oder „Bienenschwarm“ [87, S. 222ff.] genannt, sind die Fk. zusätzlich an den Außenseiten angebracht und durch ihre Anfeuerung mit dem Inneren der großen Hülse verbunden; wenn der Satz herunterbrennt, werden die Schwärmer usw. nach und nach gestartet [7, Bl. 37rff.].

Bomben ([64] S. 166ff.; [87] S. 200ff.), Sturm- oder Lust(feuer)kugeln ([17] S. 34f.; [8] 2. T. 6. Kap., Bl. Qvv; [32] S. 100ff.) sind kugelförmige oder zylindrische, mit konvexem Boden versehene Behälter aus Holz, Pappe oder Blech, die mit Leuchtkugeln, Goldregen, Schwärmern, Raketen usw. oder auch nur mit Kornpulver gefüllt sind (Abb. 21 b). Sie werden wie ihre Vorläufer, die Kriegsbomben, aus leichten Mörsern („Pölern“) abgeschossen (Abb. 7, R-T; [64] S. 173, Taf. 19 Fig. 8; [32] S. 115ff., Taf. L Fig. 105f.). Die Brennzeit des Zünders ist so berechnet, daß die Bombe am höchsten Punkt ihres Fluges explodiert und ihren Inhalt brennend auswirft. Diese Fk. kamen im 17. Jh. auf; in Deutschland berichtet zuerst Furttenbach von ihnen ([17] S. 42, 48f., Taf. 16, 20 und 24), in Frankreich de Malthe ([19]; vgl. [90] S. 400 Anm. 7).

Schon früher waren „Feuerkugeln“, „Lustkugeln“, bekannt, die auf die Erde geworfen wurden und infolge von Explosionen Sprünge machten ([7] Bl. 62vff.; [17] S. 34f., Taf. 15; [32] S. 110ff., Taf. K Fig. 93).

Feuerräder sind auf verschiedene Weise herstellbar und haben zahlreiche Namen.

Ein „umlaufendes Stäbchen“ ist eine auf beiden Seiten zugerittene Raketenhülse, die in der Mitte eine Nabe hat, um die sie sich, meist an einem Pfahl montiert, in der Horizontal- oder Vertikalebene dreht. Dies bewirken einander entgegengesetzte seitliche Ausströmöffnungen an den Hülsenenden [17, S. 29f., Taf. 10 rechts].

Komplizierter und später entstanden ist die Tischrakete („Tourbillion“), eine mit einem Funkensatz geladene, gleichfalls an beiden Enden gewürgte Hülse; in sie wurden mehrere Ausströmöffnungen so gebohrt, daß die gezündete Rakete ein horizontal kreisendes und dabei senkrecht aufsteigendes Feuer- einem Wirbelwind gleich - bildete ([87] S. 101; [64] S. 157ff.).

Sonnen, schon im 16. Jh. beschrieben, werden durch Abbrennen zweier oder mehrerer Hülsen erzeugt, die an den Enden einer um eine Nabe drehbaren Latte angebracht sind ([3] Bl. 165vf.; [3b] S. 525; vgl. [2], Cod. palat. germ. 128, fol. 37: Feldbaus, Technik, Sp. 670; [6] S. 2). Weit verbreitet war es, Hülsen an den „Felgen“ eines Rades oder an einer Scheibe anzubringen ([7] Bl. 32vff., Abb. Bl. 35r; [20] S. 255f.) und sie so zum Zünden zu befestigen, daß sie gleichzeitig oder nacheinander abbrannten, oder das Rad - wie bei Abb. 7 - in gleicher oder in abwechselnder Richtung bewegten (im letzteren Fall sprach man von einer „Kaprice“: [64] S. 108ff. Taf. 14 Fig. 1).

Seit der 2. H. 18. Jh. erfand man immer neue Spielarten von Feuerrädern ([88a] Taf. 4ff.; [63] S. 130ff., Taf. 11), oft auch Kombinationen sich horizontal und vertikal drehender Sonnen verschiedener Größe ([72] Taf. 15; [64] S. 116ff., Taf. 16 Fig. 1).

Seit dem 17. Jh. wurden häufig feurige Buchstaben in F. eingebracht (Abb. 28). Meist waren sie Teil eines F.aufbaues, seltener schwebten sie frei vom Himmel. C. Blondel hielt die Lettern der „Romana rotunda“ für besonders geeignet [66, S. 156]. Wiedergegeben wurden meist die Initialen und Wappen derer, denen das F. gewidmet war. Man spricht daher bei dieser Art von F. von Namens-F.

Es gab mehrere Möglichkeiten, feststehende Buchstaben herzustellen: die einfachste war, ein in entsprechende Form gebrachtes Draht- oder Holzgerüst mit Stopinen zu versehen und diese anzuzünden ([35] S. 184f., Fig. 12; [70] S. 310 und 314). Um kräftigeres Feuer zu erzielen, mußten jedoch Bränder an einem Holzgerippe fest montiert werden ([35] S. 185 Fig. 13; [70] S. 311ff.). Weniger gebräuchlich war, brennende Buchstaben mit gläsernen Öllämpchen, die mit farbigem Wasser gefüllt waren, darzustellen (ebd. S. 314ff.; [90] S. 391).

Vermutlich selten praktiziert wurde die von Simienowicz erfundene Methode, Fischbeinstäbchen in der gewünschten Buchstaben-, Wappen-, Figurenform usw. auszulegen, sie mit Draht zu einem Rechteck zu verbinden und mit Stopinen zu umwinden. Das Gerippe wurde zusammengerollt in einer Lustkugel aus einem Mörser emporgeschossen und schwebte dann, von Bleigewichten in der Senkrechten gehalten, vom Himmel ([32] S. 113f., Taf. L. Fig. 103, vgl. Abb. 21 b; ähnlich, doch als Transportmittel für Raketen: [90] S. 395).

Für das Wasser-F., das im 16. Jh. aufkam (Abb. 5) und bis ins 19. Jh. Bestandteil jedes in Wassernähe veranstalteten großen F. bildete (Abb. 17 und 28), verwendete man ähnliche Fk. wie auf dem Lande, schützte sie jedoch mit Harz, Talg, fettem Firnis u. ä. gegen Wasser und lud sie in der Regel mit fauleren Sätzen. Raketen wurden so eingerichtet, daß sie sich als „Taucher“ einmal unter, dann wieder über der Wasseroberfläche bewegten oder als „Wasserläufer“ auf dieser dahinzogen oder aber auf dem Wasser ruhig schwammen ([32] S. 92, Taf. H Fig. 66ff.; [64] S. 194ff., Taf. 20; [70] S. 203). Wasserkugeln konnten mehrere Raketen „ausfahren“ lassen (Abb. 7) oder sich selbst immer wieder für kurze Zeit aus dem Wasser erheben ([8] 2. T. 8. Kap., Bl. Sviiff.; [17] S. 31ff., Taf. 12ff.; [24] S. 55-58, Fig. 14). Sog. Schwimmer hielten Feuerräder und Pumpen an der Wasseroberfläche [90, S. 397ff.].

III. Hersteller von Feuerwerkskörpern

Lange oblag die Herstellung von Fk. für Lust-F. und die Weitergabe des Wissens gleich der Bedienung von Geschützen und der Bereitung der Munition für den Krieg zünftig geordneten Büchsenmachern.

In Deutschland wurde mancherorts das Lust-F. auch an – vermutlich nach venezianischem Vorbild errichteten – F.schulen (so E. 16. Jh. in München) nahezu gleichberechtigt mit dem „Ernst-F. und Granatieren“ gelehrt (Gesch. des F.wesens, Fs. zum 8. Sept. 1886, 1. T. Die Zeit bis zum Jahr 1836, Bln. 1887, S. 4 und 61). - Die erworbenen Kenntnisse mußten nach Abschluß der Ausbildung durch ein Lust-F. unter Beweis gestellt werden (Abb. 18), das zusammen mit dem Probeschießen in Gegenwart eines anerkannten Büchsenmeisters öffentlich abgehalten wurde (z. B. in Nürnberg 1635 das F. des Nadelmachers Lorentz Müller: [118] S. 74, Abb. S. 73; vgl. ebd. S. 208f.). Bevor eine Stadt oder ein Hof einen Büchsenmeister vertraglich verpflichtete – F.er waren oft international tätig und boten ihre Dienste an –, wurde dessen theoretisches Wissen durch die vom Zeugmeister gestellten „Büchsenmeisterfragen“ (s. Sp. 543) überprüft, anschließend ein praktischer Nachweis verlangt ([8] 2. T. 6. Kap., Bl. Qv; [29] S. 1ff.; Gesch. des F.wesens a. a. O. S. 4f.). Gelegentlich mag der Wissensstand durch Vorlage handschriftlicher Fb. (s. Sp. 543) bezeugt worden sein.

Die Bezeichnung Feuerwerker ist erstmals 1406 in Nürnberg für den Büchsenmacher Georg Zwickenhammer belegt [127, S. 23 und 52]. Berufsbezeichnung im engeren Sinn wurde sie allerdings erst, als durch die Komplizierung der Geschützarten Arbeitsteilung notwendig geworden war: der F.er bediente nun für vierfachen Sold Mörser und Böller und fertigte Kriegs- und Lust-F.; zum gleichen Sold leitete der Büchsenmacher die Ausbildung und bediente die Mauerbrecher (Schlangen- und Feldschützen erhielten nur doppelten oder dreifachen Sold: Joh. Gottfried Hoyer, Gesch. der Kriegsk., Bd. 1, Gött. 1797, S. 140f.).

Seit der Zeit Karls V. wurden F.er aufgrund ihrer besonderen Qualifikation höher geachtet als die Büchsenmeister [127, S. 52f.]. Mit der Errichtung stehender Artillerietruppen nach dem 30jährigen Krieg - in Brandenburg 1676 - und der Übertragung der Leitung des Geschützfeuers von Büchsenmeistern und F.ern auf Offiziere rückten die F.er mehr und mehr in den Unteroffiziersrang, die Bezeichnung Büchsenmacher verschwand allmählich.

Die Ausbildung der F.er und die Herstellungsleitung der Fk. lag im preußischen Heer jetzt beim „Feuerwerksmeister“ [12, S. 157]. Somit wurde die Lust-Fw. ein Ausbildungszweig des Artilleriekorps, über dessen Ausbildungsstand gleichfalls durch Probe-F. Zeugnis abzulegen war (z. B. 1820 an einem F.aufbau nach Schinkel: [106] S. 42). 1828 wurde die Lust-Fw. von der Kriegs-Fw. getrennt und ihre Ausübung auf die seit 1817 in der Spandauer Zitadelle untergebrachte F.kompanie des „Geheimen Raketenlaboratoriums“ - seit 1831 „Kgl. F.-Laboratorium“ - beschränkt ([127] S. 225f.; Louis von Malinowsky und Rob. von Bonin, Gesch. der brandenburg-preuß. Artillerie, 2. T., Bln. 1841, S. 468ff.).

Im zivilen Bereich gab es seit der 2. H. 17. Jh. Spezialisten für Lust-F., denen man gelegentlich den Rang von Künstlern zubilligte.

So übersetzte Elrich „Pyrotechnicus“ mit „Feuer Ingenieur oder sinnreicher Künstler“ [33, An den Leser]; für L. von L-e sind Lust-F.er und Kunst-F.er Synonyma [70, S. 1]. Musterbeispiel für Aufstieg und gesellschaftlichen Rang der F.er bieten die Mitglieder der Familie Ruggieri aus Bologna, die in Paris von 1730 bis weit in das 19. Jh. das Feld beherrschten ([98]; zu den Verhältnissen in Frankreich s. auch Alfred Franklin, Dict. hist. des arts, métiers et professions exercés dans Paris depuis le treizième s., Paris und Lpz. 1906 [Ndr. New York 1968], S. 45; [108]).

Je mehr Fw. zu einer nahezu artistischen Disziplin wurde, desto weniger beschränkten sich F.er darauf, im Dienst einer Stadt oder eines Fürsten Freudenfeuer zu erstellen, sondern dienten ihre Kunst auch mehr oder minder ständigen Einrichtungen mit Attraktionscharakter und kommerzieller Ausrichtung an (früh, 1710, 1744 u. ö. in den Londoner Pleasure Gardens: [107] S. 55ff.; s. Sp. 592f.). Sie betrieben eigene Vergnügungsgärten (1766 in Paris die Brüder Ruggieri: [94] S. 77 und 190) und traten gegen Bezahlung zu einem öffentlichen Vergleich ihrer Künste an (1774 im Wiener Prater: [106] S. 82; 1790 in Frankfurt a. M.: [102] S. 225).

Seit A. 17. Jh. stellten auch Dilettanten F. her, was - wie de Bry 1619 berichtet - eine bevorzugte Tätigkeit des Adels geworden sei ([14] S. 4; ähnlich [16] Widmung S. 4; vgl. [118] S. 28 und 35).

Johann Georg II. von Sachsen hatte von 1635 an mehrmals F. „selbst angegeben und fertigen lassen, auch theils selbst laboriren helffen und verbrandt“; August der Starke folgte 1709 dem Beispiel ([118] S. 98ff. mit Abb., S. 222; [106] S. 37f.). Im 18./19. Jh. war Fw. auch Liebhaberei von Bürgern. Für größere F. verpflichtete man aber nach wie vor F.er, z. B. herumziehende abgemusterte Artillerieoffiziere [102, S. 225].

IV. Feuerwerksbuch

Anleitungen zur Herstellung von Fk. finden sich in erster Linie in den Fb. [1–87]. Diese Literaturgattung entwickelte sich aus den älteren Kriegsbüchern, als die Feuerwaffen Bedeutung erlangten. Ihre Verfasser sind durchwegs Fachleute: Büchsenmacher, F.er oder Artillerieoffiziere, erst im 19. Jh. ausnahmsweise Dilettanten, die für Nichtfachleute schrieben [66].

Am Anfang der Tradition stehen die im 15. Jh. sehr verbreiteten Fb., mit Nachträgen versehene Kompilationen älterer Büchsenmeistervorschriften. Die meist auf Veranlassung von Fürsten, Städten und Behörden geschriebenen Fb. weichen zwar etwas voneinander ab, den Kern bilden aber stets die zwölf Büchsenmeisterfragen; sie enthalten das gesamte Wissen seit dem Aufkommen der Pulverwaffen und wurden bis ins 17. Jh. nur geringfügig abgeändert [123, S. 395]. Gewöhnlich folgt ein kurzer geschichtlicher Überblick über die Erfindung des Pulvers und das Büchsenschießen (JH. Sterzel, Über das ma. Fb., Zs. f. Waffen- und Kostümkde. N. F. 1, 1923-1925, S. 192f.; eine Zusammenstellung der Hss. gibt Ed. A. Geßler, in: Verf.lex. Bd. 1 Sp. 612-616; s. auch Verf.lex. Bd.22 Sp. 728-733).

Das erste gedruckte Fb. erschien 1529 im Anhang des dt. „Vegez“ [1]. Wie üblich ist dort, von Andeutungen abgesehen, die Lust-Fw. nicht behandelt.

Prominente Vorläufer der Fb. sind die „Epistola ... de secretis operibus artis et naturae et nullitate magiae“ von Roger Bacon (gedruckt Paris 1542, Hbg. 1618: [124] S. 83ff.; [123] S. 222), „De mirabilibus mundi“ von Albertus Magnus (in „De secretis naturae“, gedruckt Amst. 1702: ebd.; [124] S. 95ff.) sowie der oftmals erwähnte „Liber ignium ad comburendos hostes“ des Marc(h)us Graecus (vollst. abgedruckt in [124] S. 115-127; zur Dat. vgl. [123] S. 156: „9. Jh.“; [124] S. 115 und Feldhaus, Technik, Sp. 687: „13. Jh.“). Einflußreich war ferner Conrad Kyesers Kriegsbuch „Bellifortis“, das u. a. eine Bauanleitung zu einer Rakete nebst Abb. enthält (Faks. a. a. O. [Sp. 535] S. 102 a; G. Quarg a. a. O. [Sp. 535] S. 74; zur Wirkung vgl. H. Sterzel a. a. O. S. 192).

Ein eigener Abschnitt über Lust-Fw. findet sich zuerst in dem überwiegend von der Gewinnung und Verarbeitung der Metalle, insbesondere von der Gußtechnik handelnden Buch „De la pirotechnia libri decem“ des Sieneser Architekten und Bronzegießers Vanoccio di Paolo Biringuccio, Ven. 1540 [3, Bl. 165r-166v]. In Deutschland wurde die Lust-Fw. erstmals in bescheidenem Umfang in den Handschriften von Franz Helm [2], von Hanns Camentur ([5], mit erläuternden Federzeichnungen) und Hanns Stark ([4]; vgl. [123] S. 622ff.) behandelt. Im Anschluß daran verfaßte der aus Schorndorf stammende Joh. Schmidlap [7] 1560 das erste ausschließlich der friedlichen Fw. gewidmete Fb. Er betont, daß er sein Wissen „nicht auß Büchern zusammen geklaubt, sondern von etlichen diser Kunst wolerfarnen (nicht one gelt) zuwegen gebracht habe“ (Bl. 3v). Das hebt sein Fb. - zumindest der Intention nach - von anderen, später erschienenen ab, die Neuauflagen des 1529 gedruckten Fb. von 1420 [1] oder des Franz Helm [2] sind (z. B. [14]; [16]) und veraltetes Wissen referieren. Das zeigt zum einen, daß viele F.er ihre Kenntnisse aus beruflichem Interesse geheim hielten (dazu [118] S. 29f.), zum anderen, daß verlegerisches Interesse bzw. Nachfrage eines nicht nur aus Fachleuten zusammengesetzten Lesepublikums das Aufkommen gedruckter Fb. gegen 1600 begründete.

Das Fb. des Leonhart Fronsperger 1557 [6] prägte den bis weit ins 18. Jh. herrschenden Typus: es zeigt eine Zweiteilung in Ernst- und Lust-Fw., wobei ersterer der Vorrang eingeräumt ist. Doch sieht Fronsperger auch in der Lust-Fw. bereits ein wichtiges Betätigungsfeld. F. wird nicht mehr von der ausschließlich technischen Seite her gesehen, auch die Wirkungen des Fk. treten ins Blickfeld. -Die in kaum einem Fb. fehlenden instruierenden Zeichnungen oder Holzschnitte waren bis um 1600 von geringer Qualität. Dies änderte sich im 1. V. 17. Jh. mit den Pinselzeichnungen im Ms. des Johann d. Ä. Gf. von Nassau ([11]; zahlreiche Reproduktionen in [118]) und mit den Fb. des Jos. Furttenbach, die sorgfältig gearbeitete Kupfertafeln mit Abbildungen von Handwerkszeug, verschiedenen Fk. sowie erstmals in großem Umfang berücksichtigte F.architekturen und -figuren enthalten und damit zugleich den hohen, anderen Wissenszweigen durchaus gleichwertigen Rang der Fw. dokumentieren (Abb. 7 und 10; [17]; [21]; [23]; [25]; [31]).

Mit zahlreichen übersichtlichen Tafeln ist auch der Traktat des Engländers Babington über LustFw. versehen (Abb. 9; [24]). Stefano della Bella fertigte die kolorierten Federzeichnungen für ein handschriftliches franz. Fb. (Abb. 15; [26], vgl. [113]).

Das umfassendste und anspruchsvollste Fb. stammt vom polnischen General-Feldzeugmeister-Leutnant Casimir Simienowicz [27]; Daniel Elrich verfaßte zur deutschen Übersetzung dieses Buches durch Thomas Leonh. Beer [32] einen zweiten Teil ([33]; s. dazu [127] S. 73f.). Das Fb. enthält neben einer ausführlichen Anleitung zur Herstellung von F. (Abb. 21 a-e) einen Abriß der Lehre von den Säulenordnungen, eine Einführung in die Ikonographie und eine Geschichte des F. [32, S. 211ff.]. Elrich möchte die Fw. gar zu den „freyen“ Künsten zählen; weil sie die ganze Welt zu ändern vermag, schätzt er sie als „Centrum gleichsam und kurtzer Begriff aller Künste und Mechanischen Wissenschaften“ ein [33, An den Leser]. - An antiquarischer Gelehrsamkeit wurde dieses Fb. nur von jenen Fréziers ([41]; [45]) übertroffen, der allerdings weitgehend auf die Ausführungen Menestriers zurückgriff und sie systematisierte. Der älteste Beleg für ein F. ist ihm ein Panegyricus des Claudian, um 400 n. Chr. ([45] S. 385; [12] S. 247; der Text abgedruckt bei MG Auct. ant. 10, S. 188.315ff.).

Seit dem 18. Jh. gewann die Lust-Fw. immer mehr an Eigenständigkeit gegenüber der Artillerie. Einerseits wurde sie wissenschaftlicher behandelt (bes. von Moritz Meyer [76; 79] und Jos. Uchatius [85]), andererseits zu pyrotechnischem Wissen popularisiert. Im Zentrum steht da wie dort differenzierte bis raffinierte F.kunst und der reibungslose, völlig durchgeplante Ablauf. Ausführungen über die mehr als „außerwesentliche Zierrathen“ klassifizierten F.aufbauten [70, S. 289] finden sich nur in größeren Werken, z. B. in dem einflußreichen Buch von Ruggieri und Morel (Abb. 33; [64]).

Auch Zeitschriften vermitteln nun pyrotechnisches Wissen: es gibt Artikel in Fachjournalen für Spezialisten [91], Laien fanden z. B. im „Archiv für Natur, K., Wiss. und Leben“ Informationen [92]; selbst obskure Bücher wie etwa Friedr. Stobäus, Gemeinnütziges Rezept-Archiv oder: 800 entschleierte Geheimnisse, Dinkelsbühl 1845, enthalten Rezepte zur Herstellung von farbigem Licht. Ferner machten Lexika F.wissen nun größeren Schichten leicht zugänglich [88-90].

V. Anwendung von Feuerwerkskörpern

Bis ins 19. Jh. wurden Fk. sehr häufig von oder in Beziehung zu kurzfristig angefertigten F.dekorationen, architektonischen F.aufbauten oder denkmalähnlichen Bildwerken abgebrannt, die oft auf das gefeierte Ereignis Bezug nahmen.

Zuerst und offensichtlich seit es F. zu friedlichen Zwecken gibt, seit der 2. H. 14. Jh., waren F. bzw. Bildwerke nur ein Bestandteil in einem größeren, szenisch gegliederten und religiös bestimmten Zusammenhang (Sp. 593). Erst nachdem sich im 15./ 16. Jh. das F. zu einem mehr oder minder selbständigen Schaustück emanzipiert hatte, kamen Bildwerke bzw. Fk. an architektonischen und denkmalartigen Aufbauten auf.

Sofern man F.dekorationen nicht nach ihrem Vorbild als Gebäude, Tempel, Ehrenpforte usw. bezeichnete, nannte man sie häufig mit einem Oberbegriff „machina“ ([136] S. 174f.; Belege: [124a] S. 93; [32] S. 180f.; [35] S. 197; dt. „Maschine]“: [66] S. 161; engl. „machine“, z. B. London 1749: [107] S. 48). Gegen diesen Wortgebrauch wandte sich Frézier, der nur bewegliche F.dekorationen „machine“ nannte, feststehende hingegen „théatre“ [41, S. 313]. In ähnlicher Bedeutung wurde im 18. Jh. im Deutschen das Wort „Feuer-Bühne“ (Straßburg 1747: Cah. als. 9, 1965, S. 82 Abb. 6) oder „Schaubühne“ gebraucht [50, S. 84]. In Preußen verwendete man das Wort „Actus“, wenn mehrere Aufbauten nebeneinander errichtet wurden (J. von Besser a. a. O. [Sp. 536] S. 88ff.).

Gegen E. 18. Jh. verloren die Dekorationen gleichermaßen an architektonischer wie an ikonographischer Substanz: die Fk. wurden oftmals nur an einem für den Zuschauer nachts unsichtbaren Trägergerüst montiert, schließlich verschwand selbst dieses, und das F. wurde zur rein pyrotechnischen Vorführung; selbst dann noch wurde es an besonders markanten Orten, oft einer Brücke oder einem Turm abgebrannt [106, S. 72f.].

Bezeichnenderweise benutzte man damals in Paris Aerostaten - Montgolfiere und Ballon - als F.träger (erstmals 1786: [64] S. 229ff., Taf. 22). 1801 brannte man von drei Luftschiffen ein F. ab [106, S. 121].

Vom 16. bis zur 1. H. 18. Jh. verwendete man bei schauspielartigen Vorführungen, den F.pantomimen, mit Fk. ausgestattete Waffenattrappen u. ä. Sie waren aus Holz oder fester Pappe hergestellt und mit Brändern und Schwärmern versehen.

Anleitung zur Herstellung: [7] Bl. 45vff., mit Abb.; [13] S. 168, Taf. 24; [20] S. 240f. mit Abb.; [24] S. 53 und 55, Fig. 14 F-L; [32] S. 183ff., Taf. O Fig. 171f.; [70] S. 262–265. Man bediente sich ihrer bei Kampfspielen um ein Schloß (Abb. 5; s. Sp. 561ff.) oder ein Schiff (s. Sp. 573f.), bei turnierartigen Veranstaltungen, zu Pferde z. B. 1592 am Berliner Schloß, wo Streitkolben, Lanzen, Schwerter, Schilde usw. Verwendung fanden (Abb. 6), bei Kämpfen von Fußvolk (1603 in Paris: [126] Abb. S. 282; 1619 auf dem Arno in Florenz: [111] S. 355), auch für Szenen aus der Mythologie, z. B. dem Kampf des Herkules gegen den Drachen, der den Hesperidengarten bewacht (1735 in Meudon: [106] S. 69, Abb. 46). Die reichste Entfaltung erreichte die F.pantomime in Verbindung mit Elementen der Oper nach M. 17. Jh. zuerst in München und Wien (s. Sp. 569f.), später im übrigen Deutschland: 1668 und 1674 in Hannover [118, S. 211ff. mit Abb.]. In Frankreich wurden sogar bei Ballettaufführungen (1614 „Ballet des Feux“) Fk. verwendet (Margaret M. McGowan, L’art du ballet de Cour en France 1581-1643, Paris 1963, S. 138 mit Anm. 34).

Seltener wurden andere Gegenstände mit Fk. versetzt: Schalmeien und ein Zepter mit apokalyptischen Figuren in einem Festzug 1582 in Dresden [128, S. 130f. und 185, Taf. 104f.], grünbesetzte Röhrlein von Schembartläufern in Nürnberg (z. B. 1518 und 1539: Hans-Ulrich Roller, Der Nürnberger Schembartlauf, Tüb. 1965 [Volksleben, Bd. 11], S. 44ff., Abb. S. 47).

Für F., die in geschlossenen Räumen als sog. Zimmer- oder Tafel-F. abgebrannt wurden, kleidete man gelegentlich die Fk. in Gegenstände des Alltags, um mit ihnen besondere Überraschungswirkung zu erzielen: in Trinkgeschirr ([29] S. 94, Taf. 54; [32] S. 189, Taf. P Fig. 188), Kerzen ([8] 2. T. 10. Kap., Bl. Vviii) oder Blumen ([59] S. 465-470; [92] S. 70ff., Abb. 106ff.); außerdem fertigte man Fk., die im Kleinen dieselbe Wirkung erzielten wie die großen Fk. im Freien [64, S. 227f.].

VI. Feuerwerksdekoration

A. Bildwerke (Feuerwerksfiguren)

Eine Herstellungsmöglichkeit bestand darin, zuerst das Gerippe einer Gestalt, z. B. eines Drachens, aus Holz herzustellen und es dann mit Papier zu bespannen; Raketen, Wasserkugeln usw.

wurden an markanten Stellen, besonders aber im Rachen angebracht und ließen den Drachen Feuer speien [25, S. 60, Abb. Nr. 18]. Bei einer anderen Art wurden Fk. zwischen zwei Brettern, die im Umriß z. B. einen Adler darstellten, so angebracht, daß die Figur von einer feurigen Aureole umgeben war (ebd. S. 58, Abb. Nr. 17); Figuren dieser stabilen Bauweise konnten mit großen Fk. bestückt werden und waren meist fest montiert (vgl. [29] S. 91ff., Taf. 52; zu einer etwas anderen, komplizierteren Herstellungsweise: [24] S. 25, Fig. 7 A und B).

Um Fk. aus dem Inneren einer Figur ausfahren zu lassen, bediente man sich eines komplizierten Herstellungsverfahrens. Eine von einem Bildhauer gearbeitete vollrunde Holzstatue wurde mit einem Brei von in Leimwasser eingeweichter Pappe eingestrichen. War der Überzug getrocknet, wurde er als Positivform der Holzfigur abgelöst und über einem Gerüst montiert. Eingeschnittene Öffnungen ermöglichten das Ausfahren der in Röhren gesteckten Hülsen (Abb. 21 d und e; [32] S. 216f.; [33] S. 67ff.).

Nicht mit Fk. bestückte Figuren wurden aus Stroh, Gips ([3] Bl. 165v; [3 b] S. 525), Holz [70, S. 301], mit Leinwand oder Papier überzogenem Geflecht [19, S. 246] oder aus Terrakotta hergestellt. Manchmal begnügte man sich damit, Figuren auf einen mit Leinwand bespannten Rahmen zu malen (1729 in Versailles: [131] S. 432, Abb. 55 a).

Sollten F.figuren nicht von innen, etwa durch Öllampen, erhellt werden, so überzog man sie meistens mit Leinwand und faßte sie golden [25, S. 58], buntfarbig ([3] Bl. 165v; [3 b] S. 525) oder so, daß es schien, als wären sie aus Metall (z. B. aus Bronze in Paris: [134] S. 22, Abb. 2) oder Stein (Marmor wurde mit Mehlkleister imitiert: [70] S. 301; vgl. z. B. 1689 in Paris: Roger-Armand Weigert, Jean I Berain, Paris 1937, Bd. 1 S. 96). Auch die Verwendung von Leder z. B. für Schuhwerk oder von Fell für Tierfiguren war möglich ([32] S. 217; [70] S. 302). Im 18. Jh. empfahl man das Einstreichen mit einer brennbaren Mischung, um die ganze Figur brennend darzustellen [88, Bd. 6 S. 646].

Wohl erst im 18. Jh. machte man Körperteile von Figuren auf mechanische Weise beweglich [41, S. 310]. Schon früher war es indes möglich, die starren Figuren als Ganzes in Bewegung zu setzen. War eine Figur zum Schwimmen an der Wasseroberfläche fähig, so genügte eine Rakete, um sie in eine bestimmte Richtung zu bewegen. Sollte die Figur in der Luft einen bestimmten Weg zurücklegen, so konnte sie gleichfalls von einer Rakete frei in die Höhe getragen werden (vermutlich eine „Europa“ 1644 in Rom: Rud. Preimesberger, Münchner Jb. III. F. 25, 1974, S. 82). Meist geschah die Fortbewegung jedoch durch ein Schnur-F.: durch die Rückstoßwirkung einer Rakete an einem Drahtseil zum Zielpunkt hin, manchmal auch wieder zurück zum Startplatz (Abb. 8; [7] Bl. 27rff.; [87] S. 221f.).

1379 flog vermutlich auf diese Weise – dies ist der erste Beleg für eine friedliche Verwendung von F. - eine Pfingsttaube auf ein zweistöckiges ephemeres Gebäude in Vicenza zu [106, S. 3]; Ähnliches geschah bis in jüngste Zeit vor dem Dom von Orvieto und im Dom von Florenz zu Pfingsten bzw. Ostern (ebd. S. 15f.). Sehr häufig wurden Drachen verwendet ([13] S. 166, Taf. 24; [20] S. 261f. mit Abb.; [25] S. 60 Taf. 18), wohl nicht zuletzt an die ma. Tradition von durch Heißluft zum Schweben gebrachte Drachen anknüpfend [124, S. 160ff., Abb. 22]: so in England wohl bereits im 15. Jh.; sicher belegt ist die Verwendung 1520 in einer Kap. in der Nähe von Calais (Sydney Anglo, Spectacle, Pageantry and Early Tudor Policy, Oxf. 1969, S. 157), und 1561 kämpfte der Drache mit einem Adler um eine im Kirchenschiff der Kath. von Toledo errichtete Burg [119, S. 621]. Auch später, als das F. selbständiges Schaustück war, hat man Figuren durch Schnur-F. bewegt.

Ein Sonderfall sind die Figuren an den Maschinen des John Babington, die durch drehende Sonnen (s. Sp. 539) über ein System von Zahnrädern in Bewegung gesetzt werden ([24] S. 28-30, Fig. 7 F, 10 A; Abb. 9; vgl. auch ebd. S. 37, Fig. 11).

Mit der Ausbildung denkmalartiger und architektonischer Aufbauten als Zentrum eines F. (s. Sp. 559ff. und 574f.) wurden die F.figuren mehr und mehr einem übergreifenden Zusammenhang integriert (z. B. Abb. 25). Gleichwohl stellte man auch weiterhin selbständige Figuren von meist größerer Dimension her (Abb. 23).

In Düsseldorf, 1585 nach Entw. von Giov. Maria Nosseni, fertigte man z. B. feuerspeiende Drachen und einen Walfisch für ein Wasser-F. [118, S. 93, Abb. S. 92]. Bei einem F. 1701 in Königsberg standen zu Seiten des thronenden Königs „Gerechtigkeit“, die in blauem Feuer brannte und Granaten, Raketen usw. auswarf, und „Tapferkeit“ [127, S. 222]. - In Paris stellte man im 17. und 18. Jh. bei von der Stadt veranstalteten F. Figuren auf eine Plattform, die von Pfeilern über die Zuschauermenge erhoben war: 1615 die vier Erdteile und Jupiter auf dem Adler [108, S. 177], 1644 eine große und mehrere kleine Palmen, die alle F. auswarfen [126, Abb. S. 284], in dem Pariser F. 1649 „Victoria“ bzw. „Andromeda und Perseus“ (Abb. 15; [113] S. 298 Taf. 35). Die Zahl der Stützen hing vom Adressaten des F. ab: dem König und dem Dauphin standen neun, anderen Personen und dem Johannisfeuer nur sechs oder vier zu ([108] S. 181; vgl. [41] S. 318f.). - Besonders für die F. im privaten Rahmen - sie scheinen sich in der 1. H. 17. Jh. stärker herauszubilden -blieb die isoliert stehende Figur bis ins 19. Jh. in Gebrauch.

B. Feuerwerksaufbauten

Bei F.aufbauten werden Fk., plastische oder zweidimensionale Figuren (s. Sp. 548ff.) an architektonischen, denkmalartigen, schiffs- oder bergförmigen Gebilden angebracht. Sie bestehen meist aus einem mit Leinwand bespannten hölzernen Gerüst und sind oft in freier Wiederholung zeitüberdauernder Bauwerke oder Schiffe bemalt; seit dem 17. Jh. wurden sie häufig mit Ornamenten aus Holz, Gips, Ton oder Papiermaché besetzt.

Nach 1700 wurde zur Bespannung anstelle von Leinwand bemaltes Transparentpapier verwendet und von der Rückseite beleuchtet (z. B. christliche Sinnbilder an einem F.tempel 1709 in Verona: [106] S. 13). Auch kleinere Architekturen wurden auf diese Weise als leuchtend dargestellt: Abb. 24; Pavillons 1749 im Haag [106, Abb. 35]; Obelisken auf den Türmen des Castel Nuovo in Neapel, 1747 (Narrazioni delle solenni reali feste fatte celebrare in Napoli da Sua Maestà Il Re delle Due Sicilie Carlo Infante di Spagna ... per la nascita del suo primogenito Filippo Real Principe delle Due Sicilie, Neapel 1748, Taf. 12f; zur Herstellung von Transparenten: [64] S. 123; Eugen Bischoff und Franz Sales Meyer, Die Festdekoration in Wort und Bild, Lpz. 1897, S. 289).

Die Malereien wurden perfekter, seit man im 17. und 18. Jh. Illusionsmalerei anwandte und diese z.T. von Theatermalern ausführen ließ; z. B. wurden 1730 zwei aus Italien nach Dresden berufen ([118] S. 128f.; vgl. [98] S. 135). Selbst große Tempelinnenräume stellte man in vollkommener perspektivischer Verkürzung dar (Paris 1770: [134] S. 84ff., Abb. 54f.). Außerdem nahmen gemalte Materialimitationen breiteren Raum ein (verschiedene Marmorsorten 1689 und 1739 in Paris: [108] S. 188; [64] S. 262). Im 18./19. Jh. wurden Fk. in Verbindung mit Kulissen und mit bemalten Vorhängen abgebrannt.

In der Regel wurde für jedes F. ein neuer Aufbau errichtet. Bei F. aus unerwartetem Anlaß, z. B. eines Sieges, mußten F.aufbauten in wenigen Tagen angefertigt werden ([108] S. 180; [85] S. 466f.); was dabei zustande kam, war gelegentlich recht bescheiden; andererseits benötigte man selbst für den F.tempel 1649 in Paris nur 15 Tage ([108] S. 194ff.; [106] Abb. 37). An zwei F.schlössern arbeitete man 1541 in Nürnberg „etliche Wochen“ [118, S. 10]. Zur Vorbereitung des großen F. von 1730 in Dresden wurden etwa 200 Zimmerleute beschäftigt (ebd. S. 128), und in London nahmen 1749 die Arbeiten für das F. zum Frieden von Aachen ein halbes Jahr in Anspruch [106, S. 50f.].

Den Arbeiten lagen Pläne [31, S. 191], Werkzeichnungen [106, S. 29] und Modelle aus Holz, Wachs oder Gips zugrunde [32, S. 215ff.]; ein Modell „en relief“ gab es für das F. 1770 in Versailles (Ernest Boysse [Hg.], L’administration des menus. Journal de Papillon de la Ferté..., Paris 1887, S. 253).

Um die Kosten zu senken, stellte man im 18. Jh. manchmal F.aufbauten so her, daß zumindest Teile davon wiederverwendet werden konnten. Voraussetzung für wiederholten Gebrauch von F.dekorationen war es, sie massiver als bislang herzustellen und zumindest teilweise auf die bisher übliche Methode der Bespannung eines Gerüsts mit Leinwand zu verzichten.

Blondel d. J. empfahl ein Lager von vorgefertigten und in der Größe aufeinander abgestimmten hölzernen Architekturteilen und von Wappen, Reliefs, Statuen, Trophäen usw. aus Papiermaché anzulegen, die je nach dem Anlaß und den Fähigkeiten des Künstlers kombiniert werden könnten (Cours, Bd. 2 S. 274ff.). Eine der Säulen vom Tempelpodium 1782 in Paris wurde vermutlich 1783 wiederbenutzt [134, S. 135, Abb. 70 und 90]. - 1778 hatte man in Lyon einen teuren, für wiederholte Verwendung gedachten F.aufbau zum Johannisfeuer anfertigen lassen, der bereits 1780 unbrauchbar geworden war [133, S. 122].

F.aufbauten kamen erst auf, nachdem das F. ein eigenständiges Schaustück geworden war. Die am frühesten greifbare Form ist das Hänge-F., bei dem der Träger der Fk. und die sie tragenden Figuren an einem Seil über einem Platz aufgehängt waren; das Feuer wurde aus der Höhe versprüht. Der Träger konnte als Ampel ausgebildet sein (Abb. 2), doch auch als Bauwerk, z. B. als Tempel oder als Schiff. Hänge-F., in Italien, besonders in Florenz im 15./16. Jh. beliebt, war im dt. Sprachraum nur einmal, 1563 in Wien, in der Form eines Kredenzbechers nachzuweisen [106, S. 3, 35 und 101].

Die Plazierung zeigt besonders deutlich ein Wandgemälde im Pal. Vecchio in Florenz, Jan van der Straet zugeschr., wohl 1558 (Abb. 4). - Die erste Nachricht von einem Hänge.-F. - sie läßt auf vorangegangene schließen – stammt von 1475: Piero Cennini berichtet von einem vasenförmigen Gebilde mit Drachen, menschlichen Figuren und Feuerrädern auf der Piazza della Signoria (Riv. d’arte 6, 1909, S. 226f.). Die Themen entstammen gewöhnlich der Fabel oder der Sage ([3] Bl. 165v; [3 b] S. 524f.); man fertigte eine Anzahl Figuren (meist vier bis acht), die mit ihrer Haltung die betreffende Geschichte darstellten. Man achtete darauf, daß das ausströmende Feuer gegenständlich motiviert war, z. B. durch eine Maske [124 a, S. 93]. Den 1540/1550 von Tribolo entworfenen Tempel bekrönte „Pax“, die Trophäen unter ihr entzündete (ebd. S. 92ff.). Die wohl letzten Hänge-F. fanden 1589 und 1592 in Rom statt: hierbei wurden eine Teufelsfigur in einem Reifen, ein Walfisch und ein Phönix [106, S. 6f., Abb. 2] über der Piazza Navona aufgehängt.

1. architektonische Aufbauten

Unter den F.aufbauten nehmen die architektonischen eine zentrale Stelle ein. Sie lösen die bis dahin gebräuchlichen Holzstöße ab, die seit dem 16. Jh. gelegentlich zu Türmen (Paris 1548: [106] S. 56), Schlössern (Lyon 1569: [133] S. 121) usw. geformt und oft unter Kanonenknall abgebrannt wurden. Man besetzte auch Holzstöße - 1570 in Paris eine Pyramide - mit Fk. ([106] S. 19 und 56; [102] S. 218f.). Die urtümliche Form des Freudenfeuers in Form eines Holzstoßes wurde mancherorts beibehalten und, wie etwa in Verona 1709, als „fuoco rozzo e triviale“ dem F. der Dekoration, das als „fuoco studiato, fuoco d’arte di gioia e di trionfo“ eingeschätzt wurde, gegenübergestellt [106, S. 13].

Der wichtigste und für die Entwicklung der architektonischen Aufbauten bestimmende Typ war das Schloß-F. ([8] 2. T. 11. Kap., Bl. Xivvff.), in dessen Zentrum meist ein festungsähnlicher Bau mit Haupt- und Nebentürmen, manchmal auch ein Bollwerk stand (Abb. 3 und 12 a-g). Das Schloß-F. war in ganz Europa, besonders aber in Deutschland im 16./17. Jh. verbreitet, und selbst Aufbauten des 19. Jh. lassen noch Rudimente der Schloßkonzeption erkennen.

Das Schloß hatte zumeist beträchtliche Größe - eines von 1650 war 21 m lang und ca. 12 m hoch [118, S. 155] – und wurde auf einem öffentlichen Platz oder - aus Gründen der Sicherheit wie der Sichtbarkeit (vgl. [20] S. 251) – auf einer Plattform im Wasser errichtet (z. B. 1548 auf der Elbe bei Torgau: [106] S. 37; flankiert von zwei Türmen auf Flößen 1613 auf dem Rhein bei Heidelberg: [118] S. 202 mit Abb.; vgl. auch Abb. 5). Kleinere Schlösser konnten auf einem Wagen montiert im Festzug mitgeführt (1543 in Salamanca: [119] S. 620; 1609 in Dresden: [128] S. 105, Taf. 78 unten) oder zum Festplatz gefahren werden (1565 in Wien: [106] S. 35, auf einem hohen Gerüst) und waren Teil der feuerwerksbetriebenen Maschinen (Abb. 9; [24] S. 29ff., Fig. 8, S. 66f., Fig. 17f.). Ausstattungstück in anderem festlichen Zusammenhang waren sie 1503 (nur als Turm) auf einem Elefantenrücken, 1518 auf dem Kopf eines Schembartläufers (Abb. I; [106] S. 21, Abb. 17). Bernini stellte 1651 auf der Piazza di Spagna in Rom einen turmähnlichen Bau auf einen Elefanten; Aufbau und Sockel sprühten Feuer ([119a]; [135] Bd. 1 S. 146ff., mit Abb.).

Als Grundelement des monumentalen F.Schlosses ist der mit Fk. besetzte Rahmenkasten, wie er im Fb. Helms dargestellt ist, zu rekonstruieren [106, S. 20f., Abb. 12]; wurden mehrere dieser Kästen übereinandergestellt -diese Verfahrensweise ist noch aus Zeichnungen im Fb. des Johann d. Ä. Gf. von Nassau ersichtlich [106, S. 20, Abb. 13] -, so entstand ein turmartiges Gebilde, das mit anderen kombiniert zu einem Schloß verkleidet wurde. An die Stelle der Kästen konnten auch entsprechend zubereitete Fässer treten (z. B. 1519 in Augsburg: [102] S. 218f.). Wohl noch im Laufe des 16. Jh. wurden diese Systeme aufgegeben und statt dessen die Fk. an einem Holzgerüst, das in Umrissen einem Schloß nahekam, angebracht. Eine entwickelte Form zeigt z. B. Furttenbach (Abb. 10; [23] S. 151ff., Taf. 58 und 60), der für den Hauptturm zuoberst einen Schwärmerstock, darunter vier Schlagkästen, für die vier kleineren Türme („Rondöli“) gleichfalls Schwärmerstöcke, daneben auch Pumpen vorschlägt. Um ein geregeltes Abschießen der Fk. zu gewährleisten - zuerst soll durch ein Schnur-F. der oberste Schwärmerstock zünden, dann in Abständen jene in den Türmen, später die Pumpen, im zweiten „Akt“ die Pöler, Wasserkugeln und Raketen -, waren mehrere F.er nötig, die sich hinter einem wallartigen Aufbau aus Holz ungesehen bewegen konnten. Vor diesem Wall konnten Feuertöpfe, die Becken für Wasserkugeln, und im Wall selbst, wurde er nicht mit Gras abgedeckt, Raketen angebracht werden (weitere Anleitung: [8] 2. T. 11. Kap., Bl. Vviiivff.; [29] S. 82f., Taf. 23; [33] S. 79ff., Fig 33).

F.figuren spielten beim Schloß-F. eine geringe Rolle. Vereinzelt stehen die Entwürfe des Johann d. Ä. Gf. von Nassau, 1610, der u. a. anregte, jeweils eine Figur aus der Aktäonsgeschichte an einem Turm anzubringen und die Verwandlung in einen Hirsch mittels Feuer darzustellen [118, Abb. S. 9].

Ähnlich dem Drachenmotiv (s. Sp. 548ff.) lebte im Schloß-F. des 16./17. Jh. die spätma. Tradition fort, bei Festen verschiedenen Anlasses ein kurzfristig errichtetes Schloß zu stürmen und zu verbrennen (so 1493 und 1495 beim Nürnberger Schembartlauf: H.-U. Roller a. a. O. [Sp. 548] S. 108, Abb. S. 107; Hans Moser, Masken in Mitteleuropa..., hg. von Leop. Schmidt, Wien 1955 [Sonderschr. des Ver. für Volkskde. in Wien, 1], S. 128; für Frankreich z. B. [133] S. 121). Seit A. 16. Jh. wurde die kriegerische Eroberung mit Hilfe von Fk. vorgenommen (vgl. Sp. 548). Die Eroberung konnte auf verschiedene Art dargestellt werden: die Fk. im Schloß vernichteten es - bisweilen nach dem pantomimischen Anstürmen von Kriegern (früher Beleg: München 1530: [132] S. 148), die sehr häufig mit Feuerwaffen ausgerüstet waren (sicherer Beleg: Berlin 1581: [102] S. 220f.; vermutlich schon 1549 in Rom und Bologna: [106] S. 12, 108 und 112); zwei Schlösser lieferten sich mit Raketen ein Artillerieduell, oder eines von ihnen wurde bei feuriger Gegenwehr aus Mörsern und Feldschlangen mit scharfen Granaten beschossen (z. B. 1. H. 17. Jh. eine Festung in der Elbe bei Dresden: [125] Abb. 1293; 1720 in München: [129] S. 260).

Die Kampfpartner waren oft Träger sinnbildlicher Bedeutungen. So wurde 1535 in Nürnberg ein Schloß durch Puppen türkischer Krieger zur Türkenfestung (anläßlich des Einzugs Karls V. nach der Eroberung von Tunis: [118] S. 47ff. mit Abb.), oder durch Fahnen wurden zwei Festungen zu Stellvertretern des Röm. Kaiserreiches und des Türkenreichs (Nürnberg 1541: ebd. S. 52ff. mit Abb.). 1572 standen in Paris vor den Tuilerien zwei Schlösser für Paradies und Hölle (Karl Friedr. Flögel, Gesch. des Grotesk-Komischen, neu bearb. und hg. von Max Bauer, Mchn. 1914, Bd. 2 S. 157); 1585, bei der Jülichschen Hochzeit in Düsseldorf, stürmten Soldaten in einem Boot das Höllenschloß, vor dem Herkules den feuerspeienden Höllenhund besiegte [118, S. 90ff., mit Abb.]; 1606 setzten in Fontainebleau Satyrn und Wilde ein Schloß in Flammen [110, S. 248]. Den Höhepunkt des Schloß-F. als Zentrum der Auseinandersetzung von Gut und Böse bildete das zum Friedensbankett 1650 in Nürnberg, bei dem zuerst ein Cupido als Schnur-F. die auf einer Säule stehende „Pax“ zum Auswerfen von 40 Raketen und 200 Schwärmern brachte; nach mit F.waffen ausgetragenem Kampf entzündete eine Rakete der „Pax“ die Fk. im Schloß und in den Spanischen Reitern, die es umgaben [118, S. 155f., Abb. S. 154].

Sollten Kampf und Eroberung des Schlosses gezeigt werden, war man darauf bedacht, es als trutzige Festung darzustellen (z. B. Entw.zchg. für das F. 1550 in Nürnberg: ebd. Abb. S. 59). Dies war anders bei Schlössern, die zwar auch verbrennen, doch wegen ihrer Ausstattung z. B. mit kaiserlichem Adler und Fahnen (frühes Beisp. 1558 in Frankfurt a. M.: ebd. S. 69) nicht als erobert aufgefaßt werden konnten: bei diesen F. handelte es sich um eine spezielle Art des Freudenfeuers, und dementsprechend blieb der Wehrcharakter, wenn überhaupt ausgebildet, auf die Bollwerke beschränkt (so z. B. in Nürnberg und Frankfurt a. M. 1612: ebd. S. 68ff. mit Abb.). Meist jedoch waren die Schlösser reich ornamentierte Prachtbauten, wie z. B. das „Castrum triumphans, lucens et ardens“, das 1685 zur Feier der Befreiung Ofens von den Türken abgebrannt wurde [106, S. 47, Abb. 31]. Da bei diesen Schlössern die Fk. notwendigerweise selbst Hauptakteure waren, legte man auch bei ihnen ein besonderes Gewicht auf einen geregelten Ablauf des F. (schon von [8] 2. T. 11. Kap., Bl. Vviiivff., besonders aber von [23] S. 155ff. empfohlen).

Beide Arten Schlösser wurden vor allem im 16. und 17. Jh. errichtet ([102] S. 219ff.; [118] S. 58ff.), doch findet man sie vereinzelt auch später, z. B. in der 1. H. 18. Jh. im Wiener Prater beim alljährlichen Probeschießen (s. Sp. 540) unter Leitung des Architekten Anton Ospel (Justus Schmidt, Wiener Jb. 10, 1935, S. 44f.), und noch 1810 kam es anläßlich der Vermählung Napoleons I. zu einem Bombardement zweier Festungen [106, S. 60].

Eine eigenständige Weiterbildung fand das Schloß-F. E. 17. Jh. kurzzeitig in Holland durch die sog. Raketenzaunbühne, die meist auf einer Plattform im Wasser schwimmend errichtet wurde. Bei dieser Form des F., die außerhalb des Entstehungslandes kaum auftritt, ist die Umwehrung durch einen Zaun aus Raketen gebildet, die Eckbastionen sind durch besonders markante, die „Burgmauern“ durch kleinere Raketenkästen ersetzt.

Die Abkunft dieser ganz unkriegerischen, häufig mit zahlreichen zwei- und dreidimensionalen Bildwerken und Kleinarchitekturen besetzten Aufbauten wird nicht zuletzt auch durch die beim ersten F.aufbau dieser Art 1691 im Haag gebrauchte Bezeichnung „Veldschans met vier Bolwerken“ bzw. „Château ou Fort à quatre Bastions“ belegt [106, S. 47, Abb. 32]. Bei den späteren Beispielen, wie dem aus zahlreichen Figuren bestehenden F. 1702 im Haag (Abb. 24), erinnert nichts mehr an das Schloß-F. (für weitere Beisp. vgl. [129] S. 285ff.).

Vom 3. V. 17. Jh. an traten die aus einer städtischen Festtradition erwachsenen Schloß-F., die aus jedwedem festlichen Anlaß abgebrannt werden konnten, in den Hintergrund. Statt dessen wurden etwa gleichzeitig mit der theoretisch geforderten Angemessenheit des Aufbaues an Anlaß und Schauplatz [93, S. 36ff.] und dem Hervortreten des Adels als erstem Adressaten des F. Bauwerke mit klassischem, auf der Lehre von den Säulenordnungen beruhenden Architekturschmuck errichtet: Tempel, Ehrenpforten, Fassaden und, als spezifische F.architektur, die zentralperspektivische F.bühne. Wenn auch die Regeln der Baukunst nicht streng beachtet wurden und der Gattung der Festdekoration entsprechend eine Neigung zu prunkvoller, ingeniöser Ausstattung bestand, wurden zumindest theoretisch in gewohnter Weise (Erik Forssman, Dorisch, Jonisch, Korinthisch, Stockholm usw. 1961 [Acta Univ. Stockholmiensis, 5]) Säulenordnungen bestimmten Anlässen zugeordnet.

„Die Dorische Manier/weil sie Männlich scheinet/sich zu Triumphbögen/Pfeilern/Pyramiden und anderen Wercken/tapfferen Leuten zu Ehren/welche nach glücklichem Krieg und Sieg triumphierend einziehen/am besten zu schicken ... Doch weil ... die Triumph-Gebäude ... mit einer Majestät aufgebutzet seyn sollen: So wird die Römische hierzu am bequemsten seyn/denn sie ist triumphierend und hat eine Königliche Gravität und Autorität/nebst einer zierlichen Wolanständigkeit...

Die Corinthische und Jonische schicket sich zu den hochzeitlichen Wercken und den Geburtsfesten... Die Feuerwerck bei Banqueten erfordern auch die Corinthische Manier: denn das ist eine Zeit alles Überflusses und Wollust...“ ([32] S. 212f.; vgl. noch im 19. Jh.: [90] S. 385).

Fast alle Aufbauten trugen, dem Anlaß des Festes entsprechend, meist apotheotisch verklärende Inschriften (vornehmlich allegorisch-emblematische) und Bildwerke.

Die Fk. wurden am Bauwerk nicht so sehr mit der Absicht angebracht, dieses schließlich zu zerstören, die Architektur diente vielmehr als besonders ausgezeichneter Abschußort für Fk. Im 18. Jh. wuchs die Tendenz, die Architektur zu erhalten (vgl. die Empfehlungen von [41] S. 375f.; s. auch [90] S. 385). Sie wurde gelegentlich nur zum Träger von Sonnen oder Namens-F., und so konnte es geschehen, daß der franz. Hof noch eine Woche nach dem F. dessen Architektur besichtigte [98, S. 135].

Der F.tempel entstand E. 16. Jh. in Italien und fand hier so wie in Frankreich seine markantesten Ausformungen (Abb. 19 und 27). Er war als F.aufbau besonders geeignet, weil der Tempel oder das in ihm sichtbar aufgestellte „Kultbild“ auch als Exemplum auf das Fest bezogen und durch das F. ein Feueropfer zu Ehren einer nur allegorisch verstandenen antiken Gottheit alludiert werden konnte (sehr deutlich z. B. 1782 in Paris, wo das F. am Altar des Hymenäustempels als Opfergabe des franz. Volkes für das Gedeihen des Königshauses gesehen wurde: [134] S. 118).

Der geschlossene Janustempel etwa wies auf einen Friedensschluß hin (z. B. Berlin 1746 zum Frieden zwischen Preußen, Kursachsen und Österreich: [118] S. 228f. mit Abb.; so schon in Lyon 1660 zum Pyrenäenfrieden: [133] S. 103), ein Minervatempel, in dem Amor und Hymenäus sich treffen, auf eine Hochzeit (so beim 1745 vor dem Pal. Farnese in Rom errichteten Rundtempel zur Vermählung des Dauphin mit Maria-Theresa von Spanien: [131] S. 436f., Taf. 57 d); zum Johannistag 1666 stand in Lyon ein feuersprühendes Bild Johannes d. T. in einem Säulentempel korinthischer Ordnung, der auf einem künstlichen Felsen in der Saône erstellt worden war (Abb. 19; [133] S. 123f.).

Als Vorstufen können (neben dem Tempel des Hänge-F., Sp. 583) die 1589 und 1592 anläßlich der Osterprozession auf der Piazza Navona in Rom benutzten ziboriumsartigen, mit Lichtern besetzten Aufbauten angesehen werden [106, S. 6f., Abb. 2]. 1623 und 1626 scheint es in Mantua schon Tempel gegeben zu haben (ebd. S. 110). Eine klare Vorstellung gewinnt man erst mit dem frühesten im Bild überlieferten franz. F.tempel, der 1649 in Paris errichtet worden war: es war ein achteckiger Zentralbau, der unter seinen acht Arkaden Standbilder der Musen barg; ihn bekrönte - eine häufige Kombination -ein Obelisk (Abb. 14; vgl. auch Breslau 1666: [118] S. 210 mit Abb.; 1765 in Reims: [134] S. 32ff., Abb. 8; ferner 1707 auf dem Titelblatt von [41], jeweils mit Sonne). Auf dem Obelisk stand eine Statue der Justitia (Entw. Jean Valdor: [108] S. 194ff.; [106] S. 57f.). Genetisch ist diese F.dekoration als Weiterentwicklung jenes Gerüsts zu verstehen, das 1613 unmittelbar vor dem Louvre errichtet worden war [108, Taf. 5]. 1689 wurden in Paris am Ehrentempel Ludwigs XIV. - dem Thema angemessen in mächtigen, einprägsamen Formen errichtet - neben den vier großen, sich ins Innere öffnenden Arkaden Medaillons angebracht; sie schilderten die Taten des Königs für die Religion, den Staat, seinen bzw. des Hauses Ruhm und für die Stadt Paris (Konzept von C.-F. Menestrier, Architektur von Jean Bérain d. Ä.: ebd. S. 187ff., Taf. 6).

Der aufwendigste Tempel wurde 1782 nach Plänen von Pierre-Louis Moreau-Desproux errichtet: er war, wie zu Hochzeiten häufig, Hymenäus geweiht und stand – ein im 18. Jh. häufig anzutreffendes Motiv - auf einem mächtigen Felsen; dieser selbst hatte ein breites Plateau zur Basis, auf ihm standen zwei antikische Säulen (vgl. Abb. 31); als die Fk. entzündet wurden, stand über dem Tempel eine riesige Sonne, Brunnen und Fontänen sprühten Feuer, Raketen stiegen zwischen und hinter dem Tempel hoch [134, S. 115ff., Abb. 68ff., 72ff.].

Zwar war in Italien ähnlich monumentale Gestaltung der Aufbauten durchaus gebräuchlich (vgl. z. B. Tempel mit Durchblick in Cortile aus vergleichsweise kargen Formen zum F. auf der Piazza di Spagna, 1721: Apollo 5, 1927, Abb. S. 23; megalomaner Rundtempel der Venus Genitrix von Louis le Lorrain 1747 in Rom: [134] S. 51, Abb. 23; ägyptisierende Tempelfassade 1807 in Mailand: [106] S. 110), doch legte man, besonders im 18. Jh., größeren Wert auf Ingeniosität und phantasiereiche Kombination reicher Architekturformen. Vielgeschossig war der Tempel der „Félicitas Publica“ auf einer komplizierten Treppenanlage 1747 in Neapel (Vincenzo dal Rè: Alden Murray, Bull. Metrop. Mus. N.S. 18, 1959-1960, S. 157, Abb. S. 167; [130] Abb. 45). Der von Apollo bekrönte Hymenäustempel in Rom 1728 hatte eine konvex eingeschwungene Fassade und eine kolossale Kuppel – dennoch berührte er den Boden nicht, sondern schien auf Wolken über der Piazza di Spagna zu schweben (Nicola Salvi: Guglielmo Matthiae, Palladio N.S. 4,1954, S. 162, S. 161 Abb. 1; Valerio Mariant, Storia della scenographia ital., Flor. 1930, S. 69, Taf. 70 [mit zu später Dat.]).

Die seit dem 17. Jh. errichteten Ehrenpforten sind selten alleinige F.träger [115]. Meist wurden sie, weil der allegorische Figurenschmuck zu wenig Anbringungsmöglichkeiten für Fk. bot, von in Feldern aufgestellten Fk. und Mörsern umgeben, so zuerst beim schwedischen F. zum Friedensbankett 1650 in Nürnberg [118, S. 152f. mit Abb.], mit stärker variierten und komplizierten Fk. 1674 in Stuttgart, wo auf der Ehrenpforte die Reiterstatue des Marcus Decius zu sehen war (ebd. S. 140, Abb. S. 141).

Palastähnliche F.aufbauten errichtete man zwar schon im 17. Jh., z. B. Elpidio Benedetti 1687 in Rom anläßlich der Genesung Ludwigs XIV. eine Fassade mit allegorischen Figuren, Inschriften und strahlender Sonne [135, Bd. 1 Abb. S. 313]; größere Bedeutung gewannen sie aber erst im 18. Jh. Beispiele sind das bedeutendste englische F., das zum Aachener Frieden 1749 in London ([106] S. 50; Rich. Petzoldt, G. F. Händel, Lpz. 1955, Abb. 63), oder jenes am Peter- und Paul-Tag 1770 in Rom ([106] Abb. 3; vgl. Sp. 588).

Seit 1662 wurden vor allem in Deutschland, später besonders auch in Rußland, nicht jedoch in Italien, Aufbauten errichtet, die - gleich den zeitgenössischen zentralperspektivischen Theaterdekorationen - aus einem Prospekt bestanden (Tempel, Ehrenpforte, Exedra usw.), auf den symmetrisch vorgelagerte Aufbauten, oft in perspektivischer Verkürzung, hinführten.

Solche streng einansichtigen, auf eine Mittelachse bezogenen Aufbauten hatten Vorläufer in der 1. H. 17. Jh.: 1630 in Dresden bildete ein Felsen den Hintergrund, vor dem rechts und links, schräg nach außen gestellt, je drei Fässer mit Feuerfontänen standen [106, S. 25, vgl. auch Abb. 19], und 1650 sah man in Nürnberg eine Ehrenpforte als einzigen Prospekt [118, Abb. S. 152]. - Entscheidend wurde das Bühnenbild des Italieners Francesco Santurini zu „Medea vendicativa“, einem Drama mit Musik und F.effekten („dramma di fuoco“), das 1662 im Rahmen der Feste zur Geburt des Kurprinzen Max Emanuel in München aufgeführt wurde (Abb. 17).

Die 360 Fuß breite, 77 Fuß hohe Bühne, auf Flößen in der Isar errichtet, war während der gesamten Spieldauer von großen Proszeniumspfeilern flankiert. Sie bestand in der Szene „Belagerung von Kolchis“, bei der Raketen, Schwärmer und Mörser verstärkt zum Einsatz kamen, aus Türmen und Obelisken, die auf eine Exedra als Prospekt hinführten, in deren apsisartiger Rundung Christus in den Wolken, darunter ein Kind in der Wiege dargestellt war. In der vorletzten Szene schwamm die Spielbühne vom Ufer ab, und eine Naumachie wurde aufgeführt (Ausst.kat. „Barockes Fest- Barockes Spiel“, Schwäbisch Hall 1973, Nr. 22 c; [132] S. 217ff., 230ff.; Klaus Lazarowicz in: Europ. Hofkultur im 16. und 17. Jh., hg. von Aug. Buck u. a., Bd. 2, Hbg. 1981 Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschg., 9], S. 308ff.). - 1666 führte man in Wien ein dreiaktiges F.Schauspiel auf einer Bühne auf, die im Vordergrund den Parnaß und, 140 m entfernt, den Ätna zeigte; den Hintergrund bildete der perspektivisch verkleinerte Hymenäus-Tempel ([118] S. 135ff.; Rich. Alewyn und Karl Sälzle, Das große Welttheater. Die Epoche der Höfischen Feste in Dokument und Deutung, Hbg. 1959 [Rowohlts dt. Enz., 92], S. 103ff.; vgl. auch [106] S. 33 und 102; [111] S. 356ff.).

In den darauffolgenden Jahren wurde die Grundkonzeption dieser Bühnenbilder auch für F.architekturen verwendet, auf denen keine F.pantomimen stattfanden: zuerst in München [121] und 1677 in Wien [118, Abb. S. 215], schließlich, vom Prototyp emanzipiert und in immer neuen Varianten, in ganz Deutschland (Abb. 26; in schlichteren Formen besonders häufig in Brandenburg-Preußen: [106] S. 41).

Als Prospekt dienten mit Statuen, Inschriften, Gemälden geschmückte tempel- oder palastähnliche Bauwerke (Frankfurt a. M. 1741: ebd. S. 43 und 48f., Abb. 29), besonders oft aber exedraartige Aufbauten: in München 1722 mit einem unter einem Baldachin von Löwen gehaltenen Allianzwappen in der Rundung [122, S. 16, 1. Taf. nach S. 16], 1749 im Haag mit Transparenten [106, S. 48, Abb. 35]. Selten gab eine Ehrenpforte den Blick auf eine in „unendlicher Perspektive“ verlaufende Allee etwa von Obelisken und Bäumen frei (Ranshofen 1699: [118] S. 218f. mit Abb.). Auch ein Grottenbau mit Brunnen (München 1674: [121] Stich 12) oder eine Stadtansicht (Hamburg 1701: [118] S. 220) konnte den Abschluß bilden.

Auf den Prospekt führten oft galerieartige Säulenhallen oder Arkaden zu, die häufig Statuen, Vasen und dgl. trugen (München 1665: ebd. S. 209 mit Abb.); Statuen standen auch in den „Säulenhallen“ (München 1701: ebd. S. 220 mit Abb.) oder in Nischen (München 1722: [122] 1. Taf. nach S. 16). Bis gegen E. 17. Jh. hatten die Aufbauten meist trapezförmigen, später auch halbkreisförmigen Grundriß, so 1706 in Berlin die statuenbesetzte Galerie, die auf eine von einem Baldachin bekrönte Inschrifttafel führte [118, S. 221 mit Abb.], 1729 in Versailles die Arkaden, die den auf hohem Sockel stehenden Jupitertempel im „style rocaille“ umfaßten (Juste Aurèle Meissonnier: [131] S. 432, Taf. 55 a), oder 1804 in Weimar - das letzte im Bild überlieferte F. mit zentralperspektivischer Bühne - die Kolonnade um einen klassizistischen Rundtempel [106, S. 27, Abb. 22]. - Nicht weniger häufig stellte man mehrere kleinere Gebilde geradlinig symmetrisch so auf, daß sie auf den Prospekt hinführten, z. B. 1666 in München Obelisken [118, S. 211], mehrere Standbilder und leuchtende Monogramme auf Sockeln in Braunschweig 1715 (ebd. S. 223 mit Abb.; ähnlich: Berlin 1708, ebd. S. 221 mit Abb.). Ein Sonderfall ist die perspektivisch gestaffelte Aufstellung von Transparenten auf einen F.brunnen hin, so 1730 in Moskau [129, S. 281f.]. Der hofartige Platz zwischen den Aufbauten war gelegentlich an der Vorderseite zum Betrachter hin mit einer von Fk. besetzten Balustrade (Wien 1677: [118] S. 215 mit Abb.) oder einer Ehrenpforte abgeschlossen (Augsburg 1685 und 1700: ebd. S. 216f., 219 mit Abb.), manchmal mit offen sichtbaren Fk. bestückt (mit Sonnen, Lichtern und Lustkugeln 1715 in Braunschweig: ebd. S. 223 mit Abb.), selten als Garten mit F.fontänen u. ä. ausgestaltet (München 1680: [121] Stich 13; Moskau 1742: [106] S. 52, Abb. 36). Wurde die F.bühne am Wasser errichtet, so brannte man ein Wasser-F. ab (Den Haag 1749: ebd. S. 48, Abb. 35); in Dresden wurde 1719 eine Seeschlacht zwischen der Flotte des Aëtes und der der Griechen aufgeführt [118, S. 127ff. mit Abb.].

Im Laufe des 18. Jh. kamen zu den herkömmlichen F.aufbauten solche, die Figuren, Tempelfassaden, Ehrenpforten, Arkadenläufe usw. vorwiegend durch feurige Umrißzeichnungen darstellten. Der allegorisch-emblematische Apparat trat zurück, nur Namen und Inschriften hielten sich bis ins 19. Jh. Statt dessen legte man gesteigerten Wert auf pyrotechnische Effekte (vgl. z. B. die „Sonnen“ bei [64] S. 75ff.).

Im 19. Jh. nannte man diese Aufbauten häufig „Fronten“ und beschrieb sie als „Feuer-Zeichnung“ oder als „Bild“, „dessen Farben, Licht und Schatten aus Feuer bestehn“ ([87] S. 173; [85] S. 397).

Als Vorstufen können bemalte Aufbauten aus Holz und Leinwand gelten, bei denen die Hauptlinien der Säulen, Gebälke, Voluten usw. mit Lichtern nachgezogen sind; bei Tag vollwertige Dekorationen im Sinne des 17. Jh., treten sie doch nachts besonders deutlich in Erscheinung ([45] Titelkupfer; F.aufbau im Fb. des Gius. Ant. Alberto [46]: [106] Abb. 5; Entw. von C. Christiani für eine konkav eingeschwungene F.bühne mit feuriger Nachzeichnung aller Architekturglieder, Straßburg 1770: [134] S. 46, Abb. 20). Es bürgerte sich jedoch immer mehr ein, die Architektur so auszubilden, daß sie erst beim nächtlichen F. vollwertig in Erscheinung trat, wie etwa ein Vergleich von Ansichten der 1763 auf der Seine in Paris errichteten Tempelfassade mit Sonne und Inschrift bezeugt; durch die feuerspeienden Fontänen zu Seiten des Tempelumrisses bekam das F. Volumen (P.-L. Moreau-Desproux: ebd. S. 21f., Abb. 1f.).

Schließlich wurden die Bänder, Lanzen und Lichter nur mehr mit Nägeln oder Draht (oft schwarz gestrichen: [87] S. 185) an Gerüsten ohne Eigenwert montiert und durch Zündschnüre verbunden, so z. B. 1769 in Parma, wo die Lichter arkadenförmige Dekoration und Obelisken zeichneten (Ennemond Alexandre Petitot: [106] S. 62, Abb. 40). Da diese Art der F.dekoration ohne hohen Aufwand auch in großen Dimensionen zu errichten war, fand sie häufig bei Illuminationen großer Areale Verwendung, z. B. 1770 und 1771 im Park von Versailles [134, S. 71ff., Abb. 45-47].

In den Fb. ist empfohlen, die Zeichnung einfach und geradlinig anzulegen. Da für Fassaden – noch immer der Hauptbestandteil der F.dekoration - sich nicht alle Säulenordnungen gleichermaßen eigneten, riet Ruggieri bei Lanzenfeuer für Gesimse zur toskanischen, für Säulen zur jonischen Ordnung; Stilmischungen waren erlaubt (Abb. 33; [64] S. 92, Taf. 9 Fig. 2). Auch der Farbigkeit sollte Rechnung getragen werden: „Hat man z. B. die Façade eines Tempels mit Säulen und Attributen zu garniren, so nimmt man zu den Säulen blaue Lanzen, zu dem Gesims weiße, und zu den Attributen gelbe Lanzen“ (ebd. S. 89). Websky empfahl, grundsätzlich Komplementärfarben zu verwenden [87, S. 186f.].

Auch Landschaften, menschliche Figuren (solche 1708 - außergewöhnlich früh - in Berlin: [106] S. 41) und Tiere waren darstellbar, selbst Bilderzählungen konnten gelingen, etwa 1796 im Wiener Prater Gg. Stuwers d. Ä. „Werthers Leiden frei nach Goethe“ (ebd. S. 81). Das erforderte nebeneinanderliegende feurige Zeichnungen verschiedener Umrisse in sinnvoller Reihenfolge zu entzünden und wieder verlöschen zu lassen (zu den Arten der Zündung: [85] S. 411ff.). Auch konnten Figuren nach Art der beweglichen Schattenfiguren aus dünnen Brettern hergestellt und durch Seile und Räder in Bewegung gesetzt werden (ebd. S. 415f., Fig. 249ff.). War eine Front ausgebrannt, so wurde sie umgelegt und die dahinterstehende entzündet (ebd. S. 417ff., Fig. 252, vgl. auch Fig. 251).

2. Schiff

Gleich dem Schloß war das Schiff ein im spätma. Festwesen häufig anzutreffendes Requisit wechselnder Bedeutung ([128] S. 102f.; H.-U. Roller a. a. O. [Sp. 548] S. 112ff.), das seit A. 16. Jh. (nachdem es schon früher in kleiner Form in Italien bei Hänge-F. Verwendung fand, dann 1589 auf der Piazza Navona in Rom, auf der „piazza principale“ in Florenz: [106] Abb. 2; vgl. [124 a] S. 92f.) zu Wasser und zu Land als Träger von Fk. übernommen wurde: zum ersten Mal beim ersten „Lust-F.“ in Deutschland, 1506 in Konstanz, als man ein Schiff voller mit Sägespänen gefüllter, mit Fk. versetzter Fässer auf dem Bodensee entzündete [106, S. 20].

Häufig wurden von kleineren Schiffen mit F.waffen und Raketen Kämpfe ausgefochten, z. B. 1547 in Reims, 1614 in Nantes, wobei auch Feuer aus den Schiffsmasten sprühte [110, S. 248 und 251, Taf. 20 Fig. 1], oder 1671 auf dem Starnberger See [121, Stich 8]. Gelegentlich gab man dem Schiff allegorische Bedeutung: so stand ein fünfmastiges, das durch den Beschuß aus kleineren Booten und die im Inneren angebrachten Fk. abbrannte, für das vom Bösen bedrohte „menschliche Geschlecht auff Erden“ (Düsseldorf 1585; [118] S. 90, Abb. S. 89; [119 b] S. 50f.; zur technischen Ausstattung solcher „Kriegsschiffe“ mit Fk.: [17] S. 41, Taf. 18 unten; [20] S. 251-253 mit Abb.). Sinnbildhaft verstand man auch den Kampf auf dem Turnierplatz 1616 in Stuttgart: ein 14 m langes, festungsartiges Schiff unter dem Kommando Neptuns wurde von seinem „contrari Element deß Fewrs“ durch Kanonen, Raketen und Schwärmerbündel angegriffen und schließlich besiegt ([118] S. 26, Abb. S. 25; [106] S. 23, Abb. 19). 1644 wurde in Rom auf der Piazza Navona die auf dem Berg Ararat gestrandete Arche Noah aufgebaut [135, Bd. 1 S. 134ff. mit Abb.].

Wie beim Schloß-F. gab es auch besonders im 17. Jh. Schiffe repräsentativen Charakters: z. B. 1613 auf der Seine vor dem Louvre u. a. mit zwei feurigen Pyramiden, Wappen und Buchstaben des Königspaares sowie einer Neptunstatue, deren Dreizack mit Raketen ausgerüstet war ([110] S. 249; [108] Taf. 5); 1660 am gleichen Ort, durch Inschriften, brennendes Vlies und Jason erkennbar, das Schiff der Argonauten (Entw. von Charles Le Brun; [136] S. 136ff., Abb. 100).

3. denkmalartige Aufbauten

Denkmalartige Aufbauten sind erst in der 2. H. 16. Jh. faßbar (vgl. [106] Abb. S. 14) und gegenüber den F.architekturen in der Minderzahl. Man kann unterscheiden zwischen solchen, die in Anlehnung an überdauernde Denkmäler über einem architektonischen Sockel errichtet wurden, und solchen, die als Konfiguration verschiedener Bildwerke frei über dem Erdboden, etwa auf einer Wolke zu schweben schienen.

Mehrstufige, mit Trophäen, Devisen und allegorischen Figuren besetzte Aufbauten entwarf 1654 Carlo Rainaldi für ein mehrteiliges F. zu Ehren Ferdinands IV. in Rom [135, Bd. 2 S. 484ff. mit Abb.]. Ähnlich waren die Dekorationen, die man 1696 in Modena [106, S. 10, Abb. 6] und 1705 als „Trionfo d’amore“ in Casale Monferrato errichtete (Abb. 25).

Reliefs trug ein vergleichbarer Aufsatz 1712 in S. Secondo (Marco Pellegri, Il Castello di S. S. nella storia e nell’arte, Parma 21968, Abb. 4). Auf vier Felsenbögen stellte 1662 Giov. Andrea Carlone einen gestuften Sockel für Tritonen mit einem Himmelsglobus, über dem das Sinnbild des franz. Dauphin schwebte [135, Bd. 1 S. 194ff. mit Abb.], und auf rustiziertem Sockel ruhte 1702 in Bologna eine Erdpyramide, an deren Fuß Flußgötter saßen, auf der Spitze Atlas und Herkules standen [106, Abb. 9]. Ein auf zahlreichen Treppen errichtetes marmoriertes Postament mit Bildern aus den Türkenkriegen wurde 1717 in Nürnberg errichtet [118, S. 224 mit Abb.].

F.aufbau in Form eines Säulenmonuments wird zuerst 1669 in London greifbar. Die Säule trug eine Krone und hatte wie die meisten ihrer Nachfolger, hier durch Fahnen und Trophäen mit Fk. verdeutlicht, triumphalen Charakter; zwei Standbilder des hl. Georg als Drachentöter - man feierte die Aufnahme Karls XI. von Schweden in den Hosenbandorden - flankierten sie ([129] S. 275; [126] Abb. S. 337).

Gleichfalls in größerem Figurenzusammenhang stand die Säule, die aus Anlaß von Erfolgen im Spanischen Erbfolgekrieg 1702 im Haag aufgestellt wurde (Architekt und Bildhauer war Jacob Roman: [106] S. 48, Abb. 33). Von Bedeutung - auch für die überdauernde franz. Triumphalarchitektur des Jz. um 1800 - wurde die 1783 in Paris errichtete Säule mit Schiffstrophäen; sie stand auf einem mächtigen Sockel, vor dem sich Tritonen und Nereiden im Wasser tummelten und der von vulkanartigem Felsmassiv umschlossen wurde (P.-L. Moreau-Desproux: [134] S. 134ff., Abb. 90).

Seit E. 16. Jh. hatten F.aufbauten gelegentlich die Form von Brunnen, aus denen - anstelle des Wassers - F. trat (zur Anfertigung [32] S. 218f., Taf. T und V; vgl. [106] Abb. 23). Die Fk. fuhren entweder von Masken oder Figuren am Brunnen aus, z. B. 1680 in München von einem Cupido mit brennendem Herz und Tritonen mit Muscheln ([121] Stich 13; vgl. auch Abb. 21 a), oder wurden, im 18./19. Jh. häufig, an Brunnenschalen so angebracht, daß ein Feuervorhang in die Schale darunter stürzte [63, S. 106f., Taf. 9 Fig. 1].

Brunnen konnten einziger F.aufbau sein, so z. B. 1637 in Rom, wo ein Neptun in einer Muschel auf einer Feuerwelle zu fahren schien (an den Ecken des niedrigen Beckens waren Weinbrunnen installiert: [96] S. 266; Abb.: André Blum, Les eauxfortes de Claude Gellée dit le Lorrain, Paris 1923, Nr. 20f.); meist aber standen sie in einem größeren Zusammenhang und hatten die Form eines Kandelaberbrunnens: zuerst 1580 in Beziehung zu F.drachen bei einem allegorischen F.kampf [118, S. 62ff. mit Abb.], 1730 in Moskau inmitten einer zentalperspektivischen F.bühne [129, S. 218f.]. Im 18. Jh. errichtete man auch Springbrunnen, ließ F. gleich einem mächtigen Wildbach über Felsen stürzen (Paris 1763: [134] Abb. 2) oder leitete es über Treppenkaskaden ([48]; [106] Abb. 43).

In engere Beziehung zum F. konnten die im 17. und 18. Jh. häufig errichteten Obelisken treten. Ihre Deutung als Bilder der Sonne (Plinius, Nat. Hist. XXXVI; vgl. R. Preimesberger a. a. O. [Sp. 551] S. 95f. und 110ff.) wurde durch Anbringung von „Römischen Lichten“ an den Kanten [113, S. 34] oder Beleuchtung von innen und Bekrönung mit einer feuersprühenden Sonne erreicht.

Mit solchen Obelisken wurde zumal der Sonnenkönig Ludwig XIV. verherrlicht (von Ch. Le Brun 1674 im Park von Versailles und 1697 vor dem Hôtel de Ville in Paris: [126] S. 197ff. mit Abb., Abb. S. 288; [106] S. 61), doch auch andere Personen, z. B. 1688 in Paris der neugeborene Prince de Galles [126, Abb. S. 285]. Öfters waren Obelisken Teile eines Ensembles von F.aufbauten (in Hamburg z. B. bestand ein solches 1698 außerdem aus Türmen, Wappentafeln und einer Ehrenpforte: [125] Abb. 1292) oder bekrönten andere F.architektur, Tempel (Abb. 14; s. Sp. 565ff.) u. ä. Fünf auf schwimmende Plateaus gestellte Obelisken bildeten 1672 die F.architektur in Stockholm ([106] S. 49, Abb. 34; [129] S. 277).

Gänzlich unstatisch und somit ohne Vorbilder bei überdauernden Denkmälern war der F.aufbau 1585 in Landshut: in einer Wolkenglorie trugen Engel einen Wappenschild, an dem an einer Kette eine wahrhaft riesige Erdkugel hing; die Basis des Gerüstes war durch Wolken verborgen ([118] S. 125ff. mit Abb.; vgl. ebd. S. 201 mit Abb.). Bei einem F. 1668 in Rom erhob sich die Erdkugel über einem Flammenmeer, das die Bedrohung durch den Krieg darstellte; über der Erdkugel waren Papst Clemens IX. und Allegorien des Krieges und des Friedens wiedergegeben (Entw. Giov. Lor. Bernini: Abb. 20; vgl. Per Bjurström, Feast and Theatre in Queen Christina’s Rome, Stockholm 1966 [Anal. Reginensia, 3; Nat.mus. Skriftser., 14], S. 48ff., Abb. S. 50; [135] Bd. 1 S. 242f.). Schwebend - dieser Eindruck wurde durch das Abbrennen des F. bei Nacht gut erreicht - und von einer F.aureole umgeben erschien beim Liboriusfest 1736 bei Schloß Neuhaus, Westf., ein Triumphwagen mit dem Heiligen und Karl d. Gr.; das feurige Bild flankierten Obelisken, hinter denen Atrappen des Paderborner Domes und des Schlosses standen, feurige Inschriften erklärten die Bedeutung (Joh. Conrad Schlaun: Abb. 28; Heinr. Hartmann, J. C. S., Münster i. W. 1910 [Beitr. zur westfäl. Kg., H. 5], S. 43f.).

4. Berge

Wurden Berge als F.aufbauten errichtet, dann häufig als feuerspeiende Vulkane. So erstmals 1545 auf einem Karnevalswagen in Rom; später, besonders im 18. Jh., erreichten derartige F.aufbauten beträchtliche Dimensionen, z. B. war der 1738 in Bologna wiedergegebene Vesuv 50 Fuß hoch [106, S. 15]. Gelegentlich wurden in den Bergen Höhlen mit der Schmiede des Vulkan eingerichtet: 1739 in Versailles, wo Vulkan aus einem Wasserbecken aufragte und Zyklopen im Takt auf einen Amboß schlugen, wodurch ein Wasser-F. initiiert wurde [64, S. 267], oder, noch aufwendiger, 1775 auf der Piazza Colonna in Rom (Pietro Camporese d. Ä.: Renato Lefevre, Pal. Chigi, Rom 1973, S. 184f., Abb. 185).

Das ausströmende Feuer konnte den Berg als Sitz des Bösen ausweisen: z. B. war er 1584 in München Wohnstätte einer Unholdin [106, S. 23], 1604 in Dresden von feuerspeienden Drachen, Schlangen usw. bevölkerter Teufelsort, dem auf der positiven Seite um eine Säule gruppierte Tugendallegorien entsprachen (Invention von G. M. Nosseni: [118] S. 93ff. mit Abb.). Vom kaiserlichen Adler wurden 1637 in Rom aus einem Höllenberg hervorkriechende Ungeheuer - Bilder der Rebellion -bezwungen (Entw. von Niccolo Tornioli: [135] Bd. 1 S. 101ff. mit Abb.). - Häufig errichtete man felsige Inseln: als Berg Ararat mit der Arche Noah 1644 im Brunnenbecken des Giacomo della Porta auf der Piazza Navona in Rom (die steinernen Tritonen blieben in Höhlen sichtbar, s. Sp. 574; R. Preimesberger a. a. O. [Sp. 551] S. 84); als Basis für Amor mit Fackel und Baum 1722 im Starnberger See, daneben Flußgötter in ihren Muschelbooten [122, S. 40f., Taf. nach S. 40]. An Größe und Aufwand unübertroffen blieben die Felslandschaften, die Giov. Niccolà Servandoni in Paris auf der Seine schuf: 1730 waren es zwei hohe Gipfel, zwischen denen am Höhepunkt des F. die Sonne mit der Inschrift „Nubia disjecit“ aufging und die ein Regenbogen verband; auf Flößen angelegte Gartenbeete mit allegorischen Figuren flankierten die Massive; 1739 standen auf einem 40 m hohen Berg einander zugeneigte Bäume für die vermählten Frankreich und Spanien [106, S. 67f., Abb. 44].

5. Kulissen und Vorhänge

Im 18. und 19. Jh. wurden in Frankreich und in Rom (1738-1748 von franz. Künstlern) bemalte Kulissen und Vorhänge als F.dekoration verwendet. Sie waren billiger als F.architekturen herzustellen (E. Boysse a. a. O. [Sp. 559] S. 244f.) und erlaubten die Darstellung figurenreicher mythologisch-allegorischer und kriegerischer Szenen in einer Landschaft oder in panoramaartigen Ansichten. F.gemälde wurden entweder an Gerüsten oder Bäumen aufgespannt, z. B. 1810 in Paris zur Hochzeit Napoleons I. mit Erzhzgn. Marie Luise eine Ansicht des Schlosses Schönbrunn in Wien [106, S. 70], oder wie Theaterkulissen hintereinander gestaffelt. Dies geschah 1729 im Schloßhof von Versailles, wo nach Angaben von J.-A. Meissonnier -der 1729 das erste bekannte F.gemälde entwarf -Kulissen zu einer Ansicht eines Meeresstrandes mit Jupitertempel, vor dem eine Huldigung Frankreichs spielte, geordnet wurden; das Hauptgemälde im Hintergrund war ca. 35 m hoch (ebd. S. 70, Abb. 48; [129] S. 267f.). Die Gemälde wurden von vorne mit kräftigem Licht beleuchtet, hinter ihnen die Fk. abgeschossen.

Mit dieser Art der Dekoration traten nach Meissonnier zwischen 1744 und 1759 in Paris die Brüder Louis-Claude und Pierre Louis Dumesnil hervor. Dargestellt wurden hauptsächlich Festungen, Ruinen, Trophäen, Palmen und Soldaten [106, S. 71], was diese Dekoration für F. anläßlich der Eroberung von Städten besonders geeignet machte (z. B. 1756 zur Feier des Falls von Port Mahon); doch auch zur Geburt des Dauphin 1751 entwarf Michel-Ange Slodtz die Ansicht eines befestigten Hafens für ein Wasserbecken in Versailles [131, S. 443, Taf. 60 a]. 1804 wurde Napoleon I. auf einem aufbäumenden Pferd beim Übergang über die Alpen dargestellt (Abb. 34; [106] S. 69).

6. Adaptionen

Gelegentlich brannte man F. an zeitüberdauernden Anlagen, Bauwerken, Denkmälern, Plätzen usw. ab, die für das F. oft mit ephemeren Dekorationen versehen worden waren. Auch große Areale wie Schloßgärten oder Flüsse im Bereich von Brücken wurden adaptiert.

Wegen der guten Sichtbarkeit auch aus weiter Entfernung waren besonders oft Türme der Ort von F., so vermutlich schon im 15. Jh. die Campanili der Dome von Florenz und Siena [108, S. 174], 1558 der Stephansturm in Wien, 1635 der Turm der Antwerpener Kathedrale (Abb. 11). Frühe Beispiele dieser Praxis waren wohl die F., die seit 1481 auf dem Castel S. Angelo in Rom als „Girandola“ abgebrannt wurden (Abb. 30; Mariano Borgatti, C. S. A. in Roma, Rom 1930, S. 187 und 198f. Anm. 13; s. Sp. 536).

Durch alle Jhh. dominierten pyrotechnische Effekte - wesentlich war gleichzeitiges Entzünden einer großen Zahl von Raketen - und Illumination (oft zugleich mit der Kuppel von St. Peter: [106] S. 15, Abb. 7), nur selten wurden bescheidene Dekorationen errichtet. Biringuccio berichtet, daß man am Schluß des F. das päpstliche Wappen feurig darstellte und am Fahnenmast des Castels ein sternförmiges Bauwerk mit vielen Raketen errichtete ([3] Bl. 166v; [3 b] S. 527). Rang und Bekanntheitsgrad dieses F. bezeugen seine Wiederholung 1656 auf der Theaterbühne des Pal. Barberini in Rom (Giov. Franc. Grimaldi: Wolfg. Witzenmann, Anal. musicologica 15, 1975, S. 175f., Abb. 6; [135] Bd. 2 Abb. S. 284f.) und das sonst sehr seltene Aufgreifen von Realarchitektur für F.aufbauten in einem anonymen F.projekt 1778 in Paris (P.-L. Moreau-Desproux?; [134] S. 105f., Abb. 64).

Besonders im 17. Jh. wurden Bauwerke öfters durch ephemere Dekorationen in ihrem Aussehen verwandelt: die Fassade von SS. Trinità dei Monti in Rom 1661 nach Plänen von Gian Lorenzo Bernini und Joh. Paul Schor durch Felsen, Wolken und allegorische Gestalten um einen Delphin ([119 a] Taf. 2; [135] Bd. 1 S. 185ff.) und 1687 von Simon Felice del Lino und Elpidio Benedetti (Abb. 22; ebd. Bd. 1 S. 310ff.); 1810 wurden die Türme der Kath. Notre-Dame in Paris entsprechend dem Entw. des Alexandre Théod. Brongniart von auf erleuchteten Wolken schwebenden Altären bekrönt [106, S. 72]. 1598 adaptierte man in Bologna Giovanni Bolognas Neptunbrunnen, 1717 in Gent ein Säulenmonument Karls V. (ebd. S. 14 und 48).

Zur Adaption großer Areale - Stadtplätze, Gärten, Flußläufe - kam es besonders in Frankreich und Rom im 17. und 18. Jh. Die Fk. wurden nur an ausgezeichneten Punkten angebracht: oft begrenzten und zierten figural geschmückte Leuchtkörper das Areal (vgl. Illumination).

Am Anfang steht die Ausstattung der Piazza Navona in Rom zur Osterprozession 1589, wo Leuchtkörper auf den Dächern und Gesimsen der Häuser angebracht und Hänge-F. über den Platz gespannt waren (s. Sp. 559 und 566); in der Mittelachse standen ziboriumartige Aufbauten [106, S. 62, Abb. 2]. 1650 errichtete Carlo Rainaldi zum selben Anlaß u. a. F.tempel über den beiden Brunnenbecken an den Platzenden (Gerh. Eimer, La fabbrica di S. Agnese in Navona, Stockholm 1970, S. 42ff.; [135] Bd. 1 S. 140ff. mit Abb.). 1729 wurden zur Feier der Geburt des franz. Thronfolgers in Erinnerung an den antiken Circus neben dem Vierströmebrunnen Berninis u. a. ephemere Tempel und Ehrensäulen des hl. Ludwig und Ludwigs XIV. aufgestellt (Pietro Leone Ghezzi: Abb. 27; [116]; [117]). - In Frankreich war es zunächst der Garten von Versailles, der bei höfischen Festen ausgestattet wurde, z. B. 1668 die Parkwege und Terrassen mit 200 von innen erleuchteten Transparentvasen, das Schloß mit illuminierten Statuen und leuchtenden Symbolen Ludwigs XIV.; von den bronzenen Figuren des Latonabrunnens gingen Raketen und Schwärmer los (Alfred-Marie, Naissance de V., Paris 1968, Bd. 2 S. 335, Taf. 151 unten; vgl. ebd. S. 341f., Taf. 154 und [129] S. 249ff. mit weiteren Beispielen). Später wurden auch von der Stadt Paris F. dieses Ausmaßes angelegt. 1739 reichte das F.areal vom Pont Neuf bis zum Pont Royal (das sind fast 900 m). Ein aus der Seine aufragender Turm und ein Tempel auf dem Pont Neuf bildeten die Zentren; aus Booten am Ufer ergossen sich F.kaskaden (Gesamtplan von G. N. Servandoni: [106] S. 62f., Abb. 41). In etwas bescheidenerem Ausmaß nutzte man in Straßburg 1744 die Ill hinter dem Bischofspalast [134, S. 46, Abb. 19].

C. Aufbauten für Zuschauer

Aufbauten für Zuschauer blieben - wenn überhaupt vorhanden - in der Regel bescheiden. Nach Möglichkeit nutzte man örtliche Gegebenheiten, die eine gute Aussicht erlaubten: bei Wasser-F. die Uferböschungen und Brücken (Frankfurt a. M. 1612: [118] Abb. S. 70; in Paris oftmals die Seine vor dem Louvre: [108] S. 180), oder man verwendete Schiffe, z. B. 1732 auf dem Starnberger See ein dem „Bucentauro“ Venedigs nachgebildetes [122, S. 38ff.]. Bei F. zu Lande begnügte man sich oft damit, eine hölzerne Umfriedung des F.aufbaues zu errichten (Stuttgart 1616: [106] Abb. 19; Paris 1783: [134] Abb. 90). Fand das F. auf einem Platz in umbautem Gebiet oder vor einem Schloß statt, zierte man häufig Fensterbrüstungen und Balkons mit Teppichen (Paris 1649: [126] Abb. S. 287; Rom 1775: R. Lefevre a. a. O. [Sp. 579] Abb. S. 185). Zum Schutz vor verirrten Fk. hat man Fenster gelegentlich vergittert (1770 im Schloß von Versailles dasjenige, von dem aus der König dem F. zusah: E. Boysse a. a. O. [Sp. 559] S. 275) und ebenerdig errichtete Zuschauertribünen mit Planen überspannt (Abb. 22; ferner Rom 1729: [116] S. 15), die Fürstenloge hingegen meist mit kostbarem Stoff; seit 1739 erleuchteten in Paris Lüster die Königsloge [134, S. 22, Abb. 1].

Anspruchsvolle Aufbauten wurden für die F. zum auf den Friedensexekutionskongreß folgenden Friedensbankett 1650 in Nürnberg errichtet: eine Festbaracke und ein mit dem Reichsadler und Fahnen versehener Pavillon aus frischen Zweigen über einem Balkengerüst [118, S. 152ff. mit Abb.]. Einzigartig blieb der nach Plänen von P.-L. Moreau-Desproux 1782 auf der Place de Grève in Paris errichtete mehrstöckige Bau, der auch als Ballsaal diente (Abb. 31; [134] S. 117ff., Abb. 72ff.).

VII. Entwürfe für Feuerwerksdekorationen

Entwürfe für F.dekorationen fertigten im 16. und A. 17. Jh., gelegentlich auch noch später, Büchsenmacher oder F.er (z. B. 1741 in Frankfurt a. M. der Artillerieoberst Joh. Friedr. von Uffenbach: [106] S. 49, Abb. 29). Anleitungen dazu entnahmen sie den Fb. (s. Sp. 543ff.).

In Italien zog man schon im 2. Dr. 16. Jh. „Nicht-F.er“ heran, z. B. den Bildhauer Niccolò Tribolo für den Entw. zu einem F.tempel [124 a, S. 93]; in Deutschland erhielt - vielleicht als erster -der Architekt und Bildhauer G. M. Nosseni, 1582 als Inventor nach Dresden berufen, einen Auftrag [118, S. 86]. In Lyon wandte man sich erstmals 1662 an einen Künstler [133, S. 121], in Paris in der 2. H. 17. Jh. manchmal erst dann, wenn der vorgelegte Plan für den F.aufbau dem Magistrat mißfallen hatte [108, S. 181]. Grundsätzlich dürfte man damals den F.aufbauten weniger Interesse entgegengebracht haben als dem pyrotechnischen Ablauf. So wird z. B. in der Wiedergabe des F. 1604 in Dresden nur der Name des F.ers Gg. Buchner genannt, nicht der des Erfinders Nosseni ([106] S. 37; [118] Abb. S. 94; vgl. ebd. S. 74).

Seit dem 17. Jh. war es aber bei großen F. die Regel, daß Entwurf - gelegentlich auch Erstellung des Concetto -, Bereitung der Fk. und Errichtung des Aufbaus in verschiedenen Händen lagen.

So stammt z. B. der Concetto zum Pariser F.tempel von 1689 für Ludwig XIV. von C. F. Menestrier, die Entwurfszeichnung von Jean Bérain d. Ä. [108, S. 187ff., Taf. 6]. 1783 entwarf und leitete in Paris der Architekt P.-L. Moreau-Desproux das F., die Malereien übernahm der Dekorationsmaler René Hyacinthe de Leuze, die Fw. Petronio Ruggieri, und die Stadt stellte die Zimmerleute [134, S. 135].

Die meisten großen F., besonders im 17. und 18. Jh., entwarfen (Hof-)Architekten, z. B. C. Rainaldi 1650 und 1653 [135, Bd. 1 S. 140ff., Bd. 2 S. 484ff.] sowie Bernini 1651, 1661 [119 a] und 1668 (Abb. 20) in Rom, Franc. Santurini M. 17. Jh. in München (Abb. 17; [132] S. 217), der anhaltinische Hofbaumeister Joh. Chr. Schütze 1745 in Zerbst [106, S. 26], Paolo Posi als Architekt der Familie Colonna in Rom während der 2. H. 18. Jh. (Hans Tintelnot, Barocktheater und barocke K., Bln. 1939, S. 290). Joh. Friedr. Knöbel fertigte 1763 (?) im Dienst Kf. Friedrich Augusts II. von Sachsen eine Entwurfszeichnung (Ausst.kat. „Architektenzchgn. 1479-1979“, Bln. 1979, Nr. 161, Abb. 159). Im 18. Jh. waren bei den Concours der Pariser Architekturakademie auch F.entwürfe gefordert [134, S. 136f.]. Jean Franç. (de) Neufforge veröffentlichte 1765 Vorlagen für F.architekturen [56].

Einige Architekten kamen aus dem Soldatenstand (Artillerie) oder waren zugleich Kriegsingenieure: Balthasar Neumann, der 1711 den Lehrbrief als F.er erworben hatte, bildete wohl in Würzburg 1720/1721 Joh. Conrad Schlaun aus, der später zum Oberstkommandierenden der münsterischen Artillerie aufstieg (Ausst.kat. „B. N. Leben und Werk“, Würzburg 1953, S. 80; Theodor Rensing, J. C. S., Mchn. und Bln. o. J. [1954], S. 10; vgl. Abb. 26 und 28). In Wien leitete A. Ospel als Stuckhauptmann die Artillerieausbildung (J. Schmidt a. a. O. [Sp. 564] S. 44f.), Jos. Furttenbach d. Ä. verfaßte sogar Fb. (Abb. 7 und 10; [17]; [21]; [23]; [25]; [31]; Margot Berthold, Ulm und Oberschwaben 33, 1953, S. 174f.). - Kaum geringer ist der Beitrag von Dekorateuren, z. B. G. N. Servandoni, der 1749 für das Große F. zum Aachener Frieden nach London gerufen wurde [106, S. 50], von Michel-Ange Slodtz in Frankreich [131, S. 443] oder Franç. de Cuvilliés d. J. [106, S. 78, Abb. 28]. Selbstverständlich lieferten auch Maler, z. B. der Sienese Niccolò Tornioli 1637 [135, Bd. 1 S. 101ff. mit Abb.] und Giov. Andrea Carlone 1662 in Rom (ebd. S. 194ff.), Ch. Le Brun 1660 in Paris und 1674 in Versailles (s. Sp. 574 und 576), Pierre Sevin 1692 in Lyon [133, S. 127] Entwürfe, besonders aber Perspektiv- und Theatermaler, wie Vinc. dal Rè im 18. Jh. in Neapel [130, S. 100, Abb. 45].

VIII. Anlässe und Themen

F. wurden immer als Freudenfeuer verstanden („Les Feux d’artifice sont des representations de ioye, qui se font par le moyen du feu“: C. F. Menestrier, Traité des tournois, ioustes, carrousels, et autres spectacles publics, Lyon 1669, S. 8; vgl. [32] S. 98; [108] S. 173; [136] S. 136ff.). Jedes für eine bestimmte Personengruppe oder für das gesamte Volk freudige Ereignis konnte Anlaß für ein F. werden (eine kuriose Ausnahme ist das F. für die verstorbene Schwester des Königs 1763 in London: [106] S. 51).

Wurden F. unter ein bestimmtes Thema gestellt, wählte man gern Stoffe, bei denen Feuer eine große Rolle spielte, z. B. Untergang Sodoms [124 a, S. 94], Schmiede des Vulkan (Versailles 1739: [64] S. 267) oder Vulkanausbrüche (1545 in Rom: [106] S. 15; 1792 in London: [107] S. 62). Ein immer wiederkehrendes Motiv, das die licht- und wärmespendende bzw. vernichtende Kraft des Feuers spiegelt, ist der siegreiche Kampf eines personifizierten Guten und Lichthaften gegen das Böse und Dunkle, z. B. Abb. 19 oder Apollos Kampf gegen die Pythonschlange, 1752 in Saint-Cloud anläßlich der Genesung des Dauphin [131, S. 444]. Auch wenn im F. kein Gegner besiegt wird, sondern bloß ein feuriges Bild aufleuchtet und die Dunkelheit der Nacht überstrahlt, ist dies als sieghaftes Erscheinen erachtet worden.

Eine besondere Form ist die Auseinandersetzung des Feuers mit dem Wasser, seinem „contrari Element“ (Stuttgart 1616: [118] S. 25, Abb. S. 24). In Umkehrung des natürlichen Widerstreits wurden Wasser und Feuer häufig in engster Nachbarschaft gezeigt - 1739 spien bei einem F. in Versailles Tiere Feuer und Wasser zugleich aus [64, S. 269] - oder Feuer aus Vorrichtungen geleitet, die gewöhnlich dem Wasser vorbehalten sind (Abb. 21 a; vgl. [110] S. 251 Anm. 9: Neptun, aber nicht Vulkan). Dies kann eine Versöhnung der Elemente in einer künstlichen Sphäre anzeigen, doch auch Argutezza oder Groteske im F. belegen (s. Sp. 574).

A. Feuerwerke zu jährlich wiederkehrenden Anlässen

Häufigster Anlaß war der Johannistag (24. Juni bzw. dessen Vorabend), der von altersher zum Feuer in Beziehung stehende Tag der Sommersonnenwende (zur Gesch. des Johannisfeuers: DACL Bd. 5 Sp. 1466ff.). Das erste eindeutige Zeugnis dieser bis in die jüngere Vergangenheit reichenden Tradition stammt von 1475 aus Florenz, doch darf man annehmen, daß es dort schon früher neben andere Formen des Feuers getreten war ([106] S. 4; vgl. Sp. 559 und Abb. 4). Besondere Bedeutung gewann das Fest auch in Frankreich (Abb. 19).

In Paris entzündete oft der König - 1649 Ludwig XIV. - vor dem Hôtel de Ville zunächst einen Holzstoß (vgl. [102] S. 217), dann wurde der F.aufbau, dessen Thema nach Frézier in Kriegszeiten die Eroberungen des Königs, in Friedenszeiten Bemerkenswertes aus dem letzten Jahr bildete, in Brand gesteckt ([41] S. 317ff.; [108] S. 175ff. und 180). In Lyon errichtete man jeweils zwei Aufbauten; nach einem Entscheid von 1602 durfte jener des Magistrats erst nach dem F. des Klerus nahe der Kathedrale St-Jean entzündet werden [133, S. 122ff., bes. S. 127].

In Rom kehrten zwei F. Veranstaltungen jährlich wieder: seit dem 15. Jh. (1481 erstmals erwähnt) die sog. „Girandola“ am Jahrtag der Wahl und Krönung des regierenden Papstes (Abb. 30; [106] S. 111; s. auch Sp. 580) und von 1724 bis 1785 das F. am Vorabend und Abend von St. Peter und Paul (29. Juni) vor dem Pal. Colonna oder Pal. Farnese anläßlich der Übergabe eines Zelters (ital. „chinea“) und einer Geldsumme durch den Gran Contestabile des Königs von Neapel (immer ein Mitglied der Familie Colonna) an den Papst (Abb. 32).

Dieses Zeremoniell dokumentiert eine Verpflichtung des Königs von Neapel, die auf die Belehnung Karls von Anjou mit dem Königreich Neapel durch Clemens IV. 1265 zurückgeht (Enc. Catt., Bd. 3 Sp. 1548). Doch erst im 18. Jh. wurden F. erstellt und vom Gran Contestabile entzündet.

Die Abfolge der Themen im Lauf der Jz. führt von allegorischen panegyrischen Concetti zu klassizistischen Motiven, die auch auf Ausgrabungen in Herculaneum anspielen konnten, z. B. 1749 auf das eben ergrabene Theater (Ausst.kat. „Il Settecento a Roma“, Rom 1959, S. 397 und 403 Nr. 1838). „Chinoiserien“ und F.aufbauten wie Wildbrethandlung, Lotterieziehung, türkischer Kiosk, Fabrik von Theriak (Mittel gegen Gifte) zeigen, daß auch das Capriccio in der Fw. eine Heimstätte hatte (die Themen genannt bei Oscar Bie, Das Fest der Elemente, Bln. 1909 [Die K., hg. von Rich. Muther, Bd. 50], S. 56f.; Abb.: [102a]; vgl. [106] S. 7f. und 113; [114]).

Mit einem F. feierte man in Siena seit dem 16. Jh. Mariä Himmelfahrt (15. August), in Orvieto den

Pfingstsonntag und in Florenz bis zum heutigen Tag Ostern [106, S. 5 und 15]. In Paris beging man besonders im 17. Jh. den Tag des hl. Ludwig mit F. ([126] Abb. S. 283f.; [108] S. 177) und erinnerte bis 1744 so auch am 3. Juli an die Schändung eines Marienbildes durch einen Soldaten, ähnlich wie in England am „Guy Fawkes Day“ an die Aufdeckung der „Pulververschwörung“ am 5. 11. 1605 [107, S. 126]. In Nürnberg waren pyrotechnische Effekte wohl von 1503 bis 1539 fester Bestandteil des Schembartlaufes (Abb. 1; [118] S. 42f.).

B. Feuerwerke zu anderen Anlässen

1. höfische Veranstaltungen

Meistens waren F. höfische Veranstaltungen, Auftraggeber der Hof oder dem Herrscher Huldigende. Fürsten demonstrierten mit F. die Verfügbarkeit der Explosivkräfte, obrigkeitliche Macht: 1595 führte August I. von Sachsen auf seiner Elbereise ein Artillerieschiff mit sich, von dem aus durch F. den Uferbewohnern seine Anwesenheit kundgetan wurde [118, S. 34f. und 82]. Oftmals bereitete das Volk ein F. für den Herrscher, wenn dieser in eine Stadt einzog, aus dynastischen Anlässen (Hochzeit, Taufe, Krönung) oder aus politischen (z. B. zum Friedensschluß). Solche F. wurden öfters als kunstvolle Zusammenfassung aller jener Lichter aufgefaßt, die von den Untertanen als Zeichen der Treue zu Herrscher und Vaterland vor ihren Häusern entzündet wurden ([41] S. 305; [136] S. 136ff.; Bericht über das F. zum Geburtstag der Kaiserin Elisabeth Petrowna 1741 in Petersburg: [106] S. 53).

Obgleich bei den Schloß-F. (s. Sp. 560ff.) anläßlich von Herrscheraufenthalten die beschossene Festung bzw. der Vorgang des Beschießens sinnbildhaften Charakter haben konnte – die eingenommene Festung stand z. B. 1535 in Nürnberg für das eroberte Tunis - und bei späteren F. Fahnen auf dem Schloß auf eine Huldigung des Fürsten hinwiesen, standen offenbar pyrotechnischartilleristische Kampfeffekte im Vordergrund ([118] S. 47ff. mit Abb.; Abb. 3). Erst seit der 2. H. 16 Jh. wurden pyrotechnische Effekte verstärkt zu sinnbildhaften Aussagen genutzt, deren Darstellung Gelehrsamkeit und erfinderische Vorstellungskraft erforderte (Düsseldorf 1585, F. nach Senecas „Hercules furens“: [111] S. 353). Das Kampfgeschehen wurde als Allegorie verstanden, so z. B. bei dem F. zum Kurfürstentreffen 1580 in Nürnberg: ein Drache bedrohte einen bewachten Garten, dessen Ordnung jedoch gewahrt werden konnte; am Ende des F. stand das triumphale Erstrahlen des Siegers [118, S. 62ff. mit Abb.]. Durch F. konnten auch Herrschertugenden präsentiert werden, etwa 1630 in Dresden anläßlich der Hochzeit von Prinzessin Maria Elisabeth mit dem Kronprinzen von Norwegen durch das pantomimische Spiel um einen Felsen: Sinnbilder des Unglücks, Betrugs usw. hindern den „generosae mentis homo“ auf seinem Weg zum Ruhm, auf dem ihn „Virtus“ begleitet; erst durch die Explosion jener Sinnbilder der Laster wird der Weg zum Gipfel des Ruhmes frei (ebd. S. 77ff. mit Abb.). – Bei dem F. 1585 in Düsseldorf wurde ausdrücklich erklärt, „es werden die Fewrwerck ins gemein den hohen Potentaten/Fürsten und Herrn/nicht allein das Gesicht und sinnligkeit damit zuergetzen und zuerfrewen/sondern auch zu nützlicher lehr/geheimnuß vnd sonderer bedeutnuß zugericht“ (Diederich Graminäus, Furstliche Hochzeit so ... Wilhelm Hertzog zu Gulich Cleve und Berg ... dem ... Johan Wilhelm Hertzogn zu Gulich ... und der ... Furstinen Frewlin Jacobae ... gehalttenn ..., Köln 1587, Bl. Iij; [118] S. 81; vgl. [119 b]). - Im 17. Jh. trat das F. verstärkt in den Dienst der Huldigung eines Fürstenhauses - z. B. zerstörte 1637 in Dresden der Schutzpatron des sächsischen Hauses, der hl. Georg, den Stifter allen Übels und rechtfertigte auf diese Weise die Politik [118, S. 100ff.] - oder leistete über mythologische Figuren, die ein vorbildhaftes Handeln wiederspiegeln, die Verherrlichung eines Fürsten. So besiegte 1678 in Dresden Herkules die Furien, Geryon, Zerberus und andere Hades-Gestalten (ebd. S. 121). Tagespolitische Ereignisse wurden durch Bilder ins Allgemeine gehoben - die Eroberung von La Rochelle 1628 im Bild von Perseus (Ludwig XIII.), der Andromeda (kath. Religion) vom Drachen (Protestantismus) befreit (Paris, anläßlich des Herrschereinzugs: [110] S. 252, Taf. 20 Fig 2) - oder auch mit besonderer Deutlichkeit gegenwärtig gesetzt: 1689 am Tag der Proklamation Wilhelms III. von Oranien zum König von England verbrannte man in London Puppen des Papstes, des entthronten Königs Jakob II. und seines Sohnes (Abb. 23). Schon 1586 wurden in Küstrin Bildnisse des Papstes, des Sultans, des Zaren und des Tatarenkhans verbrannt [102, S. 223]. - E. 17. Jh. trat die Bedeutung der allegorischen Überhöhung anhand von Gestalten, die im Assoziationsbereich von Tag und Nacht, Gut und Böse agieren, zurück, und der feuerwerkstechnische Aufwand gewann gegenüber der sinnbildhaften Invention an Hochschätzung. Parallel dazu entstanden *Illuminationen, mit denen die Bürger, besonders der Residenzstädte, zu dynastischen Anlässen ihre Häuser schmückten (z. B. 1726 in Braunschweig: [118] S. 131). Huldigung geschah nun meist nicht mehr im Spiegel mythologischer Gestalten, sondern durch Porträts und Embleme (RDK V 198), die erleuchtet wurden. Später begnügte man sich oft mit dem F. und verzichtete auf jegliche Dekoration.

2. im bürgerlichen Bereich

F. im bürgerlichen Bereich. Obwohl der Ausbildungsstand der F.er in den Städten schon früh recht hoch war, erstellte man F. mit größerem Aufwand im wesentlichen nur für die adelige Obrigkeit, der Bürgersitte schien der Kostenaufwand nicht gemäß (das F. zur Einführung Octavian Langenmantels und Leonhard Weiss’ in ihr Amt als Stadtpfleger 1685 in Augsburg ist daher eine Ausnahme: [118] S. 216). Die meisten F. waren Leistungsnachweise am Ende der Ausbildung (Nürnberg 1616; vgl. Abb. 18) - manchmal zugleich Ehrerbietung an Adelige (1727 in München zur Geburt eines Prinzen: ebd. S. 208 und 225f. mit Abb.) - sowie Schützenfeste (1657 in Nürnberg) ohne F.dekoration (eine der seltenen Ausnahmen mit einer solchen Frankfurt a. M. 1671: [106] S. 43 und 79).

Im privaten häuslichen Bereich fanden F. vermutlich öfter statt als von ihnen berichtet wird. Nur selten ist man durch bildliche Wiedergaben so gut unterrichtet wie vom F., das Jos. Furttenbach d. Ä. 1644 im Garten des Geschäftsfreundes Khonn veranstaltete (Abb. 13; M. Berthold a. a. O. [Sp. 586] S. 175). Man tadelte derartige F. als unnütze Verschwendung des Geldes, das besser Armen zugute gekommen wäre; nur Fürsten, Großen Herren und Gemeinden stünde das F. an [16, S. 435]. Ferner dürften Sicherheitsbestimmungen einschränkend gewirkt haben (in Augsburg wurde 1592 das „Raqueten-Werffen und Schiessen“ untersagt: [118] S. 41f.).

Fb. bringen hingegen schon seit dem 16. Jh. Vorschläge für F.aufbauten „zur Erhöhung und Verschönerung ländlicher Vergnügungen, besonders bei Volks- und Familienfesten“ (so [73]; [106] S. 80). Am häufigsten ist Bacchus genannt, zuerst 1650 ([27] S. 258; vgl. [32] S. 211), auch 1676 (Abb. 21 d und e), 1707 auf einem Triumphwagen sitzend oder als Brunnen [41, S. 358], 1820 für ein Weinlesefest als Transparentgemälde; Ceres wurde 1820 für das Ernte-, Diana für das Jagdfest vorgeschlagen ([73]; [106] S. 80). Für Zimmer-F. gab schon Schmidlap 1560 Anweisungen [7, Bl. 7 und 69vff.]. 1846 erschien ein Rezept für „leicht herzustellendes Zimmer- und Tafel-F. mit Blumen, Sonnen, Fontänen etc.“ [92].

Bei kommerziellen F.vorführungen, die A. 18. Jh. zuerst in London abgehalten wurden, sodann in Paris, E. 18. Jh. auch in Deutschland und Österreich, standen die technischen Glanzstücke im Vordergrund, z. B. die sog. „Spectacles pyrriques“ der Brüder Ruggieri bei ihren Vorführungen auf der Bühne der Comédie Italienne in Paris seit 1739 ([94] S. 190; [98] S. 137). Gelegentlich sind die F. aber mit Dekorationen zu bizarren Themen gekoppelt:

1741 wurde in London in Cuper’s Gardens ein brennendes Gorgonenhaupt gezeigt, 1826 in den berühmten Vauxhall Gardens die Schlacht bei Waterloo, 1844 in den Surrey Zoological Gardens „Old London and the Great Fire“. Cuper’s Gardens zeigten auch verkleinerte Nachbildungen der großen F.aufbauten zum Aachener Frieden 1749 in London und im Haag [107, S. 59f. und 67]. In Wien wurde 1781 und 1796 das Werther-Thema in Flammenbildern an einer Gestellwand dargeboten [106, S. 81]. Als Vorläufer von F.veranstaltungen gegen Eintrittsgeld dürfen Vorführungen von Schaustellern angesehen werden (z. B. 1675 in Regensburg: [118] S. 214).

3. im kirchlichen Bereich

Im kirchlichen Bereich hat man Fk. zunächst bei Mysterienspielen verwendet: bei dem 1379 in Vicenza zu Pfingsten anläßlich der Versöhnung zweier Familien veranstalteten ([106] S. 3; s. auch Sp. 551), 1497 (?) in Amboise im Spiel von der Geburt Christi, wo ein mit Fk. geladenes Götzenbild durch eine Rakete aus dem Paradies zur Explosion gebracht wurde, oder bei anderen Themen biblischen Inhalts 1501 in Perpignan (ebd. S. 56).

1589, 1592 und 1650 wurden für die Osterprozession auf der Piazza Navona in Rom F.dekorationen aufgestellt [135, Bd. 1 S. 140ff. mit Abb.]. 1644 ließen ausländische Nationen und römische Familien zum Posseß Innozenz’ X. an mehreren Plätzen F.dekorationen errichten (ebd. S. 134ff. mit Abb.).

Selbständige F. sind erst seit dem 17. Jh. nachzuweisen: zuerst in Spanien, wo in Salamanca 1610 ein F.kampf zwischen dem Lamm, dem Drachen und dem apokalyptischen Tier stattfand und 1635 in Granada Maria und die Kirchenväter Häretiker besiegten [119, S. 627f.]. In Lothringen wurden 1622 bei Feiern zur Heiligsprechung der hll. Ignatius und Franz Xaver in Pont-à-Mousson im Anschluß an Schauspiele F. abgebrannt (M. M. McGowan a. a. O. [Sp. 548] S. 211); 1699 vernichtete man beim Schloß in La Force, Dordogne, anläßlich einer Konversion zum katholischen Glauben neben dem F. vor einem „Triumphbogen“ häretische Schriften im Feuer [115]. In Verona triumphierte 1709 bei Gelegenheit der Krönung eines Marienbildes Maria über das heidnische Pantheon [106, S. 13]. Eines der wenigen kirchlichen F. nördlich der Alpen wurde 1699 zum 800jährigen Stiftungsfest der Augustinerkirche Ranshofen zu Ehren des hl. Pankratius abgebrannt (ebd. S. 40).

IX. Ablauf des Feuerwerks

Der Ablauf des F. war keiner festen Regel unterworfen; er richtete sich nach dem Thema des F., dem materiellen Aufwand und den Fähigkeiten der F.er. Die Fb. empfehlen grundsätzlich mit dem Abbrennen der kleinsten Fk. zu beginnen, mit den aufwendigsten und prächtigsten zu endigen und dazwischen die Arten des Feuers wechseln zu lassen ([64] S. 261ff.; [87] S. 252f.; [90] S. 399f.).

Um eine erfolgreiche Abfolge der Zündungen zu erreichen, wurden die F.bediensteten vom F.er „dirigiret“, z. B. 1604 in Dresden durch den Zeugmeister Gg. Buchner zu Pferd ([106] S. 37; vgl. auch [129] S. 260). Besonders für die großen F. des 18. Jh. war eine schriftliche „Generaldisposition“ [127, S. 222f.] nötig, die jedem F.er seine Aufgabe zuwies.

Sehr häufig begann das F. - dies gilt vom 16. bis ins 19. Jh. - mit Kanonaden der Artillerie (z. B. 1739 in Paris: [64] S. 262), Salutschießen aus Büchsen (Dresden 1650: [118] S. 112), dem Zünden einer Bombe [87, S. 207] und Trompetengeschmetter zum Zeichen des Beginns eines öffentlichen Ereignisses (1535 in Nürnberg: [118] S. 49). Der kriegerische Charakter eines Schloß-F. tritt deutlich bei Furttenbach hervor, der ein „pomposisches Feldgeschrey von Trompeten und Heerpauken“ an den Beginn setzte [23, S. 155]. Mit dem Thema des F. angemessener Musik zu beginnen, empfiehlt Frézier [41, S. 381]. Auch als Zwischenspiel [70, S.

332f.] und während des F. selbst erklang gelegentlich Musik (Abb. 22), 1745 in Zerbst sogar eine Arie sowie Chor- und Instrumentalmusik [106, S. 32].

Ähnlich wie früher das Freudenfeuer in Form des Holzstoßes vom Potentaten in Brand gesteckt wurde (z. B. durch Kaiser Maximilian I. 1496 in Augsburg: [102] S. 217), behielt man es im 17. und 18. Jh. dem Fürsten, später auch Personen, die man ehren wollte, vor, das eigentliche F. durch das Schnur-F. zu entzünden (s. Sp. 551; [89] S. 69; [23] S. 155 erwähnt das Entzünden des F. durch ein Schnur-F. ganz allgemein).

Große F. waren meist in mehrere Abschnitte gegliedert, die man analog der Theaterpraxis häufig als „Akte“ (Dresden 1650: [118] S. 112; [31] S. 193), seltener als „Handlungen“ (Wien 1666: [118] S. 136), „Auftritte“ [50, S. 84] und „Rennen“ (Dresden 1678: [118] S. 121) bezeichnete; vgl Julius Bernhard von Rohr, Einleitung zur Ceremoniel-Wiss., Bln. 1729, S. 846ff. Die Unterbrechungen dienten auch dazu, den Rauch abziehen zu lassen [90, S. 399]. Pro Akt wurde z. B. jeweils ein Teil der Dekoration erleuchtet und die an ihn gebundenen Fk. wurden gelöst (Stuttgart 1674: [118] S. 142), eine neue Front (s. Sp. 572) entzündet, d. h. eine „Umwandlung“ oder ein „Wechsel“ [87, S. 176] vorgenommen, oder der Sieg über ein Laster erfochten, was durch die Explosion der Figur oder durch die kürzere Brenndauer der Fk. gegenüber jenen des Siegers angezeigt werden konnte [118, S. 100ff.]. Manchmal änderte auch die F.architektur völlig ihr Aussehen (Abb. 12 a-g).

Nach ca. 1-2 Stunden, manchmal auch nach einem längeren Zeitraum (1730 in Zeithain in Sachsen nach 5 Stunden: [106] S. 32) endigte das F. häufig mit dem Effektvollsten, der großen Girandole (s. Sp. 536), auf die wiederum eine Kanonade folgen konnte (1678 in Dresden: [118] S. 121; [85] S. 418). Nach Furttenbach soll abermals „Feldgeschrey“ ertönen und wie schon zu Beginn ein Gebet für den unfallfreien Verlauf des F. gesprochen werden ([23] S. 157; [31] S. 200 und 207). Der Dunkelheit der Nacht Rechnung tragend - denn nur höchst selten wurden F. zu anderen Tageszeiten abgebrannt (nachmittags in Kopenhagen 1606: [107] S. 35; vor Sonnenaufgang in Weimar 1650: [118] S. 207) -, riet Websky, die Gegend für die nach Hause eilenden Zuschauer mit Bengalischem Licht zu erhellen [87, S. 253].

Um komplizierte allegorische Bezüge dem Zuschauer verständlich zu machen, erstellte man vor allem im 17. Jh. nach altem Turnierbrauch ein „Kartell (Cartel)“, das F.geschehen und Dekoration erklärte. Kartelle kamen den Zuschauern in Heftform in die Hand oder wurden - so besonders im höfischen Bereich, den Hauptadressaten mündlich vorgetragen, 1635 in Dresden durch Merkur, der damit den Hof in das allegorische Spiel mit aufnahm ([118] S. 98f.; vgl. ebd. S. 12 und [106] S. 13). Auch in den Zeitungen berichtete man vom F., oftmals erst im nachhinein [108, S. 186]. In erster Linie sorgten aber große, mit Stichen ausgestattete Beschreibungen dafür, daß man im In- und Ausland von Anlaß und Verlauf des F. Kenntnis erhielt. Im 18. und 19. Jh. wurde besonderer Wert auf Ankündigungen der pyrotechnischen Wirkungen von Fk. gelegt (1783 für das große F. in Paris: [134] S. 134, vgl. Sp. 585; [107] S. 158; E. Bischoff und F. S. Meyer a. a. O. [Sp. 553] S. 306).

Zu den Abbildungen

1. Berlin, St.bibl. StPK, ms. germ. fol. 1349, fol. 76, Schembartläufer aus „Hans Lochhausers Gesellschaft. In roth beklaidt, und ein Schloß auf dem Kopf voller Feuerwerck“. Nürnberg, nach 1539. Nach H.-U. Roller a. a. O. (Sp. 548) Abb. S. 57.

2. Hänge-F. Holzschnitt (5,3 × 10,3 cm) aus [3] Bl. 166v. 1540. Foto Bayer. St.bibl., Mchn.

3. Nürnberg, Staatsarchiv, Nürnberger Karten und Pläne Nr. 1732 a, Entw. für das Schloß-F. zu Ehren Philipps (II.) von Spanien in Nürnberg 1550. Aquarellierte Federzchg., 46,5 × 123 cm. Foto Archiv.

4. Jan van der Straet (zugeschr.), Hänge-F. auf der Piazza della Signoria in Florenz. Wandgem. im Treppenhaus vor der Sala di Leone X. im Pal. Vecchio zu Florenz. Wohl 1558. Foto Alinari, Flor., Nr. 58407.

5. F. auf dem Rhein bei Düsseldorf anläßlich der Hochzeit des Hzg. Johann Wilhelm von Jülich, Cleve und Berg 1585. Kupferstich (20,3 × 25,8 cm) aus D. Graminäus a. a. O. (Sp. 590), Kupfer 25. 1587. Foto Karl Heinr. Paulmann, Bln.

6. F.turnier am Berliner Schloß („Kölln an der Spree“) anläßlich einer Taufe 1592. Kupferstich, 21,6 × 31,3 cm. Foto Germ. Nat.mus., Nbg.

7. Joseph Furttenbach d. Ä., Schema für die Aufstellung von Fk. Kupferstich (29,2 × 19,5 cm) aus [17] Taf. 16. 1627. Foto Bayer. St.bibl., Mchn.

8. Schnur-F. Kupferstich (6,2 × 10,4 cm) aus [20] S. 262. 1630. Nach ebd., Ndr.

9. Titelblatt des Fb. von John Babington [24]. Kupferstich, 26 × 17 cm. 1635. Nach ebd., Ndr.

10. J. Furttenbach d. Ä., Holzgerüst für Schloß-F. Kupferstich (23,7 × 34,4 cm) aus [23] Taf. 59. 1635. Nach dem Orig.

11. Theodor van Thulden, F. vom Turm der Kath. in Antwerpen zum Einzug Ferdinands von Österreich 1635. Kupferstich (35 × 23,5 cm) aus Jan Casper Gevaerts, Pompa Introitus ... Ferdinandi Austriaci ..., Ausg. Antw. 1642, Stich 41 (vor S. 169). Nach dem Ndr. New York 1971.

12 a-g. Claude Gellée gen. Claude Lorrain, F. auf der Piazza di Spagna in Rom zur Wahl Kaiser Ferdinands III. 1637. Radierungen, 19 × 13,5 cm. Nach A. Blum a. a. O. (Sp. 576) Taf. 25f.

13. Jos. Furttenbach d. J., F. im Garten von Joh. Khonn in Ulm 1644 mit „Mechanicus“ und den „mechanischen Kindern“. Gem. auf Lwd. (Teil eines Diptychons), 128 × 124 cm. Nürnberg, Germ. Nat.mus., Inv.nr. Gm. 595. Foto Mus.

14. Jean Marot, F.tempel mit Obelisk zum Geburtstag Ludwigs XIV. in Paris 1649. Kupferstich, 40,2 × 25,4 cm. Foto Bibl. nat., Paris.

15. Stefano della Bella, Andromeda-Perseus-Gruppe auf einer von vier Stützen getragenen Plattform. Kolorierte Federzchg. (Ausschnitt, Ges.maße 27,7 × 15,2 cm) aus [26] fol. 56. 1649. Foto Bibl. nat., Paris.

16. Raketenstock mit eingeführter Hülse, Winder, Setzer, Schaufel, Bohrer und Schlagscheiben. Kupferstich (26 × 16,6 cm) aus [29] Taf. vor S. 57. 1656. Foto Bayer. St.bibl., Mchn.

17. Caspar Amort (Entw.) und Melchior Küsel (Stecher), Vierter Akt des F.dramas „Medea vendicativa“ von Pietro Paolo Bissari mit Musik von Joh. Kaspar Kerll, F. von Baron de Royer, aufgeführt München 1662. Kupferstich, 26 × 34,5 cm. München, Theatermus., Inv.nr. II 4673/3. Foto Klaus Broszat, Mchn.

18. Probe-F. von Joh. Arnold und Joh. Conrad Hornung auf dem St. Johannis-Schießplatz in Nürnberg 1665. Kupferstich, 37 × 30 cm. Wolfenbüttel, Hzg.-August-Bibl., Einzelblattmappe 13. Foto Bibl.

19. Thomas Blanchet (Entw.) und Germain Audran (Stecher), F. des Klerus von Lyon zum Johannistag 1666. Kupferstich aus Gaspar-Joseph Charonier S.J., Le Temple de la Gratitude, dessein de la machine du feu d’artifice dressé sur la Saone ... le 24 juin de l’année 1666, Lyon 1666. Foto Bibl. mun., Lyon.

20. Pierre Paul Sevin, F.dekoration nach Entw. von Giov. Lorenzo Bernini auf der Piazza Farnese in Rom 1668: Papst Clemens IX. zwischen „Krieg“ und „Frieden“. Lavierte Bleistiftzchg., 24,5 × 33 cm. Stockholm, Nat.mus., Inv.nr. THC 6324. Nach P. Bjurström a. a. O. (Sp. 579) Abb. 51.

21 a-e. Casimir Simienowicz [32], Titelkupfer (a), Taf. L: Lustkugeln, die aus Mörsern abgefeuert werden (b), Taf. G: Raketen (c), Taf. R und S.: Bacchus als F.figur (d, e). Kupferstiche (a: 28,7 × 17 cm, b: 26 × 16,1 cm, c: 26,5 × 18,5 cm, d und e: je 26,1 × 16,4 cm). 1676. Foto Bayer. St.bibl., Mchn.

22. Vincenzo Mariotti, F. an SS. Trinità dei Monti in Rom, anläßlich der Genesung Ludwigs XIV. veranstaltet von Kardinal d’Estrée 1687. Kupferstich. Nach L. Salerno, Piazza di Spagna, Neapel 1967, Abb. 132.

23. F. anläßlich der Königsproklamation Wilhelms III. von Oranien und seiner Gemahlin Maria in London 1689. Kupferstich, 12,2 × 19,8 cm. Foto Bibl. nat., Paris.

24. Daniel Marot, F. aus Anlaß militärischer Erfolge der Generalstaaten im Spanischen Erbfolgekrieg, Den Haag 1702. Kupferstich, 30 × 48,5 cm. Foto Rijksprentenkabinet, Amst.

25. Giov. Battista Scapitta, „Trionfo d’amore“, denkmalartige F.dekoration für die Hochzeit von Carlo Gonzaga in Casale Monferrato 1705. Kupferstich, 44 × 32,1 cm. Foto Bibl. civ., Casale Monferrato.

26. Balthasar Neumann, F. zu Ehren der Erzhzgn. Elisabeth von Österreich in Würzburg 1725. Tuschzchg., 34 × 65,5 cm. Stuttgart, Württ. L.bibl, Slg. Nicolai Bd. 65 Bl. 54r. Foto Bibl.

27. Giov. Paolo Pannini, F.dekoration des Pietro Leone Ghezzi auf der Piazza Navona in Rom anläßlich der Geburt des Dauphin 1729. Gem., 110 × 250 cm. Paris, Mus. nat. du Louvre. 1729. Foto Mon. hist., Paris.

28. Joh. Conrad Schlaun, F. im Park von Schloß Neuhaus bei Paderborn als Abschluß des Liboriusfestes 1736. Kupferstich, 24,2 × 42,2 cm. Foto Westf. Amt für Dpfl., Münster i. W.

29. Robert Bénard (Stecher), F.laboratorium und Herstellung einer Rakete. Kupferstich (35,7 × 22,6 cm) aus [88 a] Taf. I. 1762. Nach dem Original.

30. Jos. Wright of Derby, „Girandola“ auf dem Castel S. Angelo in Rom. Gem., 42,5 × 71,1 cm. Birmingham, Mus. and Art Gal. Um 1774/75. Foto Mus.

31. Jean Michel Moreau gen. le jeune, F.aufbau und provisorischer Ballsaal, zugleich Zuschauertribüne für das F. auf der Place de Grève in Paris anläßlich der Geburt des Dauphin 1782. Kupferstich, 45,9 × 73,2 cm. Foto Bibl. nat., Paris.

32. Gius. Palazzo (Entw.) und Franc. Barbazza (Stecher), F. anläßlich der „Presentazione della Chinea“ in Rom 1785. Kupferstich, 52,3 × 37,8 cm. Foto Gab. delle Stampe, Rom.

33. Claude Fortuné Ruggieri, Entw. für F.architekturen, die als feurige Zeichnungen erscheinen sollen. Kupferstich (19,1 × 14,9 cm) aus [63]. 1802. Foto Bayer. St.bibl., Mchn.

34. Louis Lecoeur, Napoleons Übergang über die Alpen, F. anläßlich der Kaiserkrönung Napoleons I. in Paris 1804. Aquatinta, 39,8 × 35,2 cm. Foto Giraudon, Paris.

Literatur

Fb.: 1. Flavius Vegetius Renatus, Vier Bücher der Ritterschaft, Augsb. 1529, Anhang: Hye nachvolget vonn Büchsen geschoß/Pulver/Fewerwerck/ wie man sich darmit auß ainer Statt/Feste/oder Schloß/so von Feynden belägeret wer/erretten/Auch sich der Feind darmit erwören möchte (Ndr. des Anhangs mit hochdt. Übertragung und Kommentar von Wilh. Hassenstein unter dem Titel: Das Fb. von 1420, Mchn. 1941). – 2. Franz Helm, Ein Buch zusammengezogen aus vielen probierten Künsten und Erfarungen, wie ein Zeughaus sambt aller Munition einheimisch gehalten werden soll, Heidelberg, Univ.bibl., Cod. palat. germ. 128 (Hs. von 1535); Berlin-Ost, Mus. für dt. Gesch., Ms. 9. – 3. Vanoccio di Paolo Biringuccio, De la pirotechnia libri X, Ven. 1540. – 3 a. Otto Johannsen, Biringuccios Pirotechnia. Ein Lehrb. der chemisch-metallurgischen Technologie und des Artilleriewesens aus dem 16. Jh., Braunschweig 1925. – 3 b. Cyril Stanley Smith und Martha Teach Gnudi, The Pirotechnia of V. B., New York 21959. – 4. Hanns Starck, Gründlicher Bericht von feurwerck, Vaduz, Liechtensteinsche L.bibl. (Hs. um 1560). – 5. Hanns Camentur, Künstlich Fewrwerckh aigentlich mit fleis figurweis auf das Bapier entworffen und abgerissen; so vormals nie gesehen worden, Berlin-Ost, Mus. für dt. Gesch., Ms. 7 (Hs. M. 16. Jh. [?]). – 6. Leonhart Fronsperger, Vonn Geschütz und Fewerwerck/wie dasselb zuwerffen und schiessen/Auch von gründlicher Zuberaitung allerley gezeugs/und rechtem gebrauch der Fewrwerck, wie man die in Schimpff oder Ernst/ ... sol werffen, Ffm. 1557. – 7. Johann(es) Schmidlap, Künstliche und rechteschaffene Feuerwerck zum schimpff ..., Nbg. 1591 (Vorreden dat. 1560). – 8. Frantz Joachim Brechtel, Büchsenmeisterey, Nbg. 1591. – 9. Luys Collado, Platica manual de artilleria, en la qual se tracta de la excelencia de el arte militar de ... fabricar ... fuegos artificiales, Mail. 1592. – 9 a. Alessandro Capo Bianco, Corona e palma militare di artigleria, Ven. 1598. – 10. Christoff Dambach, Büchsenmeisterey ... sampt getrewlicher underweisung mancherley künstlicher Fewrwerck ... zu Schimpff und Ernst, Ffm. 1609. – 11. Johann d. Ä. Gf. zu Nassau, Etliche schöne Tractaten von aller handt Feüerwercken, Bern, Stadtbibl., Ms. 7,8, und Berlin, St.bibl. StPK, Ms. germ. fol. 4 (Hs. mit Ill. von 1610). – 12. Adrianus Romanus, Pyrotechnia, hoc est, de Ignibus Festivis jocosis, Ffm. 1611. – 13. Diego Uf(f)ano, Tratado dela artilleria yuso della platicado, Brüssel 1612 (zit. nach der dt. Übers. von Joh. Theod. de Bry, Archeley, Das ist gründlicher und Eygentlicher Bericht von Geschütz ..., auch mancherley Fewerwerck ... Ffm. 1614). – 14. J. Th. de Bry, K.büchlein von Geschütz und Fewerwerck ... zu Lust und Schimpff oder zum Ernst gegen den Feinden ..., Ffm. 1619. – 15. Jean Appier, gen. Hanzelet Lorrain, Recueil de plusieurs machines militaires et feux artificiels pour la guerre et recréation ..., Pont-à-Mousson 1620. – 16. Joh. 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Traicté des feux artificielz de joye et de recréation, auquel est compris la maniere de faire touttes sortes de fusées ..., Paris, Bibl. nat., ms. fr. 1247 (Hs. von 1649); vgl. [113]. – 27. Casimir Simienowicz, Artis magnae artillenae pars prima, Amst. 1650. – 28. Joh. Jürgenson von Drachenfels, Pyriotormentographia, Berlin, St.bibl. StPK, Ms. germ. 2° 119 (Hs. von 1655). – 29. Georg(e) Schreiber, Büchsenmeister-Discurs, Brieg 1656. – 30. Praxis Artilleriae Pyrotechnicae, Osnabrück 1660. – 31. J. Furttenbach, Mannhaffter K.-Spiegel, Augsb. 1663, S. 180-208. – 32. C. Simienowicz, Geschütz- Feuerwerck- und Büchsenmeisterey-K., Ffm. 1676 (Ndr. Graz 1976). – 33. Daniel Elrich, Der großen Artillerie, Feuerwerck und Büchsen-meisterey K. zweiter Theil, Ffm. 1676. – 34. Daniel Manlyn, Pyrotechnia, Amst. 1678. – 35. Ernst Braun, Novissimum fundamentum et praxis artilleriae, Danzig 1682. – 36. Siegmund Buchner, Theoria et Praxis artilleriae, Nbg. 1685. – 37. 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(Grignon), La pyrotechnie pratique ou dialogues entre un amateur des feux d’artifice ... et un jeune homme..., Paris 1780. – 61. John Maskell, Artificial Fireworks, London (?), Slg. Allan St. Hill Brock (Hs. von 1785). – 62. A. M. Thomas Morel, Traité pratique des feux d’artifice, Paris 1800. – 63. Claude Fortuné Ruggieri, Elémens de pyrotechnie, divisées en cinq parties ... avec un vocabulaire des termes compris dans cet ouvrage, Paris l’an X (1802). – 64. Die Pyrotechnie oder theoretisch-praktische Anweisung zur Bereitung aller Arten Feuerwerke..., nach den Vorschriften von Claude Ruggieri und Thomas Morel bearb., Lpz. 1807 (4 Aufl. bis 1864). – 65. J. C. D., Anweisung zur Lust-, Ernst- und Wasserfeuerwerkerei, Goslar 1802. – 66. C. Blondel, Der selbstlehrende Feuerwerker, oder gründliche Anweisung zur Lustfeuerwerksk. für Liebhaber, die sich davon unterrichten und damit beschäftigen wollen. Ein Beytrag zu ländlichen Vergnügungen, Lpz. o. J. (1802). – 67. Anweisung kleine Lustfeuerwerke selbst und mit wenigen Kosten zu verfertigen, Ulm 1811. – 68. T. Angelo, The Art of Making Fireworks, Ld. 1816. – 69. The Gallery of Nature and Art. Pyrotechny or Art of Constructing Fireworks, Ld. 1817. – 70. L. v. L-e, Der Wiener K.- und Lustfeuerwerker, Wien 1818. – 71. Louis Eustache Audot, L’art de faire à peu de frais les feux d’artifice, Paris 1818. – 72. Marcello Calà Ulloa, Istituzioni di Pirotecnica, Neapel 1819. – 73. L. v. L-e, Vollständiges Taschenb. für K.- und Lustfeuerwerker und Liebhaber dieser Unterhaltung, Pest 1820. – 74. G. W. Mortimer, A Manual of Pyrotechny, Ld. 1824. – 75. James Cutbush, A System of Pyrotechny, Philadelphia 1825. – 76. Moritz Meyer, Die Feuerwerkerei in ihrer Anwendung auf K., Wiss. und Gewerbe, Lpz. 1833. – 77. C. A. von Nida, Katechismus der Lustfeuerwerkerei, Lpz. 1833. – 78. Martin Websky, Praktisches Hdb. der Lustfeuerwerk-K., Breslau 1834. – 79. M. Meyer, Pyrotechnie raisonnée, Brüssel 1836. – 80. F. M. Chertier, Essai sur les compositions qui donnent les plus belles couleurs dans les feux d’artifice, Paris 1836. – 81. Die Lustfeuerwerkerei für Dilettanten, aus dem Franz. von F. C. A. Büttner, Weimar 1837 (Neuer Schauplatz, Bd. 92). – 82. F. M. Chertier, Der excellirende Lustfeuerwerker, aus dem Franz...., Weimar 1837 (Neuer Schauplatz, Bd. 92). – 82 a. C. Trinkhaus, Abb. zur K.- und Lustfeuerwerkerei, Erfurt 1841. – 83. F. M. Chertier, Nouvelles recherches sur les feux d’artifice, Paris 1843. – 84. Frederick Bruhl, The Art of making Fireworks, Ld. 1844. – 85. Jos. Uchatius, Die K.-Feuerwerkerei zu Lande. Basiert auf wiss. Principien ..., Wien 1848. – 86. Aug. Scharfenberg, Die Feuerwerk-K. in ihrem ganzen Umfange, Ulm 1848. – 87. M. Websky, Schule der Lustfeuerwerkerei, Breslau 1850.

Artikel in Lexika: 88. Diderot-d’Alembert Bd. 1, Paris 1751, S. 740-744 s. v. „Artifice“; Bd. 6, Paris 1756, S. 639-646 s. v. „Feu d’artifice“; Bd. 13, Paris 1765, S. 606 s. v. „Pyrotechnie“. – 88 a. Ebd., Recueil de planches..., Bd. 1, Paris 1762, s. v. „Artificier“. – 89. M. Meyer in: Joh. Jos. Prechtl (Hg.), Technolog. Enc. ..., Bd. 6, Stg. 1835, S. 41-70. – 90. v. Hoyer in: Joh. Samuel Ersch und Joh. Gottfr. Gruber (Hgg.), Allgem. Enc. der Wiss. und Künste..., 1. Sektion, 43. T., Lpz. 1846, S. 384-400.

Artikel in Zeitschriften: 91. Jakob Cutbush, Bemerkungen über die Zusammensetzung und die Eigenschaften des Chinesisch- und des sog. Brillant-Feuers, Polytechnisches Journ., hg. von Joh. Gottfr. Dingler, 17, 1825, S. 1-28. – 92. Forke, Leicht herzustellende Zimmer- und Tafel-F., mit Blumen, Sonnen, Fontainen etc., Archiv für Natur, K., Wiss. und Leben 16, 1846, S. 70 bis 72.

Allgemein: 93. Claude Franç. Menestrier, Advis nécessaires pour la conduite des feux d’artifice. Les réjouissances de la paix, faites dans la ville de Lyon ... 1660, Lyon 1660, S. 34-50. – 94. C. F. Ruggieri, Précis hist. sur les fêtes, les spectacles et les réjouissances publiques, Paris 1830. – 95. N. Chapuis, Considérations sur l’art des feux d’artifice en France ... et sur la nécessité d’etablir une salle d’artifice dépendante des Menus-Plaisirs du roi, Paris 1830. – 96. F. del Tal, Le livre des feux d’artifice de Claude Gellée, dit Le Lorrain, GBA 11, 1861, S. 225-230. – 97. W. H. Browne, Firework accidents, Hull 1884. – 98. Henry de Chennevières, Les Ruggieri, Artificiers 1730-1885, GBA 59 (2e pér., 36), 1887, S. 132-140. – 99. Warwick Wroth, The London Pleasure Gardens of the 18th C, Ld. 1896. – 100. Franz Sales Meyer, Die Feuerwerkerei als Liebhaberk., Lpz. 1898 (S. 1-17: Wb. für techn. Fachtermini). – 101. Oscar Guttmann, Mon. pulveris pyrii, Ld. 1906. – 102. Siegfried Sieber, Zur Gesch. des Feuerwerks und der Illumination, Dt. Gesch.bll. 13, 1912, S. 215-228. – 103. Giulio Ferrari, Bellezze architettoniche per le feste della chinea in Roma, Turin 1925. – 104. George W. Weingart, Dict. and Manual of Pyrotechny, New Orleans 1930. – 105. Sandor Baumgarten, L’esthétique du feu d’artifice, in: 2e Congr. internat. d’esthétique et de science de l’art, Paris 1937, Bd. 2, S. 341-344. – 106. Arthur Lotz, Das Feuerwerk. Seine Gesch. und Bibliogr., Lpz. o. J. (1941). – 107. Alan St. H. Brock, A Hist. of Fireworks, Ld., Sidney, Toronto und Bombay 31949. – 108. Roger-Armand Weigert, Les feux d’artifice ordonnés par le Bureau de la Ville de Paris au XVIIe s., Mém. de la Fédération des Soc. hist. et arch. de Paris et de l’Ile-de-France 3, 1951, S. 173-215. – 109. Edward Fenton, Fireworks, Bull. Metrop. Mus. N.S. 13, 1954, S. 50-59. – 110. Marie-Françoise Christout, Les feux d’artifice en France (1606-1628), in: Les fêtes de la Renss., Bd. 1, hg. von Jean Jacquot, Paris 1956, S. 247-257. – 111. Günter Schöne, Barockes Feuerwerkstheater, Maske und Koturn 6,1960, S. 351 bis 362. – 112. Vladimir Nikolaevič Vasil’ev, Starinnye fejerverki v Rossii (XVII - pervaja četvert XVIII veka), Leningrad 1960. – 113. Phyllis Dearborn Massar, Stefano della Bella’s Ill. for a Fireworks Treatise, Master Drawings 7, 1969, Nr. 3 S. 294303. – 114. Suzanne Boorsch, Presentation of the Chinea, Bull. Metrop. Mus. N.S. 29, 1970-1971, S. 239f. – 115. Jean Secret, Sur un feu d’artifice tiré au château de la Force le 21 décembre 1699, Bull. de la Soc. hist. et arch. du Périgord 98, 1971, S. 99-101. – 116. Carlo Pietrangeli, Un spettacolo pirotecnico a Piazza Navona nel Settecento, Capitolium 36, 1961, Nr. 2 S. 10-16. – 117. Georges Brunel, Quelques remarques sur les fêtes données à Rome pour la naissance du Dauphin, Fils de Louis XV, Colloqui del Sodalizio, 2. ser. 4, 1973-1974, S. 157-163. – 118. Eberhard Fähler, Feuerwerke des Barock, Stud. zum öffentlichen Fest und seiner lit. Deutung vom 16. bis 18. Jh., Stg. 1974. – 119. J. E. Varey, Les spectacles pyrotechniques en Espagne (XVIe–XVIIe s.), in: Les fêtes le la Renss., Bd. 3, hg. von J. Jacquot und Elie Konigson, Paris 1975, S. 619-633. – 119 a. Elena Povoledo, Gian Lorenzo Bernini, l’elefante e i fuochi artificiali, Riv. ital. di musicologia 10, 1975, S. 499-518. – 119 b. E. Fähler, Emblematische Feuerwerke, in: Sibylle Penkert (Hg.), Emblem und Emblematikrezeption ..., Darmstadt 1978, S. 47 bis 56. – 119c. Ausst.kat. „Fuochi d’allegrezza a Roma dal Cinquecento all’Ottocento“, Rom 1982.

Bibliographien von F.berichten finden sich in: 120. Conte Pio Resse, Cat. d’une coll. de solennités et des ouvrages sur les feux d’artifice faisant partie de la bibl. de la Villa del Salviatino à Florence, Rom 1893. - [106] S. 89 bis 128. - [108] S. 200-215 (für den Zeitraum von 1612 bis 1713). - [116] S. 198-230.

Häufiger zitiert wurden: 121. Chr. Helle, „15 Lust- und Frewden-Feur“, nach 1682 erschienener Sammelbd. mit Abb. und kurzen Beschreibungen der 1662 bis 1682 in oder bei München veranstalteten F., o. O. und J. – 122. (Pierre de Bretagne), Rejouissances et Fêtes Magnifiques qui se sont faites en Baviere l’an 1722 ..., Mchn. 1723. – 123. Max Jähns, Gesch. der Kriegswiss. vornehmlich in Dtld., 1. Abt., Mchn. und Lpz. 1889 (Gesch. der Wiss. in Dtld., Neuere Zeit, Bd. 21). – 124. S. J. von Romocki, Gesch. der Explosivstoffe, Bd. 1, Bln. 1895. – 124 a. Vasari, ed. Milanesi, Bd. 6. - 125. Diederichs Bd. 2. – 126. Emile Magne, Les fêtes en Europe au XVIIe s., Paris 1930 (Les plaisirs et les fêtes, Bd. [2]). – 127. Erich Schön, Gesch. des dt. Feuerwerkswesens der Armée und der Marine mit Einschluß des Zeugwesens, Bln. 1936. – 128. Friedr. Sieber, Volk und volkstümliche Motivik im Festwerk des Barocks, dargestellt an Dresdner Bildquellen, Bln. 1960 (Dt. Akad. der Wiss. zu Bln., Veröffn. des Inst. für dt. Volkskde., Bd. 21). – 129. Joh. Schlick, Wasserfeste und Teichtheater des Barock, Diss. Kiel 1960 (masch.). – 130. Franco Mancini, Scenografia Napoletana dell’età barocca, Neapel 1964. – 131. Franç. Souchal, Les Slodtz, sculpteurs et décorateurs du Roi (1685-1764), Paris 1967. – 132. Eberhard Straub, Repraesentatio Maiestatis oder churbayerische Freudenfeste, Mchn. 1969 (Misc. Bavarica Monacensia, 14). – 133. Ausst.kat. „Entrées royales et fêtes populaires...“, Lyon 1970. – 134. Alain-Charles Gruber, Les grandes fêtes et leurs décors à l’époque de Louis XVI, Genf 1972 (Hist. des idées et critique littéraire, 122). – 135. Maurizio Fagiolo dell’Arco und Silvia Carandini, L’effimero barocco. Strutture della festa nella Roma del ’600, Rom 1977-1978 (Bibl. di storia dell’arte, 10-11). – 136. Karl Möseneder, Zeremoniell und monumentale Poesie. Der Einzug Ludwigs XIV. 1660 in Paris, Bln. 1983.