Fayence

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englisch: Faience, majolica; französisch: Fayence, majolique, faïence; italienisch: Maiolica, faenza.


Adalbert Klein (1979)

RDK VII, 876–905


RDK VII, 875, Abb. 1. Nürnberg, E. 15. Jh.
RDK VII, 877, Abb. 2. Troppau (Opava), 1530.
RDK VII, 879, Abb. 3. Nürnberg, 1531.
RDK VII, 881, Abb. 4. Zürich, 1584.
RDK VII, 881, Abb. 5. Prag, 1598.
RDK VII, 883, Abb. 6. Frankfurt a. M., um 1680.
RDK VII, 883, Abb. 7. Düsseldorf, Wolf Rößler, um 1680.
RDK VII, 885, Abb. 8. Frankfurt a. M., um 1685.
RDK VII, 887, Abb. 9. Hamburg, um 1703-1708.
RDK VII, 887, Abb. 10. Düsseldorf, um 1730.
RDK VII, 889, Abb. 11. Düsseldorf, Adam Friedr. von Löwenfinck, zw. 1741 und 1743.
RDK VII, 891, Abb. 12. Frankfurt a. M., um 1750.
RDK VII, 893, Abb. 13. Hamburg, 1. H. 18. Jh.
RDK VII, 893, Abb. 14. Hamburg, M. 18. Jh.
RDK VII, 897, Abb. 15 a. Joh. Esaias Nilson, nach 1752.
RDK VII, 897, Abb. 15 b. Hamburg, Gg. Friedr. Kordenbusch, um 1755.
RDK VII, 899, Abb. 16. Lübeck, 2. H. 18. Jh.
RDK VII, 901, Abb. 17. Schierensee, um 1765.

I. Definition, Wort, Abgrenzung

Unter F. versteht man Irdenware, deren Hauptmerkmal weiß deckende Zinnglasur ist. Für diese Keramikgattung wird auch die Bezeichnung Majolika gebraucht, und zwar bevorzugt für ital. und span. F.

Das Wort F. ist aus dem Französischen übernommen (faience, entstanden 2. H. 16. Jh.: Gay Bd. 1 S. 689 [1599, 1633]; s. Sp. 880) und hergeleitet vom Namen eines der ital. Hauptherstellungsorte, Faenza. Das Wort Majolika (maiorica, von den Italienern urspr. für F. aus O-Spanien geprägt, später auf eigene Erzeugnisse übertragen) wird abgeleitet vom Namen der Insel Mallorca, vielleicht einem der Umschlagplätze für F. im 15. Jh., nach anderen vom Namen der Genueser Seefahrerfamilie Maiollo (so Emile Fabre, Die franz. F. des Mittelmeergebietes, Köln 1965, S. 13f.) oder von Málaga, einem der span.-maurischen F.herstellungsorte [14, S. 304]. In Archivalien findet sich seit E. 16. Jh. gelegentlich die irreführende Bezeichnung „Porzellain“ oder „F.-porzellain“ für F. [38, Bd. 1 S. 119f.]; 1779 wurde von F. als „unächtem Porzellan“ gesprochen (Kluge-Mitzka, Art. „F.“; ebenso Krünitz Bd. 12 [1786] S. 305).

Als F. wird gelegentlich auch Irdenware mit einer Engobe aus hellem Ton und darüber liegender, transparenter farbloser Bleiglasur bezeichnet (z. B. [1] Bd. 1 S. 548 Anm. 2); diese ist jedoch von „echter“ F. zu unterscheiden und wird deshalb, obwohl mißverständlich, *Halb-F. oder Mezza-Majolika genannt (vgl. ebd. S. 59f.). „Faience fine“ bezeichnet Steingut.

II. Technik

Als Material dienen gewachsene Tone aus natürlichen Vorkommen, meist gewonnen in der Nähe des Herstellungsortes der F. Der Ton wird durch Reinigen, Walken und längeres Lagern aufbereitet.

Nach dem Formen durch Drehen auf der Töpferscheibe oder durch Ausdrücken in Gipsnegativen erfolgt das Trocknen an der Luft bis zum lederharten Zustand. Freiplastische Teile, z. B. Henkel, werden mit der Hand geformt und nach dem Trocknen „angarniert“, d. h. mittels Tonbrei angeklebt. Der so gewonnene Rohling wird im Schrühbrand bei ca. 800° zu einem harten, porösen Scherben, der nun durch Tauchen oder Begießen mit dem Schöpflöffel glasiert werden kann. Die Glasur ist ein wässriger Brei mit Zinnoxyd als wichtigstem Bestandteil. Der poröse Scherben saugt das Wasser dieses Glasurbreis auf, so daß die Glasurmasse überzugartig haftet und antrocknet.

Auf diesem Glasurauftrag kann mit Scharffeuerfarben gemalt werden: Kobaltblau, Kupfergrün (Grün auch aus Mischung von Blau und Gelb), Antimongelb, Manganviolett und -braunschwarz, unter besonderen Voraussetzungen auch Eisenrot. Zur Bemalung gebrauchte man auch Schablonen; Korrekturen sind durch Abschaben und Neuauftragen von Glasur möglich. Tönung größerer Flächen kann durch Auftupfen der Farbe mit einem Schwamm oder Aufspritzen mit dem Pinsel (jaspieren) erreicht werden.

Anschließend erfolgt der Garbrand bei 900 bis 1050°, bei dem das Zinnoxyd der Glasur zu einem undurchsichtigen weißen Überzug wird und die Scharffeuerfarben in die Glasur einschmelzen. Glasur und Scherben haften aneinander, die Glasur kann abblättern, vor allem bei ungeeignetem Ton.

F., die vor dem Garbrand unbemalt blieb, kann über der gebrannten Glasur mit Muffelfarben bemalt werden. Sie wird danach in vor den Flammen schützende Schamottkapseln eingesetzt und nochmals bei 720–860° ein- oder mehrmals in gewölbten Kammeröfen mit Feuer- und Brennraum oder in kleineren Muffelöfen gebrannt. Zu den keramischen Bemalungstechniken trat im 1. Dr. 18. Jh. ersatzweise auch kalte Bemalung mit Lackfarben und Gold.

Ebenfalls nach dem Garbrand können Lüsterfarben und -glasuren aufgebracht werden. „Lüster sind hauchdünne, glänzende Metallschichten von gelber, goldener, rotbrauner oder brauner Farbe, mit denen die Oberfläche von Glasuren dekoriert wird“ [13, S. 332]. Außerdem gibt es Lüsterfarben, mit denen gemalt werden kann (s. Lüster).

Eine bleihaltige Überglasur (coperta, kwaart), die manchmal vor dem Garbrand über die Malerei gelegt wurde, verlieh – farblos und transparent – der F. einen besonderen Glanz.

Zur F.technik s. Kurt Röder, Das Kelsterbacher Porzellan, Darmstadt 1931, S. 3–6; [38] Bd. 1 S. 95 bis 99; [10] S. 117f.

III. Geschichte

A. F. außerhalb Deutschlands

1. Orient

Im alten Ägypten ist F.technik nicht verwendet worden (zum Gebrauch des Begriffs in der Ägyptologie s. Birgit Schlick-Nolte, Art. „F.“ in: Lex. der Ägyptologie Bd. 2 Sp. 138–42 Wiesbaden 1975]; zur entsprechenden Anwendung in der vorderasiatischen Archäologie s. H. Kühne, Art. „Glas, Glasur“ in: Reallex. der Assyrologie und vorderasiat. Arch. Bd. 3 S. 407 bis 427 [Bln. und New York 1957–71]; vgl. Art. „F.“ ebd. S. 29–31).

Zinnoxydglasur ist nachgewiesen an Ziegeln aus Nimrud, Assyrien, 750–612 v. Chr., und wurde verwendet am Ischtartor in Babylon, 604 bis 562 v. Chr., in Susa und Persepolis (Hans E. Wulff, The traditional crafts of Persia, Cambridge, Mass., und London 1966, S. 139f., 144).

Erst in islamischer Zeit, seit dem 9. Jh., läßt sich wieder Zinnoxydglasur belegen. F. wurde in Mesopotamien, besonders Samarra und Bagdad hergestellt, angeregt wohl durch chinesisches Porzellan ([12] S. 3, 10f, bes. S. 13f., Taf. 8f.; [13] S. 7, 10ff., ebd. auch Hinweise auf die Vermittlung chinesischen Dekors durch islamische Keramik nach Europa in späterer Zeit). Die ebenfalls in Mesopotamien im 9. Jh. entwickelte Lüsterdekoration wurde auch für F. verwendet und fand Verbreitung im ganzen islamischen Gebiet; die Technik wurde im 10.–12. Jh. besonders in Ägypten (Fustat), später in Persien geübt ([12] S. 14ff., Taf. 11–13; [13] S. 304f.).

2. Spanien

Durch islamische K.handwerker gelangte die Kenntnis der F.herstellung nach Europa, zunächst nach Spanien ([14] S. 10f.; [13] S. 16, 304f.; [22] S. 14; allg. s. [15]).

Span. F., wegen des arabischen Einflusses auch span.-maurische F. genannt, zeigt überwiegend Lüsterdekor (älteste Funde 10. Jh.: ([13] S. 16, ebd. die Vermittlung der F.technik nach Spanien ins 8. Jh. gesetzt). Lüster-F. wurde seit M. 13. Jh. im maurischen Kgr. Granada, seit 1. H. 14. Jh. in Málaga, auch in Almeria, Murcia und anderwärts hergestellt, wenig später im Gebiet um Valencia, wo im 15. Jh. das Zentrum für die Herstellung lüstrierter Keramik entstand (Manises, Paterna, Mislata). Seit 1. H. 14. Jh. wurde in Paterna auch eigenständige F. geschaffen, gekennzeichnet durch cremeweiße Glasur und Bemalung in Kupfergrün und Manganviolett mit europäischen (gotischen) Ornamenten und christlichen Motiven [13, S. 16, 305, 309f.]. – Auch die bereits im Orient vor allem zur Fliesenherstellung entwickelte Cuerda-seca-Technik wurde in Spanien aufgenommen ([15] Bd. 1 S. 50ff., 95; [13] S. 324; Beisp. bei [21] Nr. 193–201, 156 [Geschirr]), seit E. 15. Jh. die Cuenca-Technik ausgebildet ([22] S. 38f. und Nr. 17–29; [21] Nr. 202–48). – Hauptort der Fhesenherstellung wurde im 14. Jh. Sevilla, nach 1500 auch Toledo.

Span. F. wurden nach Italien und in andere Mittelmeerländer, sogar in den Orient, und bis nach Burgund, Flandern, England und in die Hansestädte versandt ([13] S. 305; [22] S. 14).

3. Italien

Die nach Italien exportierten und teilweise auf ital. Bestellung gefertigten span. F. (mit Wappen ital. Familien: [21] S. 18; [22] Nr. 3) wurden einflußreich für ital. F.herstellung. Die Kenntnis der Technik, auch des Lüsterdekors, gelangte ebenfalls aus Spanien und über den Levantehandel nach Italien. Einfluß span. F. mit manganvioletter und kupfergrüner Bemalung wurde zuerst an älteren Zentren der Töpferei, besonders in der Toskana (Florenz, Siena), in Orvieto und Faenza, wirksam [25, S. 4]; die ältesten der dort entstandenen Stücke vom E. 14. Jh. und A. 15. Jh. zeigen Verwandtschaft mit F. aus Paterna [18, S. 11].

Die Anfänge der F.herstellung im Trecento sind unklar. Zwar bezeugen Texte die Kenntnis der Zinnoxydglasur (bei [22] S. 76 zit.: Pietro del Bono aus Pola, Margarita preciosa, 1330 [s. Gay Bd. 1 S. 687], und Rezept von 1350), an den erhaltenen Stücken ist jedoch Zinnoxydglasur von weißlicher Engobe mit Überglasur nur schwer zu unterscheiden. Man hat beide Glasurarten offenbar auch an einem Stück verwendet (vgl. [22] Nr. 57ff.; [25] S. 4). Im 15. und 16. Jh. fertigte man in Oberitalien noch vielerorts Halb-F. und besonders sog. Sgraffitoware ([22] S. 77; [13] S. 73 und 78).

Seit etwa 1400 wurde F. bereits an mehreren Orten hergestellt, zuerst vorwiegend in Florenz und der übrigen Toskana.

Gegen M. 15. Jh. entstanden Apothekengefäße mit grauweißer Glasur und erhabener kobaltblauer Bemalung mit manganvioletter Zeichnung von Vögeln und Blättern ([7] Abb. 59; [22] Nr. 71f.). Seit der 2. H. 15. Jh. konnten einheimische Erzeugnisse die Importware aus Spanien überflügeln; man ging an vielen Orten zu Blaumalerei und polychromen Dekoren über, so z. B. in Urbino, Deruta und um 1500 in Venedig [20, S. 40ff.]. Die Anwendung von F.technik zum Fassen von Tonbildwerken, insbesondere Reliefs und Baukeramik, wurde im 15. und 16. Jh. von Mitgliedern der Familie della Robbia in Florenz gepflegt (z. B. RDK V 89f. Abb. 3).

Seit E. 15. Jh. waren die Werkstätten in Faenza führend. Hier, wie im übrigen Italien, wurde F. in handwerksmäßig organisierten Familienbetrieben hergestellt. In Faenza, aber auch an anderen Orten (zuerst in Castel Durante, weiter in Urbino, Caffaggiolo, Deruta usw., wo oft auch faentiner Handwerker arbeiteten) entstanden seit etwa 1510 die „istoriati“, flache Schüsseln oder Teller, deren ganze Fläche mit einer Szene, z. B. aus der antiken Geschichte, bemalt ist [18, S. 21ff., z. B. Taf. 62], und – ein anderer, ebenfalls mit dem Namen des Nicolo Pellipario in Castel Durante verbundener Dekorationstyp – Schüsseln mit Bildnissen [21, S. 21f.]. Beide Dekorationsweisen begegnen wieder auf frühen dt. F. (zu anderen Dekorationstypen s. ebd.). – Gegen M. 16. Jh. traten in Faenza weiße, nur mit vereinzelten Motiven dekorierte F. auf, die „bianchi di Faenza“, die weit über Italien hinaus versandt wurden und bis ins 17. Jh. die Produktion in Frankreich (dort wurde für sie die Bezeichnung „faïence“ geprägt) und in den Alpenländern (s. Sp. 886) beeinflußten ([22] S. 177ff.; Jeanne Giacomotti, Les coll. de F. blanche au Mus. nat. de Céramique, Cah. de la Céramique et des arts de feu 3, 1956, 4 bis 11).

Zur ital. F. und zu einzelnen Manufakturen s. [18-25].

In der Anwendung der Lüstertechnik brachten es ital. Fayenciers zur Meisterschaft.

Die frühesten Beispiele sind 1501 dat. und aus Deruta, darunter ein Relief eines hl. Sebastian [18, S. 19f., Taf. 37]. Maestro Giorgio Andreoli in Gubbio gelang die Vervollkommnung dieser Technik, besonders in der Verwendung von Lüsterrot, mit dem er auch Arbeiten anderer Werkstätten (z. B. in Deruta) bemalte (signierte Arbeiten von 1518 bis 1541: [18] S. 19f., Taf. 40–43).

Ital. F. wurde seit dem 15. Jh. nach Dtld. exportiert, auch auf dt. Bestellung gefertigt ([20] S. 41; Beisp. bei [21] Nr. 316; [22] Nr. 224, 234). Solche Stücke mögen Anregungen für dt. F. gegeben haben.

4. Frankreich

In Frankreich arbeiteten bereits im 4. V. 14. Jh. span. F.handwerker für den burgundischen Hof [29, S. 10]. Produktion größeren Umfangs entstand erst, als im 16. Jh. die Kenntnis der F.technik zusammen mit künstlerischen Anregungen aufs Neue durch Italiener eingeführt wurde, die sich seit 1512 in Lyon und anderwärts niederließen ([26] S. 5; [20] S. 43f.; [29] S. 10, 13).

Die F. der 2. H. 16. Jh. orientierte sich, obwohl mancherorts von franz. Handwerkern geschaffen, an ital. Vorbildern (Anne-Marie Marien-Dugardin, Les grotesques dans la majolique anversoise de la seconde moitié du XVIe s., Bull. des Mus. Royaux d'art et d'hist. 45, 1973, 173–200).

Franz. Fayenciers lassen sich zuerst in Rouen belegen: Masséot Abaquesne (um 1517–64) fertigte dort seit 1530 Fliesen, ab 1543 eine Apothekenausstattung ([27] Abb. 3; [29] S. 14). In Nîmes arbeitete zw. 1548 und 1590 Antoine Sigalon, dessen F. Anlehnung an Urbino zeigt. Die ersten in Lyon faßbaren Werkstätten, um 1550, sind noch an Namen ital. F.handwerker geknüpft. In Nevers wurde seit 4. V. 16. Jh. F. hergestellt, am Anfang wiederum von zugewanderten Italienern [29 S. 17ff.].

Um 1580 setzte die Herstellung weißer F. mit sparsamem Dekor (s. Sp. 880) durch ital., aber auch franz. Handwerker in Lyon ein, A. 17. Jh. in Nevers.

Seit der 2. H. 17. Jh. bildeten franz. Werkstätten und Manufakturen eigenen Stil aus. Zu einheimischen Motiven und Ornamenten gesellten sich unter dem Einfluß Delfter F. erste Chinoiserien (Nevers). Die Zeit Ludwigs XIV. war eine Blütezeit der F., es entstand geradezu eine F.mode, die die Herstellung von Gebrauchsware ebenso förderte wie die von Ziergerät und Ausstattungen von Räumen (das Trianon de Porcelain in Versailles, 1670–71, z. B. wurde mit F. aus Holland, Rouen und anderen franz. Werkstätten ausgestattet). Nevers, Rouen, Marseille und Moustiers waren die großen, auch über Frankreich hinaus einflußreichen Zentren, zu denen im Laufe des 18. Jh., über ganz Frankreich verteilt, mehr als hundert Werkstätten kamen, die alle ihre Eigenart aufwiesen.

Zwischen franz. und dt. Manufakturen bestand im 18. Jh. ein lebhafter Austausch. So übernahm man das blaue Rouen-Muster („decor rayonné“) in Straßburg, Ansbach und Durlach, die in der Wiener und Meißner Porzellanmanufaktur entstandenen „Deutschen Blumen“ in Luneville, Marseille, Meillonas und Sceaux ebenso wie in Höchst und Straßburg (Abb, 14).

Zu franz. F. s. [26–29]; E. Fabre a.a.O. [Sp. 876]; J. Chompret, J. Bloch, Jacques Guérin und Paul Alfassa, Rep. de la F. franç., 1 Textbd., 5 Taf.-bde., Paris 1935.

5. Niederlande

In den Niederlanden führten gleichfalls ital. Handwerker F.technik ein. Hauptort der F.herstellung wurde im 16. Jh. Antwerpen.

Italiener sind seit 2. Jz. 16. Jh. nachweisbar: Guido Andries, 1512 in den Niederlanden belegt (t vor 1541), wird vermutungsweise gleichgesetzt mit Guido da Savino, der laut Cipriano Piccolpasso aus Castel Durante nach Antwerpen gegangen war (Le tre libri dell'arte del vasaio, zw. 1556 und 1559, Ms. im Vict. und Alb. Mus.: ed. B. Rackham und Albert van de Put, London 1934, S. 8, 76 Anm. 10; [3a] S. 44). Die ältesten niederl. F. sind um 1520 entstanden und halten sich eng an ital. Vorbilder [32, S. 108f.].

Seit M. 16. Jh. findet sind neben ital. spezifisch niederl. Ornamentik, z. B. Rollwerk auf dem Rahmen eines Fliesenbildes von 1547 [5, Abb. 112f.] und auf Geschirr (Krug von 1562: [3] Taf. 70A; [3a] S. 444). Herstellungsorte sind neben Antwerpen u. a. Middelburg, Haarlem, Amsterdam und Rotterdam, wo besonders Fliesen hergestellt wurden (A. Hoynck van Papendrecht, De Rotterdamsche plateel- en tegelbakkers, Rotterdam 1920; [3] S. 443ff.).

In der 2. H. 17. Jh. wurden zahlreiche F.werkstätten in Delft gegründet, das sich seit der Jh.mitte zum Zentrum niederl. F.herstellung – Geschirr und Fliesen – entwickelte. Gefäßformen und Dekor erfuhren im 17. Jh. entscheidenden Wandel durch den Einfluß chinesischen Porzellans – in erster Linie Blauweiß-Porzellan –, das seit der Gründung der holländischen Ostindischen Kompanie 1602 in großen Mengen über die Niederlande nach Europa gelangte. Delfter Werkstätten gelang es, Porzellan mittels F.technik sehr gut nachzubilden. Die Gefäße wurden porzellanartig dünn ausgedreht und erhielten nach der Bemalung eine Überglasur (kwaart, s. Sp. 878) mit starkem Glanz; der Dekor ahmte chinesischen in Form und Farben nach. Japanische Porzellane lieferten Anregung für mehrfarbig – u. a. mit Blau, Rot und Gold – bemalte F. [32, S. 110f.].

Niederl. F. wurden in großer Zahl nach Dtld. verkauft, ihr Dekor, besonders der Blauweiß-Dekor, allenthalben nachgeahmt. Niederländische F.künstler waren an den ersten dt. Manufakturgründungen beteiligt (s. Sp. 892). Seit dem 3. Jz. 18. Jh., mehr noch seit ca. 1760, ging niederl. F.herstellung zurück und verlor an Bedeutung. Zu niederl. F. s. [30–32].

Über die Niederlande gelangte die Kenntnis der F.technik M. 16. Jh. nach England (für die Geschichte engl. F. s. [33]). – Zu skandinavischer F. des Ostseeraums s. Sp. 900.

B. Deutsche F.

1. Handwerkliche Werkstätten

Im dt. Sprachgebiet hat man seit dem ausgehenden 15. Jh. auf Hafnerkeramik mit bunter Bleiglasur weißdeckendes Zinnoxyd partiell – in einer Mischtechnik – als weiße Farbe benutzt.

Beispiele sind anfänglich in breiter geographischer Streuung nachzuweisen, Lokalisierungen in vielen Fällen hypothetisch. Zu Ofenkacheln des 15. und 16. Jh. vgl. Rosemarie Franz, Der Kachelofen, Graz 1969, S. 45, 55ff. (sächs. und thür. Werkstätten), 68, 73, 110; Pàl Voit und Imre Holl, Altungar. Ofenkacheln, Budapest 1963, Abb. 19–23, 25, 35, 38, 39f., 40f., 43 (A. 17. Jh.), 48; Konrad Strauß, Die Kachelk. des 15. und 16. Jh. in Dtld., Österr. und der Schweiz, Straßburg 1966, S. 20ff. (Kacheln aus Halberstadt, um 1468– E. 15. Jh.: Abb. 1); für Kacheln und Geschirr in Österr. s. Alfred Walcher von Molthein, Bunte Hafnerkeramik in den österr. Ländern, Wien 1906. Aus dem 16. Jh. sind Arbeiten der Nürnberger Hafner Hans Nickel (um 1536), Paul Preuning (um 1550) und Kunz Preuning (1548 als Geselle bei P. Preuning) zu nennen (Beisp. bei [7] Abb. 33; A. Walcher von Molthein a.a.O. S. 13, Taf. 7). Ihren Arbeiten verwandt sind Krüge von Merten Koller (1569 in Annaberg, Schlesien, z. B. ebd. S. 13, Taf. 8; [8] Abb. S. 99). Die Gruppe der sog. Hirschvogelkrüge schrieb man dem Nürnberger Stecher, Glasmaler und Hafner Augustin Hirschvogel zu, der 1531 für kurze Zeit eine Werkstattgemeinschaft mit den Hafnern Oswald Reinhardt und H. Nickel eingegangen war [39, S. 87]; es handelt sich aber um Arbeiten verschiedener Herkunft, u. a. solche der Nürnberger Preuning-Werkstatt (A. Walcher von Molthein, K. und K.handwerk 7, 1904, 486 und ebd. 8, 1905, 134ff.). Schlesische Schüsseln aus einer Werkstatt in Neiße, 2. H. 16. Jh., zeigen die Farbflächen konturierende Ritzung, die das Ineinanderlaufen der Farben verhinderte (K. Strauß, Neue Beitr. zur Hafnerkeramik in Schlesien, Keramos 50, 1970, 147–54 mit älterer Lit.).

In Böhmen wurden um 1520–30 Kacheln, aber auch Geschirr, mit Zinnglasur bemalt. Herstellungsort war Kuttenberg (Kutná Hora), vielleicht auch Prag (Zdenek Smetánka und Olga Topolová, Die älteste böhm. Keramik mit Zinnglasur, Památky arch. 58, 1967, 499–544).

F.technik – Zinnglasur als Überzug des ganzen Gefäßes (nicht mehr Hafnerware mit Zinnoxydglasur als weißer Farbe) – ist im dt. Sprachgebiet seit 2. Jz. 16. Jh. nachzuweisen. Für sie wurde die Bezeichnung Weißhafnerei eingeführt [8, S. 97, 102]. Die Kenntnis der Technik kam aus Italien nach Dtld., zusammen mit der Kenntnis ital. Dekorweisen. Als Vermittler wesentlich waren Werkstätten, die in die Alpenländer lokalisiert werden (vgl. [44] S. 3–10). Welche Rolle F.werkstätten im Ungarn (Buda) des 3. Dr. 15. Jh. spielten, läßt sich nicht recht abschätzen. Offenbar war die Produktion vor ca. 1600 nicht sehr umfangreich und blieb auf kleine Werkstätten beschränkt.

Vermutungen, daß einige auf dt. Tafelbildern des 15. Jh. wiedergegebene Gefäße F. dt. Herkunft seien (so K. Strauß, Keramikgefäße, insbes. F.gefäße, auf Tafelbildern der dt. und niederl. Schule des 15. und 16. Jh., Keramik-Freunde der Schweiz, Mitt.bl. 84, 1972, 3–41), sind weder durch schriftl. Nachrichten noch durch erhaltene Stücke belegbar (ebd. S. 17f.; s. auch Elfr. Scheil, F. in der Malerei des MA, Diss. Mchn. 1977; Ottobrunn 1977).

Bodenfunde bezeugen die frühesten F.werkstätten n. der Alpen in Ungarn. Sie wurden unter Kg. Matthias Corvinus im 3. Dr. 15. Jh. in Buda vermutlich von Handwerkern aus Faenza eingerichtet, waren aber offenbar nicht über A. 16. Jh. hinaus in Betrieb. Vielleicht haben Budapester Hafner die Kenntnis der Zinnglasur übernommen und nach Österr. übermittelt ([42] S. 5; Jolán Balogh, Die Anfänge der Renss. in Ungarn [= Forschgn. und Ber. des Khist. Inst. der Univ. Graz, 4], Graz 1975, S. 277ff.).

Einige F. des 16. Jh. verweisen auf das Gebiet Bozen – Meran: F.kachelöfen (der früheste dat. von 1530 im Schles. Mus. Troppau (Opava): Abb. 2; Jos. Ringler, Beitr. zur südtirolischen F.kunst des 16. Jh., Der Schiern 27, 1953, 6–20; R. Franz a.a.O. [Sp. 885] S. 100ff. m. Abb.) und *Eulengefäße (seit den 1540er Jahren: RDK VI 331–35) tragen Wappen südtiroler Familien. Das Monogramm PR einer Bildschüssel im Germ. Nat.mus. Nürnberg mit Samson und Dalila (nach Hans Burgkmairs Holzschnitt B. 6, um 1519), dat. 1526, wird mit Peter Rieder aufgelöst, der 1513 als Einwohner von Innsbruck belegt ist und dort und in Bozen tätig war (J. Ringler a.a.O. S. 15, Abb. 9; G. Schiedlausky [39] S. 88, Abb. 1f. behält die Lokalisierung nach Nürnberg bei). Von Barth. Dill Riemenschneider in Bozen (Schwiegersohn P. Rieders) sind monogrammierte Kachelöfen bekannt (u. a. ehem. auf Burg Kreuzenstein bei Wien, 1541 dat., 1915 zerst.: [8] S. 102f.; R. Franz a.a.O. S. 102; zur ganzen Gruppe vgl. J. Ringler a.a.O. S. 10ff.; Wolfg. Pffeiffer, Beitr. zu B.D.R., Cultura Atesina 16, 1962, 19–38; J. Ringler, Tiroler Hafnerk. [= Tiroler Wirtschaftsstud., 22], Innsbruck 1965; R. Franz a.a.O. S. 100ff.; zu einem südtiroler Ofen von 1555 s. G. Schiedlausky, Keramos 8, 1960, 3–12 und RDK VI 1240 Abb. 5). Aus der M. 17. Jh. ist eine Schüssel mit Lot und seinen Töchtern, dat. 1649, zu erwähnen (Ddf., Hetjens-Mus.: [44] Abb. 3).

Weitere Lit. zu tiroler F.: A. Walcher von Molthein, Altes K.handwerk 1, 1927–28, 26–31; Karl Moeser, Der Schiern 27, 1953, 20–23; K. Strauß, Keramik-Freunde der Schweiz, Mitt.bl. 78, 1969, 2–5; [8] S. 102; s. auch [44] S. 3–5, Abb. 1–4, 17.

Ein wichtiger Ort der F.herstellung n. der Alpen dürfte Nürnberg gewesen sein ([39]; [44] S. 11). Nürnberger Hafner wanderten (ebenso wie Augsburger) nach Venedig, um F.technik kennen zu lernen [8, S. 102].

Mehrere F.gefäße, in erster Linie Schüsseln, sind vermutlich Nürnberger Herkunft [44, S. 5–9, Abb. 5–12]. Sie zeigen in den Formen (gewellter Rand, Fächerschüsseln) und im Dekor (z. B. ganzflächige, vielfigurige Szenen der biblischen Historie oder der Mythologie, Halbfigurenbildnisse) Einfluß ital. Vorbilder (die sich in Nürnberg selbst befunden haben könnten). Die Stücke des 16. und A. 17. Jh. lassen sich nach ihrer Entstehungszeit ordnen [41]: der ältesten Gruppe gehören sechs Stücke mit Jahreszahlen zw. 1530 und 1536 an (z. B. Abb. 3; [39] Abb. 3f.), der zweiten vielleicht zwei 1546 dat. Schüsseln, ein 1555 dat. Teller neben anderen Stücken, vor allem im Germ.Nat.mus. Nürnberg (z. B. [39J Abb. 5), der dritten Gruppe, dem 3. Dr. 16. Jh. und A. 17. Jh. zuzuweisen, Schüsseln mit Historienbildern, Bildnissen und spätestes dat. Stück, 1609 – der Darstellung einer Venus [42, Abb. 9]. Die F. ab 2. Jz, 17. Jh. lassen sich z. T. einer Werkstatt zuweisen ([39] S. 148f., Abb. 13; [41] Abb. 6–8), das späteste Stück dieser Gruppe trägt die Jahreszahl 1630.

Ein weiterer Herstellungsort war wohl auch Creußen in Ofr. ([40]; [44] S. 9, Abb. 15f.).

Ob einige vermutlich fränk. F. der 2. H. 16. Jh. dort entstanden sind, ist ungewiß [40, S. 234]. Sichere Lokalisierung ist erst für eine bis um 1668 entstandene Gruppe möglich, deren älteste Stücke die Daten 1618, 1621 und 1629 tragen und mit LS signiert sind. Diese Signatur wurde früher als die des Lorenz Speckner gedeutet (getauft 1598, † 1669: s. ebd.), wird aber heute als die des Leonh. Schmidt (in Creußen urk. belegt 1612–63) angesehen (Karl Sitzmann, Beitr. zur Töpferk. in Ofr., Bayer. Heimatschutz 26, 1930, 50–64, bes. S. 60f.). Unsicher ist auch die Auflösung der ebenfalls vorkommenden Monogramme LSP (Lorenz Speckner ?) und HLSP (Joh. Lorenz Speckner?: Thieme-Becker Bd. 37 S. 430f.).

Zu weiteren fränk. F. s. [44] S. 9, Abb. 18–22.

Ins Bodenseegebiet, in die Schweiz und nach Schwaben gelangte F. technik um die M. 16. Jh., möglicherweise durch ausgewanderte Südtiroler.

Als eine der ältesten erh. F. der Schweiz gilt eine Ofenbekrönung von 1542 aus unbek. Werkstatt (Zürich, Schweiz. L.mus.: [34] Abb. 256). In Lindau wurden Fragmente eines F.kachelofens mit Dat. 1553 ausgegraben, vergleichbar südtiroler und Winterthurer Öfen (rekonstruiert in den Stadt. K.slgn. in Lindau: R. Franz a.a.O. [Sp. 885] S. 105, Abb. 317 bis 320); einer der ältesten schweiz. Öfen, 1566, aus der Rosenburg in Stans, Kt. Unterwalden, läßt sich ebenfalls nicht genauer lokalisieren (Zürich, Schweiz. L.mus.: ebd. S. 105, 135, Taf. 7). Für diese und andere Öfen ist charakteristisch, daß man einen Teil ihrer Kacheln in F. technik, die anderen als bleiglasierte Hafnerware (Reliefkacheln) hergestellt hat (für solche schweiz. Öfen des 16. und 17. Jh. s. ebd. S. 105, 108, Taf. S, Abb. 348; gleiche Technik zeigen auch die Öfen des Hans Kraut [1532–92], der in Villingen im Schwarzwald arbeitete, frühester erh. Ofen 1578 dat.: ebd. S. 106ff., Abb. 322–28, 332–35). – Im 16. und 17. Jh. wurde Winterthur der Hauptort schweiz. F.herstellung; eine der bedeutendsten Hafnerwerkstätten war die der Familie Pfau, der bereits ein 1584 dat. Scherztrinkgefäß in Form eines Buches (Abb. 4) und Ofenkacheln der 1570er Jahre zuzuweisen sind (Zürich, Schweiz. L.mus.: Karl Frei, Ein Scherztrinkgefäß des Winterthurer Hafners Ludwig I Pfau und andere Arbeiten seiner Werkstatt, 60. Jber. Schweiz. L.mus in Zürich, 1951, 65–73). Zu Arbeiten des 17. Jh. s. Rob. L. Wyss, Winterthurer Keramik, Hafnerware aus dem 17. Jh. [= Schweiz.

Heimatbücher, 169–72], Bern 1973; R. Franz a.a.O. S. 134–38). – In der 1. H. 18. Jh. entstanden in Steckborn, Kt. Thurgau, besonders in der Werkstatt von Daniel Meier, F.öfen, die auch nach S-Dtld. exportiert wurden ([34] S. 553, Abb. 258; weitere Lit. bei [3 a] S. 592; ebd. S. 605 allg. Lit. zu schweiz. F.).

Für Schwaben werden einige gegen M. und in der 2. H. 16. Jh. entstandene F. in Anspruch genommen (Ringflaschen, Teller, Albarelli, z. B. 1544 dat. Stücke: [41] passim m. Abb.; [44] S. 9, Abb. 13f.). Die Rolle Augsburgs ist noch ungeklärt [8, S. 103].

Im Salzkammergut läßt sich F. seit dem 17. Jh. und bis ins 19. Jh. nachweisen; die Zuweisung älterer Stücke ist fraglich (A. Walcher von Molthein a.a.O. [Sp. 885] 1906, S. 41ff.).

Nach Salzburg wird ein Ofen mit F.kacheln aus dem 4. V. 16. Jh. aus der Hofburg in Wien lokalisiert (Wien, Mus. für angew. K.: R. Franz a.a.O. [Sp. 885] S. 108f., Taf. 9; ein 1608 dat. Ofen befindet sich in Schloß Heilbrunn, Salzburg: ebd. S. 109, Abb. 339). Einen Salzburger Birnkrug, 3. V. 16. Jh., aus der Werkstatt Thomas Obermillners, im Bayer. Nat.mus. München nennt [44] S. 5; s. auch A. Walcher von Molthein, K. und K.handwerk 10, 1907, 89–92; Friederike Prodinger, Salzburger Mus. Carolino-Augusteum, Jahresschr. 11, 1965, 53–71.

Die Anfänge der sog. Habaner F. sind unklar; datierte Stücke gibt es seit E. 16. Jh. [42, S. 26].

Habaner werden Gruppen von Wiedertäufern aus verschiedenen Ländern in Böhmen, Mähren (seit 1526, Blüte um 1580), der Slowakei, Ungarn (seit 1546 nachweisbar: [42] S. 8) und Siebenbürgen genannt. Der Name wird abgeleitet aus dem Mißverständnis der Bezeichnung „Haushaben“ für einen von mehreren Gebäuden umstandenen Hof (Christiane Rein-Hedrich und Kurt Rein, Name und Herkunft der „Habaner“ und ihrer Keramik, Südostdt. Archiv 15/16, 1972/73, 36–65, ebd. andere Ableitungen wiederlegt; andere Bezeichnungen: Neuchristen, Hutterische Brüder).

Ihre ausschließlich zum Verkauf gefertigte F. (Abnehmer waren vor allem die adeligen Grundherren, s. Franz Lessner, Alte und moderne K. 12, 1967, H. 91, 21–25) wurde nicht selten arbeitsteilig produziert. Marken gibt es nur in der Frühzeit und wieder seit 2. H. 17. Jh., als die Gemeinschaftsproduktion von einzelnen Handwerkern durchbrochen wurde. Ob, wie bisher allgemein angenommen, ital. F.handwerker in den Wiedertäufergemeinden arbeiteten, ist durch die Archivforschungen von Ch. Rein-Hedrich und K. Rein a.a.O. fraglich geworden.

Kennzeichen des „brüderischen Weißgeschirrs“ des 17. Jh. sind glatte, reinweiße Glasur und sparsamer, ein- oder mehrfarbiger Scharffeuerdekor, eng verwandt den in Faenza gegen M. 16. Jh. üblichen „bianchi“ (z. B. Abb. 5). Der Dekor – übernommen aus Musterbüchern und in Handwerksordnungen festgelegt – zeigt vorwiegend Pflanzenmotive, oft Wappen, Namen oder Monogramm des Bestellers. Daten beziehen sich auf Gedenktage des Bestellers, sind also keine Herstellerdaten [42, S. 44ff.]. Auch die Geschirrformen entsprechen vielfach italienischen, z. B. Schüsseln und Teller mit durchbrochenem, gewelltem oder in andere Formen gepreßtem Rand. In der 2. H. 17. Jh. wurde auch Delfter Dekor in Blau und Weiß übernommen. Hergestellt hat man vor allem Geschirr, aber auch Ofenkacheln, Boden- und Wandfliesen.

Schwerpunkt der F.herstellung wurde vom 4. V. 16. Jh. – M. 17. Jh. Ödenburg (Sopron) in W-Ungarn. In Böhmen und Mähren gab es wegen Abwanderung nach der Schlacht am Weißen Berg, 1620, im späteren 17. Jh. kaum noch F., dagegen blühte die F.herstellung in Siebenbürgen auf ([42] S. 11ff.; Magda Bunta, Azerdélyi haban kéramia, Bukarest 1973; Imre Katona, A habán kerámia Magyarorszâgon, Budapest 1974). Nach M. 18. Jh. erlosch die Habaner Produktion (zu einem späten Stück s. Maria und Bela Krisztinkovich, Keramos 36, 1967, 28–34).

Zu Wanderung, Arbeitsweise und Produkten der Habaner s. [42]; Karel Cernohorsky, Die Anfänge der Habaner F. Kunst, Augsburg 1927; ders., Počátky habánských fajansí, in: Fs. zum 60. Geburtstage von E. W. Braun [= Anz. des L.mus Troppau 2, 1930], Augsburg 1931, S. 103–43; Walter Kuhn, Gesch. der dt. Ostsiedlung in der Neuzeit, Bd. 2, Köln und Graz 1957, S. 309–33, Karte 18f.; Herm. Landsfeld, Lidové hrnčířství a džbánkařství, Prag 1950; Alena Kudělková und Milena Zeminová, Habánská Fajans [= Kat. der Kgwb.mus. in Prag und Brünn, 2], Prag 1961; J. Katona, Az iparmüvészeti Muzeum ... Évkönyve 7, 1964, 73–90; ders., ebd. 8, 1965, 35–47; Ingolf Bauer, Habaner Geschirr, Bayer. Jb. für Volkskde. 1969, 204–06; ders., ebd. 1972 bis 1975, 223–35; [22] Nr. 136–38 mit weiterer Lit.; neuere Lit. auch bei Ch. Rein-Hedrich und K. Rein a.a.O.

Zahlreiche früher in die Steiermark und nach Krain lokalisierte F. des 16. und frühen 17. Jh. (so bei A. Walcher von Molthein, Die Kachel- und Töpferk. 2, 1923, 29ff.; Edm. W. Braun, Keramik-Freunde der Schweiz, Mitt.bl. 15, 1950, 12f.; Rob. Schmidt, Germ. Nat.mus. Nürnberg, 95. Jber., 1950, 7; K. Strauß, Keramik-Freunde der Schweiz, Mitt.bl. 70,1966, 3f.) werden heute als Erzeugnisse westungarischer Werkstätten der Habaner angesehen ([42] S. 25f., 28; Friedr. Waidacher, Hafnerhandwerk der Neuzeit in der Stm., in: Das steir. Handwerk [= Kat. zur 5. Landesausst. 1970, 1. Teil], Graz 1970, S. 336, 339 Anm. 7; [22] Nr. 138).

Hamburg ist als Herstellungsort dt. F. des 17. Jh. auszuscheiden; die sog. Hamburger F.krüge (Konr. Hüseler, Nordelbingen 4, 1925, 479–532) sind von Hamburger Kaufleuten in den Jahren um 1628–56 (dat. Stücke) in Portugal in Auftrag gegeben worden ([43] S. 332; [44] S. 17–19, Abb. 27ff.). – Im 18. Jh. gab es in Hamburg Werkstätten, die u. a. größere Ofenplatten in Blau und Manganviolett herstellten [35, S. 178f.].

2. Manufakturen

a. Allgemein.

Die ersten deutschen *Manufakturen entstanden um 1660 und waren Gesellschaften mit privatem ausländischem Kapital unter Leitung von Niederländern (z. B. Joh. Simonet, 1655 – 57 in Brüssel zu belegen, war in Hanau, Heusenstamm und Frankfurt tätig); ihnen folgten einheimische, vor allem fürstl. Gründungen.

Die Leitung der Manufaktur lag beim Unternehmer. Arbeitsteilige Herstellung brachte es mit sich, daß der auf eigene Rechnung arbeitende Kunsthandwerker von gegen Lohn arbeitenden Spezialisten abgelöst wurde, von Massebereitern, Drehern, Modelleuren, Modellmeistern, Formern, Glasierern, Malern – diese oft wieder spezialisiert –, Vergoldern und Brennern (Aufzählung z. B. des in Mosbach tätigen Personals bei Wilh. Stieda, Zs. für Gesch. des Oberrheins N. F. 19, 1904, 321). Der Einzelne war, bei geforderter hoher Leistung, anonym am Gesamtwerk beteiligt; nur selten erlauben Signaturen und Archivalien einzelne Personen herauszufinden. Der Ruhm der Leistung galt der Manufaktur, er haftete am Namen des Landesherrn, des Besitzers, der Stadt ihres Sitzes.

Manufakturarbeiter konnten die Stellung wechseln und wandern. So sind einige F.arbeiter – selten Massebereiter, Former und Modelleure, häufiger Glasierer und Maler – an verschiedenen Manufakturen nachzuweisen (für Maler vgl. [38] Bd. 1 S. 92, 108ff.; s. auch Wilh. Treue, Der Unternehmer im Bereich der chines. und europ. Keramik, 2. Teil: Europa, Keramos 14, 1961, 28–34). Dennoch zeigen die Manufakturen ihren eigenen Stil, trotz gegenseitiger Anregung und gleicher fremder Einflüsse (vor allem aus China, Frankreich und den Niederlanden).

Unter den Manufakturmalern, die an mehreren Orten tätig waren, sind einige hervorzuheben. Joh. Kaspar Rib (1681–1726) ist aus Frankfurt, Hanau, Ansbach, Nürnberg, Bayreuth, Braunschweig, Zerbst und Plaue(?) bekannt (Abb. 9; [38] Bd. 2 S. 265–68, Bd. 3 S. 417), Joh. Martin Frantz (vor 1707–nach 1767) war in Dorotheenthal, Braunschweig und Künersberg tätig (ebd. Bd. 2 S. 255–58, Bd. 3 S. 387), Joh. Valentin Bontemps (1698–1775) in Ansbach, Nürnberg und Künersberg (ebd. Bd. 3 S. 377), Jos. Phil. Dannhöffer (1720–90) in Wien, Bayreuth, Abtsbessingen, Höchst, Fulda, Hanau, Bonn und Ludwigsburg (ebd. Bd. 1 S. 108ff., Bd. 2 S. 259–65, Bd. 3 S. 381), Adam Friedr. von Löwenfinck (1714 bis 1754) in Meißen, Bayreuth, Ansbach, Fulda (vgl. Abb. 11), Höchst und Straßburg-Hagenau (ebd. Bd. 2 S. 274f., Bd. 3 S. 407).

Im Gegensatz zu Handwerksbetrieben arbeiteten Manufakturen überwiegend auf Lager, weniger auf Bestellung (Bestellungen, oft am Wappen der Besteller kenntlich, erfolgten z. B. für große Service; vgl. [38] Bd. 1 S. 103ff.). Der Käuferkreis, bei den einzelnen Manufakturen unterschiedlich, bestimmte weitgehend die Produktion. Für die Rentabilität der Manufakturen wirkte sich erschwerend aus, daß F. nicht, wie z. B. Porzellan, im Vervielfältigungsverfahren gefertigt werden konnte. Der Vertrieb erforderte eigene Organisation mit Verwaltungs- und Verkaufsangestellten, der Absatz (auf Messen und Märkten, durch reisende Händler, Export) war oft schwierig, Versteigerung oft letzter Versuch, dem wirtschaftlichen Ruin zu entgehen.

Vielerlei Gegenstände des profanen Bedarfs wurden in F.manufakturen gefertigt, so Tafelservice, *Fliesen und Öfen (Abb. 16), aber auch Kannen, Krüge (Abb. 7), Bowlengefäße (zu solchen in Form einer Mitra s. *'Bischofshut RDK II 783 m. Abb.), Rechauds mit Breinapf (RDK III 444 Abb. 6), Vasen verschiedener Formen (Abb. 6, 10f.), Leuchter, Blaker (RDK II 830 Abb. 3), Spiegelrahmen, Uhrgehäuse, Bildtafeln usw. (s. [38] Bd. 2 S. 190ff.). Seltener sind figürliche F. (Abb. 17), darunter Tierterrinen (Abb. 12), und Kirchengeräte, wie Altarvasen und -leuchter, Weihwasserbecken oder ausnahmsweise ganze Retabel (Schrezheim, sog. Freundschaftskap., 1775–80?: ebd. S. 170f., Abb. 66).

Fayencemarken sagen nur bedingt etwas über den Fertigungsort aus; sie waren im Gegensatz zu Porzellan nicht allgemein Brauch [38, Bd. 3 S. 453ff.]. Die Marke schützte nicht vor Nachahmungen (ebd. Bd. 2 S. 207f.; Verwechslung ähnlicher oder gar identischer Marken ist möglich).

Meistermarken nennen meist den Maler, können aber auch Zeichen des Formers oder Drehers sein.

Nur wenige Manufakturen haben unverwechselbare Marken, z. B. Abtsbessingen (Furke), Augsburg (Pinienzapfen), Bayreuth (BK, BP), Flörsheim (drei ligierte F), Fulda (FD), Göggingen (gog), Hannoversch Münden (drei Halbmonde), Köln (Anker), Künersberg (KB), Schrezheim (Buchszweiglein in Pfeilform).

Hie und da lassen sich Malersignaturen identifizieren. So zeichnete z. B. Joh. Heinr. Koch (Zerbst) mit Ko, Gg. Friedr. Kordenbusch (Nürnberg) mit G. K:. (so auf der Rückseite des Tellers Abb. 15 b) oder K:., Joh. Kaspar Rib in Frankfurt mit KR (Abb. 9), anderorts mit R. Selten erscheint der volle Orts- oder Malername (Abb. 9).

Für die Einordnung und Beurteilung eines Stücks wichtiger ist das Zusammenklingen aller Faktoren: Scherben, Form, handwerkliche Eigenart, Glasur, Farben, Art der Bemalung.

Für die Formen war im 17. Jh. sowohl die direkte als auch die über Holland (bes. Delft) vermittelte Anregung ostasiatischen Porzellans bestimmend, ohne daß vom Bedarf geforderte Formen einheimischer Tradition völlig aufgegeben worden wären. Mit der Erfindung des Hartporzellans 1708 wurde auch dieses vorbildlich.

Ostasiatisches bestimmte Formen der Vasen, auch der Kannen (zum Dekor s. Sp. 883f.). Dem einheimischen Formenkanon entnommen sind etwa Schnabelkannen, Seidel, Platten, Kabaretts und im 18. Jh., angeregt von Porzellan, Terrinen. Seit dem ausgehenden 17. Jh. setzte sich die eigene Formgebung stärker durch, auch wenn weiterhin Einfuhr chinesischen Porzellans neue Anregung bot. Eigenes prägte z. B. den Enghalskrug, konische Kannen, Kerzenleuchter, *Vasen wie Netz- und Potpourrivasen, auch wenn sie auf ostasiatische Formen zurückgehen.

Die Farbigkeit ist bestimmt zum einen durch die Eigenfarbe der Glasur, die in der Spielart der Weißtöne sehr unterschiedlich und auch in der Masse gefärbt sein kann (z. B. bläulich gefärbte Zinnglasur in Nürnberg, ziemlich reines Weiß in Künersberg, s. auch Sp. 897), zum anderen durch die Bemalung mit Scharffeuerfarben, überwiegend in Blau (zur ganzen, in der Regel monochrom gebrauchten Farbskala s. Sp. 877). Mehrfarbigen Scharffeuerdekor verwendete Frankfurt als erste Manufaktur im 4. V. 17. Jh. (Ad. Feulner, Frankfurter F., Bln. 1935, S. 73 bis 80); nach 1700 ist er bei mehr oder minder allen Manufakturen anzutreffen. Muffelfarbenmalerei, von Hausmalern (s. Sp. 896) einschließlich des schwierig zu handhabenden Purpurs bereits im 17. Jh. auf F. verwendet, wurde von A. F. von Löwenfinck in dt. F.manufakturen eingeführt. Er lernte diese Technik in der Porzellanmanufaktur Meißen kennen, wo sie unter Höroldt gepflegt worden war, und führte sie in den von ihm besuchten F.manufakturen ein. Von diesen ausgehend wurde Muffelfarbenmalerei seit M. 18. Jh. vielerorts angewendet.

Zweifarbigkeit kann auf Kontrastwirkung wie auf Tonigkeit beruhen. Bei Vielfarbigkeit wird den Einzelfarben unterscheidende dekorative Position und damit verschiedener Ausdruckswert zuerkannt. Dies ermöglicht u. a. die Produkte der Manufakturen zu unterscheiden: bei Magdeburg etwa ist allein die Wahl der Farben Violett und Laubgrün kennzeichnend. Auch F.maler lassen sich nach ihrer Farbpalette unterscheiden, z. B. ist Adam Friedr. von Löwenfinck an der bevorzugten Zusammenstellung von Eisenrot, Gelb, Violett, zweierlei Grün und Schwarz zu erkennen.

Noch die ersten Jzz. 18. Jh. standen im Zeichen der Flächenfüllung, später wurden die Motive lockerer angeordnet, in leichterer, oft bunter Farbgebung, bei der weißer oder getönter Grund gleichwertig neben die Malerei tritt.

Für gemalten Dekor, nach dem F. heute in erster Linie beurteilt wird, war zunächst die Anlehnung an chinesisches Porzellan und seine europ. Abkömmlinge, besonders in Holland, ausschlaggebend (chinesische Szenerien: Abb. 6, indianische Blumen: Abb. 8; RDK II 943f.; s.auch Chinoiserie: RDK III 439–81). Nach 1700 wurden zeitgenössische europ. Ornamente, wie das Laubwerk, das Bandelwerk, die Rocaille, aufgenommen. Seit etwa 1740 setzten sich die „Deutschen Blumen“ durch (Abb. 14; RDK II 944f.). Häufig sind Wappen (Abb. 8), Besitzermonogramme und -namen, auch Sprichwörter und Sprüche (Auflistung z. B. Ausst.Kat. „Durlacher F.“, Karlsruhe 1975, S. 471–76). Landschaftsdarstellungen haben holländ. Bilder und Stiche zur Vorlage; figürliche Szenen – vielfach nach Kupfern (vgl. Abb. 15a und b) – umfassen sowohl Schäferthemen wie Motive der antiken Mythologie und – seltener – Geschichte, der biblischen Historie und Heiligendarstellungen. Nach M. 18. Jh. gab man mehr und mehr auch Szenen des täglichen Lebens wieder.

Zu den Vorbildbereichen s. Bertrand Jestaz, Les modèles des la majolique historiée, Gaz. des B.-A. 144 (79), 1972, 215–40 und ebd. 115 (81), 1973, 109–28; Siegfried Ducret, Keramik und Graphik des 18. Jh., Braunschweig 1973; Ausst.Kat. Karlsruhe 1975 a.a.O. S. 39–56; auch zum Motivschatz s. [38] Bd. 2 197–207, 208–11.

Die Wertung der F. mehr nach ihrem Dekor als nach ihrer Form weist dem F.maler eine hervorragende Stellung zu. Dies gilt für Manufakturmaler ([44] S. 289ff., s. auch Sp. 892f.) wie für *Hausmaler (ebd. S. 284ff.). Letztere übernahmen die von der Manufaktur gefertigte Ware zur Bemalung (z. B. benutzten die Nürnberger Hausmaler vorwiegend F. aus Hanau und Frankfurt a. M.).

Der Kupferstecher und Radierer Joh. Ludwig Faber (sign. F.malereien von 1682–83 und 1688: [43] Nr. 346–48; [44] Abb. 301; RDK V 691 Abb. 5) wurde zu seinen Schwarzlotmalereien auf F. angeregt durch die Glas- und F.dekore mit Schwarzlot von Joh. Schaper (1621–70; vgl. RDK V 80). Wolfgang Rößler, Goldschmied und Kupferstecher in Nürnberg († 1717?), begann auch mit Schwarzlotmalerei und wandte sich dann einer feinst differenzierten Muffelmalerei zu (Abb. 7; [43] Nr. 343, 345; [44] Abb. 303, Taf. 11). Abraham Helmhack, Glasmaler und Kupferstecher in Nürnberg († 1724), brachte in vielfarbiger Muffelmalerei großblumige Ranken – Übernahme aus zeitgenössischen Ornamentstichen – mit Bildkartuschen in Schwarzlot oder Rot Ton in Ton ([43] Nr. 342, 344; [44] Abb. 302). Der Augsburger Kupferstecher und Goldarbeiter Barth. Seutter (1678–1754) malte auf F. aus Hanau, Nürnberg und Bayreuth bevorzugt feine lockere Blumensträuße – meist mit Vögeln – als Rahmung fest umrissener Kartuschen mit Bildern Ton in Ton, meist in Purpur oder leuchtendem Gelb bei reicher Farbskala im Ganzen ([43] Nr. 425). Matthias Schmidt (um 1684–um 1712, Monogramm M. S.) ist außer durch Schwarzlot- und Purpurmalerei durch seine das ganze Gefäß umziehenden Bilder bekannt, in denen neben den Buntfarben auch Schwarz eine große Rolle spielt (zu Hausmalern s. Gustav Edm. Pazaurek, Dt. F.- und Porzellanhausmaler, Lpz. 1925, und [44] S. 284).

b. Einzelne Manufakturen.

Die ältesten dt. F.manufakturen entstanden in Hanau 1661, Heusenstamm 1662, Frankfurt a.M. 1666, Berlin 1678 und Kassel 1680. An ihnen waren anfänglich holländische Fayenciers tätig. So erklärt sich die Ähnlichkeit mit Delfter Erzeugnissen (die oft. Unterscheidungen erschwert). Sehr bald jedoch fand jede Manufaktur zu ihrer eigenen F.gestaltung. Die F.produktion ging E. 18. Jh. an den meisten Orten zu Ende. F. wurde von Porzellan und dem billigeren Steingut abgelöst. – Zu den Manufakturen s. allgem. [38], [43], [44] und [10] und die dort genannte Lit.; im folgenden wird nur in Einzelfällen neuere Speziallit. genannt.

In Hanau (1661–1806) wurde vor allem Gebrauchsware hergestellt, u. a. die deutsche Ausprägung des Enghalskruges (RDK V 689 Abb. 3), der Krug in gedrückter Kugelform und der birnförmige Trinkkrug, daneben großzügig angelegte Fächerplatten (Abb. 8). Typisch ist die kleisterblaue Glasur, der Dekor mit stark stilisiertem Blumenstrauß (Ludwig von Döry u. a., F. und Porzellan aus hess. Manufakturen, Ffm. 1956, Abb. 1–7). – Zur kurzlebigen Manufaktur Heusenstamm (1662–66) s. Jean Helbig, Keramos 39, 1968, 12–16. – Frankfurt a. M. (1666–1772) führte den vielfarbigen Scharffeuerdekor ein (s. Sp. 895). Die Bemalung ist von hervorragender Qualität, großzügig in der Gesamtkonzeption, feinteilig in den Einzelheiten (Abb. 6; RDK V 690 Abb. 4; Ausst.Kat. „Keramika“, Ffm. 1978). – Berliner F. (vier Manufakturen zw. 1678 und um 1786) unterscheidet sich von Delfter in den Formen: kräftige Enghalskrüge und Schnabelkannen, profilierte Vasen, im Dekor durch zeichnerisch und farblich kontrastreichere Malerei. Zu den bevorzugten Formen gehört das in deutschen Manufakturen des 18. Jh. beliebte Seidel. Eine Eigenart der Funckeschen Manufaktur (1699–M. 18. Jh.) sind farbige Gründe (gelb, orange, türkisblau usw.: Abb. 10); Jaspierung – manganviolett oder blau gesprenkelter Grund – wurde hier eingeführt und später von anderen Manufakturen übernommen (RDK V 696 Abb. 9; Otto von Falke, Altberliner F., Bln. 1923). – Kassel (1680–um 1780) schuf Vasen und Krüge mit stark abgesetzten Teilen und eigenwilliger Profilierung, Umbildung holländischer Vorbilder.

Zu Beginn des 18. Jh. waren Berlin und Frankfurt a. M. Schwerpunkte dt. F.herstellung. Doch entstanden bald neue Zentren in S- und in N-Dtld.

Süddtld.: Ansbach (1710–1835) ist vor allem bekannt durch die „Grüne Familie“, gefertigt von 1730–1745, mit Muffelfarbendekor nach chines. Vorbildern, schuf aber auch andere Dekore (RDK V 693 Abb. 6) und F.figuren (ebd. Bd. 3 Sp. 443 Abb. 5). – Nürnberg (1712–um 1840) hat hervorragende Blaumalerei aufzuweisen. Erhalten sind blaubemalte und mehrfarbige F. z. B. der Maler Joh. Andreas Marx (1715–70), Justus Alex. Glüer (bis 1730 in Nürnberg nachweisbar) und Gg. Friedr. Kordenbusch († 1763; Abb. 15b). – Bayreuth (1714–1835) schuf Dekore in klarer Blaumalerei und dekorative, mehrfarbige Chinoiserien (RDK V 694 Abb. 7). – Zu Crailsheim (1715, um 1720–1827?) s. [44] S. 181–83, Abb. 189–92. – Künersberg bei Memmingen (1745–67/68) besaß große Vielseitigkeit der Formen, hervorragende porzellanähnliche Glasuren, glänzende Blaumalerei, Chinoiserien (RDK V 695 Abb. 8; Ausst.Kat. „Künersberger F.“, Memmingen 1962; Hilde Miedel, Bayerland 66, 1964, 317f.).

Im Südwesten nahm die Manufaktur in Straßburg (mit Hagenau; 1721–81) eine führende Stellung ein. Sie vermittelte zwischen deutscher und franz. F. und gehört aufgrund sehr guter künstlerischer und technischer Kräfte zu den bedeutendsten F.betrieben des 18. Jh.

Scherben und Glasur sind hervorragend gearbeitet. Zu Beginn waren blaue Rouendekore bestimmend (Abb. 13), daneben Chinoiserien in Blaumalerei. Um 1740 setzte polychrome Bemalung ein und etwa seit 1744 Dekore in Muffelfarben mit Indianischen Blumen, auch mit Chinoiserien, insbesondere aber mit deutschen Blumen (Abb. 14). Hervorzuheben sind auch sehr gute figürliche Arbeiten (Ausst.Kat. „Faïences de St. et Haguenau“, Straßburg 1975). Auch aus Niederweiler (1745/55 bis zur Gegenwart) sind sehr gute porzellanfeine Figuren bekannt. Eine Eigenart sind die Landschaftsbilder von François Michel Anstett und die Holz vortäuschende Bemalung mit ausgesparten, aufgeklebt scheinenden „Kupferstichblättern“ (Landschaften in Purpur; [38] Bd. 2 S. 207, Abb. 277; [43] S. 329ff. Nr. 495–500).

Weitere Manufakturen bestanden in Baden: Durlach (seit 1723, seit 1811/12 Steingut; Ausst.Kat. „Durlacher F.“, Karlsruhe 1975), Mosbach (1770 bis 1836: Ausst.Kat. „Mosbacher F. 1770–1836“, Mannheim 1970); in der Pfalz: Sulzbach (1752 bis 1774: Ausst.Kat. Mannheim 1970 a.a.O. Nr. 229 bis 254).

In Schwaben und Württ. arbeiteten außer in Künersberg (s. Sp. 898) Manufakturen u. a. in Ludwigsburg (1757/58–1824), Öttingen-Schrattenhofen (1735–um 1830), Göppingen (1741–nach 1778), Göggingen (1748–52: Heinz Friedr. Deininger, G., Beitr. zur Gesch. der Stadt, Göggingen 1969), Augsburg (?–um 1750: Hannelore Müller, Keramos 53/54, 1971, 57–76), Schrezheim bei Ellwangen (1752–1852: Hans Erdner und Gert K. Nagel, Die F.fabrik zu Sch. ..., Ellwangen 1972).

Schweizer Manufakturen entstanden erst in der 2. H. 18. Jh.; sie schufen deutscher F. eng Verwandtes ([8] S. 187f.; [34] S. 548–59; Ausst.Kat. „Vingt siècles céramique en Suisse“, Nyon 1958; Rud. Schnyder, F. im Gebiet der Schweiz, Zürich 1973): Lenzburg (zwei Manufakturen zw. 1762 und 19. Jh.: Siegfried Ducret, Die Lenzburger F. und Öfen des 18. und 19. Jh., Aarau [1950], von R. Schnyder a.a.O. überholt), Zürich (gegr. 1773) und Beromünster (gegr. 1778: Ausst.Kat. Nyon 1956 a.a.O. S. 18).

In Hessen fertigte die Manufaktur Fulda (1741–58) F. mit außergewöhnlich qualitätvoller Malerei u. a. von Jos. Dannhöfer (1712–90) und Adam Friedr. von Löwenfinck (1714–54: Abb. 11). Von hoher Qualität waren auch die Erzeugnisse von Höchst (1746–58: Abb. 12; Erich Meyer, Jb. der Hamburger K.slgn. 3, 1958, 113–36) und Wiesbaden (1770–95: Michael Oppenheim, Keramos 46, 1969, 3–43).

Unter den Manufakturen in Mitteldtld. zeichneten sich die thüringischen durch reiche Farbskala aus: Dorotheenthal (um 1707/15 bis 1803 oder 1806), Erfurt (1716–92: RDK V 697 Abb. 10), Coburg (1739–um 1783) und Abtsbessingen (vor M. 18. Jh.–E. 18. Jh.). In Sachsen sind hervorzuheben Dresden (1708 bis 1784, begründet von Joh. Friedr. Böttger) und Hubertusburg (1770–76).

In NW- und N-Dtld. schuf man neben F., die Anklänge an Holländisches zeigen, sehr gute eigene Geschirrformen (vgl. Sigurd Schouby, Norddt. F.-Bierkrüge, Altonaer Mus. in Hbg., Jb. 4, 1966, 77–94), z. B. in der Manufaktur Hannoversch-Münden (1732–1806, 1854), und beachtliche F.figuren, wie etwa in Braunschweig (Fürstl. Manufaktur 1707–1807; Manufaktur Chely 1745–1807: Gerh. Spies, Braunschweiger F., Braunschweig 1971). Die Manufaktur Magdeburg (1754/56–1785) zeichnete sich durch die Verwendung der Scharffeuerfarben Violett und Grün aus (s. Sp. 895). Auch im skandinavischen Ostseegebiet entstanden Manufakturen mit umfangreicher und qualitätvoller Produktion (s. [1] S. 412–510; Kai Uldall, Gammel dansk fajence. En oversigt med signaturtaveler, Kopenhagen 19642; ders., Gammel dansk fajence fra fabriker i kongeriget og hertugdømmerne, Kopenhagen 19672; Gerh. Wietek, Nordeurop. F. auf Schierensee, o. O. 1972).

Weitere F.herstellungsorte waren Schleswig (1755–1814: Wolfg. J. Müller, Schleswig-holstein. F. des 18. Jh., Heide in Holst. 1964) und Stralsund (1755–90: Gesine Berlekamp, Zur Gesch. der Stralsunder F.manufaktur und ihrer Erzeugnisse, Diss. Greifswald 1970 [masch.]). In Kiel arbeiteten mehrere Manufakturen zw. 1758 und etwa 1787, die für Tischplatten, Kachelöfen, aber auch mit Muffelfarben bemalte Gefäße bekannt sind (Ernst Schlee, Kieler F. [= K. in Schleswig-Holstein, 16], Flensburg 1966). Ähnliches gilt für Stockelsdorf bei Lübeck (1772–86, 1800: Abb. 16; Erik Zahle, Stockelsdorfer Netzvasen, in: Fs. für Erich Meyer, Hamburg 1959, S. 221–27; Gustav Lindtke, Stockelsdorfer und Lübecker F.öfen, Keramos 14, 1961, 15–20), Eckernförde (Gut Criseby; 1759–80) und die fünf Manufakturen in Kellinghusen, die zwischen 1763 und 1860 arbeiteten und volkstümliche, vielfarbig – bevorzugt gelb – bemalte Schüsseln, Reliefs und Figuren schufen (Abb. 17; Gerd Wietek, F.grabungen in Kellinghusen, K. in Schleswig-Holstein, Jb. des Schleswigholstein. L.mus. 5, 1955, 175 bis 177). In Altona wurde das Gelände einer Manufaktur ausgegraben, deren Produktionsbeginn vor 1773 anzusetzen ist (Manfred Meinz, Die Altonaer F.manufaktur, ihre Produktion und ihre Geschichte, Keramos 58, 1972, 15–26).

Im Osten sind zu nennen Glinitz (gegr. 1753 in Zborowski; 1767–A. 19. Jh.), Proskau (Prószków, Polen; 1673–93) und Königsberg i. Pr. (1775–1811) sowie Reval (1780–92).

In Holitsch (ehem. Ungarn, heute ČSSR) kam es 1743 zur ersten Gründung einer F.manufaktur in Habsburgischem Gebiet; dort trafen sich ital. und Straßburger Einfluß mit dem der Fachkräfte aus Habaner Werkstätten. 1758 wurde die Manufaktur in Tata gegründet (Ákos Kiss, Ungar. Barock-F. aus Holics und Tata, Budapest 1966; Jan Kybalová, Holitscher F., Mchn. 1970).

Zu den Abbildungen

1. Nürnberg, Germ.Nat.mus., Inv.nr. A 1292, sächs. Kurfürst, vielleicht Albrecht der Beherzte (1443 bis 1500). Reliefierte Zylinderkachel, ca. 31,5 × 20,5 cm. Sachsen (Halberstadt?), E. 15. Jh. Fot. Mus.

2. Troppau (Opava), Schles. Mus., Ofenkachel. Südtirol, dat. 1530. Fot. Mus.

3. Nürnberg, Germ.Nat.mus., Inv.nr. Ke 2132, Schüssel mit Halbfigurenbildnis. Dm. 26,5 cm. Nürnberg, mit Jahreszahl 1531. Fot. Mus.

4. Zürich, Schweiz. L.mus., Inv.nr. LM 24116, Scherztrinkgefäß in Form eines Buches. 12,5 × 10 × 6,5 cm. Inschrift: „Getruckt zu winterthur bim Ludwig Pfavwen am marckt zum krug. drinck weidli, so hast glich gnug. MDLXXXIIII“. Winterthur, Werkstatt Ludwig Pfau, mit Jahreszahl 1584. Fot. Mus.

5. Prag, Kgwb.mus., Inv.nr. Z-CCIX (1950) K. 1, Schüssel mit Fuß und durchbrochenem Rand. Dm. 23 cm. Mähren (Habaner Werkstatt), mit Jahreszahl 1598. Fot. Mus.

6. Frankfurt a. M., Hist. Mus., Inv.nr. Ke 762, Doppelkürbisvase. 82,2 cm h. Frankfurt, um 1680. Fot. Mus.

7. Düsseldorf, Hetjens-Mus., Inv.nr. R 75, Birnkrug (Frankfurt?). Montierung Silber, vergoldet, 21 cm h. Bemalung von Wolf Rößler, Nürnberg, sign. am Henkelende, um 1680. Fot. Mus.

8. Frankfurt a. M., Hist.Mus., Inv.nr. X 26245, ovale Fächerplatte. 48 × 39 cm. Hanau, um 1685. Fot. Mus.

9. Hamburg, Mus. für K. und Gewerbe, Inv.nr. 1895.388, Rückseite einer Sternschüssel (Vorderseite mit Blumendekor: [44] Abb. 306) mit Monogramm KR (= Joh. Kaspar Rib) und „Franckfort den 28. Joly“. Dm. 18 cm. Frankfurt, um 1703–08. Fot. Mus.

10. Düsseldorf, Hetjens-Mus., Inv.nr. R 228, R 229 und R 230, Deckelvasen, die kleinen Vasen mit Zinnmontierung. 45,5 und 34,5 cm h. Berlin, Funckesche Manufaktur, um 1730. Fot. Mus.

11. Düsseldorf, Hetjens-Mus., Inv.nr. 1959/10, Deckelvase. 37,5 cm h. Bemalung von Adam Friedr. von Löwenfinck. Fulda, zw. 1741 und 1743. Fot. Landesbildstelle Rheinland, Ddf., Neg.nr. 185/ 1627.

12. Frankfurt, Mus. für K.handwerk, Inv.nr. NV 38, Rebhuhnterrine. 14,8 cm h. Höchst, Marke I:Z (= Johs. Zeschinger), um 1750. Fot. Mus.

13. Hamburg, Mus. für K. und Gewerbe, Inv.nr. 1900,44, Deckelterrinne. 36 × 20,5 cm. Straßburg, 1. H. 18. Jh. Fot. Mus.

14. Hamburg, Mus. für K. und Gewerbe, Inv.nr. 1908,10, ovale Platte. 43,5 × 33,5 cm. Straßburg, Manufaktur Hannong, M. 18. Jh. Fot. Mus.

15 a. Joh. Esaias Nilson, Invention d'une cascade. Kupferstich (Schuster, Kat.nr. 71), 26,7 × 20 cm. Nach 1752. Fot. Städt. K.slgn, Augsburg.

15 b. Hamburg, Mus. für K. und Gewerbe, Inv.nr. 1888.325, Teller. Dm. 34 cm. Bemalt von Gg. Friedr. Kordenbusch (sign.) nach Vorlage Abb. 15 a. Nürnberg, um 1755. Fot. Mus.

16. Lübeck, St. Annenmus., Inv.nr. 1917/49, F.ofen mit eisernem Feuerkasten. Gesamth. 292 cm, Aufsatz ca. 175 cm h. Stockelsdorf, 2. H. 18. Jh. Fot. Marburg, Nr. 623 873.

17. Schierensee, Slg. Axel Springer, Inv.nr. 3462, Tafelaufsatz. 38,6 cm h. Schleswig, um 1765. Fot. Slg.

Literatur

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Verweise