Fastentuch

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englisch: Lenten veil; französisch: Voile de carême, parement de carême; italienisch: Velo quaresimale.


Johannes H. Emminghaus (1979)

RDK VII, 826–848


RDK VII, 827, Abb. 1. Lüneburg, M. 13. Jh.
RDK VII, 829, Abb. 2. Berlin, um 1300.
RDK VII, 831, Abb. 3. Halberstadt, um 1300 (?).
RDK VII, 833, Abb. 4. St. Lambrecht, Stm., um 1470.
RDK VII, 835, Abb. 5 a. Unterwachingen Krs. Ehingen a. d. D., 1. H. 16. Jh.
RDK VII, 835, Abb. 5 b. Unterwachingen Krs. Ehingen a. d. D., 1. H. 16. Jh.
RDK VII, 837, Abb. 6. Bedburdyck Krs. Grevenbroich-Neuß, um 1580.
RDK VII, 839, Abb. 7. Steinen, Kt. Schwyz, 1604.
RDK VII, 841, Abb. 8. Freiburg i. Br., 1612.
RDK VII, 843, Abb. 9. Münster i. W., M. 17. Jh.
RDK VII, 845, Abb. 10. Warendorf i. W., 18. Jh.
RDK VII, 847, Abb. 11 a. Martin Joh. Schmidt, gen. Kremser-Schmidt (Entw.) und Andreas Rotruff (? Ausf.), 1777, Garsten, O. Ö.
RDK VII, 847, Abb. 11 b. Martin Joh. Schmidt, gen. Kremser-Schmidt (Entw.) und Andreas Rotruff (? Ausf.), 1777, Garsten, O. Ö.

I. Begriff

Das F. ist ein Vorhang, der während der Fastenzeit der Quadragesima aufgehängt wurde, um den Hochaltar, gelegentlich auch Nebenaltäre zu verhüllen. Nicht als F. zu bezeichnen sind die verschiedenen Tücher, mit denen man in der Fasten- oder Passionszeit Altarkreuze, Bilder und Bildwerke verhüllte (*Verhüllen von Bildern).

Das Wort F. findet sich nicht vor dem 16. Jh. [30, S. 154] für Hungertuch, mhd. hungertuoch (Grimm Bd. 4, 2 Sp. 1950), mnd. hungerdoeck (s. Sp. 835), ndt. Fastenlaken [35, S. 52], lat. velum quadragesimale, auch cortina, pannus, sindon, velamen qu., velum jejunii, v. templi (Du Cange Bd. 6 S. 757; [2] Reg. S. 252, 338; [3] Bd. 5 Reg. S. 345, 441; [4] Reg. S. 192, 201).

II. Geschichte

Das F. kam vermutlich im Zusammenhang mit der cluniazensischen Reform kurz vor 1000 auf.

Es ist E. 10. Jh. erwähnt in den Consuetudines von St-Vannes in Verdun [6, Sp. 298] und A. 11. Jh. in denen von Farfa [12], in England in einer Predigt des Abtes Aelfric von Winchester († 1006; s. Herbert Thurston, Lent and Holy Week, London 1904, S. 101) und um 1073 in den Decreta des Erzb. Lanfranc von Canterbury [9]; dann erscheint es 1080 in den Consuetudines des Abtes Wilhelm von Hirsau [13] und schließlich um 1100 in denen von St-Bénigne in Dijon ([6] Sp. 111; das im Zusammenhang mit dem Aufkommen des F. oft genannte „velum optimum“ des Abtes Hartmut von St. Gallen † 895 war wohl kein F., sondern eine Kreuzeshülle: Migne, P. L. Bd. 126 Sp. 1075; s. auch Inv. Schweiz 45, St. Gallen 3 S. 238).

Vom 12. Jh. an sind die Erwähnungen in den Consuetudinarien, Ordinarien, Inventaren u. ä. zahlreich, jedoch anfangs vorwiegend in denen von Kloster-, Kollegiat- und Kathedralkirchen, erst später von Pfarrkirchen.

Consuetudines und Ordines: Bec bei Rouen, Benediktinerabtei, 12. Jh.: [8]; Usus antiquiores ordinis cisterciensis, 12. Jh.: [10]; Laon, Kath., um 1155: [14]; Reims, Kath., um 1200: [15]; Salishury, Kath., um 1200: [16]. Inventare u. ä.: Prüfening, Benediktinerabtei, 1165: [4, Nr. 73]; Lüttich, Benediktinerabtei St. Laurentius, 1182: Mon. Germ., Script. Bd. 20 S. 612; Rochester, Kath., um 1200: Edm. Bishop, Dons faits à la cath. de R. du XIIe au XIVe s., Rev. de l'art chr. 4. ser. 5, 1887, 338; Exeter, Kath., 2. V. 13. Jh.: [11]. Für weitere Nachweise s. [30] S. 149ff.

Die Aufhängung von F. scheint im allgemeinen mehr empfohlen als befohlen gewesen zu sein, vielleicht mit Ausnahme von England, wo die Synoden von Worcester, 1240, und Exeter, 1287 [5, Sp. 331 und 1088], und die Statuten der Erzb. Walter Gray von York, 1250, und Johannes Peckham von Canterbury, 1281 (ebd. Sp. 431 und 878), jeder Pfarrkirche den Besitz eines F. vorschrieben; die Synode von Exeter bestimmte sogar ein F. für jeden Altar.

Die weite Verbreitung des F. im deutschen Reichsgebiet während des Hoch- und Spät-MA ist gesichert durch klösterliche Consuetudinarien (z. B. Toul, Benediktinerabtei St. Apern, um 1300, und Benediktinerklöster der Bursfelder Kongregation: [6] Sp. 111), auch durch die ausführliche Erklärung seines Zweckes und seiner Bedeutung durch die ma. Symboliker (z. B. Rupert von Deutz, s. Sp. 831f.) und Prediger (z. B. Gottschalk Hollen † 1481: [25] S. 58; [30] S. 154; Geiler von Kaysersberg † 15 10: ebd.; s. a. [31] S. 378f.; weitere Nachweise: Grimm Bd. 4, 2 Sp. 1950). Es ist in zahlreichen Inventaren, Rechnungen u. ä. erwähnt ([30] S. 154f.; für die Schweiz s. auch [7]; Konrad Escher, Rechnungen und Akten zur Baugesch. und Ausstattung des Großmünsters in Zürich, Anz. für schweiz. Alt.kde. N. F. 31, 1929, 297; für das Elsaß s. [31], [32]; für Bayern s. z. B. Rud. Hausl, Das F. in der Freisinger Stadtpfarrkirche St. Georg, Amperland 6, 1970, 5f.).

Seit der Reformation kamen die F. in prot. wie in kath. Gebieten mehr und mehr aus dem Gebrauch.

Luther gab 1526 die Anweisung: „Die fasten, palmtag, und marterwochen lassen wir bleiben ... doch nicht also, das man das hungertuch, palmen schießen, bilde decken, und was des gauckelwerks mehr ist, halten ...“ soll („Deudsche Messe und ordnung Gottis diensts“, in: Werke Bd. 19, Weimar 1897, S. 112). Trotzdem blieb z. B. das F. in Zittau noch bis 1672 in Gebrauch (Inv. Sachsen 30 S. 20).

In kath. Gegenden kamen die F. als vollständige Verhüllung des Altarraums zunehmend aus dem Gebrauch, als ihre Voraussetzung, die ma. Bußdisziplin – und auch die Erinnerung an sie, die sich z. B. in Buß- und Fastenpredigt und in der die Liturgie symbolisch ausdeutenden Literatur noch längere Zeit erhalten hatte (s. Sp. 831) –, entfallen war. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch die Tendenz zur Sichtbarmachung des Altarproszeniums seit frühbarocker Zeit, die sich auch im Fortfall des Lettners zeigt. Die F. wurden verkleinert und höher aufgehängt, um den Einblick in den Chorraum unbehindert zu lassen (vgl. Abb. 8). Sie dienten daher in erster Linie der Zeitansage der Quadragese. In dieser Form erhielt sich der Gebrauch von F. nur in vorwiegend ländlichen Gebieten in Spanien ([30] S. 154f., 159; [25] S. 54ff.; Enc. univ., Bd. 67 Sp. 720f.), Sizilien [30, S. 154ff.], Kärnten, Tirol und im westfälischen Münster- und Sauerland; der Gebrauch des F. im Münster von Freiburg i. Br. (s. Sp. 841) bildet eine Ausnahme.

III. Zweck und Symbolik

A. Altarverhüllung

Im allgemeinen befand sich das F. in Kirchen ohne Lettner – d. h. meist in Pfarrkirchen – am Choreingang im Triumphbogen, in Kirchen mit Chordienst – d. h. vorwiegend in Kloster-, Stifts- und Kathedralkirchen – weiter östlich zwischen Chorgestühl und Hochaltar, so daß dieser gleicherweise den Gläubigen im Langhaus wie den am Chordienst Beteiligten verdeckt war, nicht jedoch den Zelebranten und Ministranten am Altar [30, S. 353]. Kultgeschichtlich ist diese Tatsache bedeutsam, weil das F. die einzige bekannte abendländische Parallele zu der im Orient geläufigeren Kultverhüllung darstellt (vgl. [30] S. 159–66 und [33] S. 6f.).

Das F. war in der Regel mit Ringen oder Schlingen, fest oder verschiebbar, an einer Querstange aufgehängt (vgl. [26] S. 42 und [30] S. 153, 156, Taf. 146 unten rechts; ferner Wm. St. John Hope und E. G. Cuthbert F. Atchley, English Liturgical Colours, London 1918, Taf. zum Titelbl.), möglicherweise auch am Apostelbalken befestigt (vgl. Franz Bock, Gesch. der liturg. Gewänder des MA, Bd. 3, Bonn 1871, S. 135; [28] Sp. 181). Daß F. auch an Altarciborien angebracht sein konnten, bleibt Vermutung (vgl. [33] S. 2f. und 14ff.).

Das F. wurde im allgemeinen am Aschermittwoch oder am ersten Fastensonntag aufgehängt ([30] S. 151f., für Ausnahmen vgl. ebd.). Die Zeit seiner formlosen Fortnahme war ursprünglich wohl der Abend vor dem Gründonnerstag, meist nach der Komplet, wie die Consuetudines von Farfa [12], die Decreta Lanfrancs von Canterbury [9], die „Usus antiquiores ordinis cisterciensis“ [10] und die Consuetudines von St-Bénigne in Dijon [6, Sp. 111] angeben (für Ausnahmen vgl. [30] S. 151f.). Somit blieb während der reicheren Liturgie der letzten Kartage die Einsicht in den Chorraum unbehindert.

Die später sehr gebräuchliche Entfernung des F. unter dem Morgengottesdienst des Mittwochs der Karwoche bei der Lesung der Stelle „...et velum templi scissum est medium“ (Lk. 23,45) ging möglicherweise von solchen Kirchen aus, die ein zweiteiliges, durch Ringe verschiebbares F. besaßen (vgl. z. B. das Inventar von Westminster Abbey 1388: „...velum ... in medio divisum“: J. Wickham Legg, On an Inventory of the Vestry in W. A., Taken in 1388, Arch. 52, 1, 1890, 124; vgl. [30] Taf. 146 unten rechts). Die ungeteilten westfälischen F. ließ man dagegen zum gleichen Zeitpunkt herabfallen. Der dabei geübte Brauch des Strepitus, ein Rasseln und Klappern des Küsters zur Bezeichnung des Erdbebens, geht vermutlich auf das geistliche Schauspiel zurück, da davon in der betreffenden Lukas-Perikope nichts berichtet ist, wohl aber bei Mt. 27,5 t: „terra mota est et petrae scissae sunt“, was aber schon vorher, am Palmsonntag gelesen worden war (vgl. [28] Sp. 180f.).

B. Bußdisziplin

Vermutlich stehen Aufhängung und Fortnahme des F. liturgisch und frömmigkeitsgeschichtlich in Zusammenhang mit der in karolingischer Zeit rigoros erneuerten Bußordnung, die sich – in zunehmend stärkerer Eingrenzung der strafbaren Tatbestände (Petrus von Poitiers, zw. 1180 und 1230: vgl. Bernhard Poschmann in: Hdb. der Dogmengesch., Bd. IV, 3, Freiburg i. Br. 1951, S. 82) und somit des betroffenen Personenkreises – bis ins 14. Jh. hinein hielt ([33] S. 37ff.; Buchberger Bd. 23 Sp. 814).

Die vom bischöflichen oder archidiakonalen Sendgericht verhängten öffentlichen Kirchenbußen hatten die „expulsio poenitentium“ zu Beginn der Fastenzeit und ihre Wiederzulassung zum Gottesdienst am Gründonnerstag zur Folge. Der Ausschluß des Einzelnen aus der Kultgemeinde und vom Anblick des Geschehens am Altar wurde von dieser symbolisch übernommen, indem sie sich, ihrer Sündhaftigkeit bewußt, durch die Verhüllung des Hochaltars mit dem F. vom Anblick der Mysterien ausschloß (vgl. Honorius Augustodunensis [21]: „... vela in ecclesiis suspenduntur, quo populo secreta sanctuarii absconduntur, quia coelestia nobis ob peccata celantur quae ob poenitentiam nobis reserantur“).

Eindeutiger faßbar, besonders seit etwa 1200, ist die Tendenz, die heiligen Gestalten und Reliquien schaubar zu machen; dies wirkte dem Gebrauch von F. entgegen. Die F. wurden nun vielfach kleiner und oftmals recht hoch aufgehängt. Sie wurden bei allen höheren Festen während der Fastenzeit zeitweilig ganz fortgenommen und bei der Elevation beiseite gezogen [30, S. 152f.]. Schließlich war das F. meist nur noch eine leicht ins Auge fallende Kennzeichnung der Fastenzeit.

C. Ma. Ausdeutungen

Sehr ausführlich wurde das F. von den ma. Symbolikern behandelt. Sie deuteten aus, was sie vorfanden, Historie und ursprüngliche Funktion des Beschriebenen waren ihnen mehr oder weniger gleichgültig. Sie bringen Angaben über Ort und Zeit der Aufhängung von F. und ihre Ausschmückung.

Die in unserem Betracht wichtigsten Schriftsteller sind Rupert von Deutz † 1135 [17], Hugo von St-Victor † 1141 [18], Honorius Augustodunensis † bald nach M. 12. Jh. [19–21], Johannes Beleth, M. 12. Jh. [22], Sicard von Cremona † 1215 [23] und vor allem Wilhelm Durandus von Mende † 1296 [24]. Das Aufhängen von F. wurde mit folgenden Argumenten begründet: 1) mit unserer Unwürdigkeit, Gott zu schauen: so bei Honorius Augustodunensis [20; 21] in der historisch richtigen Erinnerung an frühere Altarverhüllungen und die früh-ma. Bußdisziplin (s. Sp. 831); 2) mit der Demütigung Christi im Leiden und dem Zurücktreten seiner gepeinigten menschlichen Natur: so bei Durandus (vgl. auch [37] S. 183f. Nr. 197); 3) mit der Analogie zum „velum templi“, das beim Tod Christi zerriß (Mt. 27,51; Mk. 15,38; Lk. 23,45): so bei Hugo von St-Victor [18], Honorius Augustodunensis [19] und Sicard von Cremona [23].

Einige sahen darin, daß F. aus Leinwand sind, einen Hinweis auf das Grabtuch Christi; Leinen entstamme dem Boden und sei das Produkt harter Arbeit, dadurch Gleichnis der Auferstehung Christi aus dem Grabe und der Erlösung nach vielem Leiden, ferner – wegen der langwierigen Bleichung – Gleichnis der nach vielen Bußübungen gereinigten Seele [33, S. 45].

IV. Beschaffenheit des F.

A. Schriftquellen

Schriftquellen unterrichten über Material und Aussehen verlorener F.

Material. Genannt werden überwiegend F. aus Leinen, so in den Benediktinerklöstern Prüfening, 1165 [4, Nr. 73], und Zwiefalten, 12. Jh. [2, Nr. 2710], in einigen englischen Pfarrkirchen (Beispiele von 1297 und 1301 bei [3] Bd. 1 Nr.415, 1271, 2203; Bd. 2 Nr. 4408, 4233); leinene F. sind ferner in der Pfarrkirche St. Jakob in Brügge [26, S. 42], 1542 in King's College Chapel in Aberdeen ([30] S. 156; Francis C. Eeles, King's College Chapel Aberdeen [= Aberdeen Univ. Stud., 136], London 1956, S. 14), 1544 in der Pfarrkirche von Zabern [31, S. 379] und 1586 im Münster von Bern belegt [30, S. 154]. Häufig waren auch F. aus Seide, nachweisbar z. B. 1222 in der Kath. von Salisbury [3, Bd. 2 Nr. 4082], 1298 in St. Paul's Cath., London (ebd. Nr. 2960), 1375 in der Benediktinerabtei Fécamp [30, S. 156], 1388 in Westminster Abbey (J. Wickham Legg a.a.O. [Sp. 830] S. 214), 1545 im Konvent der Augustiner-Chorherren St. Frideswide in Oxford [26, S. 43]. F. konnten jedoch auch aus Wolle sein, so im Benediktinerinnenkloster Kochel, 11. Jh. [4, Nr. 32b], oder aus Hanf, so 1297 in der Pfarrkirche von Willesden (Middlesex: [3] Bd. 2 Nr. 4610). Eine Ausnahme ist das F. aus Leder, das sich im 17. Jh. im Dom von Paderborn befand [35, S. 52].

Farbe(n). Vermutlich war – wie noch heute in Spanien ([25] S. 57; [30] S. 159) – das weiße, unverzierte Leintuch am gebräuchlichsten. Weiß waren z. B. die F. in Aberdeen 1542 und Oxford 1545 (s. oben). Die zum weißen F. gehörigen weißen Altarvelen und Tücher zum Verhüllen der Bildwerke konnten mit Kreuzen versehen sein (vgl. Wm. St. John Hope und E. G. C. F. Atchley a.a.O. [s. Sp. 829] Taf. zum Titelbl.). Aber auch weiße F. waren mit schwarzen oder roten Kreuzen besetzt, so 1297 in der Pfarrkirche von Brent Palham (Herfordsh.: [3] Bd. 1 Nr. 415), 1446 in der Prioratskirche von Durham [26, S. 42]. Ferner gab es einfarbig violette F., so 1597 in St-Omer [1, Bd. 1 S. 787], im 16. Jh. in Rouen [26, S. 44], auch schwarze, so 1573 im Barfüßerkloster von Zabern [31, S. 379]. In Westfalen wurde vielleicht Braunfärbung durch Moordarg angewandt [33, S. 45].

Englische F. des MA waren häufig farbig gestreift, z. B. 1297 in St. Paul's Cath., London [3, Bd. 1 Nr. 94], und in verschiedenen Pfarrkirchen (ebd. Bd. 1 Nr. 1271, Bd. 2 Nr. 4408, 4498, 4598); zum Teil waren sie ornamentiert („cum bestiis“: ebd. Bd. 1 Nr. 2203, „cum rosis“: ebd. Bd. 2 Nr. 4408; weitere weiße wie farbige englische F. der Zeit von 1222 bis 1560 nennen W. St. J. Hope und E. G. C. F. Atchley a.a.O. S. 43–60). Ein 1562 gefertigtes F. in der Ste-Chapelle von Dijon war mit (heraldischen?) Lilien und Palmen verziert, ein 1565 in der Kollegiatskirche von Ecouis befindliches aus „taffetas changeant“ (Armand Bénet, Inv. du trésor de la collégiale d'E. [Eure] en 1565, Bull. de la Soc. des Antiquaires de Normandie 14, 1888, 408).

Bildthemen auf F. waren verschieden, wie schon die vier „vela quadragesimalia“ des Benediktinerklosters St. Ulrich und Afra in Augsburg bezeugen, die unter Abt Udaescalcus (1126–49) entstanden [2, Nr. 2595–97]. Allerdings war vielleicht nur das erste ein F. im Sinne des „velum templi“ zur Verhüllung des Hochaltars [30, S. 156]. Es zeigte in sechs Zonen Begebenheiten aus dem Leben des hl. Ulrich, in der siebten Szenen aus dem Leben der hl. Afra und vier als Scuiger, Cunrat, Cristina und Gerunc bezeichnete Personen [2, Nr. 2595]. Das zweite, in neun Zonen aufgeteilte F. trug Darstellungen verschiedener Heiliger, Engel und Personifikationen [2, Nr. 2596]; das dritte war in acht Zonen mit Darstellungen aus A.T. und N.T., ferner mit Bildern der Stifter und des Verfertigers verziert [2, Nr. 2597]; das vierte enthielt in acht Reihen teils biblische, teils allegorische Darstellungen (z. B. die Werke der Barmherzigkeit: [2] Nr. 2597). Jedes Bild war durch eine Inschrift erklärt. – Von den beiden im 12. Jh. von „dominus Ulricus et uxor sua Uta“ in das Benediktinerkloster Marienberg in Burgeis gestifteten „vela quadragesimalia ... depicta“ war das eine mit atl. Szenen und Figuren sowie mit Darstellungen der Stifter und einer Inschrift, das zweite mit „quibusdam gestis, curis et laboribus secularibus“ geschmückt [2, Nr. 2627]. Bilder auf einem F. in Hagenau von 1484 (s. Sp. 836) stellten „die alte und nuwe ee“, diejenigen auf zwei F. aus dem 16. Jh. in Cambray die sieben Werke der Barmherzigkeit dar (1509: [1] Bd. 2 S. 394; 1541: ebd. Bd. 1 S. 791).

Techniken. Figürliche Darstellungen, Ornamente und Inschriften waren auf die Tücher gestickt oder gemalt, vielleicht – vgl. Sp. 842 – appliziert. Durandus bezeugt, daß, nach dem Vorbild des atl. Tempelvorhangs, „... hodie cortinae varia pulchritudine texuntur“ [24]. Eine Inschrift gegen den Bisch. Otto von Rietberg wurde 1308 in Münster „yn den hungerdoeck“ gemalt oder gestickt (Jul. Ficker, Die münsterischen Chroniken des MA [=Die Gesch.quellen des Bistums Münster, 1], Münster i. W. 1851, S. 123). 1371 ist die „imagenerie“ eines F. in Cambray mit Wollfäden in fünf Farben auszubessern: hier lag wohl Nadelarbeit vor [1, Bd. 2 S. 394]. Nadelarbeit zeigte auch das F. der Kath. von Lincoln, 1536, das aus einem Tuch von roter Seide bestand, dem ein weißleinenes Tuch mit Durchbrucharbeit in Form eines von Blutstropfen umgebenen Kreuzes aufgesetzt war [26, S. 43f.]. Ob die im 12. und 13. Jh. genannten „vela depicta“ (oder „vela picta“) gemalt oder gestickt waren, bleibt offen (z. B. werden die vier „vela quadragesimalia“ von St. Ulrich und Afra in Augsburg [s. Sp. 834f.] als „depicta“ beschrieben, jedoch wird in der Stifterinschrift des dritten ein Frater Beretha als Maler und Sticker bezeichnet: [30] S. 596; vgl. auch die F. von Marienberg in Burgeis [s. Sp. 835] und das F. im Kanonikerstift Neumünster, Würzburg, 1233: [2] Nr. 111). Ob französische, mit figürlicher Grisaillemalerei versehene Velen des 14. und 15. Jh., die zum Fastenornat gehörten und über dem Altar (?) aufgehängt wurden, F. waren, ist ungewiß (Molly Teasdale Smith, The Use of Grisaille as a Lenten Observance, Marsyas 8, 1959, 43–54). Erst seit dem späteren 15. Jh. liegen Nachrichten über gemalte F. vor (1484 lieferte der Maler Clemens von Baden ein F. für St. Georg in Hagenau: [32] S. 407f.; 1487 wurde Peter Strüb aus Veringenstadt für ein F. entlohnt: Hans Dieter Ingenhoff, Der Meister von Sigmaringen. Die Malerfamilie Strüb aus V. [= Veröffn. des Staatl. Amts für Dpfl. Tübingen, 1], Stg. 1962, S. 18; das 1562 entstandene F. in Dijon [s. Sp. 833] war gemalt; 1781 erhielt der Maler Joh. Deyrer Geld für drei F. in St. Georg in Oberding: Sigfrid Hofmann, Die Filialkirche St. Gg. in O., Lkrs. Erding ... [= Heimatpfleger des Bezirks Obb., Wiss. Veröffn., Reihe A: Beiträge zur Kg. Obb., 14], Schongau 1958, S. 17). Maler lieferten aber auch nur Vorlagen zu figürlichen Darstellungen, so 1509 in Cambray [1, Bd. 2 S. 394]. In Niederdeutschland sind vielleicht anstelle der kostspieligen Malerei oder Stickerei geometrisierende Modeldrucktechniken angewandt worden (so Franz Bock a.a.O. [s. Sp. 829] S. 141; [35] S. 12).

B. Erhaltene F. im dt. Sprachgebiet

Nur ein Bruchteil von F. ist erhalten; zerfetzte Textilien werden – beim Fehlen musealer Interessen – erfahrungsgemäß leicht und sorglos fortgeworfen oder vernichtet, weil ihre Restaurierung und Weiterverwendung schwierig oder unmöglich ist. Bei etwa erhaltenen Resten des MA ist zudem die Bestimmung als F. vielfach schwierig: es gibt keine Darstellungen, die für das F. typisch sind; außerdem wurden F. gelegentlich für andere Zwecke verwendet, z. B. diente das F. von Bedburdyck (Abb. 6) bis 1831 als Bahrtuch [35, S. 21f.].

1. Bemalte F.

Bemalte F. waren vielleicht schon im 12. Jh. gebräuchlich (vgl. Sp. 835f.); erhaltene Beispiele gibt es jedoch erst aus dem 15. Jh. im Alpengebiet, im alemannischen Gebiet und in Sachsen.

Daß es schon im 13. Jh. bemalte Velen gab, bezeugt das 1875 verbrannte Tuch aus St. Aposteln in Köln mit der Darstellung des Pfingstwunders. Das Velum ist auf Grund einer Nachzeichnung aus dem 19. Jh. in die 1. H. 13. Jh. (?) zu datieren. Es hing an der Epistelseite des Chors, seine ursprüngliche Funktion als F. ist jedoch nicht erwiesen (Clemen, Roman. Mon. Mal. S. 737 mit ält. Lit., Abb. 489).

Eine genaue Untersuchung der Maltechnik liegt nur für das F. aus Altheim (s. Sp. 840) vor: es wurde mit Temperafarben auf die vorgeleimte, mit einer hauchdünnen weißen Grundierung versehene Leinwand gemalt (Hans-Peter Kneer, Die Konservierung des spätgotischen Hungertuches aus Altheim bei Riedlingen, Hl. K. 1968–69, 146f.). In den sonst sehr allgemein gehaltenen Angaben über die Maltechnik ist von Wasserfarbenmalerei (z. B. Tratzberg, s. Sp. 839; Millstatt, s. Sp. 839; St. Lambrecht, s. Sp. 839; Abb. 4) oder Leimfarbenmalerei (z. B. Haimburg, s. Sp. 839; Garsten, s. Sp. 839f.; Abb. 11 a und b) auf ungrundierter Leinwand die Rede; für das Zittauer F. (s. Sp. 842) wird Ölmalerei, für das Virgener F. (s. Sp. 839) Wachsmalerei angegeben.

a. Österreichische Alpenländer.

Hier ist eine Gruppe von etwa 20 F. des 15.–17. Jh. erhalten, zum Teil in Fragmenten. Überwiegend sind sie schachbrettartig aufgeteilt, die schlicht gerahmten Felder sind mit Szenen aus dem A.T. und N.T. bemalt, welche häufig durch Inschriften erklärt sind. Das älteste und bedeutendste dieser Gruppe ist dasjenige im Dom von Gurk, 1458 dat. und von Konrad von Friesach signiert. Es besteht aus zehn aneinander genähten Leinwandstreifen und mißt 8,87 × 8,87 m (Alfred Schnerich, Die beiden biblischen Gem.-Cyklen des Domes von G., Mitt. Zentralkomm. N. F. 19, 1893, 211–18, und ebd. N. F. 20, 1894, 8–16; Siegfried Hartwagner, Der Dom zu G., Klagenfurt, Wien und Ffm. 1963, Text und Abb. Nr. 141f.; [35] S. 10 Abb. 1). Das F. ist in 100 annähernd quadratische Bildfelder geteilt, die links 50 Szenen aus dem A.T., rechts 50 Szenen aus dem N.T. enthalten. Obwohl das Tuch den ganzen Chor verdeckt, überwiegt Erzählfreude den Verhüllungszweck. Die Anordnung der Bildfelder – des A.T. links, des N.T. rechts von einer mittleren vertikalen Trennungslinie – könnte darauf hinweisen, daß ältere Tücher in der Mitte getrennt und auseinanderzuziehen waren (vgl. Sp. 830f.). Die späteren F. dieser Gruppe sind kleiner, die ikonographische Trennungslinie geht fast regelmäßig quer durch die Feldmitte. Diese F. waren also einteilig und hingen wohl auch ziemlich hoch im Triumphbogen.

Beispiele: Veitsch, BH Mürzzuschlag, Pfarrkirche St. Veit, um 1470, mit ursprünglich 56 atl. und ntl. Szenen, 6 × 5 m (Abb. 4; jetzt in St. Lambrecht, Benediktinerstiftskirche: Inv. Österr. 31 S. 79f., Abb. 161–71); St. Margarethen in der Reichenau, Kärnten, Pfarrkirche, dat. 1481 (im 19. Jh. verkauft und verschollen: K.topographie des Hzgt. Kärnten, Wien 1889, S. 195; [29] S. 212); Haimburg, Kärnten, Pfarrkirche, dat. 1504, mit je 18 atl. und ntl. Szenen (K. topographie ... a.a.O. S. 101; [27] S. 49–52; [29] S. 213; [34] S. 2 mit einer Detailabb.); Baldramsdorf, BH Spinal a. d. Drau, Pfarrkirche St. Martin, dat. 1555, mit acht atl. und 31 ntl. Szenen, 5,40 × 7,40 m (K.topographie ... a.a.O. S. 12; [29] S. 214; [34] S. 3); Millstatt, urspr. Benediktinerstiftskirche, dat. und signiert „Oswalt Kreuselius 1593“, mit 12 atl. und 30 ntl. Szenen, 8,80 × 5,85 m (heute in der Christkönigskirche in Millstatt: Franz G. Hann, Das F. in der Kirche zu M., Carinthia I 83, 1893, 73–81; [34] S. 3); St. Maria Bichl bei St. Peter im Holz, BH Spittal a. d. Drau, 2. H. 16. Jh., mit sechs atl. und 30 ntl. Szenen, 5,30 × 4 m ([29] S. 215; [34] S. 3). – Aus dem 17. Jh. schließen sich noch einige F. an, so z. B. in Grafendorf im Gailtal, BH Hermagor, Pfarrkirche St. Michael [29, S. 215], und in Sternberg bei Villach, Pfarrkirche, dat. 1629 und von Jacob Katzner signiert, mit drei atl. und 21 ntl. Szenen, 4,30 × 3,80 [34, S. 4]. Zu weiteren F. s. [29], [34], [3.6a].

In Tirol sind ähnliche F. erhalten, so aus Obervintl im Pustertal, um 1450, mit 24 atl. und ntl. Szenen, 3,10 × 3,68 m, in Temperafarben auf Lwd. (Innsbruck, Tiroler L.mus. Ferdinandeum, Inv. Nr. T 45: Vinzenz Oberhammer, in: Dt. K., Bd. 8, Bremen o. J. [1942], 3. Lfg., Farbtaf. 3a und Text; Ausst.Kat. „Gotik in Tirol“, Innsbruck 1950, Nr. 56; Stange, Bd. 10 S. 189); aus Rietz bei Imst im Oberinntal, um 1490, mit 15 ntl. Szenen, 2,90 × 3,48 m, in Temperafarben auf Lwd. (ebendort, Inv. Nr. T 44: Ausst.Kat. „Gotik in Tirol“ a.a.O. Nr. 158; Ausst.Kat. „Spätgotische K. aus den Stud.slgn. des Tiroler L.mus. Ferdinandeum“, Innsbruck 1968, Nr. 36); auf Burg Tratzberg, Schloßkap., um 1508 (?), mit 12 atl. und ntl. Szenen, 4 m lang (A. Schnerich a.a.O. [1894] S. 16; [29] S. 190); aus Virgen bei Matrei in Osttirol, Pfarrkirche, dat. 1598 und signiert von Stephan Flaschberger, Bürger und Maler zu Lienz, mit 42 atl. und ntl. Szenen (Schloß Bruck bei Lienz, Osttiroler Heimatmus., s. Franz Kollreider, Krippen und Heiliggräber in Osttirol, Lienz 1958, Abb. 51; ders., Das Virgener F. im Osttiroler Heimatmus. Schloß Bruck, Tiroler Heimatbll. 34, 1959, 98–101; [35] S. 11, Abb. 3); in St. Ulrich in Gröden, St. Jakob, 17. Jh., mit vier Reihen von Passionsszenen (Weingärtner, Südtirol Bd. 1 S. 302). Für weitere Beispiele s. [29].

In der ehem. Benediktinerabteikirche Garsten, BH Steyr, befinden sich 17 F. aus blauem Leinen mit Grisaillemal. von Martin Joh. Schmidt und Werkstatt, dat. 1777 (das 18. im Niederösterr. L.mus. Wien). Von diesen sind zwölf auf beiden Seiten bemalt; sie zeigen je eine Darstellung aus dem Marienleben und eine aus der Passion Christi (3,80 × 2,50 m bzw. 3,80 × 5,80 m); die übrigen tragen nur auf einer Seite je eine Darstellung aus der Passion Christi (3,10 × 2,12 m). Diese F. dienten zur Verhängung der gemalten Wandteppiche an den Schiffspfeilern (mit Szenen aus der Gesch. der Makkabäer von Joh. Karl von Reslfeld), ferner der Nebenaltäre und der Kanzel. Die beidseits bemalten F. zeigten in der Adventszeit die Marienszenen, in der Fastenzeit (in der das Hauptblatt des Hochaltars durch ein bemaltes Tuch verhängt wurde: Dehio, O.Ö., S. 83; von J. K. von Reslfeld, dat. 1697) die Passionsszenen (vgl. Abb. 11 a und b; Dehio a.a.O.; Karl Garzarolli-Thurnlackh, Das graph. Werk M. J. S., Zürich, Wien und Lpz. 1925, S. 150, Abb. 63–65; Fritz Dworschak, Kup. Feuchtmüller, K. Garzarolli-Thurnlackh, Jos. Zykan, Der Maler M. J. S., gen. „Der Kremser Schmidt“, 1718–1801, Wien 1955, S. 204, 265f. [mit Aufzählung der Szenen]).

b. Baden-Württemberg, Schweiz.

Reste eines um 1500 entstandenen F. wurden 1960 in der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Altheim Krs. Saulgau gefunden. Möglicherweise stammt es aus der Zisterzienserinnen-Klosterkirche Heiligkreuztal [36]. Es zeigt das gleiche Schachbrettsystem mit atl. und ntl. Szenen wie die alpenländischen F. der Spätgotik. Zwei Teile eines wohl ebenfalls schwäbischen F. der Zeit um 1500 unbekannter Herkunft, mit sieben atl. und ntl. Szenen, befinden sich im Fürstlich-Hohenzollerischen Mus. in Sigmaringen [36, S. 43, Abb. S. 46]. Vermutlich von einem F. stammen auch zwei Fragmente mit Darstellungen des dritten und vierten Gebots aus der 1. H. 16. Jh. in der kath. Pfarrkirche in Unterwachingen Krs. Ehingen (ebd. S. 43; Abb. 5). Das F. der ev. Pfarrkirche in Güglingen Krs. Heilbronn, 1849 verbrannt, soll aus dem 15. Jh. stammen; es hatte auf einer Fläche von etwa 7 × 4,60 m biblische Darstellungen (Paul Wilhelm von Keppler, Württemberg's kirchliche K.alterthümer [= Ver.gabe des K.ver. der Diöz. Rottenburg], Rottenburg a. N. 1888, S. 46; Otte Bd. 1 S. 387; [30] S. 157). Das ebenfalls verlorene F. aus der ev. Pfarrkirche in Gingen Krs. Göppingen, unbekannter Entstehungszeit, war etwa 4 m hoch und zeigte 32 Bilder (P. W. von Keppler a.a.O. S. 116; Otte a.a.O.; [30] a.a.O.). – Das 1612 dat. F. des Freiburger Münsters von Franz Arparel besteht aus 13 Bahnen grauer Leinwand und mißt 10 × 12,25 m; in der Mitte erscheint der Gekreuzigte zwischen Maria und Johannes, die Rahmung enthält 25 Passionszenen (Abb. 8; Ferd. Schober, Das Fasten- oder Hungertuch im Münster U. L. F. in Fr. i. B., Schau-ins-Land 28, 1901, 129–37; [35] S. 11f., Abb. 5).

Eine ähnliche Aufteilung zeigt das F. aus der kath. Pfarrkirche St. Maria in Brigels, entstanden um 1500 (?), 4,72 × 6,08 m (unten abgeschnitten; Chur, Rätisches Mus.: Inv. Schweiz 13, Graubünden 4 S. 352, ohne Abb.). Das 1604 dat. F. aus der Pfarrkirche in Steinen, mit 36 atl. und ntl. Szenen in vier Reihen übereinander, 6,85 × 8 m, hat dagegen die altertümliche Schachbrettaufteilung (Abb. 7; Inv. Schweiz 2, Schwyz 2 S. 717, Taf. 32). Dasselbe gilt für das 1612 dat. F. der Pfarrkirche von Bendern, 4,7 × 6,3 m (Inv. Schweiz 24, Fürstentum Liechtenstein S. 252, Abb. 247). Ein F. aus der ehem. Pfarrkirche St. Justus in Flums, Kt. Zug, ist A. 17. Jh. entstanden (St. Gallen, Hist. Mus.; Johs. Egli, Hist. Mus. St. G., ein Führer durch die Slgn., St. Gallen 1927, S. 23), ein F. aus Ehrendingen, Kt. Aargau, ist 1693 dat. (Führer durch das Schweiz. L.mus. in Zürich, Zürich 1925, S. 44). Das 1695 dat. F. von Joh. Jacob Rieg aus der kath. Pfarrkirche von Brigels zeigt auf 3,2 × 6,45 m in drei Reihen von je sieben Bildfeldern atl. Szenen, die Madonna und vier Heilige (Chur, Rätisches Mus.: Inv. Schweiz 13, Graubünden 4 S. 352). Aus dem 18. Jh. stammt ein F. aus Mumpf, Kt. Aargau (Zürich, Schweiz. L.mus.; Führer a.a.O.).

c. Sachsen.

1472 dat. ist das F. aus der Johanneskirche in Zittau, eine Votivgabe des Getreide- und Gewürzhändlers Jacob Gorteler, wie Wappen und Inschriften bezeugen. Es mißt 8,6 × 6,8 m und enthält in zehn Reihen von je neun Bildern 90 atl. und ntl. Szenen, die von oben links nach unten rechts aufeinander folgen und durch Inschriften erläutert werden. Die Bildthemen sind denjenigen auf dem F. von Gurk (s. Sp. 838) verwandt (Zittau, Stadtmus.; Inv. Sachsen 30 S. 20–22 mit zwei Taf.; [30] S. 157; [35] S. 11). Ein zweites F., von 1573, unbekannter Herkunft, ist ebenfalls im Zittauer Stadtmus. [35, S. 11].

2. Gestickte F.

Möglicherweise älter als die Bemalung von F. ist der Schmuck durch andersfarbige Stoffapplikationen. Dieser ist jedoch für F. aus den Quellen nicht eindeutig belegbar, unter den erhaltenen Denkmälern bisher nicht zu finden.

Dagegen sind gestickte F. seit dem 13. Jh. in Hessen und Niederdeutschland – besonders in Westfalen – nachzuweisen. Allerdings ist für keines der „F.“ genannten Paramente des 13. und 14. Jh. eine solche Verwendung zweifelsfrei dokumentiert. Die Benennung basiert auf der Koinzidenz bestimmter Maße, Techniken und Darstellungen (z. B. Seitenverkehrung der Bilder zur Gemeinde: [37] S. 61, 63) mit einem spezifischen Erhaltungszustand (z. B. Vorhandensein von Schlingen oder Fehlen von Wachsflecken: ebd. S. 124, 144).

Es gibt folgende Möglichkeiten, F. zu besticken: man arbeitete mit farbigem oder weißem Garn auf glattem Leinen (Abb. 1); manchmal wurde der Hintergrund der Stickerei in Durchbrucharbeit hergestellt (A. 14. Jh.: [37] Abb. 148); auch reine Filetstopferei kommt vor (Abb. 3). Eine Kombination von Filetstopferei und Stickerei zeigt das F. von Zehdenick (Abb. 2): einem gestopften Filetnetz sind Leinensterne mit Weißstickerei aufgenäht. – Seit dem 18. Jh. wurde neben dem quadratisch oder rhombisch strukturierten Filet auch der Leinentüll aus sechseckigen Waben benutzt (Abb. 10).

a. Hessen.

Beisp.: Teil eines F. (oder einer Altardecke?) aus Lohra bei Marburg, wohl 2. H. 13. Jh., 1,25 × 1,15 m (Marburg, Univ.mus.: Ausst.Kat. „Religiöse K. aus Hessen und Nassau“, Marburg a. d. L. 1932, Textbd. Nr. 223, Taf.bd. 2 Taf. 298 [frdl. Hinweis Renate Kroos, Mchn.]); F. (?, eher Altardecke) aus dem Prämonstratenser-Nonnenkloster Altenberg a. d. L., um 1300 (?), 1,59 × 3,81 m (The Cleveland Mus. of Art, Handbook, Cleveland, Ohio 1966, S. 52; Schuette – Müller-Christensen S. 35, Abb. 154–57; [35] S. 12, Abb. 7].

b. Niederdeutschland.

Beisp.: Erstes F. im ehem. Benediktiner-Nonnenkloster Lüne bei Lüneburg, M. 13. Jh., 1,2 × 3,74 m (Abb. 7; [37] S. 143 Nr. 87); F. (oder Wandbehang?) im Dom von Brandenburg, um 1290, 2 × 4,2 m [37, S. 115 Nr. 6, Abb. 77, 79ff., 91ff., 100ff., 107ff.]; F. (oder Altardecke?) aus dem Zisterzienser-Nonnenkloster Zehdenick Krs. Templin, um 1300, 1,6 × 3,85 m (Abb. 2; Johanna Müller, Marburger Jb. 13, 1944. 103–10; [35] S. 13, Abb. 9–11; [37] passim); zweites F. aus Kloster Lüne, A. 14. Jh., 1,15 × 6,6 m (möglicherweise nur der untere Teil eines F., Hannover, Kestner-Mus.: Ruth Grönwoldt, Webereien und Stickereien des MA [= Bildkat. des Kestner-Mus. Hannover, VII: Textilien, 1], Hannover 1964, S. 55 Nr. 45; [37] S. 127 Nr. 42, Abb. 154–58); drittes F. aus Lüne, um 1300–1310, 1,13 × 3,83 m [37, S. 144 Nr. 91, Abb. 148f., 151]; erstes F. im Domschatz von Halberstadt, 1,9 × 3,4 m (Abb. 3, fragmentiert; Erich Meyer, Das Dom-Mus. H., Halberstadt o. J. [1936], S. 14; [35] S. 14); zweites F. im Domschatz von Halberstadt, 2. V. 14. Jh., 0,7 × 2,22 m ohne die links und oben angesetzten Stücke aus unbesticktem Leinen [37, S. 124 Nr. 31, Abb. 270]; F. (oder Altardecke?) aus Münster i. W., M. 14. Jh., 1,1 × 2,1 m (unbekannt, aus welcher Kirche; Kunstmus. der Stadt Ddf.; Hans-Arnold Gräbke, Eine westfäl. Gruppe gestickter Leinendecken des MA, Westfalen 23, 1938, 179–94); F. (oder Altardecke?) der Marienkirche in Danzig, 14. Jh. (?), 2,25 × 2,15 m (Mannowsky 4. Halbbd. S. 30 Nr. 290, Taf. 153f.; [37] S. 82 Anm. 395).

Einige dieser Tücher sind mit geometrischen Ornamenten, auch mit dekorativen Figuren, Tieren und Pflanzen bestickt (so die beiden Halberstädter Velen und diejenigen aus Münster und Danzig). Andere haben Darstellungen aus dem Leben Christi. Das erste und dritte Velum aus Lüne zeigen die Majestas Domini, letzteres mit Aposteln, Heiligen und Szenen aus der Passion Christi sowie Auferstehung und Höllenfahrt. Größere Christuszyklen haben die Velen in Brandenburg (26 Darstellungen) und aus Zehdenick (insgesamt 76 Darstellungen, darunter einige aus der Heiligenlegende). Auf dem Altenberger Velum sind einzelne Szenen aus der Passion Christi, eine Reihe von Heiligen und die Evangelistensymbole um die Kreuzigungsgruppe in der Mitte geordnet. Auf allen Tüchern kommen zu der figürlichen Stickerei mehr oder weniger reiche Füllornamente, zuweilen Inschriften und Wappen.

c. Westfälische F. der Neuzeit.

Seit etwa 1600 wurden in Westfalen – besonders im Bistum Münster und im kurkölnischen Sauerland – viele F. hergestellt, meist querrechteckige Velen, die hoch im Triumphbogen aufgehängt wurden und den Altar nicht verdeckten. Sie sind entweder aus reinem Leinen oder aus Filet, das mit glatten, unbestickten Leinenflächen wechselt [33; 36].

Es sind drei Gruppen zu unterscheiden:

1) F. mit ornamentalen Darstellungen. Sie zeigen Pflanzen und Tiere, die aus Modelbüchern übernommen und häufig durch Beischriften religiös gedeutet sind, auch Ornamente und Wappen (vgl. Joh. Sibmacher, Schön neues Modelbuch, Nürnberg 1597; Giov. Andrea Vavassore, Esemplarlo di lavori, Venedig 1530 [= 1. Ausg.]: Arthur Lotz, Bibliogr. der Modelbb., Lpz. 1933, Nr. 32 a und b, Nr. 67 a–h). Beisp. sind die F. der kath. Pfarrkirchen St. Martin in Bedburdyck, um 1580, 2,35 × 2,1 m (Abb. 6; urspr. in der Franziskanerkirche St. Nikolaus: [35] S. 21 Nr. 6), St. Antonius Abbas in Grevenstein, um 1600, 5,84 × 5,84 m (Paderborn, Diöz.mus.: ebd. S. 19 Nr. 4, Abb. 17f.), St. Lucia in Harsewinkel, um 1600 (um 1900 verschollen: ebd. S. 20 Nr. 5, Abb. 19), und St. Martin in Hellefeld, um 1600, 3,37 × 3,22 m (Paderborn, Diöz.mus.: ebd. S. 18 Nr. 3, Abb. 15).

2) F. mit figürlichen Darstellungen. Das größte und bedeutendste F. dieser Art stammt aus der kath. Pfarrkirche St. Clemens in Telgte und ist im dortigen Heimathaus Münsterland, dat. 1623, 7,4 × 4,4 m [35, S. 30 Nr. 14, Abb. 36–44]; ähnlich sind diejenigen der Pfarrkirchen St. Magnus in Everswinkel, dat. 1614 (z. T. erneuert: ebd. S. 38 Nr. 15, Abb. 45 bis 49), und St. Dionysius in Capelle, dat. 1659, 2,1 × 2,59 m (seit 1957 verschollen: ebd. S. 39 Nr. 16, Abb. 50), dann dasjenige aus Buldern, 1. H. 17. Jh. (vier Fragmente erhalten, davon drei im Mus. für K. und Gewerbe in Hamburg, eines im L.mus. für K. und Kulturgesch. in Münster: ebd. S. 40 Nr. 18, Abb. 53 bis 56). Diese F. sind gekennzeichnet durch ihre vielbildrige, schachbrettartige Zusammensetzung (vgl. die F. von Gurk [Sp. 838] und Zittau [Sp. 842]) und durch die Schilderung von Passionsszenen (nur in Telgte gibt es außerdem noch einige atl. Szenen und Evangelistensymbole). – Fortschrittlicher, aber linkisch-provinziell in der Technik der Filetstopfung erscheinen die F. aus der ehem. Stiftskirche St. Felicitas in Vreden, dat. 1616 (1826 z. T. erneuert: ebd. S. 42 Nr. 20, Abb. 58–61), und in der kath. Pfarrkirche St. Bonifatius in Freckenhorst, dat. 1628 (1848 erneuert: ebd. S. 45 Nr. 22, Abb. 63). Für sie sind niederländisch beeinflußte Vorlagen verwendet worden. Beispiele des 18. Jh. zeigen, durch die Verwendung des feinmaschigen Tülls, geschmeidigere Konturen, so die F. der sog. Neuen Kirche von Warendorf, 18. Jh. (Abb. 10; 1849 und 1928 verändert: ebd. S. 48 Nr. 25), und der kath. Pfarrkirche Mariä Empfängnis (ehem. Zisterzienserinnen-Klosterkirche) in Marienfeld, 2. H. 18. Jh. (1867 erneuert: ebd. S. 49 Nr. 26, Abb. 68).

3) F. mit „arma Christi“. Hierher gehören drei Fragmente im L.mus. für K. und Kulturgesch. in Münster, M. 17. Jh. (Abb. 9; [35] S. 25 Nr. 7–9, Abb. 26 bis 28), die F. der kath. Pfarrkirchen St. Martin in Nottuln, dat. 1629, 1,65 × 1,1 m (ebendort: ebd. S. 26 Nr. 10, Abb. 29), in Marienbaum Krs. Moers (ehem. Birgitten-Klosterkirche), um 1640, 5,7 × 4,55 m (ebd. S. 28 Nr. 13, Abb. 33–35), und St. Antonius in Kevelaer, um 1650, 4 × 3 m (Kevelaer, Krs.heimatmus. des Krs. Geldern: ebd. S. 28 Nr. 12, Abb. 32). – In den F.-Fragmenten in Münster umgeben die „arma Christi“ jeweils das Mittelbild mit dem Christusmonogramm (ebd. Abb. 26), dem Lamm Gottes (Abb. 9) und den Wundmalen Christi (ebd. Abb. 28); in Nottuln und Marienbaum bilden sie selbst die Hauptdarstellung, in Kevelaer wiederholen sie sich in den Filetfeldern des Schachbrettmusters.

Die Verwendung von F. ist im Münsterland noch heute gebräuchlichlich.

Zu den Abbildungen

1. Lüneburg, ehem. Benediktinerinnenkloster Lüne, F. Weißstickerei auf genetztem Grund, 1,2 × 3,74 m. Niedersachsen, M. 13. Jh. Nach Schuette Bd. 1 Taf. 37.

2. Berlin, Märk. Mus., F. (Ausschnitt; Gesamtabb.: [35] Abb. 9). Weißstickerei und Filet, Konturen in Seide, 1,6 × 3,85 m. Aus dem Zisterzienserinnenkloster Zehdenick. Mark Brandenburg (?), um 1300. Fot. Mus.

3. Halberstadt, Domschatz, Inv. Nr. 276, Fragment eines F. Filetstopferei, heutige Maße 1,9 × 3,4 m. Niedersachsen, um 1300 (?). Fot. Inst. für Dpfl., Außenstelle Halle.

4. St. Lambrecht, Stm., Benediktinerstift, Stiftmus., F. Wasserfarben auf Lwd., 6 × 5 m. Aus der Pfarrkirche St. Veit in Veitsch. Steirisch (?), um 1470. Fot. Bildarchiv der Österr. Nat.bibl., Wien.

5 a und b. Unterwachingen Krs. Ehingen a. d. D., Pfarrkirche St. Kosmas und Damian, zwei Fragmente eines F. mit Darstellungen des 3. und 4. Gebots. Mal. auf Lwd., je 90 × 85 cm. Schwaben, 1. H. 16. Jh. Fot. Hans-Peter Kneer, Munderkingen a. d. D.

6. Bedburdyck Krs. Grevenbroich-Neuß, Pfarrkirche St. Martin, F. Filetstopferei, 2,35 × 2,1 m. Westfalen, um 1580. Fot. Bildarchiv Heimathaus Münsterland, Telgte.

7. Steinen, Kt. Schwyz, Pfarrkirche St. Jakob, Blick in den Chor mit aufgehängtem F. Fot. Eidgen. Archiv für Dpfl., Zürich.

8. Freiburg i. Br., Münster, Blick in den Chor mit aufgehängtem F. Nach F. Schober a.a.O. (Sp. 841).

9. Münster i. W., Westfäl. L.mus., Kat. Nr. BM 823, Fragment eines F. Filetstopferei, 0,77 × 0,66 m. Westfalen, M. 17. Jh. Fot. L. A. für Dpfl., Münster.

10. Warendorf i. W., kath. Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, sog. Neue Kirche, F. Filetstickerei auf Tüll, unterlegt, 1,73 × 2,78 m. Westfalen, 18. Jh., Einfassung von 1928. Fot. Bildarchiv Heimathaus Münsterland, Telgte.

11 a und b. Andreas Rotruff (?) nach Entw. von Martin Joh. Schmidt, gen. Kremser-Schmidt, Vorder- und Rückseite eines F. Leimfarben auf Lwd., 3,8 × 5,8 m. Garsten, BH Steyr, Abteikirche. 1777. Fot. Bildarchiv der Österr. Nat.bibl., Wien.

Literatur

Quellensammlungen: 1. Gay Bd. 1 S. 468 s. v. „courtine“, S. 787 s. v. „gordine“, S. 790 s. v. „gourdine“; Bd. 2 S. 394 s. v. „tente de carême“, S. 447 s. v. „velum templi“. – 2. Lehmann-Brockhaus, Schriftquellen. – 3. Ders., Engl. Schriftquellen. – 4. Ma. Schatzverz. Bd. 1 (= Veröffn. des ZM, 4), Mchn. 1967.

Zitierte Consuetudines u. ä.: 5. Jean Hardouin S.J., Conciliorum collectio regia maxima. Acta conciliorum et epistolae decretales, ac constitutiones Summorum pontificum, Bd. 7, Paris 1714. – 6. Edmond Martène O.S.B., De antiquis monachorum libri quinque (= De antiquis ecclesiae ritibus, 4), Ed. Venedig 1783. – 7. Ceremoniale Basiliensis episcopatus: vgl. Konrad W. Hieronimus, Das Hochstift Basel im ausgehenden MA., Quellen und Forschgn., Basel 1938, S. 141. – 8. Consuetudines Beccenses, ed. Marie Pascal Dickson O.S.B. (= Corp. consuetudinum monasticarum ..., 4), Siegburg 1967, S. 26. – 9. Decreta Lanfranci monachis Cantuarensibus transmissa, ed. David Knowles (= Corp. consuetudinum monasticarum ..., 3), Siegburg 1967, S. 19. – 10. Usus antiquiores ordinis cisterciensis: Migne, P. L. Bd. 166 Sp. 1396. – 11. Ordinale Exoniense, ed. J. N. Dalton (= Henry Bradshaw Soc, 38), London 1909, Bd. 2 S. 546. – 12. Consuetudines Farfenses, ed. Bruno Albers (= Consuetudines monasticae, 1), Stg. 1900, S. 46. – 13. Wilhelm von Hirsau, Consuetudines Hirsaugienses: Migne, P. L. Bd. 150 Sp. 1091. – 14. Ulysse Chevalier, Ordinaires de l'église cath'. de Laon (= Bibl. liturg., 6), Paris 1897, S. 89. – 15. Ders., Martyrologe, calendrier, ordinaires et prosaire de la métropole de Reims (VIII–XIIIe s.), in: ders., Sacramentaire et martyrologe de l'abbaye de St-Remy ... (= Bibl. liturg., 7), Paris 1900, S. 276. – 16. Walter Howard Frere, The Use of Sarum, Bd. 1, London 1898, S. 138–40.

Zu III C: 17. Rupert von Deutz, De divinis officiis per anni circulum ... IV, 9: Corp. Chr. Ser. Lat., Continuatio mediaevalis, Bd. 7, Turnhout 1967, S. 114. – 18. Hugo von St-Victor, De sacramentis christianae fidei IX, 7: Migne, P. L. Bd. 176 Sp. 474f. – 19. Honorius Augustodunensis, Gemma animae III, 45: ebd. Bd. 172 Sp. 656. – 20. Ders., Sacramentarium V: ebd. Sp. 743. – 21. Ders., Speculum ecclesiae: ebd. Sp. 887. – 22. Johannes Beleth, Summa de ecclesiasticis officiis LXXXV: ebd. Bd. 202 Sp. 89. – 23. Sicard von Cremona, Mitrale seu de officiis ecclesiasticis summa VI, 5: ebd. Bd. 213 Sp. 260. – 24. Wilhelm Durandus von Mende, Rationale divinorum officiorum I, 3, 35, Ed. Lyon 1568, Bl. 16v f.

Untersuchungen: 25. N. N., Alterthümliche Kirchengebräuche, Kirchenschmuck 5, H. 4, 1861, 54 bis 58. – 26. William Henry James Weale, Drame liturg. Cérémonies du carême (Le velum templi), Le Beffroi 2, 1864–65, 38–51. – 27. Franz G. Hann, Die F. in Kärnten, Carinthia I 82, 1892, 48–53. – 28. C. August Savels, Hungertücher, Zs. f. chr. K. 7, 1894, Sp. 179–90. – 29. Hermann Handel-Mazzetti, Die Hungertücher und ihre hist. Entwicklung, Die chr. K. 16, 1919–20, 190–96, 210–18. – 30. Braun, Altar Bd. 2 S. 148–159. – 31. Luzian Pfleger, Analecta liturg. Argentinensia 1: Das Fasten- oder Hungertuch, Archiv für elsässische Kirchengesch. 3, 1928, 378–79. – 32. Medard Barth, Das Fasten- oder Hungertuch im Elsaß, ebd. 6, 1931, 406–08. – 33. Johs. Emminghaus, Die westfäl. Hungertücher aus nach-ma. Zeit und ihre liturg. Herkunft, Diss. Münster i. W. 1949 (masch.). – 34. Joh. Schneider, Kärntner F., Hl. Dienst 14, 1960, 1–6. – 35. Paul Engelmeier, Westfäl. Hungertücher vom 14.–19. Jh. (= Veröff. aus den westfäl. Mus., 4), Münster i. W. 1961. – 36. Herbert Hoffmann, Ein Fasten-Velum der Zeit um 1500 ..., Nachr.bl. der Dpfl. in Baden-Württemberg 4, 1961, 41–46. – 36 a. Günther H(erm.) Neckheim, Die F. im Kärntner K.schaffen zur Passionszeit, Die Kärntner Landsmannschaft. Mitt.bl. der Heimatverbände Kärntens 1965, H. 4 S. 4–6. – 37. Renate Kroos, Niedersächsische Bildstickereien des MA, Bln. 1970. – 38. Gustav Kalt, Die Gesch. des Hungertuchs. Zur Sonderausst. des Schweiz. L.mus. „Schweiz. Hungertücher“ 1978, (Zürich 1978).