Farbigkeit der Architektur

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englisch: Colour in architecture; französisch: Enduits colorés; italienisch: Policromia dell'architettura.


Friedrich Kobler (MA und Abschnitt IV. A.) und Manfred Koller (Neuzeit) (1975)

RDK VII, 274–428


RDK VII, 275, Abb. 1. Nürnberg, um 1425.
RDK VII, 279, Abb. 2. Quadermalerei (schematisch), um 1080-M. 16. Jh.
RDK VII, 281, Abb. 3 a-c. Münster, Kt. Graubünden, E. 8. Jh (?).
RDK VII, 283, Abb. 4. Lorsch Krs. Bergstraße, A. 9. Jh. (?).
RDK VII, 285, Abb. 5. Köln, 984 - um 1000.
RDK VII, 289, Abb. 6. Fulda-Neuenberg, gew. 1023.
RDK VII, 291, Abb. 7. Ratzeburg, um 1160/70 - um 1200.
RDK VII, 293, Abb. 8. Jerichow, 2. H. 12. Jh.
RDK VII, 295, Abb. 9. Maria Laach, um 1230.
RDK VII, 297, Abb. 10. Bacharach, 2. V. 13. Jh.
RDK VII, 299, Abb. 11. Boppard, vor 1236.
RDK VII, 301, Abb. 12. Soest, 2. V. 13. Jh.
RDK VII, 303, Abb. 13 a. Stapelmoor Krs. Leer, 2. H. 13. Jh.
RDK VII, 303, Abb. 13 b. Stapelmoor Krs. Leer, 2. H. 13. Jh.
RDK VII, 305, Abb. 14 a und b. Regensburg, um 1254 (a), um 1260 (b).
RDK VII, 305, Abb. 14 c. Regensburg, Fassung 15. Jh.
RDK VII, 307, Abb. 15. Panschwitz-Kuckau Krs. Kamenz, um 1270/80.
RDK VII, 309, Abb. 16. Haina, vor 1224-1328.
RDK VII, 309, Abb. 17. Havelberg, nach 1279 - um 1330 (?).
RDK VII, 311, Abb. 18. Lübeck, um 1320/30.
RDK VII, 313, Abb. 19. Doberan, nach 1294-1368.
RDK VII, 317, Abb. 20 a. Stein a. d. D., um 1310.
RDK VII, 317, Abb. 20 b. Stein a. d. D., um 1310.
RDK VII, 319, Abb. 21. Lahnstein, um 1330/40 (?).
RDK VII, 321, Abb. 22. Burg Karlstein, Böhmen, Hl. Kreuzkap., gew. 1365.
RDK VII, 323, Abb. 23 a. Landshut, E. 14. Jh. - um 1480.
RDK VII, 325, Abb. 23 b-d. Landshut, um 1450 (b), 1. H. 15. Jh. (c), nach M. 15. Jh. (d).
RDK VII, 327, Abb. 24. Haigerloch Krs. Hechingen, um 1476.
RDK VII, 329, Abb. 25. München-Pipping, 1478-80.
RDK VII, 331, Abb. 26. Neiße, 1488-99.
RDK VII, 335, Abb. 27. Lauingen Krs. Dillingen, 1513 - um 1520.
RDK VII, 337, Abb. 28. Augsburg, gew. 1518.
RDK VII, 341, Abb. 29. Bartholomae Firtaler, Kötschach, Kärnten, umgebaut 1518-27, gew. 1542.
RDK VII, 343, Abb. 30 a. Hans Hieber, 1520-21, Regensburg.
RDK VII, 343, Abb. 30 b. Hans Hieber, 1520-21, Regensburg.
RDK VII, 345, Abb. 31. Melchior Wilde (Polier), um 1540-41, München.
RDK VII, 351, Abb. 32. Erfurt, 1538.
RDK VII, 353, Abb. 33. Wels, O. Ö., M. 16. Jh.
RDK VII, 355, Abb. 35. Schmalkalden, um 1586.
RDK VII, 357, Abb. 36. Hameln, 1589.
RDK VII, 359, Abb. 37. Gideon Bacher, 1594, Ansbach.
RDK VII, 361, Abb. 38. Schloß Schmieheim Krs. Lahr, 1607-10.
RDK VII, 365, Abb. 39. Ippolito Guarinioni, 1620-54, Volders, Tirol.
RDK VII, 367, Abb. 40. Stift Altenburg, N. Ö., um 1650, um 1740 und 19. (?)/20. Jh.
RDK VII, 373, Abb. 41. Carlo Martino Carlone und andere, 1663-72, Eisenstadt, Burgenland.
RDK VII, 375, Abb. 42. Pertonell, N. Ö., um 1670.
RDK VII, 377, Abb. 43. Stift Kremsmünster, O. Ö., um 1680-1700 und um 1750.
RDK VII, 379, Abb. 44. Jakob de Candrea, 1686-98, Bonn.
RDK VII, 381, Abb. 45. Ferdinand Pitzler, 1701, ehem. Berlin.
RDK VII, 385, Abb. 46. Giov. Ant. Viscardi, beg. 1701, Fürstenfeldbruck, Obb.
RDK VII, 387, Abb. 47 a. Joh. Bernhard Fischer von Erlach, beg. 1710, Wien.
RDK VII, 387, Abb. 47 b. Joh. Bernhard Fischer von Erlach, beg. 1710, Wien.
RDK VII, 389, Abb. 48. Joh. Lucas von Hildebrandt, voll. 1711, Schloß Halbturn bei Neusiedl am See, Burgenland.
RDK VII, 391, Abb. 49. Tommaso Giusti (zugeschr.), 1713, Hannover
RDK VII, 393, Abb. 50. Troppau (Opava), zw. 1709 und 1717.
RDK VII, 395, Abb. 51. Andreas Müller (zugeschr.), 1716, Würzburg.
RDK VII, 397, Abb. 52. Joh. Michael Prunner, 1714-24, Stadl Paura, O. Ö.
RDK VII, 399, Abb. 53. Giov. Francesco Marchini, beg. 1732, Bruchsal, Baden.
RDK VII, 401, Abb. 54. François de Cuvilliés d. Ä. (Entw.), zw. 1729 und 1737, Schloß Falkenlust bei Brühl.
RDK VII, 403, Abb. 55. Balthasar Neumann, 1740, Würzburg.
RDK VII, 405, Abb. 56. Michel d'Ixnard (Dekoration), beg. 1773, Konstanz.
RDK VII, 407, Abb. 57. Victor Kretz, 1784, Gengenbach.
RDK VII, 409, Abb. 58. Peter Jos. Krahe, 1805, Braunschweig.
RDK VII, 411, Abb. 59. Karl Friedrich Schinkel, um 1830, Berlin-Ost.
RDK VII, 413, Abb. 60. Friedrich von Gärtner, 1838-43, München.
RDK VII, 415, Abb. 61. Karl Friedrich Schinkel, wahrscheinlich 1838, Berlin-Ost.

I. Definition

Von F. d. A. wird hier gesprochen als dem Ergebnis aller Bestrebungen, die architektonische Struktur eines Bauwerks mittels seiner farbigen Erscheinung zur Geltung zu bringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die F. auf eine bereits gegebene architektonische Gliederung gelegt wird oder eine solche schafft bzw. ergänzt. Auch ist es gleichgültig, wodurch die farbige Gliederung erfolgt, etwa durch verschiedenfarbiges Baumaterial, Bemalung, Putz.

Historische Benennungen wie Fassen (vgl. z. B. [59] S. 256 Anm. 2: Inschrift von 1532) oder Weissen (s. Sp. 283) betreffen nur einen Teilaspekt, der die Verwendung farbigen Baumaterials außer acht läßt. In der Tradition dieser Betrachtungsweise versucht Ernst Willemsen zu unterscheiden zwischen „architektonischer Malerei“ auf bald zwei-, bald dreidimensionalem Bildträger einerseits, Buch- und Tafelmalerei auf zweidimensionalem, Fassung von Bildwerken als „skulpturaler Malerei“ auf dreidimensionalem Bildträger andererseits ([2] 1967, 86).

Die F. d. A., wie sie im folgenden verstanden wird, unterscheidet sich also von der farbigen Gesamterscheinung eines Bauwerks. An dieser sind viele weitere Faktoren beteiligt, die hier nicht zur F. d. A. gerechnet werden, selbst wenn durch sie Akzente gesetzt werden: die Struktur der Materialoberfläche; die durch besondere Arten der Verglasung verfärbende Wirkung des Lichtes; die Ausstattung, also etwa Gemälde (auch in der Fassadenmalerei und Deckenmalerei [RDK III 1145–87]), Altaraufbauten, Textilien und ihre Imitation in Malerei, sowie Bildwerke (s. *Fassung).

Die F. ephemerer Architektur mit ihren durch technische Rücksichten kaum beschränkten Möglichkeiten farblicher Gestaltung wird im vorliegenden Artikel nicht behandelt.

II. Forschungsgeschichte

1. Im 2. Jz. 19. Jh. begann man, nachdem Reste farbiger Fassung antiker Bildwerke schon seit längerem bekannt waren, auch den Farbspuren an antiken – vornehmlich griechischen – Bauwerken Beachtung zu schenken. Grundlegend war die Veröffentlichung von Antoine-Chrysostome Quatremère de Quincy, Le Jupiter Olympien ..., Paris 1814; erwähnenswert ist die Zustimmung seitens Joh. Martin Wagners (Ber. über die Aeginetischen Bildwerke, Stg. und Tübingen 1817, S. 220f.). In der Folge trat, durch Neuentdeckungen ausgelöst, eine Polarisierung der Meinungen ein, der Polychromiestreit (hierzu vor allem Leopold Ettlinger, Gottfried Semper und die Antike, Halle 1937 [Diss.], daneben W. Hentschel [48], Herm. Beenken, Schöpferische Bauideen der dt. Romantik, Mainz 1952, S. 36f., Patrik Reuterswärd, Stud. zur Polychromie der Plastik, Griechenland und Rom [= Scandinavian Univ. Books], Stockholm 1960, S. 9–27, Karl Hammer, Jakob Ignaz Hittorff [= Pariser hist. Stud., Bd. 6], Stg. 1968, S. 101–27).

Für mäßige und nur partielle Bemalung antiker – griechischer – Tempelbauten traten insbesondere ein: Otto Magnus Frhr. von Stackelberg, Der Apollotempel zu Bassae, Rom 1826; Franz Kugler, Ober die Polychromie der griech. Archit. und Sculptur und ihre Grenzen, Bln. 1835 (Wiederabdruck mit Erg.: Ders., Kleine Schr. und Stud. zur Kg., Teil 1, Stg. 1853, 265–361); Leo von Klenze, Aphoristische Bemerkungen, gesammelt auf seiner Reise nach Griechenland, Bln. 1838. Ihnen gegenüber setzen sich für vollständige Farbigkeit der Tempel ein: J. I. Hittorff, De l'archit. polychrôme chez les Grecs ..., Annali dell'Inst. di Corrispondenza arch. 2, 1830, 263 bis 284; Ders., Restitution complète du temple d'Empédocles à Sélinonte ..., Paris 1851; Gottfried Semper, Vorläufige Bemerkungen über bemalte Archit. und Plastik bei den Alten, Altona 1834 (Wiederabdruck in: Ders., Kleine Schr., Bln. und Stg. 1864, 215–58; vgl. auch: Ders., Der Stil..., Mchn. 18782 [1.Aufl. 1860], Bd. 1, bes. S. 410ff.); Ernst Chrn. Friedr. Walz, Heidelberger Jbb. 30, 1837, 209f., 220–28, 258f. Über Karl Otfried Müller (Hdb. der Arch. der K., Breslau 1848, S. 33f., 59f., 94, 96 u. ö.) gingen diese Kenntnisse in die arch. Literatur ein, den Architekten dienten sie zur Legitimation farbiger Gestaltung der eigenen Bauten (s. Sp. 414f.).

Dem Akzeptieren der Farbbefunde stand vor allem die Vorstellung von Materialechtheit im Weg (vgl. [48]; [49]; s. auch Sp. 409f.), die sich mit der von „unnatürlicher“ Fassung nicht vertrug (vgl. etwa Goethe über die Farbigkeit griech. Tempel: „So viel aber möchten wir behaupten, daß der köstliche Stoff des pentelischen Marmors sowie der ernste Ton eherner Statuen ... den Anlaß gegeben, die reine Form über alles zu schätzen“: Jbb. der Lit., Wien 1830; Goethe, Werke, 1. Abt., Bd. 49,1, S. 183). Solche zeitgenössische Vorstellung von Materialgerechtigkeit („Weißer Klassizismus“) hatte selbst für Bauwerke des MA Folgen; trotz gegenteiliger Feststellungen wie denen von E. Viollet-le-Duc (Architecture, Bd. 7 S. 56–109, bes. S. 78ff.) oder von Ferd. von Quast (vgl. Hans Berger, Dpfl. an roman. Bauten zw. Harz und Elbe, in: K. des MA in Sachsen, Fs. Wolf Schubert, Weimar 1967, S. 17–36) verloren sie der Steinsichtigkeit zuliebe ihr überkommenes Erscheinungsbild (z. B. Dom in Bamberg: Mich. Pfister, Die Gesch. der Restauration der Domkirche zu B. 1828–1844, Bamberg 1896; Steyr, O.Ö., Stadtpfarrkirche: Adalb. Stifter, Mitt. Zentralkomm. 3, 1858, 194; Äußeres des Domes in Limburg a. d. L., 1865–77 [114]).

2. In der 2. H. 19. Jh. begann man, Hinweise auf die an und in Bauwerken der verschiedenen Stilepochen angetroffene F. d. A. zusammenzustellen. Es entstanden, in erster Linie für Architekten bestimmt, Musterbücher, die intensive Beschäftigung mit dem Problem verraten, jedoch historisch-kritischer Einstellung entbehren (z. B. W. Pastern, Kirchl. Dekorations-Mal. im Style des MA, Lpz. 1892–93, benutzt 1898 in der Peterskirche zu St. Lambrecht, Stmk.: Inv. Österr., Bd. 31 S. 133). Diese kam erst im 4. V. 19. Jh. auf, getragen von der Denkmalpflege, die sich um historisch beglaubigte Wiederherstellung bemühte. Wegbereiter waren die Architekten Karl Schäfer (Karl Gruber, Die Schäferschule, [2] 1967, 50–62; [120]; [121]), Albrecht Haupt ([29]; A. Haupt [Hrsg.], Backsteinbauten der Renss. in N-Dtld., Ffm. 1899), Fritz Hirsch [122; 123] und vor allem Schäfers Schüler Herm. Phleps [32; 36; 39f.; 215; 217], von seiten der Denkmalpflege im frühen 20. Jh. vor allem Paul Clemen. Beisp.: Limburg a.d.L., Dom, Innenraum, 1865–77 [114]; Bruchsal, Residenz, Fassaden, 1910 [124].

3. Eine grundlegende hist. Darstellung der F. d. A. fehlt bis heute, nicht nur im deutschen Sprachraum.

Einer ersten zusammenfassenden Darstellung der F. d. A. in Antike und MA durch Phleps [40] folgten einzelne kursorische Übersichten (von seiten der Denkmalpflege besonders durch Rud. Pfister [35; 37] und Heinr. Kreisel [52]) und eine Fülle von Einzelbeiträgen, in denen Untersuchungsergebnisse einzelner Bauwerke ausgebreitet sind (s. die Veröffentlichungen vor allem in Jbb. und Zs. der Dpfl.ämter).

In deren Praxis bestehen jedoch große Unterschiede in der Art der Befundfixierung und der bei Befundlücken ergänzenden Interpretation der F.d.A. Gegenwärtig ist in den deutschsprachigen Ländern Mitteleuropas, den Nachbarstaaten im Osten, aber auch im Westen (Niederlande, Belgien) eine verstärkte Tendenz zur systematischen Untersuchung und Wiederherstellung der F. d. A. nach den Befunden festzustellen, der gegenüber in den romanischen Gebieten eine spürbare Zurückhaltung auffällt.

Gesteinsuntersuchungen bilden wichtige Ergänzungen zur Systematik und Kenntnis der F. d. A., wenngleich dabei öfter das Färbelungsproblem übersehen wurde.

Grundsätzliches zur in der Regel ergänzenden Wiederherstellung historischer F. d. A. spiegelt sich vor allem in den Berichten über Denkmalpflegetagungen (publiziert z. B. in [2] seit 1959).

III. Quellen

1. Befund. Am Außen- wie am Innenbau blieb so gut wie nirgends die ursprüngliche, nur selten ältere Farbgebung(en) unverändert und vollständig sichtbar; teilweise oder völlige Veränderungen betreffen in erster Linie die F. Ursachen liegen einerseits in Verwitterung und Abbau der Materialien, andererseits in periodischen Renovierungen (bis hin zum rekonstruierenden Verhalten moderner Denkmalpflege). Bestimmte Materialien (z. B. Marmor) und Techniken (Fresko, Sgraffito) sind am ehesten in ihrer originären F. überliefert, doch fast immer nur als Teil des ursprünglich größeren Ganzen. Sonstige, bisher in den wenigsten Fällen voll ausgeschöpfte Quellen können ergänzende Aufschlüsse über F. d. A. liefern (= Abschnitte 2–4). Stets ist zwischen der ursprünglichen („originalen“) und späterer („älterer“) F. zu unterscheiden (zur Relativität des Originalbegriffs vgl. Jos. Maria Ritz, Vom originalen Zustand in der Dpfl., [2] 1957, 74–81).

Methodische Untersuchungen (systematische Schichten- und Materialbefunde) erbringen erfahrungsgemäß derzeit für das MA nur mehr an verhältnismäßig wenigen, für die Neuzeit (noch!) an bis zu drei Vierteln der Bauten Befunde über Farbgebungen am Äußeren. Leider erbringen diese Beobachtungen nur selten an allen Bauteilen positiven Befund, und selbst wenn das der Fall ist, sind einst vorhandene Farbnuancen und -kombinationen nur hie und da faßbar. Statistische Auswertung möglichst vieler Proben sowie deren mikroskopische und analytische Untersuchungen sind in schwierigen Fällen unerläßlich (z. B. wurden am Pal. Trautson in Wien 138 Proben, am Haus Zum breiten Herd in Erfurt 835 Proben pro Fassade entnommen: [206] S. 208; [244] S. 114 Anm. 48). Die Glaubhaftigkeit publizierter Ergebnisse beruht auf nachprüfbarer Dokumentation, für die verbindliche Übereinkünfte bislang fehlen (Möglichkeiten: Freilegungsproben am Bau, Archivierung von Probeentnahmen als Primär-, Fotos und Pläne sowie Zustandspläne der einzelnen historischen Farbphasen als Sekundär-Dokumentation: vgl. Abb. 40, 41 und 43).

Älterer Literatur entnommene Untersuchungsergebnisse sind stets mit einer gewissen Reserve zu beurteilen, weil sie vielfach die unerläßliche Trennung zwischen Befund und rekonstruierender Interpretation vermissen lassen. Hauptschwierigkeit: die beobachtete Schichtenfolge gestattet nur eine relative Chronologie.

2. Architekturzeichnungen und -modelle. *Architekturzeichnungen enthalten nur ausnahmsweise Angaben zur F.

Farbeintragungen – Lavierungen – auf spätma. Rissen dienen zur Unterscheidung von Umriß und Füllung, geben keine Auskunft über die vorgesehene F. (Peter Pause, Got. Archit.zchgn. in Dtld., Diss. Bonn 1973, S. 51f.); das gilt auch für den nur in Kopie erhaltenen sog. Straßburger Riß C aus dem fortgeschrittenen 14. Jh., bei dem es nicht einmal feststeht, ob die F. nicht erst um 1670 durch den Kopisten, den Straßburger Stadtbaumeister Joh. Jakob Arhardt, eingetragen wurde (vgl. ebd. S. 200–203; zur Dat. Reinh. Wortmann, Der W-Bau des Straßbg. Münsters von 1275–1318, Diss. Freiburg i.Br. 1957 [masch.], S. 112). Gleichen Zweck haben Farbeintragungen auf vielen neuzeitlichen Architekturzeichnungen (vgl. Carl Linfert, Die Grundlagen der Archit.zchgn., K.wiss. Forschgn. 1, 1931, 237f., Ingeborg Albrecht, Elias Holl, Münchner Jb. N. F. 12, 1937 bis 1938, 133–35); bei farblich differenzierten Architekturzeichnungen vor allem des 18. Jh. ist zu prüfen, ob sie nicht doch die geplante F. d. A. enthalten (vgl. z. B. Sp. 370 und 386; s. auch Abb. 58).

Gelegentlich ist zwar nicht die Farbe, wohl aber das Bemalungsschema in die Zeichnung eingetragen (vgl. Abb. 31).

Nur wenige alte Architektur- und Stadtmodelle zeigen Farbeintragungen. Sie nähren damit die Vermutung, daß die F. dieser Bauten entweder selbstverständlich oder variable Zutat war. Außerdem ist der Aussagewert von Modellen (wie der von Architekturzeichnungen) je nach ihrer Stellung im Planungsprozeß unterschiedlich.

Beispiele bemalter *Architekturmodelle: Regensburg, Wallfahrtskirche Zur Schönen Maria, 1520–21 (Abb. 30; RDK I 922 Abb. 4); Dresden, Schloß, Zustand von 1620, mit Wiedergabe der Sgraffitodekoration (ehem. Hist. Mus. Dresden: Fritz Löffler, Das alte D. [= Dt. Bauakad., Schr. des Inst. für Theorie und Gesch. der Bauk.], Dresden 1955, S. 349, Abb. 44); Augsburg, Rathaus, vor 1618 (RDK I 923f. Abb. 6); Hannover, Clemenskirche, 1713 (Abb. 49); Ellingen, Schloß, zw. 1709 und 1717 (Abb. 50); Schleißheim, Neues Schloß, um 1725 [177, Abb. 2]; Dresden, Hofkirche, Modell nach der Planung G. Chiaveris, aus vergoldetem Zinkguß, nach 1738 (ehem. Dresden, Grünes Gewölbe: F. Löffler a.a.O. S. 358, Abb. 186).

3. Ansichten. Ma. Gemälden und Miniaturen ist Wirklichkeitstreue im allgemeinen fremd. In der 1. H. 16. Jh. wurden vielfach bunte Bildarchitekturen gemalt, die gleichwohl den an der ital. Renss. orientierten Geschmack der gebildeten Zeitgenossen spiegeln, ohne daß ihnen immer Quellenwert zukäme (vgl. Sp. 363f.). Genaue Wiedergabe von F. d. A. scheint erst Veduten des späteren 18. und vor allem des 19. Jh. eigen zu sein.

Barocke Ansichten geben die Baustruktur gewöhnlich zuverlässig wieder, nicht aber die F. (z. B. Palais Trautson in Wien, gemalt von Joh. Mich. Rottmayr, 1711: [206] Abb. 280; Studiengebäude Dillingen in den Deckenfresken Joh. Anwanders im Goldenen Saal der Universität, 1762: Inv. Bayern, Schwaben 6 Abb. 285ff.), nur manchmal bieten sie eine farbig differenzierte Wiedergabe (z. B. Hochaltarbild von Martino Altomonte in Stadl Paura, O.Ö., von 1722 mit der Ansicht der Kirche im Jahr der Fertigstellung: Inv. Österr., Bd. 34 S. 472, Abb. 546; s. auch Sp. 393). Bei den zahlreichen Veduten Canalettcs ebenso wie bei den Malern der Romantik und des Biedermeier spielen topographisch exakte Ansichten mit ihrer Bevorzugung von Lokalfarben gegenüber dem Gesamtton der Ansicht eine untergeordnete Rolle. Stets ist das Zeugnis der Malerei durch Bauuntersuchungen zu überprüfen.

Zuverlässig sind spezifische Bauaufnahmen an der F. d. A. interessierter Zeitgenossen (vgl. etwa Ferdinand Pitzlers Notizen zu Dresdner Bauten, um 1695ff.: Abb. 45; Nikolaus Pevsner, Leipziger Barock, Dresden 1928, Abb. 13 und 18; Ansichten des frühen 19. Jh. aus Niederösterreich mit eingeschriebenen Farbangaben in der Ansichtenslg. des Bundesdenkmalamtes Wien, z. B. von Schloß Salaberg, Inv. Nr. N 1046).

4. Schriftquellen. Ausgaben für Farbmittel sind häufig in Materialrechnungen enthalten, jedoch selten entsprechend ausgewertet und mit einem Untersuchungsbefund in Übereinstimmung gebracht (vgl. z. B. Michael Schattenhofer, Das Alte Rathaus zu Mchn., Mchn. 1972, passim; Alois Mitterwieser, Die Baurechnungen der Renss.-Stadt-Residenz in Landshut [1536–1543], Monatshh. für Kw. 15, 1922, 122–35, bes. S. 130 Anm. 103; [204] und die archivalische Korrektur durch [209]). Wichtige Hinweise liefern ferner Baukorrespondenzen, z. B. der Grafen Schönborn (P. Hugo Hantsch und Andreas Scherf, Quellen zur Gesch. des Barocks in Franken unter dem Einfluß des Hauses Sch. [= Veröffn. der Ges. für fränk. Gesch.], I, 1, Augsburg 1931, Nr. 352, 407), sowie Kontrakte (vgl. Sp. 290).

Lokale Chroniken und Inventare geben gleicherweise Auskunft über Urzustand wie über spätere Veränderungen der F. Ähnliches gilt für die Reiseliteratur der 2. H. 18. Jh. (z. B. Chr. Friedr. Nicolai, Beschr. einer Reise durch Dtld. und die Schweiz 1. J. 1781, Bln. 1783ff., Bd. 1 S. 65: Schieferverschalung und weißer und grauer Fensterzierat in Oberschlesien, Bd. 2 S. 454 und 468: „ungekräuselter“ Weißanstrich statt Fassadenbemalung der Häuser).

Bauverordnungen spielen in der Neuzeit für die F. der Bürgerhäuser von Städten und Märkten eine wichtige Rolle, vor allem für die Kenntnis späterer Farbänderungen.

Erwähnt seien Magdeburg, kgl. Bauorder vom A. 18. Jh. (Sp. 388); Dresden, Baureglement Augusts des Starken, 1720 (Sp. 386); Mannheim, 1738 (Sp. 394); Würzburg, Stadtbauprotokolle, 1788 (Sp. 404); Prozeß wegen schwarzen Hausanstrichs nach polizeilichem Verbot, berichtet 1825 (Sp. 415); Musteranstrich in Karlsruhe 1814–15 (Sp. 412); München, 1840 Verbot des Weißanstrichs von Häusern durch das Innenministerium (da den Augen schädlich: Sp. 415); vgl. auch Fachwerk (RDK VI 944).

Die in Bau- und Dpfl.ämtern bewahrten Akten erschließen neuere Veränderungen und Untersuchungsergebnisse (auch viel Nicht-Veröffentlichtes).

5. Architekturtheorie. Traktate enthalten Bemerkungen zur F. d. A.

In der ital. K.lit. seit Alberti stehen wenige Bemerkungen über F. d. A. (Alberti VII, 10; Palladio IV, 2). Rivius, Vitruvius Teutsch, Nürnberg 1548, II, 8, berührt mit der Bemerkung, man hätte wegen der Nachlässigkeit der heutigen Ziegelbrenner „darumm das Dünchen erdacht, darauff man dieser zeit weisst, oder solche schön mahlet ...“, einen entscheidenden Unterschied der F. d. A. in den Ländern nördl. der Alpen zu Italien und dessen exaktem Mauerbau. Jos. Furttenbach bringt Mörtel-, Sgraffito- und Stuckrezepte und empfiehlt gelbe oder graue Rustika-Imitation (Architectura civilis, Ulm 1628, S. 12f., 50, 60). Leonh. Chr. Sturm rühmt einfarbige, z. B. messingfarbene Außen- wie Innenmalereien und die Vergoldung „dünner Linien in den Bauzierten“ und tadelt materialfremde Steinanstriche: „daß man die steine mit unbehörlichen Farben anstreichet, ist nicht alleine ungeziemende, sondern stehet auch schädlich. Inwendig kan man die Mauern mit Farben mahlen ...“ (Vollständige Anweisung zu der Civil Bau-K. ..., durch Nic. Goldmann ..., vermehrt durch L. Ch. Sturm, Wolfenbüttel 1696 [Neudr. Baden-Baden 1962], II, 34 [S. 107]). Paul Decker, Fürstlicher Baumeister ..., Augsburg 1711, macht zahlreiche Angaben zur Innenfarbigkeit (Text zu Taf. 10, 15, 24 u. ö.). In enzyklopädischer Manier veröffentlichte Friedr. Chrn. Schmidt 1790 eine Liste von Farbmischungen und Farbmustern (s. Sp. 403). David Gilly stellte ein in Auswahl und Mischungen für klassizistische Vorstellungen von F. d. A. charakteristisches Verzeichnis zusammen (Hdb. der Landbauk., Bln. 1798, Bd. 1 S. 285–94 § 103).

IV.

A. Ausführende Handwerker

1. Tüncher und Maler.

Nachrichten über Handwerker liegen seit dem späten 14. Jh. vor. Aus ihnen wird man vielleicht auf das 13. Jh. rückschließen dürfen; für ältere Zeit schweigen die Quellen.

Zunächst ist zu unterscheiden zwischen Tünch- und Mal-Arbeiten. Eine generell gültige Aufteilung zwischen Tüncher- und Malertätigkeit, die im Handwerklichen begründet liegt, ist wegen der lokal oft unterschiedlichen Verhältnisse nicht möglich; immerhin lassen sich einige allgemein zutreffende Linien zeichnen. Die Tüncherarbeit hat den Charakter des Minderen; Handwerksordnungen und Festsetzungen (dazu Sp. 284ff.) legen meist eine Grenze „nach oben“ fest.

Zwischen Tünche gleich Anstrich (und dem Material dafür, Kalkmilch) und Tünche gleich Putz oder oberste Putzschicht, auch gleich Malgrund für Fresken, wurde – ähnlich dem lat. „dealbatio“ (Thes. Ung. lat., Bd. 5 Sp. 80f.) – sprachlich nicht unterschieden (Grimm, Bd. 11, 1, 2 Sp. 1172–89, Bd. 16, 1, 1 Sp. 1201f., 1206f., 1208; vgl. auch Darstellungen von Tünchern beim Verputzen im „Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung zu Nürnberg“, hrsg. von Wilh. Treue u. a., Mchn. 1965, Bildbd. Taf. 242 [1538]; Abb. 1). Aus der häufig vorkommenden Formulierung „zu malen“ u. ä. ist, solange nicht nähere Bestimmung folgt, kein eindeutiger Schluß auf die tatsächlich ausgeführte Arbeit möglich (vgl. z. B. Fritz Traugott Schuh, Mitt. aus dem Germ. Nat.-mus. 1906, 146).

a. Mittelalter, Neuzeit bis zum 30jähr. Krieg.

In der Regel wurde bis in das 17. Jh. hinein der Anstrich durch Angehörige des schon im 13. Jh. gemischt organisierten Baugewerbes ausgeführt, durch Maurer, Steinmetzen, Zimmerleute (Tüncharbeit eines Maurers 1486: Jb. des Musealver. Wels 1, 1954, 89; Dachanstrich durch Zimmerleute [um 1485?]: ebd. S. 93 Anm. 13). Zu ihm gehört – seit dem späten 14. Jh. belegt – der Tüncher (Anstreicher, Kälker, Klaiber, Staffirmaler, Wassermaler, Weißbinder, Weißler, auch Schilderer: [251] S. 51–54).

Im Gegensatz zum Tüncher stand, auch wenn beider Tätigkeit öfters miteinander verglichen wird (vgl. Grimm a.a.O. passim), an vielen Orten der Maler. Er mußte mit den Arbeiten betraut werden, wenn die Arbeit über bloßen Anstrich mit einfachstem Zierat hinausging und wenn teurere Materialien, gar Vergoldungen gefordert waren, vgl. z. B. den Vertrag mit dem Maler Chr. Bockstorfer 1552 wegen des Rathauses von Mülhausen 1. E. ([250] Bd. 3, Quellen 1, S. 365f.; s. auch Sp. 287). Nur an wenigen Orten gehörten Anstricharbeiten zu den regelmäßigen Aufgaben des Malers (vgl. Ältere und Jüngere Rolle der Meister in Münster i. W., E. 16. Jh. bzw. 1614: Rob. Krumbholtz, Die Gewerbe der Stadt Münster bis zum Jahre 1651 [= Publ, aus den K. Preuß. Staatsarchiven, 70], Lpz. 1898, S. 339 und 356). Der Gegensatz zum Tüncher kommt auch in der Zunftzugehörigkeit zum Ausdruck: der Maler gehörte vielerorts einer oft als vornehmer angesehenen Zunft an.

Positivstes Zeugnis für die Tätigkeit des Tünchers enthält die Nürnberger Ordnung im Nachtrag von 1557; sie schreibt als Meisterstück u. a. einen Hausanstrich vor (Stadtarchiv Nürnberg, Rugamt Nr. 234/III, fol. 752 [frdl. Mitt. Dr. Lehnert]; vgl. auch [248] S. 162f. und [251] S. 52; Text der Meisterstücksforderung, unter dem Datum 1596, bei Joh. Hübner, Curioses und reales Natur= Kunst= Berg= Gewerb= und Handlungs-Lex., Lpz. 1776, Sp. 2347).

Festlegungen des Arbeitsbereichs gehen meist auf Zunftstreitigkeiten zwischen Malern und dem Baugewerbe zurück.

Die Bestimmungen basieren oft auf dem zugelassenen Material: in Augsburg 1560 gelobte der Klaiber Balchas Hertzog, weder Ölfarbe noch Pinsel zu gebrauchen [251, S. 113f.]; „heuser von braunen, gelben, gruwen, schwartzen und weißen wasserfarben ..., holtzwerk an den häusern mit öl oder waßerfarben auch anzustreichen“ war den Maurern in Ulm 1572 zugestanden [250, Bd. 2, Quellen S. 77]; in Villingen 1603 sollten die Maurer „kein farben nicht haben zu gebrauchen, dann allein graw und schlechte stainfarben“ (ebd. S. 330); die Danziger Maurer betonen um 1600, daß sie seit alters her die Häuser weiß, rot, schwarz und mischfarbig gestrichen hätten ([248] S. 78; vgl. auch S. 165 [Vergolden und Versilbern]; [251] S. 53). In Dresden vor 1620 blieben die Maurer berechtigt, geringe Stein- und Mauerfarben zu gebrauchen [248, S. 116]. In Lübeck stand den Maurern nur Anstreichen mit Kalk, Gips, Kienruß, geriebenen Mauersteinen, Braunrot und Ockergelb zu [249, Bd. 2 S. 324], was 1629 eingeschränkt wurde auf Kalktünche oder Mischton aus Totenkopf und Steingrus [251, S. 53]; 1665 war ihnen braunrote Farbe und „Streichpinseln“ untersagt (frdl. Auskunft des Archivs der Hansestadt Lübeck; vgl. Joh. Carl Henrich Dreyer, Einleitung zur Kenntnis in den Geist= Bürgerlichen= Gerichts-Handlungs= Polizey= und Kammer-Sachen von E. Hochw. Rath der Reichsstatt Lübeck ... ergangenen Verordnungen ..., Lübeck 1769, S. 529). Die Beschränkung konnte auch im Formenrepertoire liegen: in Basel um 1526 war den Maurern „uss strichen mit bolen und schwarzen blumen“ verboten, außer Weißen durften sie nur „die fenster stein in die fierung fasen doch von dem selben steinmel ein farw machen one ander farwen vnd do mit fasen“, „keselbrun oder graw“ zu färbein war ihnen untersagt (Rud. Wackernagel, Gesch. der Stadt Basel, Bd. 2, 1, Basel 1911, S. 416). Laut Zunftordnung 1526 durften Maler Häuser streichen; Maurern war Weißen und Fassen von Steinfenstern in Steinfarbe erlaubt (Staatsarchiv Kanton Basel-Stadt, Ordnungenbuch II der Zunft zum Himmel, fol. 3v; frdl. Mitt. Prof. Dr. Andr. Staehelin). In Ulm 1572 war den Maurern erlaubt, „quaderstucks, steinbands oder auf andere dergleichen weiße zu malen, ... aber leisten, gesims, läden und fenster einzufaßen oder zu verfallen, auch bilder, wapen, rosen, laubwerck unnd andere dergleichen stück zu malen, deßen sollen sie sich gentzlich enthalten“ ([250] Bd. 2 Quellen S. 77). In München 1593 durfte ein Maurer Fenster, Rinnen u. a. anstreichen und einfassen, aber Flachmalerei war ihm verboten; 1611 beschwerten sich die Maler über einen Maurer, der der Zierde wegen Bandstreifen angebracht und die Fenster schwarz und weiß eingefaßt habe (Antwort der Maurer: jeder Maurer sei auch Steinmetz und dürfe, wie überall gebräuchlich, seine Steineinfassungen auch mit Farben abtönen: [252] S. 231). In Lübeck 1629 durften die Maurer die Fugen mit einem „Steinquast“ durchziehen [251, S. 53], nach Dreyer war ihnen „Ziehung eines gleichen Strichs“ zugestanden [249, Bd. 2 S. 324]).

Berufswechsel der Tüncher war nicht gern gesehen: 1606 bestimmte der Rat von Freiburg i. Br., Flachmaler sollten bei ihrer erlernten Tüncherei bleiben ([251] S. 54; zum Gebrauch des Wortes Flachmaler s. Maler).

Maler führten, wenn Tüncharbeit im Rahmen eines auch hinsichtlich der zu benutzenden Technik umfangreichen Auftrags anfiel, auch diese mit aus.

So ist in einem Vertrag mit Jos dem Maler 1500 betr. die Theobaldkapelle an St. Leonhard zu Basel Material und Umfang der Malerarbeiten, darunter Tünchen, festgelegt worden (Rud. Wackernagel, Zs. für die Gesch. des Oberrheins 45, [N. F. 6], 1891, 306f.); 1512 enthält die Verdingung der Lettnerbemalung in der Augustinerkirche Basel ähnlich umfangreiche genaue Abmachungen (Inv. Schweiz, Bd. 12 S. 191f.). Der Salzburger Maler Christoph Millner führte unter anderen Arbeiten für St. Blasius in Salzburg auch steinfarbenen Anstrich der Fenstereinfassungen aus (1639 wurden seine Erben dafür bezahlt: Inv. Österr., Bd. 9 S. 222).

An einigen Orten war den Maurern Tüncharbeit untersagt: Lüneburger Malerrolle 1595 [248, S. 164f. und 232], Hamburg 1623 (ebd. S. 165f.).

b. Neuzeit seit dem 30jähr. Krieg.

Seit dem 30jähr. Krieg macht sich an mehreren Orten – verursacht durch den aus der allgemeinen Verarmung erwachsenen oft tiefgreifenden Wandel in den Zünften – eine sehr viel engere Verbindung zwischen Tüncher- und Malerhandwerk breit, die bis zu einer völligen Identität reicht (so bewerben sich z. B. 1771 für die Fassadenfärbung des Bruchsaler Markttores drei „Dinger und Mahler“: Zs. für Gesch. der Archit. 3, 1909–10,231); 1717 streicht der Maler Josef Andrä Eisl den Kirchturm (Dach?) von Henndorf grün (Inv. Österr., Bd. 10 S. 45; vgl. auch [252] S. 231). Andernorts blieb die Zugehörigkeit des Tünchers zum Bauhandwerk erhalten (wie in Ansbach: Ordnung der Gesellschaft des Steinhauer-, Maurer- und Tüncher-Handwerks 1724: [249] Bd. 2 S. 329) bzw. die Maurer führten weiterhin Tüncharbeiten aus, während die Maler freskierten oder Anstrich in Ölfarben übernahmen (z. B. Rathaus Dingolfing, Ndb., 1753: Fritz Markmüller, Der Storchenturm 6, 1971, H. 11, 10 und 19f.), oder trotz der Lösung der Tüncher aus dem Baugewerbe durften die Angehörigen des letzteren bestimmte Tüncharbeiten ausführen (München 1794: kurf. Entscheidung, daß Maurer und Zimmerleute alle Sachen streichen dürfen, die sie gemacht haben; ebendort 1841: Maurer durften Zimmer mit Kalk weißen und den Sockel mit Kalkfarbe nach Marmorart abtönen; ebendort 1844: Maurer und Zimmerleute dürfen zwar weißen, aber nicht farbig tünchen [252] S. 232f. und 237). Selten kommt es vor, daß auch die Maler zum Baugewerbe zählten (Speyer, A. 18. Jh.: Franz Jos. Mone, Zs. für die Gesch. des Oberrheins 15, 1863, 52).

Wo das Tüncherhandwerk dem Baugewerbe zugehörig blieb, verschoben sich gelegentlich die Grenzen gegenüber Malern, z. T. verengend (s. z. B. oben Sp. 285 Lübeck]), z. T. erweiternd.

Bestes Beispiel ist die schrittweise Änderung der Vorschriften für Tüncher in Nürnberg. War ihnen 1544 und 1629 Tünchen der Türen, Läden und dgl. zugesichert, wurden sie 1703 ermahnt, „daß sie mit Übertünchung der Häuser ohne einig Hauptgesims und Einfassungen der Fenster auf welsche Art sich vergnügen lassen und nicht weiter greifen“ (während Malern Säulenordnungen und Laubwerk zukommen: Theod. Hampe, Nürnberger Ratsverlässe ... [= Quellenschr. für Kg. und K.technik des MA und der Neuzeit, N. F. 11], Wien und Lpz. 1904, Bd. 1 S. 393 Nr. 2821; vgl. auch Mitt. aus dem Germ. Nat.-mus. 1910, 116 und 133); 1722 heißt es, viel weitergreifend: „was die nach der Architektur aufgezogene platten Säulen oder Pilaster samt deren Hauptgesimse anlangt, wofern sie Tüncher solche nur mit ihren Erdfarben verfertigen und denen Mahlern ihre Inventiones nicht sogleich nachmalen würden“ (Ernst Mummenhoff, Mitt. des Ver. für Gesch. der Stadt Nürnberg 10,1893, 276, auch S. 277 [1750]; zur Beschränkung auf Erdfarben vgl. Sp. 285); wegen Einschränkung aufwendiger Häuserbemalung wandte sich 1695 der Rat der Stadt gleichermaßen an Maler wie an Tüncher (Mitt. aus dem Germ. Nat.mus. 1906, 145). In den Frankfurter Malerartikeln 1752 ist den Weißbindern das Einfassen von Fenstern und Türen mit Rollwerk, das den Malern zustände, „nochmals“ erlaubt, nicht aber Vergolden, Staffieren, Laubwerk, Grün in Grün, Bilder und Figuren (Abdruck: Rud. Bangel, Joh. Gg. Trautmann und seine Zeitgenossen [= Stud. zur dt. Kg., H. 173], Straßburg 1914, S. 179–181, bes. S. 181; vgl. auch [248] S. 166–68). – Laut Chrn. Ludolf Reinhold, Architectura forensis ..., Münster i. W. 1785, gehört zur Tätigkeit der Tüncher das Anstreichen, das Leistenziehen und das Marmorieren, das Vergolden und das Lackieren (nach [248] S. 170).

Im 18. Jh. sind die auch Anstriche ausführenden Maurer nicht selten Italiener. So hat der „kais. kgl. privilegierte Weiß-Meister“ Carlo Antonio Cerronetti, Bürger zu Graz, 1755 den Dom in Salzburg ausgeweißelt und die Einrichtung restauriert (Kontrakt 1754: Inv. Österr., Bd. 9 S. 8); 1759 besorgte er in St. Georgen die Ausmalung (ebd. Bd. 10 S. 443). Die Italiener Joh. Syrus und Genossen weißten 1767 den Kölner Dom aus (Inv. Rheinprov. 6, 32 S. 68). Der „Kunstweisser“ Sigm. Zanna aus Mailand übernahm 1777 Reinigung und Ausmalung der Stiftskirche von Lambach, O.Ö. (Inv. Österr., Bd. 34 S. 98); er dürfte identisch sein mit dem Mailänder Zanone, der 1784 und 1785 die Kirchen von Michaelbeuren und Arnsdorf ausweißte (ebd. Bd. 10 S. 484 und 378).

Wo der Tüncher zum Malerhandwerk gehörte, blieben dennoch die Tätigkeitsgrenzen bewahrt [252, S. 231]. Hinzu kam mindestens im 18. und 19. Jh. eine stärkere Spezialisierung innerhalb der Malerberufe.

Das 1723 nach Pariser Vorbild eingerichtete Statut der Wiener Akademie verbot den Akademikern u. a., Häuser anzustreichen, um die bürgerlichen Maler nicht zu schädigen (Walter Wagner, Die Gesch. der Akad. der Bild. Künste in Wien, Wien 1967, S. 22). Theatermaler und Quadraturisten – oft Italiener – waren mit Fassadenbemalung rein architektonischer Konzeption beauftragt (z. B. Salzdahlum, Orangerie, Bemalung um 1701 durch Joh. Oswald Harms: Inv. Hzgt. Braunschweig 3, 2 S. 89). Innenanstrich wurde als reine Aufgabe der Tüncher angesehen (Nürnberg 1722: [251] S. 53). Vor allem im 19. Jh. kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Malern und Zimmermalern (Stubenmalern; z. B. in München: [252] S. 233ff.).

2. Stukkateure.

Die Stukkateure (Pliesterer, Leimschleiferer) führten außer Stuckieren Stuckmarmorarbeit aus. Auch besorgten sie im allgemeinen die Stuckfassung (soweit nicht durchgefärbter Stuck angelegt wurde, s. Sp. 302).

Nachgewiesen ist Stuckfassen im 18. Jh. für die Schlösser Ehrenbreitstein und Oranienstein (Ludw. Baron Döry, Die Stuckateure der Bandlwerkzeit in Nassau und Hessen, Schr. des Hist. Mus. Ffm. 7, 1957, 93; weitere Belege z. B. in Ausst.Kat. „Linzer Stukkateure“, Linz 1973, S. 60 [1713], und bei Hans-Herb. Möller, Gottfr. Heinr. Krohne, Bln. 1956, S. 227 [1742]; vgl. auch die Abrechnung des Stukkateurs Seb. Domenico de Allio über Stuckarbeit und Farben 1733: Ausst.Kat. Linz a.a.O. S. 136). Doch wurden auch Maler der Färbelung wegen zu Rate gezogen (ebd. S. 56: Martina Altomonte 1722 in Linz). Auch als Tüncher waren Stukkateure tätig: 1690 weißte Lorenz Caneval im Freihaus Thürheim in Linz zwei Zimmer aus (ebd. S. 60); in Köln war 1678 in einem Ratsbeschluß Weißen und Anstreichen den Leimschleifern vorbehalten (Hans Vogts, Das Kölner Wohnhaus bis zur M. des 19. Jh., [4] 1964 bis 1965, S. 326).

B. Architekt

Seine Rolle für die Festlegung der F. d. A. ist im MA nicht faßbar, in der Neuzeit je nach seiner Stellung zum Baugeschehen und zum Bauherrn sehr unterschiedlich.

Aufschlußreich wäre es zu wissen, wie weit auch als Architekten tätige Maler wie Jos. Heintz d. Ä. und Matthias Kager in Augsburg und München oder Joh. Jakob Herkommer die F. ihrer Bauten festlegten (vgl. auch Fassadenmalerei). Als Autor der F. seiner Bauten ist vielleicht der A. 16 Jh. tätige Pustertaler Baumeister Bartolomae Firtaler anzusehen; die mit der Form seiner Kirchengewölbe in Kärnten eng verknüpfte F. läßt dies vermuten (Abb. 29). In einem Entw. zur Schloßkirche Dessau ist vom Parlier, dem Zeichner, das Dekorationssystem eingetragen (Abb. 31). Elias Holl bestimmte offenbar, aus seinen Berichten zu schließen, die F. seiner Bauten selbst (s. Sp. 376). Wie groß die Mitsprache der Baumeister bei der F. d. A. war, läßt sich auch erschließen aus der im zugrunde liegenden Prinzip einheitlichen, ortsfremden Farbgebung an den von Oberitalienern im 17. Jh. in Bayern errichteten Bauten.

Angaben des Architekten und seine Überwachung der Ausführung konnten sehr genau sein.

So ließ Joh. Lucas von Hildebrandt 1721 beim Bau der Deutschordenskirche in Linz Farbproben ansetzen, die der ausführende Bauleiter Joh. Michael Prunner allerdings kritisch beurteilte (Jos. Perndl, Die Seminarkirche in L., Chr. K.bll. 96, 1958, 4); 1722 schickte er Farbangaben und Vorlagen für den Stuck des gleichen Baues an den Maler des Hochaltarbildes, Martino Altomonte, der versprach, „die rechte Explication samt Farb dem Stuckathorer zu geben und bei machender Probe selbsten gegenwärtig zu seyn“ (Ernst Guldan, Quellen zu Leben und Werk ital. Stukkatoren des Spätbarock in Bayern, in: Arte e artisti dei laghi Lombardi, Bd. 2, Como 1964, S. 193). Ähnlich genaue Angaben sind von Balthasar Neumann bekannt [159]. 1734 wurde die Fassadenbemalung des Schlosses Belvedere bei Weimar „nach Herrn Landbaumeisters (d. i. I. A. Richter) Riß“ von dem anhaltischen Hofmaler Schuster ausgeführt [245, S. 149].

C. Bauherr

Eine bestimmende Rolle des Bauherrn bei der Festlegung der F. d. A. ist spätma. und neuzeitlichen Dokumenten zu entnehmen (für vereinzelte Fälle im Hoch-MA z. B. Sp. 298f.). Sie wird bezeugt durch Kontrakte, in denen die F. bis ins Detail festgelegt sein kann (Kontrakt zwischen Kirchengemeinde und Maler zur ersten Ausmalung der Dorfkirche in Herpf Krs. Meiningen, 1624: [245] S. 144, und zu ihrer Neuausmalung 1772 mit den Kunstmalern Joh. Jac. Gehres und Joh. Jac. Praczo aus Meiningen ebd. S. 164) und denen gelegentlich Entwürfe der beauftragten Künstler zugrunde gelegt sein mögen (Kontrakt zwischen Fürstbisch. Damian Hugo von Schönborn und Giov. Francesco Marchini 1732 zur Ausmalung und Fassadenbemalung u. a. von Schloß Bruchsal: [125] S. 72ff.). Der Bauherr traf Entscheidungen über Vorschläge zur F. d. A., sorgte für die Koordination der verschiedenen Beteiligten und stand möglicherweise auch hinter Korrekturen schon fertiggestellter Fassadenfärbung.

1732 entschied der Bauherr Markgf. Carl Wilhelm Friedrich über den Alternativvorschlag von Leopold Retti für den Südwestflügel der Ansbacher Residenz, „roth und weiß oder grau und gelblicht oder aber eine von diesen 4 Farben allein“ zu wählen, „daß uni und von einer Farb angestrichen werden solle“ (Erich Bachmann, Residenz Ansbach [= Amtl. Führer], Mchn. 1962, S. 21). Damian Hugo von Schönborn schrieb anläßlich der Stuckierung der Schloßkap. Meersburg: „Was die Farben anbelangt, wird mit dem Mahler, so das fresco gemahlet, abgeredet ...“, und tatsächlich mußte der Bildhauer Jos. Ant. Feichtmayr nach einem Gutachten des Malers Gottfr. Bernh. Göz seine ursprünglichen Farbvorstellungen ändern [55, S. 54, 79 Anm. 61]. Auf Veranlassung des Bamberger Statthalters wurden 1700 an der Neuen Residenz in Bamberg die heller als im Modell ausgefallenen weißen Fensterstöcke geändert (Heinr. Mayer, Bamberger Residenzen [= Bamberger Abhn. und Forschgn. 1], Mchn. 1951, S. 186).

Heraldische Farbwahl läßt auf Mitsprache des Bauherrn schließen (s. Sp. 311f.).

V. Material

Kenntnis der Materialien, durch die die F. d. A. zustande kommt, ist für deren Beurteilung grundlegend. Jedoch gibt es exakte Materialanalysen erst in geringer Zahl und meist ohne Einbeziehung der Zusammenhänge: einige Steinbestimmungen (z. B. für den Dom in Speyer: Inv. Rheinland-Pfalz 5, S. 644–49; Dom in Köln: Arnold Wolff, Kölner Dombl. 35, 1972, 7–28; St. Stephan in Wien: Alois Kieslinger, Die Steine von St. Stephan, Wien 1949), Putz- und Stuckanalysen (Ludvík Losos, Metody komplexní analyzy a ómitek [Methoden der Komplexanalyse an Putz und Mörtel], in [12] 1962, 286–96; [15] 1, 1947, 186; Eberh. Hempel, Gaetano Chiaveri ..., Hanau 1956, S. 155; Ausst.Kat. „Dpfl. in Österr. 1945 bis 1970“, Wien 1970, S. 86 Anm. 6; [206]; [208]), Pigmentbestimmungen und ungefähre Bindemittelnachweise.

Die Wahl des Materials hängt eng mit Zeitstil, Finanzkraft und auch mit der Bauaufgabe zusammen. Meist wurde die F. des Baumaterials mit Hilfe anderer Materialien und Techniken ganz oder teilweise verändert. Nur wenige, als kostbar empfundene Materialien wurden üblicherweise in ihrer Naturfarbe belassen.

1. Stein, Steinsichtigkeit

a. Naturstein wurde stets nach ökonomischen Gesichtspunkten ausgewählt, nach seinen Eigenschaften, der Bearbeitungsfähigkeit (vgl. Karl Friederich, Die Steinbearbeitung in ihrer Entw. vom 11. bis zum 18. Jh., Augsburg 1932), nach den Transportmöglichkeiten (vgl. z. B. Theodor Thon, Der Gebäudemaler und Decorateur [= Neuer Schauplatz der Künste und Handwerke, Bd. 18], Ilmenau 1826, S. 44f. über Elbsandstein; A. Kieslinger, Zur Gesch. der Steinverfrachtung auf der Donau, Österr. Ingenieur-Zs. 7 [109], 1964, 253–60); das „Gesteinsbild“ bestimmter Städte und Landschaften gibt davon Zeugnis, temporäre „Gesteinsmoden“ können damit zusammenhängen.

So kann verschiedenes Steinmaterial zu unterschiedlichen Aufgaben an ein und demselben Bau genutzt worden sein (z. B. in Andernach, Liebfrauenkirche, A. 13. Jh.: Basaltlava zum Sockel, Trachit für Pfeiler und Lisenen, Traßtuff für die Wände, schwarzer Schiefer für die Säulchen der Emporen, Kalkstein [Spolien] für Ornamentik: Paul Klein, Die Andernacher Bauhütte [= Forschgn. zur Kg. W-Europas, Bd. 10], Bonn 1932, S. 51; vgl. auch Andreas Huppertz, Die Abteikirche zu Laach [= Stud. zur dt. Kg., H. 165], Straßburg 1913, S. 32f., und Jacob Nöggerath, Die Bausteine der Münsterkirche in Bonn, Niederrhein. Jb. für Gesch., K. und Poesie 1, 1843, 209–16; allgemeiner: Francis de Quervain und Max Gschwind, Die nutzbaren Gesteine der Schweiz, Bern 19492; Hans Reuther, [2] 1956, 128 bis 146; Otto M.Reis, Die Gesteine der Münchner Bauten und Dkm. [= Veröffn. der Ges. für Bayer. L.kde., 7–12], Mchn. 1935; F. de Quervain, [13] 1963–64, 22–30; A. Kieslinger, Die nutzbaren Gesteine Kärntens, Klagenfurt 1956; ders., Die nutzbaren Gesteine Salzburgs, Salzburg 1964).

Ein gegenüber der Verwitterung widerstandsfähiges Gestein, wie Quarz- und Kalktuff und grob strukturierte Konglomerate, konnte am Außenbau sichtbar verwendet sein, entweder für das ganze Bauwerk oder nur für die Gliederung. Das gilt in ganz besonderem Maß für starkfarbiges Material, vor allem für Marmor, der erst poliert zur Wirkung kommt. Weniger widerstandsfähiges Gestein, z. B. Buntsandstein, wurde üblicherweise farblich behandelt (oder war dazu vorgesehen, s. Sp. 376, 391f., 413); die Vielzahl der Farbvarianten des Sandsteins an ein und demselben Bau legt Absicht der Verputzung nahe (vgl. etwa die Gelb-, Rot- und Grauviolettfarbe des Sandsteins an den Münstern von Basel, Straßburg und Freiburg i. Br.; auch Elbsandstein von Dresden bis Hamburg, Abbacher Grünsandstein im bayerischen Donaugebiet; fränkische Sandsteine). Die Bezeichnung „Steinfarben“ (s. Sp. 307) meint in der Regel den Farbton des lokal bevorzugten Steins.

Bezeichnend dafür ist die Korrespondenz des Bauherrn von Bruchsal, Fürstbisch. Damian Hugo von Schönborn, 1726: „den haustein hatt man ahngestrichen, die Farb wie der Miltenberger rothe stein oder das schlos zu Maynz undt Aschaffenburg ... Meine sandstein seindt grau aber nicht alle gleich, sondern viele scheckige bey dem fligel, so ahngestrichen weillen man nach undt nach in den bruch alle Zeidt besseren gefunden“ ([37] S. 139; [124] S. 22).

Gelegentlich spricht dekorativ gestalteter Fugenschnitt dafür, daß Sandstein sichtbar bleiben sollte: an einer der Säulen im Lhs. der Zisterzienserkirche Bronnbach o. d. T., 12. Jh., ist der gelbe Schaftteil mit dem roten durch eine als Rundbogenfolge gestaltete Fuge verzahnt (Hans Feldtkeller, [2] 1956, 45f.). Für das frühe 19. Jh. ist Ölen und Sandeln von sichtbar belassenem Sandstein belegt (s. Sp. 409).

Starkfarbige Gesteine: Rotmarmorgliederungen aus örtlich anstehendem Stein sind im Alpengebiet vom 13. Jh. an häufig (A. Kieslinger 1949 [Sp. 291] S. 310; Walther Buchowiecki, Die got. Kirchen Österr., Wien 1952, S. 144–47; Inv. Österr., Bd. 20 S. 117, 191, 197, 218; A. Kieslinger, Alte und moderne K. 7, 1962, H. 58–59, 15–20, bes. S. 17f.; F. de Quervain, [13] 24, 1965–66, 239–42), genutzt zu Pfeilern, Säulen, Rippen, Fensterlaibungen, Portalen; in der Neuzeit wurde Marmor auch zu Fassaden (Dom in Salzburg, s. Sp. 375), gar zum Kirchenbau verwendet (Dürrnberg bei Hallein, 1612: Sp. 375). Von weißlichen oder gelblichen Adern durchzogenen „schwarzen Marmor“ (Nummulithenkalk) wählte man für Arkadensäulen und Hauptportal, auch die Bodenplatten der Klosterkirche Pfäfers, ab 1668 [61, S. 10]. Grauer polierter wie graublauer weißstreifiger Marmor wurde in Maria Laach zu Säulchen genutzt (A. 13. Jh.: Adalb. Schippers, Das Laacher Münster, Köln 1967, S. 36). Geschliffenen bräunlichen Kalksinter aus röm. Wasserleitungen verarbeitete man im Rheinland und Westfalen im 12.–13. Jh. zu Säulchen (J. Nöggerath, Westermanns's Jb. der Ill. Dt. Monatshh. 4, 1858, 165–71). – Polierter Schiefer konnte zu demselben Zweck genutzt sein (Maria Laach, Vorhalle: A. Schippers a.a.O.). Schieferdächer und -Wandverkleidungen sind für manche Landschaften Mittel- und O-Deutschlands charakteristisch (RDK III 942–52; Reste von Dachschiefer um M. 10. Jh.: Walther Zimmermann, Das Münster zu Essen [= Inv. Rheinland, Beih. 3], Essen 1956, S. 127). – Rosaroter Quarzporphyrtuff von Rochlitz wurde in Sachsen genutzt (Gewölberippen der Kunigundenkirche R., 1476 voll.: [254 e] S. 398; Fenstergewände Leipziger barocker Häuser: Alb. Schröder, [2] 1936, 124–27). – Roter schwedischer Granit kam in Ostpreußen zur Verwendung (z. B. Marienburg, 14. Jh.: Bernh. Schmid, Die M., hrsg. von Karl Hauke [= Dt. K. im Osten, Bd. 1], Würzburg 1958, S. 61). – Selbst Halbedelsteine wurden gelegentlich poliert als Wandverkleidung genutzt (z. B. Katharinenkapelle [gew. 1357] und Hl. Kreuzkapelle [gew. 1365] der Burg Karlstein, Abb. 22; Wenzelskapelle am Veitsdom in Prag, 1372: Jakub Pavel, Der St. Veits-Dom in P., Prag 1968, S. 31f.); in der Neuzeit imitierte man sie auch („gold“-geäderter „Lapislazuli“ z. B. in der Dreifaltigkeitskirche Stadl Paura, O.Ö., 1721, der Stiftsbibl. Altenburg, N.Ö., um 1740 [s. Sp. 400] sowie in der Clemenskirche Münster i. W., 1745–53 von Joh. Conrad Schlaun [Hinweis Werner Hager]; zur Technik: Joh. Melchior Cröker, Der wohl anführende Maler ..., Jena 1743, S. 384).

Marmor wurde häufig imitiert (Heinr.-Jos. Klein, Marmorierung und Architektur, ein Beitr. zur Frage der Musterung, Diss. Köln 1971). Bauglieder, die in den verschiedenen Möglichkeiten der Scheckung von Marmor gefaßt sind, gibt es seit dem 12. Jh. (z. B. Rundpfeiler im Lhs. von St. Peter in Salzburg: [15] 11, 1957, 142 Abb. 187), doch ist diese Dekorationsweise sicher älter (vgl. [51] S. 5); auch gemalte Bauglieder, die Marmor nachahmen, sind bereits für frühere Zeit belegt (z. B. Münster in Graubünden, E. 8. Jh.: Sp. 316; s. auch [61] S. 22f., mit hoch- und spätma. Beispielen). 1624 sollte der Chorschwibbogen der Dorfkirche Herpf, Thüringen, von dem Maler Joh. Jacob Molthanner marmoriert werden [245, S. 144]. Im Fürstentrakt von Stift Reichersberg, O.Ö., 1633–64, sind rot gestrichene Sandsteinsäulen neben wenigen Rotmarmorsäulen verwendet [260, 1973–74]. Im 19. Jh. noch spielt Malerei nach Marmorart eine Rolle (s. Sp. 287; Th. Thon a.a.O. [Sp. 291] S. 74f. und 100). – In der Neuzeit trat mehr und mehr “Stuckmarmor – mit seinen vielfältigen Möglichkeiten wie Scagliola, Einschluß von Eierschalen oder Alabaster – an die Stelle natürlichen Marmors, auch in der Architektur (z. B. Reiche Kapelle der Residenz München, 1607: [147]; mit echtem Marmor kombiniert in der Karlskirche Wien, voll. 1739, Pilasterordnung aus Stuckmarmor mit Marmorbasen; zur Technik J. M. Cröker a.a.O. S. 380–94).

Konglomerate: Nagelfluh wurde seit der Spätgotik unverputzt verwendet: Sockel des Turms von St. Martin in Landshut, gegen M. 15. Jh. (Inv. Bayern, Ndb. 16 S. 29f. Abb. 16f.; Theo Herzog, in: St. Martin zu L./Bayern, Erolzheim 1956, S. 33); Portal der Klosterkirche Fischingen, 1687 [61, S. 14, Abb. 5]. – 1722 erklärte J. L. von Hildebrandt die Verwendung von Nagelfluh zum Giebelgesims der Gartenseite von Schloß Mirabell in Salzburg, „weil die Statue darauf kommen, mues der stein alein sein sachen machen“ (kein Putz, kein Kupfer: Inv. Österr., Bd. 13 S. 177f.). – Höttinger Breccie wurde bei der Jakobskirche Innsbruck an Fassade und Gliederungen verwendet (1717–1722 nach Entw. von J. J. Herkommer; [260]).

Unverputzter Tuff (vgl. Klosterkirche Polling, Obb.,1416–20, 1605–11, 1621–26: Frz. Xaver Bogenrieder, Bau- und Kg. des Klosters P., Diss. Mchn. 1928, S. 18 und 34) wurde auch in durchgefärbtem Putz nachgeahmt (St. Ignatius in Poschiavo, 1679: [196] S. 133).

Röm. Spolien nehmen im MA eine Sonderstellung innerhalb der F. d. A. ein. Sie dürften nicht primär wegen ihrer F. verwendet worden sein: aus Italien geholte antike Säulen im Münster zu Aachen und im Dom zu Magdeburg (zur Deutung vgl. Günter Bandmann, Ma. Archit. als Bedeutungsträger, Bln. 1951, S. 145); davon zu unterscheiden sind lokal genutzte Spolien wie etwa Trachitsäulen in St. Georg zu Köln oder in St. Martin zu Zyfflich (Leo Schäfer, Der Gründungsbau der Stiftskirche St. M. zu Z. [= Inv. Rheinland, Beih. 9], Essen, 1963, S. 153 bis 155, Abb. 195–97).

b. Quaderimitation.

Gemalte Quader („Fugenmalerei“) bei Wandflächen wie bei Baugliedern sind im dt. Sprachgebiet vom 11. Jh. an nachzuweisen ([51] S. 5; s. auch Fassadenmalerei). Im MA wurden die Quader „hergestellt“ mittels Anstrich mit gemaltem Liniennetz als Fugen (die oft nichts mit den realen, von der Farbe der Mauersteine ebenfalls oft abgesetzten Fugen der Mauerung zu tun haben; inwieweit Ritzfugen als Anhalt für Quadermalerei gewertet werden dürfen, ist nicht geklärt). Seit dem 15. Jh. (?) ist bei der Fugenemtragung der Licht-Schatten-Effekt berücksichtigt. In der Neuzeit war die Nachahmung von Diamant- oder Bossenquadern, auch Pyramidenquadern beliebt. In der Regel sind die gemalten Quader nur als Läufer wiedergegeben.

Ein frühes Beispiel für einfache Quadermalerei ist die ev. Pfarrkirche in Dreifelden, Westerwald (11. Jh.: [51] S. 8 Abb. 3; die Malerei in Steinbach i. O. in der Datierung unsicher). In Nürnberg ist das Meisterstück 1557 steinfarbiger Anstrich mit weißen Strichen, die Felder aber grau angelegt, mit schwarzer und weißer Farbe aufgehöht (J. Hübner a.a.O. [Sp. 284]; ebd. zum Datum, s. auch [248] S. 162f.). Im 17. und 18. Jh. wurde Quadermalerei noch gern angewandt, nicht nur bei der „Fassung“ ma. Bauwerke (St. Marien in Stargard, 17. Jh.: Joachim Gerhardt, Pommern, DKV 1958, S. 62, Abb. 66 f.; Dom in Speyer, Ausstattung 1772–78 durch Ignaz Michael Neumann: 900 Jahre Speyerer Dom, ..., Speyer 1961, S. 130 [W. Bornheim gen. Schilling]).

Varianten der Quadermal. (vgl. Abb. 2; s. auch *Fassadenmal.): Quader gerandet, andersfarbige Fugen dazwischen: angeblich schon E. 12. Jh. in St. Blasius zu Braunschweig (so [51] S. 5); Arnstadt, Liebfrauenkirche, A. 14. Jh. [245, S. 133]; Rathaus in Breslau, 1504: [2] 1911, 65 Abb. 1; verdoppelter Fugenanstrich: Romainmôtier, um 1080 (Amédée Dubois, R., La-Père-qui-vire 1963, Abb. 22, 24f.); verdoppelte Vertikalen: Burg Hirschhorn a. N., 14./ 16. Jh.: [51] S. 14 (keine Angaben im Inv. Hessen, Krs. Bergstr.); zweifarbige waagrechte Fugenstriche, vorgeblich als Spiegelung des Lichteinfalls: Wien, St. Stephan, Bündelpfeiler, 15. Jh.: A. Kieslinger 1949 (Sp. 291) S. 324f. (obere Hälfte weiß, untere schwarz); Quader mit Facettierung: Schweiggers, N.Ö., Pfarrkirche, 15. Jh.: [202] S. 27 und 29, Abb. 29, 33–35; Diamantquader: Breslau, Rathaus, 1504 (s. oben); Bossenquader: Marktoffingen, Kreuzkapelle, 1620: [52] S. 121 Abb. 10; Quader in Form abgestumpfter Pyramiden: Turm der Kirche in Poschiavo, 1708 [196, S. 133–35], mit Farbwechsel Rot/Grau nach fiktivem Lichteinfall.

Farbenvertauschung bei Quadermalerei: der Ostchor des Mainzer Domes war rot mit weißen Fugen ausgemalt, der Triumphbogen weiß mit roten Fugen (A. 13. Jh.: [51] S. 6). Das Kornhaus in Ulm, 1594, zeigt hellgraue Quader und dunkelgraue Fugen; Erdgeschoß, Eckquaderung und Fensterumrahmungen sind dunkelgrau mit hellgrauen Fugen (Herbert Pée, Ulm, DKV 19672, S. 31, Abb. 48).

Eine Sonderform stellt die gemalte Eck-Verzahnung (Eckquaderung) dar. Sie ist seit dem Spät-MA bekannt, aber besonders in der Neuzeit in Gebrauch (vgl. Abb. 38 und 49).

Beispiele an Turmbauten: St. Kunigunde in Dürnstein, N.Ö., E. 13. Jh. (Inv. Österr., Bd. 1 S. 109; Gottfried Hofmann, D., K. und Gesch., Krems 1952, Abb. 49); Burg Rheinfels, spätma.: [9] 13, 1941, 271; Poschiavo, 1708 (s. oben); Niederbreisig, Pfarrkirche. 1717–25 (Inv. Rbeinprov. 17, 1 S. 426f., Abb. 378); an Häusern: Rathaus in Pößneck, 4. V. 15. Jh. [243] S. 139, Abb. 85; Erfurt, Haus Zur hohen Lilie, 1538 (ebd. S. 101f., Abb. 65); an der Hofseite des Neuen Baues in Ulm, 1585–93, sind die gemalten Eckquader von der gemalten Quaderung durch zusätzliche Rändelung abgesetzt (H. Pée a.a.O. [s. oben] S. 31, Abb. 47); als Fensterrahmung: ehemals in der Katharinenkirche in Schwedt, Oder, 15. Jh. [40, S. 65, Abb. 30 B]; in Innenräumen: Karmelitenkirche Frankfurt a. M., wohl 15.–16. Jh. [116, S. 8f.]; Dreifelden, Westerwald, ev. Pfarrkirche, 15. oder 16. Jh. ([111] S. 20–22: mit ornamentalem Begleitstreifen).

Mit farbigem Putz wurden Quader ebenfalls imitiert (z. B. Landshut, Straßenseite des Ital. Baues der Stadtresidenz, 1542–45 [ursprüngliche Farbe unbekannt]; Bänderung in Hellgraublau mit weißen Fugen am Pal. Trautson in Wien, 1710 [206]; s. auch Sp. 383f.).

Das gilt vor allem für Imitation in Sgraffito mit und ohne zusätzliche Bemalung.

Beispiele: Andeer, Haus Pedrun, 3. Dr. 16. Jh. (Inv. Schweiz, Bd. 8 S. 182–84, Abb. 87); Prauß, Krs. Strehlen, ev. Kirche, 1612 [240 S. 15, Abb. 7 b]; Gmünd, N.Ö., 1565 [255 c, Abb. 74]; s. auch Beispiele in Böhmen, Sp. 367 und [233]; Abb. 34.

c. Farbenwechsel wurde durch zwei unterschiedliche Verfahren erreicht. Zum einen nutzte man unterschiedliche Steinfarbe (oder imitierte diese) für die Abfolge der gliedernden Elemente; zum andern teilte man ein einzelnes Bauglied farbig im Rapport (vgl. auch Musterung von *Fußböden).

Beim ersten Verfahren zeigen die gleichartigen Bauglieder gleiche Farbe.

So ist in St. Michael zu Hildesheim die Lhs.arkatur so aufgebaut, daß Basen, Kapitelle und Kämpfer rot eingefärbt sind, Säulenschäfte und Kämpferblöcke dagegen ihre helle Naturfarbe zeigen bzw. hell geschlemmt sind; am Wcstportal haben die Säulen rote Schäfte und Kämpfer, die Basen und Kapitelle sind hell naturfarben (1186 gew.: Hartwig Beseler und Hans Roggenkamp, Die Michaelskirche in H., Bln. 1954, S. 83f.). Das Paradies von Maria Laach hat Säulchen aus Schiefer oder Marmor, Kapitelle aus Kalkstein, Deckplatten aus grünlicher Lava(A. Schippers a.a.O. [Sp. 294] S. 36). In der Torhalle des Deutschen Baus der Landshuter Stadtresidenz, 1537–40, sind zu Rotmarmorsäulen die Basen und Archivolten aus Kalkstein (Inv. Bayern, Ndb. 16 S. 414). In der Pilasterordnung an der Fassade der Stiftskirche Kremsmünster, um 1680, wechseln Ziegelrot und Weiß (Abb. 43; [260] 1973), im Hof von Kloster Rebdorf, 1715–35 barockisiert, die geputzte Arkadenbänderung in Gelb und Weiß (s. Sp. 392).– Farbenwechsel doppelt verschränkt gibt es in der Stiftskirche Freckenhorst, gew. 1129, bei der Wandarkatur (bei einheitlichem Steinmaterial): die Kapitelle der grau belassenen Sandsteinsäulchen sind grün gefärbt, die mit diesen alternierenden grün gefärbten Säulchen haben naturfarbene, graue Kapitelle (Hs. Thümmler, Neue Forschgn. zur roman. Bauk. in Westfalen, [5] 43, 1965, 8).

Farbenwechsel im Rapport ist vereinzelt in karoling. Zeit (z. B. Abb. 3 a–c), häufiger seit dem 10. Jh. nachzuweisen und im 16. noch in Übung. Meist wird Rot mit einer zweiten Farbe kombiniert; selten sind mehr als zwei Farben benutzt.

Schriftlich belegt ist die Praxis in Thangmars Vita Bernward!: Bischof Bernward ließ Gebäude durch rote und weiße Steine schmücken (auf diese Art des Farbwechsels bezogen bei H. Beseler und H. Roggenkamp a.a.O. [Sp. 298] S. 83).

Bei Wechsel durch Steinmaterial steht in karoling. Architektur die Absicht des Farbwechsels nicht mit ausreichender Sicherheit fest (vgl. [90] S. 46 mit Anm. 83). Spätere Beispiele von Farbwechsel: Köln, St. Pantaleon, 984–um 1000 (Abb. 3); Hildesheim, St. Michael, Bögen von Vierung und Querhausarmen mit gemaltem Rot-Weiß-Wechsel (Weihe 1022: H. Beseler und H. Roggenkamp a.a.O. S. 83); Schaffhausen, Münster zu Allerheiligen, Bau 1103 oder 1104 gew. (Inv. Schweiz, Bd. 43 Abb. 364, 373, 377, 379); Kreuzgangarkaden von St. Alban in Basel, bald nach 1100 (ebd. Bd. 12 S. 132); Battenberg, Pfarrkirche, Bogen und Fensterlaibung der Seitenschiffapsiden, E. 13. Jh. (Annaliese Klappenberg, [18] 1961, 25–28); Fensterlaibungen im Seitenschiff der Klosterkirche Haina, 1. H. 14. Jh. (Abb. 16); Stadtkirche Baden, Schweiz, 1458 umgebaut, Säulen in waagrechter Bänderung [61, S. 25]; Kirche in Hochfeistritz (1446 begonnen, Daten von 1487 und 1491; [255 b] S. 341, Abb. 62) und in Kötschach, Kärnten, Umbau von 1518–27 (gemalt: Abb. 29; [15] 10, 1956, 149–56); Schweizertor der Wiener Hofburg, 1552, schwarz-rot gebändert [2, 1932, 111, Abb. 108].

2. Ziegel

a. Backstein wurde in seiner durch Material (Ton, Lehm) und Brand bestimmten Eigenfarbigkeit oder glasiert als Farbträger verbaut (RDK I 1340–45; zum Anstrich von Backsteinmauerwerk s. Sp. 300f.).

Die Glasurziegel dienten zur Musterung von Mauerflächen (ebd. Sp. 1464 Abb. 18; Bauakademie in Berlin, 1832–35: Schinkelwerk, Berlin 3. Teil, S. 48f., Abb. 48 und 55; vgl. auch S. 221 sowie Abb. 27 und 30; Abb. 59), auch bei der Ausfachung von Fachwerkhäusern (RDK VI 948 Abb. 5, vgl. eine Beschreibung von Bauernhäusern bei Eckernförde 1856: Otto Lauffer, Dorf und Stadt in Niederdtld., Bln. und Lpz. 1934, S. 50); sie wurden zur dekorativen Gestaltung von Baugliedern benutzt (Farbenwechsel; zahlreiche Beisp. bei Friedr. Adler, Ma. Backsteinbauwerke des preuß. Staates, Bd. 1, Bln. 1862; RDK I 1352 Abb. 6), konnten auch im Schichtenwechsel mit normalfarbigen Backsteinen den gesamten Bau umziehen (z. B. Marienkirche Rostock, E. 14. Jh.: ebd. Sp. 1353 Abb. 9) oder Fassaden queren (Katharinenkirche Lübeck, 1356 voll.: ebd. Sp. 1357 Abb. 1; alte Schule in Wismar, E. 14. Jh.: ebd. Sp. 1363/64 Abb. 17; Kerkhofsches Haus in Rostock, M. 16. Jh.: Rich. Sedlmaier, R., Bln. 1931, Abb. 29).

Im 19. Jh. verwendete man rote und gelbe Backsteine zur Gliederung von Wänden (München, St. Bonifaz, 1835–40 von Gg. Friedr. Ziebland, Vorhalle: Rob. Lecke, Die Basilika zum hl. B. ..., Mchn. 1850; ebendort, Salinendirektion, 1838–43 von Friedrich von Gärtner: Abb. 60; Bln., Matthäuskirche, 1844–46 von August Stüler: Inv. Bln., Bez. Tiergarten S. 46f., Abb. 28).

Beim Backsteinmauerwerk spielt für die F. auch die Farbe der Fugen (abgesetzt oder gleichfarbig) eine Rolle (vgl. etwa: Schinkelwerk, Berlin 3. Teil, S. 182).

Das niederländische „Specklagen“-Mauerwerk und andere Verbindungen von Backstein mit Haustein kommen vom Niederrhein, Westfalen und Bremen bis Danzig vor; bei all ihnen ist die Farbe des Backsteins gegen Naturstein ausgespielt – sofern die Sichtigkeit des Backsteins historisch nachweisbar ist (vgl. etwa zu Aachener Häusern des 17. und 18. Jh. Albert Huyskens, Das alte Aachen [= Aachener Beitr. für Baugesch. und Heimatk., Bd. 3], Aachen 1953, S. 66 Anm. 12 über schlechte Qualität von Mörtel und Backstein, dazu Hinweise auf verputzte Fassaden; vgl. auch eine Bemerkung von Rivius, Sp. 281f.).

Beispiel für Specklagenmauerwerk wäre etwa der Turm der Pfarrkirche Erkelenz, ab 1458 (1883 restauriert; Inv. Rheinprov. 8, 2 S. 42); Beispiele für die Verbindung von Backstein mit Hausteinteilen: Kirche von St. Marienstern (Pfeiler: Abb. 15); Burg Merode in Düren, 1. H. 17. Jh. (Bänderung und Rahmungen aus Haustein: ebd. 9, 1 S. 50–55); Bauten von Joh. Conrad Schlaun (Fenster und Türrahmungen, auch Eckquadern, Gesimse, Ordnungen, Lisenen von Sakral- wie Profanbauten; bei den Entw. ist kein Backsteinmauerwerk eingetragen: Schlaunstudien I, Bildbd., Münster i. W. 1973 passim); Marmorpalais in Potsdam, 1787–90 von Karl von Gonthard (Theodor Hetzer, Das Marmorpal. in P., Bln. 1921); Alte Pinakothek München, 1826–31 von Leo von Klenze (Peter Böttger, Die A. P. in Mchn. [= Stud. zur K. des 19. Jh., Bd. 15], Mchn. 1972, bes. S. 20 und 107f.).

b. Gemaltes Backsteinmuster ist oft nur als Läufersteine wiedergegeben. Es wird verwirklicht durch Anstrich von Putz über Steinmauerwerk (Leistsches Haus in Hameln, 1589: Abb. 36; Damianstor des Schlosses Bruchsal, 1724–25 (Inv. Baden 9, 2 S. 114f.) oder über Backstein, wobei wohl auch Vereinheitlichung von Steinfarbe und Fugennetz beabsichtigt war (Langhausgewölbe in Stapelmoor, s. Sp. 338; viell. Danzig, Marienkirche, Außenbemalung von 1639: [217]), auch durch Schlemmung von Backsteinmauerwerk mit Fugenzeichnung (Rathausturm Neiße, 1488–99: Abb. 26; Rotes Haus in Monschau, 1765 voll., mit durchgehender Färbelung nach erfolgter Fugenritzung: [113] S. 34). Auch J. L. von Hildebrandt verwendete Backsteinmuster: Gärtnerwohnung des Palais Harrach (Sp. 399).

c. Dachziegel (RDK III 953–56) wurden in der durch Material und Brand bestimmten Farbe, doch auch glasiert (Biberschwanz, Klosterdeckung) verwendet. Nicht selten wurden sie seit dem Spät-MA gemischt, wobei die Eindeckung des Daches zugleich ein Muster einschloß; doch konnten auch ausschließlich glasierte Dachziegel verwendet sein (bes. bei heraldisch bestimmten Mustern, s. Sp. 311).

Beispiele für die Musterung der Dachhaut sind etwa im 15. und 16. Jh. in Basel anzutreffen: Münster (15. Jh. ?, das heutige Dach erneuert: Werner Rich. Deusch, Das Münster zu B. [= Schweizer K.-führer, 3], Augsburg 1928, Abb. 2), Spalentor (kurz vor 1473: Inv. Schweiz, Bd. 3 S. 251 und 258), Rathaus (1511/12: ebd. S. 380), Minoritenkirche (ebd. Bd. 12 S. 236; Datierung unsicher); St. Stephan in Wien, nach 1440 (Rich. Kurt Donin, Der Wiener Stephansdom ..., Wien 19522, S. 57f.); neuzeitliche Dächer wie im Alten Schloß in Grünau, 1530 [52, Abb. 6]; vgl. auch Erich Egg, Tiroler Heimatbll. 19, 1954, 115–118.

3. Putz

Über Putz, soweit er in seiner Eigenfarbe in die F. d. A. einzubeziehen ist, liegen nur wenige Untersuchungen vor. In Innenräumen benutzte man im 19. Jh. (auch früher?) den von Natur aus weißen Gipsputz (Th. Thon a.a.O. [Sp. 291] S. 71; Oscar Mothes, Allg. dt. Bauwb., Bd. 2, Lpz. 1859, S. 83). Das gleiche Material kam in der Neuzeit bei Stuck zur Verwendung, doch konnte dieser auch durchgefärbt sein.

Der Aufwand bei Durchfärbung sei an den errechneten Mengen Farbpulvers veranschaulicht, die beim Umbau von Schloß Esterhazy in Eisenstadt 1663–72 gebraucht wurden: ca. 20–30 t Eisenoxydrot und 4–5 t Smalteblau (wahrsch. aus Sachsen importiert; vgl. auch Sp. 380).

Hellrot durchgefärbter Putz (Marmorimitation?) wurde für den Bernobau des Reichenauer Münsters nachgewiesen (Emil Reisser, Die frühe Baugesch. des Münsters zu R. [= Forschgn. zur dt. Kg., Bd. 37], Bln. 1960, S. 61f.). – Aus der Neuzeit gibt es neben der häufigeren Verwendung bei Sgraffito-Dekor im 16. und 17. Jh. einzelne Belege: Stadtresidenz in Landshut, 1542–45, Hofseite mit ockergelb durchgefärbtem Putz (Mitt. Dr. Ing. Peter Vieri, Mchn.); Rotes Tor in Augsburg, 1622 (von Elias Holl selbst beschrieben: Chrn. Meyer, Die Hauschronik der Familie H. [1487 bis 1646], Mchn. 1910, S. 80); Schloß Traun in Petronell, N.Ö., 1660 beg. (Lochputz der Rücklagen der Hoffassaden und der Sala terrena; Abb. 42; [208]); Stiftskirche Kremsmünster, Westfassade um 1680 (Dunkelgrau der Nullflächen; [260] 1973); Prag-Karlshof, Unterkirche der Klosterkirche, 1708–11 (Befund M. Koller 1973; [12] 30, 1970, Abb. S. 131).

Die Techniken von Sgraffito und von Kratzputz beruhen auf der Verwendung unterschiedlich gefärbter übereinanderliegender Putzschichten (Beispiele s. Sp. 298; Abb. 34).

Zu Steinimitationen mit durchgefärbtem Putz s. Sp. 296; zu Kombination mit oberflächlich aufgebrachtem feinem Kies s. Sp. 305. Gutachten Schinkels schlagen vor, zur Kostenersparnis Gliederungen auf Backstein mittels durchgefärbtem Zementmörtel auszuführen und die Mauerfugen über die Gliederungen hinwegzuführen (1830 für die Kirche in Neuruppin: Schinkelwerk, Mark Brandenburg, S. 264).

Ungefaßter Stuck in Innenräumen wurde durchgefärbt angetragen.

Zu Vorkommen und Technik vgl. [55] S. 64f.; Theodor Hoppe, Elia Gastellos Stuckdecken im „Neubau“ in Salzburg, [15] 5, 1951, 27–33; ders., Bericht über die Restaurierung der Feldherrnsaaldecke in Salzburg, [15] 9, 1955, 147–151; s. auch Sp. 375f.; Tassilosaal ira Kloster Wessobrunn, um 1699–1700: Gg. Hager, Oberbayer. Archiv für vaterländ. Gesch. 48, 1894, 377–79.

Die Annahme, der weiße Farbton ungefaßten Stucks beruhe auf der Eigenfarbe des Materials (z. B. [184] S. 150–52; E. Guldan a.a.O. [Sp. 289] S. 190; [55]), bedarf noch bestätigender Untersuchung (vgl. auch Sp. 310).

4. Metall

Metalle sind am Äußeren von Bauwerken im allgemeinen nur zur Dachdeckung benutzt worden: Blei, Zinn, Kupfer, im 19. Jh. auch Zink (RDK III 956–60; [40] S. 110 bis 113; Zinndach des Münchner Rathausturms im 15. Jh.: M. Schattenhofer a.a.O. [Sp. 280] S. 24, auch S. 85). Dabei war das Metall gelegentlich selbst nur Träger von Vergoldung (Inv. Österr., Bd. 38 S. 114: „Goldenes Dachl“ gegen 1500 in Innsbruck mit vergoldetem Kupfer gedeckt; vgl. auch Rud. Redtenbacher, Beitr. zur Kenntnis der Archit. des MA, Karlsruhe 1874, Taf. 48 Abb. 6: vergoldete kupferne Dachplatte im Germ. Nat.mus. Nürnberg). Oft legte man Muster auf und verwendete dazu Blattgold und -silber, lötete aber auch Zinn auf oder deckte mit Asphalt ab und behandelte den Grund mit Beize oder Schwärzung ([1] 3, 1890, Sp. 74 Anm. 2; ebd. 31, 1918, 1–10; RDK a.a.O.); ausgeschnittene, mit Leinöl aufgeklebte Stanniolplättchen sind bekannt (Kirchturmkuppel aus Schiefer in Wölfershausen, Thüringen, 1751: [2] 1910, 8). – Vergoldung war oft auf Dachknäufe, Kreuze, Wetterfahnen, Firstkämme und dgl. beschränkt.

An Fassaden wurden Metalle nur gelegentlich verwendet (z. B. für Inschriften).

Am N-Qhs. von St. Petri in Soest, A. 13. Jh., war der innere Paßring der Fensterrose aus Eisen, mit Kupferblech verkleidet (Wilh. Effmann, Dt. Bauztg. 21, 1887, 557f.; Hubertus Schwartz, S. in seinen Dkm., Bd. 2 [= Soester wiss. Beitr., Bd. 15], Soest 1956, S. 102; Zeitstellung unsicher; dem Portaltympanon am N-Qhs. waren Säulchen mit Zinnverkleidung eingefügt: ebd.). Am W-Turm von St. Patrokli in Soest, 1. Dr. 13. Jh., waren die Speichen des Rad-Blendfensters am N-Giebel und die Säulchen des östl. Ecktürmchens am Helmansatz mit Metall verkleidet; daß die Säulchen der Arkatur zwischen Erdgeschoß und Fenstern der Rüstkammer mit Metall verkleidet gewesen wären (W. Effmann a.a.O., H. Schwartz a.a.O. S. 26), ist bloße Annahme. – In der Neuzeit diente Gold zur Ausgestaltung von Figurennischen (z. B. München, St. Michael, Nische der Michaelsfigur, 1597 gew., s. Sp. 369). Bei Erfurter Häusern des 16. Jh., die auch Vergoldung aufweisen, liegt über Silber bzw. der Silberseite von Zwischgold eine Lüstrierung [243, S. 101f., 107].

Stanniol („steniöel“) wurde 1622 in Nürnberg einem Maler bezahlt, der eiserne wie hölzerne Fensterpfosten des Rathauses damit belegt hatte [137, S. 145 und 336 Anm. 393].

Im Inneren wurde an Metallen im wesentlichen Blattgold, gelegentlich auch Blattsilber, und Kupfer verwendet.

Zahlreiche Schriftquellen sprechen bei Kirchenbauten von Gold, ohne daß immer dessen Verwendung für die F. d. A. feststeht („metallum“ ist oft Stuck, „aureum metallum“ also vergoldeter Stuck). Theophilus erwähnt in der 1. H. 12. Jh. das Vergolden von Wänden und Decken (De diuersis artibus I, 23: ed. Charles Reginald Dodwell, London ... 1961, S. 22). Das wohl besterhaltene Beispiel bietet Burg Karlstein in Böhmen: sowohl in der Marien-(Katharinen-)Kapelle, gew. 1357, als in der Hl. Kreuz-Kapelle, gew. 1365, sind Wände und Wölbung – soweit sie nicht Malerei tragen – von vergoldetem Stuck überzogen, die Halbedelsteine der Gewölbe werden durch vergoldete sternförmige Metallfassungen gehalten (Jos. Neuwirth, Gesch. der bild. K. in Böhmen, Prag 1893, S. 551–57; Abb. 22). – Oft markiert Vergoldung die Gliederungen; besonders Kapitelle und – in der Gotik – profilierte Rippen waren ganz oder teilweise vergoldet (Rippen z. B. des Söllers am „Goldenen Dachl“ in Innsbruck, gegen 1500: Inv. Österr., Bd. 38 S. 115; Abb. 24; Fuggerkapelle in Augsburg, 1518 gew.: Abb. 28; Kapitelle in Köln, Haus Rheingasse 8 [sog. Overstolzhaus], 2. V. 13. Jh.: Ernst Weyden, Das Haus Overstolz zur Rheingasse genannt Tempelhaus, Köln [1842], S. 20f.; Abb. 44; Basen und Kapitelle der Wallfahrtskirche Kappel bei Waldsassen, Opf., 1685–1704 von Gg. Dientzenhofer: [184] S. 154); gelegentlich wurden Ornamente mit Gold belegt, z. B. Gewölbesterne (Inv. Hamburg 3, S. 112: Neuvergoldung 1669), Stuck wurde nicht selten vergoldet (Gabrielskapelle in Salzburg, 1597–1603: Inv. Österr., Bd. 9 S. 136; Schloß Nymphenburg, ab 1716 bzw. nach 1763: [2] 11, 1953, 58–62; s. Vergoldung).

Geschlagenes Kupfer wird bei J. Furttenbach, Archit. civilis ..., Ulm 1628, S. 40, für Grotten vorgeschlagen; „rotes Metall“ nennt P. Decker, Fürstlicher Baumeister, 1. Teil, Augsburg 1711, Taf. 11. Nachgewiesen ist die Verwendung von Kupferauflagen im Pal. Attems zu Graz, 1702–16 (Deckenstuck: [260] 1972). „Bronzo“ verwendete Dom. Egidio Rossi beim Gartensaal des Gartenpalais Czernin in Wien (Kontrakt 1696: Günter Passavant, D. E. R., Karlsruhe 1967, S. 200). Im Marmorsaal zu Pommersfelden, 1715 –17, sind die Kapitelle bronziert (Heinr. Kreisel, Das Schloß zu P., Mchn. 1953, S. 30).

5. Andere Materialien

Andere Materialien wurden vor allem in der Neuzeit gern genutzt, bei der Innenausstattung besonders bei *Grotten.

Außer glasierten Keramikfliesen (s. Fliese), Täfelungen, Einlegearbeit, *Tapeten und Wandbespannungen sind Spiegeleinlagen zu nennen. Materialeinlagen gibt es auch in Form eingedrückter Stein-, Glas-, Schlacke- oder Kohlestücke (Schlacke in den Büstennischen am Schloß Esterhazy in Eisenstadt [208]; Äußeres der Kirche in Frauenberg bei Admont, 1683–87: P. Adalbert Krause OSB, Die Pfarr- und Wallfahrtskirche F., Linz 1949, S. 26; Kohle am Äußeren Salzburger Bauernhäuser nach 1800; Glas am Morgenländ. Bau in Sanspareil bei Bayreuth, um 1745: Erich Bachmann, Felsengarten S., Burg Zwernitz [= Amtl. Führer], Mchn. 19622, S. 33, Abb. 7). Hinzu kommen der belebten Natur entnommene Objekte wie exotische Vogelfedern als Wandverkleidung (Schloß Moritzburg, Sachsen, um 1730: [229] S. 26), Schneckenhäuser und Muscheln (Th. Thon a.a.O. [Sp. 291] S. 57).

In der Neuzeit und zuerst in Italien werden, antike Techniken wieder aufgreifend, in noch nassen durchgefärbten Feinputz Steinkörnungen (z. B. feiner Rollkies, Schlackenkies) gleichmäßig locker aufgebracht, so daß der Putz in den Zwischenräumen sichtbar bleibt („Rieselputz“: Schloß Esterhazy in Eisenstadt, Fassaden [Sp. 380]; Petronell, Schloß Traun, Sala terrena: Abb. 42; [208]).

6. Bemalung

Bemalung, Anstrich mit kalkechten Farben bestimmt sowohl am Äußeren wie am Inneren in der Regel die F. d. A. (Alex. Eibner, Entwicklung und Werkstoffe der Wandmal. vom Altertum bis zur Neuzeit, Mchn. 1926; s. auch Kurt Wehlte, Werkstoffe und Techniken der Malerei, Ravensburg 1967, S. 211ff.). Die Feststellung originaler oder später veränderter F. basiert meist auf der Untersuchung der Bemalung (s. Sp. 278).

Aus den archivalisch überlieferten historischen Farben und Materialbezeichnungen können nicht selten Schlüsse auf den gewünschten Farbton gezogen werden.

Beispiele: Weiß: zugweiße Mauern und Gewölbe (München, Residenz: Gg. Andreas Böckler, Archit. curiosa nova, Nürnberg 1664 [Neudr. Graz 1968], Teil IV S. 11, 13), auf Porzellanart gemalte Gemächer (Wien, Gartenpalais Schönborn, um 1710: M. Koller, Alte und moderne K. 18, 1973, H. 130 bis 131, 30).

Rot: bleyroth (d. h. Mennige; Dresdner Bürgerhäuser 1699: vgl. Beschriftung auf Abb. 45), pfirsichblütenfarben (Herpf, Thüringen, Ausmalung der Dorfkirche 1772: [245] S. 166).

Gelb: perlen- und lichtgelbe Farbe nach Wiener Manier (Bamberg, Jagdzeugstadel, 1737: [159]); perleins colör (Bericht Küchels von 1737: ebd. Anm. 24); „à fond citron“ oder „couleur de paille“ (München, Amalienburg im Schloßpark Nymphenburg, Angaben von François de Cuvilliés d. J.: RDK IV 89f. Abb.); Lederfarb (David Gilly a.a.O. [Sp. 282] S. 289).

Blau: blaulichte Milchfarb (Gößweinstein, Kirche, 1737: [159]); welschenblaue Pflastersteinchen (München, Residenz: G. A. Böckler a.a.O. Teil IV, S. 11f.).

Schwarz bis Grau: viel Kienruss (Wien, St. Stephan, 1637: Inv. Österr., Bd. 23 S. 56); aschenfarb (Linz, Priesterseminarkirche 1722: E. Guldan a.a.O. [Sp. 289] S. 193; vgl. auch [198] S. 23).

Steinfarb, natirliche Steinfarb u. ä., bezeichnet verschiedene Farbe wie Grau oder Ockergelb, vgl. Sp. 292: [35] S. 141; [37] S. 140f.; Karl Lohmeyer, Mainzer Zs. 27, 1932, 44–46; N. Pevsner a.a.O. [Sp. 280] und [142] mit Angaben der Farbmischung; [141] S. 80; Inv. Österr., Bd. 10 passim).

a. Holz wurde primär aus Gründen der Konservierung gestrichen.

Bei *Fachwerkbauten verwendete man für das Ständergerüst häufig Rot, doch auch andere Farben (vgl. Sp. 373f.).

Beispiele für Rot etwa in Nürnberg: Wilh. Schwemmer, Das Bürgerhaus in N. [= 256, Bd. 16], 1972, S. 63; Befund am Dürerhaus N., E. 15. Jh. (?): Matthias Mende u. a., Dürerhaus N., Nürnberg 1971, S. 7. Blauer Anstrich ist aus St. Gallen, 17. Jh. bekannt (s. Sp. 383), schwarzer z. B. im Bergischen Land (Horst Ossenberg, Das Bürgerhaus im Berg. Land [= 256, Bd. 4], 1963, S. 70) und in Ostwestfalen, vgl. auch die Beschreibung der Umgebung von Eckernförde 1856 [Sp. 300], S. 50. Gelegentlich ist die Technik bekannt, nicht die Farbe: Ulm 1572 Öl- und Wasserfarbenanstrich (s. Sp. 284).

Über die Zusammensetzung der als „Ochsenblut“ bezeichneten roten Farbe herrscht Unklarheit. Geschlagenes Blut wird nach dem Auftrag in Kürze farbindifferent und müßte daher auch pigmentiert gewesen sein, um bestimmte Farbwirkungen zu erzielen (zur Verwendung von Blutwasser für Anstrich s. [247] S. 125f.).

Ornamentik konnte vielfarbig angelegt sein; doch stehen dafür bisher keine gesicherten neuen Angaben zur Verfügung. Solche über Buntfarbigkeit von Fachwerkbauten in älterer Lit. – auch in Untersuchungsberichten – bedürfen hinsichtlich der Datierung bestätigender neuerlicher Untersuchungen (Angaben bei: Wilh. Lübke, Bemalung alter Holzbauten, in: Ad. von Oechelhauser, Auszug aus den stenograph. Ber. des Tages für Dpfl. 1900–1912, Bd. 2, Lpz. 1913, S. 258ff.; [72]; [73]; [213]; Theod. Wildemann, [7] 7, 1931, 63–86; [89]; [193]).

Schindeldächer waren in der Regel farbig gestrichen (RDK III 946–48; [40] S. 109).

Beispiele von blauem Anstrich: Gera, Küchengartenbau, 1729–32 [37, S. 139]; Amalienburg im Schloßpark Nymphenburg, 1734–39 (Luisa Hager, N., Mchn. [1955], S. 87 Anm. 94); von rotem Anstrich: Kirchturmspitzen im ehem. Salzburgischen Gebiet [52, S. 120]; Kuppel der Dreifaltigkeitskirche in Stadl Paura, O.Ö., 1722 (kombiniert mit silbergrauem Kupferblechanstrich der Turmdeckungen: Inv. Österr., Bd. 34 S. 449; von Grün: Kirchturmdächer in Oberbayern [52, S. 120] und Salzburg (z. B. Henndorf, 1717: Inv. Österr., Bd. 10 S. 45).

Im Inneren der Bauwerke war der farbigen Bemalung des Holzes keine Grenze gesetzt, da Schäden durch Verwitterung nicht zu erwarten waren; hier blieb das Holz auch oft genug ohne Bemalung, kam also in seiner natürlichen Farbe zur Wirkung. Nicht selten wurden bei Vertäfelungen oder Holzdecken die Leisten gefaßt, während die Bretter naturfarben blieben (RDK III 1125–40: Decke).

b. Bei Anstrich von Stein sind die unterschiedlichen Farbwirkungen durch unterschiedliche Anstrichdecken und -dichte festzustellen.

Vom Anstrich zu unterscheiden – und hier nicht darzustellen – ist die konservierende Behandlung des Steins, die dessen Farbigkeit nicht verändert (z. B. Öltränkung von Sandstein).

Das Färbein des Steins hat mehrere Zwecke: Erzeugen einer gleichmäßigen Farbe (Alte Kirche in Idensen, um 1129 [Sp. 319]; Stift Reichersberg, O.Ö., Arkadengang im Fürstentrakt 1663–64 [Sp. 294]; vgl. auch [30] S. 673; [40] S. 48f.: Brieftext um 1400). Erzielen eines Farbenwechsels (Freckenhorst, Stiftskirche [Sp. 319]; auch Hildesheim, St. Michael, Sp. 298). Schiefer konnte gestrichen werden: Schwarzbemalung mit Teer bei Häusern (H. Ossenberg a.a.O., [Sp. 308] S. 77); rot gestrichenes Schieferdach in Lugau Krs. Luckau, Niederlausitz, überliefert von der Restaurierung 1697–1709 ([216] S. 122; vgl. dazu auch [35], [37], K. Lohmeyer, Mainzer Zs. 27, 1932, 44–46; [123]). Unmittelbar auf den Stein gebrachte Quadermalerei s. Sp. 331; zu Enkaustik s. unten Sp. 309f. Leonh. Chr. Sturm lehnte Steinanstrich ab (s. Sp. 282).

c. Putz wurde meist in noch nassem Zustand gestrichen, weil dann die Farbe wetterbeständig abbindet. Das gilt ganz besonders bei Tünchen mit Kalkmilch, was daher auch durch Angehörige des Baugewerbes besorgt wurde (s. Sp. 283ff.), und für Anstrich mit Kalkkasein (s. Fresko). Bei Kalk-Secco-Technik konnte, beim ebenfalls nachzuweisenden Ölanstrich dagegen mußte der Putz getrocknet sein (ein Grund, weshalb Anstrich mit Ölfarben an nicht wenigen Orten den Malern vorbehalten war?; vgl. Sp. 283ff.; [247] S. 169–180). Das gilt auch für Wachsmalerei (vgl. dazu Sp. 415; C. Scheel, Praktischer Rathgeber für Stubenmaler, Anstreicher und Hausbesitzer, Bln. 1844, bes. S. 26–31; vgl. auch RDK V 732 Enkaustik]).

Bleiweiß-Ölanstrich (dazu vergoldete Leisten): Großer Saal im Nürnberger Rathaus, 1613 (s. Sp. 378); Stuckfassung mit Harzfarbe: Gotha, Audienzsaal in Schloß Friedenstein, 1683–84 von Ludovico Caravero [245, S. 152].

Verputzte farbig behandelte Wandflächen sind bis gegen 1800 beim aufgehenden Mauerwerk meist als Fonds anzusehen, von dem die gliedernden Elemente kontrastierend (oder wenigstens akzentuiert) abgehoben sind. Das ist besonders deutlich in den Fällen, wo durch zusätzlichen Anstrich in der Putzschicht die Gliederung noch betont ist (etwa Begleitstreifen von Diensten und Rippen: „Schattenstriche“; s. Abb. 24; vgl. auch Sp. 304). Seit etwa 1800 kam einheitliche Farbigkeit für ein ganzes Bauwerk in Übung; vgl. etwa das Hellgrau oder Hellgelb der Bauten Friedr. Weinbrenners (Arthur Valdenaire, F. W., Karlsruhe 19262, S. 128 und 306; s. auch [52] S. 131f.). – Gefaßter Stuckdekor trat besonders im 18. Jh. auf; auch weißer Stuck bedurfte der Abtönung (z. B. für die Kirche in Antdorf, Obb., 1688–94, archivalisch belegt: Erwin Schalkhaußer, Die Münchner Schule in der Stuckdekoration des 17. Jh., Oberbayer. Archiv für vaterländ. Gesch. 81–82, 1957, 1 –140, bes. S. 123).

Beim Backsteinbau spielt Anstrich geputzter Blenden die Rolle eines auf Farbkontrast angelegten Dekorationssystems und trägt, zusammen mit der Verwendung der Glasurziegel (s. Sp. 300) wesentlich zum Erscheinungsbild bei. Die Putzblenden sind so gut wie immer fugenfarbig, d. h. weiß gehalten, gelegentlich Träger von Rankenwerk oder anderer Ornamentik (Abb. 7 und 17; [40] S. 80–84). – Zu farbausgleichendem Anstrich von Backstein vgl. Sp. 301; [247] S. 178; weiß geschlemmter Backstein: Schloß Bensberg bei Düsseldorf, 1703–10 [97, S. 55].

d. Metall, d. h. Bleche, vor allem der Bedachung, wurde ebenfalls gestrichen (aus Gründen der Erhaltung: [247] S. 188).

Beispiele von gestrichenen Kupferdächern: Straßburg, Martinskapelle am Münster, 1515–20, Dachfläche Rot, Firste und Grate mit abwechselnd gelb und schwarzem Friesstreifen (Jos. Knauth, Straßburger Münsterbl. 3, 1906, 44); silbergrauer Anstrich der Turmdächer in Stadl Paura, O.Ö., Dreifaltigkeitskirche, 1721 (Inv. Österr., Bd. 34 S. 449); grüner Anstrich aus Malachit und Bleiglätte mit Leinöl in Neiße (Rezept aus Bauakten der Jakobikirche: [2] 1939, 46f.); preußischblauer Anstrich etwa beim Umbau des Stadtschlosses in Potsdam 1744–51 durch Georg Wenceslaus von Knobelsdorff [37, S. 135, Anm. 2 a]; 1789 wurden die Dächer des Dresdner Zwingers als blau gestrichen beschrieben (Hermann Heckmann, Matthäus Daniel Pöppelmann als Zeichner, Dresden 1954, Anm. 110; Blau als Dachfarbe bei Zchgn. Pöppelmanns: ebd. S. 74, Taf. 39 und 41). „Silbern“ als Anstrich gibt es auch bei anderem Material (Bleikuppel in Stuttgart, Schloß Solitude, in „Silber Ölfarb“ von der Restaurierung 1819 überliefert [133, S. 51]). Zink wurde regelmäßig gestrichen (vgl. C. Scheel a.a.O. [Sp. 310] S. 25f.).

VI. Ikonologische Fragen

Die F. d. A. konnte auch von der Symbolik der Farben bestimmt sein. Am ehesten ist eine Bedeutung der Farbe am Bau greifbar, wenn es sich um die Verwendung heraldischer Farben handelt, Hinweis auf den Bauherrn, auch Zeichen dynastischer wie politischer Zugehörigkeit (a). Jedoch lassen die wenigen überlieferten Beispiele die ursprüngliche Häufigkeit nur mehr ahnen. Andere Bedeutung ist nur in Einzelfällen faßbar (b); gelegentlich mag auch Vorhandenes nachträglich interpretiert worden sein.

a. Haus Wittelsbach: blau/weiß gerautete Fassadenbemalung am Alten Hof in München, 15. Jh. [52, Abb. 4]; 1462 wurden für das Dach des Münchner Rathausturms u. a. weiße und blaue Glasurziegel gekauft (M. Schattenhofer a.a.O. [Sp. 280] S. 25); 1555 erhielt der Rathausturm weiß-blauen Anstrich durch den Maler Michael Ölgast (ebd. S. 81); weiß-blau gerautete und gewürfelte Steinfußböden sind für St. Michael und die Residenz in München überliefert (Gg. A. Böckler a.a.O. [Sp. 306f.] Teil IV S. 11ff.); gerautete Fliesenverkleidung in Schloß Falkenlust in Brühl (Abb. 54); Fensterläden, Tür- und Sockelbemalung in der Torhalle des Deutschen Baues der Landshuter Residenz, um 1780 (Hans Thoma und Herbert Brunner, Stadtresidenz L. [= Arnd. Führer], Mchn. 19562, Abb. 3). Das blaugestrichene Dach der Amalienburg im Schloßpark Nymphenburg ist zusammen mit dem Weiß des Gebäudes als heraldisch bestimmte Farbgebung anzusehen (s. Sp. 308).

Hessen-Kassel: Schmalkalden, Schloß Wilhelmsburg, Grundfarben der Innenräume sind die Farben der jeweiligen Herrschaften [246, S. 272].

Tirol: in Rot und Weiß bemalte *Fensterläden kommen an Schlössern und Ansitzen der Erblande vor.

Schweiz: Klapp- und Schiebeläden an Bauern- und Bürgerhäusern tragen noch heute die Farben der jeweiligen Kantone.

Die Preysingschen Wappenfarben Silber und Rot mögen die Grau-Rot-F. am Preysingpal. in München, Residenzstr., 1723–28, bestimmt haben [167, Farbtaf. 5 a].

Nicht heraldische, aber auf die Person des Bauherrn bezogene rosa F. zeigte das Haus des „rosaroten Prinzen“, Fürst Charles de Ligne auf der Mölkerbastei, Wien (s. Sp. 413).

b. Palladio begründete die Bevorzugung von Weiß für Kirchen: „conciosiache la purità del colore, e della uita sia sommamente grata a Dio“ (I quattro libri dell'archit., Venedig 1540 [Neudr. Mailand 1951], IV, 2 S. 7).

Gerard de Lairesse, Het Groot Schilderboek, Amst. 1707, VIII, 57, verbindet jede der Säulenordnungen mit einer ihrem Charakter entsprechenden Farbe: toskanisch mit Schwarz, „romanisch“ mit Rot, dorisch mit Grau, 10nisch mit Gelb, korinthisch mit Weiß. Er begründet dies mit farbtheoretischen Überlegungen (vgl. Gg. Kauffmann, Jb. für Aesthetik und allg. Kw. 3, 1958, 176f.).

Die 1637, im Todesjahr Kaiser Ferdinands II., vorgenommene graue Ausmalung des Wiener Stephansdoms (s. Sp. 378) wurde in neuerer Lit. mit den Beisetzungsfeierlichkeiten in Verbindung gebracht (Inv. Österr., Bd. 23 S. 56; dagegen A. Kieslinger 1949 [Sp. 291] S. 326).

Von einem barockes Symboldenken belegenden Text ist zu vermuten, daß er Vorhandenes nachträglich interpretiert. In einem zur Einweihung der 1697–1709 restaurierten Türme der Kirche in Lugau bei Doberlug, Niederlausitz, gedichteten Lied eines Geistlichen heißt es, der weiß gestrichene obere Teil der Backsteintürme entspräche Gott in der Höhe, die Rotbemalung der Schieferdächer deute auf die Erlösung durch Christi Blut hin, das Grün und Gold der Kupferspillen und Turmknöpfe versinnbildliche den Auferstandenen grünend mit goldener Krone vor Gottes Thron [216, S. 122].

Wie weit aufwendige und unter reichlicher Verwendung von Gold und Rot (Purpur?) vorgenommene Ausstattung von Prunkräumen farbikonographisch zu deuten ist, muß hier ebenso ununtersucht bleiben wie die Frage, ob und in welchem Maß eine den verwendeten Farben beigelegte Bedeutung bei Farbabfolgen einer Enfilade eine Rolle gespielt haben könnte (vgl. Theod. Thon a.a.O. [Sp. 291] S. 3–6).

Schwarzer Marmor wurde für besonders verehrte Gnadenkap, verwendet (z. B. Einsiedeln, 1617: Kuno Bugmann, E. [= Kl. K.führer, 538], Mchn. und Zürich 1971, S. 21f., Abb. S. 6). In Altötting ist Schwarzanstrich der Gnadenkap. erstmals 1630 erwähnt (Inv. Bayern, Obb. 3 S. 2389f.).

VII. Geschichte

Vor der historischen Darstellung der F. d. A. sollten generelle Fragen und methodische Probleme dargelegt werden, die sich ergeben aus der Betrachtung der F. losgelöst von den Bauformen, an die sie gebunden ist. Die Funktion der F. in ihrem Verhältnis zur Architektur, deren Struktur sie verdeutlicht oder interpretiert, kann nur im Einzelfall gestreift werden. Wandel der F. als Parallele zum Stilwandel in der Architektur und Übernahme von F. zugleich mit der Übernahme architektonischer Formen ist bislang nicht im Zusammenhang untersucht worden. Dies gilt auch für die Frage nach möglichen lokalen Konstanten der F., die über Stilwandel und Einflüsse der Architektur hinweg festgehalten sein können.

Die Gleichzeitigkeit von Bau und erster Fassung wird in vielen Fällen vorausgesetzt, ohne daß bündige Nachweise dafür vorliegen. Neben der zugleich mit den Abschnitten des Baufortgangs durchgeführten Bemalung (vgl. Sp. 341f.) gibt es die einheitlich zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführte F. (vgl. Sp. 319). Daneben bleibt offen, ob Bauten immer eine einheitliche und aus gleicher Zeit stammende F. besessen haben.

Eine ursächliche Beziehung zwischen Bauaufgabe und F. herzustellen, wie dies in der Lit. gelegentlich versucht wurde, erlaubt der gegenwärtige Forschungsstand nicht. Ebensowenig läßt sich derzeit ein Junktim beweisen zwischen F. und Ordensgewohnheiten. Der Rang eines Baues bedingt oft den Aufwand an Mitteln für dessen farbige Erscheinung; daraus jedoch den Schluß zu ziehen, die Bauaufgabe bedinge die F., erscheint unwahrscheinlich.

Die im Art. vorgenommene Beschränkung auf das dt. Sprachgebiet hat auch die Ausklammerung außerdeutscher Voraussetzungen zur Folge. Sie ist durch den ungünstigen Forschungsstand bedingt. Auch für Deutschland ist die Forschungslage uneinheitlich, zudem vom überlieferten Bautenbestand abhängig. Dies erschwert die regional und zeitlich gleichgewichtige historische Darlegung des Themas.

A. Bis M. 10 Jh.

Daß Bemalung spätmerowingischer und karolingischer Bauten üblich war, belegen zahlreiche Schriftquellen. Sie erlauben jedoch keine Schlüsse auf Systeme. An vielen Orten fanden sich Putzreste mit Bemalung (z. B. Reichenau-Mittelzell, um 724: E. Reisser a.a.O. [Sp. 301] S. 105f.; Brenz, E. 7. Jh.: Bodo Cichy, Die Kirche von B., Heidenheim 1966, S. 26 Fachwerkbau]), doch ist das System der F. nicht mehr erkennbar. Die Beispiele, wo das noch möglich ist, sind zu selten und stehen so isoliert, daß es kaum angeht, sie als Belege für allgemeine Gepflogenheiten einzuschätzen.

Äußeres: Mehrfach nachzuweisen ist weißer Anstrich (auf Indikationen wird hier verzichtet). Das Aachener Münster, gew. 805 (?), war rot getüncht: heller der Zentralbau und der Westbau samt Treppentürmen bis zur inneren Laibung der Stirnwand; dunkelrot die Nische, deren Konche in Gold ein blaues Kreuz trug; an den Stirnwänden über den Pilastern war figürliches Mosaik angebracht; die Gesimse des Oktogons waren in hellstem Rot gefaßt; die Umgänge waren mit Tonziegeln gedeckt, Westbau und Oktogon mit Blei (Felix Kreusch, Kirche, Atrium und Portikus der Aachener Pfalz, in: Wolfg. Braunfels, Karl der Gr., Bd. 3, Ddf. 1965, S. 463–533, bes. 472–74, 480 und 487; F. Kreusch, Dom zu Aachen, Beitr. zur Baugesch. IV, Aachen 1957, S. 72f.). Die Klosterkirche zu Münster, Kt. Graubünden, A. 9. Jh., hat zu weißen Wänden Ornamentik: Bögen der Fenster, Blenden sowie Gesimse zeigen Farbenwechsel Rot/Weiß, am Lhs.gesims wechseln weiße und rote Abschnitte, die Stirnfläche trägt einen „laufenden Hund“ in Schwarz, ein schwarzer Begleitstrich und ein rotes Band verlaufen unter dem Gesims; an den Apsiden ist das begleitende Zickzackband in Rot, Gelb und Weiß perspektivisch angelegt (Abb. 3 a–c; Reinh. Hootz, Kdm. in der Schweiz Bd. 1, DKV 1969, Abb. 152). Die Quadermalerei in Steinbach, zw. 815 und 827 errichtet (Otto Müller, Die Einhards-Basilika in St. bei Michelstadt, Mainz 1965, S. 14), ist nicht für karol. Zeit gesichert. Die Torhalle von Lorsch trägt fliesenartigen Wandschmuck aus rotem Sandstein und weißem Kalkstein (keine Platten, sondern konische Werkstücke) als Rücklage von aus rotem Sandstein gearbeiteten Pfeilern, Arkaden, Halbsäulen sowie Pilastern und Giebeln des Obergeschosses, Kapitelle aus Kalkstein, Hauptfries und Gebälk aus weißem Sandstein, der neben rotem auch zu den Quaderecken im Obergeschoß genutzt ist (A. 9. Jh. [?]; RDK II 891 Abb. 1; Inv. Hessen, Krs. Bergstraße S. 354).

Inneres: Auch hier ist weißer Anstrich häufiger belegt (grauer z. B. in Modrá, Mähren: Václav Richter, in: Magna Moravia [= Spisy university J. E. Purkyně v Brně, filosofická fakulta, 102], Prag 1965, S. 121ff., bes. S. 145). Bei Bauwerken mit vorgegebener architektonischer Gliederung ist diese farbig differenziert behandelt. So im Westbau der Klosterkirche Corvey, 873–885: Bänder mit Akanthus oder geometrischen Mustern in den Bogenlaibungen, wohl auch an den Gewölbegraten, gemalte gelb und rotbraun zweigeteilte Säulen mit blaugrünen Kapitellen (Binnenzeichnung schwarz oder weiße Kontur) an den Ecken der Arkadenlaibungen im Obergeschoß als Ergänzung (nicht erhaltener) Säulchen in den Arkaden, Akanthusfriese unterhalb der anzunehmenden Balkendecken im Erdgeschoß und in der sog. Kaiserempore, farbige Streifen um die Fenster (Ausst. Corvey, Bd. 2 Kat. Nr. 380; [5] 39, 1961, 207f., Abb. 74); auch im Westteil der Abteikirche Essen-Werden, der Peterskirche, 943 fertig: Ornamentbänder in Rot und Gelb an den Stirnseiten der Bogen und Kämpfer im Untergeschoß (Mittelbahn mit Blattwerk) sowie am Ansatz der Tonnengewölbe, an den Bogenlaibungen im Untergeschoß (wechselnd Scheiben und Quadrate, rotweiß gerahmt auf gelbem Grund, insgesamt von rotem Rahmen gefaßt, Kämpfer durch roten Strich bezeichnet, darüber weißes, rot gerandetes Feld), an den Laibungen der Emporenbogen mit weißen Schleifensternen auf Rot oder Gelb, mit weißer Binnenzeichnung und in den Zwickeln weißen Punkten (Wilh. Effmann, Die karoling.-otton. Bauten zu Werden, Bd. 1, Straßburg 1899, S. 274–294; Fritz Goldkuhle, in: Walther Zimmermann u. a., Die Kirchen zu Essen-Werden [= Inv. Rheinland, Beih. 7], Essen 1959, S. 264f., Abb. 243–46). – In Bauten ohne architektonisch vorgegebene Gliederung konnte eine solche durch Bemalung abgebildet werden. In Münster, Kt. Graubünden, ist durch trennende Rahmen eine Felderung (für Wandbilder) geschaffen; über dem Sockel – Marmorimitation mit hellen und dunklen Platten, Streifen und Quadraten – folgt ein Mäander mit eingeschobenen Mustern über doppelter Tüpfellinie (Perlstab); die Trennrahmen zeigen einen breiten gelben Stab auf Rot, mit weißen und schwarzen Blättern belegt, von einer wechselnd schwarz und weißen Bandspirale umwunden, an den Kreuzungen gelbe Masken aufgelegt; in den Apsiden gibt es zusätzlich Mäander, Flechtbandornamente und weitere Muster, in der N-Apsis auch eine marmorierte Säule; die Laibung eines Fensters in der Nordwand hat auf rotem Grund schwarz-weiße, perspektivisch aufgefaßte Wellenbänder; die Fensterbank der N-Apsis hat Rautengliederung mit weißen Perlen auf den Kreuzungen, Perlenrosetten in den Feldermitten, auf dunklem Grund (Linus Birchler, Zur karoling. Archit. und Mal. in Münster-Müstair, in: Frühm. K. in den Alpenländern [= Actes du IIIe congr. internat. pour l'étude du haut moyen âge 1951], Olten 1954, S. 167–252). Im Obergeschoß der Torhalle von Lorsch sind auf hohem Sockel (quadrat. Felder in zwei Reihen in Grau, Schwarz und Rot) mit rotem Gesims schwarz-graue bzw. rote Säulen gemalt mit ockerfarbenen Kapitellen, die ein rotes Gesims mit Schattenlinien tragen (Abb. 4; Inv. Hessen a.a.O. [Sp. 315]; [2] 29, 1971, 79–82). Manchmal ist nur der die Wand nach oben begrenzende Abschlußfries erhalten, in Steinbach als Konsolenfries (Ocker, Rot, Orange, Weiß, nach oben durch gelben, nach unten durch doppelten roten Streifen abgegrenzt: O. Müller a.a.O. [Sp. 315] S. 14; Roswitha Büchler, [18] 18, 1968, 98–101); in St. Prokulus zu Naturns, Südtirol, als gelb-roter Mäander an den Längswänden, als vom Triumphbogen überschnittenes bunt wirkendes Flechtband an der Ostwand unter dunklem Streifen (Emerich Schaffran, Die vorroman. Wandmal. in der St. Prokuluskirche zu N. ..., Schlern-Schriften 182, Innsbruck 1958). Vereinzelt ist Ausmalung in Memorien oder Krypten erhalten: in St-Maurice, Kt. Waadt, war in der Memorie, 7.–8. Jh., die Arkosolnische ausgemalt mit ockerfarbenen, roten und grauschwarzen stehenden Rhomben, in der Mitte ein gelbes Kreuz (Louis Blondel, Vallesia 6, 1951, 1 –17, im Mauritius-Martyrium, spätes 7. Jh., zinnoberrot bemalte Arkosolnische: ders., ebd. 12, 1957, 283–292); der Kryptengang der Klosterkirche, 2. H. 8. Jh., besaß Marmormalerei im Wechsel zwischen grauen und roten Platten und Platten mit je 2 roten, reich und mehrfarbig gerahmten Rosetten (ders., ebd. 18, 1963, 279–87, bes. S. 281–84). Die Krypta von St. Maximin in Trier hat Wandbilder an der durch Flechtband- oder Blattwerkstreifen gegliederten Tonne, getrennt durch dunkelrote Säulen mit gelben Kapitellen; das Bogenfeld der Stirnwand ist durch Blattwerkfries abgesetzt, der Sockel durch gemalte Säulen farblich gegliedert (vor 882; genaue Beschreibung bei Hans Eichler, Karoling. Wandmal. aus St. Maximin in Trier [= Forschgn. zur Kg. und chr. Arch., Bd. 1, 2], Baden-Baden 1954, S. 210–48).

B. M. 10. Jh. – um 1150

In Quellen aus diesem Zeitraum ist mehrmals „dealbare“ o. ä. gebraucht (vgl. Lehmann-Brockhaus, Schriftquellen, Registerbd. S. 270); eine Übersetzung mit „weiß bemalen“ verbietet sich, wenn nicht zusätzliche Angaben es eindeutig machen (vgl. Sp. 283).

Befunde sind spärlich. Soweit Aussagen möglich sind, beziehen sie sich meist auf Einzelheiten wie die Quadermalerei (s. Sp. 296 und 321f.) oder den Farbenwechsel, der E. 10. Jh. eine wichtige Rolle zu spielen begann, vornehmlich im Rheingebiet, von Schaffhausen, dem Kreuzgang von St. Alban in Basel oder dem Westeingang von St. Ulrich in Krozingen, Baden, 2. H. 10. Jh., über den Mittel- (Niederkirchen, Pfalz, 11. Jh.) bis zum Niederrhein (Abb. 5), doch auch in anderen Landschaften; vgl. Sp. 299. Annähernd vollständige Systeme farbiger Gestaltung sind kaum erhalten.

Ein System erkennbar ist am Äußeren der Marienkirche in Mettlach („Alter Turm“), um 990 bis 993: die Wand weiß gekalkt, Rundbogen und Lisenen rot gestrichen (Walther Zimmermann, [4] 1952, 130; ähnlich sah die Hl. Kreuzkapelle bei Trier aus, nach M. 11. Jh.), über den Fenstern kleine rote Kreise [257, S. 211]. – In St. Michael zu Hildesheim ist die Farbgestaltung des Kryptenumgangs rekonstruierbar: die Wand gekalkt, über der Arkadenstellung und der Nischenreihe je ein Ornamentband aus schwarzen und roten Quadraten, von einem außen roten, innen gelben Doppelstrich gerahmt; die Quadrate mit Halbkreisen in Rot und Gelb oder Blau und Weiß; ein ähnliches Ornamentband wurde im s. Ssch. über den Arkaden aufgedeckt, im nordwestlichen Qhs.arm ein Mäander; die Mauerbögen der Oberen Sakristei waren weiß geputzt und am Rand rot und gelb abgesetzt; dazu kommt der auf Sp. 299 beschriebene Farbenwechsel (H. Beseler und H. Roggenkamp a.a.O. [Sp. 298] S. 84f.). – In Fulda zeigt die Ausmalung der Krypta von St. Andreas zu Neuenberg, gew. 1023, enge Bindung an die Architektur (Abb. 6): Grate durch Randstreifen betont, Gurte markiert durch gerahmte Ornamentbänder mit Palmetten, Fächerformen, Blüten; im Gewölbescheitel jeweils ein Medaillon ([2] 1937, 242f.; [18] 9, 1959/60, 3); ähnlich konzipiert ist das Dekorationssystem im Kapitelsaal der Abteikirche Brauweiler bei Köln, um 1141: auf den Gurtbogen Ornamentbänder mit Paimetten, Wellen, Bändern, Außenkanten Gelbocker oder Rotton, Kapitelle mit rotem Grund und Spuren einer Vergoldung, Deckplatten schwarz (Wolfhart Glaise, [7] 23, 1960, 43–97). – In der Propsteikirche Hirzenach, A. 12. Jh., waren Lhs.wände und -pfeiler weiß, am Pfeilersockel waren Platte, Schräge samt schmalem Streifen darüber in hellem Rot abgesetzt, darüber folgte ein dunkelroter Streifen mit weißen Strichen [111, S. 29].

Die Stiftskirche Freckenhorst, gew. 1129, weist am östl. und westl. Vierungsbogen gemalte Quaderung im Wechsel Grau/Grün auf, die Zierarkaden in der Wand, mit gleichem Farbenwechsel, sind Sp. 298 beschrieben, die Vierungspfeiler tragen Spuren grauer Tünche ([5] 41, 1963, 84–86; ebd. 43, 1965, 3–56, bes. S. 8). – In der Alten Kirche zu Idensen, zw. 1120 und 1129 erbaut, tragen die Gurtbögen farbige Bänder und Ornamente kleinen Formates, durch Blumen, Palmetten, Herzblattmuster weiter detailliert, Kapitelle, Basen und Gesimse waren farbig gefaßt, die Säulenschäfte – Grünsandstein – in der Apsis unbemalt, im Schiff steinfarben lasiert; unterhalb der Fensterbänke verläuft ein breites gemaltes ornamentiertes Gesims mit Wechsel von mit Blattornamenten gefüllten Kreisen und auf der Spitze stehenden Quadraten; die Fenster sind durch Streifen im Wechsel von Rot und Grün eingefaßt; die Gewölbe werden durch breite Bänder mit Rautenmustern in je zwei Bildfelder unterteilt (Eberhard G. Neumann und Ernst Schwartz, I., Idensen 19642, bes. S. 11f. und Abb. 7, 21, 28). – In der Klosterkirche Regensburg-Prüfening (1.V. 12. Jh., Ausmalung später, dabei Weiheinschriften überdeckt) sind in Chor und Qhs. die struktiven Teile ornamental, die Wandfüllungen und Deckenspiegel figural bemalt: über Bandfriesen (Mäander, Streifen mit Perlstab) tragen die Pfeilerflächen Quadermalerei mit Marmorierung verschiedener Art oder mit Schachbrettmuster in Rot, Gelb und Schwarz, auch in Grün und Blau; die Kämpfer sind mit Blattstab bemalt, die Stirn des w. Vierungsbogens mit Volutenornament, die sonstigen mit Borten aus Punkten und Quadraten, die der Nebenchöre mit Zackenbogen; die Fensterlaibungen in letzteren zeigen Palmettenpaare oder Schachbrettmuster (Quadrate gefüllt mit gegenständigen Halbkreisen oder mit Rosetten); Msch. und n. Ssch. des Lhs. schließen in einem Mäander in Gelb, Rot und Schwarz ab (Inv. Bayern, Opf. 20 S. 188–208).

In Saalkirchen ohne architektonische Gliederung ist – wie in karolingischer Zeit – lediglich ein Mäanderstreifen Mauerabschluß zum Dachstuhl (z. B. Burgfelden, E. 11.–A. 12. Jh.: Gg. Scheja, St. Michael in B. [= Große Baudkm., H. 177], DKV 1963); diese Form des Abschließens gibt es jedoch auch in reicher gegliederten Kirchen (z. B. Münster in Schaffhausen: Inv. Schweiz, Bd. 43 Abb. 378 S. 324; Münster in Konstanz, 12. Jh.: Inv. Südbaden 1 S. 229–33).

Es gibt auch Kirchenbauten ohne jegliche mehrfarbige Ausgestaltung: St. Stephan in Regensburg, 11. Jh., war an Putz- wie Steinflächen, an Gewölbe, Wänden und Stützen einheitlich hell getüncht (Walter Haas, [11] 22, 1963, 84–118).

Teilbefunde in einzelnen Bauteilen oder an Bauformen gibt es mehrfach.

Die Ausmalung des Aachener Münsters unter Otto III. erfolgte in Anlehnung an die Gliederungen des Baus mit breiten gemalten Bändern und Friesen: die gelbliche Tonne der Kaiserloge ist durch ein friesartiges Band in Rot und Schwarz mit Quadraten in Rot, Gelb und Bläulich eingefaßt, die Fläche zeigt Kreise in Rot oder Bläulichweiß mit schwarzem Ornament; die Mauerflächen sind durch Ornamente herausgegrenzt, die Kanten in Braunrot mit weißer Damaszierung, sonst durch gelbe und grüne Streifen oder Friese in Rot/Blau und Schwarzbraun; Laibungen der Fenster und Türen sowie die Unterzüge der Säulenstellung besitzen breite Ornamentbänder ([90] S. 33–38; F. Kreusch 1965 [Sp. 315] S. 488). – In St. Peter zu Huisbeken Krs. Kleve, E. 11. Jh., waren N- und S-Mauer des Altarraums hellgelb bemalt (dazu rotbraune Farbspuren), Triumphbogen und Ecksäulenvorlage zeigten gemalte blaugraue Quader mit weißen Fugen (Günter Binding, Bonner Jbb. 167, 1967, 360f.). – Im Emporengeschoß des Westbaues („Läuthaus“) der Stiftskirche Lambach, vor 1089 (?), tragen die Bögen zum Kirchenschiff und zwischen den Kuppeln an Unter- und Stirnseite Ornament in Gelb, Grün, verschiedenen Rottönen und Hellblau, die Lisenen gemalte inkrustrierte Platten (Inv. Österr., Bd. 34 S. 126 bis 135; Kchr. 19, 1966, 113–22). Die Fenster der Kirche in Keyenberg Krs. Erkelenz, 1018, im Wechsel aus Bruchsteinen und röm. Ziegeln gemauert, zeigen Rahmung durch weißen Marmorputz, die Bögen sind mit gleichem Material hochliegend verfugt [257, S. 136]. – Die Klosterkirche auf dem Petersberg bei Dachau, Obb., 1107 fertig, 1123 verlassen, läßt trotz erheblicher Restaurierung 1907 das Prinzip der Apsisausmalung erkennen: Stirnwand seitlich mit marmorierten Quadern, über der Kalotte Wandfeld durch Bänder ausgegrenzt, als Abschluß Mäander; Apsis durch Mäander und Zickzackband in Zonen gegliedert, Vorderrand der Kalotte von breitem, aus gemusterten Quadraten gebildetem ausgegrenzten Streifen gurtbogenartig abgesetzt, Fensterlaibung durch ähnlich gemusterte Quadratfelderstreifen besetzt und durch ein um die Kante gelegtes Band markiert (ähnlich, aber einfacher die Gliederung der beiden Nebenapsiden: P. Hugolin Landvogt, Petersberg bei D. [= K.führer, 831], Mchn. und Zürich 1965). – In der Rupertuskapelle im Burgfried von Petersberg in Friesach, um 1135–40, ist der gemalte Sockel von marmorierten Quadern in Rot, Gelb, Blau, Grüngrau, Violett, Weiß und Hellgrau gebildet, Halbsäulen mit Würfelkapitellen und Apsisbogen mit seitlichen Säulen bunt gefaßt, marmoriert oder mit andersartigen Ornamenten (Walter Frodi, Die roman. Wandmal. in Kärnten, Klagenfurt 1942, Abb. S. 18f.).

Das Bild wird durch punktuelle Befunde bereichert.

Bemalte Putzreste im Westbau der Abteikirche Kornelimünster, E. 10. Jh. (?), zeigen Farbspuren in Weiß, intensivem Rot (Lisene), leuchtendem Blau (Pfeiler), Grün und Gelb (Leo Hugot, K. [= Rhein. Ausgrabungen, 2], Köln und Graz 1968, S. 90f. und 118). Die Kirche von Hochelten war in (wie?) farbig verputztem Quaderwerk ausgeführt (3. Dr. 10. Jh.: G. Binding, Kchr. 18, 1965, 175). Die Kirche in Montlingen, Kt. St. Gallen, E. 10. Jh., zeigt an der N-Mauer des Annexes Reste ockerfarbener Fugenmalerei. In der ev. Pfarrkirche zu Jenins sind Reste aufgedeckt, die als Sockelbehang [13, 19, 1959, 119–21] oder als Quadermalerei gedeutet werden [257, S. 131]. In Meiringen, Kt. Bern, 10. oder 11. Jh., fand sich eine rote Rankenbordüre zusammen mit Linienornament am Apsisansatz (Anz. für Schweiz. Alt.kde. N. F. 35, 1933, 247 Abb. 12 A; ebd. 36, 1934, 6f.). Die Kryptenpfeiler der Abteikirche Helmarshausen, gew. 10n, waren weiß verputzt ([2] 1965, 108–17; Kchr. 22, 1969, 153–57), die Sandsteinpfeiler in der Krypta von Liebfrauen zu Halberstadt, 1.V. 11. Jh., mit feinem Putz überzogen, der ornamentale Malerei trug [2, 1899, 121–23]. Das Reichenauer Münster, Neubau durch Abt Berno, um 1027–1048, war innen rötlich verputzt (s. Sp. 301), die Kirche in Hausbach bei Vilshofen, 11. oder frühes 12. Jh., in gebrochenem Weiß, zu dunklen Fugenstrichen (W. Haas, [11] 24, 1965, 133).

C. M. 12. – M. 13. Jh.

1. Ostseegebiet mit Hinterland. Backsteinbauten zeigen entweder Bemalung mit Backsteinmuster (möglicherweise die Klosterkirche in Ringsted, Seeland, gegr. 1170, innen und außen: Inv. Dänemark, Amt Sorø S. 114; nur im Inneren: Sora, Zisterzienserkirche, ebd. S. 21; Klosterkirche in Jerichow, um 1150/60–gegen 1200: [71] S. 23, und Abb. 8; Stendal, „Dom“, Ostwand des Turmbaus, um 1200; Gadebusch, Stadtkirche, um 1210 bis 1230, nur gemalte Läufersteine der Wände – die Pfeiler sind unverputzt: [259] S. 191 und Abb. 74; vielleicht anfänglich auch der Dom zu Ratzeburg [ab 1160/70; geriffelte Backsteine im Chor]) oder unverhülltes Mauerwerk mit hell-gelblichem Fugennetz, das z. T. durch Rotbemalung reguliert und verschmälert ist (nur Mörtelfüllungen in Backsteinmuster gemalt: Dome zu Lübeck, 1173/74–1220/30, und Ratzeburg, um 1160/70–um 1220, u. ö.: [71] S. 11f.). Backsteine abweichender Farbe sind genutzt zu Gliederungen und Dekor (z. B. in Ratzeburg: Bogenstirn zwischen Qhs. und s. Ssch. sowie Pfeilerkanten im Wechsel von Rot und Gelb bzw. Gelblich und Grünlich, Gurte und auch Vorlagen in den Qhs.ecken gelb; grüne Glasurziegel in der Südervorhalle – vgl. dazu [6] 24, 1956, 201f. –; auch in der Apsis von Altenkrempe, Ostholstein, um 1225–40). An Säulchen sind die Stoßfugen des öfteren rot übermalt und so optisch getilgt, an Kapitellen, Kämpfern, Konsolen und Basen alle Fugen (an Kämpfern dafür in Ratzeburg helle Fugen aufgemalt und im Westteil das System abgeschwächt verwendet). Blendfelder sind weiß geputzt, desgleichen Gewölbekappen und Unterzüge der Bögen (Kanten oft freigelassen); ob hier ursprüngliche Bemalung bestand, ist nicht immer sicher; im Dom von Lübeck und in Gadebusch sind die Gewölbegrate rot markiert, die Rippen in Treuenbritzen sind im Mittelschiff als Quader Rot und Schwarz im Wechsel mit Weiß gemalt, im s. Ssch. mit geometr. Mustern, im n. marmoriert: [259, S. 245f., Abb. 154]; Altenkrempe und Neukirchen in Holstein, um 1240–50, zeigen über den Bogenscheiteln im Gewölbe Lilien, in Neukirchen Blattwerk als Kreisband im Gewölbescheitel, die angeputzten Rippen sind in Ocker gefaßt, mit schwarzem Begleitstrich; die Kirche in Seedorf Krs. Lauenburg hat rotes Winkelmuster auf den Rippen, Schild- und Gurtbögen sind durch Doppelstriche in Ocker gequadert [68, S. 86f.]. In Jerichow zeigen Vierungs- und Arkadenbögen in Grün, Weiß und Rot marmorierte Quader: Abb. 8; im Dom von Brandenburg, beg. 1165, waren die Kanten von Fenstern und Arkaden bis zum Laibungsputz rot lasiert und mit schmalen weißen Fugen versehen. Gurt- und Schildbögen weisen gemaltes Keilsteinmuster auf – z. T. in Farbenwechsel – oder gegeneinandergestellte Dreiecke (Gadebusch), auch schwarze Dreieckreihung, schwarzes oder rot-weißes Würfelband (Altenkrempe; Neukirchen: [68] S. 86). Die Bögen der Fenster tragen z. T. gemalte Muster: Keilstein- oder Schachbrettmuster in Ratzeburg: Abb. 7; ehemals im Dom zu Brandenburg (Inv. Prov. Brandenburg 2, 3 S. 234) und in Diesdorf, Altmark, 1. H. 13. Jh. (F. Adler a.a.O. [Sp. 300] S. 51); Würfel- oder Strichmuster in Neukirchen [68, Abb. 3]; im Chor des Lübecker Domes trägt das bogen rahmende Mörtelband rotes Spiralmuster [71, S. 22]. Die besonders reiche Ausmalung der Marienkirche in Bergen auf Rügen ist infolge der Restaurierung von 1900–03 nicht in ihrer Authentizität gesichert.

Unter den Feldsteinkirchen Schleswig-Holsteins zeigen nur wenige Spuren der alten Ausmalung. In Handewitt wie in Klein-Solt, beide 12. Jh., sind um die Fensterbogen mit roten Fugen Quader aus der weißen Kalkung ausgegrenzt und jeder 2. Quader rot gefärbt [66, S. 37].

2. Niedersachsen. Backsteinbauten der 2. H. 12. Jh. entsprechen in ihrer F. weitgehend den in Abschnitt 1 genannten (zum 13. Jh. s. Sp. 337).

St. Johannis in Verden, M. 12. Jh., hatte unverputztes Mauerwerk, dazu verputzte Gewölbekappen und Gurtbogenlaibungen; der Bogen des einzigen erhaltenen originalen Fensters zeigt keilsteinartig gemalten Farbenwechsel Rot/Weiß, von einem weißen Band gerahmt. In St. Andreas zu Verden, 4. V. 12. Jh., ist zudem die Fensterlaibung weiß verputzt (unverputzter schmaler Saum). Für die Klosterkirche in Osterholz, 1182–96, ist auf einem der Vierungspfeiler und den Bögen der Nebenapsiden Quadermalerei in Grau und Weiß nachgewiesen, am Apsisbogen dazu eine schwarze Kleeblattschnur [79].

Unter den Hausteinbauten besaß die Klosterkirche in Lippoldsberg erhebliche Reste des ursprünglichen Dekorationssystems (Carl Schäfer, Von dt. K., Bln. 1910, S. 47–53 [= Gutachten 1868]).

Helles Grau der Bauglieder (Naturstein: Pfeiler und Wandpfeiler, Kanten der Gurt- und Arkadenbögen; getüncht Schildbogen und Nonnenempore) war weiß gefugt, Gesimse, Sockel, Kapitelle und Kragsteine in Weiß, Gelb, Rot und Blau abgesetzt; Wände und Gewölbe zeigten grünstichiges Weiß; die Ssch.wand besaß einen gemalten roten Sockel, der eine gemalte dunkle Arkatur trug, auf einem roten Gesims darüber standen zu seiten der Gewölbekragsteine gemalte bogentragende Säulen; die Fenster waren mit einfachen Strichen eingefaßt; im Gewölbescheitel saßen große Rosetten in Gelb und Rot, auf den Graten lagen Bänder; die Mittelapsis war betont durch mehrfarbige Einfassung mit Bändern, die Kante war grau gequadert, Bogenlaibungen und Gewölbeansätze hatten Ornamentbänder.

Im 13. Jh. wurden die Dekorationssysteme des Innenbaus durch neue abgelöst, die als in Westfalen ausgebildet gelten. Zwischen Backstein- und Hausteinbauten gibt es dabei keine Unterschiede.

In St. Osdag zu Mandelsloh Krs. Neustadt a. Rbge., A. 13. Jh. (?), konnte das System z.T. rekonstruiert werden: die weißen Pfeilerflächen zeigten durch Rot herausgegrenzte Spiegelflächen; gleichartig scheinen die Apsiden markiert gewesen zu sein (Rottöne, Ocker, schwarze Linien); Arkaden- und Apsidenbögen weiß mit schwarz konturiertem, ornamentiertem Band (Eberhard G. Neumann, Roman. Mal. in der St. Osdag-Kirche zu Mandelsloh, [21] 4, 1958–59, 23–34). St. Andreas in Verden erhielt um 1220 verputzte Wände, die Fensterbogen mit Quaderung im Farbenwechsel Rot/Weiß oder Rot/Braun (dann weiße Fugen), die Gewölbegrate z. T. mit roter Begleitlinie; im Chor sind die Kehlen mit einem ornamentierten Band in Rot und Blaugrau belegt, den Mittelstreifen säumen lichtgraue Blätter. In Hl. Kreuz zu Barnstorf, 2. V. 13. Jh., tragen die Wandpfeiler graue Quadermalerei mit weißen Fugen; die Wand ist weiß, gegliedert durch ein Ornamentband-Gesims, das gemalte Säulen und reich dekorierte Bögen der Fensterrahmung trägt; die marmorierten Schild- und Gurtbögen zeigen in Untersicht Kasettierung mit roten Blattkreuzen; die Gewölbezwickel sind marmoriert, die Grate mit gemalten Scheinrippen besetzt, die Winkelmotive zu Palmetten- und Rankenbordüren tragen; von den Scheitclrosetten gehen z. T. Kandelaberbäumchen aus; dazu kommen im Gewölbe rote ornamentierte Bänder von den Bogenscheiteln bis zur halben Höhe der Gewölbe, wo Vierpässe von einem mit Blattranken belegten Ring zusammengeschlossen sind; die Farben sind Weiß, gebrannte und natürliche Siena sowie Schwarz [79].

3. Westfalen und Waldeck. Im 2. V. 12. Jh. und in der 1. H. 13. Jh. ist – mit Mittelpunkt (?) Soest – eine relativ einheitliche Art farblicher Ausgestaltung anzutreffen. Unter den bekanntgewordenen Beispielen ist das älteste die Soester Petrikirche, um 1180 (?). Die Farben sind Rot, Ocker, Grün, Schwarz. Helle grundfarbige Gewölbegrate sind von breiten ornamentierten Bändern begleitet, die an marmorierten Zwickeln ansetzen; in den Kappen des Msch.gewölbes Rankenbäume, in den Ssch.gewölben Mischwesen in Kreisen mit angesetzten Lilien; Joch- und Scheidbögen an der Stirnfläche gequadert, in den Laibungen schmale Ornamentbänder; gemalte Quaderung zeigt auch die Vorderseite der Mittelschiffpfeiler; alle Fenster von gemalten Säulen flankiert, die gequaderte Bogen tragen und auf umlaufendem Band stehen (die Emporen um 1230–40 mit entsprechender Ausmalung, Bögen über den Fenstern marmoriert; [5] 46, 1968, 460–63).

Diese Art der Ausgestaltung ist auch sonst in Westfalen anzutreffen: Ostönnen Krs. Soest, ev. Pfarrkirche, E. 12. Jh. (im Hochschiff zusätzlich ein gemaltes Triforium; [5] 41, 1963, 190 und Abb. 64). Die Ausmalung der Nikolaikapelle in Soest, 2. V. 13. Jh., weicht im Gewölbedekor ab: statt der Gratbegleitbänder gehen von den Kämpfern Bänder aus, die als Quadrat in den Kappenmitten liegende Bänder durchstoßen und im Bogen haarnadelförmig zu den Kämpfern zurückführen; an den Schildbogen eine Variante davon: Randstrich, im Mittelabschnitt rechtwinklig gebrochen nach innen versetzt ([5] 46, 1968, 464f.; Abb. 12). In der Hohnekirche Soest, um 1240/50, sind marmorierte Bogenquader über den Fenstern und grüne gemalte Quader mit weißen Fugen an Pfeilern und Bögen nachgewiesen (nur im Msch., in der Nordapsis und an den Gurtbogen originale Malerei erhalten oder erkennbar: [5] 46, 1968, 450–53; die figürlichen Teile später; die dekorative Ausmalung ist vor Abschlagen der Malschicht in Pausen festgehalten), Gewölbe und Pfeilervorlagen zeigten Ornamentbänder, Mischwesen, Sternmuster, „Lebensbäume“, Rippen als gemalte Scheitel- und spiralgemusterte Diagonalrippen; die letzteren mit Begleitbändern, dazu die Felder mit gestreuten Ornamenten [99, S. 229].

Sonstige Beispiele: Andreaskirche Lübbecke, E. 12. Jh. (Ornamentbänder, gemalte Fenstersäulen, Vorlage mit Quaderung: [5] 41, 1963, 144); Padberg Krs. Brilon, gegen 1200 (rote Gratbegleitbänder, Stirnseiten der Bögen hell gequadert mit roten Fugen: [5] 46, 1968, 412); Bochum-Stiepel, Dorfkirche, um 1200 (Gewölbevorlagen marmoriert, dgl. die Gewölbezwickel und die in die Pfeiler eingestellten Säulchen, Rankenbänder in Rot/Gelb auf den Vierungsgurtbogen zu den Ssch., Rankenfriese in Fensterhöhe an N- und S-Wand im Qhs., Rankenbäume im Gewölbe, vom Scheitel ausgehend, dazu Mischwesen und Streusterne; auf den Gurten zu den Ssch. Rankenbänder; S-Apsis durch Ornamentbänder dreizonig, an der Innenkante vom Triumphbogen abgesetzt; um das Fenster Streifen Gelb/Rot; Scheid- und Schildbogen durch Rändelung von der Mauer abgesetzt: [99] S. 228f.); Boke Krs. Büren, St. Landolinus, A. 13. Jh. (Gratbegleitbänder, Rankenbäume, gequaderte Schild- und Gurtbögen; Bögen der gemalten Fensterumrahmung mehrfarbig: [5] 41, 1963, 37; ebd. 46, 1968, 222 und Abb. 175); Berghausen Krs. Meschede, St. Cyriakus, um 1210 bis 1220 ([5] 41, 1963, 25f.; zudem Stirnwand der Apsis mit marmoriertem Quaderbogen über Blattwerkornamentbändern: ebd. Abb. 16; innere Rahmung der Apsis bei freigelassener Kante durch doppelte Zickzackstreifen; ähnlich Heimsen Krs. Minden, Pfarrkirche, 1. H. 13. Jh.); Brabecke Krs. Meschede, 2. V. 13. Jh. (Gratbegleitbänder, Ornament der Unterzüge, Rankenbäume von den Bögen ausgehend: [99] S. 229); Wormbach Krs. Meschede, M. 13. Jh. (an die gemalten Schlußsteinscheiben sind in den Gewölbescheiteln umrändelte Medaillons angehängt, dazu Streusterne; Vorlagen der Pfeiler und des Chorzugangs entweder Grauweiß mit roten Fugen oder Rot mit weißen Fugen wie die Wand behandelt; so auch der Kern des östl. Pfeilerpaares [109]).

Auffallend ist ein Befund in der Kapelle von Schloß Rheda: Laibungen der Fenster und der inneren Tür haben unverputzte Eckquader, im natürlichen Versatz gegen den gekalkten Putz der Backsteinmauern ausgespart (3. Jz. 13. Jh.: Franz Mühlen, [5] 46, 1968, 62–76, bes. S'. 66 und Abb. 54).

4. Im Rheinland (Mittel- und Niederrhein) ist um 1150–um 1250 der größte Reichtum an F. innerhalb des dt. Sprachgebietes anzutreffen. Sichtbarlassen starkfarbiger Gesteine (s. Sp. 293f. und 299), gehäufte Benutzung gemalter Muster unterschiedlicher Art in reicher Abwandlung, die Bauformen betonen oder einbinden oder sie in der Malerei erst konstituieren, dazu Verwendung einer breit gefächerten Farbskala schaffen ein die oft ebenso reiche Gliederung der Architektur interpretierendes System von eindrucksvoller Wirkung.

Profanbau: Es liegen vereinzelte Befunde vor. Am „Romanischen Haus“ in Münstereifel, um 1167, war die Wand durch Putzfugen gequadert, in die Blendfelder der Fenstertympana Linien eingeritzt, die Steinschnitt markieren; ob dazu Bemalung kam, ist nicht bekannt; im Inneren waren die Wände über Glattputz gekalkt [4, 26, 1966, 135f.]. Am Haus Rheingasse 8 in Köln („Overstolzhaus“) weisen die Fenster Säulen aus dunklem blaugrauem Schiefer auf, deren Sockel und Kapitelle vergoldet waren; der Hausgiebel war farbig gefaßt (s. Sp. 304; Hans Vogts, [4] 1964–65, Bd. 1 S. 141, Bd. 2 S. 392).

Kirchen waren am Äußeren meist verputzt und hell gestrichen, die Gliederungen in Gelb oder Rot hervorgehoben (Gelb z. B. an St. Peter in Sinzig, um 1220–30: [110] S. 8; [111]; Rot: Klosterkirche Arnstein, 1208 gew., 1. Anstrich; Pfaffenschwabenheim, 1. H. 13. Jh.; St. Nikolaus in Maria Laach und St. Peter in Bacharach, Abb. 9f.; weitere Beisp. ebd.).

Ein mehrfarbiges System der Bemalung zeigt die Minoritenkirche von Lauthausen-Seligenthal, nach 1231–1256 (?): die Gliederung hellgrau, die Wand rötlich, beide durch weiße Fugenstriche gequadert; der Rundbogenfries dunkelrot mit weißen Teilungsstrichen, ebenso das obere Gesims, in den Flächen des Frieses schwarze, von Konsole zu Konsole geführte Striche; dunkelrote Einfassung der weißen Fensterrahmung (Hans Kisky, [7] 26, 1966, 272–74). Reiche äußere Bemalung scheint auch das Münster in Bonn besessen zu haben (J. Nöggerath a.a.O. [Sp. 294]).

Stärker differenzierte Musterungen bei Bögen und Gesimsen scheint man vor allem im 13. Jh. angewandt zu haben (z. B. Abb. 10). Starkfarbiges Gestein dürfte in Einzelfällen am Äußeren von Kirchen Verwendung gefunden haben (Zwerchgalerie von St. Peter in Sinzig aus schwärzlichem Schiefer; St. Kastor in Koblenz, 1147–59, mit Stein-, d. h. Farbenwechsel in der Fensterzone der Apsis: Inv. Rheinprov. 20, 1 S. 88), häufiger bei Kreuzgängen und verwandten Anlagen (Paradies von Maria Laach, s. Sp. 298; Kreuzgang des Bonner Münsters, M. 12. Jh.: Theodor Wildemann, in: Bonn und sein Münster eine Fs., Bonn 1947, S. 145; die kräftige Bemalung der Kreuzgangsäulen in Oberpleis [44, S. 251 Abb.] wird angezweifelt: Hartwig Beseler, Rhein. Jb. 1, 1956, 41 und 45 Anm. 12).

Eine prunkende F. herrscht im Kircheninneren (die Darstellung folgt im wesentlichen [111]; für Köln hegen auffallend wenig gesicherte Befunde und Veröffentlichungen vor).

Bei Steinmaterial sind wieder die Säulen aus dunklem, schwärzlichem oder bläulichem Schiefer auffallend (Triforium in Limburg a. d. L., um 1235; Taufkapelle von St. Gereon in Köln, um 1240; Inv. Rheinprov. 7, 1 Abb. 29; St. Quirin in Neuß, 1. V. 13. Jh.: Walter Bader, St. Q. zu N., Ratingen 1955), auch die aus bräunlichem Kalksinter (s. Sp. 294). Auch Säulen aus verschiedenem Stein sind zusammengeordnet, z. B. in der Matthiaskapelle zu Kobern a. d. M., um 1230: Mittelsäulen aus Basaltlava, Nebensäulen aus Schiefer (Ursula Zänker-Lehfeldt, Die Matthiaskapelle auf der Altenburg über Kobern [= Rhein. K.stätten H. 3/1971], Neuß 1971, S. 6). Häufig sind die Kapitelle solcher Säulen von kräftiger F. (Bonn, Münsterkreuzgang mit Kapitellen in kräftigem Ocker, dazu tiefrote Laibungen; vgl. auch Paradies von Maria Laach, Sp. 298).

Wandflächen konnten Quadermalerei tragen (Dom zu Mainz, s. Sp. 297; ehem. Boppard, St. Severus, vor 1236: [111] S. 18, doch möglicherweise nicht völlig sicher; zu Boppard auch [2] 25, 1967, 76). Häufig findet sich Quadermalerei auf der Gliederung, dabei oft differenzierend: in Herchen, Siegkreis, 12. oder 13. Jh., zeigen die Arkaden Rot/Grau-Wechsel ([7] 25, 1965, 337). In St. Peter in Sinzig sind alle rechtwinklig profilierten Bauglieder gequadert, meist in Rot mit weißen Fugen, die Pfeiler der Erdgeschoßarkaden tragen helles Grau mit roten Fugen, die Säulendienste dunkles mit weißen Fugen (zu Sinzig s. auch [92] S. 81); Güls bei Koblenz, um 1230, hat Arkadenpfeiler, Säulendienste, Chorbogen und Teile der Gurtbögen in bläulichem Hellgrau mit weißen Fugen, die Arkaden- und Emporenbögen, dazu alle rechteckig profilierten Bögen der Gewölbe rot mit weißen Fugen, die Unterzüge der Arkaden dunkelgrau, rot gefugt. In der Stiftskirche Limburg a. d. L., um 1235, sind die Pfeiler samt ihren Vorlagen weiß mit roten Fugen, die rechtwinklig profilierten Bauglieder zeigen Farbenwechsel der weißfugigen Quadermalerei (Willy Weyres, Der Georgsdom zu L., L. 1935, bes. S. 56–72). In der Pfarrkirche zu Heimersheim a. d. Ahr, um 1230–40, sind Arkadenpfeiler und Vierungspfeilervorlagen hellgrau mit roten Fugen, diese auch auf den ockerfarbenen Vierungsbögen, den Gurtbögen der Ssch. und den Emporenöffnungsbogen im Wechsel Rot/Weiß oder Rot/ Grau, die roten Säulendienste tragen schwarze Fugen. Im gleichzeitigen St. Victor zu Oberbreisig sind alle Arkaden im Lhs. und die Chornischen hellgrau, an den Pfeilern mit roten, an den Bögen mit weißen Fugen, die roten Säulenvorlagen sind weißfugig, die Fensterlaibung weist Quadermalerei im Farbenwechsel auf. Einfacher ist das Quaderungsprinzip gehandhabt in der Klosterkirche Arnstein (das weiße Fugennetz an den Msch.pfeilern auf grünlichgrauem Grund, in den Ssch.nischen auf rötlichem) und in der Pfarrkirche Erpel bei Linz, um 1220 (Pfeiler, Arkaden, Gurtbögen und Wandnischen in hellem Blaugrau mit weißen Fugen).

Das Ornament in vielfältigen Formen ist auf die Stirnseiten der Bögen, auf Rippen und eingelegte Rundstäbe, auch auf Gurtbögen, konzentriert. Im Altarraum der Kirche von Miehl Krs. Bonn, um 1200, haben die blaugrauen Wulstrippen schwarz/ roten Begleitstrich, die Wülste der Schildbogen sind in Rot und Weiß gebändert [2, 20, 1967, 146]. – In Erpel haben alle Glieder mit rundem Querschnitt Marmorierung verschiedener Art in lebhaften Farben, Rot, Gelb, Grau, Schwarz, z. T. mit Farbenwechsel, die Rippen zeigen auch Spiralmuster und Wellenlinien (ähnlich, in Rot, Grau, Gelb, Grün und Schwarz, in der Stiftskirche Limburg a. d. L.: W. Weyres a.a.O.). Die Pfarrkirche Oberpleis, Bau um 1220, hat Wellen- oder Zickzackmuster auf den Rippen und Wülsten der Gurtbögen, dazu Streumuster ([7] 20, 1956, 203f.). In Güls kommen bei den Rippen und Rundstäben der Emporen Rautenmuster hinzu, die Farben sind Rot, Gelb und Grau. In Boppard sind die Hauptfarben Rot, Weiß, Ocker und Graublau; die Rippen tragen verschiedene Arten von Streifenmuster (die zwei einander gegenüberliegenden gleich), Gurtbogenwülste im Msch. und Rippen der Ssch. marmoriert (Bohnenmuster), z. T. in Verbindung mit Farbenwechsel oder Streifenmuster oder mit beidem; die Bogenstirnen der Erdgeschoßarkaden und die Blendbögen der Emporen tragen vorzugsweise Palmetten- und Rautenstreifen (Abb. 11). Unter dem Emporengesims in Oberbreisig verläuft ein Blattwerkfries, weiß/rot vor dunklem Grund angelegt, die Chorfenster besitzen z. T. Spitzwinkelmuster, die Rippen Marmorierung und Blattmuster. Die Pfarrkirche in Lipp, um 1230–40, besitzt Rippen mit gedrehten Bändern und Begleitstreifen ([7] 25, 1962, 31–38). Die Rippen in St. Maria Lyskirchen zu Köln, M. 13. Jh., tragen geometrisierende Ornamente, dazu am Fuß rote „Gemmenborten“ mit weißen und grünen „Steinen“, als Farben sind Blau, Rot, Gelb und etwas Grün auf schwarzgrauem Grund benutzt (Fritz Goldkuhle, Ma. Wandmal. in St. M. L. [= Bonner Beitr. zur Kw., 3] Ddf. 1954, S. 89f.).

5. Südwest- und Süddeutschland.

Ungünstige Forschungslage, z. T. auch sehr weit zurückliegende Befunde bereiten hier besondere Schwierigkeiten der Darstellung. Es lassen sich nahezu alle gebräuchlichen Erscheinungen an Detail-F. feststellen, ohne daß es zu einem Abwägen der Situation im ganzen ausreichte.

Kirchenbauten. An Einzelheiten zu konstatieren sind Farbenwechsel: z. B. in Murbach i. E. (Bogenfries der Chorwand, M. 12. Jh. oder um 1216: Rud. Kautzsch, Der roman. Kirchenbau im Elsaß, Freiburg i. Br. 1944, S. 36), St. Fides in Schlettstadt (W-Fassade mit Wechsel von rotem Sandstein und hellem Granit, um 1162 im Bau: ebd. S. 54), im Basler Münster (Arkadenbögen, gegen 1200: ebd.), im Kreuzgang des Fraumünsters zu Zürich (E. 12. Jh.: F. de Quervain, [13] 23, 1963–64, 23), Bronnbach o. d. T. (Steinschnitt der Säule, s. Sp. 291). Der Kreuzgang von Zwettl, N.Ö., 1. H. 13. Jh., hat Steinwechsel, Sandstein für Kapitelle und Kämpfer, Rotmarmor für Fenstersäulchen (16. Jh. ?), Granit oder Sandstein für Säulenschäfte (Inv. Österr., Bd. 29 S. 164); Quadermal., außen wie innen, z. T. direkt auf Stein: Münster in Basel [40, S. 46]; Chorwände der Klosterkirche in Maulbronn, E. 12. Jh., mit sich kreuzenden roten Doppellinien [130, S. 24]; Münchsteinach, s. unten; bei unverputzter Wand die nachgezogenen Fugen mit Kalklinien bemalt: St. Martin in Zillis, 2. H. 12. Jh.? ([17] 24, 1973, 110); Friese mit Mäandermuster (Hildrizhausen Krs. Böblingen, Nikomedeskirche, 12. Jh., in Gelb mit Begrenzung Schwarz/Rot [130, S. 21]; Keferloh Krs. München, Weihe 1173; [11] 25,1966, 114; Zillis, St. Martin: Ernst Murbach, Z., Zürich und Freiburg i. Br. 1967, Abb. 2–4) oder Flechtmuster (Michaelskapelle in Großkomburg, 12. Jh., in Gelb, Schwarz und Rot: [130] S. 20), auch in geometrischen Formen (St. Paul 1. L., Stiftskirche, 13. Jh., in Weiß und Graublau mit Blattwerkfüllungen, dazu Abschlußband Rosa/Grau/Rosa mit hängenden grauen Dreiecken: Inv. Österr., Bd. 37 S. 107, Abb. 118); Marmorierung, z. B. Mittelapsis von Münster in Graubünden, zw. 1157 und 1170 ([61] S. 23, mit weiteren Beisp. aus der Schweiz und Tirol); geometrische Muster in Laibungen der Fenster (Keferloh, s. oben) oder als Rahmung (Chorfenster der Klosterkirche Maulbronn mit „Fries“ aus roten Dreiecken) oder auf den Rippen (ebendort, mit schwarz/weißen oder rot/grauen Rhomben: [130] S. 24).

Das System weitgehend erhalten ist in der Johanneskapelle zu Pürgg, 3. V. 12. Jh.: Mäanderfries unter der Decke und Ornamentband über der Sockelzone (diese ein gemalter Vorhang) umfassen den Raum; die Bildfelder sind durch horizontale Ornamentbänder getrennt, mehrstreifige, gemusterte Markierungen der Laibungskanten und das Bandwerk der Fensterlaibungen bestreiten die vertikale Gliederung zusammen mit dem Ornamentstreifen der gemalten Ecklisene (Lhs.-O-Ecke); der Triumphbogen weist mit Lilien gefüllte Rauten auf, die Stirnseite des Bogens ein reiches Schmuckband (Walter Frodi, [15] 2, 1948, 147–63; Evelyn Weiss, Wiener Jb. für Kg. 22, 1969, 7–42). – St. Lorenz bei Paspels, Kt. Graubünden, frühes 13. Jh., hat im Altarraum gemalte Quader von Backsteinformat in Gelb bzw. Schwarz, als Abschluß nach oben, auf Höhe der Fenstersohlbank einen Fries mit schwarzen Kreuzblumen und gelben lilienartigen Gebilden auf Weiß; das Chorbogengewände trägt gemalte Marmorimitation Rot/Grau, die Lhs.-Stirnwand gleich dem Altarraum gemalte Quader (Beat Brenk, [13] 23, 1963 bis 1964, 69–74, Taf. 12). – Die ehem. Klosterkirche Münchsteinach Krs. Neustadt/Aisch, 2. V. 13. Jh., zeigt rotes Fugennetz auf weißgetünchter Wand, die Fugen um die Obergadenfenster sind verdoppelt; Vierungsbögen und Lhs.-Arkaden haben gemalten Farbenwechsel Rot/Gelb; die Pfeilerflächen tragen geometrische Muster, z. T. sehr kleinteilig, in Rot, Weiß, Gelb und einer vierten, jetzt vergangenen Farbe ([2] 1967, 150; Walter Haas, Die Kirche und das ehem. Benediktinerkloster M. [= Große Baudkm., H. 248], DKV 1970, S. 10, Abb. S. 5 und 9). – In der Krypta der Stiftskirche Ardagger, N.Ö., 2. V. 13. Jh., liegen ebenfalls rote Fugen auf heller Fläche von Wand und Gewölbe; die gemalten Rippen der Gratgewölbe wechseln in den Farben, dazu kommen gemalte Schlußsteine [202, S. 28, Abb. 37]. – Die Stiftskirche Baumgartenberg, gew. 1243, besaß gemalt rosa Quader zu weißen Fugen; der Rundbogenfries im Qhs. war in zwei Schichten gefaßt, die untere in Weiß mit Rot in den kleinen Kehlen, die obere Rot in allen Kehlen und zwischen den Bögen rote Doppelfugen; die Gurtbogen hatten wohl weiße Doppelfugen auf Rot, die Rippen rote Fugen auf Weiß (Norbert Wibiral, [15] 20, 1966, 146–55). Profanbau. Im Haus Zum Loch in Zürich, A. 13. Jh., ist die Sockelzone des Saales ausgemalt mit Kreisen in Quadraten, mit Ringen, geteilten und gemusterten Kreisen und Rauten, im Wechsel von Rot und Weiß (Inv. Schweiz, Bd. 22 S. 108, Abb. 82). Beim Hof des Stifts Heiligenkreuz in Wien, A. 13. Jh., wechseln bei den Rippen helle und dunkle Steine (Franz Kieslinger, [15] 6, 1952, 82–88, Abb. 106 und 108).

6. Mitteldeutschland.

Für Thüringen liegen Befunde vor, die eine Bevorzugung des Rot erkennen lassen.

Die Stiftskirche in Großburschla Krs. Eisenach, 2. V. 12. Jh., zeigt lasierend-rote Tönung der konstruktiven Glieder zu weißer Wand ([243] S. 304, Abb. 184; [245] S. 132). Die Nicolaikirche in Eisenach, E. 12. Jh., besaß in den konstruktiven Teilen – Arkaden, Wandvorlagen am Chorbogen – Rosenholzton ohne genau feststellbare Fugenteilung, aber mit schwarzem Begleitstrich; Säulen und Pfeiler waren weiß mit gemalten schwarzen Fugen (ebd. S. 133).

Möglicherweise ist das Baumaterial einer Bautengruppe, ausgehend von der Augustinerchorherrnkirche (Bergerkirche) Altenburg, Thüringen, um 1165 bis 1172 (?), unter dem Gesichtspunkt der F. d. A. zu sehen: die konstruktiv wesentlichen Teile Sandstein, Mauerwerk und Lhs.-Kapitelle Backstein, Bögen im Materialwechsel (Hans-Joachim Krause, Ein übersehener Backsteinbau der Romanik in Mitteldtld., in: Fs. Johs. Jahn zum 22. Nov. 1957, Lpz. 1958, S. 89–99); entsprechend war auch die Zisterzienserkirche Altzella, vor 1175(?)–1198, gebaut (Heinr. Magirius, Die Baugesch. des Klosters A. [= Abhn. der Sächs. Akad. der Wiss. zu Lpz., philol.-hist. Kl., Bd. 53, H. 2], Bln. 1962).

In Sachsen hat diese Verbindung von Haustein- und Backsteinteilen Nachfolge gefunden.

St. Thomas in Leipzig, gew. 1218, hat nach Blaurot verstärkte Backsteinwände, in die Bögen von Arkaden, Triumphbogen und Fenstern sind alternierend gelbbraune Sandsteinteile eingefügt [59, S. 381f.]. In St. Afra zu Meißen, nach 1205, sind im Chor unterhalb der verputzten und geweißten Backsteinwände Reste einer roten Sockelbemalung erhalten; am Triumphbogen beginnt in Lettnerhöhe Farbenwechsel durch Baumaterial, der im Lhs. in Höhe der Arkadenbögen einsetzt, dazu in den Obergadenfenstern auftritt: zu dunkelockergelben Sandsteinquadern mit weißen Fugen an Pfeilern und Bögen stehen blaurot gefaßte Backsteinschichten in Kontrast; die Sandsteingewände der Obergadenfenster sind außen von einem grünen Streifen auf der Schräge der überstehenden Putzhaut begleitet [59, S. 396f.]. Die Trinitatiskirche in Meißen-Zscheila, 2. V. 13. Jh., weist Backstein/Werkstein-Wechsel der Gurtbogen, verbunden mit dem Farbenwechsel Blaurot/Graublau, auf, dazu kommen geputzte Blenden zu backsteinsichtigen Laibungskanten; die Sockelzone im Chor wird dicht unter den Fenstersohlbänken an N- und S-Wand durch ein Faltband bzw. einen Palmettenfries abgeschlossen; Kappen und Wände sind mit Sternen auf weißem Grund bedeckt (ebd. S. 400f.; zur gleichen Gruppe gehören auch die polnischen bzw. schlesischen Zisterzienserkirchen Mogila, Trebnitz und Heinrichau: [235]; zu entsprechenden Bauten späterer Zeit s. Sp. 344f.).

Im südl. Brandenburg entspricht die F. der Zisterzienserkirche Doberlug, gegen 1220 bis 1230 fertiggestellt, in Farben- und Materialwechsel der Gruppe von Kirchenbauten in der Nachfolge von Altenburg (s. Sp. 333).

Der Außenbau ist dunkelrot getüncht und trägt weißes Fugennetz (entgegen [51] S. 10), der Sägefries am Chor ist grau gefaßt; im Innern bestimmt das Farbenpaar Weiß/Rot den Eindruck, Weiß die Gewölbekappen, die Kapitelle und Kämpfer, Weiß/ Rot-Wechsel an Gurtbogen und Rippen, die Fenstergewände rot mit weißen Fugen, die mittlere Gewändestufe im Rot/Weiß-Wechsel, die eingestellten Säulchen und Archivolten rot-weiß tordiert bzw. in zylindrischen Abschnitten [59, S. 336–39].

Die Kirche in Friedersdorf b. D. Krs. Finsterwalde, gegen M. 13. Jh. (?), zeigt in der F. Anschluß an Doberlug: zu geweißten Wandflächen (Feldsteinbau) stehen unterschiedlich gefaßte Rippen in Kontrast; die Laibungen der Bögen und Fenster sind blau/grau/ rot gequadert, unter der Flachdecke des Langhauses zieht sich ein weiß/roter Fries in Winkelband- und Schachbrettmuster, das Gewölbe im Altarraum, weißgrundig, trägt Stern- und Kreispässe, Rosetten und Flechtbandsterne; die Fensterlaibungen weisen z.T. gemalte tordierte Bänder in Weiß/Rot auf (ebd. S. 350f.). – An der Marienkirche in Treuenbrietzen Krs. Jüterbog (Ausmalung M. 13. Jh. ?) sind die in Bruchstein errichteten Ostteile verputzt und geweißt, das Langhaus ist aus Backstein; im Msch. die Rippen, im Chor die Gurtbogen zeigen Farbenwechsel Weiß/ helles Rot zu schwarzen Fugen, die Ssch.rippen tragen kleinzellige Zickzack- und Treppenmuster im S, im N Rauten und Lilien, rote Lilienfriese und marmorierte Quader (ebd. S. 449–51; [259] S. 245f. und Abb. 154).

D. M. 13. – E. 14. Jh.

1. Ostseegebiet. Im Kirchenbau sind im wesentlichen drei verschiedene Möglichkeiten farbiger Fassung genutzt worden. Eine Gruppe tradiert die Gewohnheiten des frühen 13. Jh., eine zweite Gruppe basiert zwar auf der Tradition, integriert aber andere Elemente, eine dritte führt ein gänzlich neues System der F. durch.

Traditionell ist die Verbindung von Backsteinsichtigkeit (auch gemalter) mit verputzten Teilen, doch in etwas anderer Akzentsetzung als bisher. Die Rotfassung der Wände und Pfeiler in gemaltem Ziegelwerk gegenüber den weiß abgesetzten Gewölben, Laibungen und Schildbogensegmenten kennzeichnen die erste Fassung der frühgot. Halle und des Chorneubaues von St. Marien in Lübeck (3. V. 13. Jh.) und den Dom ebendort (seit 1266). Zu dieser Gruppe gehören der Chor der Klosterkirche in Cismar, um 1260 (Dietrich Ellger, [6] 40, 1971, bes. S. 233) und die erste Fassung des Doms in Schleswig, nach 1275 (Inv. Schleswig-Holstein 10, S. 224). Die Marienkirche zu Röbel Krs. Waren, Mecklenbg., ist ausgemalt um 1260 (?): orangerot gefaßte Backsteinwände mit grauweißen Quaderfugen, die dunkelroten Fenstersäulchen glatt gestrichen; Halbkreisornamente im W-Jochgewölbe; eine Dreiergruppe der Fenster mit marmorierten Bögen Grün/Rot oder Gelb/Weiß. – Am Äußeren sind Putzblenden weit verbreitet (vgl. Abb. 17).

In der zweiten Gruppe herrscht ziemliche Vielfalt. Die Kirche in Buchen (um 1308–um 1329 ausgemalt) hat Backsteinpfeiler im Wechsel von Rot und Grün und grünen Kapitellen zu weiß verputzten Außenwänden; die Stirn der Scheidbögen wechselt in Rot/ Grün, die hell verputzten Unterzüge tragen Rankenwerk (auch an den Gurtbögen); die Rippen sind kleinteilig rot/schwarz mit Zickzackbändern und Rauten bemalt, die Gewölbe weißgründig, mit Rankenwerk (H. von Weber, Die Wandmal. der Kirche zu Büchen, Diss. Bln. 1938). – Die Zisterzienserkirche Doberan weist gefaßte Ziegelwände und -pfeiler mit weißem Fugennetz auf; helle Kappen kontrastieren mit den bunt bemalten Rippen; das gemalte Triforium ist in Graugrün auf Weiß gehalten; neu ist die Treppenmusterung der Qhs.-Mittelpfeiler (Abb. 19; die weißen Eckstäbe von Arkaden- und Vierungspfeilern dürften ebensowenig ursprünglich sein wie das Rankenwerk der Kappen und die Ausmalung der Arkadenlaibungen: [59] S. 336; Adolf Friedr. Lorenz, D. [= Stud. zur Archit. und Kw., H. 2], Bln. 1958, bes. S. 70). Eine verwandte Gestaltung der Pfeilerflanken ist in der Stadtkirche Sternberg anzutreffen, nach 1308 (um 1325–30?): Diagonalseiten von Pfeilern und zweier Wandpfeilerpaare vielfarbig mit Streifen, Kreuzformen, Stufenmustern und Palmetten in den Farben Schwarz, Weiß, Rot bis zu 2/5 der Höhe reichend, Orthogonalseiten dicht mit Weinlaub bedeckt [59, S. 437f.]. In der Marienkirche Anklam, nach 1384 (?), besitzen die Achtkantpfeiler graue Sockel, farbig in unterschiedlichen Mustern gefaßte Kantstäbe, die Pfeilerspiegel sind reich ornamentiert mit Zickzackband, Quadrat- und Rautenfelderungen, Schachbrettmustern, liegenden Kreuzen, Vierpässen, Rankenbändern, Granatapfelmuster, Blattwerk in Grün, Rot, auch Blau, Gelb, Weiß; dabei sind die Diagonalseiten im Muster jeweils gleich, bei den ebenfalls gleichmustrigen Orthogonalseiten alterniert oft die Farbe. Der Reichtum der Ausmalung setzt sich in den Arkadenlaibungen fort: die zum Msch. sind mit grün/weißen Rosetten und rot/gelben Begleitbändern oder mit gelber Ranke mit Akanthus und weißen Früchten besetzt, die der Ssch. haben gelbe oder blaue Pässe, von roten Halbkreisen durchdrungen, oder Flechtbänder; hinzu kommt Figürliches ([59] S. 314; RDK II 116 Abb. 9; Joachim Gerhardt, Wandmal. des 14. Jh. in der Marienkirche zu A., [2] 1937, 129–38).

Unter die zweite Gruppe ist auch die zweite Chorausmalung der Marienkirche in Lübeck, um 1260 bis 1280, zu rechnen: das Gliedergefüge in Rot, ebenso die Stirnflächen der Wandpfeiler seitlich der Hochschiffwände (hier grüner Randstrich) und die Kanten der Fenstergewände; die Pfeilerflanken sind weiß, die backsteinernen Fensterpfosten hellgrün; die grünen Rippen weisen Begleitbänder auf, mit roten und grünen Krabben auf den weißen Gewölbeflächen; in den Fensterlaibungen ist vereinzelt ein Treppenmuster erhalten ([67]; [70]; [59] S. 72–76).

Die dritte Gruppe hat in der Lhs.ausmalung der Marienkirche zu Lübeck, um 1320/30, ihre Ausformung erfahren (Abb. 18).

Das Prinzip beruht auf dem Kontrast zwischen den als Körper aufgefaßten Wandabschnitten und Pfeilern einerseits und den durchgehenden dünnen Gliederungen andererseits, die als Dienst-Rippen-System davon unabhängiges Verhalten zeigen. Die weißen Wandflächen und Pfeiler tragen rotes Fugennetz, die Laibungen von Pfeilern wie von Fenstergewänden sind mit einem Ornamentstreifen in Rot/Grün besetzt, der jeweils einheitlich von geometrischen, heraldischen, vegetabilischen oder figuralen Feldern gebildet ist; farblich abgesetzt sind die Kanten sowie die Bänder der Kapitelle. Die F. der Dienste ist abgewandelt die der Chordienste: abwechselnd Rot und Grün, dazwischen schmale weiße Trennstreifen ([59] S. 72–76; [70]; [67]).

In der Nachfolge der F. der Marienkirche ist die 3. Fassung des Doms zu Schleswig, um 1300, zu sehen: Wände, Pfeiler, Gurtbögen, Laibungen und Kappen besitzen auf dem gelblichen Weiß ein rotbraunes, kleinteiliges Fugennetz in Doppellinien; im Kontrast dazu stehen die ziegelroten, Fugen tragenden Dienste mit bunten Kapitellen; Gewölbegurte und -grate zeigen Zackenornament in Rotbraun, Blaugrün und Gelb; im S-Chor Laubwerk auf Gurt- und Schildbogen; die Rippen sind grün mit grünem Begleitstrich und Ranken, im N-Chor in Grün und Rot wechselnd, im S-Chor in Rot; die Rippenkreuzungen sind durch gemalte Doppelfugen markiert; an den Scheidbögen, am Triumphbogen und an den Gewänden der Fensternischen herrscht häufig Farbwechsel Grün/Rot; die Chorfensterlaibungen weisen Treppenmuster auf.

Sonderfälle hinsichtlich der F. sind die Mariä-Himmelfahrtskapelle am Schweriner Dom, 2. V. 14. Jh., und die Stadtkirche von Neustadt, Holstein.

In Schwerin sind die Gewände durch Rot betont, die Kappenränder des Gewölbes mit Ornamenten bedeckt (blau/rote Trapeze und perspektivisches Faltband); in die Kappen sind auf Purpurgrund figürliche weißgrundige Medaillons gemalt; die ungefugten Rippen wechseln in Grün mit rotem Begleitstreifen oder Rot mit grünem (Gerd Baier, Mitt. des Inst. für Dpfl., Arbeitsstelle Schwerin 14, 1962, 22; [59] S. 435f.). – In Neustadt, nach 1344, weist der Obergaden des Lhs. gemalte Fenster auf, deren Maßwerk in leichtem Gelb gehalten ist, die Zwischenfelder sind dunkelgrau (Wolfg. Teuchert, [6] 28/29, 1960, 36–45).

Im Profanbau lassen sich keine einheitlichen Grundlinien der F. erkennen.

Bei Backsteinbauten ist die Verwendung glasierter Backsteine häufig (z. B. Rathaus in Wismar, 1292, in Rot und Schwarz, die Laube am Westgiebel, 1347, in Schwarz: A. F. Lorenz, Rathauslauben in Mecklenburg, [2] 1939–40, 82–86), auch gibt es farbige Bemalung (ebendort die Gewölberippen in roten, grünen und schwarzen Farben: ebd.). An Häusern in Elbing, zwischen 1330 und 1410, waren die Blendnischen und alle Öffnungen mit gelb-, grün- und schwarzglasierten Backsteinen ausgeziert, die Nischen mit Putz überzogen; aufgefundene glasierte Dachziegel lassen auf Musterung der Dachhaut schließen (Karl Hauke, Das Bürgerhaus in Ost- und Westpreußen [= 256, Bd. 8], 1967, S. 38f.). Das Gewölbe im Großen Remter des Schlosses zu Heilsberg, Ostpr., E. 14. Jh., war blau, mit Rippen in Grün/ Weiß; die Wände zeigten grün/rotes Schachbrettmuster (ders., [2] 1934, 166–19; zur Marienburg s. Sp. 294).

2. Niedersachsen. In der Tradition der Backsteinbauten steht die 1251 beg. Zisterzienserinnenkirche in Börstel Krs. Bersenbrück.

Zu den roten (lasierten? so im Kreuzgang) Backsteinwänden kontrastieren die hell verputzten Gewölbe. Alle Gliederungen sind mit Putz überzogen und farbig behandelt, die Gurt- und Scheidbogen Sandsteinfarben mit unterschiedlicher Fugenzeichnung, die Rippen und Fensterlaibungen mit Begleitstrich grün mit roter Fuge bzw. rot mit grüner; die Rippen im Nonnenchor sind hellocker mit Fischgrätenmuster Schwarz/Rot; das Fenstermaßwerk aus Sandstein ist grün getönt ([2] 1964, 75–86; [21] 5, 1965, 146; [80] S. 163; [2] 1971, 91).

Reichhaltigkeit der Formen und Vielzahl der Farbtöne bestimmen die Dekorationsweise in der 2. H. 13. Jh. bei Kirchenbauten, deren Mauerwerk hell verputzt ist.

In Eilsum Krs. Norden ist die Chorapsis gegliedert durch einen Fries mit Muschelmotiven in Gelb, Grün und Grau, durch einen gelben Streifen und eine vielfarbige Sockelarkatur; am Vorderrand der Apsiskalotte steht ein gelb-weiß-grünes Faltband; die Fensterwände weisen Quadermalerei auf (um M. 13. Jh.?). Im Lhs., 1260–70 (?), sind gelber und roter Ocker, Grautöne und Schwarz die bestimmenden Farben. Am Triumphbogen wechseln gemalte Quadern Rot/Grau; das Ornament der Gurtbögen – Rot und Gelb – zeigt Herzformen und Rankenmuster, das der Rippen ist rot-graues Schuppenmuster mit Begleitband und dunkel/hell/dunklen Fugen; auf den hellen Gewölbekappen stehen „Lebensbäume“; die Kapitelle waren bunt (Rot und Ocker erhalten), ihre Deckplatten grau [80, S. 145–52]. – Noch vielfältiger ist die Gewölbeausmalung in Stapelmoor Krs. Leer, 2. H. 13. Jh. in Weiß, Rot und Grau: im Vierungsgewölbe sind die gemalten Rippen, rot/weiß in Fischgräten- oder Diagonalmustern, Ausgangspunkt roter Blattranken; im s. Qhs.arm (Abb. 13 a) sind in Grau, Weiß oder Rot Rippen und Schlußsteinring mit spitzen Winkeln oder wie tordierte Stäbe bemalt, dazu Rankenfriese und Lilien; im n. Qhs.arm wechseln im Gewölbe zwischen den ebenfalls ornamentierten gemalten Rippen Felder mit Backsteinmustern und verputzte helle Felder; der „Schlußsteinring“ ist in Art eines Flechtmusters gefüllt (Abb. 13 b); die plastischen Rippen des Chorgewölbes tragen Fischgrätenmuster Rot/Grau, vier der Kappen sind mit Blattranken geschmückt, zwei weitere mit „Fliesen“ in Rot und Grau mit Herz- und Rankenmuster; weiters rotes Backstein-“Flecht“-muster; die Scheitelrippe begleitet ein roter Streifen mit grauer Ranke. Im Lhs. ist der helle Fugenmörtel der Backsteingewölbe rot überstrichen und die Fläche weißfugig bemalt, schlecht gemalte Teile oder durch Fehlbrand störende Backsteine sind mit Kalkschlemme überzogen, rot bemalt und durch Fugen gegliedert [80, S. 154–56]. – In der Kirche von Westeraccum Krs. Wittming, zw. 1270 und 1280 ausgemalt, sind die Gurtbögen schwarz/rot/braun gequadert, die Schildbögen tragen Dreieck- und Rautenmuster, die auf die Kappen übergreifen, der westliche Wandbogen zeigt horizontale Streifung im Wechsel von Schwarz, Weiß und Rot; die Rippen sind unterschiedlich ornamentiert, als Backsteinimitation, Wellenband, Spiralband oder mit Rankenmuster (ebd. S. 159). – In Oldendorf Krs. Melle, 13. Jh., sind die hell geputzten Gewölbe durch ornamentale Zierstreifen vier- oder achtteilig in Rot, Gelb und Schwarzgrün gegliedert, die Diagonalen im Lhs. von doppelter Breite wie die Scheitelbänder, zudem mit Palmetten, Ranken, Herzformen, laufendem Hund bereichert; im Gewölbescheitel sind zusätzlich Wellenbänder und Rautenmuster; die Diagonalrippen im Chor sind dreiteilig, in sich nicht symmetrisch bei heller, ungemusterter Mitte im Gewölbeton; die Fensterlaibung der Ostwand weist gemalte Säule und Archivolte auf (ebd. S. 160; ähnlich die Ausmalung in Schledehausen Krs. Osnabrück: ebd. S. 161). – Am nw. Vierungspfeiler der Ludgerikirche in Norden, 13. Jh., wurde eine Quaderung in Schwarzgrau, Rot und Weiß aufgedeckt ([21] 5, 1965, 98).

Aus dem 14. Jh. ist wenig Material publiziert. St. Petri in Buxtehude, um 1346 (?), zeigt im Gewölbe ebenfalls Backsteinimitation, zusätzlich in der Mittelachse eine gemalte Scheitelrippe; der Innenraum trägt nach Gelbgrau gebrochene weiße Kalkschlemme, die Pfeilertrommeln besaßen eine zwischen die Dienste eingefügte Gliederung durch Spitzbogenarkatur in Schwarz [81]. St. Michaelis zu Lüneburg (geweiht 1390) zeigt in der Wölbezone zu lichtgrauen Putzflächen rotes Mauerwerk, auf den Fugen rot gefaßt; die weißgefugten Rippen und Gurtbänder sind von Putzbändern hinterlegt; im Polygongewölbe verläuft entlang der Rippen und Fensterbögen ein Begleitstrich mit Ranke (Rot/Grün-Wechsel; ebd.). – Die Befunde von Lilienthal/Weser scheinen noch nicht veröffentlicht zu sein (vgl. [21] 6,1965–69,144).

3. In Westfalen werden die Dekorationsformen der Gewölbezone weitergeführt; kennzeichnend sind gemalte Rippen.

In St. Margaretha in Mettler Krs. Unna, M. 13. Jh., ist die Gewölbezone – bei schwarzer Rändelung der Kappen – mit flach stuckiertem Ornament bereichert; in den Ssch. gemalte Schlußringe mit Lilien (Blau/Gelb), die „Scheitelrippe“ mit Palmettendekor; im Msch. wird der gemalte Schlußring von den gemalten „Scheitelbändern“, die in Scheiben enden, durchstoßen, „Flechtrippen“ gehen von herzförmigen Ansätzen aus [99, S. 230]. – Die gleichzeitigen Lhs.gewölbe in Weslarn Krs. Soest tragen Rankenbäume und Sterne zwischen ornamentierten Gratbändern; dazu gibt es gemalte Schlußsteine und Ornamentbänder der Gurt- und Scheidbogen [5, 41, 1963, Abb. 87]. – In der ev. Pfarrkirche Dortmund-Brechten, nach 1250, ergänzen gemalte Rippen und Schlußsteine die realen Rippen; in den Gewölbekappen stehen Rankenbäume, Tiere und Mischwesen; unter den Fenstern verläuft eine gemalte Arkatur (dazu über dem Durchgang zum W-Turm ein gemaltes Radfenster: ebd. S. 69f., Abb. 30). – Die ev. Pfarrkirche in Schale Krs. Tecklenburg, 1278 gegr., mit gemalten Scheitelrippen, zeigt die weißen Fugen in den Bändern des W-Jochs beiderseits rot begrenzt (ebd. 46, 1968, 438–440). – Z.T. gemalte Diagonalrippen besitzt auch die Nikolaikirche in Lemgo im Qhs., M. 13. Jh. (?), mit Fugenteilung in Schwarz/ Weiß/Schwarz, dazu ornamentale Begleitbänder; die gemalten Scheitelrippen haben ein Zickzackband „aufgelegt“; die Gewölbefüße sind durch gemalte Quadrate markiert (Ausst. Corvey, Bd. 1 Abb. 46).

Die F. der Prämonstratenserkirche Clarholz ist beschränkt auf graugrüne Fassung der Gliederung vor hellem Kalkanstrich der Wände und Gewölbe; Lhs.pfeiler, Gurt- und Schildbögen sind durch weiße oder rot/weiße Fugen als Quader ausgewiesen; der Grund der Schlußsteine ist rot oder blau, die Rippen weisen Manschetten auf mit Vierpässen, Rauten oder marmorierten Streifen und Feldern in Grün, Rot, Blau, Ocker und Weiß; in den Ssch. sind Rippen und Schlußsteine gemalt, graugrün; in den Kappen gibt es rote Streusterne, in Chor und Qhs. Zwickelbemalung in Rot mit Tieren und Mischwesen [104, bes. S. 183f.].

Imitation graugrüner Quaderung in Malerei gibt es auch im Lhs. der Stiftskirche Neuenheerse, nach 1300, und in St. Viktor zu Schwerte. In der Prämonstratenserinnenkirche St. Peter in Oehlinghausen waren die graugrünen Wände durch rote Fugen gequadert (dazu gemalte Fenster, Ornamente um die Schlußsteine). In den Gewölben gibt es mehrfach dekorative Malerei: die Augustinereremitenkirche in Lippstadt, frühes 14. Jh., hat rund um die Schlußsteine sparsam Maßwerk und Blattornament; Maßwerkdekoration zeigt auch die Kreuzkirche in Strumberg, 1344 gew., hier zudem rote Sterne; gemalte Schlußsteine besitzt die Kapelle in Medebach, 1341 voll. (Dorothea Kluge, Got. Wandmal. in Westfalen [= 12. Sonderh. der Zs. Westfalen], Münster 1959, passim; [104] S. 186–88).

4. Rheinland (Mittel- und Niederrhein). Kirchenbau: Das Beharren auf den Traditionen, das für die 2. H. 13. Jh. für zahlreiche Landschaften kennzeichnend ist, zeigt sich im Rheinland in dem Nebeneinander-Fortleben der Farbenzusammenordnungen Weiß/Rot und Weiß/Gelb. Vielfarbigkeit bei Innenausmalung und Benutzung starkfarbigen Gesteins auf Sicht sind jedoch nur noch vereinzelt anzutreffen.

St. Kastor in Karden a. d. M., 2. H. 13. Jh., darf als eines der wenigen Beisp. von Buntheit gelten: Vierungspfeiler und -bögen sowie Vorlagen im Chor sind graubeige mit weißen Fugen, der Chorbogen samt Dienst zur Apsis hin rot mit weißen Fugen; Fenster und Wandflächen des Qhs. sind mit Bändern gerahmt, die Fenster in Apsis und im n. Qhs.arm ähnlich wie in Westfalen mit Säulen und Bogen eingefaßt; die ornamentierten Rippen sind rot, die Arkadenprofile grau gefaßt, die Kämpferplatten rot, grau, grün, ocker oder schwarz (Wilh. Jung, K. d. a. M., ehem. Stiftskirche St. K. [= Rhein. K.-stätten],Neuß 1959, S. 6; [111] S. 30f.).

Als Beispiele für roten Wandanstrich mit weißem Fugennetz sind zu nennen die Zisterzienserkirche Marienstadt/Westerwald, erb. 1243–1324 (ebd. S. 36), und die Prämonstratenserkirche von Arnstein, um 1359 (Pfeiler und Bögen in Msch. und W-Chor Fugen mit dunkelgrauem Begleitstrich mit Punkten, am Chorbogen verdoppelt; Fenstergewände mit Krabben: ebd. S. 13); in Armklaren zu Mainz, um 1330, stehen die w. Fensterpaare in roten Wandflächen; die Gewände der Chorschlußfenster zeigen Quaderung im Farbwechsel Weiß/Rot (Inv. Rheinland-Pfalz, Mainz 1 S. 47–68; [111] S. 33). Umgekehrte F., rote Fugen zu gemalten weißen Quadern, weist die ehem. Franziskanerkirche in Oppenheim a. Rh. auf (2. Fassung; das Rot der Rippen, des Triumphbogens und der Schildbögen mit weißen Fugen; um die Fenster roter Begleitstreifen: ebd. S. 43f.). Gelb und weiß gehalten ist die F. der Gliederungen in der Martinskirche von Oberwesel, 14. Jh., durch die Verbindung von Werkstein und weißen Fugen; Gewölbekappen und Lhs.wände sind weiß verputzt, das Chorgewölbe trägt ein Sternenmuster (ebd. S. 42).

Neben den aufgezählten Farbverbindungen kommt auch die von Grau mit Weiß vor.

Im Chor von St. Viktor in Xanten, vor 1311, sind alle Gliederungen hellgrau, Kontrast zum Weiß der Wände und Gewölbe (letzteres durch Ocker und Schwarz bzw. gegen Grün gebrochen); Fensterlaibungen und Rippen sind von roten und schwarzen Bändern gefaßt, Gesimse, Kapitelle und Schlußsteine buntfarben (Karl Kratzel, Xantener Dombll. 6, 1963, 266–70; ders., in: 600 Jahre Xantener Dom, Köln 1964, S. 265–96). Ob die Graufassung mit weißen Fugen an Pfeilern, Diensten, Rippen, Fenster- und Nischengewänden der Minoritenkirche Andernach noch dem 14. Jh. angehört, scheint unsicher [111, S. 12].

Kleinteiligen Dekor weist die Kirche in Marienhagen, um 1310, auf, mit breitem Palmettenfries zwischen Fensterbögen, Gewölbe und Triumphbogen, Palmetten auch in den Gurtbögen, Blumenmuster in den Fensterlaibungen (Hans Kisky, [7] 25, 1962, 51–74). Die Pfarrkirche in Höhn/Westerwald zeigt als Chorausmalung des 14. Jh. von Schwarz, Rot und Weiß bestimmte F.: in den Fensterlaibungen Schachbrettmuster in diesen Farben, das Gurtgesims mit einer Folge schwarzer und roter Quadrate, die Begrenzungslinie des Chorbogens mit schwarzen und weißen [111, S. 29].

Eine völlig andere F. besaß der Kölner Domchor, 1248–1322. Zu buntfarbenen Rippen auf blauem Grund (nach Stephan Beissel, Der Dom zu K. [= Stimmen aus Maria Laach, H. 19], Freiburg i. Br. 1880, S. 137: Rotgrund) goldene Sterne; vergoldet die Kapitelle, das Blattwerk in der Kehle des Gesimses unter den Fenstern, goldene Krabben begleiten die Arkadenbögen; die Wandzwickel über den Arkaden hatten einen Rot/Gold-Grund (Inv. Rheinprov. 6, 32 S. 165ff.).

Profanbau: Der W-Bau des Deutschordenshauses in Koblenz, 2. H. 13. Jh., ist durch Buntfarbigkeit ausgezeichnet: der Außenbau rot mit weißen Horizontallinien, über der Tür weiß gequadert; rot und hellgrau die Fenster, schwarz die Blenden und Säulchen, rot die Kapitelle, Basen und Arkaden; die Rundstäbe zeigen ein rot/gelb/schwarzes oder ein weißes, mit rotem und blaugrünem Ornament besetztes Band (Inv. Rheinland-Pfalz 1 S. 219–221). – Im Burgenbau war die farbige Behandlung der Außenmauern üblich, dabei Quadermalerei häufig (Abb. 21; vgl. besonders W. Bornheim gen. Schilling, Rhein. Höhenburgen, [4] 1961–63, Bd. 1 S. 269–74).

5. Hessen. Rot als Dominante oder als Grundfarbe, dazu Quadermalerei in der Gewölbezone prägen vielerorts den Eindruck. Ob die Priorität dieses Schemas bei Zisterzienser- und Bettelordenkirchen liegt, bedarf weiterer Untersuchung bei vermehrtem Material (zahlreiche Angaben bei [258]).

In der Zisterzienserklosterkirche Haina, vor 1224 beg., 1328 (?) fertig, treten neben Rot auch Weiß (Wände, Pfeiler) und Gelb (Dienste) in Erscheinung, dazu Grün im Laubwerk von Kapitellen und Konsolen; die rötlichen Gewölbekappen mit weißen Fugen sind von gelben, weißen und grünen Sternen durchsetzt, Gurtbögen und Rippen rot/weiß profiliert; Fenster und Türen zeigen Quaderung mit Farbenwechsel Gelb/Rot; unter dem Kaffgesims verläuft ein gemalter Bogenfries, dessen Farbenwechsel von Gelb/Grün zu Rot/Gelb/Grün parallel zum Formenwechsel beweist, daß die Ausmalung in den Etappen der Bauausführung erfolgte (Abb. 16; Friedr. Bleibaum, [18] 11, 1961, H. 5, 13–19).

Die Stiftskirche Wetzlar, um M. 13. Jh., hat rötliche Wände mit weißen Fugen. Die ehem. Johanniterkirche Rüdigheim Krs. Hanau, nach 1257, besitzt in den Gewölbekappen rote Quaderung, die Chorrippen sind rot/gelb, die Lhs.rippen rot/ schwarz gefaßt, an der Chornordwand ist ein Maßwerkfenster in Rot aufgemalt, auch die Rückwand des Levitensitzes ist rot, die Sakramentsnische besitzt ein rot/schwarzes Rautenmuster. Die ev. Stadtkirche in Wolfhagen, 4. V. 13. Jh., ist in Hellgrau und Rot ausgemalt, die östl. Lhs.joche waren durch stärkere F. ausgezeichnet (Andeutung eines Qhs.?). Die Stiftskirche in Wetter, um 1300 ausgemalt, zeigt rote Quader an Wänden, Pfeilern und Gewölbe (hier Sterne), dazu gelbe Rippen, im Chor ebenfalls gelbe, im Lhs. weiß/graue Dienste. Sternmuster und Quadermalerei mit roten Fugen finden sich auch in Battenberg, 13. Jh., Quadermalerei und farbige Rippen in Lohre Krs. Marburg, 13. Jh.

Die Elisabethkirche in Marburg, um 1235 bis 1283, zeigt zu rötlichen Wänden bzw. grauen Gewölben weiße Fugen sowie mehrfarbige Kapitelle und Schlußsteine; die Profile der Gurt- und Scheidbögen sind abgesetzt in Weiß mit gelben Blättchen und Kehlen ([2] 1933, 81 bis 110).

Ähnlich ist die Ausmalung der Schloßkapelle in Marburg, E. 13. Jh. In der Klosterkirche Altenberg zu Oberbiel Krs. Wetzlar (Ausmalung spätes 13. Jh.) sind alle Architekturglieder farbig, vor allem gelb und rot, die Fensterzone des Lhs. ist dunkelgrau gequadert, die Sockelzone des Chores durch Teppichmuster ausgezeichnet. In der Stadtkirche Friedberg, vor 1260 beg., bei der Weihe 1296 Chor und Qhs. fertig, sind Wände und Gewölbekappen weiß, alle Architekturglieder rot mit weißen Fugen; im Qhs. sind Reste roter Quaderfugen erhalten. Die ev. Pfarrkirche Heuchelheim Krs. Gießen, 14. Jh., hat gemalte Quader mit roten Fugen. Quaderung mit Ornamentwechsel zeigen die Fensterlaibungen der Karmelitenkirche Frankfurt (14. Jh.; die Öffnungen von gemalten Architekturrahmungen eingefaßt: [116]). Die Marienkirche in Marburg, Ausmalung 1.H. 14. Jh., weist in den Ssch. gequaderte Wände und Gewölbekappen auf (rötl. Ocker), die grauen Rippen in den Profilen rot ausgelegt, an den Kreuzungspunkten mit Manschetten in Dunkelgrau und Rot (die roten Rippenbegleitstriche neu), Rot die Kapitelle (Annaliese Klappenberg, Gedanken zur Instandsetzung der Marienkirche, [18] 19, 1969, bes. 130f.).

Andersartige Bemalung in Gelb, Braun und Rot findet sich in Breidenbach Krs. Biedenkopf, M. 13. Jh.: Gurte und Halbsäulenvorlagen mit Quaderung, dgl. die Kappen des Gratgewölbes, das breite gemalte Rippenbänder aufweist; die Kapitelle tragen gemalte Blattornamente.

6. Die aus Thüringen und Sachsen vorliegenden Befunde sind sehr lückenhaft. Die seit dem 3. V. 12. Jh. einheimische, von der Farbe des Baumaterials ausgehende F. (s. Sp. 333) ist in der 2. H. 13. Jh. noch in Übung.

Beispiele sind die Franziskanerkirche in Dresden, M. 13. Jh., und besonders die Zisterzienserkirche St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau, gegen 1270/ 80 (Abb. 15; [59] S. 43, 45, 404–10): die Granitteile der Gewände, Pfeiler und Fensterlaibungen gelbgrau gefaßt, die Backsteinteile in hellem Rot mit weißen Fugen, die Bruchsteinwände geputzt und geweißt; die Kappen – Backstein – weißgrau getüncht, die Backsteinrippen rot gefaßt und mit weißen Fugenstrichen als Werksteine ausgewiesen, die mehrfarbigen Schlußsteine durch Manschetten betont (hier gelegentlich Marmorimitation).

Quadermalerei bestimmt die farbliche Wirkung der O-Teile in der Zisterzienserkirche Schulpforta, 1251–68: rote Gewölbekappen mit roten Fugen zu grauen Rippen mit mehrfarbigen Schlußsteinen, dazu weiße Wände, die in der Vierung Reste von roten Fugen aufweisen (ebd. S. 433f.). – In der Afrakirche Meißen (Fassung z. T. frühes, z. T. späteres 14. Jh.) sind Vorlagen und Rippen hell ockerfarben angelegt, die Wände weiß, ein Bogen parallel zur Schildrippe trug Quadermalerei im Rot/Weiß-Wechsel, in den Fenstergewänden waren Spuren von Grau vorhanden (ebd. S. 397). – Bei der Erneuerung der Kapelle auf der Wartburg, nach 1317, wurden die Säulen gelbrot oder grau gefaßt, die Sockel erhielten auf weißem Grund schwarze Fugen (ebd. S. 452). – Die F. der Liebfrauenkirche in Arnstadt, A. 14. Jh., beruht auf der Verwendung von Weiß und Schwarz: die weißen Rippen tragen Fugen in Schwarz/Weiß/Schwarz, dazu kommt ein schwarzer Begleitstrich; auch um die Schlußsteine und entlang der Schildbogen ein jedoch weißer Begleitstrich; die Bogenflächen über dem Chorbogen und an den Wänden tragen schwarz umrandete weiße Wimperge mit schwarzer Binnenzeichnung oder mit Lilien [245, S. 133]. – St. Thomas in Leipzig, 1352(?)–1355 erneuert, weist gelbe Rippen mit mehrfarbigen Manschetten an den Kreuzungen auf, der Durchgang zum Turm war rot gefaßt, seine grauen Konsolen besitzen vielfarbige Kämpfer [59, S. 382f.].

Einzelnes: Abschnittsweise polychrome Fassung der Rippen in Blau, Gelb, Violett, Rot und Grün ist in der ehem. Templerkirche zu Mücheln, Saalkreis, um 1260, anzutreffen [59, S. 403f.]. – Das Chorgewölbe der Dorfkirche von Thierfeld Krs. Zwickau, A. 14. Jh. (?), besitzt stern- und rosettengeschmückte Gewölbeflächen; das Gewölbe selbst ist durch Orthogonal- und Diagonalstreifen in Schwarz, Rot und Weiß achtteilig (ebd. S. 445f.). – Im Ssch. der Dreifaltigkeitskirche Görlitz, viell. 1371–85 erbaut, waren die Rippen marmoriert oder mit Blumenmustern ausgeschmückt (ebd. S. 353).

Im Chor der Barfüßerkirche in Erfurt stehen rote Dienste vor weißer Wand (nach 1291 –1316: [53] S. 133).

7. Schlesien. Angaben liegen weitgehend nur zur Eigenfarbe des Baumaterials vor, doch fehlen Nachweise von Steinsichtigkeit. So läßt sich die Gesamt-F. nur ausnahmsweise angeben ([235]; vgl. auch [59] S. 47–49).

Eine erste Gruppe von Bauten weist weißgefugte Backsteinwände auf; Gewölbekappen und Bogenlaibungen sind geputzt und geweißt, die struktiven Teile (Dienste mit Konsolen, Kapitellen und Rippenansätzen, Gesims, Kämpfer und Kapitelle der Arkadenpfeiler, auch Fensterpfosten und -sohlbänke) aus Werkstein mit unbekannter Fassung: in Breslau die Klarissen- (spätere Ursulinen-)kirche, um 1260, der Chor von St. Adalbert (geweiht erst 1330), und St. Katharinen, frühes 14. Jh. Rot gefaßte Backsteinwände haben in Breslau der Domchor, 1244–72 (Kapitelle mit roten und grünen Farbspuren), das Trebnitzer Klosterhaus und der Bischofshof in Breslau, 2. H 13. Jh.

Durch Farbwechsel Rot/Weiß abweichend ist die F. der Zisterzienserkirche Groß-Rauden, bald nach 1258, hier auf den Rippen und Gurten, wobei die weißen Gurtabschnitte rote Rosetten tragen, die Fugen der Msch.rippen sind weiß/schwarz/weiß, die Dienste samt Konsolen und Kapitellen graublau gefaßt (auch die Rundstäbe am W-Portal) wie der Putzspiegel über dem W-Portal.

Um M. 14. Jh. kommen zusätzlich neue Systeme farbiger Ausgestaltung in Übung. Das eine, erstmals nachgewiesen beim Neubau der St. Jakobs- (Vinzenz-) kirche, Breslau, zeigt durch Fassung regulierte Backsteinwände im Wechsel roter Läufer- und blaßgrauer Bindersteine zu weißen Fugen („Polnischer Verband“), dazu geweißte Gurtbögen und Fenstersohlbänke, dunkelrot abgesetzte Fasen der Wandvorlagen und Arkadenbögen. Das zweite System basiert auf geputzten und geweißten Wänden, Pfeilern und Gewölbekappen im Kontrast zu Backsteinen für Profile von Pfeilern, Bögen, Wandvorlagen, Kantsteine der Fenstergewände: Hl. Kreuz in Breslau, 1288–M. 14. Jh. (hier Chorrippen, Pfeilersockel, w. Vierungsbogen und Rippenansätze in Sandstein mit polychromen Einzelheiten); Augustinerchorherrnkirche St. Marien auf dem Sand, 1334–69, Wölbung bis 1395, mit rot gefaßten Pfeiler- und Wandvorlagen; St. Maria Magdalena ebendort, 1362 im wesentlichen voll., mit rot gefaßten Wandvorlagen und Arkadenlaibungen.

8. Süddeutschland. Relativ zahlreiche Befunde liegen aus Bettelordenkirchen vor. Sonstiges ist kaum bekannt oder veröffentlicht; das gilt besonders für die der Baumeisterfamilie der Parler zugeschriebenen Kirchenbauten.

Quadermalerei war üblich, in Grau mit weißen Fugen in den Dominikanerkirchen von Konstanz, um 1270 ([2] 1966, 74–86), und Regensburg (2. Fassung, um 1260, zu gelblichen Rippen vor hellen Gewölbekappen: Abb. 14b; [11] 26, 1967, 271–76), in der Klarissenkirche Pfullingen, nach M. 13. Jh. (dazu in Rot gemalte Maßwerkfenster: Inv. Württ., Schwarzwaldkreis S. 266; [40] S. 82, Abb. 63), in der Franziskanerkirche Luzern, E. 13. Jh. (dazu Rippen mit schwarzem Begleitstrich, Rippenanfänger in Rot und Blau, Schlußsteine zusätzlich mit Vergoldung; ein gemaltes Radfenster Weiß auf Grau an der O-Seite des Triumphbogens: Jos. Zemp, Anz. für schweiz. Alt.kde. 30, 1897, 32), in den Westteilen des Augsburger Domes, 1334 fertiggestellt [145]. Die 1. Fassung der Dominikanerkirche Regensburg, um 1254, war weiß mit roten Fugen und rotem gemaltem Gesims in Höhe der Chorkapitelle (Abb. 14 a); gleiche Wandbemalung wies die Zisterzienserkirche Kaisheim bei Donauwörth auf, 1352–1387 (dazu gelbe Rippen mit rotem Begleitstrich auf hellem Grund, rote Markierung der Gewölbescheitel: [11] 24, 1965, 15 –19). Genauere Entstehungszeit der wohl got. Ausmalung der Zisterzienserkirche Waldsassen, Opf., ist unbekannt: rötliche Wände mit weißen Fugen ([11] 17, 1958, 98). Quadermalerei mit Marmorimitation in Gelb, Rot, Braun, Grau gibt es in der Innerschweiz mehrfach im frühen 14. Jh., z. B. in Schloß Brandis, um 1320, auch als Rippenbemalung [61, S. 23].

Die Andreaskapelle am Passauer Dom, 1. Dr. 14. Jh., hatte grau verputzte, mit Kalk dünn lasierte Gewölbekappen zu naturfarbenen Steinrippen; die Blattkapitelle waren grün, die Schlußsteine mehrfarbig gefaßt [180, S. 325]. Das Chorgewölbe im Fraumünster zu Zürich trägt auf weißem Grund rote und blaue Sterne ([24] 2, 1960–61, 108). Aus dem A. 14. Jh. stammt die Ausmalung der Kirche in Unterkulm, Kt. Aargau: Sockel mit roten und weißlichen Quaderspiegeln und ringsum laufendem gelbem Wellenband auf Weiß; in 2/3der Wandhöhe ein Rautenfries; um die Fenster karminrote Bordüren mit weißen Rosetten, an den Schildbogen Ranken und Krabben, an den gefaßten Gewölberippen Kreuzblätter ([17] 19, 1968, 16–20). Im Chorturm der Kirche von Obstalden, Kt. Glarus, um 1320, war die gemalte Sockeldraperie von einer gelb/roten Borte abgeschlossen, den oberen Abschluß bilden 2 Streifen mit Rosetten bzw. Kleeblättern; die Fensterlaibung ist von einer Borte mit stufenförmigem Teppichmuster in Schwarz, Weiß und Grün eingefaßt [13, 4, 1942, 16–20]. In der Dominikanerkirche Gebweiler, Elsaß, 1296–vor 1339, sind die Lhs.arkaden von blauen oder grünen Krabben begleitet.

Die Decke im „Zerkinderhof“ am Nadelberg in Basel, vor 1344 (?), ruht auf Balkenunterzügen, deren Untersicht auf Braunrot, Grau oder hellem Beige in dunklen Konturen figürliche Motive zeigt, die Seitenteile tragen auf naturbelassenem Holz geometrische oder vegetabile Muster in Rot, die verputzten Zwischenfache sind mit Rosenranken bemalt ([17] 1966, 142–48). Farbspuren gab es am Kaufhaus in Straßburg, dessen Giebel von auf der Spitze stehenden Quadraten in Gelbocker und Rotocker besetzt war, über denen ein weißes Fugennetz mit markierten Kreuzungen lag [40, S. 53, Taf. 24, Abb. 16].

9. Österreich. Quadermalerei ist im Profanbau ebenso angewandt worden wie im Kirchenbau, in letzterem gelegentlich nur als nebengeordnetes Motiv bei kräftiger Scheidung zwischen füllender Wand und struktiver Gliederung.

Profanbau: In der bischöfl. Residenz zu Graz ist eine „Tafelstube“, um 1274–87 (?), mit figürl. Malereien ausgestattet, deren gemalter Sockel aus zwei Reihen gemusterter, z. T. marmorierter Quadrate mit einem rot/weiß/roten Band abschließt ([15] 1, 1947, 50–55 und Abb. 55). Ein Raum der Burg in Sabbionara, 1.–2. Jz. 14. Jh., weist ein an Ziegel erinnerndes sog. Teppichmuster auf, dazu gemalte Pelzgehänge (Jos. Weingartner, Die profane Wandmal. Tirols, Münchner Jb. N. F. 5, 1928, 1–63, bes. S. 6 und Abb. 3).

Kirchenbau: Für die weite Verbreitung und die vielfältigen Möglichkeiten der Quadermalerei innerhalb eines Systems gibt es mehrere, verstreut liegende Beispiele. Im Lhs. der Dominikanerkirche von Krems a.d.D., um 1240–um 1265, sind alle Wände und Gewölbe rötlich getüncht und weiß gefugt, die Wandvorlagen auf rotem Grund vielformig ornamentiert, die Rippen gequadert, ihre Kreuzungen durch gemalte Manschetten neben den Schlußsteinen in Blau, Ocker oder Grün mit zusätzlich vegetabilen Mustern hervorgehoben ([15] 21, 1961, 89–99; Harry Kühnel, in: Ausst.Kat. „1000 Jahre K. in Krems“, Krems 1971, S. 133 –151). Im Chor der Minoritenkirche zu Stein a.d.D., Weihe 1264 (?), ist die weiße Wand durch rote Fugen gequadert, die Quaderung der Rippen in Rot, Grau, Caput mortuum und Ocker erfolgt, die Rippenscheitel sind mehrfarbig bemalt; die weißen Fugenstriche durch schwarze Linien gefaßt; die Gewölbezwickel zeigen gemaltes Rankenwerk oder Figürliches ([15] 5, 1951, 76–82). Lhs. und Westwand der Zisterzienserkirche Heiligenkreuz, N.Ö., wurden nach M. 13. Jh. (?) ockerfarben mit roten Fugen bemalt ([15] 4, 1950, 54 und Abb. 76); das „untere Dormitorium“ erhielt um 1270 rotes Fugennetz auf weißem Grund [202, S. 28]; gleichartig ausgemalt war der Kapitelsaal des Zisterzienserinnenklosters St. Bernhard bei Horn, N.Ö., um 1330–40 (ebd.).

Unregelmäßig gezogene weiße Fugen auf blaßrotem Grund besitzen Pfeiler und Fensterlaibungen in der Zisterzienserkirche Neuberg a. d. M., Stmk., beg. nach 1327 ([15] 13, 1959, 132). Im Chor von St. Stephan in Wien, 1304–1340, war die Wand urspr. ockergelb mit weißlichen Fugen und gegen die Wandgliederung durch einen roten Streifen abgesetzt (A. Kieslinger 1949 [Sp. 291] S. 323). – Altertümlich wirkt die Ausmalung in Turm und Apsis der Kirche von Michelstetten, N.Ö., um 1288 (?): Säulen ockerfarben, Kapitelle mit rotem Blattwerk auf Ocker, Rippen gequadert und marmoriert in Rot, Gelb und Grün; unter den Apsisfenstern ein Palmettenfries als Abschluß gemalter Draperie; die Fensterlaibungen gelb gerändelt, zwischen den Laibungen ein Schuppenmuster aufgetragen ([15] 10, 1956, 101–09). Verschiedenfarbige Marmorierung der gequaderten Rippen (in Weiß, Rot, Schwarz, Braun und Grün) kennzeichnete die 1301–06 err. Vorhalle der Zisterzienserkirche Baumgartenberg, O.Ö.; die blauen Gewölbefelder waren durch verschiedenfarbige Bänder davon abgesetzt ([15] 20, 1966, 155). Der Chor der Dominikanerkirche in Krems, um 1320–30, weist zu hellem Ton von Wand und Gewölben bunte Rippen auf; der Gurtbogen zwischen Lhs. und Chor ist in Ocker und Rot marmoriert ([15] 21, 1961, 89–99; H. Kühnel a.a.O.).

Vollständig freigelegt ist die Ausmalung der Kapelle im Göttweiger Hof zu Stein a. d. D., um 13 10. Im Oratorium sind die Rippen vom blauen Gewölbe durch ockerfarbene Streifen abgesetzt und mit schwarzen, weißen und roten Schrägstreifen belegt, die Schlußsteine rosa getönt; die Wände weisen schwarz/rote Würfelung auf, darüber einen Zickzackstreifen in Rosa und Blau auf dunklem Grund; dazu kommen vegetabile Muster, Maßwerkformen und Marmorierung um Sitznische und Fenster. Im Lhs. der Kapelle sind die im Profil rot und rosa gefärbten Rippen des blauen Gewölbes von Streifen in Dunkelblau, Rot und Hellblau begleitet (Abb. 20 a) und mit Blumenmustern bemalt; der Sockel der Wände aus gemalten, rot/gelben Diamantquadern schließt mit einem roten Streifen, der von blauen „Edelsteinen“ besetzt ist, darüber folgen eine ockerfarbene Draperie auf Schwarz und über gelb/rotem Streifen ein Zickzackband als Rahmen der figürlichen Malerei; die eine der Sitznischen, die von gemalter Architektur in Blau, Rötlich, Ocker und Rot gerahmt sind, zeigt in der Laibung marmorierte Quader in Blau, Rot und Gelb, als Fond Blattsternmuster in Rot und Blaugrün vor Schwarz, die zweite Nische hat Ornamente in Rot, Weiß, Gelb (Abb. 20b). Im Chorraum sind die rosafarbenen Rippen von gelben Streifen begleitet, die Muster der reicheren Wandbemalung weichen von denen des Lhs. z. T. ab bei gleicher Farbenwahl; die Sitznische besitzt gemaltes rosafarbenes Maßwerk. Im Vorraum sind die roten Wände mit schwarzen doppelten Fugen versehen, hinzu kommen vielfarbige vegetabile Muster; die rosafarbenen Rippen mit gelbem Begleitstreifen vor blauem Gewölbe sind gemalt ([15] 6, 1952, 97–112).

E. Ende 14. Jh. – um 1500

Vom E. 14. Jh. ist vielerorts eine ausgeprägte Verarmung in der F. d. A. zu konstatieren. Sie kommt zum einen zustande durch farbliche Übereinstimmung von Wandgliederung und vielteiliger Rippenfiguration als Gerüst im Gegensatz zum einheitlichen Wandton, zum anderen ist eine reduzierte Farbskala, vielfach mit gebrochenen Farben, festzustellen, dabei ist oft Grau oder Brechung mit Grau eine der zwei (selten mehr) Farben. In den Gebieten des Backsteinbaus wird die bewahrte Tradition mit dem im Material begründeten Rot-Weiß-Kontrast oft weitergeführt und vielerorts lediglich durch Rankenmalerei bereichert.

1. Küstengebiet. Die im 13. und 14. Jh. üblichen Systeme der Bemalung wurden beibehalten und gelegentlich unter Benutzung anderer Ornamentformen bereichert. Die Farbskala basiert überwiegend auf Weiß und Rot, zusätzlich eine dritte Farbe.

Charakteristisches Beispiel der F. in der Nachfolge von Sternberg (s. Sp. 335) ist die 1459 voll. Nikolaikirche in Wismar: der s. Qhs.pfeiler trägt auf den Flächen Laubstäbe, der n. Zickzackbänder, die Lhs.-pfeiler waren rot gefaßt, die Laibungen der Arkaden weiß verputzt, die Rippen des ebenfalls weiß verputzten Gewölbes durchkreuzten sich im Ssch. grau und rot, die Farbe der Gurtbögen wechselte im Scheitel [59, S. 545f.]. Die spätgot. F. in Bordesholm besteht in einer Rippenbemalung Weiß/Gelb/ Weiß/Grün/Weiß mit gelb und rotem Begleitstreifen ([6] 35. 1966, 155).

2. Die wenigen Befunde in Kirchenbauten von Westfalen sind sehr heterogen.

Die aus der 2. H. 15. Jh. stammende Bemalung in Donop Krs. Detmold ist auf Grau und Rot aufgebaut: Grau und durch weiße Striche gequadert sind die Schildbögen und Rippen, rotes schabloniertes Maßwerk bildet die Scheitelrippe, rot sind über den Scheiteln der Schildbögen ansetzende Spiralranken (mit ehem. grünen Weinblättern: [5] 46, 1968, 256f.). Reiche Pflanzenbemalung in hellen Gewölbefeldern ist in St. Peter zu Oelinghausen Krs. Arnsberg anzutreffen (1499: ebd. 41, 1963, 186–88); auch in der ehem. Stiftskirche Liesborn Krs. Beckum sind vegetabile Dekoration und Maßwerkbordüren vor hellem Grund und mit hellen Rippen, Diensten und Säulen festgestellt (ebd. 46, 1968, 354–58; Chorweihe 1465, Ausmalung später). Die spätgot. Gewölbemal. in Recke Krs. Tecklenburg, E. 15. Jh., kontrastieren zu weiß gekalktem Steinwerk und zu farbkräftiger Rippenfassung mit Winkelstreifen und Halbkreisen (ebd. S. 422–24). Gemalte Manschetten an den Rippenkreuzungen gibt es in St. Martin zu Nottuln Krs. Münster, 1489–1515 erb., und in St. Jakobi zu Coesfeld (zerst.; [5] 25, 1940, 154 bis 162).

3. Rheinland. Im Kirchenbau ist in der Fassung der Gewölbegliederung eine gewisse Buntheit in Übung; Grau scheint sogar vermieden oder wenigstens nur eingeschränkt worden zu sein.

Im Chor von Elsig Krs. Euskirchen, E. 14. Jh. (?), sind die Rippen wechselnd farbig gebändert in Weiß mit Schwarz, Grün, Rot oder Blau, dazu kommen aufgemalte Sterne in den Kappen; im östl. Msch.-joch tragen die Rippen rot/weißes Schachbrettmuster, die Schnittpunkte sind durch schwarz/weiße Manschetten markiert [100]. Die Karmelitenkirche in Mainz, Gewölbe 1404 voll., hat zu rot gestrichenen Rippen mit weißen Fugen einen begleitenden Bogenfries und Maßwerkmanschetten [111, S. 23]. Die ev. Pfarrkirche Wülfrath Krs. Ddf.-Mettmann, A. 15. Jh., hat eine auf Grau, Schwarz und Weiß aufgebaute F.: grau gefaßte Säulen tragen rote Kapitelle, die graue Quaderung seitlich der Säulen im Chor ist gegen die Wand durch schwarzen Strich abgesetzt; in den Lhs.arkaden wechseln rote und graue gemalte Quadern; die Rippen sind grau und mit einem schwarzen Strich vom hellen Gewölbe abgesetzt; Scheitellinie und Schildbögen weisen ebenfalls schwarzen Strich auf; der Begleitstrich der Rippen im s. Ssch. ist gelb und schwarz gerändelt; Schlußsteine und Manschetten der Rippen sind rot, im s. Ssch. rot, schwarz und gelbocker mit weiß/gelber Doppelfuge ([7] 27, 1967, 292). Rot mit weißen Fugen sind die Architekturglieder in der Kirche von Partenheim, Rheinhessen, 1435–39 gefaßt (dazu im Turmgewölbe rote und blaue Sterne: [111] S. 46), auch Rippen, Gurtbögen und Fensterlaibungen in der Stiftskirche St. Goar, 1422–69 (ebd. S. 51f.). Die Schloßkirche in Simmern, 1486 beg., hat zu weißen Wänden und Gewölben ockergelbe, weiß gefugte Pfeiler, Rippen und Fenstergewände; an den Wandpfeilern und Fensterlaibungen sowie am Triumphbogen Eckverzahnung (ebd. S. 48). St. Michael zu Kirchberg im Hunsrück besitzt im Lhs.gewölbe mehrfarbige Rippenmanschetten; die Maßwerkbrüstung der Orgelempore ist wechselnd rot und grau gemalt (ebd. S. 31). In der Schloßkirche Meisenheim am Glan, 1479–1504, sind die Sandsteinteile des Chorgewölbes graugrün lasiert und weiß gefugt; von den Rippenkreuzungen gehen Flammenmuster in Rot und Grün aus; die Maßwerkrosette im Polygon steht auf dunkelblauer Fläche (ebd. S. 36). Die ev. Kirche in Marienberghausen, 4. V. 15. Jh., zeigt rotgefaßte Rippen in Vierung und Qhs., die Chorgewölberippen sind auf der Unterseite gelb, an den Flanken rot, die Konsolen weiß und rot bemalt, die Gurtbögen grau mit unregelmäßigen Fugenstrichen; von Schlußsteinen und Gewölbezwickeln gehen gelbrote Ranken aus, z. T. schwarz konturiert ([7] 25, 1962, 133ff.). Die älteste Fassung von St. Vitus in Oedt Krs. Kempen-Krefeld, 15. Jh., zeigt über weißem Kalkgrund lichtes Blaugrün, auch in den Kehlen der Rippen, deren Flanken dunkelblau sind (Bonner Jbb. 167, 1967, 366).

4. Aus Hessen liegen nur zwei Befunde vor. Die Kirche von Münster Krs. Gießen ist hellgrau ausgemalt; die ab 1478 erneuerte Ausmalung der Stadtpfarrkirche Frankenberg zeigt rot gefaßte Architekturglieder mit weißer Fugung zu farbigen Kapitellen; die Weißfassung der Dienste an den Msch.pfeilern gilt als nach-ma. [258].

5. Thüringen. Weitgehend erhalten bzw. rekonstruierbar sind nur zweier Kirchen Systeme: der Altstädter Marienkirche in Heiligenstadt, spätestens um 1430, und der Stiftskirche Römhild, 1450–1470 von Magister Albertus errichtet. Die F. der ersten basiert auf Grau, Schwarz, Weiß und Rot, die der letzteren vorherrschend auf Gelb.

Heiligenstadt zeigt zu weißen Chorwänden rote Dienste vor Weiß (Hauptdienst) oder Schwarz und Caput mortuum (Nebendienste); die Fenstergewände und Maßwerkprofile sind als weiße Quader gegeben mit roten, schwarzgerandeten Fugen, dazu roter vorderer Platte des Maßwerks, die innere Kehlung ist schwarz mit versetzt weiß/rot/weißen Fugen und rotem Außenrand; im Lhs. sind Wände und Gewölbekappen weiß, Rippen und Gurte im Wechsel grau und schwarz mit weißem Trennstrich, dazu polychrome Schlußsteine und Kapitelle; die weißen Fenstergewände der Ssch. hatten rot gestrichene Maßwerkmarkierung [245, S. 135f.]. – Römhild weist auf grauem Grundton der Wände und Gewölbekappen drei bestimmende Farben auf: Gelb im Msch., im Obergeschoß des W-Chors und in der Erdgeschoßhalle mit Arkade und Gewölberippen, an den Arkaden der doppelgeschossigen W-Kapellen (mit schwarzem Begrenzungsstrich, der auch das gemalte Maßwerk im Msch.gewölbe und an den Schildbögen einfaßt), an der Emporenbrüstung; Rot an Chorbögen und Chorgewölberippen, an Arkaden und Rippen im Untergeschoß der w. Doppelkapelle, an allen Rippenkreuzungen als kleine Kreuze; Grau für die Quader am ö. Chorbogen in Kämpferhöhe. Zwei- oder vielfarbig sind: die Schlußsteine (Grau/ Rot), die Rippen im ö. Polygon und im Obergeschoß der w. Doppelkapelle, ebenso die fugenlosen Quader der Fenstergewände; in den Ssch. herrscht Buntheit durch das z. T. ungeregelte Nebeneinander von Grau, Gelb und Rot (ebd. S. 137–39; [259] Abb. 133).

Gelb ist im Lhs. des Erfurter Doms, 1455–65 (mit weißen Fugen; dazu polychrome Schlußsteine und Rippenansätze) und in der Wigbertskirche in Erfurt, um 1475 anzutreffen (Rippen, mit weißer Fugenteilung, Schlußsteine, Rippenansätze: [245] S. 139).

Im Profanbau kommt Eckquaderung vor: in Rot am Rathaus zu Pößneck, 1478–86 bzw. 1499 (ebd. S. 139).

6. Mark Brandenburg. Die Befunde zeigen teils Anschluß der F. an die in den Küstengebieten, teils an die in Mitteldeutschland übliche.

In der Krypta des Domes zu Brandenburg (Wölbung zwischen 1377 und 1395) kreuzten sich rote und graue Rippen, Schild- und Scheidbögen wechselten diese Farben im Scheitel [59, S. 323f.]. Weiß, Rot und verschiedene Grautöne kennzeichnen bei deutlicher Scheidung zwischen Chor und Lhs. die Katharinenkirche in Brandenburg, 1395–um 1434: im Chor sind die Pfeiler zu weißer Wand rot mit hellgrauen Eckstäben und weißen Fugen; im Lhs. zu hellgrauer Wand ebenfalls hellgrau mit dunkelgrauen Randstäben und Fugen; die Scheidbögen zeigen Rankenwerk und über den Kämpfern marmorierte Quader; die roten Rippen des Chores haben weiße Flanken, die des Lhs. sind grau/weiß/rot gefaßt (Befunde von 1911–12: [59] S. 325–27). Die Sakristei der Nikolaikirche von Jüterbog, um 1447, besitzt zu weiß- oder grüngrundigen Gewölbekappen mit Rankenmalerei Sandsteinrippen, mehrfarbig dem Profil entsprechend gefaßt (ebd. S. 118f. und 369–71). In St. Johannis zu Luckenwalde, 4. V. 15. Jh.–A. 16. Jh., sind Chor und Lhs. ihrer Farbigkeit nach völlig verschieden; der ältere Chor zeigt wechselnd grüne und weiße Kappen mit roten Sternen; im Lhs. bestimmt das Weiß der Pfeiler, Wände und Gewölbekappen die F. zusammen mit den Rippen, die in Schwarz, Grün, Gelb und Rot gequadert sind (ebd. S. 386–88). Die Burgkapelle von Ziesar Krs. Brandenburg, 1470 errichtet, hat als Gewölbedekor blaßrotes Maßwerk vor blauem Grund; Fenstergewände, Wandpfeiler, Schildbögen und Rippen sind teils backsteinfarben, teils graublau; hinzu kommt ein gemalter Sockelvorhang (ebd. S. 458f.).

7. Sachsen. Im Profanbau ist Verwendung gelben Ockers nachgewiesen für das Schloß in Dresden, vor M. 15. Jh., und die 1471 beg. Albrechtsburg in Meißen (hier sämtl. Werksteinteile; Fugen schwarz/weiß/schwarz); ein Grau mit weißen Fugen war Zweitfassung im Dresdner Schloß, um 1470 [59, S. 122f., 137, 394–96].

Im Kirchenbau ist im allgemeinen das Weiß der Gewölbeflächen und Wände Kontrast zu den Rippen und Diensten, auf die die zweite (selten weitere) Farbe konzentriert ist. Zusätzliche Akzente setzen Blatt-Ranken-Ornamente um alle oder die Haupt-Schlußsteine (meist nach [59]).

Dabei kann die Fassung der Rippen polychrom sein: streifig in der Stiftskirche von Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)-Ebersdorf, N-Kapelle, nach 1465 (Birnstab und Flanke rot, Kehle graugelb), und S-Kapelle (Flanke grün, Kehle rot, Birnstab blau, Stege gelb, roter Begleitstrich); als Quadermalerei mit unterschiedlicher Marmorierung in St. Justus zu Kamenz, E. 14. Jh. (Marmorierung, in Blaßpurpur, Gelbbraun, Hellrot, Graublau, auch am Triumphbogen; Fenstergewände und -bögen in der Laibung voneinander abgesetzt, auf der Fasche durch Wellenband verbunden), mit Ornamenten in Schwarz, Weiß und Rot bemalt in St. Jakobi zu Karl-Marx-Stadt, wohl um 1412 (Chorpfeiler durch schwarze gemalte Fugen rötlich gequadert, Polygondienste in Gelb, Grün und Blau; im Chorumgang ein Blendmaßwerkfries mit roten Stegen und gelben Kehlen im oberen Streifen auf Hellgrün, im mittleren auf Blau, bei grünen Zwickelgründen). – Von gemalten Fugen abgesehen monochrome Bemalung der Rippen gibt es in Gelb im Dom von Freiberg (Chorumbau um 1400: H. Magirius, Der Freiberger Dom, Weimar 1972, S. 75f.) und in der ehem. Franziskanerkirche Torgau, um 1496? [59, S. 446–48], in Rot in der Thomaskirche Leipzig (1482–1494/96; keine Fugen), in St. Georg in Rötha (spätes 15. Jh.; Rippen mit schwarzem Begleitstrich, Fenstergewände und Triumphbogen mit gelb/grauer, verzahnter Quaderung), in der Schloßkapelle Rochlitz (um 1500; Porphyrrippen rot gefaßt und weiß gefugt), in der Dorfkirche Wiederitzsch Krs. Leipzig (spätes 15. Jh.; roter Begleitstreifen der Fenstergewände, roter Triumphbogen; Rippenkreuzungen mit kurzen Manschetten).

Eine andere Art der F. basiert auf der Gleich-F. von Pfeilern und Rippen.

Grau mit weißen Fugen zeigt die Marienkirche Borna, Weihe 1456 (auch Bögen grau, im Chor schwarze Fugen, am Triumphbogen schwarz/weiße), die Stiftskirche Karl-Marx-Stadt-Ebersdorf, 2. Fassung des 15. Jh., St. Peter in Bautzen, 1494–97 fertiggestellt (kurze mehrfarbige Rippenkreuzungen), St. Peter und Paul zu Görlitz, 1497 gew.; Rot kennzeichnet St. Afra zu Meißen, Fassung um 1470 (auch rote Gewände; schwarz/weiß/schwarze Fugen; in der Barbarakap. Spuren andersfarbiger Manschetten); Steinsichtigkeit bestimmt das Lhs.innere des Domes von Freiberg, 1499 (Weihe 1501; Rippenkreuzungen mit Manschetten rot, grün, gelb, blau, durch schwarzen Rand abgesetzt; an den Kreuzungen durchlaufende Rippen gleichfarbig, Schlußsteine z. T. mit Wappenschilden in Messing: H. Magirius a.a.O. S. 78f.).

Eine Art Mittelstellung kennzeichnet die F. des Chores von Freiberg, nach dem Brand 1471 entstanden (ebd. S. 75ff.): Rippen und Wände in grauem Ocker und weißen Fugen zu hellgrauen Kappen; die 2. Fassung des Chores, um 1490–1500, ist geprägt durch rötliches Ocker der Rippen, Quaderwände, Dienste und Fenstergewände (weiße Fugen), während alle Rippenkreuzungen im Wechsel rot, grün, gelb, weiß gestrichen sind, die Gurtrippen im Scheitel Gelb/Rot wechseln und die einander gegenüberliegenden Rippen im Vorchor gleiche Farbe haben (ebd.).

8. In Schlesien erfährt die herkömmliche F. Abwandlungen geringeren Gewichts.

Herkömmlich ist der „Polnische Verband“ in St. Barbara und St. Katharina zu Breslau (Fassung vom A. 15. Jh.) sowie in der Stiftskirche St. Nikolaus zu Glogau. Geputzte weiße Flächen zu roten Kanten haben in Breslau die Corpus-Christi-Kirche sowie Bürgerhäuser, auch die Zisterzienserkirche Leubus. – Im späten 15. Jh. gibt es eine Variante dieser F.: gemalte rote Profile, Bögen, Kanten der Wandvorlagen, Gurte und Rippen in St. Nikolaus zu Brieg (erbaut 1370–1419), in der Kirche der Franziskanerobservanten in Breslau, der Matthäuskirche in Breslau und der Kapitelsbibliothek ebendort [235]. – Die Jakobskirche in Neiße, 1401–30, weist Wechsel von Backsteinlagen und Werksteinbändern an den Pfeilern auf. – Daß Backsteinmauerwerk auch im 15. Jh. noch verputzt und mit Backsteinmuster bemalt wurde, belegt der 1488–99 errichtete Rathausturm in Neiße ([2] 1939, 42; Abb. 26).

9. Franken. Aus diesem Gebiet liegen so gut wie keine Untersuchungen vor.

An der Johanneskirche Nürnberg, spätes 14. Jh., wurde am Äußeren als alte F. dunkleres Rot mit helleren Absetzungen festgestellt ([2] 29, 1971, 88).

Der Chor von St. Andreas zu Weißenburg 1. B., um 1440–65, besitzt starkfarbige Fassung: „Von den Schlußsteinen ausgehend breitete sie sich jeweils über die Rippen aus in Form von Drei- und Vierpässen, von Rauten, Quadraten, Geraden und Schlangenlinien mit Begleitung aus Flammen und Punkten“; eine Seitenkapelle zeigt sternenbesetztes Gewölbe und durch breite Fugen abgesetzte Quadrate der Rippen in unterschiedlicher Marmorierung (Hans Frederich, Die Restaurierung der St. Andreas-Kirche in Weißenburg/Bayern, [11] 20–21, 1961 bis 1962, 39–46, bes. S. 40, Abb. 1 und 5). Die Kunigundenkapelle zu Lauf a. d. P., vor 1504, hat ähnlich durch Bänder mit Punktreihen als Fugen gequaderte Rippen, die Gurtrippen zeigen Winkel- oder Rautenmuster mit Blattwerk, Kreuz- und Polygonrippen tragen, im Farbenwechsel angelegt, ein durchgehendes Wellenband (Inv. Bayern, Mfr. 11 S. 201–203, Abb. 167).

Wohnhäuser in Nürnberg waren fast immer verputzt; gelegentlich waren die Lisenen der Backsteingiebel steinsichtig, nur die Blenden verputzt (W. Schwemmer a.a.O. [Sp. 308] S. 80); zum rot gestrichenen Holzgerüst der Fachwerkbauten kamen farbig angelegte Gefache (ebd. S. 63).

10. Südwestdeutschland. In Baden-Württemberg sind Befunde zur F. d. A. sehr gering, sie stammen von architekturgeschichtlich oft weniger beachteten Bauten (von der ganzen sog. Pariergruppe liegen keine Untersuchungen vor) und sind zudem kaum publiziert; Farbangaben fehlen fast völlig. So können gewisse Tendenzen oder Gruppierungen höchstens angedeutet werden. Auch für die mit der F. d. A. in SW-Dtld. zusammengehörigen, etwas besser belegten Befunde in der Schweiz läßt sich so keine rechte historische Position bestimmen (s. Sp. 357).

Eine ältere Gruppe von F. d. A. reicht vom E. 14. Jh. bis um die M. des 15. Jh.: Kehlen, Gewände und Kanten sind dicht vegetabil bemalt, die Kappen farbig mit Figuralem, das Begleitornament der Rippen (Maßwerk, schablonierte Rosetten) mit Einzelblättern neben und auf den Rippen.

Zu dieser Gruppe gehören die ehem. Frauenkirche in Neustadt Krs. Waiblingen, E. 14. Jh.: in den Gewölbezwickeln des Chorgewölbes gemaltes Maßwerk, dazu in den Kappen Sternmuster, das auch in den Fensterbögen – mit gemalten Rippen – angebracht ist; Schildbögen und Rippen des Chorgewölbes tragen ein Begleitband aus Halbkreisen [130, S. 25, Abb. 11]; in der sog. Meistersingerstube des Ensingerhofes zu Ulm, wohl nach 1384, sind die Gewölbegrate durch gemalte breite Bänder als Rippen über gemalten Basen gegeben, die Kappen zeigen als Fond von Rundmedaillons Blütenrosetten, die blaugrundige Tonne zwischen den beiden Jochen ist mit weißen Blüten und weißgeränderten Medaillons (ockerfarbene Löwen) besetzt, die in die Tonne eingeschnittenen weißgrundigen Stichkappen tragen rote Ranken und blaugeränderte Medaillons (rote Adler), die Schildbogenbegleitstreifen weisen vegetabiles Wellenband auf [59, S. 109f.]. Zu dieser Gruppe kann vielleicht Besigheim Krs. Ludwigsburg, ev. Stadtkirche, gezählt werden, mit blauen, roten oder gelben Gewölbesternen (Weihe 1383: [130] S. 18).

Abweichend von diesem Schema war die Goldschmiedekapelle an St. Anna zu Augsburg, um 1420–29, ausgemalt: zu den roten Gewölben mit Sternen kamen im Altarhaus zusätzlich grüne Felder, die grauen Rippen mit Rot und Weiß in den Kehlungen hatten dunkelrote Begleitlinien; zwischen dem gemalten Sockelbehang und den Wandbildern zieht sich ein Konsolenfries hin; die Schrägungen der Fensterbänke sind marmoriert (W. Bertram, Die Instandsetzung der Goldschmiedekapelle ..., [11] 19, 1960, 20–33).

Eine zur nächsten Gruppe (s. unten) vermittelnde Stellung ist dem Ostchor des Augsburger Domes zu unterschieben: lichtes, durchgestrichenes Hellgrau der Wände und Kappen zu dunkleren Diensten, Rippen, Arkadenlaibungen (Chorweihe 1431: [145]).

Eine jüngere Gruppe ist ab etwa 1450 nachzuweisen, ihre letzten Repräsentanten sind nach 1500 zu datieren. Kennzeichnend ist die farbige Fassung der jetzt als Netz geformten Rippenfigurationen mit vielfarbigen Manschetten an den Kreuzungspunkten; Pfeiler, Bogen und Rippen stehen monochrom – zusätzlich gemalte Fugen – gegen das Weiß der Wand und der Gewölbekappen.

Wichtiges Beispiel ist die Alexanderkirche in Marbach a. N. (teils allerdings übermalt), wo sämtliche Verzweigungs- und Knickstellen Manschetten aufweisen; dazu kommen mitten im Lauf der Rippen kurze farbige Abschnitte und alle farbig abgesetzten Teile sind Ausgangspunkt für Flammen oder Rankenornament. Im Chorturm der Kirche zu Langenbrand Krs. Calw, ausgemalt um 1450, steht rotbraunes Rankenwerk mit Blättern in Hellgrün/Weiß auf Laibungs- und Schildbogenflächen ([22] 8, 1965, 2–6). In der Unterstadtkirche zu Haigerloch, um 1476 neu gewölbt, sind die Rippen an den Schnittpunkten mehrfarbig gefaßt, Scheidbogen und Rippen von gemalten Scheibchen begleitet, die Kreuzungspunkte durch Flammen betont (Abb. 24; [131] S. 40f.); im Chor von Dettensee sind diese Scheibchen auf den Bereich der Manschetten beschränkt, hinzu kommen vegetabile Ornamente (um 1500: ebd. S. 41f.). Das Lhs. der ehem. Klosterkirche Blaubeuren, 1491–99 von Peter von Koblenz errichtet, hat zu den monochrom gefaßten weiß gefugten Strebepfeilern, Bögen und Rippen Quaderverzahnung an Wandpfeilern und Triumphbogen; Rippenkreuzungen und -ansätze sind starkfarbig gefaßt, die mittleren Schlußsteine von Laubwerk, die seitlichen von Flammen umgeben. – An Einzelmotiven sind zu erwähnen die in Quadern rot und grün wechselnde Sockelbemalung mit aufgesetzten Rosetten im Lhs. der ev. Pfarrkirche Lehr Krs. Ulm, E. 15. Jh. ([130] S. 22; in kurzem Abstand von den Gewölberippen der blumentragende Begleitstrich: ebd. Abb. 14). Quadermalerei im 15. Jh. ist auch für Markgrönningen [40, S. 46] und die Stiftskirche Tübingen überliefert ([22] 11, 1968, 16).

11. Schweiz. Gelegentlicher Farbenwechsel und Marmorimitation sind traditionelle Faktoren, die das Bild der F. im Vergleich mit Südwestdeutschland als altertümlich erscheinen lassen.

In der ev. Kirche zu Tenna in Safien, Kt. Graubünden, um 1400, bilden Bordüren aus Maß- oder Blattwerk die Gliederung; zwischen den Deckenbalken besteht der obere Wandabschluß aus gelb oder rot marmorierten Quadern ([13] 21, 1961, 171–79). Waagrechte Bänderung zeigen die Säulen der Stadtkirche in Baden, Umbau von 1458 [61, S. 25] und in der Klosterkirche von Münster, Kt. Graubünden, Umbau von 1487–92 ([2] 1957, 9 Abb. 12). Schachbrettartig, aber in diagonaler Anordung bilden Grisaille-Quader den Sockel, dazu eine Abschlußleiste in Weiß mit orangefarbenen Wellenlinien und dazwischen eingeschobenem schwarzen Band mit Rosetten, in der Kirche von Bassendorf, Kt. Zürich, 3. V. 15. Jh. ([17] 16, 1965, 156f., mit Hinweis auf die Sockelmalerei von 1467 im Chor der Dionyskapelle bei Wurmsbach, Kt. St. Gallen). In der reform. Kirche Gelterkinden, Kt. Basel-Land, um 1487 (?), schließt ein gemalter Konsolenfries die Wand ab, darunter ist ein sternenbesetzter Himmel gemalt; die Laibungskanten der Chorfenster rahmt ein rotes Band, das über den Bögen zinnenartig ausbiegt und mit Wimpergen geschmückt ist (ebd. 22, 1971, 170–73). Die Fassung der Fensterlaibungen durch Bänder und hinzugesetzte „Krabben“ an den Bögen zeigte auch die Kirche in Pratteln, Kt. Basel-Land, um 1480 (ebd. 4, 1953, 24 Abb.).

12. Bayern. Backsteinbauten blieben in einzelnen Fällen unverputzt. Auf Steinsichtigkeit deutend sind bei der Nikolauskirche Neuötting, 1410 beg., am Chor schwarz gebrannte Binder eingestreut, am Lhs. planmäßig verwendet (Inv. Bayern, Obb. 3 S. 2566, Abb. 2569; schwarze Binder auch bei St. Anna in Neuötting, 1511 gew.: ebd. S. 2577). Doch überwiegt Verputzung. Sie ist an kleineren Kirchen ganz oder z. T. erhalten (München-Pipping, St. Wolfgang: 1478–80: Abb. 25; München-Blutenburg, Schloßkapelle, 1488, mit gemaltem breitem Maßwerkfries unter dem Dachansatz; Theklakapelle Landshut, 1426, unter dem barocken Sakristeidach Reste der alten, hellen Verputzung samt Maßwerkfries in Caput mortuum [Befund 1973]), an größeren Kirchen erschließbar.

Die Backsteine der Hl. Geistkirche in Landshut, 1407–61, von Hans von Burghausen, sind geriffelt, damit der Putz haftet [40, S. 42 und Abb. 4]; an der Liebfrauenkirche in Ingolstadt, 1425 beg., gibt es bei unregelmäßigen Quadern zwischen Haustein- und Backsteinteilen Niveaudifferenz in Putzstärke; St. Jodok in Landshut, nach Brand 1405 um M. 15. Jh. erneuert, hat Reste von roter Schlemme am Obergaden; bei St. Nikola in Landshut überschneiden der Turm des frühen 15. Jh. und der Kirchenbau, um 1481, Reste des Vorgängerbaues; in einer der Turmblenden fanden sich Spuren eines Christophorusbildes (Befund 1973); ob in Landshut die Friese unter dem Dachansatz an St. Martin (vor 1389 beg.), Hl. Geist und St. Nikola aus dem Spät-MA stammen, ist wegen Detailformen des gemalten Maßwerks offen; die Angabe, daß die Frauenkirche in München, 1466–92 von Jörg von Halspach, außen farbig bemalt gewesen sei (z. B. München und seine Bauten, Mchn. 1912, S. 66 f.), bedürfte der Bestätigung durch Untersuchung; zu Befunden an den Portalen s. [40] S. 42, Abb. 4.

Bei Steinbauten sind der Befunde sehr viel weniger. In Wilparting, Obb., Veitskapelle, war der spätgotische Bau außen mit weißlich-grauen Quadern und einfachen roten Fugen bemalt; als oberer Abschluß war eine Schicht von wechselnd roten und weißen Quadern festzustellen, dazu Schnurornamente (W. Haas, [11] 22, 1963, 115f.). Tuffbauten scheinen oft nicht verputzt worden zu sein (z. B. Klosterkirche Polling, s. Sp. 296). Der Alte Hof in München, Umbau um 1460/70, und der Herzogshof in Regensburg weisen bzw. wiesen heraldische Rautenmalerei auf, dazu Fensterlaibungen mit Rankenwerk und Randstreifen (s. Fassadenmalerei; s. a. Sp. 311).

Im Inneren besteht hinsichtlich der F. zwischen Backstein- und Hausteinbauten kein Unterschied (auch wenn etwa Weihekreuze direkt auf Backstein gemalt wurden, wie z. B. Abb. 23 b), zumal nicht selten gemischtes Baumaterial verwendet wurde (allgemein zum Thema [180]).

Die Wände sind mit grauen Quadern bemalt, dazu dunkle (z. B. Landshut, St. Martin, Lhs., 1. Bauabschnitt 1.H. 15. Jh.: Abb. 23 c) oder helle Fugen (Landshut, St. Martin, Lhs., 2. Abschnitt: Abb. 23 d; vgl. dazu auch mit teils unzutreffenden Angaben [154]; St. Martin in Amberg, 1421–nach 1478: Befund Bayer. L. A. für Dpfl. 1974; Ingolstadt, s. unten), manchmal – besonders bei kleinen Kirchen – ist die Quadermalerei auf die Pfeiler beschränkt (z. B. Ering Krs. Pfarrkirchen, um 1478 [165, S. 185], Triumphbogen mit Farbenwechsel), die Dienste wurden gelegentlich farblich den Rippen gleich von den Pfeilern abgesetzt (z. B. St. Martin in Landshut: Abb. 23a; Heiligkreuz bei Burghausen, von Hans Wechselberger, 1477; Karpfham Krs. Eggenfelden, 1472 [165, S. 185]). Ins Rötliche gebrochen waren die Wände der Frauenkirche in München (Pfeiler gleich den Rippen gelblich: Rud. Pfister, [2] 1934, 209–17) und in Ingolstadt (mit weißen Fugen: [25] 1, 1972, 124f.). In der Pfarrkirche Nabburg, um 1400, sind die Arkaden rot getönt, Dienste und Fensterwände gelb ([11] 23, 1964, 30–34). Vereinzelt ist die Laibung von Wandpfeilern farblich abgesetzt, z. B. in der Altdorferkapelle an St. Martin in Landshut, 1495 gew. (helles Maßwerk vor blauem Grund: [165] S. 186, Abb. 191).

Die Rippen waren überwiegend farbig gefaßt (Ausnahme z. B. die des um 1400 eingezogenen Gewölbes der Klosterkirche Kastl, Opf.) und vom Gewölbe abgesetzt. Bis um etwa 1470/80 waren die Rippen steinfarben: gelbgetönt die aus bräunlichrotem Sandstein gefertigten Rippen in der Pfarrkirche Nabburg, Opf., um 1400 ([11] 23, 1964, 30–34); hellgrau im Chor von St. Martin in Landshut, um 1400, zu grünlichblauem Grund mit ockerfarbenen Sternen; in Hl. Geist ebendort, 1461, vor hellem Ocker, dazu grauem Begleitstrich; vor ockerfarbenem Gewölbe auch in St. Nikola und in St. Jodok zu Landshut sowie in der Pfarrkirche Wasserburg a. I. (um 1450/60?); später gibt es nur ganz vereinzelt noch steinfarben grau gefaßte Rippen (z. B. in Mauerberg, ehem. Krs. Mühldorf, um 1500). – Um 1470/80 begann eine andere F. der Rippen, die Gewölbeflächen wurden oft über grauem Putz weißlich getüncht.

In der Pfarrkirche Eggenfelden, 1488, sind die ockerfarbenen Rippen schwarz geteilt, mit schwarzem Begleitstrich; in St. Anna bei Ering Krs. Pfarrkirchen, und in Engertsham Krs. Passau (hier Gewölbe mit Sternen) haben sie marmorierte Manschetten; in Walchsing Krs. Vilshofen sind die Fugen schwarz-weiß-schwarz; in der Frauenkirche in München standen die gleich den Pfeilern lichtgelben Rippen vor blaugrauen Gewölbekappen. Rippen in Caput mortuum hat das Lhs. von St. Martin in Landshut, stärker rötlich sind die Rippen in Ganacker bei Landau a. d. I., 2. H. 15. Jh., und in Gehersdorf Krs. Pfarrkirchen, 15. Jh.; violettbräunliche Marmorimitation z. B. in Postmünster, 1485 ([165] S. 185, mit weiteren Beisp.). Graue Rippen zeigen die äußere Burgkapelle in Burghausen (Dienste braungrau), die Spitalkirche in Eggenfelden hat hellblaugraue, in Kirchdorf bei Simbach a. I. sind sie fast schwarz, in der Stiftskirche Altötting (frühes 16. Jh.?) sehr dunkel-schwarzgrau, dazu marmorierte Manschetten.

Selten sind die Rippen mehrfarbig: mit kurzen marmorierten Teilstücken in St. Ägidien in Regensburg, um 1396 und A. 15. Jh., in Hölzlberg Krs. Pfarrkirchen, Ausmalung des 15. Jh., St. Wolfgang bei Velburg, Opf., 1467. In Pocking, 1491, ist die Marmorierung ocker und grün, dazu Manschetten; in Hartkirchen Krs. Griesbach. 1492, wechselt sie zwischen Ocker und Grün/Weiß, im Lhs. von Malching Krs. Griesbach, 2. H. 15. Jh., zwischen Rot und Weiß. Erst nach 1500 ist dem Querschnitt folgende farbliche Gliederung der Rippen festzustellen. Profilstäbe der Wandgliederung sind spiralig bemalt (z. B. Ering: [165] S. 187).

Gelegentlich wechseln die Farben in den Gewölbekappen. In der Wallfahrtskirche Niedergotzau Krs. Altötting, um 1500, wechseln die Grundtöne der Kappen zwischen Rot und Blau (ebenso die Wandabschnitte im Chorpolygon: [165] S. 188 und Abb. 38), in Karpfham Krs. Griesbach, 1472, zwischen Violett, Gelb und Rosa (ebd. und Abb. 37).

Einige Einzelbefunde betreffen die Modernisierung älterer Bauten. So erhielt die Klosterkirche in Rottenbuch im 4. V. 14. Jh. (?) Friese mit hängenden Lilien in Gelb auf Schwarz oder Rosen in Rot/ Grün ebenfalls auf Schwarz (W. Haas, [11] 25, 1966, 126f.). Die Reste der aus 1. H. 15. Jh. stammenden Ausmalung in Hausbach Krs. Vilshofen ließen das System der Ausmalung nicht erkennen (ders., [11] 24, 1965, 139). Die Dominikanerkirche Regensburg erhielt E. 15. Jh. eine Neubemalung in rötlichem Grau (Wände, Gewölbeflächen) und Gelb (Rippen, Fenster, Dienste, Arkaden): Abb. 14c.

13. Österreich. Besonders im Gebiet von Salzburg und in der n. Steiermark ist Rotmarmor zu Säulen für Einbauten, an Portalen und an Säulen von Kreuzgängen (z. B. Empore der Klosterkirche in Nonnberg in Salzburg: Inv. Österr., Bd. 7 S. 16, Abb. 26) verwendet worden. Ob die zahlreichen steinsichtigen Kirchen (etwa die aus Tuff im Innviertel) ursprünglich so angelegt waren, ist nicht bekannt.

Im Inneren ist Quadermalerei häufiger anzutreffen. Hellgraue Wände mit zweifarbigen Fugen Weiß/Schwarz besaß St. Stephan in Wien (A. Kieslinger 1949 [Sp. 291]; seine Interpretation durch [260] 1973 bestätigt). Groß-Schönau, N.Ö., hat facettierte Quader, als langgestreckte weiße, rote und schwarze Rhomben gemalt [202, S. 29], ockerfarbene oder ocker/weiß gemalte Quader unterschiedlicher Formen mit schwarzen Fugen sind in der Pfarrkirche Schweiggers, N.Ö., anzutreffen [202], schwarze Fugen in Mank und Hof Arnsdorf, N.Ö., um 1500 (ebd. S. 29).

Die Rippen in Schweiggers, um 1430, sind weiß mit roten Trennstrichen (n. Ssch.) oder ockerfarben mit schwarz/weiß/schwarzen (ebd. S. 28). Rippen in Ockergelb vor gelblichweißen Gewölbeflächen besitzen die Pfarrkirche Bischofshofen, 2. H. 15. Jh. ([15] 7, 1953, 122); St. Leonhard in Defereggen (Chor, 1464 von Meister Hans aus Lienz; im Lhs. von 1481 mit Umbra versetzt: [15] 15, 1961, 165–69); rot sind die Rippen in St. Margalena in Völkermarkt, Kärnten (gleich den Lhs.pfeilern: [15] 7, 1953, 75), hellviolett die Tonrippen in Dorfbeuren, Salzburg, Pfarrkirche, 15 10 (ebd. 2, 1948, 125f.). Marmorierte Rippen zeigen St. Leonhard bei Pucking, O.Ö., 1. H. 15. Jh. (Schwarz, Violett, Kupfergrün, Siena, Gelb, dazu die Gewölbe dicht mit Sternen belegt), und Unterferlach, Kärnten (Chor, 2.H. 15. Jh). Ockerfarbene Gewändekanten weist der Chor der Kirche von St. Leonhard in Defereggen auf (s. oben). Dorfbeuren besitzt eine Orgelempore mit gemaltem grauem Maßwerk vor wechselnd rotem, hellblauem, ockerfarbenem, violettem oder weißem Grund.

F. 1500 – um 1550

In den Jahren von 1500 bis um 1520 änderte sich das Gesamtkonzept der F. d. A., ohne daß dadurch traditionelle Motive sogleich außer Gebrauch gekommen wären. Erst seit dem 2. Jz. kann man vom Einsetzen einer neuen Phase sprechen („Renaissance“).

Die neue Renss.-F. kommt zuerst in Städten und an wenigen Höfen vor, sowohl an Neubauten als auch als Fassadenmalerei, die Bauten spätgotischer Struktur aufgelegt wurde. Daneben lebte allenthalben, vor allem in Kirchenausmalungen, die spätgotische F. fort.

Im 1. V. 16. Jh. in Süddeutschland errichtete Renss.-Bauten folgen in ihrer F. oberital. Vorbildern aus dem Quattrocento (z. B. in Verona, Venedig, Mailand): kleinteilige bunte Marmorinkrustationen und helle steinfarbene Pilaster kontrastieren mit weiß verputzten Wänden. Dies gilt sowohl für den Außenbau wie für Innenräume, in denen naturgemäß größere Vielfalt und Kostbarkeit entfaltet werden konnte.

Die frühesten gebauten Beispiele finden sich in Augsburg; einige dieser Bauten errichtete Hans Hieber.

Dazu gehört die Fuggerkap. an St. Anna (1518 geweiht, die Bauleitung Hieber zugeschr.: Abb. 28; Irmgard Büchner-Suchland, H. H. [= Kw. Stud., 32], Mchn. und Bln. 1962, S. 84ff.): Wände und Gewölbeflächen verputzt in gebrochenem Weiß, die Gewölberippen Steinfarben, rot verfugt, mit goldenem Begleitstrich und besetzt mit rot-goldenen Rosetten, Pilaster, Gebälk und Gliederung der W-Wand aus graugelbem bzw. rotbraun-gelb-rotem Marmor mit roten bzw. gelben Marmoreinlagen und vergoldeten Rahmenprofilstegen, der Fußboden aus rotem, gelbem und schwarzem Marmor. F. des Inneren wie Äußeren zeigt das von Michael Ostendorfer bemalte Modell Hiebers der Wallfahrtskirche Zur Schönen Maria, Regensburg (RDK I 922 Abb. 4; ergänzend vgl. den Holzschnitt M. Ostendorfers: J. Büchner-Suchland a.a.O. Titelabb.): außen Quaderstein(bemalung?) und an den Turmobergeschossen Marmorierung, die Steildächer mit firstabwärts sich entfaltenden Wellenranken bemalt, innen braune Gliederung, blaue, mit gelben (= goldenen) Rosetten gezierte Arkaden- und Triumphbogenlaibungen, dunkelblaue Konchenwölbungen und Rahmenstreifen um die Rundfenster und Konchenbogen (Abb. 30 a und b). Das Modell zum Augsburger Perlachturm, 1519, ähnelt in seiner F. den Türmen des Regensburger Modells, gibt aber präzisere Farbangaben: Untergeschoß grau mit weißer Verfugung, Obergeschoß mit roten Marmorflächen, Gliederung aus grauem Haustein und mit grünen Rundscheiben (ebd. S. 65f., Abb. 29). In der Pfarrkirche St. Martin in Lauingen, erb. 1513–um 1520, wurden die vier östl. Rundpfeiler und die Scheidbogen rot marmoriert bemalt (Abb. 27; ebd. S. 79; [156] S. 31f.). Für ähnliche Verwendung verschiedenfarbigen Materials vgl. auch eine Zchg. des Erkers an der W-Fassade des Regensburger Bischofshofes, vor 1538, angefertigt 1830 vor dem Abbruch (J. Büchner-Suchland a.a.O. Abb. 42).

Auch auf Gemälden wiedergegebene Architektur spiegelt diese Phase der F. d. A.

Die auffallende Marmorinkrustation der Architekturen auf Albrecht Altdorfers Susannabild, 1526, führte Franz Winzinger auf die Bauten Hans Hiebers zurück (A.A., Zchgn., Mchn. 1952, S. 48). Verwandte, in der Farbe ebenfalls gebauter Architektur ähnliche Darstellungen zeigen auch andere Bilder Altdorfers (z. B. der Floriansaltar, vor 1518, und Geburt Mariä, 1520–25: Otto Benesch, Der Maler A.A., Wien 19383, Abb. 27.–29, 36 [Floriansaltar]; Chrn. Altgf. zu Salm und Gisela Goldberg, Altdt. Mal. [= A. Pin. Mchn., Kat. II], Mchn. 1963, S. 31f.) u. a. süddeutscher und Schweizer Maler (vgl. ebd. S. 292ff.), besonders solcher, die auch als Fassadenmaler tätig waren. Vgl. z. B. Jörg Breus d. Ä. Architekturdarstellungen (Orgelflügel von St. Anna in Augsburg, um 1522: Augsburger K. der Spätgotik und Renss. [= Beitr. zur Gesch. der dt. K., 2], Augsburg 1928, S. 354, Abb. 256–61; Lukretia, 1528: Altgf. Salm und G. Goldberg a.a.O. S. 295) mit seinen Fassadenmalereien an den Schloßhofwänden in Neuburg a.d.D. von 1537 mit caput-mortuum-roter Rahmenarchitektur [178, S. 42 u. ö.].

Ital. Bauleute, die ab 1536 die Landshuter Stadtresidenz weiterbauten (Hans Bleibrunner, L., die altbayer. Residenzstadt, Landshut 1972, S. 102ff.), brachten neue Putztechniken (gelbocker durchgefärbten Putz: Mitt. Dr. Ing. Peter Vieri) sowie neue F. mit.

Eine Dokumentation der farbigen Befunde fehlt. Die heute sichtbare F. der Hofseite scheint der ursprünglichen nicht in allen Teilen zu entsprechen.

Die Innenausstattung bringt Erstübernahmen ital. Hochrenss.-Elemente: hellfarbig (hellblau, weiß, gold) kassettiertes Tonnengewölbe im ital. Saal, 1542 (vgl. die aus Mantua stammende gefaßte Kassettendecke, um 1520–30, im Bayer. Nat.-Mus. Mchn.: Bayer. Nat.-Mus., Führer durch die Schauslgn., Mchn. 19722, S. 37), holzintarisierte Kassettendecke im Gobelinsaal, um 1540, weiße Stuckrahmenkassetten im Sternenzimmer, 1543. Ob die großflächig gemalten Marmoreinlagen z. B. im ital. Saal aus dem 16. Jh. stammen, ist nicht gesichert.

In Tirol sind ital. Elemente am Katzunghaus in der Innsbrucker Altstadt (Hzg.-Friedr.-Str. 16) faßbar. Der um 1530 fassadierte Bau trägt auf einer Wandfläche in hellem Caput-mortuum-Ton echte grau gefaßte sowie grau in grau gemalte Fensterumrahmungen und Erker [205, S. 205]. Diese von dem sonst in dieser Zeit in Innsbruck vorherrschenden weißen Wandton (vgl. etwa die gleichzeitige Bemalung des benachbarten Kolbenturms: Inv. Österr., Bd. 38 S. 266, Abb. 261f.) abweichende Farbgebung des Grundes erinnert an oberital. und Florentiner Beispiele (vgl. Nino Lamboglia, Il restauro della casa medioevale D'Aste-Rolandi in Albenga, Riv. ingauna e intemelia n. s. 15, 1960, 40–50; Gustina Scaglia, Three Renss. Drawings of Church Façades, The Art Bull. 47, 1965, 173 Anm. 3).

Von Tridentiner Bauleuten geschaffen ist der kleinteilig rot-grau-weiß marmorierte Portikus der Innsbrucker Hofkirche (voll. 1563: Heinr. Hammer, Kg. der Stadt I., Innsbruck, Wien und Mchn. 1952, S. 142, Abb. 106).

In Schlesien drang, wie Fassadenmalereien zeigen, der F. d. A. Italiens entsprechende F. schon zu Beginn des 16. Jh. ein.

Am Rathaus zu Breslau zeigte die 1504 älterem Baubestand aufgetragene Malerei – neben figürlichen und ornamentalen Motiven – eine Quaderteilung und Diamantierung auf rostrotem Grund in hellen Steinfarben ([219] S. 65f., Abb. 1; Inv. Schlesien 1 S. 108f.; Marcin Bukowski und Miecyslaw Zlat, Ratusz worcławski, Breslau 1958, S. 230ff., Abb. 14; vgl. auch Sp. 297).

Eine reiche F., die in unital. Weise die Ornamentik betont, zeigen Schlösser wie Patrizierhäuser in Mitteldeutschland; Bürgerhäuser z. B. in Erfurt und Weimar können als exemplarisch gelten.

Am 1533–35 erbauten kurfürstl.-sächsischen Schloß Hartenfels in Torgau trat bunter figürlicher und ornamentaler Dekor in Kontrast zu den steingrauen Wänden, vor allem am Wendelstein. Fensterornamentik und Sandsteinfiguren waren vergoldet, die Wendelsteinornamentik weiß auf grünem Fond, zwischen goldornamentierten Pilastern auf zinnoberrotem Grund die heraldisch gefaßte Wappengalerie und Porträtköpfe auf tiefblauem Grund ([211]; [85] S. 215f.).

Die wiederhergestellte originale Farbfassung des Hauses Zur hohen Lilie in Erfurt, Domplatz 31, von 1538 zeigt auf der weißen Fassadenfläche malachitgrüne echte wie gemalte Gliederung (Eckquadern, Gesimse, Fenster- und Portalumrahmungen) und eine vielfarbige, z. T. auf Silber lüstrierte Fassung des Portal- und Fensterdekors (Abb. 32; [244] S. 97ff.). Das Wohnhaus Lukas Cranachs in Weimar, Markt 11/12, von 1549 ist ein typisches Beispiel für die starkfarbige Buntheit der F. früher deutscher Renss.-Architektur ([25] 1972, 74; [243] S. 339); ähnlich vielfarbig soll das von Giov. Batt. di Quadro aus Lugano 1550–55 erbaute Rathaus in Posen (Póznan) gewesen sein: grüne Arkadensäulen, blaue Bogenzwickel im Obergeschoß, dazu vereinzelt Rot und Grün, vor allem in der Figurenbemalung [214, S. 34].

Vielerorts lebte die Tradition aus dem 15. Jh. fort, besonders bei Kirchenausmalungen; nur allmählich drangen neue Dekorationssysteme und neue F. ein.

In den Hallenkirchen Tirols aus dem 16. Jh. sind – wie früher – Rundpfeiler und Gliederungen aus dem einheimischen roten Marmor: Pfarrkirche St. Vigil in Rattenberg, geweiht 1507; Franziskanerkirche in Schwaz, 1507–15 erbaut, und noch die Hofkirche in Innsbruck, 1563 voll. [255 a, Abb. 170, 250, 72].

Am Ober- und auch am Mittelrhein lebt die schon im MA dominierende steinrote Bemalung am Putz- und Steinbau fort.

Beispiele: Freiburg i. Br., Kaufhaus (Malerarbeiten 1536ff.: Friedr. Hefele, Zur Baugesch. des Freiburger Kaufhauses, Schau-ins-Land 51–53, 1926, 7), vielleicht auch eine Wiederholung der ursprünglichen Fassung am Haus Zum Walfisch, um 1519 [128, S. 20], beide steinrot mit vergoldeten Fensterkreuzstegen und vergoldeter Ornamentik; Frankfurt a. M., Karmelitenkloster, Erweiterung bis 1520: außen Rot-Weiß-Quaderung der Strebepfeiler, innen weiß verputzt mit sandsteinroten Pfeilern und Rippen, rot-weiß gebänderte Fensterlaibungen und zahnschnittartige Rotbänderung der Arkadenbögen ([116]; s. auch Sp. 298).

Zu gebänderten oder gefugten Pfeiler- und Rippendekorationen gibt es florale Elemente sowohl in naturalistischer als auch in einer nach Oxydrot und Grün stilisierten F. auf weißen Putzflächen.

Auf die F. der Pfeiler und verschlungenen (Stuck-) Rippen der Gewölbe in den Kirchen Bartolomae Firtalers in Kärnten wurde schon hingewiesen (s. Sp. 288f.). Verwandte Beispiele finden sich im Schwarzwald [131] und in Westfalen sowohl in katholischen wie in protestantischen Kirchen (z. B. Everswinkel, kath. Pfarrkirche St. Magnus, 1523 [1533?], und Hille, ev. Pfarrkirche, 2. V. 16. Jh. ausgemalt: Karl E. Mummenhoff, [5] 41, 1963, 82, Farbtaf. IVa nach S. 256 und S. 117, Abb. 42). Kombinationen mit Renss.-F. und -motiven zeigt die Ausmalung der Klosterkirche Steinfeld durch Hubert von Aachen, 1509–17 ([254] Niederrhein, 1958, Abb. 316–18), und die Quader-, Perlstab- und Schablonenbemalung in Ockergelb auf Pfeilern und Gewölberippen der Filialkirche St. Jakob in Weigersdorf bei Kremsmünster, 1523 (?; [255 c] Abb. 341); vgl. auch die Innendekoration bürgerlicher Repräsentationsbauten (z. B. Lüneburg, Rathaus, Gerichtslaube, 1529: [254 d] Abb. 246).

Viele Beispiele gibt es weiterhin für die Flächenbemalung in Schachbrett-, Rauten- oder ähnlichen geometrischen Mustern (s. Sp. 311). Vgl. z. B. Augsburg, Maximilianstr. 12 (abgebrochen), Bemalung des Brandgiebels Blau auf Weiß [52, Abb. 3]; Schloß Ambras bei Innsbruck, blau-weiß und rot-weiß bemalte Schornsteine vom Umbau 1564 [255 a, Abb. 2]. Das sog. Haus der Salome Alt in Wels, M. 16. Jh., zeigt grau in graue Architekturmalerei und Obergeschoßflächen in abgetreppter Backsteinmusterung, Rot auf weißem Grund (Abb. 33), wahrscheinlich nach dem Vorbild von Bauten des Quattrocento im Veneto und in Venedig (z. B. Obergeschoß des Dogenpalastes), Gebiete, mit denen Wels regen Handel trieb (vgl. Gilbert Trathnigg, Kulturelle und wirtschaftl. Beziehungen von Italien nach Wels im MA und in der frühen Neuzeit, Jb. des Musealver. Wels 14, 1967/68, 54–84, bes. S. 57).

G. Um 1550 – um 1610

In diesem Zeitabschnitt setzte sich im deutschsprachigen Süden bis hinein nach Böhmen eine Reduktion der F. auf vorwiegend Weiß, Grau und Schwarz durch, zusätzlich höchstens mit Eisenrot und Vergoldung kombiniert; Grisaillemalerei und Sgraffito, besonders häufig als imitierte Rustikaquaderung, wurden beliebt. Im Norden Deutschlands beschränkte sich, soweit bekannt, diese F. auf einige höfische Zentren.

Sie konnte gebietsweise auf ältere Tradition zurückgreifen (z. B. Sp. 360), ist aber auch auf ital. Einfluß zurückzuführen (vgl. Gunther und Christel Thiem, Toskanische Fassaden-Dekoration in Sgraffito und Fresko, 14.–17. Jh. [= Ital. Forschgn. 3. F., 3], Mchn. 1964, S. 20f.; vgl. ferner die grau auf weiß gegliederten Kirchenräume z. B. in Venedig und Rom im 16. Jh.: Furio Fasolo, L'opera di Hieronimo e Carlo Rainaldi, Rom o. J. [um 1962], S. 11ff., und die Bemerkung Vasaris in der Einleitung zu seinen Viten: Della pittura, XI; Vasari-Milanesi Bd. 1 S. 190ff.).

Sgraffitodekor dieser Farbskala findet sich in Österreich, besonders Niederösterreich, Böhmen und Schlesien, aber auch in Graubünden etwa seit M. 16. Jh. in reichen Variationen am Bürgerhaus ebenso wie am Schloß- und Kirchenbau, z. B. Häuser in Telc, Prachatitz (Prachatice), Zlabings (Slavonice), Palais Schwarzenberg am Hradschin in Prag, 1545 bis 1563 (Abb. 34; [233]). Quaderimitation weift die O-Seite des Südturms der Maria Magdalenakirche in Breslau auf [219, Abb. 4]; Diamantquaderung das Haus Pedrun in Andeer, 3. Dr. 16. Jh. (s. Sp. 298). Solche sgraffitierte und gemalte Diamantquaderung in Schwarz-Weiß kommt in Randgebieten noch im 17. Jh. vor (z. B.: Marktoffingen Krs. Nördlingen, Pfarrkirche, dat. 1606: [52] Abb. 10; [175]; Prauß Krs. Strehlen, ev. Pfarrkirche, 1612: [240] S. 15, Abb. 7 b, 8; Königsberg, Schloß, 1643: [218]). Auch Gefache von Fachwerkhäusern wurden mit Sgraffito in diesen – manchmal leicht variierten – Farben geziert (vgl. Sp. 373).

Grau- oder Schwarzbemalung der Architekturglieder und teilweise auch der Wandflächen hat es in Donauösterr. offenbar seit der Spätgotik gegeben (vgl. Sp. 361). Bürgerhäuser in oberösterr. Städten wie Steyr oder Wels zeigen häufig grau bis schwärzlich bemalte Tor- und Fenstergewände, Kragsteine der Hofarkaden, aber auch in diesen Farben gefaßte Säulen im Inneren. Ihre F. stammt oft schon aus dem 15. Jh., wurde über lange Zeit immer wieder erneuert und ist heute unter späteren Schichten noch nachweisbar. Die gleiche F. weisen Schloßbauten auf, z. B. Schallaburg bei Melk, N.Ö., Turm und kleiner Arkadenhof, um 1570, mit jüngst restaurierter grau auf weiß gemalter Quaderung, Perlstabgesimsen und gebänderten Pilastern (Rupert Feuchtmüller [Hrsg.l, Schloß Sch., St. Pölten und Wien 1974, Abb. 7, 14); Greinburg, O.Ö., Arkadenhof, nach 1621 (?), mit grau auf weiß bemalten Hofarkadengängen (Bemalung unter der Tünche sichtbar: [255 c] Abb. 83).

Bauten des 16. Jh. in Siebenbürgen zeigen GrauWeiß-Färbung, z. B. die Bastei (Rathaus) in Birthälen [32, S. 58]. Mitteldt. Beispiele sind das Modell für Schloß Moritzburg in Sachsen (erbaut 1542–46) mit dunkler Fenster- und Eckquaderfassung [229, Abb. 17] und das des Dresdner Schlosses mit Sgraffitomalerei (s. Sp. 279f.). Aus dem E. des Jh. stammen die Kratzputzquaderung am Neuen Bau in Ulm, 1585–93 (s. Sp. 297f.), und der die ganze Fassade überziehende Sgraffitodekor der Markgraf]. Kanzlei in Ansbach (1594: Abb. 57). Für die jetzige Fassung der Fassade der Jesuitenkirche St. Michael in München, gew. 1597, gibt es, abgesehen von den oxydroten Figurennischen, keine Befunde (Süddt. Ztg. vom 19. 8. 1971). Zur grau gemalten Gliederung der Münchner Residenzfassade, 1611–18, treten Portale aus rotem Marmor (Sepp Huf, [2] 1959, 1–16; vgl. Fasces, Abb. 8). Für ähnliche F. im Innenraum sei an den sog. Schwarzen Saal der Münchner Residenz, um 1590, sowie an die Graumalereien von Roll- und Beschlagwerkrahmungen fränkischer Kirchen erinnert (z. B. [186] Farbtaf. 1).

Für die F. nach dem tridentinischen Konzil entstandener Kirchenbauten müßte die mögliche Verbindung zu Gedanken der Gegenreformation erst geprüft werden. Bei Joh. Jakob Müller (Mvller), Kirchen Geschmuck, Mchn. 1591. S. 5, ist für Regensburg vorgeschrieben: Fenster und Türen sollten „...mit Dunckelschwartz oder Aschfarb, durch schwartze Linien underzeichnet, sowol auss- als inwendig, wiewol von aussen gerings Gemähl genugsam, angestrichen und geziret seyn ...“.

Lebhafte F. tritt dagegen vornehmlich an der Renss.architektur Mittel- und N-Deutschlands auf.

Weiß verputzte Wände mit roter Gliederung waren anscheinend weit verbreitet und setzten ma. Übung fort. Solche F. findet sich an der Kapelle von Schloß Augustusburg in Sachsen, 1567–72, außen wie innen [242], an Schloß Wilhelmsburg in Schmalkalden, 1584–85 [246, S. 272], am Bückeburger Schloß, um 1603 umgestaltet (die auf einem Gemälde von 1603. wiedergegebene F. wurde durch moderne Untersuchungen bestätigt: [83] S. 194f.), und an Schloß Schmieheim Krs. Lahr, 1607–10, wo Fensterrahmen, Gesimse und eine struktiv „falsche“ Eckquaderung rot mit doppeltem schwarzem Begleitstrich gefaßt sind (Abb. 38; [134] S. 22f.).

Kräftig rote Fenstergewände, jedoch gelblicher Putzgrund mit aufgemalten weißen Fugen zierten die Außenseite des Ottheinrichsbaues in Heidelberg (1556–59; Farbreste beschrieben bei [120] S. 413). Die F. der Fassadenbemalung des Frauenzimmerbaues läßt annehmen, daß auch die reiche figurale und ornamentale Dekoration des Ottheinrichsbaues und vermutlich auch die des (wohl buntsandsteinfarben gestrichenen) Friedrichsbaues verschiedenfarbig bemalt war (ebd. S. 412–14).

Die in den letzten Jahren nach Befund erneuerten Renss.-Fassaden Erfurter Bürgerhäuser geben eine Vorstellung von der differenzierten F. derartig reich dekorierter Schauwände: Haus Zum roten Ochsen, 1562, mit steingrauer, von braunroten Begleitstreifen umzogener Gliederung auf grüngelber Wand, Fries und Giebelfelder der Fenster in Blau, die Figuren des Frieses weiß gefaßt [244, S. 107, Farbabb. 67]; Haus Zum breiten Herd, Fischmarkt 13, von 1584, mit hellblauer und weißer Gliederung auf eisenoxydroter Wand, dazu grünes Beschlagwerk, Dreieckquader und Fenstergiebelfelder, reiche Vergoldung der Details, Figuren- und Relieffassung in naturnaher F. (ebd. S. 114, Farbabb. 68, Abb. 71). Eine graue Gliederung mit schwarzen und ockerfarbenen Begleitstreifen auf gelbweißem Grund und goldgehöhten Portalschmuck zeigt das Rathaus von Gera, 1573–76 [245, S. 140f.].

Die in der 2. H. 16. Jh. in Mittel- und N-Dtld. tätigen Niederländer brachten die materialbetonende Buntheit des Florisstils mit (vgl. das 1561–65 von Cornelis Floris erbaute Antwerpener Rathaus mit rotmarmornem Sockel, grünen Säulen, weißer, schwarzer und vergoldeter Dekoration; so neuerdings wiederhergestellt: frdl. Mitt. Agnes Balestrem, Bonn) und gaben den Anstoß zu kontrastreicher Vielfarbigkeit, die sich vorwiegend auf die – meist innerhalb weißlicher Profilrahmung sitzende – Dekoration der Ziergiebel, Zwerchhäuser, Vorbauten, die sog. Uitluchten, und die Portale konzentriert. Es wurde Blau, Grün, Schwarz, Gold bevorzugt, dagegen auffallend wenig Rot verwendet; die Wandflächen waren meist hell oder backsteingemustert.

Am Schloß zu Wolfenbüttel wurden als Bemalung der Zeit vor 1569 schwarze Fensterfaschen und erdgrünes, gelbes, rotbraunes und blaues Beschlagwerk auf weißem Grund festgestellt [85, S. 219f.]. Ein Bauriß von 1589 des Vredeman de Vries für die Ostfront des Kaisertores in Wolfenbüttel zeigt ein in kräftigem Rot angelegtes Obergeschoß (Backstein?) und schieferblaues Dach (Germ. Nat. Mus., Nürnberg, Inv. Nr. H. 2.3473: ebd.), eine auch sonst auf gleichzeitigen Bauzeichnungen übliche Farbzusammenstellung.

Am Englischen Haus in Danzig finden sich weiße, mit Rollwerk sgraffitierte Wandflächen mit schwarzer Gliederung, bunten Ziergiebeln und roten Fenster- und Türumrahmungen [220, S. 113–16], am Greifenhaus in Breslau, 1587, blaue Wandflächen [230, S. 233]. Niederländische Mauertechnik und die damit verbundene F., die durch regelmäßigen Wechsel von rotem Ziegel- und gelbgrauem Steinlagenmauerwerk bestimmt ist (ob ursprünglich Eigenfarbe des Materials oder diese wiederholender Farbanstrich, bleibt häufig noch zu untersuchen; vgl. auch Sp. 300), herrscht vor in Westfalen (z. B. Schloß Horst bei Gelsenkirchen, beg. 1558, Außenfront 1564 von Wilh. Vernukken: [254 b] Abb. 105), am Niederrhein (z. B. Wasserschloß Merode Krs. Düren, W-Türme aus der 1. H. 17. Jh.: [7] 22, 1958, 122, Abb. 111) und in den Hansestädten. Am Danziger Zeughaus, 1602–1605, wurde einheitlicher Rotanstrich der Backsteinfassade ohne Fugenteilung festgestellt [253, S. 89 Abb. 97]. Bänderung durch mehrfarbige Zinnglasurziegel lebte im norddeutschen Backsteinbau (z. B. Rostock, Kerkhofsches Haus: ebd. Abb. 98) ebenso aus dem MA weiter wie die weiß gestrichenen Gesimse und Giebelblenden, z. B. mit figural-ornamentaler Bemalung (ebd. Abb. 102–05).

Im Lippegebiet dürfte die betonte F. der plastischen Backsteinrahmengliederungen, heller Wand aufgelegt, die Fassaden der Herrenhäuser gekennzeichnet haben (z. B. die Schlösser Hovestadt Krs. Soest, 1563–72, Lippborg Krs. Beckum, ab 1564, und Oberhagen Krs. Lippstadt, 1619: [254 b] Abb. 139, 159, 237; genaue Untersuchungen fehlen für dieses Gebiet jedoch noch).

Renss.bauten des Wesergebietes sind besser auf ihre F. hin untersucht. Neben Häusern mit intensiver F. (z. B. das ehem. Leistsche Haus, Osterstr. 9, in Hameln, 1589, mit weißer Gliederung und bunter Bemalung des Ornaments vor einer in Backsteinmuster gemalten Wand (Abb. 36; [84]; [87]; s. auch Sp. 301) gibt es eine Anzahl von Bauten mit hellen Wandflächen und zurückhaltender F. der Dekoration und der Zierglieder (gleich ob auf verputzter Holz- oder Steinkonstruktion: vgl. z. B. Schloß Bevern, 1603–12: Ernst Wolfgang Mick, Die Weser, Mchn. und Bln. 1962, Taf. 48f.); an mehreren Häusern in Hameln aus der Zeit zwischen 1570 und 1610 konnte perlweiße Gliederung vor graugelben Wandflächen zusammen mit vergoldetem Zierrat festgestellt werden [84, S. 197–203]. Bremer Bürgerhäuser dürften ähnliche F. aufgewiesen haben.

Bauten in Nachbargebieten zeigen ähnliche farbige Akzentuierung. Das 1607 dat. Haus Zum Stockfisch in Erfurt hatte blaugraue Gliederungen mit weißer Beschlagwerkornamentik und lackartig grün, rot blau gefaßten „Edelstein“-Auflagen [244, Farbabb. 73]. Am Ledenhof in Osnabrück prägten neben grauen Eckquadern, weißen Simsen und Fenstergewänden die in großflächigem Rautenmuster sgraffitierten und weiß, gelb und grau bemalten Putzflächen die vor 1550 angelegte Fassade ([77]; diese F. ist auch für Schloß Varenholz Krs. Lemgo anzunehmen, das 1937–38 mit farbloser Kratzputzstreifenmusterung renoviert wurde: K. Vollpracht, [2] 1940/41, 34 bis 37).

In Süddeutschland wurde (unter ital. Einfluß?) die F. der vom Rollwerk bestimmten Architektur zurückhaltender; sie fand bis A. 17. Jh. vor allem in Unterfranken im sog. Juliusstil charakteristische Ausprägung. Zurückhaltende F. der meist grauen und gelben Gliederung vor weißer Wand scheint typisch. Leider sind jedoch nur für den Innenraum konkrete Aussagen zu machen, für den Außenbau kann diese F. nur vermutet werden (vgl. die grautonige Fassadenmalerei am Juliusbau der Alten Universität in Würzburg: Fritz Knapp, Altfränk. Bilder 39, 1933, Abb. 4 und 10).

Einem Vertrag von 1612 ist zu entnehmen, daß die Wallfahrtskirche Dettelbach – unter ausdrücklichem Hinweis auf den kurz zuvor gefärbelten Würzburger Dom – mit Bögen „grau in grau“, teilvergoldeten Schlußsteinen und mit Engelsköpfen und Blumen in den Gewölben bemalt werden sollte. Ähnliches gilt für die ebenfalls nur schriftlich überlieferte F. der 1606 ausgemalten Stiftskirche in Aschaffenburg [186, S. 195]. Auf Grund des Befundes konnte die F. der Stadtpfarrkirche in Iphofen Krs. Scheinfeld, um 1600, wiederhergestellt werden: ockergelbe Gewölberippen, graublaue Rundpfeiler und Fenstergewände, die Scheidbögen der Lhs.gewölbe wurden dabei farbig entsprechend den Rippen, der Chorbogen entsprechend den Pfeilern gefärbt, die Wände blieben weiß, lediglich bereichert durch Dekor (ebd. Farbabb. 1).

Als vergleichbares Beispiel außerhalb des fränkischen Raumes sei auf die grau-gelbe F. des Beschlagwerks in der 1579 ausgemalten Bernhardskap. des Konstanzer Münsters sowie auf die wohl auch dieser Zeit angehörende Graubemalung des Mittelschiffs dieser Kirche hingewiesen (Inv. Südbaden, 1 S. 242f.; vgl. auch die Ausmalung von St. Martin in Landshut, um 1600: Karl Otmar von Aretin, L., Landshut [1966], Abb. 40, 47).

Die F. der Innenräume kann man – sieht man von den erwähnten, nur in verhältnismäßig kleiner Zahl nachweisbaren Sonderformen unter niederländischem Einfluß ab – verallgemeinernd in drei Typen einteilen: 1. Weiß als Dominante im Sakralraum (vgl. Sp. 312); 2. eine zwar bunte aber kühle F., meist mit Groteskendekor auf weißem Grund, Holzkassettendecken und meist rot-weiß-schwarzen Marmorböden; diese F. wird vorwiegend in Profanbauten verwendet; 3. eine von Holzintarsien und sehr reicher Vergoldung vor z. T. starkfarbigem Grund oder von buntem Rollwerk bestimmte F.

Vor allem neugebaute Kirchen besitzen helle F.: in der Schloßkap. der Wilhelmsburg in Schmalkalden, beg. 1585, dominiert die weiße Wand, auf der – sehr sparsam – teils farbig gefaßtes, teils mit dunkelroten Schattenkonturen versehenes Ornament abgesetzt ist (Abb. 35; [210] S. 9–12, Taf. 5–20; [246] S. 276–80, Abb. 170f.); die ursprüngliche Farbe in St. Michael in München, geweiht 1594, war ein kühles Silbergrau (W. Bertram, [2] 1953, S. 133). Den gleichen Farbgeschmack verraten die nun vorgenommenen Weißfassungen älterer Kirchen, z. B. Lübeck, St. Marien, 1592–93, protestantisch seit 1529/30 [68, S. 94], Regensburg, prot. Neupfarrkirche (prot. seit 1549, ehem. Wallfahrtskirche Zur Schönen Maria), 1586 (I. Büchner-Suchland a.a.O. [Sp. 363] S. 31), Augsburger Dom, 1591 (Nachweis erhalten in der 2. s. O-Chorhalskap.).

Zu den Profanräumen mit Groteskendekor auf hellem Grund zählen das Antiquarium der Münchner Residenz, Ausmal. ab 1586 (RDK II 117 Abb. 10), der Span. Saal in Schloß Ambras bei Innsbruck, 1570–71 [255 a, Abb. 4f.], die sog. Badezimmer im Augsburger Fuggerhaus, 1570–72 (Th. Rogge, Zs. für bild. K. 16, 1881, 11–14 m. Abb.), und Haupträume im 1. Stock des Fürstenbaues der Burg Trausnitz, 1576–80, 1961 abgebrannt (Grotesken von Alessandro Scalzi Paduano aus Florenz: Inv. Bayern, Ndb. 16 S. 342–48 und 352, Taf. 28 und 32).

Als Beispiele zur dritten Gruppe seien genannt: Nürnberger Patrizierhäuser, z. B. Fembohaus, nach 1590 (Fritz Traugott Schuh, Nürnberger Bürgerhäuser und ihre Ausstattung, Bd. 1: Das Milchmarktviertel, Lpz. und Wien [1933], S. 233–40), die Rittersäle der Schlösser Heiligenberg am Bodensee, 1575 bis 1576 (Karl Siegfr. Bader und Chm. Altgf. zu Salm, Schloß H., Konstanz und Stg. [1963], Abb. 28), und Weikersheim, Ausmalung 1600–01, Stuck 1603–05 (Christine Knupp, Jagdfriese in Renss.-schlössern in Dtld. und Skandinavien, Frankr. und Engl. [= Die Jagd in der K., 31], Hbg. und Bln. 1970, Taf. 7f.), der Hirschsaal in Schloß Gottorp in Schleswig, um 1595 [69, S. 64 Abb. 1f.], und der Goldene Saal in Schloß Bückeburg (Johs. Jahn, Dt. Renss., Lpz. 1969, Abb. 40). Wesentlich für den farbigen Eindruck waren oft die bemalten Holzbalkendecken.

Zu den Sakralräumen dieser Gruppe zählt die Herforder Jakobikirche, ab 1590 anläßlich der Protestantisierung neu ausgestattet (helle Beschlagwerkbänder als Begleitung der Rippen auf purpurrotem Grund: [5] 31, 1972, Abb. 98), und der A. 17. Jh. neu ausgemalte Chor der Johanniskirche in Verden a. d. Aller, dessen Dekoration die Verbindung von ital. und niederländ. F. vermuten läßt (Wände tiefrot, Gliederung und Rollwerk blaugrau, weiß-goldbunter Groteskendekor auf Rotgrund an den Pilasterspiegeln: [78]).

Auch das Fachwerkhaus hat an der vor allem im Ornament überreichen Buntheit teil. Allerdings fehlen gesicherte, exakte Datierung erlaubende Befunde.

Die rotbraune bis braune Grundfarbe des Ständerwerks scheint in Mittel- und Süddeutschland vorherrschend (s. Sp. 308). Bisweilen ist das Ständerwerk durch Malerei ergänzt (z. B. ehem. Zollhaus in Stockstadt am M., 1619, mit gemalten Verstrebungen und roten und schwarzen Begleitstrichen: [186] S. 215ff., Abb. 28–30). Im Bergischen Land und in Westfalen ist schwarze Ständerbemalung zu weißen Gefachen üblich [256, 4, S. 70], im Hamburgischen weißer Ständeranstrich. Sgraffitodekor zierte die Gefache der hessischen und fränkischen Fachwerkbauten ([117]; [149]), während das hamburgische Bauernhaus vom 16.–19. Jh. mit weißrotem Kratzputz in Ziegelmuster und freien geometrischen Formen geschmückt war [64].

H. Um 1610 – um 1680

Nur in wenigen Gebieten setzte gleich mit dem Beginn des 17. Jh. eine neue F. ein. Sie ist zuerst vor allem im Salzburgischen, aber auch anderwärts, vorwiegend im Süden des deutschen Sprachgebiets, unter ital. Einfluß entstanden und war mitbedingt durch die Übernahme neuer Techniken: Marmorverkleidung ganzer Fassaden und durchgefärbter, z. T. strukturierter Putz außen, Scagliola, Fliesenmosaik, Inkrustationen aus verschiedenem Material und durchgefärbter Stuck zur Innenausstattung (vgl. Sp. 301f.). Die vielfach von Italienern ausgeführten Aufträge geben zugleich Zeugnis von der noch wenig untersuchten F. d. A. in ihrer Heimat.

Erst nach dem Ende des 30jährig. Kriegs wurde neue, der Architektur des Frühbarock entsprechende F. d. A. in größeren Gebieten üblich.

Vielerorts wurde die im 16. Jh. ausgebildete F. wenig modifiziert weiterverwendet (gelegentlich unter besonderen Voraussetzungen, z. B. den Gewohnheiten einiger Ordensgemeinschaften).

Die in Stadt und Land Salzburg von Italienern, besonders Bauleuten aus dem Val d'Intelvi am Comer See ausgeführten und dekorierten Bauten zeigen eine F. d. A., die es südl. der Sprachgrenze bereits ein Jh. früher gab (vgl. z. B. Pfarrkirche von Civezzano im Trentino, 1512–25: Reinh. Hootz (Hrsg.), Kdm. in Ital., Bd. 1: Südtirol, Trentino, Bln. und Mchn. 1973, Abb. 269).

Die Wallfahrts- und Pfarrkirche in Dürrnberg bei Hallein, Salzburg, 1612 voll., wohl von Santino Solari, besteht aus Rotmarmorquadern, dazwischen rötliche Putzblenden, das Portal ist aus gelblichem, das Vorhofportal von 1618 aus gelbem und rotem Untersberger Marmor (Inv. Österr., Bd. 20 S. 59). Der Salzburger Dom, 1614–28 von Solari, erhielt eine weißmarmorne Fassade (bis 1655: ebd. Bd. 11 S. 10; vgl. auch den Text J. Furttenbachs, Archit. civilis a.a.O. [Sp. 282], zu Stich 27). Untersuchungen zur Außenfarbigkeit des Schlosses Heilbrunn fehlen.

In Innenräumen wurde häufig weißer, mit durchgefärbtem grauem Stuck unterlegter Modelstuck (zur Sgraffitowirkung?) verwendet, so an Decken im Dom (A. Knöpfli a.a.O. [Sp. 397] S. 51) und im Lodron-Primogeniturpalast (= Altes Borromäum, erbaut ab 1631: Inv. Österr., Bd. 13 S. 224). Vielfarbigen, oft durchgefärbten Stuck verwendete Elia Castello (figuraler und floraler Dekor, teilweise vergoldet, an Decke und Kuppel der Gabrielskap. im Sebastiansfriedhof, erbaut 1597–1603: Inv. Österr., Bd. 9 Abb. 170, 172, Taf. 9; bunter Groteskendekor an Castello zugeschr. Decken im Residenz-Neugebäude, erbaut 1592–1602: ebd. Bd. 13 Abb. 74–80, Taf. 6–10; Th. Hoppe 1951 [Sp. 302]; ders. 1955 [Sp. 302]). Bunte Fliesenwände und Verkleidung der Kuppelzwickel mit farbigen Plättchen zeigt der Hauptraum der Gabrielskap. (Entw. von Castello: Inv. Österr., Bd. 9 Abb. 170ff.).

Italianisierende F. und Technik – durchgefärbten Putz – verwendete Elias Holl am Außenbau (vgl. Sp. 301f.).

Das zweite Mittelgiebelmodell Holls zum Augsburger Rathaus, 1614–15 (Rud. Pfister, Die Augsburger Rathausmodelle des E. H., Münchner Jb. N. F. 12, 1937, Abb. 14; RDK I 923f. Abb. 6), zeigt zu weißen Wänden graue Zierglieder, die nach Aussage Holls zum ausgeführten Bau „alle mit einem steinfarben (am Modell grauen) Wurf unterworfen seynd“ (Chrn. Meyer, Die Hauschronik der Familie Holl [1487–1646], Mchn. 1910, S. 73: ad annum 1619); das Rote Tor ließ Holl 1622 „mit steinfarben Wurf und zwischen den Colonnen und Gürten mit rothem Wurf“ verputzen (ebd. S. 80).

Die von Elias Holl angewandte F. läßt sich, allerdings nicht immer in der gleichen Technik ausgeführt, für den Außenbau auch anderwärts nachweisen.

Furttenbach forderte z. B., daß Palastfassaden „... graw in graw oder von anderen Farben ... geschattiert“ (Archit. civilis a.a.O. [Sp. 282] Text zu Stich 21, S. 50) oder grau in grau, gelb in gelb „oder aber allein die Eck und Fenstergericht sampt den Gesimbsen von grawer, die Pilastri oder hindere aber von gelber Steinfarb rauch und rustig auff den nassen Wurff hinein gemahlt, aber fein frisch geschattiert“ werden sollten (Archit. recreationis, Augsburg 1640 [Neudr. Hildesheim 1971], Text zu Stich 15, S. 48 u. ä. öfters).

Rot-Weiß-Färbung wurde verwendet für die letzte Neufärbung von St. Georg am Hradschin in Prag, erbaut 1640: ziegelrote Gliederung liegt gebrochen weißer Wand auf (ob ursprünglich?). Für die Schutzengelkirche (Jesuitenkirche) in Eichstätt sind die Farben Rot und Hellgrau durch Befund gesichert (1617–20: Andreas Bauch, Schutzengelkirche E. [= Kl. K.führer, 606], Mchn. 19702). Im Rhein-Main-Gebiet war die Farbe des einheimischen roten Sandsteins bestimmend (zum Aschaffenburger Schloß, 1614 voll., vgl. H. Kreisel [176]; am Roten Haus in Trier, um 1684, war die rote Sandsteinarchitektur rot gestrichen, dieser F. wurde etwa gleichzeitig die benachbarte gotische „Steipe“ angeglichen (Walter Queck, Die Steipe, Trier 1972, S. 140f.).

Die Verwendung von hellem Graublau konnte an der Hoffassade des Palais Waldstein in Prag nachgewiesen werden (beg. 1623 von Andrea Spezza, 1972 restauriert, Farbbefund des Autors).

Italianisierende F. der Innenräume findet sich außer in Salzburg (s. oben) z. B. in der Reichen Kapelle der Münchner Residenz, 1607 (Scagliolaverkleidung: H. Kreisel, [2] 1947, 231–34, Abb. 215f.), und im ehem. Goldenen Saal des Augsburger Rathauses, bis 1622, dessen Ausstattung mit grau in grau gemalten Arabesken auf heller Wand, eingelassenen Gemälden, braunen, reich vergoldeten Hölzern und weiß-rot-grauen Steinfußböden an venezianische Räume erinnert (Ausst.Kat. „Augsburger Barock“, Augsburg 1968, Nr. 39, 50; RDK III 1157f. Abb. 7).

Zu den aus dem 16. Jh. übernommenen Farbgebungen gehört die Weiß-Grau-Schwarz-F., die im ganzen 17. Jh. weiterlebte.

Beispiele für Außen-F.: Die Marienkirche in Danzig erfuhr 1639 eine Weißfassung, schwarze „Fugen“ täuschen Quadern verschiedener Größe an Fenstern bzw. Fensterrahmen vor [217]. In Himmelberg B. H. Feldkirchen, Kärnten, um 1600, wurden der weißen Wand die gliedernden Rahmungen in Sgraffito aufgetragen (Karl Ginhart, Die Kdm. Kärntens, Bd. 4, Klagenfurt 1934, S. 28), am Prälatenhof von Stift Altenburg, N.Ö., um 1650, in Braun aufgemalt ([260], 1973; Abb. 40). Die Fassade der Würzburger Karmelitenkirche, 1669, zeigt graue Gliederung zu weißer Wand ([52] Abb. 14; ob hier ein Wunsch des Ordens vorlag, ist unbekannt).

Die F. zahlreicher Kirchenräume, neu errichteter wie wieder ausgemalter, ist bestimmt von weißer Wand, der die farbige Gliederung und gelegentlich in Motiv und F. herkömmliche dekorative Malerei aufgetragen wurde. Besonders Jesuiten hielten sich an diese Tradition („Jesuitengotik“). Ob diese F. allgemein für Kirchenräume der Reformorden kennzeichnend ist (vgl. die Weißelung der Kapuzinerkirchen), bleibt zu untersuchen.

Die Kirche der Benediktinerabtei St. Michael in Bamberg, 1610–14, zeigt auf hellem Grund graue Netzrippen und ein ins Gewölbe gemaltes Herbarium (Lothar Bauer, St. M. zu B. nach dem Brand von 1610 [= 106. Ber. des Hist. Ver. für die Pflege der Gesch. des ehem. Fürstbistums B.], Bamberg 1970, S. 191), die ehem. Jesuitenkirche St. Mariä Himmelfahrt in Köln, 1618–27, dunkle, teilvergoldete Rippen und goldbetonte Rippenkreuze, weißgoldene Pfeilerkapitelle, außerdem bunte Pflanzenmalerei in den Gewölbefeldern ([7] 25, 1965, S. 302, Abb. 329 bis 334). Das Gewölbe in St. Pantaleon, Köln, von 1619–22 (zerst.) hatte farbige Rippen und Pflanzendekor (ebd. 22, 1959, Abb. 187). In der Visitanerinnenkirche in Freiburg i. Ue., 1653–56, sind heute die Wände weiß, Pfeilergliederung und Sockel heilocker, die Gewölberippen hellgrau gefärbt (Inv. Schweiz, Bd. 41 S. 277f., Abb. 260f.; eine briefl. Anfrage nach den Befunden, die dieser Renovierung zugrunde liegen, blieb unbeantwortet). Die nach Befund wiederhergestellte Bonner Jesuitenkirche, 1686 bis 1698 von Jacob de Candrea, weist zur Blau-Gold-Fassung der Rippen und Pfeiler Kapitelle mit Goldornament auf schwarzem Grund auf, dazu blaue Gewölbeflächen und schwarz konturierte Goldschrift (Abb. 44; Trude Cornelius, [7] 20, 1956, 49f.).

Ev. Kirchenbauten zeigen heute oft eine ähnliche F.; es ist jedoch unsicher, ob sie ursprünglich ist. Vgl. Stadtkirche in Bückeburg, 1611–15, und die Hauptkirche zu Wolfenbüttel, 1608–25 [254 d, Abb. 67, 341].

Auch bei Wiederausmalungen vornehmlich von Stadt- und Kathedralkirchen, aber auch bürgerlichen Repräsentationsbauten, hat man weiß- und graubetonte F. benutzt. Der große Saal des Nürnberger Rathauses wurde 1613 mit Bleiweiß-Ölfarbe gestrichen und mit vergoldeten Leisten geziert [137, S. 116]. St. Stephan in Wien erhielt 1637 eine neue Graufassung (Inv. Österr., Bd. 23 S. 56; s. auch Sp. 313). Im Dom von Freiburg i. Ue. wurden 1646 zur grauen Gliederung die Ornamente der Kapitelle golden, deren Fond schwarz gefaßt (Inv. Schweiz, Bd. 36 S. 66ff., Abb. 51). Der Augsburger Dom erhielt 1656 und 1686 eine Ausmalung in gebrochenem Weiß (vgl. Sp. 372), das Konstanzer Münster wurde 1682–83 innen geweißelt (Inv. Südbaden, 1 S. 72). Als F., die der Bamberger Dom bei der Restaurierung von 1669 erhielt, nimmt Jos. Morper Mattgelb und Silbergrau an (Belvedere 6, 2, 1924, 20; ders., Die Wandlungen des Bamberger Domes seit seiner Vollendung [= Bamberger Hh. für fränk. Kg., 3], Bamberg 1926, S. 11). Farbintensiver war die durch Befund nachgewiesene graublaue Bemalung des Ingolstädter Münsters von 1675 [189, S. 124]. Die für Westfalen in dieser Zeit typischen Stuckbalkendecken sind ebenfalls weiß gefaßt (vgl. [254 b] Abb. 230).

Buntfarbigkeit herkömmlicher Art, besonders des Dekors, ist in manchen Regionen anzutreffen, oft wohl bedingt durch lokale Tradition.

Vor allem Thüringer Beispiele sind gut belegt, z. B. Gera, Trinitatiskirche, 1611 erweitert und neu ausgemalt: Roll- und Beschlagwerkmalerei in ockergelben Rahmen und schwarz umrandete marmorierte Füllungen [245, S. 142]; Kirche in Herpf Krs. Meiningen, Kontrakt zur Ausmalung 1624 (s. Sp. 290): vielfarbig und blaue Tonne mit Goldsternen; Rudolstadt, Stadtkirche, Umbau 1635–36: graue Rippen und Fenstergewände, schwarze Begrenzungsstriche und eine dunkel auf hell gemalte Marmorierung an Schildbogen und Pfeilern [243, S. 146, Abb. 89]. Grüne Rankenbemalung der Gewölbe erhielt 1658 die Nebenkirche Hl. Franziskus im Markt in Wagrein, B.H.St. Johann (Inv. Österr., Bd. 28 S. 202, Abb. 326), und etwas später die Quirinuskap. in Trier (Carlheinz Pfitzner, [2] 1935, 151–55), eine bemalte und teilweise marmorierte Holzbalkendecke 1687 die Hl. Geist-Spitalkirche in Wismar [254 f, Abb. 337].

Nach dem 30jährigen Krieg kam mit der aufs neue von Oberitalienern bestimmten Architektur des Frühbarock in deren Wirkungsbereich (vor allem Graubünden, Tirol, Bayern, Donauösterr. und Böhmen-Mähren) eine intensive F. auf. Ihr Kennzeichen ist die vielfältige Variation eines festen Bestands von Farbgebungen, kombiniert mit einem festen Repertoire an Putztechniken, die häufiger verwendet wurden als farbige Natursteine. Es entstand eine oft kontrastreiche Buntheit, die meist konsequent der architektonischen Struktur folgt. Beliebt waren Farbvertauschungen von Gliederung und Grundfläche, z. B. zwischen Straßen- und Hofseite oder zwischen Sockeigeschoß und Obergeschossen. Für Innenräume benutzte man ein ähnliches Prinzip der Farbgebung, jedoch noch reicher variiert.

Außenbau: Graubündner Bauten zeigen z. B. graue Gliederung (Lochputz als Tuffimitation?) und grüne Gesimsbemalung (Kirche in Poschiavo, 1679: s. Sp. 296) oder schwarzgraue Gliederung zu Gelb (Bever, 1673: [196] S. 136).

Als bayerische Beispiele seien genannt das Passauer Jesuitenkolleg, nach 1662, mit erdgrüner Gliederung zu weißer Wand, blau unterlegter marmorroter Attikabalustrade und goldgelben Nischen [182], Schloß Nymphenburg, erster Bau von Barelli, 1664, mit gelben Flächen, graugrünen Fensterumrahmungen und terrakottafarbenen Gesimsen und Lisenen [188, S. 39], und die Neufärbelung von 1693 des Elias Holl-Baues der Klosterkirche Lechfeld bei Augsburg mit ockergelben Querbändern, weißen Eckquadern, Lisenen und Fenstern zu pergamentfarbener Wand mit roten Spiegeln (Jos. Maria Ritz, [2] 1957, Abb. 7).

In der Servitenkirche St. Karl Borromäus in Volders, Tirol, 1620–54, ist Rot als Kontrastfarbe für die Rücklagen (Nullfläche) verwendet (Abb. 39). Die frühen Bauten der Baumeisterfamilie Gumpp können für diese F. in Tirol als typisch gelten: Stiftskirche St. Laurentius in Innsbruck-Wilten, 1651–67 (ockergelbe Gliederung zu ockerroten Wandflächen: [255 a] Abb. 80), die Pal. Troyer-Spaur, 1680, und Fugger-Taxis, ab 1679, in Innsbruck, Maria-Theresien-Str. (weißliche Fensterrahmungen zu roter Wandfläche: Inv. Österr., Bd 28 S. 340ff., Abb. 301f. und S. 380ff., Abb. 354–58).

Bauten des austro-ital. Frühbarock der Carlone, Tencalla u. a. oberital. Baumeistersippen in Österreich, Böhmen und Mähren zeigen eine einheitlichem Prinzip folgende F. bei großer individueller Vielfalt. Dies veranschaulichen drei um 1670 entstandene Schloßbauten in und um Wien [208, S. 2ff.]: der Leopoldinische Trakt der Wiener Hofburg, 1660–68, mit grüner Gliederung, gelben Rücklagen und rosa Dachgeschoßfeldern [255 d, Abb. 68], das Schloß Esterhazy in Eisenstadt, straßenseitig mit heller, blaugrauer, weiß begleiteter Pilastergliederung zu roten Rücklagen und schwarzgrauen Fensterparapetten (durchgefärbter Rieselputz) im Hauptgeschoß, hofseitig dagegen Rücklagen blau (Abb. 41; vgl. Sp. 301), und Schloß Traun in Petronell, N.Ö., mit ockergelber Gliederung und rosa Rücklagen im Untergeschoß, dagegen rosa Gliederung und ockergelben Fensterrahmen zu grau durchgefärbten Lochputzrücklagen im Obergeschoß [255 c, Abb. 236]. Noch das von Giov. Batt. Aliprandi 1710 gebaute Schloß Kuks (Kukus), Böhmen, zeigt rote Fassadenspiegel (Mitt. von J. Josefik, Prag). Bauten, deren F. unbekannt, jedoch auf Grund des erhaltenen Rauhputzes ähnlich zu denken ist, sind das Pal. Dietrichstein-Lobkowitz (Hofseite) in Wien, 1685–87 [255 d, Abb. 112], und Teile der Residenz in Kremsier (Kroměříž), 1697–98 (Heinr. Gerh. Franz, Die dt. Barockbauk. [= Dt. K. im böhm.-mähr. Raum, Ausstrahlungen dt. K.], Mchn. 1943, S. 43, Taf. 3). Schloß Libochowitz in Böhmen, 1683–90, ist neuerdings weiß mit roten Feldern und Eckquadern sowie schwarzen Kranzgesimskonsolen erneuert worden (Mitt. J. Josefik, Prag; Jaromir Neumann, Das böhm. Barock, Prag 1970, Abb. 13; ähnliche Rauhputzstrukturen zeigen Bürgerhäuser in Landshut: Inv. Bayern, Ndb. 16 S. 483–85, Abb. 253, 380 bis 382).

Kräftige F. akzentuiert auch die Architektur von Sakralbauten; vgl. die W-Fassade der Stiftskirche Kremsmünster, um 1680, mit ziegelroter Vertikalgliederung und weißen Gesimsen zu dunkelgrauen Nullflächen (durchgefärbter Putz: Abb. 43; [260], 1973).

Auch kleinere Bauten zeigen eine im Prinzip gleiche F., z. B. Pfarrkirche und Pfarrhof in Scheibbs, N.Ö.: oxydrote bzw. schwarze Gliederung und Eckquadern auf ockergelber Wand [260].

In Würzburg kommt ähnliche, ital. bestimmte F. vor. Bürgerhäuser der Petrinizeit zeigen steingraue Gliederung und hellgelbe Wände oder – selten – Hellgrau und Lichtrot [148, S. 635].

An Thüringer Bauten bleibt die Kontrast-F. auf die Quaderumrahmung zu weißer Wand beschränkt (vgl. Schloß Friedenstein in Gotha, 1655 voll.: ockergelb; Schloß Elisabethenburg in Meiningen, 1682 voll.: bolusrot; [245] S. 149).

Innenräume: Gelb, rot, blau oder schwarz durchgefärbter Rieselputz an Decken und Wänden zu weiß oder materialfarbig gefaßtem Stuck (z. B. Schloß Traun in Petronell, N.Ö., Sala terrena, um 1670: [208] S. 4; Abb. 42; Haus in Wien 18, Gentzgasse 10: [260]; Prag, Karlshof [Augustiner-Chorherrn-Kirche], Unterkirche, 1708–11: Ivan Sperling, [12] 30, 1970, Abb. 131) oder weißer Deckenstuck mit teils durchgefärbten Figuren und Dekorationen in Rosa, Grün oder Ockergelb (z. B. von Joh. Schmuzer in Kloster Wessobrunn, um 1690–1700: Norbert Lieb, Hugo Schnell und Jos. Klemens Stadler, W. [= Große K.führer, 13], Mchn. 1953, Abb. 24, und in der Wallfahrtskirche Vilgertshofen Krs. Landsberg a. L., Obb., ab 1688: Mich. Hartig, Wallfahrtskirche V. [= Kl. K.führer, 484], Mchn. 19562 S. 3f. m. Abb.; Stuck der Carlone in der Stiftskirche Garsten, O.Ö., 1685 voll.: Ausst.Kat. „Linzer Stukkateure“, Linz 1973, Nr. 35, Taf. 13, in der Dörflkirche in Vöcklabruck, O.Ö., voll. 1688: [255 c] Abb. 337, und in Reichersberg a. Inn, Oktogon der Stiftskirche, 1691–95, 1973 restauriert: Ausst.Kat. „Die Bildhauerfamilie Schwanthaler 1632–1848“, Reichersberg 1974, S. 5; Linz, Nordico, 1677 von Joh. Peter Spaz: Ausst.Kat. „Linzer Stukkateure“ a.a.O. S. 110f.). Mit dieser Stuckdekoration können stark farbige Deckenfelder kombiniert werden, z. B. Passau, Dom, voll. 1686 (caput mortuum: [184] S. 153); Kremsmünster, Marienkap. an der Stiftskirche, 1676 (ocker und bolusrot; Restaurierung 1972); Sta. Domenica, Graubünden, Kap. S. Francesco an der Pfarrkirche, stuckiert 1676 (blau: [55] Farbtaf. nach S. 55), und Kaisersaal in Wettenhausen, voll. 1690 (blau: W. Bertram, [11] 24, 1965, 9–14). Farbiger Stuck findet sich im Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels, 1664–67 (apfelgrün und rosa: [254 e] Abb. 325), sowie in Kloster Wessobrunn, um 1690.

In der Passauer Jesuitenkirche, um 1680 (Carlone-Schule), wurden Pilaster und Wände weiß gefärbt, entsprechend der Stuckdekoration, Triumphbogen, Orgelempore, Kapellenbögen und Emporenbrüstungen grau, Pilasterspiegel in den Kapellen und der Fond der Brüstung rosa (Wiederherstellung Bayer. L. A. für Dpfl., Mchn; [184] S. 153). Vgl. auch den ebenfalls von einem Italiener, Ludovico Caravero, dekorierten Audienzsaal in Schloß Friedenstein bei Gotha, 1683–84: Wände, Grundfläche des Architravs und der Decke rot mit grauer Marmorierung, die Vorlagen der grau gefaßten Pfeiler, die Rahmenleisten und der Architrav schwarz mit grauer Aderung, dazu reiche Vergoldung von Profilen, Kapitellen u. a. Gliederungselementen, grau-goldene Hermen u. a. Dekorteile, weißer Lorbeer ([245] S. 152f., Abb. 92; s. auch Sp. 310). Die 1622 neu ausgemalte Schloßkirche in Torgau erhielt gelbe und rote Wände zu weiß gequaderten Pfeilern [228], die Kapelle von Schloß Moritzburg, 1661–72, rosa Wände [229, S. 22].

Um 1680 wurde auch Scagliola, vor allem in Rot und Weiß, häufiger und akzentuiert verwendet (vgl. Rich. Lang, Die Stuckmarmor- und Scagliolaarbeiten der Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg, in: „Ellwangen, 764–1964“, Bd. 2, Ellwangen 1964, S. 841 bis 867).

Zur F. der Holzbauten fehlen genaue Unterlagen; die Mehrzahl wurde verputzt und wie Steinbau behandelt (z. B. Wolfenbüttel, Schloß, 2. H. 17. Jh., und ehem. Bibliothek, ab 1705: RDK II 535f. Abb. 11f.; ähnlich vermutlich das ehem. Schloß Salzdahlum: Friedr. Thöne, Wolfenbüttel, Mchn. 1963, S. 114ff., Abb. 2–4; Udo von Alvensleben, Die Braunschweig. Schlösser der Barockzeit und ihr Baumeister Herm. Korb [= Kw. Stud., 21], Bln. 1937, S. 82–84; vgl. auch fränkische städtische Fachwerkhäuser mit farbigen Eckquadern und oft aufgemalter Gliederung: [33]). Die schlesischen *Friedenskirchen blieben als Fachwerkbauten erkennbar und wurden nur im Inneren bäuerlich bunt bemalt [240, S. 18ff.]. In St. Gallen wurde an dem seit 1690 als „Blaues Haus“ überlieferten Fachwerkbau am Domplatz der Anstrich des 17. Jh. (über einem roten des 16. Jh.) durch Befund gesichert und 1971 wiederhergestellt: smalteblauer Anstrich des Holzwerks steht zu weißgeputzten Füllungen (Unters. durch Architekt W. Pietz, St. Gallen). Für den Backsteinbau gilt Ähnliches wie für den Holzbau, auch er wird meist verputzt (z. B. Thorn, Artushof: [256] Bd. 8, Taf. 5), oft jedoch, besonders auf dem Land, nur geschlemmt, ohne eine Fugenteilung, und mit weißer Bemalung der Fenster und Türrahmen. In den Schiefergegenden, auch in Amsterdam, kommt Schwarzanstrich zu weißen Fensterrahmen vor (vgl. [253] S. 96ff.).

I. Um 1680 – um 1720

Die Bauten führender Architekten dieser Zeit, so die Joh. Bernh. Fischers von Erlach und Joh. Lucas von Hildebrandts, unterscheiden sich in ihrer F. deutlich von denen der Oberitaliener des Frühbarock. Möglicherweise übernahmen beide Architekten infolge ihrer Schulung in Rom dort praktizierte F. Übernahme der F. war oft mit der von Bauformen verbunden. Es entstand eine vorwiegend auf zwei Farben beschränkte „linde“ (s. Sp. 384) F., die im 1.V. 18. Jh. verbreitet war.

Diese Zäsur ist ab 1690 in Wien besonders deutlich zu beobachten.

Von der F. d. A. der gleichzeitig mit Fischer dort arbeitenden Italiener ist wenig bekannt. In ursprünglicher F. erhalten sind lediglich die Außenseiten des Stadtpal. Liechtenstein (vor 1694–1706, nach Plänen von Dom. Martinelli ausgef. von Ant. Riva und Gabriel de Gabrieli) mit durch Ritzung zart gequadertem rötlichem Naturputz und weißem Stuckdekor (Mitt. des Liechtenstein. Baudir. Busek, Wien).

Nur von zwei Bauten Fischers von Erlach ist die Außen-F. gut dokumentiert und nach dem Befund wieder hergestellt: Schloß Klesheim bei Salzburg, 1700–1709 (Unters. Prof. Kortan und Architekt Reichhart, Wien, 1967; vgl. auch das Modell, vor 1730: Hans Sedlmayr, J. B. F. von E., Wien 1956, Abb. 115), und Pal. Trautson in Wien, ab 1710 (Abb. 47; [206]). Der Salzburger Bau erhielt rotmarmorne Fenstergewände und im piano nobile zu weißer Wand rosa gefärbte Rahmengliederung, das Wiener Palais zu ebenfalls weißer Wand eine in hellem Graublau gefärbelte Gliederung und Sockelbänderung sowie weißen Stuckdekor an den Außenfronten und reziproke F. an den Hofseiten. Die Innenräume des Pal. Trautson zeigen rotmarmorne Türumrahmungen und Kamine, dazu Stuckdecken in nach Hellgrau gebrochenem Weiß.

Das dem weiteren Umkreis Fischers angehörende, um 1710 entstandene Schloß Kirchberg a. d. Raab, Stmk., besaß weiße Gliederung zu rosa Flächen und schwarz-rot-gelb marmorierte Fenstergewände ([260], 1972; Wiederherstellung jedoch Weiß zu Ockergelb).

In den. Sakralräumen Fischers dominiert Weiß, vgl. z. B. die Kollegienkirche, 1694–1707, und die Ursulinenkirche, 1699–1707, in Salzburg (H. Sedlmayr a.a.O. Abb. 87, 111). Dem entspricht das nach Befund in gebrochenem Weiß neugefaßte Mausoleum Kaiser Ferdinands II. in Graz (ab 1688 Fischer an der Stukkierung nachweislich beteiligt: Ulr. Ocherbauer,[15] 10, 1956, 119f. m. Abb.).

Untersuchungen an den Profanbauten Joh. Lucas von Hildebrandts ergaben (oder ließen erschließen) fast alle eine silbergraue Färbung der Gliederung und eine hellgelbe der Wandflächen zu vermutlich weißem Figurenschmuck. Vollständigen Befund erbrachte die Untersuchung an Schloß Halbturn im Burgenland, um 1711 voll. (F. 1972 wiederhergestellt nach [260]; Abb. 48), und am Gartenpal. Schwarzenberg in Wien, 1697–1704 ([26a], 1972, die die von H. Sedlmayr a.a.O. S. 215 aufgestellte Hypothese eines Umbaus durch Fischer von Erlach in Frage stellt; Bruno Grimschitz, Joh. Lucas von Hildebrandt, Wien und Mchn. 1972, Abb. 17f.). Nur die gelblichen Wandflächen waren nachweisbar am Pal. Daun-Kinsky, 1713 beg. ([260], 1969; B. Grimschitz a.a.O. Abb. 76f.), und am Belvedere in Wien, 1714–16 und 1721–23 ([199] S. 96f.; B. Grimschitz a.a.O. Abb. 101, 106), ebenso an den Gartenpavillons in Guntramsdorf, N.Ö., um 1705 –15 (Mitt. von Restaurator Schiass, Wien; ebd. Abb. 248), und Obersiebenbrunn, N.Ö. (W. Kitlitschka, [15] 21, 1967, 45; der am Belvedere beobachtete Glätteputz [199, S. 96f.], von Italienern „intonaco palladiano“ genannt, erwies sich am Pal. Daun-Kinsky – ebenso wie am Pal. Trautson – als dünne Kalkglätte über normalem Feinputz; zur Lit. s. Sp. 305f.). Durch keinen Befund erhärtet ist die graugelbliche F. am Stift Göttweig, 1719 beg. (B. Grimschitz a.a.O. Abb. 146ff.). Z. T. auch archivalisch belegt ist die andersartige F. an Schloß Mirabell in Salzburg, Umbau 1721–27: rötliche bzw. rosa Gliederung auf weißer Wand (Unters. Prof. Sühs, Salzburg, 1973; B. Grimschitz a.a.O. S. 110). 1722 bestimmte Hildebrandt für das Schloß und das Pomeranzenhaus eine Bemalung im Ton Untersberger Marmors (wie bei der sala terrena) auf glattem Putz (Inv. Österr., Bd. 13 S. 170) und bat „... nur das die Farb lindt sey bey der Facciata damit sie keinen üblen Effect machen thuet“ (ebd. S. 177).

Im Innern von Schloß Mirabell wollte Hildebrandt offenbar zu weißer Wand lichtgrauen Stuck sehen, denn auf die Bemerkung des Bauführers, daß man jetzt die Stukkaturen „ganz weiß durchaus“ mache, wünschte Hildebrandt 1722 „denselben mit einer lindten Farb anzustreichen, ... ganz liecht zu halten ... und gemeiniglich nimmbt man ein Aschenfarb“ (ebd. S. 180; zu Gesimsen aus Nagelfluh s. Sp. 296). Diese Farbe bestellte er im gleichen Jahr auch für den Bandelwerkstuck in der Deutschordenskirche zu Linz, dazu an der Emporenbrüstung noch „Englisch-rot, Ungarisch-Berggrün, gelbe Erde und Kienruss“ (E. Guldan a.a.O. [Sp. 289] S. 193). Der Deckenstuck des früher entstandenen Gartenpal. Schönborn in Wien, ab 1710, dagegen war, franz. Manier folgend, vergoldet auf weißem bzw. blauem Fond (M. Koller, Alte und moderne K. 18,1973, H. 130–31, 30; zu dieser F. vgl. P. Decker a.a.O. [Sp. 282] Bl. Av).

Die F. der Kirchenbauten Hildebrandts ist weniger gut belegt. Ein vielleicht erst zur Vollendung 1751 durch Math. Gerl angefertigtes Modell zur 1716 beg. Piaristenkirche in Wien zeigt weiße Gliederung auf hellgraublauem Fond (Wien, Diözesanmus., 1973 restauriert: Ausst.Kat. „Franz Ant. Maulbertsch“, Wien, Halbturn, Heiligenkreuz-Gutenbrunn 1974, Kat. A. Nr. 198); diese F. konnte eine 1969 durchgeführte Untersuchung [260] nicht bestätigen. Für die Priesterseminarkirche in Linz ist dagegen die 1972 bis 1973 wieder hergestellte F. – hellgelbe Wand, dunkelocker die Putzgliederung, rotmarmorne Tür- und Fenstergewände – archivalisch und z. T. auch durch Befunde gesichert (s. Sp. 289).

Die Quelle dieser lichten, vorwiegend grau-gelben Außen-F. der Schlösser Hildebrandts und wohl auch zahlreicher seiner Bürgerhäuser ist in Rom zu suchen. Jüngste Untersuchungen des Internat. Center for Conservation, Rom, an dem von Hildebrandts Lehrer, Carlo Fontana, erbauten Cortile delle zitelle im Ospizio di S. Michele in Rom, 1710–15, haben gelbliche Gliederung auf silbergrauer Wand ergeben. Sehr ähnliche F. – beige Gliederung auf grauer Wand – zeigen die Außenfronten aller zum Wettbewerb für die Neue Sakristei des Petersdoms 1715 eingereichten Modelle (Rom, St. Peter: Hellmuth Hager, Filippo Juvarra e il concorso di modelli del 1715 bandito da Clemente XI per la nuova sagrestia di S. Pietro [= Quaderni di commentari, 2], Rom 1970, S. 55 Anm. 99 und 109, S. 57 Anm. 147 und 167, S. 59 Anm. 194).

Die „römische“ F. fand in Deutschland sowohl im franz. wie im ital. Einflußbereich Verbreitung, mancherorts unmittelbar von Hildebrandt angeregt, so z. B. in Franken (vgl. noch die Bauten Balth. Neumanns und Joh. Jak. Mich. Küchels: s. Sp. 391). Auch für Bürgerhäuser wurde die neue, helle F. übernommen, oft dirigiert durch landesherrliche Vorschriften.

Ein frühes Beispiel dieser Hellfarbigkeit am Äußeren ist Schloß Oranienstein bei Diez a. d. L., 1.Jz. 18. Jh. [107, S. 73].

In Sachsen belegen sie Schloßbauten ebenso wie Bürgerhäuser: Schloß Moritzburg, 1723–26 von Matth. Daniel Pöppelmann umgebaut ([241] S. 180; Herm. Heckmann, M. D. P., Bln. 1972, Anm. 188). Ob am Dresdner Zwinger tatsächlich, wie Zchgn. angeben, Grau und Blau verwendet war, muß offen bleiben, ebenso ob die für 1789 belegte Blaufärbung des Dachs und das Weiß des Zierrats ursprünglich waren (ders., M. D. P. als Zeichner, Dresden 1954, Taf. 38–41; Dan. Chodowiecki, Journal gehalten auf einer Lustreyse von Berlin nach Dreßden ... Anno 1789, Bln. 1961, S. 5). Durch Befund gesichert und wiederhergestellt ist die Außen-F. des Wasserpal. Pillnitz in Dresden, 1720–21: gelbe Wand mit weißen, braun konturierten (Schattenstrich) Auflagen am Risalit, Farbumkehrung an den Flügeln, Chinoiserien in Grisaille auf Rotgrund in der Dachkehle und in der Parapettzone der Flügel ([259] Farbtaf. 52; H. Heckmann 1972 a.a.O. Anm. 207). Für Bürgerhäuser forderte das Baureglement Augusts des Starken 1720, die Fassaden nicht „allzu dunkel noch allzu bund durcheinander, sondern mit gelinden Farben, vornehmlich mit Steinart so viel möglich zu putzen“ (Rolf Wilhelm, Die Fassadenbildung des Dresdner Barockwohnhauses, Diss. phil. Lpz. 1939, S. 88f.).

Das Modell zum Deutschordensschloß Ellingen in Mittelfranken (erbaut ab 1715 von dem in Wien geschulten Franz Keller) zeigt weiße, grau marmorierte Gliederung und vergoldete Kapitelle. Die Zimmer sollten „mit unterschidlichen Farben und linder Staffierung ohne Gold“ ausgestattet, die Figuren mit einer „linden Farb von der Zierrathenarbeit unterschieden“ werden; dazu kamen mit Intarsien „geschattierte“ Böden (Abb. 50; E. Bachmann, Residenz E. [= Amtl. Führer], Mchn. 1963, S. 23f.).

Das Würzburger Bürgerhaus der Greißingzeit bevorzugte Gliederungen in Weiß, seltener in Silbergrau, Hellgrau oder Hellgelb, die Flächen wurden lichtrosa, hellgelb oder hellgrau gefärbt und die Plastik weiß, teils mit vergoldeten Attributen gefaßt [148, S. 635].

Hellgraue Farbgebung wurde auch an der Klosterkirche St. Firmin in Pfäfers, Kt. St. Gallen, nachgewiesen [61, Beil. III].

Von den Werken der Dientzenhofer besitzen wir erst wenige Nachrichten zur F. d. A., die jedoch überwiegend eine altertümliche F. vermuten lassen. Belege zu den böhmischen Bauten fehlen ganz.

Die Prämonstratenserkirche zu Speinshart Krs. Eschenbach, Opf., erbaut 1691–95 von Wolfg. Dientzenhofer, zeigt außen Weiß mit roten Rücklagen (Mich. Hartig, Sp. [= Kl. Kirchenführer, 557], Mchn. und Zürich 19716, Titelbl.). Für das Äußere der Neuen Residenz in Bamberg lassen Quellen auf gemalte Architekturgliederung und gebrochenes Weiß der Fensterstöcke schließen (H. Mayer a.a.O. [Sp. 291] S. 91f., 186). Die von Kilian Ignaz Dientzenhofer erbaute Villa Amerika in der Prager Neustadt, 1712–20, zeigt glaubwürdig wiederhergestellte F.: graue Gliederung auf kräftig oxydroten Nullflächen, rötliche Rauhputzspiegel an den Fensterparapetten und im Erdgeschoß gebänderte Pilaster (Chrn. Norberg-Schulz, K. I. D. e il barocco boemo, Rom 1968, Abb. 79f., 222).

Mehrere der Dientzenhoferschen Kirchenbauten wurden im Inneren von Italienern dekoriert und gehören der Sp. 389 genannten älteren Stufe der F. d. A. an (z. B. Waldsassen, 1685 –1704; [161] S. 93; Speinshart: [184] S. 152). Neues zeigt sich in Georg Dientzenhofers Wallfahrtskirche zu Kappel, beg. 1684: Halbsäulen aus Rotmarmor, vergoldete Kapitelle und Basen, polychromes Gebälk (C. Norberg-Schulz a.a.O. Abb. 52), und an der ersten Ausmalung des 1704 von Joh. Dientzenhofer verakkordierten Doms zu Fulda: rötliche und elfenbeinfarbene Architekturglieder, lichtblaue, gelbe und orangene Seitenschiffkuppeln sowie lichtgrüne Kartuschen, weißer Stuck und weiße Figuren [115, S. 120].

In München und Umgebung setzte die helle F. Hildebrandtscher Prägung erst im 2. Jz. 18. Jh. ein, vorher wurde noch die kräftige Farben benutzende F. oberital. Provenienz angewendet. Nur zu wenigen Bauten gibt es gesicherte Befunde.

Noch Giov. Ant. Viscardis Kirche in Fürstenfeldbruck, beg. 1701, war mit erdgrüner Gliederung zu weißer Wand geschmückt (nach Befund wiederhergestellt nur an Chor und Lhs.: Hinweis Dr. J. Taubert, Mchn.; Abb. 46; [181]). Die Bauphasen 1702–04 (Enrico Zuccalli und Giov. Ant. Viscardi) und ab 1715 (Jos. Effner) des Schlosses Nymphenburg brachten eine veränderte, jedoch noch Herkömmlichem folgende Außen-F. (zur älteren s. Sp. 380): Flächen in rot gebrochenem Weiß, grünlichgraue (grüne Erde) Gliederung und gelbe (Amberger Gelb) Gesimse und Stukkaturen [188, S. 39]. Erst der von Effner ab 1719 fortgeführte Bau des Neuen Schlosses in Schleißheim zeigte neue F.: weiße Wand, gelbe bzw. graue Gliederung am Mittelrisalit bzw. an den Flügeln ([177]; als Quellen dienen das bemalte Modell, um 1725: s. Sp. 280, und die Idealansichten von Joachim Beich in Schloß Nymphenburg).

Zu Berliner Bauten sind die Nachrichten spärlich.

Zur Außen-F. von Schlüters Bauten fehlen gesicherte Befunde. Bei der Renovierung der 1682–85 von Joh. Arnold Nering erbauten Schloßkap. von Berlin-Köpenick wurde der Befund (hellgrauer Grund, blaugraue Pilaster und hellockerfarbene Spiegel) nicht berücksichtigt (Unters. Inst. für Dpfl., Arbeitsstelle Bln., Jochen Hass; [254 g] Abb. 278). Der der Neufärbelung des Otto-Nagel-Mus. zugrundeliegende Befund ist unveröffentlicht (Nachricht in [25] 1972, 149f.).

Eine Bauordnung versuchte die F. der Bürgerhäuser in Magdeburg zu regeln (A. 18. Jh.: alle wiederaufgebauten Häuser sollen gelb, mit weißen Gliederungen, werden: [52] S. 141).

In Westdeutschland, aber auch in Nord- und Mitteldeutschland blieb nach wie vor die herkömmliche, am Ort übliche F., selbst dann, wenn ital. Architekten die Ausführenden waren. Vorwiegend wurde weiße Wand und rotsandsteinfarbene Gliederung verwendet.

In Leipzig wurden Bürgerhäuser in den 90er Jahren in dunkler „Steinfarb“ (= dunkelrot oder braunrot) zu weißem Grund oder weiß bzw. „Steinfarben“ (= gelbbraun) zu dunkelgrauem, gelbem oder bräunlichem Grundton gestrichen; vgl. Farbangaben auf Zchgn. Ferdinand Pitzlers: Abb. 45; s. auch Sp. 280).

Beispiele für Rot-Weiß-F. sind Schloß Bensberg bei Düsseldorf von Matteo d'Alberti, 1703–10 (s. Sp. 311); Mainz, Kernsches Haus am Markt, 1708 (Ernst Neeb, [2] 1905, 77f.); Heidelberg, Alte Universität, 1712 beg. [122, S. 67ff.]; ebendort, Jesuitenkolleg, 1713–17 (zu weißen Plattenauflagen und roter Gliederung ein hellgrauer Grund: [136] S. 26 f.). Am Kaisersaalgebäude der Schwarzburg in Thüringen, voll. 1719, wurde ein tiefes Caput mortuum für die Lisenen, Pilaster und Gesimse, Englischrot für die Fenster- und Türgewände festgestellt [245, S. 149, Abb. 91]. Am Bürgerspital in Würzburg, 1716, Andr. Müller zugeschr., variierte diese F. durch Rot-Gelb-Farbwechsel (Abb. 51).

Auch die Innen-F. in diesem Zeitraum war zu Beginn noch von Italienern bestimmt, wie z. B. in Schloß Lustheim in Schleißheim, 1684–87, wo Enrico Zuccalli weißen Stuck mit farbigen Flächen bzw. Deckengemälden verwendete, etwa entsprechend den Sp. 375 genannten österr. Beispielen.

Vom Wandel der F. nach der Jh.wende gibt P. Decker, Fürstlicher Baumeister a.a.O. (Sp. 282), Zeugnis (vgl. z. B. den Text zu Taf. 10, 13, 18, 39 und 41).

Er empfahl z. B. zur Ausstattung großer Säle reiche Marmorierung, tiefblaue Säulen, Kupfer- und Goldornamentik. Vergleichbare ausgeführte Innenräume waren die des Berliner Schlosses von Andreas Schlüter, 1698–1706 (Edwin Redslob, Barock und Rokoko in den Schlössern von Bln. und Potsdam, Bln. 1954, z. B. Abb. S. 14, 17, 19, Taf. 12ff., 18ff.), und der Marmorsaal im Unteren Belvedere in Wien, 1714 bis 1716 von Lucas von Hildebrandt (B. Grimschitz a.a.O. [s. Sp. 384] Abb. 108). Die Weiß-Gold-Dominanz, die Decker für die Taf. 55 wiedergegebene Kapelle vorschlägt, ist zu vergleichen mit Schleißheim, Kammerkap., um 1725 (Deckenstuck Gold auf Weiß, helle Stuckmarmorwände mit Scagliolafeldern: [254 c] Abb. 301), die Taf. 14–18, 28–31 vorgeschlagenen verschiedenfarbigen Wand- und Deckengründe mit vergoldetem Bandelwerk aus Stuck oder – umgekehrt – blauem und rotem Stuck auf Goldgrund in den Vorgemächern und Kabinetten sind vergleichbar mit dem Gartenpalais Schönborn (s. Sp. 385) und Schloß Oranienstein bei Diez a. d. Lahn, um 1710 [107, S. 70ff.], den Spiegelkabinetten in Schloß Ludwigsburg bei Stuttgart, 1716 voll. [254 a, Abb. 177], und Schloß Pommersfelden, 1713–18 (H. Kreisel, Das Schloß zu P., Mchn. 1953, Abb. 38f.).

In Schloß Schönborn, N.Ö., ließ Fürstbisch. Friedrich Karl von Schönborn 1714 „ein Zimmer auf Schohnbornweiß, das andere mehr grün“ tapezieren (H. Hantsch und A. Scherf a.a.O. [Sp 280f.] Nr.352).

Grautoniger Bandelwerkstuck, wie ihn Hildebrandt verwendete, ist um diese Zeit häufig. Vgl. z. B. die Carlone-Stukkierungen im Refektorium von Stift Lambach, 1708 dat., in der ehem. Stiftskirche zu Gleink, O.Ö., um 1710, und die Fassade in Steyr, Kirchgassc 4 (nach Befund erneuert: Pilaster-, Fenster- und Bandelwerkstukkierung in zwei Grautönen auf Weiß; [260]); außerdem die Stukkierung Franz Xaver Schmuzers in Weingarten, 1718ff. [55, S. 52]. Gemaltes graues Bandelwerk gibt es in Schloß Friedenstein in Gotha [245, S. 157f.].

Die Innen-F. von zwei Kirchenbauten Jos. Greißings entspricht der von Profanbauten. Die Kirche von Friesenhausen Krs. Hofheim, 1710, hat silbergraue Wände mit grauen Pilastern, eine graue Decke mit weißen Stuckrahmen und graue Gurtbogen mit gelben Spiegeln, die Kirche zu Steinbach Krs. Lohr, 1719–21, ebenfalls silbergraue Wände mit grauen Pilastern und Gurtbögen mit gelben Spiegeln, dazu helles Englischrot im Gewölbe sowie gelbe Deckenspiegel in weißen Stuckrahmen und im Chor weißen Bandelwerkstuck auf hellblauem Grund [186, S. 201f.].

K. Um 1720 – um 1760/70

Bis gegen M. 18. Jh. blieben Wiener Vorbilder für die F. d. A. vor allem in Franken wirksam.

1737 schlug Joh. Jak. Michael Küchel dem Fürstbisch. Friedrich Karl von Schönborn vor, den Zeugstadel in Bamberg mit „Perlen- und lichtgelber Farb nach Wiener Manier“ streichen zu lasen [159, S. 32]. An der Wallfahrtskirche Gößweinstein, ab 1730 von Balth. Neumann, wurden in „lichter Steinfarb“ (blaßgelb) gefaßt die Turmlaternen, Engel und Palmbäume am Giebel und die Engelsglorie samt der Dreifaltigkeit an der Fassade, vergoldet hat man die Turmkreuze und Kupferknöpfe, das Auge Gottes über dem Giebel, diesen selbst mit den beiden Urnen, das Uhrzifferblatt, die Orgelfenster und das Chronogramm, porzellanartig mit Bleiweißfarbe wurden schließlich die Urnen des Turmfreigeschosses, das Wappen und die Figuren des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde gestrichen. Der übrige Bau blieb wohl im gelblichen Ton der Steinquadern stehen. Im Inneren waren Türen, Baluster und Postamente des Kommuniongitters in „Perleins-colör-art“ gefärbt, die Kuppelfelder zwischen dem Weißstuck wurden mit „einer blaulichten Milchfarb“ bemalt, die 1766 (Akkord 1765) in „berggrün“ geändert wurde (ebd.). Die Würzburger Residenz war, wie bis heute erhaltene Reste in den Binnenhöfen zeigen, entsprechend Hildebrandt-Schlössern, lichtgelb, die Gliederung silbergrau gefärbelt [141, S. 78]. Ähnliches gilt für das gleichzeitig entstandene Schloß Werneck, Ufr., an dessen Entstehung Hildebrandt ebenfalls beteiligt war (H. Reuther a.a.O. [Sp. 292] S. 142). Für die Sala terrena der Würzburger Residenz legte Neumann die Verteilung der farbigen Marmorsäulen (schwarz, rot,- gelb) und der ihnen auch farbig entsprechenden Vorlagen in einer Skizze fest, auf der eine handschriftliche Notiz jedoch auch Alternativvorschläge vermerkt (Abb. 55). Die F. des Treppenhauses wurde 1966 nach Teilbefunden wiederhergestellt (gelbliche Flächen zu Hellgrau und Weißlich: [183]; zur F. der Schloßkap. s. Sp. 401).

Auch in anderen Gebieten orientierte man sich bis zum Ende der dreißiger Jahre an der F. d. A. Wiens, vornehmlich wurden Weiß, Gelbtöne und Grau, auf glatte Oberfläche aufgebracht, verwendet.

Jakob Prandtauers Schloß Hohenbrunn bei St. Florian, O.Ö., 1725–29, zeigt, ebenso wie das Sommerrefektorium in St. Florian, weiße Gliederung auf hellgelber Wand [207, S. 48]. Das Chorherrnstift Rebdorf bei Eichstätt, 1715–35 barockisiert von Gabriel de Gabrieli, war umgekehrt gelb auf weiß gefärbelt (August Gebessler und Hans Fredrich, [11] 23, 1964, 47, Abb. 5). Das Küchengartengebäude (Orangerie) in Gera, 1729–32 von Gottfr. Heinr. Krohne, besaß graue, weiß abgesetzte Gliederung auf ockergelber Wand, gartenseitig helle Figuren in dunkelroten Nischen (H.-H. Möller a.a.O. [s. Sp. 288] S. 206), das Schloß Belvedere bei Weimar, 1734 nach einem „Riß“ des Landbaumeisters I. A. Richter bemalt, weiße Gliederung auf gelber Wand, dazu marmorierte Pilaster sowie bolusrote Tür- und Fenstergewände [245, S. 149]. Vgl. auch die Vorschläge Leopold Rettis zur Ansbacher Residenz, Sp. 290. Die heute auffallend verhaltene Außen- und Innen-F. der Bauten Giov. Santini Aichels (z. B. Zisterzienserkirche Sedlec bei Kuttenberg, 1703; Wallfahrtskirche auf dem Grünen Berg in Saar Zdar] in Mähren, 1706–23, u. a.: Barock in Böhmen, hrsg. von Karl M. Swoboda, Mchn. 1964, Abb. 59–61 u.a.) dürfte der ursprünglichen entsprechen.

Gg. Christoph Sturm verwendete bei der Fassadenerneuerung von Braunschweiger Bürgerhäusern gemalte (!) weiße bzw. hellgraue Gliederung zu hellgelben Flächen [56, S. 83f.].

Innerhalb dieser Hell-F. kamen auch Rosa und Hellblau in Kombination mit Weiß, Grau und Gelb vor.

Dominikus Zimmermanns Rathaus in Landsberg am Lech, 1718–20, zeigt gelbe Pilaster auf (rekonstruiertem) rosa Grund („Pariser Rot“) und grüne Medaillons [153, S. 35f., Abb. 4], Joh. Michael Prunners Dreifaltigkeitskirche in Stadl Paura, O.Ö., 1714–24, weißgraue Lisenen und rosa Felder an Fassade und Türmen, dazu rote Bänderung der Sockelzone und rotmarmorne Portal- und Fenstergewände sowie Gesimse (Abb. 52; der an Innenseiten erhaltene Türanstrich war vermutlich hellgrau: [201] S. 19f.; B. Grimschitz, J. M. P., Wien und Mchn. 19602, S. 37f.; zur F. des Dachs Sp. 308, 311). Jos. Effners Münchner Preysing-Pal., 1723–28, ist mit grauer Gliederung und rötlichem Dekor zu weißlicher Wand wiederhergestellt ([167] S. 15, Farbtaf. 5 a; Erwin Schleich, [2] 1960, 139f. Farbtaf. 1) Die Färbelung des Innsbrucker Landhauses, Maria-Theresien-Str. 43 (Gg. Ant. Gumpp, 1725–28), belegt ein um 1800 entstandenes Aquarell im Innsbrucker Museum; es zeigt gelbrosa Grundflächen und graue Gliederung (Wolfgang von Pfaundler und Erich Egg, Die schönsten Ansichten von Innsbruck, Innsbruck 1972, Farbtaf. 101; Inv. Österr., Bd. 38, 1 S. 347–380). An der Fassade des Schlosses in Berchtesgaden, um 1725, liegt die rote Gliederung weißem Grund auf [52, Abb. 15], am Rathaus in Windsheim Krs. Uffenheim, Mfr., die hellgraue Gliederung hellrosa Putzflächen, während Kapitelle, Basen und die Büsten in den Fenstergiebeln in rötlichgrauem Sandsteinton gehalten sind (Umbau 1731 durch einen Graubündner Polier G. de Gabrielis: [157] S. 44). Für den Turm der Stiftskirche Dürnstein, Wachau, voll. 1735 von Josef Mungenast, wurden Weiß und Blaugrau gewählt, wie auf Grund der eingekauften Farben Bleiweiß, Smalte und Hammerschlag zu erschließen ist [209]. Wie viele der Bauten des Baumeisters Abraham Millauer war auch die Rossackerkap. in Rosenheim, 1737, ursprünglich in kräftigem Rosa und Weiß, getüncht (Peter von Bombard, Die Kdm. der Stadt und des Landkrs. Rosenheim, Teil 1: Die Kdm. der Stadt und des Gerichtsbez. R. [= Quellen und Darst. zur Gesch. der Stadt und des Landkrs. R., II, 1], Rosenheim 1954, S. 67).

Daneben war aber auch die Kombination mehrerer, jedoch immer heller Farben möglich, z. B. Schikaneder-Lehar-Schlößl in Wien-Nußdorf, 1737, dessen Äußeres gartenseitig nach Befund wieder hergestellt wurde: rot auf rosa marmorierte Pilaster stehen am Risalit vor hellgelber, an den Flügeln vor hellgrüner Wand, das hellgelbe Gebälk mit hellgrünem Fries umfaßt ein hellblaues Giebelfeld ([260], 1972).

Am Oberrhein findet sich die hier seit langem beheimatete Rot-Weiß-F. in Varianten und unter Verwendung von Zwischentönen. Diese F. ist nun auch in Preußen und Schlesien sowohl am Sakral- wie am Profanbau zu belegen.

Die Mannheimer Stadtbauordnung von 1738 verlangte, daß „in jeder Gassen Häuser mit durchgehends gleicher, als weiß und roter Farbe angestrichen, und nicht zuzulassen, daß das eine blau, das zweite rot und so fort verfertigt werde“ [186, S. 223]. In Mainz standen laut Kontrakt für den Erthaler Hof 1738/39 zwei Färbelungsvarianten zur Entscheidung, die nahezu gleiche Farben und nur wenig unterschiedliche Farbverteilung und Technik vorschlugen: grauen Wandton, weiß geputzte Fenstereinfassungen und alle übrigen Glieder „mit steinroth ölfarb dreymal anzustreichen“ oder ebenfalls grauen Grund, aber weiß getünchte Putzplatten um Fenster und Portal aus Quaderstein, der „Ein mahl mitt leinöhl und dan noch zweymahl mitt Englisch rodt Öhlsteinfarb anzustreichen“ sei (K. Lohmeyer, Der Hofkavalierarchitekt Philipp Christoph Reichsfrhr. von und zu Erthal 1689–1748 und die Erbauung des Erthaler Hofes in Mainz, Mainzer Zs. 27, 1932, 44 und 46). Der Vorschlag des Tünchermeisters Jacob Keller 1747 für die Alte Universität in Heidelberg lautete ähnlich: dreifacher roter Ölfarbanstrich (4 Zentner) auf „fenster nebst porthal, ... wie auch fuß- undt haubtgesims“ zu weißen Flächen (3 Zentner Bleiweiß) und grauen Gliedern („drei Pfund feiner Kienruß, drei Viertel Cent. Silberglanz“: [122]). Die Quadersteinfront der Mainzer Jesuitenkirche St. Ignaz, 1763–65, war mit weißer Gliederung und rotem Grund gefärbt (Inv. Rheinland-Pfalz 4, 1 S. 370).

Kirche und Priesterhaus der Wallfahrtskirche Neubirnau am Bodensee, 1746–50 von Peter Thumb, wurden vor wenigen Jahren mit bolusroter Gliederung und grauen Absetzungen, der Turm reziprok mit weißen Auflagen zu bolusrotem Grund erneuert (briefl. Anfrage nach dem Befund blieb unbeantwortet). Unbekannt ist auch der Befund, der der ähnlichen Neufärbelung (weiß-graue Gliederung zu steinroter Wand) von Schloß Meersburg am Bodensee zugrunde liegt; für das Innere der Schloßkapelle (beg. 1741) hatte Jos. Anton Feichtmayr ursprünglich Rosa und Weiß vorgesehen ([55] Anm. 61; vgl. Sp. 290).

Schloß Finckenstein in O-Preußen, 1716–21, hatte wahrscheinlich weiße Gliederung und rote Rauhputzfüllungen [237, S. 38]. Der Turm der 1728–34 erbauten Klosterkirche Grüssau in Schlesien war ursprünglich kräftig rot, die Kapitelle und der Kupferhelm vergoldet [227, S. 64]. Das Haus Zum Falken in Würzburg wurde nach 1735 rot und weiß gefaßt [52, S. 130]. Schloß Dobris in Böhmen, 1745–65 von Jules-Robert de Cotte d. J. und Giov. Nic. Servandoni erbaut, wurde vermutlich nach Befund wiederhergestellt: gelbliche Gliederung auf intensiv pfirsichroter Wand (Hinweis: J. Josefik, Prag; Oldřich J. Blažíček, Barockk. in Böhmen, Prag 1967, Abb. 136).

Anderwärts wurden hellere Farben verwendet, jedoch ebenfalls Fond und Gliederung in kontrastierender F.

Unters. an Schloß Schönbrunn in Wien brachten eine gelblich-rosa Pilasterordnung auf taubengrauen Flächen zutage (wahrscheinlichste Zuordnung wäre die Umbauphase unter Nicolaus Pacassi, 1744–49: [260], 1972; vgl. Gem. von Bernardo Bellotto gen. Canaletto, 1759–60: Stefan Kozakiewicz, B. B. gen. C, Recklinghausen 1972, Bd. 2 Kat. Nr. 281, Abb. S. 221). Die F. von Schloß Poppelsdorf in Bonn, voll. 1753–54, ist überliefert lediglich durch ein Gemälde (Supraporte in Schloß Gymnich): mattes Gelb als Grundton, Arkadenzwickel weiß, Gliederung hellgrau (Wend Gf. Kalnein, Das kurfürstl. Schloß Clemensruhe in P. [= Bonner Beitr. zur Kw., 4], Ddf. 1956, S. 144, Abb. 152). Das Schloß Schwetzingen wurde um 1929 (nach der Befundphase von 1750?) mit dunkelrotem Mittelbau und rot auf gelb gegliederten Flügeln erneuert ([2] 1930, 82f.).

Diese Vielfalt und sogar Polarität der F. d. A. des Rokoko wird deutlich durch die Gegenüberstellung von Bauten verschiedener Künstler.

François de Cuvilliés d. Ä. brachte franz. Anregungen für die F. d. A. mit. Der Außenbau von Schloß Augustusburg in Brühl, an dem er 1728–40 mitwirkte, ist Grau (Gliederung, dünn geschlemmter Werkstein) und Beige (Wände, Anstrich über einem rötlich-gelben aus der gleichen Bauzeit: [106] S. 128, Farbtaf. 26). Für die von ihm bevorzugte Innen-F. sind die Reichen Zimmer und das Theater in der Münchner Residenz [160] sowie besonders die Räume der Amalienburg im Schloßpark Nymphenburg kennzeichnend. Die F. letzterer ist durch die einem Grundriß eingeschriebenen Farbangaben bekannt, die der Renovierung zugrunde lagen: Hellblau mit Silberdekor und weißer Plafond im „Blauen Kabinett“; „couleur-de-paille“ für die Wände, hellblaue Hohlkehle, Silberdekor und weiße Decke im Schlafzimmer; Wände „à fond citron“, Silberdekor, weiße Hohlkehle und bläuliche Decke im Jagdzimmer (RDK IV 89f. Abb.); die Untersuchung des Mittelsaals ergab lichtblaue Wände zu Weiß, Silber und einem Eierschalenton [166, S. 14ff., Farbabb. 5, 7, 9]. Auf Pariser Vorbilder, wie das gleichzeitig ausgestattete Hôtel Soubise, hat A. Knöpfli hingewiesen [55, S. 61].

Unter der Bauführung des Neumannschülers Joh. Seitz wurden die Fassaden der Schlösser in Bruchsal und Trier mit reicher materialillusionistischer Bemalung ausgestattet, die in Bruchsal lt. Kontrakt von 1732 von dem Italiener Giov. Francesco Marchini ausgeführt wurde [125, S. 72–76]: Gliederung des Corps de Logis mit steinroter, weiß geäderter Marmorierung, in den Pilasterspiegeln der Mittel- und der Eckrisalite ehrenhofseitig rot auf weiß gemalte Gehänge, gartenseitig Marmorierung blau auf weiß; Wandgrund gelb, Fensterparapetten und Wandfelder über den seitlichen Durchfahrten gelb mit schattierten Rotpunkten bzw. rot mit regelmäßig dicht gesetzten Goldpunkten; an den niedrigeren Kavalierstrakten ist gartenseitig Erdgrün, Ockergelb und Weiß verwendet und ebenfalls mit Goldpunkten besetzt (Wiederherstellung 1972–75 und bereits 1910: [124] S. 22f., Taf. 15, Farbtaf. 27; Abb. 53). Für das Trierer Schloß, um 1757–61, ist eine ähnlich konsequente Architekturbemalung aufgrund partieller Befunde zu rekonstruieren: pfirsichrote Gliederung mit gelben Pilasterkapitellen und -basen, hellgelbe Wände, weißer Giebelstuck auf Goldgrund und rote Dachgauben (Rekonstruktion Eberhard Zahn, Trier).

Die Brüder Asam dekorierten die Fassade ihres an die Nepomukkirche in München anschließenden Wohnhauses, um 1735, zusammen mit dieser in kräftigen Farben, entsprechend dem Inneren der Kirche (Hinweis Dr. Johs. Taubert, Mchn.; [256] Bd. 17 S. 87, Taf. 41).

Der Quaderbau der Dresdner Hofkirche, 1738–55 von Gaetano Chiaveri, wurde 1748–49 vollständig verputzt. Ob die von Canaletto gemalte Ansicht des unfertigen Baus mit weißem Seitenschiff und grauem Bleidach nur den Verputz oder die beabsichtigte F. zeigt, ist nicht mehr zu entscheiden (E. Hempel a.a.O. [Sp. 291] S. 115f., Abb. 86).

Von der Außen-F. des friderizianischen Rokoko ist wenig bekannt (vgl. Annelise Streichhan, Knobelsdorff und das frideriz. Rokoko, Burg b. Magdeburg 1932, S. 63). Auf einige Dachanstriche ist hinzuweisen: Potsdamer Stadtschloß, preußisch-blau mit Goldverzierung, 1744–51 (s. Sp. 311); Garnisonkirche, ebendort, 1730–35, grüner Ölanstrich des Turms und dunkelgrüne Kupferhaube mit dunkelroten Eckgraten und Simsstreifen (Erich Daubitz, Die Instandsetzung der Garnisonkirche in P., [2] 1930, 116–20).

Die Freude des Rokoko an exotischer Buntheit zeigen die Gartenarchitekturen, deren Reichtum jedoch infolge der vergänglichen Ausführungen nur zu einem Bruchteil erhalten geblieben ist.

Dazu zählen Bauten von Gottfried Heinr. Krohne, die, vorwiegend aus Holz errichtet, schon wenige Jahre nach Fertigstellung restaurierungsbedürftig waren: Treibhaus in Gotha, 1747–48; Jagdschloß „Hohe Sonne“ bei Eisenach, 1742 voll., Neuanstrich schon 1750 (Pilaster gelb, die Füllungen mit Grünspan marmoriert); Gartenhaus Schloß Ilmenau, 1745 erwähnt (rotes Dach); ehem. Jagdschloß „Rühler Häuschen“, unvoll., bis 1748 daran gebaut (auf hzgl. Wunsch Grün in Grün: H.-H. Möller a.a.O. [Sp. 288] S. 206, 209, 214, 227ff.). Erwähnt sei ferner die glitzernde Farbhaut des morgenländ. Baues in Sanspareil, Bayreuth, 1745–48 (Erich Bachmann a.a.O. [Sp. 305] S. 33, Abb. 6), und das schillernde Spiegelscherbenkabinett der Bayreuther Eremitage, um 1750 (Erich Bachmann, Eremitage zu B. [= Amtl. Führer], Mchn. 1963, S. 24; vgl. auch Heinr. Kreisel, Dt. Spiegelkabinette [= Wohnk. und Hausrat einst und jetzt, 1], Darmstadt [1953], S. 27, Abb. 12: Kabinett im Neuen Schloß in B.). Im Forstenrieder Park bei München gab es ein jeweils mit Weiß gestreiftes Rotes, Blaues und Gelbes Haus [52, S. 129]. Das Indianische Haus im Schloßpark Brühl, um 1750, war von exotischer Buntheit: blaugraue Fenster auf rosa Fond am Mittelpavillon, Graublau auf Gelb an den Flügeln und blaugrüne, goldverzierte Dächer [106, Farbtaf. 8].

In der 1.H. 18. Jh. erlebte die „Backsteinmode“ wohl unter niederl. Einfluß eine neue Blüte; sowohl Backsteinmauerwerk als auch gemaltes Backsteinmuster traten farbig in Erscheinung.

Die Fassaden der Häuser im holländischen Viertel zu Potsdam, 1737–42, besaßen rote Wände zu weißen Simsen und Giebelprofilen ([256] Bd. 15, 1 S. 301–04, Abb. 311; Bd. 15, 2 Taf. 94f.). Rotanstrich ohne Fugenbemalung zu Blausteingewänden besitzt das Rote Haus in Monschau, um 1765 (s. Sp. 301). Zur Frage des Farbenwechsels durch Benutzung von Backstein zusammen mit Haustein, z. B. an Bauten Schlaune, vgl. Sp. 300.

In der Schloßbaukunst wird Backsteinmusterung mit Vorliebe der kleinen Begleitarchitektur zugeordnet, z. B. Jos. Effners Magdalenenklause, 1725 bis 1728. im Nymphenburger Schloßpark (Luisa Hager, N., Mchn. o. J. [1955], S. 40, Abb. 44) und am Damianstor in Bruchsal, 1724–25 (s. Sp. 301). In Wien verwendete der in England und den Niederlanden gereiste Jos. Emanuel Fischer von Erlach mehrfach Ziegelmusterung und wohl auch zusätzlichen Farbanstrich an durchwegs verlorenen Garten- und Nutzgebäuden: Theresianum (ehem. Alte Favorita), Schießstätte, entw. um 1730; Gartenpalais Althan in der Ungargasse, voll. 1732 (Thomas Zacharias, Joseph Emanuel Fischer von Erlach, Wien und Mchn. 1960, S. 136, Abb. 135 und S. 25f., Abb. 10f.), und an Entwürfen für Gartenpavillons in Klosterneuburg (Justus Schmidt, Mitt. des Ver. für Gesch. der Stadt Wien 13/14, 1933, 106f.). Auch Hildebrandt versuchte sich bei der Gärtnerwohnung seines Gartenpal. Harrach in der Ungargasse um 1730 der neuen Mode „à la hollandoise mit gezeihnetten Zigln“ anzupassen (Th. Zacharias a.a.O. S. 133f.).

Auch die F. der Innendekoration zeigt z. T. sehr persönliche Prägung (vgl. oben Sp. 396); oft ist sie das Resultat der Zusammenarbeit von Architekt, Maler, Stukkateur usw. und Auftraggeber. Im einzelnen entzieht sich die Fülle der Kombinationsmöglichkeiten exakter Beschreibung. Fast überall verlaufen die Grenzen zwischen einzelnen Raumteilen ebenso wie zwischen Raumdekor und Ausstattung fließend.

Hochbarocke F., bestimmt von bräunlichrot marmorierter Gliederung, blauen oder grünen goldgeäderten Vollsäulen, die farbige Akzente setzen, sowie Golddekor und weißen Figuren, kennzeichnet auch noch viele Räume des Spätbarock. Vgl. z. B. Dreifaltigkeitskirche in Stadl Paura, O.Ö. (s. Sp. 308); Stiftskirche Melk, N.Ö., Innenausstattung von 1714ff. von Jakob Prandtauer, wo beige und rotbraune Marmorierung mit reicher Vergoldung vorherrscht (B. Grimschitz, Rupert Feuchtmüller und Wilh. Mrazek, Barock in Österr., Wien, Hannover und Basel 1960, Farbtaf. 1f.); Wiener Hofbibliothek, Prunksaal, beg. 1722 von beiden Fischer von Erlach (RDK II 531f. Abb. 9); Stift Altenburg, N. ü., Bibliothek, um 1740 von Jos. Mungenast (B. Grimschitz, R. Feuchtmüller und W. Mrazek a.a.O. Farbtaf. 3). Neuausstattungen von Kirchen durch die Brüder Asam zeigen ähnliche F. (Benediktinerkloster Weltenburg Krs. Kelheim, Innenausstattung bis 1735: Harald Keller, Die K. des 18. Jh. [= Propyläen-Kg., 10], Bln. 1971, Farbtaf. 4; München, St. Joh. Nepomuk, geweiht 1746: [254 c] Abb. 170). Ein anderes Ausstattungskonzept der Brüder Asam benutzt gelbe, grüne und blaue glanzstuckierte Pilasterspiegel (z. B. Freising, Dom, 1724: Alois Elsen und Mich. Höck, Der Mariendom zu F. [= Kl. K.-führer, 200], Mchn. 19737 m. Farbtaf.; Klosterkirche Maria-Einsiedeln, Kt. Schwyz, Chor, Ausstattung ab 1724: Inv. Schweiz, Bd. 1 S. 42; Mannheim, Jesuitenkirche, um 1750: [135] S. 62).

Häufig wurden – eine Weiterführung der Régencetradition – Wandfelder, Voute und Randzonen der Deckenspiegel gefüllt mit hellfarbigen, asymmetrischen, von weißem oder goldenem Stuck gerahmten Feldern. So entstand oft leuchtende Buntheit, vor allem im Zusammenspiel mit den Farben von Echt- oder Kunstmarmor, helltonigen Kacheln und Holzintarsien der Fußböden und Türen, wie z. B. in den Prunkräumen der fürstäbtlichen Residenz in Kempten, 1734 (Norbert Lieb, Rokoko in der Residenz von K., Kempten 1958, Farbtaf. nach S. 10, 14, 28, 42), und in der Gymnasialkirche in Meppen bei Osnabrück, 1743–58 aus dem Umkreis Schlauns [86, Farbtaf. 41].

Das die Räume der 40er–60er Jahre im Süden wie im Norden Deutschlands beherrschende Rocailleornament steht bevorzugt gold- oder – seltener – bronzefarben auf weißem Grund oder hellem (hellgrauem, hellrosa) Marmor, so z. B. in der Ahnengalerie der Münchner Residenz, voll. 1731 (Leonie von Wilckens, Fest- und Wohnräume, Barock bis Klassizismus, Königstein 1. T. 1963, Abb. 77), im Musikzimmer in Schloß Sanssouci, Potsdam, 1746 (Burkhard Meier, P., Bln. 19372, Abb. 26), in der Goldenen Galerie in Schloß Charlottenburg, Berlin, um 1742 (E. Redslob a.a.O. [Sp. 390] Abb. 46–50), im Bronzesaal des Potsdamer Stadtschlosses, 1745 bis 1751 (L. von Wilckens a.a.O. Abb. 24), und in der Großen und der Kleinen Galerie in Schloß Schönbrunn, Wien, um 1761 (R. Feuchtmüller, K. in Österr., Bd. 2, Wien, Mchn. und Basel 1973, Taf. 14; [255 d] Abb. 124).

Silberfarbener Stuck wurde im Neuen Schloß in Potsdam bevorzugt (E. Redslob a.a.O. Abb. 111–18); vgl. auch Schloß Amalienburg im Schloßpark Nymphenburg (Sp. 396). Auch über Versilberung farbig lüstrierter Rocaillestuck ist erwiesen, z. B. im Spiegelkabinett der Würzburger Residenz [185, S. 174] und in der Stadtkirche Suhl, Thür., 1753–64 [245, S. 164, Abb. 101].

Primär weiß polierte Wand- und Deckenflächen (Stuckmarmor, weißer „Firnis“) bestimmen die F. einer weiteren Gruppe von Räumen, vorwiegend von Italienern ausgeführt. Meist wird dieses Weiß der Dekoration kombiniert mit farbigen (bevorzugt hellgelben, hellgrünen oder hellblauen) Feldern, so z. B. im Treppenhaus und im Gartensaal des Schlosses Augustusburg in Brühl, um 1750 [106, Farbtaf. 25, 58–62 und 38–40]. Auf heller Fläche sitzt weißer Stuck im Weißen Saal der Würzburger Residenz, 1749–53 ([141] Taf.bd. Taf. 78–82; vgl. auch [185] und [191]). Das polierte Weiß der Wände steht in der Würzburger Hofkirche zu roten und gelblichen Marmorierungen [141, Taf. 67–74] und wurde im Paradeschlafzimmer der Residenz auch als durchgehender Grund figuralen Deckenbildern unterlegt [185, S. 175, Abb. 3].

Die Farbabfolge der Räume einer Enfilade mag gelegentlich auf Wünsche der fürstlichen Bauherren zurückgehen; sie wird auch in zeitgenössischen Schilderungen beschrieben (z. B. Friedr. Nicolai, Beschr. der kgl. Residenzstädte Berlin und Potsdam ..., Bln. 17863, Neuausg. Bln. 1929, S. 15ff.).

In Bayern und im Bodenseeraum wurde die F. nach verschiedenen Raumabschnitten, bes. des Sakralbaus, differenziert, jedoch jeweils auf die Gesamt-F. des Raumes bezogen, eingesetzt. Meist spricht die weiße Wand als Fond mit, die Gliederung ist bevorzugt hellgrau oder rot (oft Stuckmarmor) mit gelblichen, grünlichen oder blauen Akzenten; der Stuck ist grau (z. B. Bandelwerk), grün und bunt (Blattwerk und Blüten) oder liegt als grellbuntes oder goldenes Netzwerk oder Brokatmuster grünen, blauen, violetten oder goldgelben Gründen auf. Camaieubilder, häufig in Messingtönen, können Farbakzente setzen. Auch farbiger Rocaillestuck kommt vor (z. B. Klosterkirche St. Gallen, beg. 1755; grüner Stuck: Jos. Grünenfelder, Restaurierung der Kath. St. G., Werk 55, 1968, 178; [194] S. 166ff., mit Farbabb.).

Die raumbezogene Abstufung der F. ist in der Klosterkirche Ottobeuren, geweiht 1766, stukkiert von Joh. Mich. Feichtmayr, besonders deutlich (Farbbeschreibung bei W. Bertram, [173] S. 27–31). Franz Xaver Feichtmayr d. Ä. und Jacob Rauch stukkierten 1751 die Wallfahrtskirche St. Michael in Violau Krs. Wertingen mit blaugrauer und rosa Rocaille auf hellblauen Gewölbezwickeln und mit Goldbrokatmuster bemalten Gurtbögen [169, S. 67–70]. Dominikus Zimmermanns Stuck in der Frauenkirche zu Günzburg, um 1741, ist farbig auf weißem Grund (hellgraue Bänder, zart rötliche Begleitstreifen der weißen Pilaster, kupfergrüne Kartuschen und Gitterfelder, marmorierte Felder und fleischfarben gefaßte Putten: [151] S. 32). Seine 1757 voll. Wieskirche bei Steingaden zeigt zur weißen Architektur grüngrundige Kapitelle mit Golddekor, helle, graublaue Stuckmarmorsäulen im Chor und violettgraue Hochaltarmarmorierung, grüne Gurtbogenfelder und bunten Deckenstuck (Peter Sutermeister und Jeannine Le Brun, Barocke Welt in Raum und Zier, Barockk. in Schwaben und Altbayern, Bern und Stg. 1966, Farbtaf. 136, 138f.). Die Klosterkirche Rott am Inn wurde 1763–67 ausgestattet mit grünem Rocaille- und rosa Figurenstuck, gelblichen Füllungen und grauen bzw. violetten Stuckmarmoraltären mit weißen Figuren (ebd. Farbtaf. 123). Ein außerbayerisches Beispiel für diese F. ist St. Paulin in Trier, geweiht 1754 (Hans Reinhold, [2] 1932, 69).

Bei den um M. 18. Jh. häufig vorgenommenen Neufärbelungen ma. Kirchenräume bevorzugte man Weiß, farbige Akzente setzte dann meist lediglich die Ausstattung. Andererseits wurden frühbarocke, ursprünglich unbunte Räume jetzt in für diese Zeit typischen Farben gefaßt (z. B. Stiftskirche Polling, Obb., umgebaut um 1620, Ausmalung um 1760: Hellblau, Hellgelb und Rosarot zu Weißgrund; wiederhergestellt 1972; [254 c] Abb. 242f.).

Auch für spezielle Bauaufgaben wie das Theater verwendete man lange Zeit ähnliche F. Das Markgrafentheater in Erlangen, 1743–44, hat zur weißen Gliederung türkisblaue und gelbe Felder ([164] S. 113; [58] S. 260f.), das markgfl. Opernhaus in Bayreuth, 1745–48, zur grauen Architektur der Logen blaue Felder und goldene Ornamente (ebd. S. 265 Abb. 5), die F. des Residenztheaters München, 1751 – 53, wird bestimmt vom Golddekor zu weißer Logenarchitektur und Rot (bes. Scharlachrot der Stoffbespannung; [160] S. 98; [58] S. 266 Abb. 6). Das Theater in Schloß Friedenstein, Gotha, Neuausmalung um 1775, zeigt graurosa („pfirsichblüten“) Grundton, blaugrüne Deckenkassetten und Goldprofile [245, S. 158 Abb. 98] und das Passauer Opernhaus, 1783, grüngraue Architektur mit roten und goldenen Akzenten [58, S. 263 Abb. 4].

L. Um 1760/70 – um 1800

Im letzten Drittel des 18. Jh. herrschten am Außenbau neben Weiß wenige gedämpfte Töne vor – Grau, Gelblich, Rötlich und Grün –, die als Entsprechungen natürlicher Steinfarben verstanden werden sollten. Selten wurden mehr als zwei Farben kombiniert. Für Innenräume wurde franz. Mode bestimmend. Besonders geläufige Farbzusammenstellungen für den Außenbau sind in den Mustervorlagen bei Friedr. Chrn. Schmidt, Der bürgerliche Baumeister ..., Gotha 1790, Taf. 71, enthalten. Er gibt 12 Steinfarbtöne in 35 Kombinationen an. Auffallend ist eine prinzipielle Änderung im Verständnis der F. d. A.; man wollte nun die Gliederungen heller als den Wandton gefärbelt sehen: „Die Haupterforderniß ist, daß man zum Grund allezeit eine blaße ziemlich helle Farbe wählt, welche sanft auf das Auge wirkt, und die hervorstechenden Theile, als Fensterbekleidungen, Lessees und Dachgesimse noch etwas heller anstreicht, wodurch sie sich noch mehr hervorheben“ (ebd. S. 158). Marmorierungen wurden abgelehnt, Statuen und Dekorationen weiß oder hellgrau angestrichen. Für das Stadtbild wurde heller Gebäudeanstrich, jeweils vom Sockel zum Gesims sich aufhellend, zur besseren Lichtwirkung gefordert, während Gartenhäuser dunkler gefärbt werden sollten (ebd. S. 160f.).

Die praktische Anwendung dieser Regeln bestätigen Bauvorschriften, aktenkundliche Nachrichten und Bildquellen ebenso wie die wenigen vorliegenden Untersuchungsergebnisse. Vor allem Kombinationen von Grau mit Rosa, Gelb oder Grün kamen vor und setzten Farbakzente in das einfarbige Stadtbild. Monochrome Blaufärbung lassen auch zeitgenössische Hausnamen erkennen.

In Bruchsal wurde 1763 die F. des Schlosses (Fassung von 1732) geändert und 1771 das Markttor farbig gefaßt. Die Arbeitsverträge für den Anstrich des letzteren, 1771 vom Stadtrat mit den „Dingern und Mahlern“ geschlossen, verlangen die „Anstreichung ... auf sambtliche Quater-Steine und Gesimbser, dergestalten, daß die Zirad-Arbeit 3 mahl und sambtliche Sand-Steine 2 mahlen und zwaren die Gesimbser und Quater-Stein graulich undt die Zirad weißlecht nach nehmlicher Arth und Weis des hiesigen fürstl. Residenz-Gebäudes mit guten Öhl-Farben dauer- und meisterhaft angestrichen werden sollen“. Hinzu kamen eine Urne und eine Fahne, beide Kupfer, vergoldet, sowie grüne Fensterläden [123, S. 231–33].

Ein Beschluß aus den Würzburger Stadtbauprotokollen von 1788 gestattete „keinen anderen als weißen Anstrich mit stein- und silberfarbiger Einfassung“ unter Berufung auf die Stadtbauordnung von 1722 und in Analogie zum Weißanstrich in Mainz und Mannheim. In „Steinfarb“ durften jedoch „alle großen steinernen herrschaftlichen Gebäude, bei denen es gewissermaßen nicht nur schicklich sondern selbst notwendig ist, daß selche vor anderen Gebäuden ausgezeichnet werden“, bleiben ([52] S. 140; [186] S. 222f.).

Die Ansichten Canalettos aus Dresden (1747–58, 1762–67), Wien (1758–61), München (1761), Warschau (1767–80) u. a. Orten geben in erster Linie solche „steinfarbenen“ Töne wieder, die von Weiß über Grau bis Gelb und Braun reichen (allerdings erschwert gegilbter Firnis die – bisher fehlende – Auswertung mancher Bilder). Einige Bilder, z. B. Wiener Paläste, lassen ockergelbe Gliederung auf weißer Wand erkennen (Palais Kaunitz in der Vorstadt Maria Hilf, 1719–60, und Pal. Liechtenstein in der Rossau: St. Kozakiewicz a.a.O. [Sp. 396] Kat. Nr. 270 S. 211, Abb. S. 215; Kat. Nr. 271 S. 212, Abb. S. 216). An Wiener Bürgerhäusern der Zeit ist einheitliche lichtbraune Ockerfärbung durch Befund belegt (z. B. Geburtshaus Nestroys, Bräunerstraße 3, 3. V. 18. Jh.: [260], 1972).

Die Untersuchungen an Stift Dürnstein, Wachau, Schicht 2, erbrachten als Befund eine gelblich-rosa Pilasterordnung zu taubengrauen Flächen, vergleichbar der älteren Bemalung von Schloß Schönbrunn in Wien, s. Sp. 396 ([204] S. 125; einziger Anhaltspunkt zur Datierung – als terminus ante quem – ist ein Aquarell von Rud. von Alt, 1841, in der Slg. Gg. Schäfer, Schweinfurt: Ausst.Kat. „Der frühe Realismus in Dtld.“, Nürnberg 1967, Nr. 14 W 34, Abb. 14). An den Hoffassaden der Innsbrucker Hofburg waren um 1770 Gliederung und Dekoration grau, die Flächen in stumpfem Rosa gestrichen ([260], 1972).

Die neue bisch. Residenz in Passau erhielt um 1770 hellgraue Glattputzgliederung und grünliche Rauhputzflächen, dazu Bleifiguren als Schmuck (Teil-Unters. Bayer. L. A. für Dpfl. München, Wiederherstellung 1974). Das frühklassizistische Rathaus von Gengenbach in Baden, 1784, besaß silbergraue Gliederung, hellgelbe Wand und vergoldete Pilasterkapitelle, Gitter und Dekorationen (Abb. 57; [127] S. 6). Als ursprüngliche F. von Schloß Bellevue in Berlin, 1785–86 erbaut von Mich. Phil. Daniel Boumann, wird rötlich-gelber Kalkputz genannt (Inv. Berlin, Bez. Tiergarten S. 117). Die Außen-F. von Schloß Paretz, erbaut von David Gilly 1796 bis 1797, beschreibt Herm. Schmitz, Schloß P., Bln. o. J. [1919], S. 11: vortretende Teile weißlichgelb, zurückliegende dunkleres, nach Rosa gebrochenes Gelb, dazu weiße Fensterläden.

Sog. „Blaue Häuser“ gab es in vielen Städten. In Basel entstand 1762–69/70 das Blaue Haus (Reichensteinerhof) zusammen mit dem Weißen Haus (Wendelstörferhof) als Gegenstück (R. Hootz a.a.O. [Sp. 315] Bd. 2 Abb. 61).

Mehrfarbigkeit oder gar Buntheit war im Profan- wie im Kirchenbau die Ausnahme. Pavillons und andere Gartenarchitekturen in Landschaftsgärten behielten die kräftige F. ihrer Rokokovorläufer bei. Unmittelbare Bezüge zu orientalischen Vorbildern, z. B. der türkischen „Tulpenzeit“ sind nicht belegt.

Das Gartenhaus des Eichstätter Propsteigartens wurde 1771 – ähnlich den Propsteigebäuden – mit rötlichen Pilastern, blaugrauen Pilasterspiegeln, die Gartenmauer mit rötlichgrauen Wandfeldern und rot-weiß marmorierten Feldern an der Attika bemalt [143, S. 183]. Die 1778–95 von Nicolas Pigage errichtete Moschee im Park von Schwetzingen (Inv. Baden, 10, 2 S. 289–312) zeigt heute intensive Rotfärbelung in einem zu Karmin neigenden Ton.

Zur Außen-F. der Kirchenbauten stehen noch weniger Unterlagen zur Verfügung. Im wesentlichen ergibt sich jedoch ein den Profanbauten entsprechendes Bild.

Als Beispiel für Außen-F. seien genannt die Theatinerkirche in München, um 1770 (graugrünliche Gliederung auf Flächen in rötlichem Weiß: [163] S. 48), und die vermutlich um 1780 vorgenommene Neufärbelung von Kirche und Stift Dürnstein (hellgraublaue Auflagen zu rosa Fond ([204] S. 125; Korrektur bei [209] S. 185).

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Götzens, Tirol, 1772–73 von Franz Singer erbaut, zeigt dagegen die altertümlich-illusionistisch aufgemalte ockergelbe Gliederung, die durch dunkle Schattenstriche von der weißen Wand abgesetzt ist [255 a, Abb. 41].

Auch Kirchenräume wurden hell und jeweils mit nur wenigen, meist kühlen Farben dekoriert. Vergoldung auf Weiß und weißlichen Tönen wurde beliebt, vor allem zur Deckendekoration.

Michel d'Ixnard verwendete in der ehem. Klosterkirche St. Blasien und bei der Neuausstattung des Konstanzer Münsters kostbare, wenig farbige Steinverkleidung. Lt. Kontrakt von 1773 hatte der Stukkateur in St. Blasien alle Chorwände mit Alabaster zu verkleiden, das „Abtschörle“ wurde mit Alabaster, Marmor und Jaspis ausgekleidet (Ludwig Schmieder, Das Benediktinerkloster St. B., Augsburg 1929, S. 182, 186); in Konstanz sollte lt. Vertrag von 1775 ebenfalls Alabaster und Marmor benutzt werden (heute: Wand mit weißrötlichem Marmor bis zum Hauptgesims verkleidet, darüber weißer Stuck mit vergoldetem Zierrat, Gewölbe mit vergoldeten Kassetten und weißen Stegen: Abb. 56; Inv. Südbaden, 1 S. 73, 147, Abb. 58).

Bei den zahlreichen Erneuerungen und Purifikationen von Kirchenräumen herrschen Weiß und Gold vor (dazu oft Ausstattungsstücke aus Marmor und Alabaster). Die von Materno Bossi stukkierte Zisterzienserkirche Ebrach (sign. 1778) erhielt im Schiff ins Karmesinrot gehende Stuckmarmorsäulen, die übrige F. ist auf ein tiefes Gelb, Weiß und Gold gestellt [138, S. 85f.]. Grau, Weiß und Gold beherrschen die 1774–94 durchgeführte Innendekoration der Zisterzienserabteikirche Salem, Baden (Conrad Stengele, Das Münster zu S. [= Kl. K.führer, 875], Mchn. 1967, S. 4). Weiß und Gold dürften auch die unter Joh. Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg entbarockisierten Kirchen gekennzeichnet haben (Augustinerkirche 1784–85; Minoritenkirche 1784–89: Hans Tietze, Wiener Gotik im 18. Jh., Jb. Zentralkomm. 3, 1909, 184). Bei der Neufärbelung des Lübecker Doms 1781 wurden dagegen die Gewölberippen schwarz bemalt [68, S. 94].

Retrospektive F., die vor allem in ländlichen Gebieten noch häufig anzutreffen ist, läßt sich dem 1772 geschlossenen Vertrag zur Neuausmalung der Kirche in Herpf Krs. Meiningen ablesen (s. Sp. 290): die Tonne sollte himmelblau und mit Gewölk bemalt werden, die Gesimse silberfarben, Emporen mit indigoblauen Füllungen und Goldschrift, für die Säulen war blaue Marmorierung, für den Zierrat Vergoldung und für einige Leisten Anstrich in „Pferschblütfarb“ vorgesehen [245, S. 164f., Abb. 102].

Im profanen Innenraum bevorzugte man ebenfalls Weiß und Gold, auch Lichtgelb und andere helle Farben, z. B. Grau in verschiedenen Tönen und kombiniert mit Weiß, aber auch Grün.

Die Stilgrenze um 1770 wird an der F. von Zimmern der Würzburger Residenz besonders deutlich. Das „grünlackierte Zimmer“, 1769–72, stand in Dekor, Farbe und Technik (Lüster!) am Ende des Rokoko, die wenig spätere Ausgestaltung des Ingelheim-Traktes, 1771–79, mit Kombinationen von Weiß und Hellgrau, Elfenbeingelb, Hellrosa oder Olivgrün atmete bereits klassizistische Kühle [141, Taf.bd. Taf. 118–28]. Grün als Hauptfarbe zeigt das „Grüne Zimmer“ im Haus Zum Kirschgarten in Basel, 1777ff. (L. von Wilckens a.a.O. [Sp. 400] Abb. 88; vgl. Nic. Le Camus de Mézières, Le genie de l'archit. ..., Paris 1780 [Neudr. Genf 1972], S. 113).

Das Vestibül im Marmorpal, in Potsdam (Sp. 300) hatte zu grauen, schwarzgesprenkelten Wänden hechtgraue Pilaster, weiße Decke und weißen Stuckdekor (H. Schmitz, Das Marmorpal. bei P. und das Schlößchen auf der Pfaueninsel, Bln. [1921], ohne S.ang.). Das Treppenhaus ebendort zeigte die Kombination von Grau und Gelblich, Grau und Fleischfarben mit Weiß, der Grottensaal Grau und Blaßgelb. Der Festsaal von Schloß Bellevue in Berlin, 1791 von Carl Gotthard Langhans eingerichtet, hatte chamois-lila getönte Wände und blaue Stuckmarmorsäulen (Inv. Berlin a.a.O. [Sp. 405] S. 121, Abb. 89–91). Im Vestibül von Schloß Paretz waren die Wände mit grauem Marmor verkleidet, Gesimse und Türen weiß, der Fußboden mit schwarzen und weißen Platten belegt (H. Schmitz, Schloß P. a.a.O. (Sp. 405] S. 12). Hellen Marmorfeldern mit dunklen Rahmen – durch Tapete imitiert – setzte man dunkelgrundige Grisaillemedaillons ein (Basel, Saal aus dem ehem. Segerhof, E. 18. Jh.: L. von Wilckens a.a.O. Abb. 89), oder man kehrte die Kontrastwirkung um und verwendete mattweiße Stuckfüllungen auf dunklem Grund (Burgsteinfurt, Konzertsaal im Bagno, 1774: ebd. Abb. 43).

Schließlich wurden im 3. Dr. 18. Jh. und bis in die 40er Jahre des 19. Jh. „pompejanische“ Wanddekorationen mit oft starkfarbigen, weißen oder schwarzen Wandfeldern beliebt, sowohl als Malerei auf möglichst glatter Wand als auch als Tapete oder Wandbespannung (Beispiele und Entwicklung s. [60]).

M. Um 1800 – um 1840

Die F. klassizistischer Architektur des 19. Jh. wurde häufig bestimmt durch immer konsequenteres Zurschaustellen des Baumaterials am Äußeren, vor allem hellfarbigen Hausteins und unverputzten Backsteins. Wenn auch verschiedenartiger Anstrich weiter vorkommt, oft sogar ausdrücklich gefordert wird, so lassen Äußerungen von Architekten erkennen, daß materialfremde Oberflächenbehandlung als Beeinträchtigung empfunden wurde: „Jede Farbe, die bei gewöhnlicher Architektur nicht an irgend ein Baumaterial erinnert, wird schon etwas Anstößiges haben“ (Karl Friedrich Schinkel 1829 in einem Gutachten zum Entwurf einer Instruktion für die Baukommission von Düsseldorf: Schinkelwerk, Die Rheinlande, S. 116). Erst den klassizistischen Architekten wurde die Differenz von Baumaterial und Putzverkleidung bzw. Farbanstrich bewußt; die Bemühungen um Materialreinheit und -einheit in der F. d. A., die u. a. zur Wiedereinführung des glasierten Backsteins führten, sind auch ein Resultat dieser im frühen 19. Jh. stets gegenwärtigen Spannung.

Peter Speeth versuchte 1816 gesandelten Ölfarbanstrich von Baugliedern aus Sandstein zu verhindern (Pfarrkirche Unterhohenried bei Haßfurt: Ingrid Haug, P. Sp., Architekt 1772–1831, Diss. Bonn 1961, S. 154f., 318f., 331, 323f.; angewendet wurde diese Sandsteinbehandlung 1829 bei der Innenrenovierung der Heidelberger Jesuitenkirche: Peter Anselm Riedl, Die Heidelberger Jesuitenkirche und die Hallenkirchen des 17. und 18. Jh. in Süddtld. [= Heidelberger kg. Abhn., N. F. 3], Hdbg. 1956, S. 64; Schinkel hatte diese Technik vorgesehen zur Steinimitation an Holzgesimsen: Schinkelwerk, Berlin, 3. Teil, S. 183).

Schinkel nannte verputzte Wände einen „widerlichen Kontrast“ zu Hausteinmauerwerk und einen Widerspruch zu dem „soliden Charakter, den dies Gebäude durch seine Ausführung erhalten soll“ (Gutachten zu seinem eigenen Plan für die Neue Wache in Berlin vom 30. 4. 1817: ebd. S. 158). Statt Verputz wünschte er Backsteinmauerwerk, dessen Fugen nachträglich ausgestrichen und geritzt und das dann in ganzer Fläche geglättet und mit „einer lichten Ölfarb, welche die Fugen durchscheinen läßt“, angestrichen werden sollte (ebd.). Gleiches Mauerwerk – mit einem Anstrich in einer „lichten Tonfarbe“ – statt Verputz forderte er ebenfalls 1817 für die Militärarrestanstalt in Berlin, weil damit „zugleich Solidität und Genauigkeit mit einem charaktervollerem Ansehen gewonnen“ werde und weil „der Putz von Kalk die schlechteste Arbeit so wie die beste bedeckt, und schon deshalb zur Vernachlässigung Gelegenheit gibt“ (ebd. S. 182). Ebenso wie Anstrich des Backsteinmauerwerks hieß Schinkel konservierende Öltränke von Sandstein gut (Büchsenmacherei in Berlin, 1816: ebd. S. 173; Turm der Kirche von Letschin, 1817: ebd., Mark Brandenburg, S. 134) oder Backsteinimitation in durchgefärbtem Zementmörtel (s. Sp. 302).

Bei anderen, meist späteren Bauten Schinkels wurde nur der Fugenmörtel farbig angepaßt, während das Stein- bzw. Ziegelmauerwerk unbehandelt blieb (ebd., Westfalen, S. 150; ebd., Mark Brandenburg, S. 147), oder es wurde die angestrebte reine Material-F. erreicht durch die Verwendung farbig – dunkel bis weiß – glasierter Backsteine und roter Terrakottareliefs zu ebenfalls nicht gestrichenem Backsteinmauerwerk (z. B.Berlin, Bauakademie, 1834 verkleidet: ebd., Berlin, 3. Teil, S. 49, Abb. 37, 40f., 47f., 55f.; Feilnerhaus in Berlin, um 1830: Abb. 59; ebd. S. 220f., Abb. 223f.). Solche Backsteinbauweise hatte Schinkel sowohl an der Marienburg, Ostpr., als auch in Oberitalien kennen und schätzen gelernt (vgl. Alfred Frhr. von Wolzogen, Aus Schinkels Nachlaß, Bd. 1, Bln. 1862, S. 165) und später als passend für den „altdeutschen Stil“ angesehen (Schinkelwerk, Mark Brandenburg, S. 7, 141) und als geeignet zur Renovierung einer gotischen Kirche (Matena-Kirche in Wesel Krs. Rees, Gutachten von 1826: ebd., Die Rheinlande, S. 373).

Scharfe Ablehnung von „ephemerer Obertünchung“ wurde 1828–33 von Heinrich Hübsch formuliert, der sie „als ganz unverträglich mit der Würde eines öffentlichen Gebäudes“ bezeichnete (A. Valdenaire, H. H., Karlsruhe 1926, S. 28).

Trotz dieser Bestrebungen wurde Verputz und Farbanstrich weiter verwendet. Den verbalen Aussagen gleichwertige Objektbefunde sind noch selten, so daß das Verhältnis von Theorie und Praxis schwer zu beurteilen ist.

Die Farbauswahl, die David Gilly in seiner „Land-Bau-Kunst“ a.a.O. [Sp. 282] S. 162ff. traf, entspricht zum großen Teil der 1790 von F. Ch. Schmidt vorgenommenen (s. Sp. 403). Jedoch fügte Gilly einige intensivere Farbtöne hinzu, so Rot, Blau, Grün sowie Grüngrau, „eine besonders jetzt sehr übliche Farbe“, die „aus obigen Farben (= Kalk- oder Bleiweiß mit Braunschweiger Grün) mit etwas Kühnruß vermischt“ gemacht wird (vgl. Urs Boeck, [2] 29, 1971, 39 Anm. 14). Diese Vorliebe für dunkles Grün ist durch Beispiele belegt: die Jesuitenkirche in Landshut erhielt 1799–1800 dunkelgrünen Außenanstrich (Hinweis Dr. Friedr. Kobler). Ein 1798 gebautes Haus Friedr. Gillys war braun gefärbt, jedoch in der bereits von Schmidt geforderten Art von unten nach oben aufgehellt und der Stuckdekor „auf Bronze Art coloriert“ geschmückt (Heinrich Karl Riedel, Slg. archit. äußerer und innerer Verzierungen für angehende Baumeister und Liebhaber der Bauk., Bln. 1803–05, H. 2 Taf. III; U. Boeck a.a.O. Anm. 8 und 30). Peter Jos. Krahe bevorzugte in seinen Entwürfen ab ca. 1803 kräftige warme Farben der Rot-Gelb-Braun-Skala (vgl. Reinhard Dorn, Bauten und Projekte P. J. K. in Ddf., Koblenz, Hannover und Braunschweig 1787 bis 1806 [= P. J. K., Leben und Werk, Bd. 2], Braunschweig 1971, Abb. 112, 114). Die Villa Salve Hospes in Braunschweig wurde in diesen Tönen nach den Zchgn. Krahes (Abb. 58; ebd. Abb. 129) restauriert (frdl. Mitt. Dr. Ing. R. Dorn).

Seit Beginn des 19. Jh. wurde versucht, das in regelmäßiger Gleichförmigkeit gewünschte Stadtbild auch hinsichtlich der F. völlig zu egalisieren. Einheitliche helle „Stein-F.“ wurde nicht nur für den Einzelbau zum Ideal erhoben, sondern bestimmte auch die meisten deutschen Städte im ersten Jh.drittel.

Derartige Einfarbigkeit von Straßen- und Stadtbild war das Ziel der von Friedrich Weinbrenner für Karlsruhe durchgesetzten Vorstellungen. So wurde eine Farbprobe am Kanzleigebäude 1815 als maßgebend für die Färbelung der übrigen Zirkelhäuser bestimmt, bei Umbauten sollten die Hauseigentümer diese F. einhalten (A. Valdenaire, F. W. a.a.O. [Sp. 310] S. 128). Das im 18.Jh. grau und gelb getönte Karlsruher Schloß wurde 1803 unter Weinbrenner einfarbig hell gestrichen (ebd.). Ähnlich ist auch die F. der Bauten Christian Frederik Hansens in Hamburg und Kopenhagen anhand der Entwürfe vorzustellen (Ausst.Kat. „Architekt Ch. F. H., 1756–1845“, Hbg. 1968, Nr. 74, 82, Abb. 16f.). In München gehören die mit dem Leuchtenbergpalais 1817 beginnenden Bauten Leo von Klenzes an der Ludwigstraße dieser Phase an: Leuchtenbergpalais graugrün; Odeon 1826–27 wahrscheinlich helles Gelb, in dem auch der Terrakottadekor gefärbelt war, während die Steinteile von Sockel, Balkon und den Säulen blank blieben (Heinrich Habel, Das Odeon in M. [= Neue Münchner Beitr. zur Kg., 8], Bln. 1967, S. 24ff.); Bazar 1825 grau; die drei Häuser des jetzigen Finanzministeriums grau, rötlich und graugrünlich [163]. Steinbauten von Peter von Nobile in Wien, wie der Theseustempel, 1820–23, oder das 1824 vollendete Burgtor trugen wahrscheinlich grauen Farbanstrich (Alois Kieslinger, Die Steine der Wiener Ringstraße [= Die Wiener Ringstraße, Bild einer Epoche, 4], Wiesbaden 1972, S. 50). In seinem Gutachten von 1829 zu den Düsseldorfer Instruktionen (s. Sp. 409) bemerkte Schinkel: „Es scheint nicht ratsam, nur die rote und schwarze Farbe an den Hausfassaden ganz zu verbieten, weil es eine Menge anderer Farben gibt, die ebenso unangemessen in jeder Beziehung sind ...“, und riet, Vorschläge zur Außen-F. weniger zu reglementieren als über individuelle Lösungen zu entscheiden. Das Palais Kaiser Wilhelms I. in Berlin, erbaut 1834–36 von Carl Ferdinand Langhans, wurde durchgehend steingrau gestrichen mit vorderseitig rötlichbraunen, schmalseitig grünen Fensterläden (Schinkelwerk, Arbeiten für Prinz Wilhelm ..., S. 106). Von Würzburg wurde noch 1836 berichtet: „Der Häuser-Anstrich ist meist steinfarbig, d. i. blaßgelb, blaßgrün, blaßrötlich“ (Karl Gottfried Scharold, W. und seine Umgebungen, Würzburg 1836, S. 104). Im gleichen Jahr vermerkte die Allg. Bauztg. Ludwig Försters in Wien (1, 1836, 326ff.): „in der Stadt ... sind gemäßigte Steinfarben die besten ... Im Freien ... ist es gut, solche Anstriche zu vermeiden, welche mit den umgebenden Färbungen einerlei Ton haben ... In der jetzigen Zeit begnügt man sich im Äußeren gewöhnlich mit einem zweifarbigen Anstrich“. Damit fällt ausdrücklich z. B. Grünfärbung am Außenbau einer rationalistischen Farbinterpretation zum Opfer.

Gelegentlich wurde bei privaten Wohnbauten diese steinfarbene Uniformiertheit durchbrochen. So ließ Fürst Charles de Ligne, bekannt als „rosaroter Prinz“, sein Haus auf der Mölkerbastei in Wien rosarot tünchen (Franz Graeffer, Wiener Memoiren, Bd. 2, Wien 1845, S. 74, Neudr. in: Denkwürdigkeiten aus Alt-Österr., hrsg. von Gust. Gugitz, Bd. 13, Wien 1918, S. 187).

Schinkels vom Klassizismus bis in den Historismus reichende Tätigkeit und seine programmatischen Äußerungen zur F. d. A. können als symptomatisch für diese Zeit gelten und umreißen die Spannweite der Möglichkeiten.

Auf seine Forderungen nach materialbetonter F. und die farbige Behandlung von Backsteinmauerwerk wurde Sp. 409f. hingewiesen.

Zu den verputzten Bauten zählt das 1822–24 für Wilhelm von Humboldt erbaute Schlößchen Tegel bei Berlin, das klassizistische „helle Weiße“ an Wänden, Fenstern, Türen, Lauben und Gartenbänken zeigt. Schinkel hebt daran die „mit seiner heiteren Mauerfarbe und den hellen bläulichen Zinkdächern“ erzielte Fernwirkung innerhalb des dunklen Parkgrüns hervor (Schinkelwerk, Mark Brandenburg, S. 38, 40, vgl. auch S. 290). Für den Außenputz der restaurierten Klosterkirche Cappenberg in Westfalen schlug er hingegen 1833 „eine etwas dunklere Stuckfarbe“ vor (ebd., Westfalen, S. 236).

Für das Steinquaderwerk der Potsdamer Nikolaikirche riet Schinkel 1835 Ludwig Persius „eine schöne helle Sandsteinfarbe in mehreren Nuancen nach den verschiedenen Quadern der Mauer“; es sollten nicht zu helle grünliche bis rötlichgraue Farbtöne verwendet werden, da eine hellere gelbliche Farbe gegen die Würde des Baues verstieße und von den Bewohnern der benachbarten Häuser wie des kgl. Schlosses als Belästigung empfunden werden würde. Für die Fassadenreliefs war die gleiche F. vorgesehen (ebd., Potsdam, S. 38f.). Der Turm der Luisenkirche in Berlin-Charlottenburg war 1825 auf kgl. Befehl nach dem Vorbild der Sophienkirche grün zu streichen (ebd., Mark Brandenburg, S. 161).

Für Kirchenräume forderte Schinkel statt Weißelung der Wände vorwiegend eine „sanfte Steinfarbe“ (ebd. S. 141; ebd. Westfalen, S. 80, 236), z. T. mit Rippen in derselben Farbe, „jedoch von dunklerer Art“ (ebd. S. 241). Historisierende Konzepte zeigen pfirsichrote Pfeiler und Wände zu blauen Gewölben und dem Weiß von Kapitellen, Rippen und Zierrat (Marienkirche in Frankfurt/ Oder, um 1834: ebd., Mark Brandenburg, S. 260) oder zu hellblauen Gewölben Zierbemalungen „in matten gebrochenen Tinten ... Jedoch nach der Natur koloriert ... im Ganzen kräftig, aber nirgends grell und außer der Harmonie“ (Pfarrkirche Treis Krs. Kochem, Farbskizze Schinkels vermutlich 1838: Abb. 61; ebd., Die Rheinlande, S. 280, Abb. 223; auf dem gleichen Blatt auch eine Farbskizze zur Pfarrkirche von Vallendar Krs. Koblenz: Abb. 61; ebd. S. 227ff.).

Im profanen Innenraum bevorzugte Schinkel zu antikisierendem Dekor meist hellfarbige Wandtöne wie Grün, Hellblau, „Chamois“ (Schloß Tegel: s. Sp. 413) oder Rosa, Mattgrün, Gelb und Blau mit bronzefarbenem Zierrat (Schloß Friedersdorf Krs. Lebus, 1828: ebd., Mark Brandenburg, S. 58ff.).

Beobachtungen zur ursprünglichen F. antiker Bauwerke, die bereits im 2. Jz. des 19. Jh. zum Polychromiestreit geführt hatten (s. Sp. 276), und in der Folge auch Feststellungen zur F. ma. Architektur beeinflußten die aktuelle F. d. A. seit dem 2. Jz. des 19. Jh. Mehr und mehr erfuhr weiß- oder hellfarbige monochrome F. Ablehnung, die gefördert wurde durch die von physikalisch-physiologischen Erkenntnissen angeregte neue Beschäftigung mit Farbtheorien, aber auch durch negative Erfahrungen mit der übergroßen, ungewohnten Helligkeit der architektonischen Umgebung.

Im J. 1825 wurde über die Blendung der Augen durch die weiß bemalten Häuser in München Beschwerde geführt, aber auch ein sein Haus schwarz bemalender Hausbesitzer einer Kleinstadt vor Gericht angeklagt (Flora 6, 1825, 298). Um 1836 waren bereits an vielen Orten Weißanstriche als Ursache von Augenkrankheiten gesundheitspolizeilich verboten (Allg. Bauztg. 1, 1836, 326), ein Verbot, das 1840 vom Innenministerium für ganz Bayern erlassen wurde (ebd. 5, 1840, 382; vgl. auch Sp. 281). Danach sollte „bei dem ersten Anstrich der Gebäude oder Auffrischung des alten nicht die reine Kalkweiße angewendet, sondern eine milde, dem Auge unschädliche Farbe gewählt werden. Gleiches ist auf dem Lande bei den Schulzimmern gegenüber liegenden Häusern zu beobachten“.

In der Folgezeit führten historische Bestrebungen auch zur Beschäftigung mit historischer F. d. A., die zumeist in freier Kombination aufgenommen wurde. Zugleich befaßte man sich intensiv mit entsprechenden Materialien und Techniken. Anstrichbedingte Materialverfremdung wurde abgelehnt.

Für antikische Bemalungen wurde mit Enkaustik experimentiert, z. B. von Leo von Klenze (Einiges über die Technik der neueren Polychromie in München, Allg. Bauztg. 1, 1836, 408f.) oder von Schinkel, der „die Wachsfarbe ... sowohl an Dauer als an harmonischer Verschmelzung mit Kalkfarbe rücksichtlich des Tons vorteilhafter als Ölfarbe“ ansah (Gutachten zum Entwurf einer Instruktion für die Baukommission von Düsseldorf 1829: s. Sp. 409).

Ebenso wie von Klenze (vgl. Oswald Hederer, L. v. K., Mchn. 1964, S. 321f.) wurde auch in Berlin früh Konsequenz aus den neuen Polychromiekenntnissen gezogen (vgl. Allg. Bauztg. 1, 1836, 224).

Der Kontrast gelber und roter Eigenfarbigkeit der Backsteine wurde seit den 30er Jahren nach Schinkels Vorbild eingesetzt, z. B. von Gg. Friedrich Ziebland (s. Sp. 300) und Friedrich von Gärtner in München [Abb. 60; Klaus Eggert, F. v. G., Diss. Mchn. 1963, S. 68, 70, 99), Aug. Stüler in Berlin (s. Sp. 300) und Heinrich Hübsch in Speyer, Bruchsal u. a. (A. Valdenaire, H. H. a.a.O. [Sp. 411] S. 50, 56f.). Ebenso waren farbig glasierte Dachziegel und bunte Bemalung beabsichtigt (Friedr. von Gärtner, Entwürfe für blau-gelbe Dachmusterung der Münchner Ludwigskirche 1835: K. Eggert a.a.O. S. 18, Abb. 27, und Bemalungsentwürfe für die Münchner Universität 1835–40: ebd. S. 88f., Abb. 43f.). Erst gegen die Jh.-Mitte kam die Sgraffitodekoration wieder in Gebrauch (z. B. Gottfried Semper, Haus des Apothekers Semper in Hamburg: Allg. Bauztg. 13, 1848, 279–82, Taf. 207; vgl. G. Semper, Die Sgraffito-Dekoration, 1868, wiederabgedr. in: Kl. Schr., hrsg. von Hans und Manfred Semper, Bln. und Stg. 1884, S. 508–16). Neben der vor allem für figurale Dekoration wieder verwendeten Freskomalerei wurde Stuccolustro zu einer häufig eingesetzten Technik farbiger Wanddekoration vor allem im Profanbau (vgl. die 1828 von Wilh. von Humboldt an Schinkel mitgeteilte „Anweisung zur Herstellung von Stukkolustro“: Schinkelwerk, Mark Brandenburg, S. 292).

Ein frühes Beispiel für absichtliche Vermeidung jedes Außenanstrichs ist ein um 1840 entstandenes Landhaus in Vöslau bei Wien: Sockel, Erdgeschoß und Brüstungszone des Obergeschosses unverputztes Bruchsteinmauerwerk, Wandflächen darüber mit ungetünchtem Putz aus weißem Sand, „um das kalte und grelle Weiß des Kalkanstrichs zu vermeiden“ (vgl. über venezianische Marmortünche oder den Marmorin: Allg. Bauztg. 1, 1836 183f.), in Höhe der Fensterbrüstungen und -simse, der Gebälklagen sowie unter dem Dach horizontale Bänder aus hochroten Backsteinen, teilweise in Kombination mit aufgestellten Backsteinlagen, sowie durch Weißputz und Backsteinwechsel erzielte Streifung von Tür- und Fenstergewänden (Karl Etzel, Ueber den Charakter ländlicher Gebäude, Allg. Bauztg. 7, 1842, 22, Taf. 439). In diesem Zusammenhang ist auch die Wiederaufnahme der alten Technik, Granit-, Schlacken- oder Glasstücke in weißen Kalkputz zur Verzierung einzudrücken, erwähnenswert, die in der Allg. Bauztg. 1, 1836, 327, empfohlen wurde und die z. B. an salzburgischen und oberösterr. Bauernhäusern etwa aus dieser Zeit noch heute zu finden ist.

Im Innenraum dagegen blieb man bei Bemalung. In Kirchenräumen wurden wieder in größerem Umfang Goldhöhungen in buntfarbigen historisierenden Dekorationskonzepten verwendet (erste Verwirklichung in der Ausmalung der Münchner Ludwigskirche durch Peter Cornelius: André Meyer, Polychromie in Kirchen des 19. Jh., [17] 23, 1972, 174 bis 84).

Zu den Abbildungen

1. Nürnberg, Stadtbibl., Amb. 317.2° (Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung, Bd. I), fol. 30v, der Tüncher Fritz. Farbig lavierte Federzchg., 29 × 20 cm. Nürnberg, um 1425. Fot. Armin Schmidt, Nürnberg.

2. Quadermalerei (schematisch): a. Romainmôtier, Lhs., um 1080; b. Regensburg-Prüfening, Klosterkirche, Fensterlaibung im n. Nebenchor, 2. V. 12. Jh. (?); c. Maria Laach, Nikolauskap., Turm, um 1230; d. Arnstadt, Liebfrauenkirche, A. 14. Jh.; e. Groß-Schönau, N.Ö., Kirche, 15. Jh.; f. Breslau, St. Maria Magdalena, M. 16. Jh. Zchgn. F. Kobler, Mchn.

3 a–c. Münster, Kt. Graubünden, Klosterkirche St. Johannes Bapt., Details der Außenbemalung von Lhs. (a und b) und Chor (c). E. 8. Jh. (?). Zchg. Vf. nach Jos. Zemp und Rob. Durrer, Das Kloster S. Joh. zu M. in Gr., Genf 1906, Abb. 21 bis 23.

4. Lorsch Krs. Bergstraße, ehem. Kloster, sog. Torhalle, Innenansicht des Obergeschosses (nach Restaurierung 1935). A. 9. Jh. (?). Fot. L. A. Hessen, Wiesbaden.

5. Köln, St. Pantaleon, Innenansicht nach W, „Westwerk“ (nach Restaurierung 1960). 984 bis um 1000. Fot. Jeiter, Hadamar/Westerwald.

6. Fulda-Neuenberg, St. Andreas, Krypta (nach teilweise unzutreffender Restaurierung um 1935). Weihe 1023. Nach Jb. der Dpfl. im Reg.bez. Kassel 2, 1936, Taf. 4.

7. Ratzeburg, Dom, Äußeres des Chores von NO. Um 1160/70–um 1200. Fot. L. A., Kiel.

8. Jerichow, ehem. Prämonstratenserkirche, nö. Vierungspfeiler mit Bogenansätzen (nach Restaurierung 1950–60; Gesamtabb. vor Restaurierung: RDK I 1349 Abb. 3). 2. H. 12. Jh. Fot. Dt. Fotothek Dresden.

9. Maria Laach, Turm der Nikolauskapelle (linke Hälfte mit Angabe des Steinschnitts, rechte Hälfte mit Angabe der F.). Um 1230. Umzchg. Vf. nach [40] Taf. 29.

10. Bacharach, St. Peter, Außenansicht der Kirche nach Restaurierung E. 19. Jh., unter Vermengung originaler und älterer F. (des 15. Jh.?). 2. V. 13. Jh. Nach [90] S. 666 Abb. 461.

11. Boppard, St. Severus, Innenansicht der n. Lhs.-Mittelschiffwand (nach Restaurierung 1965–67). Vor 1236. Fot. F. Kobler, Mchn.

12. Soest, Nikolaikapelle, Innenansicht (nach Restaurierung 1963–65). 2. V. 13. Jh. Fot. L. A. Westfalen-Lippe, Münster i. W.

13 a und b. Stapelmoor Krs. Leer, Ref. Kirche, Gewölbe im s. (a) und n. (b) Qhs.arm. 2. H. 13. Jh. Fot. Friedr. Peter, Levern.

14 a–c. Regensburg, Dominikanerkirche St. Blasius, Rippe im Chorschluß mit Freilegungsprobe der 1. Fassung (a), Chorwand mit freigelegter 2. Fassung (b), Innenansicht des Chores mit 3. Fassung (c; Restaurierung 1967). Um 1254 (?, a), um 1260 (b), E. 15. Jh. (c). Nach [11] 26, 1967, 271 Abb. 1, 273 Abb. 2 (a und b), Fot. Bayer. L. A. für Dpfl. Mchn. (c).

15. Panschwitz-Kuckau Krs. Kamenz, ehem. Zisterzienserinnenklosterkirche St. Marienstern, Innenansicht des Lhs. (nach Restaurierung 1965–67). Um 1270/80. Nach [259] Abb. 108.

16. Haina, ehem. Zisterzienserklosterkirche, Innenansicht von Mittel- und n. Ssch. (nach Restaurierung 1938). Vor 1224–1328. Fot. Schneiders, Lindau.

17. Havelberg, Dom, Außenansicht der Lhs.-S-Seite. Nach 1279–um 1330 (?). Fot. Dt. Fotothek Dresden.

18. Lübeck, Marienkirche, Innenansicht des Lhs. (nach Restaurierung 1951–59). Um 1320/30. Fot. Mus. für K. und Kulturgesch., Lübeck.

19. Doberan, ehem. Zisterzienserklosterkirche, Qhs.-Pfeiler und -Gewölbe (nach Restaurierung 1893 bis 1894). Nach 1294–1368. Nach Edith Fründt, Die Klosterkirche zu D. (= Das chr. Dkm., Sonderh. 2), Bln. 1969, Abb. 10.

20 a und b. Stein a. d. D., Kapelle des Göttweigerhofs, Wandfeld und Gewölbe eines Lhs.-Jochs. Um 13 10. Fot. Bundesdenkmalamt, Wien.

21. Lahnstein, Burg Lahneck, Außenansicht des Palas. Um 1330/40 (?). Nach [4] 1961–63, Bd. 2 Abb. 301.

22. Burg Karlstein, Böhmen, Hl. Kreuzkapelle, Innenansicht gegen den Eingang. Weihe 1365. Fot. Denkmalamt, Prag.

23 a–d. Landshut, St. Martin, Innenansicht (a), Lhs.-Pfeiler im unverputzten Zustand mit Weihekreuz (b), Lhs.-Pfeiler der Ostjoche (c) und Westjoche (d). Um 1389–um 1475. Fot. Bayer. L. A. für Dpfl., Mchn. (a); F. Kobler, Mchn. (b–d).

24. Haigerloch Krs. Hechingen, Unterstadtkirche St. Nikolaus, Chorgewölbe (nach Restaurierung 1957). Um 1476. Fot. J. Zänker, Tübingen.

25. München-Pipping, Pfarrkirche St. Wolfgang, Außenansicht des Chores. 1478–80, Fot. Autenrieth, Mchn.

26. Neiße, Rathausturm (nach Restaurierung 1934 bis 1936). 1488–99. Nach [2] 1939, Abb. 57.

27. Lauingen Krs. Dillingen, kath. Stadtpfarrkirche St. Martin, Inneres gegen O. 1513–um 1520, restaur. 1955. Fot. L. A. für Dpfl., Mchn.

28. Augsburg, St. Anna, Fuggerkap., Detail der Marmorinkrustation. Geweiht 1518, Bauleitung Hans Hieber zugeschr. Fot. F. Kobler, Mchn.

29. Bartholomae Firtaler, Pfarrkirche U. L. Frau, Kötschach, BH Hermagor, Kärnten, Inneres des Lhs. Umgebaut 1518–27, gew. 1542. Fot. Bundesdenkmalamt, Wien, Neg. Nr. 50 860.

30 a und b. Hans Hieber, Modell der Wallfahrtskirche Zur Schönen Maria, Regensburg, Innenansichten. Lindenholz, bemalt, Ges.maße 185 cm h., 187 cm l., 98 cm br. Regensburg, Mus. der Stadt, Inv. Nr. AB 173. 1520–21. Fot. Mus.

31. Melchior Wilde (Polier), Gewölbeplan für das Msch. der Marien-(Schloß-)Kirche Dessau. Federzchg. in Braun, teilweise laviert, 26 × 61,2 cm. Inschriften aufgelöst bei P. Pause a.a.O. (Sp. 279) S. 190. München, Staatl. Graph. Slg., Inv. Nr. 1962: 171 Z. Um 1540–41. Fot. Slg.

32. Erfurt, Haus Zur hohen Lilie, Domplatz 31. 1538, restaur. zw. 1963 und 1969. Nach [243] Abb. 65.

33. Wels, O.Ö., sog. Haus der Salome Alt, Stadtplatz 24. M. 16. Jh., restaur. 1956. Fot. Bundesdenkmalamt, Wien, Neg.nr. N 30 520.

34. Prag, Pal. Schwarzenberg am Hradschin. 1545 bis 1563, restaur. um 1960. Fot. Denkmalamt, Prag, Nr. 75 062.

35. Schmalkalden, Schloß Wilhelmsburg, Schloßkap., Innenansicht nach NO. Um 1586, restaur. um 1963. Nach [259] Abb. 139.

36. Hameln, Leistsches Haus, Osterstr. 9. Erbaut 1589, restaur. 1971. Nach [21] 7, 1972, Abb. 106.

37. Gideon Bacher, ehem. Markgräfl. Kanzlei (heute Gericht), Ansbach, Detail der Fassade (Gesamtabb.: [52] Abb. 11). Erbaut 1594. Fot. Eugen Kusch, Nürnberg.

38. Schloß Schmieheim Krs. Lahr, aufgemalter Fugenschnitt an der SO-Ecke (Gesamtabb.: [22] 5, 1962, Abb. S. 19). 1607–10. Nach ebd. Abb. S. 23.

39. Ippolito Guarinioni, Servitenkirche St. Karl Borromäus, Volders, Tirol. 1620–54. Fot. Dr. Krinzinger, Innsbruck.

40. Benediktinerstift Altenburg, N.Ö., Prälatenhof, S-Seite. Erb. um 1650. Bauzustands- und Färbelungsplan des Zustands um 1650 (1.), um 1740 (2.) und im 19. Jh. (?) – 1972. Zchg. (von 1973) und Fot. Bundesdenkmalamt Wien.

41. Carlo Martino Carlone u.a., Schloß Esterhazy, Eisenstadt, Burgenland, Hofseite. 1663–72. Struktur- und Untersuchungsplan (links) und Färbelungsplan (rechts). Zchg. (von 1971) und Fot. Bundesdenkmalamt, Wien.

42. Petronell, N.Ö., Schloß Traun, Sala terrena. Ausmalung von Carpoforo Tencalla, um 1670. Fot. Inge Kitlitschka-Strempel, Klosterneuburg.

43. Benediktinerstift Kremsmünster, O.Ö., W-Fassade der Kirche und des Konvents. 1681 voll. Färbelungsplan des Zustands um 1680–1700 (rechts) und um 1750 (links). Zchg. (von 1973) und Fot. Bundesdenkmalamt, Wien.

44. Jakob de Candrea, Namen-Jesu-Kirche (ehem. Jesuitenkirche), Bonn, Inneres gegen O. 1686 bis 1698, restaur. 1956–57. Fot. Landeskonservator Rheinland, Bonn, Nr. 3499.

45. Ferdinand Pitzler, Leipziger Bürgerhäuser (nicht mehr identifizierbar). Zchg., Maße unbek., aus: Ders., Reysebeschreibung durch Teutschland (Ms.). Ehem. Berlin, TU Charlottenburg (wohl im Krieg verbrannt). 1701. Nach N. Pevsner a.a.O. (Sp. 280) Abb. 16.

46. Giov. Ant. Viscardi, ehem. Zisterzienserklosterkirche Mariae Himmelfahrt, Fürstenfeldbruck, Obb., Ansicht von SO. Beg. 1701. Fot. F. Kobler, Mchn.

47 a und b. Joh. Bernh. Fischer von Erlach, Pal. Trautson, Wien. Beg. 1710. Färbelungsplan der Hof- (a) und der Gartenseite (b). Zchg. und Fot. Bundesdenkmalamt Wien.

48. Joh. Lucas von Hildebrandt, Schloß Halbturn bei Neusiedl am See, Burgenland, Gartenseite. Voll. 1711, restauriert 1972. Fot. Bundesdenkmalamt, Wien, Neg. Nr. N 64 645.

49. Tommaso Giusti (zugeschr.), Modell der Propsteikirche St. Clemens, Hannover, Ansicht von NO. Fichtenholz und Pappe, teilw. mit Lwd. bezogen, bemalt, 153,6 cm l., 106,9 cm br., 165,7 cm h. Hannover, Hist. Mus. am Hohen Ufer (Eigentümer: Propsteikirche St. Clemens). 1713. Nach [88] S. 203 Abb. 1.

50. Troppau (Opava), Schles. L. Mus., Modell für das Deutschordensschloß Ellingen, Mfr. Weichholz, 41 cm h., 17 cm br., 36 cm l. Zw. 1709 und 1717. Fot. Staatl. Verwaltung der bayer. Schlösser, Gärten und Seen, Mchn.

51. Andreas Müller (zugeschr.), Bürgerspital zum Hl. Geist, Würzburg, Hofansicht. 1716. Fot. Heinr. Herrmann, Mchn.

52. Joh. Michael Prunner, Pfarr- und Wallfahrtskirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit, Stadl Paura, O.Ö. 1714–24. Fot. Bundesdenkmalamt, Wien, Nr. 6.880.

53. Bruchsal, Baden, Mittelrisalit des Schlosses. Erbaut 1722–25, bemalt von Giov. Francesco Marchini ab 1732 (Zustand vor der Restaurierung 1972–75). Fot. Marburg, Nr. 7226.

54. François de Cuvilliés d. Ä. (Entw.), Schloß Falkenlust bei Brühl, unterer Salon. Zw. 1729 und 1737. Nach [106] Taf. 34.

55. Balthasar Neumann, Skizze zur Sala terrena der ehem. fürstbisch. Residenz in Würzburg. Federzchg., 9,5 × 21,5 cm, aus einem Brief an Fürstbisch. Friedrich Carl von Schönborn vom 21. 10. 1740. Würzburg, Staatsarchiv, Bausachen (Nr.) 355 III, fol. 285–87. Nach H. Reuther (1956) a.a.O. (Sp. 292) S. 141 Abb. 11.

56. Konstanz, Münster, Chor, Vierung und n. Qhs. Dekoration von Michel d'Ixnard, beg. 1773. Fot. Marburg, Nr. 74 901.

57. Victor Kretz, Rathaus in Gengenbach Krs. Offenburg, Fassade. 1784. Fot. Landesdenkmalamt Baden-Wttbg., Außenstelle Freiburg i. Br., Nr. 774/32.

58. Peter Jos. Krahe, Villa Salve Hospes, Braunschweig, Ansicht der Stadtseite. Zchg., Tusche, farbig laviert, 50,2 × 71,5 cm. Braunschweig, Städt. Mus., Nachlaß Krahe. Dat. 1805. Fot. Otto Hoppe, Braunschweig.

59. Karl Friedrich Schinkel, Feilnerhaus, Berlin, Teilaufriß und Details. Federzchg., 51 × 40 cm. Berlin-Ost, Staatl. Mus., Schinkelmus. der Nat. Gal., Mappe XXXII Nr. 3 (Vorlage für K. F. Schinkel, Slg. archit. Entwürfe, 1831, Taf. 114). Um 1830. Nach Schinkelwerk, Berlin, 3. Teil, Abb.

60. Friedrich von Gärtner, Salinendirektion, München, Ludwigstr., Teilansicht von SW. 1838–43. Fot. ZM, Nr. 71/630 A/9112.

61. Karl Friedrich Schinkel, Farbskizze zur Ausmalung der Pfarrkirchen von Vallendar Krs. Koblenz und Treis Krs. Kochem. Feder und Wasserfarben, 35 × 25 cm. Berlin-Ost, Staatl. Mus., Schinkelmus. der Nat. Gal., Mappe XLIV g, Nr. 331. Wahrscheinlich 1838. Nach Schinkelwerk, Die Rheinlande, Abb. 223.

Literatur

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Bertram, Die Restaurierung der Stadtpfarrkirche St. Martin in Lauingen, fu] 14, 1955, 31–35. – 157. Hans Fredrich, Die Wiederherstellung des Rathauses in Windsheim, ebd. S. 42 bis 44. – 158. W. Bertram, Die Restaurierung der Kartausen-Kirche in Buxheim, [11] 15, 1956, 31 bis 38. – 159. Alfred Schödler, Zur künstler. Arbeitsweise beim Bau und bei der Ausstattung der Wallfahrtskirche Gößweinstein, [2] 1957, 32. – 160. W. Bertram, Der Wiederaufbau des alten Residenztheaters in München. Die Restaurierung der urspr. Fassung, [2] 1958, 95 –100. – 161. Hans Hörmann, Die Innenrenovierung der Stiftskirche zu Waldsassen, [11] 17, 1958, 92–99. – 162. W. Bertram, Restaurierung der ehem. Zisterzienserinnenkirche Niederschönenfeld, [11] 18, 1959, 35–45. – 163. Ders., Die urspr. F. der Theatinerkirche in München im Zusammenhang mit der Ludwigstr., ebd. S. 46–48. – 164. H. Kreisel, Rettung und Instandsetzung des Markgrafen-Theaters in Erlangen, [2] 1959, 104 bis 114. – 165. 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Hans Ramisch, Fassadeninstandsetzung am ehem. Kollegiengebäude der Jesuiten in Passau, Teil 1, ebd. S. 318–21. – 183. Lars Landschreiber, Die neue Farbgebung im Treppenhaus der Würzburger Residenz, [2] 1968, 92f. – 184. F. Dambeck, Die F. des Graubündener Stucks im östl. Bayern, Ostbair. Grenzmarken 11, 1969, 150–55. – 185. H. Kreisel, Die Wiederherstellung und Einrichtung der südl. Paradezimmer in der Würzburger Residenz, Kchr. 23, 1970, 173–76. – 186. A. Reß, Zur wiedergewonnenen F. hist. Kirchen- und Profanbauten im fränk. Raum, [11] 28, 1970/71, 195–228. – 187. Peter Vieri, Die Putz- und Anstricherneuerung bei der Fassadeninstandsetzung am Schloß Nymphenburg, [2] 1972, 43–48. – 188. Ders., Die Erneuerung der Schloßfassaden von Nymphenburg, [25] 1972, 36 bis 39, 100–04, 205 – 10. – 189. Claus Grimm, Ingolstadt und Einbeck, ebd. S. 121–25. – 190. Alb. Knöpfli, Zum Ingolstädter Münsterstreit, ebd. S. 117 bis 120. – 191. H. 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Schweiz, Elsaß: 193. Eugen Probst, Die Wiederherstellung des Hauses an der Treib am Vierwaldstätter See, [2] 1903, 101f. – 194. A. Knöpfli, Die Kath. von St. Gallen und ihre Innenrestaurierung, Montfort, Vjschr. für Gesch., Heimat- und Volkskde. Vorarlbergs 18, 1966, 156–85. – 195. Alban Gerster, Die Jesuitenkirche in Pruntrut, [13] 28, 1971, 104. – 196. Oskar Emmenegger und A. Knöpfli, Das Farbgewand der reformierten Kirche von Poschiavo, Unsere Kdm. 24, 1973, 131–37.

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DDR, ČSSR, Polen, USSR: 210. Friedr. Laske und Otto Gerland, Schloß Wilhelmsburg bei Schmalkalden, Bln. 1895. – 211. F. Conrad, Die Bemalung der Archit. des Schlosses Hartenfels im 18. Jh., Veröffn. des Altertumsver. Torgau 12, 1898, 40–42. – 212. P. Kanold, Fassadenschmuck am Schlosse zu Heinrichau in Schlesien, [2] 1901, 95f. – 213. E. Schmidt, Alte Bemalung eines Fachwerkhauses in Halberstadt, [2] 1902, 72. – 214. Hans Lutsch, Die Neubemalung des Rathauses in Posen, [2] 1903, 33–35. – 215. H. Phleps, Die farbige Ausstattung der Rokokobauten in Danzig, Zentralbl. der Bauverwaltung 28, 1908, 485f. – 216. Melcherek, Über Außenbemalungen, [2] 1910, 121f. – 217. H. Phleps, Die Außenbemalung der Danziger Marienkirche im 17. Jh., ebd. S. 37–39. – 218. Mackenthun, Alte Fassadenmal. am Schloß in Königsberg 1. Pr., ebd. S. 111. – 219. Ludwig Burgemeister, Künstlerischer Fassadenflächenschmuck in Schlesien, [2] 1911, 65–68, 76f. – 220. Karl Weber, Das engl. Haus in Danzig, [2] 1912, 113–16. – 221. Walter Bettenstaedt, Das Rathaus in Posen und seine Herstellung, [2] 1913, 105–09, 115 –18. – 222. Otto Hermann, Die wichtigsten Züge im Baugesteinsbilde von Dresden in den verschiedenen Bauperioden mit Ausnahme der Backsteinbauten, Zs. für Bauwesen 72, 1922, 223–31. – 223. Herm. Schmitz, Farbige Landbauten der Mark Brandenburg (zur Wiederherstellung des Gutes und Dorfes Paretz), Brandenburg. Jb. 3, 1928, 96–101. – 224. Albert Carsten, Das bürgerl. Wohnhaus in Danzig und den Niederlanden, in: 25 Jahre T. H. Danzig, Danzig 1929, S. 169–76. – 225. Erich Daubitz, Die Instandsetzung der Garnisonkirche zu Potsdam, [2] 1930, 119. – 226. G. Wolf, Breslau. Schwarz, weiß und farbig, Sgraffito 1930, H. 9. – 227. Dammeier, Wiederaufbau des Nordturmes der Klosterkirche in Grüssau, [2] 1932, 61–64. – 228. Friedr. Tucholski, Die Wiederherstellung der Schloßkirche zu Torgau, [2] 1933, 164–67. – 229. W. Hentschel, Schloß Moritzburg, [2] 1934, 20–26. – 230. Rud. Stein, Die Wiederherstellung des Greifenhauses zu Breslau, [2] 1935, 231–33. – 231. Karol Dabrowski, Konserwacja polichromii warszawskich (Polychromiekonservierung in Warschau), Ochrona Zabytków 6, 1953, 132–41. – 232. Jos. Hobzek, Státní památková péče v roce 1952 (Staatl. Arbeiten an Denkmalen 1952), [12] 13, 1953, 1–13. – 233. Vlasta Dvořáková und Helene Machálková, Malovaná průčelí české podzdní gotiky a renesance (Bemalte Fassaden der Spätgotik und Renss.), [12] 14, 1954, 33–73. – 234. Jos. Pošmourný, Změny v organisaci stavebnich památových uprav (Reorganisation der Restaurierung der Archit.dkm.), ebd. S. 129–31. – 235. Edmund Małachowicz, Faktura i polichromia architektoniczne sredniowiecznych wnetrz ceglanych na Ślasku, Kwartelnik architektury i urbanistyki 10, 1965, 207–27. – 236. Jaroslav Herout, Přispévek k otázce barevnosti fasad, [12] 26, 1966, 150–54. – 237. Carl E. L. von Lorck, Schloß Finckenstein. Ein Bauwerk des preuß. Barock im Osten (= Bau- und Kdm. des dt. Ostens, Reihe B, 7), Ffm. 1966, S. 38. – 238. O. I. Brajceva, Nekotorye osobennosti ordernych kompozicij v russkoj architekture rubeza XVII–XVIII vv., Architekturnoe nasledstvo 18, 1969, 45–60. – 239. Gerd Baier, Stuckdekor und Stukkateure des 16. und 17. Jh. im Güstrower Schloß, Mitt. des Inst. für Dpfl., Arbeitsstelle Schwerin ... 19, 1970, 105–20. – 240. Günther Grundmann, Der evang. Kirchenbau in Schlesien (= Bau- und Kdkm. des dt. Ostens, Reihe C, 4), Ffm. 1970, S. 12, 29. – 241. Hans-Eberhard Scholze, Über die Polychromie hist. Archit. Darst. der Entwicklung der Archit.-F. als Grundlage für die prakt. Anwendbarkeit bei der dpfl. Wiederherstellung hist. Bauten, Habil.-Schr. TU Dresden 1970 (masch.). – 242. Schloß Augustusburg, 1572–1972. Baugesch. und dpfl. Instandsetzung, Dresden 1972. – 243. Denkmale in Thüringen. Ihre Erhaltung und Pflege in den Bez. Erfurt, Gera und Suhl, erarb. im Inst. für Dpfl., Arbeitsstelle Erfurt (= Schr. zur Dpfl. in der Dt. Demokrat. Republik), Weimar 1973. – 244. Gerhard Kaiser und Roland Möller, Erfurter Bürgerhausfassaden der Renss. Zur Wiederherstellung der Einheit von Schmuckform und F., in: [243] S. 94–129. – 245. Rud. Hessler, Farbe und Archit. Zur Polychromie hist. Bauten, in: [243] S. 130–71. – 246. Ders., Schloß Wilhelmsburg in Schmalkalden, in: [243] S. 270–88.

Häufiger zitiert wurden: 247. Chr. Friedr. Gottlob Thon, Staffirmal. und Vergolderk. (= Neuer Schauplatz der Künste und Handwerke, 8), Weimar 1836. – 248. Hugo Hillig, Die Gesch. der Dekorationsmal. als Gewerbe (= Die Bücherei des Malers, 1), Hbg. (1911). – 249. Rud. Wisseil, Des alten Handwerks Recht und Gewohnheit, 2 Bde., Bln. 1929. – 250. H. Rott, Quellen und Forschgn. zur swdt. und Schweizerischen Kg. im 15. und 16. Jh., Stg. 1933–38. – 251. Konrad Gatz, Das Dt. Maler-Handwerk zur Blütezeit der Zünfte, Mchn. 1936. – 252. Ludwig Gernhardt, Gesch. des Handwerks der Maler und Lackierer in Mchn., Kallmünz 1937. – 253. Friedr. Fischer, Ndt. Ziegelbau, Mchn. 1944. – 254. Reinh. Hootz (Hrsg.), Dt. Kdm. Ein Bildhdb., Darmstadt (Mchn. und Bln) 1958ff., Mchn. und Bln. 1969ff.2: a. Baden-Wttbg., 1959; b. Westfalen, 19722; c. Bayern südl. der Donau, 1962; d. Bremen, Niedersachsen, 1963; e. Prov. Sachsen, Land Anhalt, 1968; f. Mecklenburg, 1971; g. Mark Brandenburg und Berlin, 1971. – 255. Ders. (Hrsg.), Kdm. in Österr. Ein Bildhdb., Mchn. und Bln. 1965ff.: a. Salzburg, Tirol, Voralberg, 1965; b. Kärnten, Steiermark, 1966; c. O.Ö., N.Ö., Burgenland, 1967; d. Wien, 1968. – 256. Ad. Bernt (Hrsg.), Das dt. Bürgerhaus, Tübingen 1959ff. – 257. Vorroman. Kirchenbauten. – 258. Dehio, Hessen. – 259. Dkm. der Gesch. und Kultur. Ihre Erhaltung und Pflege in der Dt. Demokrat. Republik, hrsg. von Inst. für Dpfl., Bln. 1969.

Zahlreiche Angaben gehen zurück auf Unters. des Bundesdenkmalamtes Wien [260].

Verweise