Fachwerk, Fachwerkbau

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englisch: Half-Timber, timber framing; französisch: Colombage, charpente en pan de bois, construction en pan de bois; italienisch: Costruzione a intelaiatura, sistema a intelaiatura, struttura in legnami.


Walter Sage (1972)

RDK VI, 938–992


RDK II, 1315, Abb. 5. Maulbronn, M. 14. Jh.
RDK III, 543, Abb. 6. Wartburg, E. 15. Jh.
RDK III, 925, Abb. 11. Braunschweig, 1517.
RDK IV, 255, Abb. 12. Paulskirch, Schlesien, 1709.
RDK V, 1255, Abb. 4. Thomas Hilleborch, 1494-98, Wernigerode a. Harz.
RDK VI, 941, Abb. 1. Gerüstentwicklung in Mittel- und Oberdeutschland.
RDK VI, 943, Abb. 2. Entwicklung der niederdeutschen Halle.
RDK VI, 945, Abb. 3. Dachkonstruktionen.
RDK VI, 947, Abb. 4. Wiedmühle Krs. Neuwied.
RDK VI, 947, Abb. 5. Altes Land bei Hamburg, 17. oder 18. Jh.
RDK VI, 949, Abb. 6. Holzverbindungen.
RDK VI, 949, Abb. 7. Holzverbindungen.
RDK VI, 949, Abb. 8. Verzapfung.
RDK VI, 951, Abb. 9. Fritzlar, um 1480.
RDK VI, 953, Abb. 10. Ehem. Marburg, nach 1320.
RDK VI, 953, Abb. 11. Details von Abb. 10.
RDK VI, 955, Abb. 12. Dinkelsbühl, spätes 15. Jh.
RDK VI, 957, Abb. 13. Straßburg, 1467 und 1589.
RDK VI, 957, Abb. 14. Esslingen a. Neckar, 1430.
RDK VI, 959, Abb. 15. Detail von Abb. 14.
RDK VI, 961, Abb. 16. Nördlingen, 1415-28.
RDK VI, 961, Abb. 17. Roßtal Krs. Fürth, M. 15. Jh.
RDK VI, 963, Abb. 18. Dinkelsbühl, gegen 1600.
RDK VI, 963, Abb. 19. Eberbach a. Neckar, E. 15. Jh.
RDK VI, 965, Abb. 20. Bernkastel a. d. Mosel, 16. oder 17. Jh.
RDK VI, 967, Abb. 21. Miltenberg am Main, E. 15. und A. 16. Jh.
RDK VI, 969, Abb. 22. Alsfeld, 1512-16.
RDK VI, 969, Abb. 23. Groß-Gerau, 1579.
RDK VI, 971, Abb. 24. Ehem. Frankfurt a. M., 1619.
RDK VI, 971, Abb. 25. Burgkunstadt Krs. Lichtenfels, 17. oder 18. Jh.
RDK VI, 973, Abb. 26. Stumpertenrod Krs. Alsfeld, 1696-97.
RDK VI, 973, Abb. 27. Eibau Krs. Löbau, Sachsen, 18. oder frühes 19. Jh.
RDK VI, 975, Abb. 28. Hartenstein Krs. Zwickau, 1625.
RDK VI, 975, Abb. 29. Stalle Krs. Marienburg in Westpr., 17. oder 18. Jh.
RDK VI, 977, Abb. 30. Preuß.-Ströhen Krs. Lübbecke, E. 16. oder 17. Jh.
RDK VI, 977, Abb. 31. Nürnberg, 1446-48.
RDK VI, 977, Abb. 32. Clotten a. d. Mosel Krs. Cochem, spätes 15. Jh.
RDK VI, 979, Abb. 33. Ehem. Frankfurt a. M., um 1600.
RDK VI, 981, Abb. 34. Aschaffenburg, spätes 15. Jh.
RDK VI, 981, Abb. 35. Heldburg Krs. Hildburghausen, 17. Jh.
RDK VI, 983, Abb. 36. Sandbrink am Dümmer Krs. Lehmförde.
RDK VI, 983, Abb. 37. Exterheide bei Tecklenburg, 1780.
RDK VI, 985, Abb. 38. Ostentrop bei Finnentrop Krs. Meschede, 1770.
RDK VI, 985, Abb. 39. Cloppenburg (ehem. Wendel bei Quakenbrück), 1750.
RDK VI, 987, Abb. 40. Ehem. Hildesheim, 1529.
RDK VI, 987, Abb. 41. Goslar, 15. Jh.
RDK VI, 989, Abb. 42. Ehem. Hamburg.
RDK VI, 989, Abb. 43. Ehem. Königsberg.

F. = Fachwerk; Fb. = Fachwerkbau.

I.

A. Begriff

Als F. bezeichnet man eine Bauweise, deren Merkmal die Verbindung eines tragenden hölzernen Gefüges mit einer Wandfüllung aus anderem Material ist. Gelegentlich findet man den Begriff nur auf die jüngste Entwicklungsstufe des Fb., den Stockwerkbau mit in sich abgezimmerten Stockwerken und tragenden Wänden (vgl. unten Sp. 953f.) bezogen; diese Einschränkung ist geschichtlich nicht zu rechtfertigen.

Die hier zugrundegelegte Definition schließt „F.“ im Sinne moderner Ingenieurskonstruktionen aus.

Für den Fb. und seine Bauelemente gibt es eine Vielzahl oft lokaler Spezialausdrücke. Diese werden hier nur zum kleinsten Teil gebraucht; eine auch nur annähernd vollständige Übersicht kann nicht geboten werden (ein besonderes hauskundliches Wörterbuch wird vom Arbeitskreis für deutsche Hausforschung, Münster i. W., vorbereitet).

B. Abgrenzung

Der Fb. ging aus dem Holzgerüstbau hervor, der seit der Steinzeit in Europa am weitesten verbreiteten Technik des Hausbaus, und erreichte im Verlauf des MA seine volle Entfaltung. In konstruktiver Hinsicht gleicht er dem *Ständerbohlenbau, bei dem jedoch neben dem Gerüst auch die Wandfüllungen aus Holz bestehen. Die enge Verwandtschaft zwischen Fb. und Ständerbohlenbau wird augenfällig dokumentiert durch Anwendung beider Bauweisen an demselben Haus (zahlreiche Beispiele hierfür finden sich in der Schweiz, im Bodenseegebiet und in Oberschwaben).

Eine andere Art des Holzgerüstbaus, der *Stabholzbau, wurde vielleicht auch teilweise aus anderen Wurzeln als Fb. und Ständerbohlenbau entwickelt. Der Blockbau (s. Holzbau) ist in konstruktiver Hinsicht nicht mit dem Fb. verwandt; mit seinen aus liegenden Hölzern geschichteten Wänden zeigt er wesensmäßig eher Beziehungen zum Steinbau.

Während sich die Blockbautechnik – vielleicht von den Alpenländern ausgehend – im Südosten und Osten über die Slawenländer bis nach Skandinavien ausbreitete, blieb Mittel- und Nordwesteuropa bis ins MA ein geschlossenes Gerüstbaugebiet. Mit der deutschen Ostkolonisation breitete sich der Fb. wieder nach Osten aus und verdrängte oder überlagerte dort teilweise die Blockwerkkonstruktionen. Mischformen aus Block- und Gerüstbau sind von Mitteldeutschland an ostwärts und in Nordostbayern anzutreffen. Seit dem Spät-MA verdrängte der Fb. den in manchen Gebieten zeitweilig beliebten Ständerbohlenbau, der den Nachteil eines wesentlich höheren Holzbedarfs hatte; dies ist in der Nordostschweiz, im Bodenseegebiet und im Allgäu noch gut feststellbar.

II. Material, Ausführung

Während die Ausbreitung des Blockbaus vorwiegend an geschlossene Nadelwaldvorkommen gebunden scheint, verwendete man für den Gerüstbau vorzugsweise das besonders widerstandsfähige Eichenholz. Die zuletzt erreichte Verbreitung des Fb. in Deutschland deckt sich annähernd mit den Gebieten vorherrschenden Laubwaldbewuchses (vgl. im einzelnen Sp. 965–85). Es gab jedoch Ausnahmen: in Goslar und anderen Harzorten beispielsweise verwendete man im Fb. vorwiegend Fichtenholz [77,S. 42f.].

Seit dem Hoch-MA wurden für Fb. in der Regel kantig zugerichtete Hölzer verwendet. Solange die Balken mit dem Flachbeil bearbeitet wurden, d. h. bis weit in die Neuzeit hinein, nutzte man die häufig auftretende natürliche Krümmung der Eichenhölzer, besonders für Strebehölzer. Man nahm ihre Unregelmäßigkeiten jedoch nicht selten auch für so wichtige Bauteile wie die Schwellen in Kauf, die man dann auf entsprechend ausgeglichene Sockel verlegte.

Die älteste und meist benutzte Art der Wandfüllung ist die „Ausstakung“ (Zinselung) der Gefache mit zwischen die Horizontalhölzer des Gerüstes gesetzten Stöcken, um die ein Geflecht aus Weidenruten oder Strohseilen gewunden (Wand!) und seit dem MA normalerweise mit meist strohvermengtem Lehm verkleidet wird (Abb. 4). Die Ausfachung mit Backsteinmauerwerk fand seit dem Spät-MA, teilweise erst im 17. und 18. Jh. – vor allem in Niederdeutschland – weite Verbreitung und wurde hier auch unverputzt als Zierelement verwendet, während man in den übrigen Gebieten Backstein- und die noch seltenere Bruchsteinausfachung verputzte, so daß ein ähnliches Aussehen wie bei Ausstakung mit Lehmschlag erzielt wurde. Letzterer erhielt in der Regel eine Kalkschlemme oder einen Lehm-Kalkmörtelverputz, blieb aber im übrigen anscheinend meist unverziert. In einigen Gebieten (Elsaß, Hessen, Thüringen, Mainfranken: Kilian Schiefer, Der fränkische Kratzputz [= Beitr. zur Volkstumsforschg. Bd. 1], Mchn. 1938; Heinr. Winter, Hessischer Kratzputz, Hessische Heimat N. F. 2, 1952, 50–52) läßt sich Kratzputzverzierung nachweisen (meist allerdings nur in Beispielen des 19. und frühen 20. Jh.). Die Außenflächen von Gerüst und Wandfüllung lagen gewöhnlich in einer Flucht; das gelegentlich zu beobachtende Vortreten der Felder scheint eine verhältnismäßig junge Mode zu sein. Das Holzwerk blieb außen unverkleidet und – abgesehen von der konservierenden Behandlung mit Ochsenblut und den seit dem späten MA häufigen Schnitzereien – meist unbemalt. Nur in manchen Gebieten wurden seit dem 16. Jh. die Fassaden teilweise (Frankfurt a. M.: [39] Taf. 45 b, 46f. u. a.) oder vollständig (Bergisches Land: [41] Taf. 10ff.) mit Schiefer verkleidet.

Fenster, die das Einfügen besonderer Hölzer für Gewände oder Sturz erforderten, wurden anfangs nur in geringer Zahl und Größe angebracht. Später jedoch löste man, zumal an Bürgerhäusern, nicht selten ganze Fassaden oberhalb der Brustriegel in Fensterfluchten auf; die Eigenart der Gerüstkonstruktion kam dem ja entgegen (vgl. Sp. 967). Sie erlaubte auch die Errichtung offener Bauteile (offene Hallen für Handelszwecke, Lauben, Galerien). – Ähnlich wie die Fenster ließen sich auch Türen durch das Einpassen entsprechender Rahmen (Schwellen, Gewände, Stürze) leicht und an beliebiger Stelle in das tragende Gerüst einfügen.

Die Errichtung von Fb. erfolgte anfänglich wohl allgemein, bei anspruchslosen (Neben-)Gebäuden noch bis in jüngere Zeit in Eigen- oder Nachbarschaftshilfe; im übrigen aber wurde die Vorbereitung und Aufstellung des Gerüstes zur Aufgabe der Zimmerleute. Die Ausfachung besorgten häufig andere, auf diese Arbeit spezialisierte Handwerker. Auch bei bedeutenden Bauwerken bleiben die Handwerksmeister meist für uns anonym.

Die gerade an besonders alten Bauten oft umfangreichen Veränderungen erschweren es, den ursprünglichen Bestand zu erkennen. Da archivalische Nachrichten ebenso selten sind wie datierte Inschriften auf dem F. selbst – letztere beziehen sich überdies öfter nur auf einzelne, vielleicht sogar wiederverwendete Bauteile – ist die genaue Datierung der noch bekannten ma. F.-Gebäude schwierig. Bessere Datierungsgrundlagen sind allein von dringend erforderlichen dendrochronologischen Reihenuntersuchungen zu erwarten. Bisher liegen nur Einzelergebnisse vor (vgl. Sp. 976).

III. Bauaufgaben

Innerhalb seines Verbreitungsgebietes fand der Gerüstbau Anwendung auf Bauten aller Art. Der noch bekannte Bestand an Fb. umfaßt nicht nur bürgerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude aller Art, sondern auch Kirchen und Kapellen (verhältnismäßig zahlreich noch in Oberhessen [Abb. 26], auch in der Eifel, im Harz, in Schlesien: RDK IV 255f., Abb. 12) und Klostergebäude (RDK II 1316, Abb. 5 Maulbronn]; ebd. IV 285ff., Abb. 6f. [Bebenhausen und Alpirsbach]), Wehrbauten (RDK III 544, Abb. 6 [Wartburg]; Stadttürme, z. B. Nördlingen: [11] Abb. 591; Wohntürme, z. B. Amorbach: [40] S. 50ff.) und Repräsentationsgebäude (z. B. Rathäuser: Abb. 14, 22f.; s.a. RDK III 958, Abb. 40: Michelstadt, 1484, und ebd. V 1255, Abb. 4: Wernigerode, 1494–98, ehem. Tanzhaus). Mit fortschreitenden wirtschaftlichen und kulturellen Ansprüchen entfalteten sich auch spezialisierte Sonderformen wie Kaufhallen (Abb. 16; häufig dienten die Erdgeschoßhallen der Rathäuser Handelszwecken, so z. B. in Michelstadt), Tanz- oder Hochzeitshäuser (Heppenheim: [40] S. 13–16, Taf. 1; vgl. auch Wernigerode s. o.).

IV. Bauordnungen

Bereits im MA setzte in den Städten der obrigkeitliche Kampf gegen den Fb. ein, der zwar in der kirchlichen und übrigen „hohen“ Architektur weitgehend durch den Steinbau abgelöst worden war, im bürgerlichen und bäuerlichen Bauwesen jedoch erst seiner höchsten Blüte entgegenging. Die Brandgefahr in dicht bebauten Orten war der Hauptgrund, verheerende Brände in der Regel der Anlaß zu vollständigen oder einschränkenden Verboten.

In Lübeck mußten nach den Feuersbrünsten von 1251 und 1276 zumindest die Außenwände der Neubauten massiv errichtet werden (Hans Hübler, Das Bürgerhaus in Lübeck [= Das dt. Bürgerhaus 10], Tübingen 1968, S. 34); 1266 wurde in Wismar der Steinbau verpflichtend eingeführt; in Dresden galt seit 1491 die Vorschrift, Eckhäuser vollständig, bei sonstigen Gebäuden die Erdgeschosse in Stein aufzuführen [6, S. 81ff.]. Auch förderte man mancherorts den Massivbau durch besondere Vergünstigungen, so daß beispielsweise in Nürnberg seit dem 16. Jh. vorwiegend steinerne Straßenfronten entstanden (Inv. Bayern, Kurzinv. 10, S. 6). In Frankfurt a. M. dagegen erging der Erlaß zum Bau von Massiv-Erdgeschossen erst 1711, das allgemeine Verbot für Fb. sogar erst 1811 [39, S. 52f.]. Hier wie in vielen Städten beschränkte man sich darauf, seit dem 15. Jh. besonders lästige Details wie die weit ausladenden Überhänge oder die Erker durch mehr oder weniger wirkungsvolle Verbote zu bekämpfen (s. RDK V 1254-57).

V. Entwicklung der Fachwerkkonstruktion

Ein entscheidender Anlaß für die technische Entwicklung von den „Urtypen“ bis zum konstruktiv vollendeten und spezialisierten Fb. des 15.–18. Jh. war die Anpassung der Gebäude an die wachsenden Ansprüche ihrer Bewohner und Benutzer. So führte allein die Notwendigkeit, immer größere Ernte- oder Warenvorräte unterzubringen, über die Vergrößerung des Hauses zwangsläufig zu Veränderungen des Gefüges, zumal in den Städten, wo die Beengtheit der Grundstücke das Ausweichen auf Nebengebäude erschwerte. Bestehende Gebäude wurden immer wieder den sich wandelnden Bedürfnissen angepaßt – die Gerüstkonstruktion ließ Veränderungen leicht zu. Es gibt sogar Fälle, in denen das Holzgerüst ganzer Häuser versetzt wurde (z. B. Haus Killinger, 1615 in Straßburg errichtet und wenig später nach Idstein i. Ts. versetzt: [47] S. 258–60, Abb. 321).

A. Bis zum Spät-MA

Noch im späten MA bestimmte allein das konstruktive Gefüge das äußere Bild eines F.-Hauses. Den Ausgang nahm die Gefügeentwicklung nördlich der Alpen von einem Gerüst aus zwei in die Erde eingelassenen Pfosten (Firstsäulen; „Säule“ ist im Oberdeutschen die Bezeichnung für ein stehendes Holz geblieben), die ein liegendes Holz (Firstbaum, -pfette) tragen, an dem wiederum die Dachhölzer (Rofen) aufgehängt sind (Abb. 1). Sie tragen die Dachhaut aus Stroh oder anderem natürlichen Material und liegen mit dem unteren Ende auf dem Boden oder einem künstlich geschaffenen Wall auf. Derart urtümliche Hüttengerüste treten noch an Nebengebäuden frühma. Siedlungen auf (Grubenhütten; vgl. Walter Ulrich Guyan, Einige Karten zur Verbreitung des Grubenhauses im ersten nachchr. Jt., Jb. der Schweiz. Ges. für Urgesch. 42, 1952, 174–97).

Dieses einfache Gerüst läßt sich in der Länge und durch das Aufstellen firstparalleler Stützenreihen mit niedrigeren Pfetten auch in der Breite erweitern. Dabei ergibt sich die Möglichkeit, das Dach vom Boden abzuheben und eine Wand rund um das Hüttengerüst zu führen. Die senkrechte Wand gehört nicht von Anfang an zum Haus und wird noch im Früh-MA manchmal ohne Verbindung mit dem tragenden Gefüge errichtet (Albert Bantelmann in: „Neue Ausgrabungen in Deutschland“, hrsg. von der Röm.-Germ. Komm. des Dt. Arch. Inst., Bln. 1958, S. 232f., Abb. 2f.). Sie war für die Entwicklung der frühen Haustypen – trotz ihrer schon bei einigen vorgeschichtlichen Hausformen erfolgten Einbeziehung in das Gefüge – nicht so wichtig wie das Dach.

Die Entwicklung der Gerüstbautechnik zielte vor allem auf Ersatz der leicht faulenden Pfosten durch auf den Boden oder eine Unterlage gestellte Ständer, schließlich Errichtung des Gefüges auf einem Schwellenkranz. Die Wand wird in das (äußere) Traggerüst einbezogen und übernimmt selber tragende Funktion (Abb. 1 a–c).

Schon bei größer dimensionierten Pfostenbauten waren Versteifungen des Gerüstes notwendig. Entsprechend finden wir an Holzbauten der Eisenzeit im Küstengebiet bereits alle Holzverbindungen und Bearbeitungstechniken sowohl am rund belassenen wie am kantig abgezimmerten Holz, die noch bis in die Neuzeit üblich waren (u. a. Abb. 7 und 8).

Die Spann- oder Ankerbalken in der Kopfzone großer Pfosten- oder Ständerbauten mögen Anlaß zum Einbau von Geschossen gegeben haben, da man entsprechende Hölzer nur in geringerer Höhe durch die Ständer „durchschießen“ und mit Bohlen oder Balken belegen mußte, um eine Plattform zu erhalten (Abb. 1 d). Vielleicht nahm diese Entwicklung, die zum typisch ma. Stadthaus, dem Ständer-Geschoßbau, führte, ihren Ausgang vom Wehrbau (hölzerne Wehrtürme).

Dies könnte auch für die letzte Konstruktionsstufe des Fb. gelten, den Stockwerkbau. Bei ihm bildet jedes Stockwerk mit Schwellen und Rähm-(Spangen-)Kranz als unterem und oberem Abschluß ein in sich geschlossenes Element, womit die noch im Ständerbau gewahrte Einheit des Hauskörpers aufgelöst ist (Abb. 1 e). Die Dachzone konnte, soweit man nicht auf der Firstsäulenkonstruktion beharrte, schon beim Ständerbau verselbständigt werden.

Viele Züge dieser Entwicklung zum (eingeschossigen) Ständer- und Schwellenbau finden sich schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Der hochentwickelte Fb. der Römer blieb jedoch ohne erkennbaren Einfluß auf die Baugewohnheiten der Germanen. Erst im hohen MA wurde der Pfostenbau allgemein aufgegeben, die voll entwickelte Stockwerkskonstruktion keineswegs überall und gleichmäßig erreicht. Bis weit in die Neuzeit wirkten Ständer- und Geschoßbauweise nach, auch einzelne altertümliche Konstruktionselemente (etwa die vorgeblatteten Streben u. a. in Schwaben) blieben stellenweise erstaunlich lange in Gebrauch. Allgemein waren Bürgerhäuser „fortschrittlicher“, während auf den Bauernhöfen insbesondere Nebengebäude oft urtümliche Züge bewahrten, was wohl nicht selten an der Zweckmäßigkeit der einmal gefundenen Konstruktion lag (Scheunen in Firstsäulen-Ständerbauweise).

Viele Unterschiede in der Bauweise, die man früher als ethnische („stammesmäßige“) Merkmale erklären wollte (vgl. den Überblick über die Baulandschaften Sp. 965–68), haben sich inzwischen als entwicklungsgeschichtlich bedingt erwiesen. Eine Rückführung der historischen Bauformen auf die Baugepflogenheiten der germanischen Stämme zur Landnahmezeit wird heute nicht mehr ernsthaft erwogen. Dagegen zeichnet sich immer deutlicher ein grundsätzlicher Unterschied in der Hausgefügeentwicklung Niederdeutschlands (B. 2) gegenüber Mittel- und Oberdeutschland (B. 1) ab, der seinen Ausgang mindestens im Küstengebiet schon in der vorchristlichen Eisenzeit zu nehmen scheint.

B. Seit dem Spät-MA

1. Ober- und Mitteldeutschland

a. Im europäischen F.-Gebiet außerhalb Nordwestdeutschlands behielt man bis ins MA, teilweise sogar bis in die Neuzeit, die Firstsäulenkonstruktion bei. Und wenn man auch im MA die Häuser allgemein noch wenig in differenzierte Räume unterteilte, so begünstigte anscheinend gerade diese Bauweise mit ihrer gewiß oft hinderlichen mittleren Stützenreihe die Aufteilung des Hauskörpers durch das Einfügen von Zwischenwänden und Geschoßdecken. Wegen der Mittelsäulenreihe wurden die Häuser überdies normalerweise quer, von der Traufseite her, aufgeschlossen, was in den Städten bei dichter Bebauung bald unmöglich wurde. Infolge der Verlegung des Eingangs an die Giebelseite mußte man einen besonderen Hausgang ausscheiden, wenn das Erdgeschoß nicht als „Halle“ – etwa für Handelszwecke – ausgebildet war. Ein durchaus neuzeitlicher Zug zur differenzierenden Aufgliederung des Hauses in Mittel- und Oberdeutschland scheint also durch das Festhalten an einer urtümlichen Konstruktion mitbedingt.

Ein kleiner Bestand an Häusern des 14. und frühen 15. Jh. zeigt uns noch kennzeichnende Merkmale des ma. Fb. in Mittel- und Oberdeutschland. Firstsäulen-Ständerbauten beispielsweise des hessisch-mittelrheinischen Gebiets besitzen ein Gerüst aus mächtigen, in voller Höhe durchlaufenden Ständern in weiten Abständen (Abb. 9 und 10). Wenige horizontale Riegel und die Pfetten des Daches bilden den Längsverband; schräge Streben fehlen außer einzelnen wandhohen Schwertungen. Der Querverband wird durch Spannriegel, die zugleich die Geschoßdecken aufnehmen können, gebildet. Zusätzliche Sicherheit geben diagonale Kopfbänder zwischen Riegeln und Ständern. Die Notwendigkeit zur Querversteifung führte auch bei Firstsäulenbauten häufig zu einer Art Querbindersystem, ohne daß immer an Einfluß vom norddeutschen Hausgerüst zu denken wäre (vgl. Sp. 962). Die anfangs noch vorherrschende Art der Holzverbindung ist die Verblattung (Abb. 6 a), bei der die zu verbindenden Hölzer mit Nuten voreinandergesetzt und durch – oft mehrere – Holznägel gesichert werden. Bei dieser Verbindung ist Seitenverschieblichkeit ausgeschlossen. Sie läßt sich vereinzelt sogar noch für die Verbindung von Schwelle und Ständer, ferner als Eckverbindung an frühen Schwell- oder Rähmkränzen nachweisen.

An dem wohl ältesten bekannten Haus dieser Art, dem 1875 abgebrochenen „Schäferschen Haus“ in Marburg (erbaut nach 1320 [?], benannt nach seinem Entdecker, einem der Begründer der Holzbauforschung in Deutschland), ist dieser rein konstruktive Ständerbau klar zu erkennen (Abb. 10f.). Die Ständer und Riegel hatten so weite Abstände, daß man die einzelnen Wandfächer durch Kreuze aus schwächeren Hölzern verkleinern mußte, um die Lehm-Geflechtfüllung dauerhaft befestigen zu können.

Vor allem im oberdeutschen Bereich sicherte man schon verhältnismäßig früh die Ständer durch gleichmäßig angeordnete Kopf- und teilweise auch Fußbänder, wobei möglicherweise der beginnende Stockwerkbau eine beeinflussende Rolle spielte. So entwickelte sich aus den ursprünglichen Längsbindern eine noch vom mittleren Neckar bis in die Nürnberger Gegend nachweisbare Sonderform des Ständerbaus, bei der das Dach – vielleicht unter Einfluß aus dem nördlichen Sparrendachgebiet (vgl. Sp. 960) – früh vom Hausgerüst getrennt wurde. Die Ständer dieses Haustyps wurden nur in der Kopfzone durch meist doppelte lange Bänder mit den längs und quer aufgelegten Horizontalhölzern verbunden und gesichert (Rahmenbinderbau: Abb. 12 und 16). Wenn man die nicht mehr an den First gebundene Innenstützreihe verdoppelte, erhielt man einen an die niederdeutsche Halle erinnernden Hauskörper, ohne daß aber ein entwicklungsgeschichtlicher Zusammenhang bestünde (Wimpfen: [40] S. 33–35; Wolframs-Eschenbach: [33]).

Eine wesentliche Neuerung und zugleich Bereicherung im Äußeren des Fb. bedeutet die Einführung der Stockwerkzimmerung (Abb. 1 e). Schon die ältesten bekannten Bürgerhäuser zeigen Vorkragungen an einer oder mehreren freien Seiten. Anfänglich wurden diese vorspringenden „Fassaden“ vor den Geschoßbau „vorgehängt“ mit unten frei endenden Stielen und behelfsmäßigen Schwellkonstruktionen (Marburg: Abb. 10f. und [48], S. 34–37; Fritzlar: Abb. 9 und [49], S. 61–63, Taf. 50). Aber mindestens schon aus der 1. H. 15. Jh. sind echte Stockwerke erhalten.

Wie schon angedeutet, ist bei dieser letzten Entwicklungsstufe jedes „Stockwerk“ eine in sich abgezimmerte Einheit. Die stehenden Hölzer (Stiele) durchlaufen nicht mehrere oder alle Geschosse, sondern haben nur die Höhe eines Stockes. Sie stehen – wenigstens in den Oberstöcken – auf einem geschlossenen Schwellenkranz und werden oben durch einen ebenso geschlossenen Kranz aus Rähmen (Spangen) gehalten. Dabei übernimmt die aus Schwelle-Stiel-Rähm gebildete Wand alle tragenden Funktionen; innere Stützen sind nur dort erforderlich, wo die Spannweite für die Tragfähigkeit der Deckbalken zu groß ist, und die Innenstützen werden normalerweise in die Innenwände einbezogen. Ihrer neuen Funktion entsprechend, muß die Wand gut versteift werden, was einer der Gründe für die Einführung erst einfacher, später immer mehr zu Zierat entwickelter Strebhölzer war (Abb. 21).

Der Schwellenkranz der Oberstöcke lag auf den Deckbalken des nächsttieferen Stockwerks. Wegen der in der Regel quer zur Hausachse angeordneten Deckbalkenlage mußte man dabei an den Giebelseiten kurze Stichbalken einfügen. Die Einführung des Gratstichbalkens als Eckträger bildete den Abschluß der konstruktiven Entwicklung (frühes voll entwickeltes Beispiel ist das Haus der Fischerzunft in Steinheim a. M.: [40] S. 25 Abb. 8; weitere Beispiele bei [11], Abb. 102ff.). Zugleich bot die Stockwerkzimmerung Gelegenheit, durch das Vorkragen der Oberstöcke erheblichen Raum zu gewinnen. Zweifellos war dies ein entscheidender Grund für die Beliebtheit stark ausladender Überhänge an den Stadthäusern, gegen die die Obrigkeit bald mit scharfen Vorschriften vorgehen mußte. Allerdings dürften die anfänglich durch starke Bügen oder Knaggen gestützten Überhänge auch konstruktiv bedingt gewesen sein, denn erst vom späteren 16. Jh. an finden sich Stockwerkbauten ohne Vorkragungen.

Neben dem Stockwerkbau hielt sich der Ständer-Geschoßbau noch lange als Teilkonstruktion, indem man etwa auf einen (mehrgeschossigen) Ständerunterbau einen stockwerkartig vorkragenden Ständer-Firstsäulenaufbau oder reine Stockwerke setzte (z. B. Aschaffenburg, Dalbergstraße 56: Abb. 34; vgl. [40], S. 92 bis 96) oder nur die Schauseite(n) eines Gebäudes als Stockwerke, die übrigen Seiten als Ständergerüst errichtete (in Nordhessen noch im 17. Jh., z. B. in Melsungen und Hersfeld: [49] Abb. 14 und 39). Im bäuerlichen Bauwesen konnte sich der Ständerbau teilweise bis ins 19. Jh. halten; so blieb das Schwarzwälder „Heidenhaus“ (Ständerbohlenkonstruktion) bis zuletzt ein echter Firstsäulenbau [23, S. 86f.].

b. Mit der Reihung der Kopf- und Fußbänder (Abb. 14) war ein erstes Schmuckmotiv in das F. gekommen. Ein zweites bot sich in Gestalt der Knaggen unter den Überhängen, die oft profiliert, manchmal auch figürlich geschnitzt wurden (Abb. 15). Auch der Übergang zur Einzapfung der Hölzer, der – außer in Schwaben und im östlichen Franken – schon im Lauf des 15. Jh. praktisch alle Bauteile erfaßte, erforderte das Einfügen zusätzlicher Verstrebungen im F., da die nur einmal genagelten Zapfenverbindungen (Abb. 6 b) im Gegensatz zur Verblattung nicht winkelfest waren. Anfänglich verwendete man noch Reihen einfacher Fußbänder oder Andreaskreuze in den Brüstungsfeldern (zunächst in rein konstruktiver Anordnung; die beiden Fußbänder versteifen dabei je einen Stiel gegen die Schwelle), doch ging man bald dazu über, die wichtigeren Hölzer (First-, Eckstiele) durch besondere, meist stockwerkhohe Streben oder Strebefiguren zu sichern. So entstand eine rhythmische Gliederung der F.-Wand, die häufig auch die Innenaufteilung des Hauses durch verstrebte Bundstiele (an Stellen, wo Innenwände in die Außenwand einbinden) erkennen ließ (vgl. Abb. 19 und 24).

Im 16. Jh. wurden die Schmuckformen immer vielfältiger und bizarrer: geschweifte und gebogene Formen der Kopf- und Fußbänder, Rauten und andere feldhohe Figuren ergänzten die vor allem als „wilder Mann“ (Abb. 19; Frühform: Abb. 34; voll entwickelte Form: Abb. 24) oder Einzelstrebe auftretenden stockwerkhohen Hölzer. Sehr bald verloren diese Formen ihre ursprüngliche Zweckgebundenheit und wurden als reine Dekoration auch in Gefache eingesetzt, in denen sie technisch nicht erforderlich waren. In manchen Landschaften wirken deshalb reiche F.-Häuser, vor allem solche des 17. und 18. Jh., wie mit einem Netz aus Strebefiguren überzogen (Abb. 23).

Dazu kommen ornamentale oder – seltener – figürliche Schnitzereien, durch die besonders die Eckstiele der Stockwerke und der mancherorts beliebten Erker oder Fenstererker betont werden (Abb. 20), ornamentierte Deckbretter vor den Deckbalken und schließlich manchmal die Füllung der Gefache mit ausgesägten oder geschnitzten Holztafeln (Abb. 33). Mit letzteren ist einerseits der konstruktive Sinn der Strebefiguren, die auch hier noch anklingen können, völlig aufgegeben, andererseits beinahe wieder der Anschluß an den Ständerbohlenbau gewonnen.

Zentren dieser Entwicklung zum reich geschmückten F. waren das Rhein-Main-Moselgebiet, die oberrheinischen Städte und Thüringen. Die Schmuckfreudigkeit ergriff aber auch abgelegenere Gebiete, wobei sich mit dem Aufkommen typischer Schmuckformen engere landschaftliche Gruppen herausbildeten, manchmal aber auch die Übernahme landfremder Motive – etwa durch einen zugewanderten Bauherrn – besonders deutlich wird.

Schließlich nahm der Fb. Motive und Anregungen aus der Steinarchitektur auf. Zunächst vermochte man diese durchaus den Gegebenheiten des Holzbaus anzupassen (wie beispielsweise die geschweiften Giebel: Abb. 24 und 33). Als reine Zierform sind auch die in der Gotik entwickelten und auf deutschem Boden vor allem noch an der Mosel erhaltenen „Fluggespärre“ (Schwebegiebel) vor den Fassaden anzusehen.

So erlebte der Fb. zu dem Zeitpunkt, an dem seine technische Entwicklung bereits vollendet war, die höchste künstlerische Blüte. Zwar begann in vielen großen Städten schon im 17. Jh. ein merklicher Rückgang, doch setzte der eigentliche Verfall des Fb. hier allgemein erst im 18. Jh. ein. Was obrigkeitliche Anordnungen meist in Jahrhunderten nicht erreicht hatten, das gelang der Mode nun ziemlich rasch. F. galt jetzt als veraltet und vor allem als ärmlich. Zwar baute man auch in größeren Orten aus Kostengründen noch ziemlich viele F.-Häuser, aber man richtete sie im Äußeren wie Massivbauten her und verputzte auch ältere Gebäude. Auf dem Land und in kleinen Städten blieb der Fb. noch länger beliebt und damit auf einer gewissen handwerklichen Höhe, doch entstanden auch hier seit dem späten 18. Jh. meist nur noch anspruchslose Zweckbauten [49, Taf. 142f.].

Als Spar- oder Behelfsbauweise spielte die F.-Konstruktion noch bis in die Gegenwart eine bescheidene Rolle. Ihre Wiederbelebung im Rahmen der historisierenden Baustile des ausgehenden 19. Jh. hatte nur das „malerische“ äußere Erscheinungsbild, nicht das Hausgefüge als das entscheidende Merkmal im Auge.

2. Niederdeutschland

a. Hier nahm die Gefügeentwicklung frühzeitig einen anderen Verlauf. Auch hier war – wie frühgeschichtliche Funde (Warendorf: vgl. [14], S. 503, S. 500 Abb. 5 Nr. VI und S. 504 Abb. 8 Nr. VI) und gelegentlich Nebengebäude auf historischen Hofanlagen [67, S. 454 Taf. 235] erkennen lassen – das Firstsäulengerüst zwar der Ausgangspunkt, doch war es im Küstengebiet schon in der vorchristlichen Eisenzeit üblich, wenigstens in den Hauptgebäuden die Mittelstützen durch zwei aus der Mittelachse gerückte Säulenreihen zu ersetzen. So erhielt man eine scheinbar dem historischen niederdeutschen Hallenhaus eng verwandte „dreischiffige Halle“ (Abb. 2 a und b). Ihre Dachhölzer hingen jedoch wahrscheinlich noch als echte Rofen an den Pfetten, nur eben nicht mehr im Scheitelpunkt, sondern außer- und unterhalb der Firstlinie. Größere Breiten ließen sich auf diese Weise allerdings nicht überspannen; die frühen Hallen waren stets schmale Bauten. Aber die Konstruktion erforderte jedenfalls Spannbalken zwischen den beiden Pfetten gegen den nach innen wirkenden Dachdruck. Damit wäre immerhin ein wesentliches Merkmal der späteren niederdeutschen Halle vorgegeben, die gegeneinander verspannte doppelte Stützenreihe.

Die schmalen eisenzeitlichen Hallen waren bereits (meist) Wohnstallhäuser, dienten also einem doppelten Zweck; ihre Nachfahren sind innerhalb Deutschlands noch vereinzelt in Friesland zu finden (vgl. Sp. 984). Die breiten Hallenhäuser des Spät-MA (Abb. 2 d, 30 und 36) entstanden, als man im Haus überdies noch Raum für die Lagerung größerer Erntevorräte benötigte und diesen an idealer Stelle über dem mit dem Erntewagen befahrbaren „Mittelschiff“, der Deele, fand. Konstruktiv war aber der Weg von den eisenzeitlichen zu den spätma. Hallen offenbar keineswegs ungebrochen. Neben den kleinen einschiffigen Häusern der Handelsplätze wie Haithabu (Herbert Jankuhn, Haithabu. Ein Handelsplatz der Wikingerzeit, Neumünster 19634, bes. S. 117–24; Adelhart Zippelius, Zur Frage der Dachkonstruktion bei den Holzbauten von Haithabu, in: Kurt Schietzel [Hrsg.], Ber. über die Ausgrabungen in Haithabu 1, Neumünster 1965, S. 61–72) mit ihrer Vereinigung von Traggerüst und Wand sind vor allem die mächtigen einschiffigen Bauten einer bäuerlichen Siedlung bei Warendorf, Westfalen, aus dem 7.–8. Jh. aufschlußreich (vgl. [14]). Zu jener Zeit war man in der Lage, Häuser von über 30 m Länge ohne stützendes Innengerüst zu errichten.

Die Warendorfer Befunde mit senkrechten Pfosten in den Wandfluchten und korrespondierenden schrägen Außenstützen (Abb. 2 c) lassen sich am einleuchtendsten als Spuren von Sparrendachhäusern erklären, womit die frühe Entstehung der wichtigsten „Erfindung“ im niederdeutschen Hausbau, bereits aus historischen Gründen mindestens ins Früh-MA verlegt, auch durch Bodenfunde belegt wäre.

Da in der Frühzeit dem Dach bzw. der Ableitung der Dachlast eine wesentliche Rolle bei der Ausbildung der Haustypen zufiel, beeinflußte die Einführung des Sparrendaches die niederdeutsche Hausentwicklung maßgeblich. Während beim Rofendach die Last vorwiegend an der oder den oberen Pfetten hängt, stehen beim Sparrendach die Sparren paarweise auf den Wänden eines einschiffigen Hauses, stützen sich gegenseitig und leiten den Dachdruck über die Wände bzw. die Wandständer ab (Abb. 3 a und c). Gegen den nach außen wirkenden Schub des Daches müssen die Wände über oder unter dem Rähm durch Anker gesichert werden; Außenstreben wie in Warendorf können eine Frühstufe der Seitenschubsicherung darstellen. Eine andere mögliche Vorstufe in der Entwicklung des Sparrendaches, der Krückbau (Cruckbau), ist in England weiter verbreitet, in Deutschland aber nur selten nachzuweisen (Abb. 3 b).

Einschiffige Häuser mit Ableitung der Dachlast über die Wände und Ankersicherung in der Kopfzone haben bei der Entstehung der niederdeutschen Halle zweifellos wesentlich mitgewirkt, da ihr Kerngerüst dieses Prinzip wiederholt. Die „Seitenschiffe“ (Kübbungen) sind an das in sich standfeste Innengefüge lediglich angeschoben (Abb. 2 d).

Der Ausgangspunkt für die Entwicklung dieser Dach- und Hallenhausform scheint im östlichen Westfalen gelegen zu haben. Die Halle war aber den ma. Lebens- und Wirtschaftsformen so angemessen, daß sie in mehreren Varianten in ganz Nordwestdeutschland bis über den Niederrhein und in die Niederlande, andererseits im nordostdeutschen Kolonisationsgebiet Verbreitung fand und ältere Hausformen fast restlos verdrängte. Darüber hinaus wirkte das Sparrendach bis nach Süddeutschland an der Auflösung der alten Firstpfettengerüste zum stehenden und später liegenden Dachstuhl mit (Abb. 3 d1–d3), reine Kehlbalkendächer haben sich während des 15.–17. Jh. weithin in alten Verbreitungsgebieten der Firstsäulenbauweise durchgesetzt. Allerdings ist die Rolle (ursprünglich außerdeutsch geprägter) kirchlicher Zimmerungsweisen bei der Ausbildung der einzelnen Dachformen noch nicht ganz geklärt.

Entsprechend dem „weitmaschigen“ Gerüst früher mittel- und oberdeutscher F.-Häuser scheinen auch bei den niederdeutschen Hallen die einzelnen Gebinde aus Ständern, Ankerbalken und diese gegenseitig versteifenden Kopfbändern anfänglich in ziemlich großen Abständen errichtet worden zu sein (Beispiele s. [64]). Zum Teil verwendete man jedoch an Stelle der vom Dach nicht unmittelbar abhängigen Ankerbalken auf die Rähme gefügte Deckbalken und stellte auf jeden Deckbalken ein Sparrenpaar. Damit wurde das Dach zu einem in sich geschlossenen Baukörper, der auf das Hausgerüst keinen Seitenschub mehr ausübte. Die Verlängerung der Deckbalken über alle drei nunmehr gleich hohen Schiffe ergab den vollendetesten Typ der niederdeutschen Halle, das Vierständerhaus (Abb. 37). Dieser und der bescheidenere zweischiffige Typ (Dreiständerhaus) begegnen nun insbesondere auch als Bürgerhäuser, denn auch in den Städten Niederdeutschlands dominierte das Hallenhaus. Gerade diese Bauweise mit gleichhohen „Schiffen“ und einer in sich stabilen Dachzone könnte freilich in ihrer Wurzel auf die oben genannten einschiffigen Bauten frühgeschichtlicher Handelsplätze zurückgehen (vgl. die Sp. 960 angeführte Lit. zu Haithabu).

Da der Dachraum die Funktion des Ernte-, in den Städten auch des Warenspeichers hatte, legte man die Dachbalken recht eng, und da sich die Gewohnheit entwickelte, jedem Balken einen Ständer zuzuordnen, entstand das typisch niederdeutsche F. mit enger Stellung der Ständer, das nur noch der horizontalen Riegel, aber nicht der Sicherung durch schräge Streben bedurfte (Abb. 36f.).

Zwischen das eigentliche Haus und das verselbständigte Dach konnte man natürlich leicht einen oder mehrere Speicherstöcke einschieben. In den Städten wurde das bald zur Regel (in Goslar um 1300 nachweisbar: [77] S. 22f.), wobei keineswegs sicher ist, daß man die Stockwerkskonstruktion aus dem Süden übernahm. Das Haus selbst blieb aber dem Wesen nach Ständerbau. Bei den beliebten Drei- oder Vierständerbauten unterteilte man das oder die Seitenschiffe zwar auch gerne in zwei Geschosse; das Einfügen von Einzelräumen in die Deele als Kern des Hauses dürfte jedoch unter mitteldeutschem Einfluß erfolgt sein. Es führte zunächst nur in den Städten zur Auflösung der ma. Form. Das Bauernhaus behielt seine ma. geprägten Typen bis ins 19. Jh. bei; ihre Auflösung bedeutete hier zugleich das Ende der altüberkommenen Bauweise.

Im übrigen verlief die technische Entwicklung in manchem ähnlich wie in Mittel- und Süddeutschland. Neben dem Ständerbau spielte – allerdings fast nur in den Städten – seit dem ausgehenden MA der Stockwerkbau eine bald nicht nur auf Speicherstöcke beschränkte Rolle. Auch hier gab es anfänglich sehr starke Überhänge, die später immer mehr verflachten; und im 18. Jh. entstanden auch in niederdeutschen Städten Stockwerkbauten ohne jeden Überhang (Rud. Fricke in: [79], S. 77–109).

Eine an die süddeutschen Rahmenbinderbauten erinnernde endma. Neuschöpfung bilden im Küstenland die friesischen Gulfhäuser, bei denen man einen möglichst großen ebenerdigen Bergeraum für die Ernte bei geringstem Holzaufwand mit einem Gerüst mit (mindestens) vier zentralen, nur in der Kopfzone verstrebten Ständern schuf (Ulrich Folkers in: [69], S. 20 bis 26).

b. Dem im Grunde bei einem ma. Gefüge verbliebenen Hausgerüst entspricht die äußere Gestaltung des niederdeutschen F. mit seinem Gitterwerk aus senkrechten Ständern oder Stielen und waagerechten Riegeln. Schrägstreben finden sich fast nur an einzelnen altertümlichen Bauten und in der Zone mitteldeutschen Einflusses (Abb. 38; vgl. Sp. 981). Städtische Häuser erhielten reicheren Schmuck zuerst in Form verzierter Knaggen unter und ornamentaler Schnitzereien auf den Schwellen der Speicherstöcke und Dächer (Abb. 41; s. a. [77], S. 56–82, Taf. 22–34). Im 16. Jh. trat – zunächst vor allem im Harzgebiet, aber bald bis in die Küstenstädte verbreitet – die Rosettenzier auf (Abb. 30; s. a. [77], S. 62 bis 68, Taf. 26–30). Sie erfaßte anfänglich die Stiele der Oberstöcke und die zu ihrer Versteifung nun auch hier angewandten kurzen Fußbänder; später verzierte man besonders die Füllbretter der Brüstungsfelder mit Rosetten-Motiven. Auch abgesehen von der Entwicklung der Rosettenzier wurden neben den Schwellen auch die Stiele gelegentlich mit ornamentalem oder figürlichem Schnitzwerk versehen. Ähnlich wie im Süden findet man auch in norddeutschen Städten Häuser, deren Holzwerk mit überreich geschnitztem Zierat prunkt (vgl. [77], S. 60–62, Taf. 16–18).

Überdies verstand man die Ausfachung des Holzgerüstes mit Backsteinen als zusätzlichen Schmuck zu nutzen, indem man das unverputzt belassene Mauerwerk in bestimmten Mustern anordnete (Abb. 5). Davon abgesehen, beschränkte sich der Schmuck auch an den reichsten Häusern auf die Ausgestaltung der genannten Bauelemente. Die Vielfalt aus konstruktiven Streben entwickelter Zierformen mit ihren Möglichkeiten zur abwechslungsreichen Gliederung der Fassaden, die wesentlich den Reiz des frühneuzeitlichen mittel- und oberdeutschen F. ausmacht, blieb in Niederdeutschland fremd. Das F. behielt bis zum endgültigen Niedergang seinen im MA geprägten strengen Charakter.

VI. Die einzelnen Landschaften

Bei einem Überblick ist zu berücksichtigen, daß der erhaltene Bestand an Fb. hinsichtlich der Alters- und Konstruktionsstufen, teilweise aber auch nach Baugattungen recht unterschiedlich ist; F.-Kirchen etwa finden sich nur noch in verhältnismäßig wenig Gegenden (vgl. Sp. 943). Der derzeitige Bearbeitungs- und Dokumentationsstand kann nur für einzelne Gebiete (besonders das Rhein-Main-Neckar-Gebiet, Hessen, Westfalen) als befriedigend gelten.

Trotzdem läßt sich neben der durch die geschilderte unterschiedliche Gefügeentwicklung bedingten Aufteilung in ober- und niederdeutsches F. zunächst eine weitere grobe Unterscheidung in oberdeutsches F. im engeren Sinn und mitteldeutsches F. vornehmen. Da beide Gruppen vor allem im ältesten erhaltenen Bestand deutlicher voneinander abweichen, dürfte es sich um Zeichen einer weiter, vielleicht ins hohe MA zurückreichenden Entwicklung handeln, die im Zuge der frühneuzeitlichen technischen Weitergestaltung ausgeglichen wurden. Dabei mögen die „oberdeutschen“ Merkmale wenigstens teilweise vom Ständerbohlenbau geprägt oder beeinflußt sein, der dort in einigen Gegenden bis ins 19. Jh. eine beträchtliche Rolle spielte.

Die oberdeutsche Gruppe umfaßt den alemannischen Siedlungsraum von der Nordostschweiz bis ins Neckarland und nach Bayrisch-Schwaben, Mittelfranken, Teile von Oberfranken und die Oberpfalz, soweit dort Fb. gebräuchlich war. Als mitteldeutsch wäre das F. von Mittelrhein und Mosel samt den umgebenden Gebirgen bis nach Thüringen und Sachsen zu bezeichnen. Nach Süden hin läßt sich in der Frühzeit ein Grenzstreifen südlich des Maines bis an den unteren Neckar feststellen; gegen das Gebiet des niederdeutschen F. besteht bis zum Erlöschen der Bauweise eine breite Zone gegenseitiger Beeinflussung von der Kölner Bucht über Bergisches Land und Siegerland, Nordhessen bis zum Harz. Mitteldeutschen Einfluß findet man darüber hinaus bis in die Mark Brandenburg, in Schlesien und im ländlichen Bauwesen auch in West- und Ostpreußen.

Als oberdeutsches Merkmal erscheint vor allem die Betonung der Horizontalen im schon früh voll entwickelten Stockwerkbau. Eingezapfte Riegel verbinden die weit gestellten Stiele; Kopf- und Fußbänder werden jedoch noch im 16. Jh. meist vorgeblattet. Die Fenster ordnete man zwischen die vorhandenen Riegel; für ihren Einbau waren also nur besondere Gewändehölzer erforderlich. Aus so entstandenen Fensterreihen ließen sich leicht Fenstererker entwickeln. Eine oberdeutsche Sonderform der älteren Ständerkonstruktion sind die Rahmenbinderbauten (vgl. Sp. 953). Diese und frühe Stockwerkbauten zeigen die gleichmäßige Reihung bestimmter Formen (Kopf- und Fußbänder), was aber noch eine allgemein ma., keine spezifisch oberdeutsche oder gar alemannische Eigenart sein dürfte (Abb. 12, 14 und 17). Die Entwicklung des neuzeitlichen F. mit dem Übergang zur Verzapfung der Hölzer, zur „Gruppierung“ des F. bei Einführung vielfältiger Strebeformen und der Anordnung größerer Fenstergruppen bringt die Angleichung an das mitteldeutsche F., ohne daß man aber an ausschließliche Übernahme dortiger („fränkischer“) Formen denken müßte.

Im mitteldeutschen Fb. werden die vertikalen Hölzer stärker betont. Dies gilt nicht nur für die teilweise recht lange beibehaltenen Ständerkonstruktionen, wo es technisch notwendig ist, sondern wird im Stockwerkbau besonders augenfällig. Primäres Bauglied sind die Stiele; Brustriegel können noch bis um 1500 vorgeblattet werden (z. B. Lich, Hüttengasse 4: [48] S. 20–25, Abb. 8–10). Die Fenster werden grundsätzlich an Wandstiele angelehnt, so daß teilweise eigene Gewände-, vor allem aber besondere Sturzhölzer notwendig waren (Abb. 19). Bei der oft ziemlich engen Stellung der Stiele können die Fenster aber auch die ganze Feldbreite füllen, was bald zur Regel wird (Abb. 21). Die Betonung der Vertikalhölzer erinnert einerseits an niederdeutsche Formen, andererseits deutet sie auf Verbindungen mit dem westeuropäischen F., das weithin die enge Reihung von Stielen bevorzugte (Heinr. Winter in: [43], S. 2–74; ders. in: [44], S. 55–81; [11] S. 124f., Abb. 86f.). Aus dieser Betonung der Senkrechten heraus entwickelte sich durch die Zuordnung besonderer Streben zu den wichtigen Stielen früh die Gruppierung und Rhythmisierung der Fachwand; das mitteldeutsche F. wurde das „lebendigste“ und konnte wohl auch deshalb bei grundsätzlich gleichen Konstruktionsbedingungen so nachhaltig die neuzeitliche Entwicklung in Oberdeutschland beeinflussen.

1. Oberrhein, Elsaß, Nordostschweiz

Der erhaltene Bestand umfaßt eine Auswahl von urtümlichen Ständerbauten (meist landwirtschaftliche Klein- und Nebengebäude) bis zu reich ausgestatteten Bauern- und Bürgerhäusern aus Spät-MA und Neuzeit. Frühe Bauwerke zeigen die oberdeutschen Merkmale und einzelne offenbar speziell alemannische Züge wie die außen sichtbare Fußbodendielung bei Stockwerkbauten (vgl. Abb. 14). Sogenannte fränkische Konstruktions- und Zierelemente setzen sich schnell rheinaufwärts und spätestens im 17. Jh. auch in der Schweiz durch, wobei dort häufig Mischformen mit dem Ständerbohlenbau auftreten (Max Gschwend in: [21], S. 1–242; [11] S. 229 Abb. 365 und 367). Manchmal überreich verziertes F. kennzeichnet die frühneuzeitlichen Gebäude vor allem in den größeren Städten (Straßburg: Abb. 13). Giebellauben und Kniestockhäuser (letztere aus der Firstsäulenkonstruktion entwickelt) sind beiderseits des Oberrheins vertreten. Dagegen dringt der Fb. kaum in die Schwarzwaldtäler ein.

2. Alemannisch-schwäbisches Gebiet östlich des Rheins

Vom Neckar bis ins Bodenseegebiet hat sich F. auch nach den Verlusten der letzten Jahrzehnte noch in beträchtlichem Umfang erhalten. Verhältnismäßig zahlreich sind stattliche öffentliche Gebäude des ausgehenden MA. Dies gilt vor allem für kleinere und mittlere Städte (Esslingen, Rathaus, gebaut als Kaufhalle, 1430: Abb. 14 und 15; Markgröningen, Rathaus, 15. Jh.: [11] S. 191 Abb. 199; Geislingen, „Bauhof“, ehem. Kornspeicher: Herm. Phleps, Dt. Fb., Königstein i. T. 1951, Abb. S. 15). In der Frühzeit herrschen oberdeutsche Merkmale; die außen sichtbare Fußbodendielung und vielleicht auch die Verdoppelung der Rähme scheinen alemannische Eigenheiten zu sein. Die Verblattung der einfachen und doppelten Kopf- und Fußbänder hält sich lange, ebenso eine relativ große Gefachbreite bei allmählicher Zunahme neuzeitlicher („mitteldeutscher“) Zierformen. Im 17. Jh. setzt sich die mitteldeutsche Konstruktion allgemein und bis in die Details durch (vgl. z. B. [11], S. 223 Abb. 348, und [26], passim). Bei allem möglichen Reichtum kommt es hier aber nicht zu dem in manchen mitteldeutschen Gebieten typischen netzartigen Überwuchern der Zierformen. Um den unteren Neckar zeichnet sich im ältesten Bestand eine breite Mischzone gegen das mitteldeutsche F. an Mittelrhein und Main ab [40, Taf. 1–5 und S. 35 Abb. 15, S. 37 Abb. 18].

Während der Übergang an das östlich angrenzende Mittelfranken völlig offen ist, hat sich im Süden das F. offenbar gegen den Ständerbohlenbau durchsetzen müssen. Seine Ausbreitung erreichte im 19. Jh. das Allgäu, wo drei Bauweisen – Blockbau, Ständerbau und Fb. – aufeinandertrafen. Um den Bodensee gibt es zahlreiche Fb., darunter auch solche aus dem Übergang vom MA zur Neuzeit, und Mischformen mit dem Ständerbohlenbau [26, S. 32f. Abb. 6f., S. 47 und 49 Abb. 20f., S. 118 Abb. 145f.], so daß nur der Schwarzwald bis zum Erlöschen der überkommenen Bautraditionen eine Insel des Ständerbohlenbaus innerhalb des südwestdeutschen F.-Gebietes blieb.

3. Franken

Auch hier ist der Bestand trotz großer Verluste (Nürnberg) noch bedeutend. Das östlich an den schwäbischen Bereich anschließende Mittelfranken zeigt, von Details (Fußbodendielung) abgesehen, in der Frühzeit die gleichen oberdeutschen Konstruktionsprinzipien. Der Rahmenbinderbau (s. Sp. 953) ist bis in die Nürnberger Gegend vertreten ([31] Abb. S. 41–47 u. ö.; vgl. auch Helmut Richter, Haus und Hof in der Oberpfalz, in: Bayer.südostdt. Hh. für Volkskde. 16, 1943, 1–6), und alte Stockwerkbauten werden in der Nürnberger Gegend (Abb. 17 und 31) und selbst noch in Bamberg (Alte Hofhaltung) durch die Betonung der Horizontalen, die Anordnung der Kopf- und Fußbänder und auch der Fenster wesentlich an die oberdeutsche Gestaltungsweise angeschlossen.

In den fränkischen Städten setzte im 16. Jh. rasch die Prachtentfaltung des neuzeitlichen F. ein, wobei auch die am reichsten ausgestalteten Fassaden stets ein übersichtliches Bild bieten. Die hohe Wertschätzung des F. im späten 16. Jh. zeigt sich deutlich am „Deutschen Haus“ in Dinkelsbühl, bei dem nur die Straßenfassade in dieser Technik, die übrigen Umfassungswände dagegen massiv errichtet sind (Abb. 18). Eine von vielen bemerkenswerten Sonderformen des Fb. bilden die Spalter Hopfenspeicher des späten 15. bis 18. Jh. (Herm. Phleps a.a.O. [Sp. 969], Abb. S. 37).

Der Fb. reicht vom mittel- und oberfränkischen Gebiet (vgl. Sp. 978f.) bis in die Oberpfalz, greift jedoch nur wenig auf Ober- und Niederbayern (bei Ingolstadt bzw. Kelheim) über. Er scheint aber noch am Ausgang des MA sogar in Alpenstädten vertreten gewesen zu sein (vgl. Dürers Ansichten von Innsbruck, W. 66–68).

4. Mittelrhein und Mosel

Trotz beträchtlicher Verluste durch Kriegszerstörung und Neubauten ist der bekannte Bestand an Fb. noch immer groß; er umfaßt gerade im weiteren Rhein-Main-Gebiet, in dem vielfältige Einflüsse zusammentreffen, auch zahlreiche endma. Beispiele. Eine solche Gruppe an der Mosel und rheinaufwärts bis Bacharach zeigt, teilweise noch in Ständerkonstruktion, teilweise auch in frühneuzeitlicher Prägung des früheren 16. Jh., auffallend enge Anordnung der Ständer oder Stiele und läßt somit an direkten Einfluß aus dem Westen denken (Abb. 32; vgl. auch Herm. Phleps a.a.O. [Sp. 969], Abb. S. 61). Die vielleicht auch vom niederdeutschen F. mit beeinflußte Betonung der senkrechten Hölzer (vgl. Sp. 963f.) wird auch sonst an Mittelrhein und Mosel besonders deutlich [39, Taf. 30f., 35 bis 40]. Zwischen Main und unterem Neckar liegt eine Obergangszone gegen das oberdeutsche F. (Abb. 19); der so typische vorgeblattete Brustriegel an besonders alten Bauten tritt erst nördlich des Mains häufiger auf.

Neben den stattlichen Bürgerhäusern des Spät-MA finden sich auch genügend ländliche Beispiele der entsprechenden Altersstufe (vgl. aber Sp. 959). Im übrigen liegt der Reiz des F. in dieser Landschaft in der frühen und besonders reichen Ausgestaltung der durch konstruktive Zierelemente gegliederten F.-Wand. Da hier und im angrenzenden Wetterau- und Untermaingebiet die Fülle der Schmuckformen fast durchweg schon im 1. Dr., sicher aber vor M. 16. Jh. zu belegen ist, kann diese Landschaft wohl als das eigentliche Entstehungszentrum des neuzeitlichen F. angesehen werden. Der Höhepunkt der Entwicklung liegt im späteren 16. und im 17. Jh.; damals wurde das Aussehen vieler Orte geprägt.

Beliebt war auch die Verzierung der Fassaden durch Schnitzwerk, besonders auf den Eckstielen, Knaggen und den hier aus dem Einzelfenster entwickelten Fenstererkern (Abb. 20). Daneben waren im Mittelrheingebiet und seinem Einflußbereich auch normale Erker beliebter Gegenstand besonders dekorativer Ausgestaltung. Die äußerste Grenze dekorativer Möglichkeiten erreichte die Fassade des „Salzhauses“ am Römerberg zu Frankfurt a. M., die vollständig – einschließlich der mit Holztafeln verkleideten Gefache – in figürliches und ornamentales Schnitzwerk aufgelöst war (Abb. 33). Zusätzlichen Reiz bot in größeren Orten wie Frankfurt die Verbindung reich gestalteter F.-Aufbauten mit ebenso reich ornamentierten steinernen Erdgeschossen (Abb. 24 und 33; vgl. auch [39], Taf. 62, 64, 68, 71, 77). Zugleich zeigen gerade die bedeutenderen Stadthäuser nun oft eine weitgehende Auflösung der Wand in Fenster, wie sie sich nur aus der seit dem MA üblichen Zuordnung der Fenster zu den Stielen entwickeln konnte (Abb. 24).

5. Randgebiete des Mittelrheins

In den um den Mittelrhein und seine Zuflüsse gelegenen Gebirgslandschaften haben sich urtümliche Bauten bis in unsere Tage bewahrt, die vor allem das Firstsäulengerüst und die Ständerkonstruktion noch unverfälscht erkennen lassen, so Gebäude im Odenwald und an der Bergstraße ([37] bes. S. 27ff.; [10]), die Vennhäuser in der Nordwesteifel (Otto Klemm in: [35], S. 228–36) und Gebäude im Westerwald und Siegerland (Gerhard Eitzen in: [43], S. 6 bis 26). Zum Teil entspricht das absolute Alter derartiger Häuser keineswegs der altertümlichen Bauweise: sie sind nicht selten erst im 16. oder 17. Jh. entstanden. Auch das am besten bekannte Firstsäulenhaus des Odenwalds, Haus Haas aus Watterbach Lkrs. Miltenberg, das zunächst wegen seiner Konstruktion ins 15. Jh. datiert worden war, ist nach dem Ergebnis dendrochronologischer Untersuchungen erst im späten 16. Jh. entstanden (Bruno Huber, Veronika Siebenlist und Wolfg. Nieß in: Büdinger Geschichtsbll. 5, 1964, 29–82).

Auch in diesen Randlandschaften setzte sich aber die neuzeitliche Stockwerkzimmerung weitgehend durch, und viele Zierformen wie der „wilde Mann“, Fenstererker und Schnitzdekor werden bis in abgelegene und arme Gegenden übernommen (z. B. [47], Abb. 355, 367 u. ö.). Im Norden der Eifel sind gelegentlich schon Einflüsse von Niederdeutschland erkennbar; das Bergische Land und das Siegerland sind ausgesprochene Übergangsgebiete (vgl. [66]; [41] S. 105–109; [67] S. 496–502 Taf. 274–80).

6. Wetterau und nördliches Hessen

Der noch vorhandene umfangreiche Bestand an spätma. und vor allem neuzeitlichen Fb. zeigt, daß die Städte und reichen Dörfer der Wetterau schon um 1500 rheinische Züge in der F.-Gestaltung annahmen. Eine Gruppe stattlicher Häuser der Zeit um 1500 von Mainz bis Büdingen und Miltenberg besitzt konstruktiv und dekorativ engste Verwandtschaft, und in der Folge tendierte die südliche Wetterau vollständig zum Rhein-Main-Gebiet (vgl. Abb. 34; verwandte Bauten bei [39], S. 58–74).

Dem oberhessischen F. bleibt dagegen trotz der Übernahme von Schmuckformen ein verhältnismäßig schwerer Charakter eigen, betont vor allem durch die starken Hölzer und die oft breite Felder überspannenden ausladenden Fußstreben (Abb. 22). Bis ins 17. Jh. wurden auch an Wohnhäusern im nördlichen Hessen oft nur die sichtbaren Fassaden in Stockwerkzimmerung errichtet; bei den übrigen Wanden blieb man bei der altbewährten Ständerkonstruktion (s. Sp. 955). Diese konservative Einstellung mag andererseits dazu geführt haben, daß gerade hier noch im 19. Jh. ziemlich viele handwerklich gute F.-Gebäude errichtet wurden. Beachtenswert sind F.-Kirchen des 17.–18. Jh. in der Wetterau und am Vogelsberg (Abb. 26; vgl. [47], S. 218–22 Abb. 252ff.). In den nördlichsten Teilen Hessens (Niederhessen) beschränkte sich niederdeutscher Einfluß nicht nur auf konstruktive Details; hier stehen z. T. schon rein niederdeutsche Häuser (z. B. [49], Taf. 120–25).

7. Mainfranken

Das fränkische Maintal bis in die Würzburger Gegend zeigt im wesentlichen die gleichen Entwicklungsstufen und Einflüsse wie das Rhein-Main-Gebiet. Der nachweisbare Bestand an Fb. ist auch hier noch reich und besitzt oder besaß in Orten wie Aschaffenburg und Miltenberg altertümliche Vertreter (z. B. Miltenberg, Hauptstr. 144: [40] S. 28–31), zugleich aber auch die Fülle schmuckfreudigen mittelrheinischen F. des 17. bis 18. Jh. Weiter östlich tragen die ältesten Bauten mehr oberdeutsch bestimmte Züge (Bamberg: vgl. Sp. 971). In den an Thüringen angrenzenden Bereichen machen sich gelegentlich – ebenso wie in Hessen östlich des Vogelsberges – von dort übernommene Eigentümlichkeiten bemerkbar (vgl. Sp. 980).

Das Schmuckwerk wurde teilweise überreich ausgebildet; besonders an oberfränkischen Häusern des 17.–18. Jh. entwickelte es sich zu einem ornamentalen Netz, das die eigentliche Konstruktion kaum noch erkennen läßt (Abb. 25). F. in dieser überreichen ornamentalen Ausgestaltung kennzeichnet auch die Egerländer Bauweise des 18. Jh. (vgl. Bruno Schier, Hauslandschaften und Kulturbewegungen im östlichen Mitteleuropa, Göttingen 19662, Abb. 33 bis 40).

Vom Fichtelgebirge über Südthüringen und Sachsen bis nach Schlesien war eine eigentümliche Verbindung aus Block- und Gerüstkonstruktion verbreitet: der Umgebindebau. Dabei ist um einen eingeschossigen Blockbau ein manchmal auf einer oder mehreren Seiten einen Gang freilassendes Ständergerüst errichtet, das einen entsprechend vorkragenden Aufbau trägt. Dieser meist einstöckige Aufbau kann aus F. bestehen (Abb. 27). Daneben macht sich gerade im Egerland und anderen ehemals deutsch besiedelten Teilen Böhmens das allmähliche Vordringen des F. auch in anderen Mischformen – F.-Giebel oder Oberstöcke auf Blockhäusern – bemerkbar (B. Schier a.a.O. [Sp. 979], Abb. 11, 27–30).

8. Thüringen und Sachsen

Thüringen, Sachsen. Besonders Thüringen ist (oder war) reich an Fb., doch ist der Dokumentationsstand, wie allgemein in Mitteldeutschland, unzulänglich. Immerhin läßt sich sowohl noch Ständergeschoßbau als auch spätma. Stockwerkzimmerung nachweisen (vgl. [72], passim). Das gewöhnlich als thüringisch bezeichnete F. ist allerdings rein neuzeitlich. Es zeigt reiches Formenspiel, das – wie im angrenzenden Franken – das konstruktive Gerüst völlig überwuchern kann. Kennzeichnend häufig findet sich eine Eigenart, die im Rhein-Main-Gebiet nur gelegentlich an sehr reichen Häusern auftritt: die obere Hälfte der Stockwand einschließlich des Brustriegels tritt merklich vor und ist als selbständige, von den Brüstungsfeldern unabhängige Schmuckzone behandelt. Dabei wird der vorkragende Teil der Wand oft von Konsolen nicht nur an den Stielen (Abb. 35), sondern sogar an den schrägen Strebehölzern getragen. Auch Fenstererker waren verbreitet, und recht häufig finden sich (seitliche) Laubengänge.

Im nördlichen Thüringen (Harzvorland) war das F. stärker, teilweise sogar rein niederdeutsch geprägt, doch läßt sich gerade hier die Ausbreitung mitteldeutscher Hausformen (queraufgeschlossenes Haus, Details der F.-Konstruktion) ebenso wie nördlich des Harzes in der Neuzeit deutlich erkennen (Gerh. Eitzen in: [75], bes. S. 183–216).

Der Fb. Sachsens gehört im wesentlichen zur mitteldeutschen Gruppe; er erscheint im Durchschnitt jedoch einfacher und schmuckärmer als der thüringische (Abb. 28; vgl. auch [54]). Der Umgebindebau im Süden Thüringens und Sachsens wurde bereits erwähnt (s. Sp. 979f.). Mitteldeutsches F. hatte sich auch nach Nordosten bis in die Mark Brandenburg verbreitet; hier wurde besonders durch Friedrich d. Gr. die Einführung mitteldeutscher Haustypen gefördert (gewisse Auswirkungen sogar bis Mecklenburg: Karl Baumgarten, Das Bauernhaus in Mecklenburg [= Dt. Akad. der Wiss. zu Bln., Veröffn. des Inst. für dt. Volkskde. Bd. 34], Bln. 1965, S. 66).

9. Schlesien

Das wenige in den schlesischen Städten erhaltene F. war mitteldeutsch geprägt. Die preußische Verwaltung hatte allerdings vom 18. Jh. ab strenge Holzbauverbote erlassen, so daß in Breslau z. B. nur noch Restbestände vorhanden waren. Auf dem Lande gab es noch mehr Fb.; sie zeigten in reicherer Ausführung Häufung kreuzförmiger Schmuckelemente. Beliebt waren – nicht nur an Fb. – Erdgeschoßlauben [55, Taf. 3–17, 139–142]. Vom sächsischen und böhmischen Bereich her war der Umgebindebau bis nach Nordwestschlesien anzutreffen. Überhaupt spielten auch in Schlesien Mischformen aus Blockbau und Fb. eine größere Rolle, wobei die Oberstöcke oder nur die Giebel der Häuser in F.-Technik ausgeführt wurden. Das F. dominierte aber nicht wie im überwiegenden Teil des westlichen Deutschland.

10. Nordwestdeutschland

Während einerseits Einflüsse der niederdeutschen Gefügeentwicklung bis nach Hessen und in die Kölner Bucht zu beobachten sind, finden wir auf der anderen Seite in einem breiten, bis Westfalen reichenden Streifen Einwirkungen aus dem Süden auf den dort an sich von der niederdeutschen Halle geprägten Fb. Im Äußeren macht sich das vor allem durch die Verwendung schräger Streben und anderer konstruktiver Zierelemente bemerkbar (Abb. 38).

Der Bestand an bäuerlichen Bauten reicht hier nur selten ins 16. Jh. zurück. Ma. Bauten fanden sich vor allem in den Städten, sind dort aber mittlerweile zum überwiegenden Teil verloren. Die verhältnismäßig reichen Vorkommen alter mittel- und oberdeutscher Gefügeformen auch auf dem Land scheinen nach dem derzeitigen Forschungsstand keine Entsprechung im niederdeutschen Bereich zu besitzen. In manchen Gebieten (Niederrhein, Niederlande) ist die Halle überdies nur noch selten als reiner Fb. zu finden.

Die Halle war auch für die Entwicklung des Stadthauses maßgeblich (vgl. Sp. 963); die Stockwerkzimmerung nahm ihren Ausgang von den schon früh nachweisbaren Speicherstöcken der Bürgerhäuser (vgl. Sp. 964). Die übliche enge Stellung der Ständer oder Stiele ermöglichte den Verzicht auf Strebehölzer und die daraus entwickelten Zierformen. Zierat blieb also auf ornamentale Gestaltung der Knaggen, Schwellen und Stiele beschränkt (vgl. Sp. 965). Fassaden von Stadthäusern wurden gerne durch „Utluchten“, eine Art Ausguck-Vorbau der in den Seitenschiffen untergebrachten Stuben, belebt und aufgegliedert (vgl. Hildesheim: H. Phleps a.a.O. [Sp. 969], Abb. S. 85). Auch in niederdeutschen Städten konnten hin und wieder überreich ausgestaltete Häuser entstehen.

In der ländlichen Bauweise blieb allein der Hallenbau maßgeblich. Stockwerkzimmerung findet sich gelegentlich zur Bereicherung der Giebel (Abb. 39; Stockwerkspeicher auf dem Land: [67] S. 107 Abb. 62, S. 249 Taf. 39 B, S. 277 Taf. 67 u. a.), öfter an den als selbständige Nebengebäude ausgeführten Speichern. Ornamentaler Schmuck an Bauernhäusern ist relativ selten (vgl. Abb. 30). Dagegen wurde die Backsteinausfachung auch auf dem Land gern als Zierelement genutzt (Abb. 5), doch war dies nicht allgemein niederdeutscher Brauch; oft genug verputzte man auch hier die mit Backstein oder Lehmausstakung geschlossenen Gefache.

11. Harz und Umland

Herrschende Bauform war die niederdeutsche Halle, wobei einzelne altertümliche Bauten noch sehr weite Gebindestellung mit Sicherung durch Schrägstreben aufweisen (vgl. Sp. 960 und 965). Der rege Bergbau im Harz mag nicht nur zu spürbaren Einflüssen aus dem mitteldeutschen Baubereich geführt, sondern allgemein die Entwicklung der Bauformen gefördert haben. So ist in den Städten um den Harz besonders früh die Stockwerkzimmerung nachweisbar, und viele Zierformen des niederdeutschen F. scheinen hier ihre erste Ausprägung erfahren zu haben. Der bis ins 15. Jh. zurückreichende faßbare Bestand läßt die Entwicklung der typischen Verzierungen von Knaggen und Schwellen und die Entfaltung der Rosettenzier relativ gut verfolgen (vgl. Sp. 965). Ebenso treten zunächst hier die „Spruchschwellen“ als kennzeichnende Form des 17.–18. Jh. auf [77, Taf. 29–32].

Städte dieses Gebietes wie Goslar, Hildesheim (F.-Stock des Trinitatisspitals von 1459 mit – sonst selten nachweisbarer – figürlicher Malerei auf den Windbrettern zwischen den Knaggen: H. Phleps a.a.O. [Sp. 969], Abb. S. 80f.) oder, etwas weiter ab, Braunschweig besaßen oder besitzen teilweise noch eine Fülle reicher F.-Gebäude (Abb. 40; vgl. auch RDK III 926, Abb. 11: Braunschweig).

12. Küstengebiet

Im nordwestdeutschen Küstengebiet tritt neben der auch hier seit dem MA herrschenden Halle das Gulfhaus auf (vgl. Sp. 964f.), als Reliktform noch vereinzelt die schmale friesische Halle (vgl. Sp. 960) in Nordfriesland, beide jedoch selten als reine Fb.

In den Städten des Küstenlandes war wohl zunächst auch der Fb. vorherrschend, doch nahm gerade in den größeren und reicheren der Massivbau einen ziemlich schnellen Aufschwung. Immerhin gab es selbst in Hamburg stattliche F.-Bürgerhäuser mit ein- oder zweigeschossigem Hallenteil und anfänglich für Speicherzwecke angelegten Oberstöcken (Abb. 42). Im Gegensatz zu anderen niederdeutschen Städten verzichtete man in Hamburg in der Regel auf allen ornamentalen Schmuck der Fassaden. Als Sondertyp der Hafenstädte hatten sich mächtige F.-Speicher entwickelt, von denen ebenfalls in Hamburg noch manche bis in die Gegenwart erhalten waren. Fb. niederdeutschen Typs findet sich auch in Dänemark (Seeland: [71] S. 16f. Abb. 5–8).

13. Nordostdeutschland

Infolge der überwiegend niederdeutschen Besiedlung wurde das niederdeutsche F. auch in Mecklenburg, Pommern, großen Teilen der Mark Brandenburg und bis nach West- und Ostpreußen bestimmend, soweit eben in dieser Technik gebaut wurde. Allerdings war auch hier in den Städten schnell der Massivbau zur Geltung gekommen, so daß eine bemerkenswerte eigene Entwicklung kaum zu verzeichnen ist. In Elbing und Heilsberg hatten sich – freilich als Ausnahmen – sehr altertümlich wirkende mehrgeschossige Ständerbauten erhalten, die noch aus dem 14. Jh. stammen sollen [83, S. 33f., 78f.]. Wie in den nordwestdeutschen Küstenstädten gab es beispielsweise auch in Danzig und Königsberg umfangreiche Speicherbauten aus F., manche davon noch in Ständerbauweise (Abb. 43).

Der ländliche Fb. in Ost- und Westpreußen zeigte dagegen stärker mitteldeutschen Einschlag mit den beliebten Erdgeschoßlauben und der Häufung von kreuzförmigen oder noch komplizierteren Zierformen in einer vom Stockwerkbau bestimmten Gefügekonstruktion (Abb. 29). Mischformen mit dem Blockbau, desgleichen auch mit einer Abart des Ständerbohlenbaus, treten hier ebenfalls auf [83, Taf. 127 b].

Zu den Abbildungen

1. Gerüstentwicklung in Mittel- und Oberdeutschland. Zchg. des Verf.

2. Entwicklung der niederdeutschen Halle. Zchg. des Verf.

3. Dachkonstruktionen. Zchg. des Verf.

4. Wiedmühle Krs. Neuwied, Fb. Fot. L.A. für Dpfl. Rheinland-Pfalz, Nr. 17184.

5. Altes Land bei Hamburg, Bauernhaus. 17. oder 18. Jh. Fot. Dt. Fotothek, Dresden, Nr. 85 969.

6.–8. Holzverbindungen. Zchgn. des Verf.

9. Fritzlar, Haus Seibel, Markt 22. Um 1480. Zchg. des Verf. nach [49], Abb. 30.

10. Ehem. Marburg a. d. L., sog. Schäfersches Haus. Nach 1320. Zchg. des Verf. nach [48], Abb. 4.

11. Desgl., Details. Nach ebd. Abb. 19.

12. Dinkelsbühl, Bürgerhaus Nördlinger Str. 35. Spätes 15. Jh. Maßaufnahme Bayer. L.A. für Dpfl., Mchn.

13. Straßburg, Haus Kammerzell. Erdgeschoß 1467, F.-Geschosse 1589. Fot. R. Falkenstein.

14. Esslingen a. Neckar, Rückseite des Alten Rathauses. 1430 dat. Fot. Erwin Hitzler, Esslingen.

15. Esslingen a. Neckar, Altes Rathaus, Kopfbänder. Fot. Landesbildstelle Württemberg, Nr. 27 175.

16. Nördlingen, Kürschnerhaus. 1415–28. Maßaufnahme Bayer. L.A. für Dpfl., Mchn.

17. Roßtal Krs. Fürth, erstes Pfarrhaus. M. 15. Jh. Maßaufnahme Bayer. L.A. für Dpfl., Mchn.

18. Dinkelsbühl, Hotel „Deutsches Haus“, Weinmarkt 3. Fassade gegen 1600. Fot. Lala Aufsberg, Sonthofen, Nr. 85 464.

19. Eberbach a. Neckar Krs. Heidelberg, Haus „Im Hof“. E. 15. Jh. Zchg. des Verf. nach [40], S. 236.

20. Bernkastel a. d. Mosel, Eckhaus am Markt. 16. oder 17. Jh. Fot. DKV.

21. Miltenberg am Main, Häuser Nr. 360 und 361 am Marktplatz. E. 15. Jh. und A. 16. Jh. Fot. Marburg Nr. 20 4049.

22. Alsfeld, Rathaus. 1512–16. Fot. Marburg Nr. 5149.

23. Groß-Gerau, Rathaus. 1579. Fot. L.A. für Dpfl. Hessen.

24. Ehem. Frankfurt a. M., Goldene Waage (zerst.). Abraham Hamel, 1619. Fot. Staatl. Lichtbildstelle Hessen, Nr. 111.01.007.

25. Burgkunstadt Krs. Lichtenfels, Ofr., F.-Häuser. 17. oder 18. Jh. Fot. Staatl. Landesbildstelle Hamburg, Nr. 906/11.

26. Stumpertenrod Krs. Alsfeld, F.-Kirche. 1696 bis 1697. Fot. J. Michler, Marburg a. d. Lahn.

27. Eibau Krs. Löbau, Sachsen, Fb. 18. oder frühes 19. Jh. Fot. Dt. Fotothek Dresden, Nr. 59 779.

28. Hartenstein Krs. Zwickau, Volkshaus (Gasthaus „Weißes Roß“). 1625. Fot. Dt. Fotothek Dresden, Nr. 124278.

29. Stalle Krs. Marienburg in Westpr., Fb. 17. oder 18. Jh. Nach Herm. Phleps a.a.O. [Sp. 969], Abb. S. 108.

30. Preußisch-Ströhen Krs. Lübbecke, Hof Spreen 2. E. 16. oder 17. Jh. Zchg. des Verf. nach [67], Taf. 98.

31. Nürnberg, Weinstadel, Maxplatz 8. 1446–48. Fot. Hochbauamt Nürnberg.

32. Clotten a. d. Mosel Krs. Cochem, Haus Fernich. Spätes 15. Jh. Fot. Th. Wildemann † Bonn.

33. Ehem. Frankfurt a. M., Fassade des Salzhauses (zerst.). Um 1600. Fot. unbekannter Herkunft.

34. Aschaffenburg, Haus Dalbergstr. 56. Spätes 15. Jh. Nach [40], Taf. 19.

35. Heldburg Krs. Hildburghausen, Haus Nr. 1. 17. Jh. Nach [53], S. 58.

36. Sandbrink am Dümmer Krs. Lehmförde, Fb. Nach [67], Bild 44.

37. Exterheide bei Tecklenburg, Haus Nr. 1. 1780. Nach [67], Bild 96.

38. Ostentrop bei Finnentrop Krs. Meschede, Haus Nr. 8. Giebel von 1770. Nach [67], Bild 114.

39. Cloppenburg, Museumsdorf, Wehlburg, ehem. in der Bauernschaft Wehdel bei Quakenbrück Krs. Bersebrück. 1750. Fot. H. Eggert, Cloppenburg.

40. Ehem. Hildesheim, Knochenhauer-Amtshaus (zerst.). 1529. Fot. Landesbildstelle Hessen, Nr. 115.01.046.

41. Goslar, Haus An der Gose 31. 15. Jh. Fot. Geza Straicher, Goslar.

42. Ehem. Hamburg, F.-Häuser am Kornträgergang. Nach H. Phleps a.a.O. [Sp. 969], S. 101.

43. Ehem. Königsberg i. Ostpr., F.-Speicher. Nach [83], Taf. 116.

Literatur

Eine neuere zusammenfassende Darstellung des Fb. im deutschsprachigen Raum fehlt; auch für einzelne Landschaften liegen nur in wenigen Fällen umfassende Publikationen vor, die sich überdies in der Regel nur auf den Bestand an Bürger- oder Bauernhäusern beschränken, vgl. daher auch die Lit. zu den Art. Bauernhaus (RDK II 6ff.) und Bürgerhaus (RDK III 180ff.); s.a. Dach (RDK III 911ff.).

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Einzelne Landschaften: Oberrhein – Elsaß – Schweiz: 16. Fritz Beblo, Die alemannische Holzbauweise in Straßburg im Elsaß, Zentralbl. der Bauverwaltung 33, 1913, 37–-39. – 17. Georg Heitz, Die F.häuser im Hanauerland, Die Ortenau, Mitt. des hist. Ver. für Mittelbaden 18, 1931, 154–76. – 18. Herm. Schilli, Bauernhäuser der Ortenau, ebd. 23, 1936, 17–48. – 19. Erwin Huxhold, Die älteren Fb. im Kraichgau. Ein Beitr. zur Kenntnis der Holzbauk. des 15. und 16. Jh., Diss. Karlsruhe 1954. – 20. Ber. über die Mitgliederversammlung des Arbeitskreises für dt. Hausforschg. e. V. in Säckingen 1954, Münster i. W. 1955. – 21. Ber. über die Tagung des Arbeitskreises für dt. Hausforschg. e. V. in Konstanz 1967, Münster i. W. 1968 (mit guter Übersicht über den Fb. der Schweiz).

Alemannisch-schwäbisches Gebiet östlich des Rheins: 22. Max Lohss, Vom Bauernhaus in Württemberg und angrenzenden Gebieten, Hdbg. 1932. – 23. Herm. Schilli, Das Schwarzwaldhaus, Stg. 1953. – 24. Heinr. Götzger und Helmut Prechter, Das Bauernhaus in Bayerisch-Schwaben, Mchn. 1960. – 25. Willi Zimmermann, Alt-Heilbronner Fb., Veröffn. des Hist. Ver.Heilbronn 23, 1960, 115–34. – 26. Otto Gruber, Bauernhäuser am Bodensee, hrsg. von Karl Gruber, Konstanz und Lindau 1961. – 27. Herm. Kolesch, Das altoberschwäbische Haus (= Volksleben 17), Tübingen 1967. – 28. Oscar Heinitz, Das Bürgerhaus zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb (= Das dt. Bürgerhaus 12), Tübingen 1970.

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Harz und Umland: 74. Gustav Wege, Der gotische Fb. in Halberstadt, Diss. Hannover, Bln. 1913. – 75. Hans Müther, Niedersächsische F.-Bürgerbauten am Nordharz, Dresden 1955. – 76. Herm. Weidhaas, Fb. in Nordhausen (= Dt. Bauakademie. Schr. des Inst. für Theorie und Gesch. der Bauk.), Bln. 1955. – 77. Hans-Günther Griep, Das Bürgerhaus in Goslar (= Das dt. Bürgerhaus 1), Tübingen 1959. – 78. Ber. über die Arbeitstagung des Arbeitskreises für dt. Hausforschg. e. V. in Goslar 1957, Münster i. W. 1958. – 79. Desgl. in Braunschweig 1965, Münster i. W. 1966 (F. in Braunschweig).

Nordostdeutschland: 80. Richard Detlefsen, Bauernhäuser und Holzkirchen in Ostpreußen, Bln. 1911. – 81. Joh. Ulrich Folkers, Mecklenburg (= Haus und Hof dt. Bauern 3), Münster i. W. 1951. – 82. Hans Müther, Bauk. in Brandenburg bis zum beginnenden 19. Jh. (= Dt. Bauakademie. Schr. des Inst. für Theorie und Gesch. der Bauk.), Dresden 1955. – 83. Karl Hauke, Das Bürgerhaus in Ost- und Westpreußen (= Das dt. Bürgerhaus 8), Tübingen 1967. – 84. Heftreihe Bauernhof-Aufmaße, hrsg. vom Baupfleger für Westfalen: Ostpreußen, Münster i. W. 1959. – 85. Desgl. Pommern H. 1–2, Münster i. W. 1961–62. – 86. Desgl. Brandenburg, Münster i. W. 1964.

Vgl. auch die Literatur zum Artikel Fächerrosette (Sp. 937).

Verweise