Eva - Maria

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englisch: Eve - Mary; französisch: Ève - Marie, la nouvelle Ève; italienisch: Eva - Maria.


Friedrich Kobler (1970)

RDK VI, 417–438


RDK V, 1507, Abb. 21. Breslau, 1558.
RDK VI, 417, Abb. 1. Hildesheim, vor 1015.
RDK VI, 419, Abb. 2. Amiens, um 1220-25.
RDK VI, 421, Abb. 3. Königsfelden, um 1325-30.
RDK VI, 423, Abb. 4 a und b. Klerant Gemeinde St. Andrä, Südtirol, um 1474.
RDK VI, 425, Abb. 5. Wiener Neustadt, um 1477.
RDK VI, 427, Abb. 6 a. Aelbrecht Bouts, um 1480, München.
RDK VI, 427, Abb. 6 b. Aelbrecht Bouts, um 1480, München.
RDK VI, 431, Abb. 7. Giorgio Vasari (?), um 1540-43 (?), Chatsworth.
RDK VI, 431, Abb. 8. Giorgio Vasari, nach 1540, Arezzo.
RDK VI, 433, Abb. 9. Augsburg, um 1700.
RDK VI, 435, Abb. 10 a. Joh. Mich. Hoiß (?), um 1762, Dillingen a. d. Donau.
RDK VI, 437, Abb. 10 b. Joh. Mich. Hoiß (?), um 1762, Dillingen a. d. Donau.

E. = Eva, M. = Maria.

I. Definition und Abgrenzung

Unter dem Thema E.-M. wird hier ausschließlich die unmittelbare, typologisch-antithetische Gegenüberstellung der Stammutter E. und der Gottesmutter M. behandelt.

Diese Antithese ist wiederholt auch in thematisch weiter ausgreifenden, z. T. vielfigurigen Darstellungen enthalten (wobei aber der Vergleich über ein tertium comparationis hergestellt sein kann). Solche Bildthemen wie Sündenfall und Erlösung und vor allem Ratschluß der Erlösung werden in eigenen Artikeln abgehandelt. Sehr oft treten E. und M. jeweils als Typus der Ekklesia auf; für diese Darstellungen, in denen E. und M. nicht kontrastiert werden, s. Kirche.

Grundlagen aller antithetischen Darstellungen bieten die theologischen Schriften. Diese sind in der einschlägigen kunsthistorischen Literatur häufig ungenau oder mißverständlich herangezogen. Es ist daher erforderlich, eingangs einen Überblick über die wichtigsten – im Hinblick auf die bildenden Künste ausgewählten – Beispiele zu geben; im Abschnitt III (Darstellungen) wird nicht gesondert darauf verwiesen.

II. Literatur

A. Patristik

Die Kirchenväter haben bei der Gegenüberstellung von E. und M. sowohl die Gleichheit beider als auch die Gegensätzlichkeiten, die sich auf dem Grund der Gleichheiten besonders deutlich abhoben, erörtert. Diese Ausführungen stehen im Rahmen der Diskussion um die Menschwerdung Christi, nicht im Rahmen einer selbständigen Marienlehre [5, S. 63].

Zum ersten Mal begegnet die Gegenüberstellung bei den Apologeten.

Justinus, vor Mitte 2. Jh. (Dialogus cum Tryphone Judeo 100, 4f.: Edgar Johnson Goodspeed, Die ältesten Apologeten, Göttingen 1914, S. 215), schreibt: E. gebar nach dem Empfangen des Wortes von der Schlange Sünde und Tod – M., von der Ankündigung Gabriels Freude und Glauben empfangend, gebar Jesus; dieser ist durch die Jungfrau Mensch geworden, damit der Ungehorsam auf dem gleichen Weg zunichte werde, auf dem er, von der Schlange verursacht, seinen Anfang nahm, nämlich durch die Jungfrau E. Die Adam-Christus-Antithese benutzt Justinus nicht (Hans Frhr. von Campenhausen, Die Jungfrauengeburt in der Theologie der alten Kirche [= Sitzungsber. der Heidelberger Akad. der Wiss., Philos.-hist. Kl., Jg. 1962, 3. Abh.], Hdbg. 1962, S. 32); seine Quellen dürften „im Umkreis einer älteren gnostizierenden Spekulation liegen“ (ebd. S. 32 Anm. 4).

Irenäus von Lyon geht im Rahmen seiner Rekapitulationstheorie auf die Antithese ein; seiner Erörterung liegen wohl ebenfalls gnostizierende Spekulationen zugrunde (ebd. S. 31f.): Die dem Mann anvertraute Jungfrau E. hat, von der Rede eines Engels verführt, sich Gott entzogen und durch ihren Ungehorsam den Tod verschuldet für sich und das Menschengeschlecht; die dem Mann anverlobte Jungfrau M. empfing durch einen Engel die Kunde, daß sie Gott gebären sollte, und war seinem Wort gehorsam; dadurch war sie Ursache des Heils und löste so die Knoten der Bänder, die durch E. geknüpft waren (Adversus haereses III, 22, 3f. [mit Hinweis auf Lk. 3, 23ff.] und V, 19, 1: Migne, P. G. 7, Sp. 958 und 1175). M. wird Fürsprecherin der E. genannt (ebd.; ähnlich Gregor von Nyssa: ebd. Bd. 46, Sp. 1147f.).

Tertullian geht davon aus, daß Jesus auf neue Weise geboren werden mußte; diese neue Geburt ist vorgebildet in dem den Tod bauenden Wort der Schlange bei E., dem das den Baum des Lebens schaffende Wort Gottes bei M. gegenübersteht; das, worin die Jungfrau E., der Schlange glaubend, gefehlt hat, hat die Jungfrau M., Gabriel glaubend, gut gemacht; E. gebar den Mörder seines Bruders, M. den Retter Israels (De carne Christi 17, 5f.: Corp. Chr.Ser.Lat. Bd. 2 S. 905).

Spätestens seit dem 4. Jh. ist die Antithese auch außerhalb der apologetischen Literatur verbreitet. Bei den griechischen Kirchenvätern sind die Äußerungen meist sehr ausführlich; bei den lateinischen werden knappe Formulierungen bevorzugt, erst spät nehmen auch hier Erörterungen der E.-M.-Antithese einen breiteren Raum ein.

Im Osten stellt Ephräm der Syrer † 373 in der (inhaltlich bunt gemischten) Hymnensammlung „De Ecclesia“ die einfältige, von Klugheit entstellte E., die Ursache unseres Todes, M. gegenüber, der Ursache unseres Lebens, die in Weisheit ihre Klugheit zum Salz ihrer Einfalt gemacht hat; E. wurde durch ihr Auge verführt – M. gewahrte durch das Ohr den Unsichtbaren in der Stimme des Engels (Hymnus 35: Des hl. Ephraem des Syrers Hymnen de Ecclesia, übers. von Edmund Beck, Corp. Script. Chr. Orientalium Bd. 199 [= Script. Syri Bd. 85], Löwen 1960, S. 84ff.). An anderer Stelle nennt Ephräm E. das blinde, linke Auge der Welt, M. das rechte, leuchtende (ebendort, Hymnus 37: ebd. S. 90). – Nach Epiphanius von Salamis ist E. der Grund des Todes – durch M. wurde das Heil geboren; E. mußte Kleider weben, da durch ihre Tat die Nacktheit offenbar wurde – M. sollte das Lamm und Schaf gebären, aus dessen Herrlichkeit uns wie aus einem Vliese und aus Weisheit durch die Tugend ein Kleid der Unsterblichkeit erwachse; E. erhielt den Titel „Mutter der Lebendigen“ (1. Mos. 3, 20) – M. wurde Mutter der Lebendigen, da durch sie das Leben selbst, der in die Welt gekommene Sohn Gottes, geboren wurde (Panarion [geschrieben 374–77] 78, 18: Griech. chr. Schriftst. 37, S. 468f.).

Westen: Zeno von Verona † 371 oder 372 konfrontiert Christus, der (im Wort des Engels) durch das Ohr in den Leib der M. eingetreten ist, mit dem Teufel, der sich in das Ohr E. eingeschlichen hat (Tractatus I, 13, 10: Migne, P. L. 11, Sp. 352 A; [7] S. 27). – Ambrosius formuliert: Wie die Sünde vom Weib ausging, nahm auch das Gute von der Frau seinen Anfang (Lukas-Kommentar II, 28: Corp. Chr. Ser. Lat. Bd. 14 S. 43; an anderer Stelle ist E. Typus der Maria Magdalena: De spiritu sancto III, 74: Migne, P. L. 16, Sp. 794 A; [5] S. 133). – Hieronymus schreibt knapp: „Mors per E., uita per M.“ (Epistulae 22, 21, 7: Corp. Script. Eccl. Lat. Bd. 54 S. 173). – Augustinus stellt der Verführung E. durch die Schlange die Empfängnis des Allmächtigen im Schoße M. gegenüber: „per mulierem in internum missi eramus, per mulierem nobis reddita est salus“ (Sermo 289, in natali Joannis Baptistae III, 2: Migne, P. L. 38, Sp. 1308; im sermo 232,2 [in diebus paschalibus, III] wird E., die bei Adam alsbald Glauben fand, den Frauen des Auferstehungsberichtes am Ostermorgen gegenübergestellt, denen die Jünger nicht glaubten: ebd. Sp. 1108). – Petrus Chrysologus, in der Nachfolge des Konzils von Ephesus (431 n. Chr.), schreibt bei der Antithese E.-M.: Durch die Gnade wurde diejenige Mutter der Lebenden, die von Natur Mutter der Sterbenden war (Sermo 140, de annuntiatione Beatae M. Virginis: Migne, P. L. 52, Sp. 576 B; weitere Stellen in der patristischen Literatur: H. Barré in: [3] Bd. 2, 1955, S. 85–90; [7] S. 28ff. und 43ff.).

In Texten des 6. bzw. 6.–7. Jh. („Ps.-Ambrosius“, „Ps.-Augustinus“; Zuschreibung und Datierung nach H. Barré a.a.O. S. 92) wird die durch E. uns gegebene Frucht der Verdammung verglichen mit dem als Frucht am Baum hängenden Christus, der Gabe M., durch die sie uns befreit hat (Migne, P. L. 17, Sp. 692f. [Ps.-Ambrosius]; Angelo Mai in: Nova Patrum Bibliotheca, Bd. 1, 1852, S. 1–4 [Ps.-Augustinus]; [7] S. 84 und 110; im Osten formuliert Johannes von Euböa im 8. Jh. ähnlich: Holz und Weib hatten den Verlust des Paradieses verschuldet, Weib und Holz bereiteten den Weg zur Rückkehr [Sermo in conceptionem sanctae deiparae 21]: Migne, P. G. 96, Sp. 1496). Bei Ps.-Ambrosius ist ein weiterer Vergleich gezogen: Sowohl E. als M. sind glorreich, denn Gott hat E., aus der M. gebildet wurde, zuerst gebildet und wäre ohne die Sünde der E. nicht zu den Menschen gekommen; E. ist Mutter des Menschengeschlechts – M. Mutter des Heils; durch E. wachsen wir – durch M. herrschen wir; durch E. werden wir zur Erde hingezogen – durch M. zum Himmel erhoben (Migne, P. L. 17, Sp. 692; [7] S. 84).

In der christlichen Dichtung bezeugt Sedulius in seinem „Carmen paschale“ im 5. Jh. die Antithese (IV, 265–70: Corp. Script. Eccl. Lat. Bd. 10, S. 109).

Im Rahmen der Liturgie findet sich die Gegenüberstellung von E. und M. ausgeprägt in den (stärker vom Osten bestimmten) ambrosianischen Sakramentaren (Sacramentarium Bergomense, 1. H. 5. Jh.: ed. Angelo Paredi [= Mon. Bergomensia, 6], Bergamo 1962, S. 60, Präfation der M.-Messe zum 6. Adventssonntag; s. auch Lex. d. Marienkde. Bd. 1, Sp. 175f.). Abgeschwächt ist der Vergleich anzutreffen im Liber mozarabicus Sacramentorum, wohl 7. Jh. (ed. D. Marins Férotin O.S.B. [= Mon.eccl. liturg., 6], Paris 1912, S. 595, Inlatio zum 8. Dezember), und im altgallischen („gallikanischen“) „Missale gothicum“, um 700 (?, ed. Leo Cuniberth Mohlberg [= Rerum Eccl. Documenta, ser. maior, fontes, V], Rom 1961, S. 29 Nr. 98; übersetzt bei [1], S. 17). In den „römischen“ Sakramentaren – in die die M.-Feste erst spät und zögernd Eingang fanden (Theodor Klauser, Kleine abendländische Liturgiegesch., Bonn 1965, S. 91f.; s. a. Buchberger Bd. 73, Sp. 65–69) – fehlt in der Frühzeit die Gegenüberstellung (weitere Belege für liturg. Texte bei G. Frénaud, in: [3] Bd. 2, 1955, S. 103ff.).

B. MA und Neuzeit

Der ursprünglich mit dem Fest Mariä Verkündigung verknüpfte Vesperhymnus „Ave maris stella“ zeigt in der 2. Strophe die erstmalige Verwendung des Palindroms Ave = Eva; der Text könnte in das 7. (oder 8.) Jh. zurückgehen, er ist für das 9. Jh. sicher belegt (Buchberger Bd. 13, Sp. 1141f.; Anal. hymnica Bd. 2, S. 39 Nr. 29).

Ambrosius Autpertus † 784 stellt die „auctrix peccati“ der „auctrix meriti“ gegenüber: jene tötete, diese machte lebendig (De assumptione s. M. [= Ps.-Augustinus, sermo 208,4]: Migne, P. L. 39, Sp. 2131). – Paschasius Radbertus von Corbie † 865 schreibt, der Auferstandene habe die Jünger mit „Avete“ gegrüßt (Matth. 28, 9), damit die Kirche Segen erlange; er vergleicht damit den Gruß des Engels an M., womit in ihr der Fluch der E. gelöst wurde (Migne, P. L. 120, Sp. 983 C); M. sei frei von der Erbsünde (ab omni originali peccato immunis), weil durch sie nicht nur der Fluch von der Mutter E. gelöst, sondern auch allen der Segen geschenkt wurde (ebd. Sp. 1372 A). – Milo von St-Amand † 871 oder 872, der auch den Vergleich der Früchte (s. Sp. 419) aufgriff (De sobrietate II, 14–16: Mon.Germ. Poetae aevi Carolini Bd. 3 S. 645), beginnt sein Marienlob mit „du öffnest die Tore des Paradieses, welche E. verschlossen hatte“ (ebendort II, 13: ebd. S. 645; [7] S. 110; über die Nachfolge des Motivs in liturg. Texten: ebd. S. 44 und 55, auch S. 51: Mchn., Bayer. Staatsbibl., cod. germ. 20, Armenbibel, Mitte 14. Jh., fol. 14v Seitenwunde Christi]).

Neben diesen neuen Motiven steht die Tradition.

Alkuin kommentiert 1. Mos. 3, 16 durch Gegenüberstellung von Schmerz, Traurigkeit, Untertänigkeit der ersten Mutter des Menschengeschlechts mit dem englischen Gruß, dem göttlichen Segen und der Gnadenfülle der seligen Jungfrau M. (Migne, P. L. 101, Sp. 211 AB). In einer unter dem Namen des Hrabanus Maurus überlieferten Predigt zu M. Geburt ist mit großer Breite das Thema entfaltet (ebd. Bd. 110, Sp. 54 BC; zur Unechtheit der Predigt: R. Laurentin, Court traité de théologie mariale, Paris 1953, S. 143). In der Predigt über den Anfang des Matthäus-Evangeliums stellt Hrabanus der Verderbnis der Welt durch Frau, Mann, Holz und Schlange die Wiederherstellung durch M., Christus, Kreuz und Joseph entgegen (Migne, P. L. 110, Sp. 466 BC). Walafried Strabo erläutert in der Predigt zu Mt. 1 das Wort „illuminatrix“ als Namen M.: durch sie sei Christus geboren, das Licht der Welt, die durch der E. Tun in Dunkelheit und Todesschatten gewesen sei (ebd. Bd. 114, Sp. 859 A). Remigius von Auxerre erläutert Mt. 1, 18: durch die Jungfrau E. und Adam, der ihr gehorsam war, kam der Tod – auf dem gleichen Weg ist das Leben wiedergeschenkt durch die Jungfrau M. und den Gehorsam des Joseph (ebd. Bd. 131, Sp. 889 BC; weitere Belege der E.-M.-Antithese bei [7], S. 43 mit Anm. 4–6).

Damit ist umrissen, was während des MA und der Neuzeit in immer neuen Kombinationen variiert wurde. Akzentverlagerungen ergeben sich dabei vor allem aus der sich wandelnden Bewertung der Stellung Mariä im Heilsplan.

Petrus Damiani (um 1006–1072) bringt Joh. 6,51 („Ich bin das Brot des Lebens“) zur E.-M.-Antithese in Beziehung: Durch eine Speise wurden wir aus dem Paradies vertrieben, durch die uns E. mit dem Hunger ewiger Fastenzeit bestrafte – M. schenkt uns die Speise, die uns zu den Freuden des Paradieses zurückführt und den Zutritt zum himmlischen Festsaal öffnet (Migne, P. L. 144, Sp. 743; [7] S. 60). – Anselm von Laon † 1117 erläutert das Ave Gabriels in der Glosa ordinaria zu Lk. 1, 27: Das vom Teufel verführte Weib brachte den Tod – das vom Engel belehrte Weib brachte das Heil (Migne, P. L. 114, Sp. 246; [7] S. 55). – Bernhard von Clairvaux verbindet die Antithese eng mit der von Adam – Christus und entwickelt sie weiter: auch der neue Adam sollte nicht allein bleiben (was durch 1. Mos. 2, 18 begründet wird); durch den Sündenfall der E. hat die Schlange auch dem Mann das Gift eingeflößt – durch das Gegengift des Heils hat M. den Männern und den Frauen geholfen (Migne, P. L. 183, Sp. 429f.; [5] S. 160). M. ist die wahre Mutter der Lebendigen, sie tilgt die Schmach des Weibes; E. soll sich freuen, denn durch M. wendet sich Adams Beschuldigung in Dank an das Weib (Migne, P. L. 183, Sp. 62f.; [7] S. 57). – Bruno von Segni † 1123 nennt E. die vom Teufel Besiegte, M. die Siegerin über den Teufel (Migne, P. L. 165, Sp. 1023; [7] S. 95).

Mit dem M. einschließenden „principium consortii“, das Adam und E. Christus und M. gegenüberstellt, wird der Rahmen der patristischen E.-M.-Antithese gesprengt (H. Barré in: [3] Bd. 3, 1956, S. 12ff.; [4] S. 7; [7] S. 80). Im anonymen „Laus Virginis“ (2. H. 13. Jh.; = Mariale des Ps.-Albertus Magnus), quaestio 29, wird M. im Gegensatz zu E. „adiutrix redemptionis“, „consors passionis“, „universalis mediatrix et reconciliatrix“ genannt; jene gebar alle zum Tod, diese zum Himmel; jene war Ursprung der Sterblichkeit, diese der der Wiedergeburt, jene ihrem Mann Anlaß zum Verderben, diese dem Mann eine Hilfe bei der Erlösung (Albertus Magnus, Opera omnia: ed. A. Borgnet, Bd. 37, Paris 1898, S. 62; [4] S. 7; [7] S. 80; zur Zuschreibung: Adolf Kolping, Recherches de théologie ancienne et médiévale 25, 1958, 285–328). – Bartholomäus von Pisa † um 1401 schreibt: Durch E. wurden wir aus der Heimat des Paradieses vertrieben, durch M. und ihren Sohn sind wir ins wahre himmlische Paradies zurückgerufen worden; durch E. wurden wir von Gott getrennt, durch M. ist Christus unser Haupt geworden [7, S. 68].

In der Neuzeit steht die E.-M.-Antithese überwiegend im Rahmen der Erörterungen über die unbefleckte *Empfängnis Mariä.

Nach Petrus Canisius S.J. (1521–97), der sich auf Bernhard von Clairvaux beruft, war M. vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an so voll Gnade, daß sie E. in deren ursprünglicher Unschuld nicht nachstand (De M. Virgine incomparabili et Dei genitrice sacrosancta libri quinque, Ingolstadt 1577, S. 263; [7] S. 100); unter dem Samen des Weibes der Verheißung (1. Mos. 3, 15) ist Christus zu verstehen: er ist der Sieger, der dem Teufel den Kopf zertrat (a.a.O. S. 120; [7] S. 101). – Nach Suarez (1548– 1619) ist in der Gnade erzeugt zu werden die große Wohltat, die Adam und E. zuteil geworden ist; die vollkommene Schuldlosigkeit, die jede Art von Schuld ausschließt, ist den Engeln mitgeteilt worden; beides wurde in einer viel vollkommeneren Weise der Jungfrau M. gewährt (Commentarii et disputationes in tertiam partem D. Thomae a qu. 27 ad 59: Francisco Suarez S.J., Opera omnia, Bd. 19, Paris 1866, S. 44; [5] S. 241).

C. Dichtung

Die Dichtung hat sich gleichfalls des E.-M.-Themas angenommen.

Hrosvith von Gandersheim feiert zu Eingang ihres 965–68 geschr. Marienliedes „Historia nativitatis laudabilisque conversationis intactae Dei genitricis“ I, 1. 15f. M. als die, welche der Welt das Leben wiedergab, das einst die erste Jungfrau verloren (Paul von Winterfeld [Hrsg.], Hrosvithae opera [= Mon. Germ. Script. rerum Germ. in usum scholarum ...], Bln. 1902, S. 5). Im „Melker Marienlied“, um 1130–40, wird M. gerühmt als die, welche E. Fall sühnte; E. brachte zwiefachen Tod (deren einer noch herrscht), den der Teufel empfohlen hatte – M., das andere Weib, brachte das Leben; ihr hat Gabriel das Gotteswort verkündet (Eberh. Haufe [Hrsg.], Dt. Mariendichtung aus neun Jhh., Bln. [1960], S. 16f.). Die Mariensequenz von Muri, um 1190, nennt M. die Herrin, die gesühnt, was E., die auf Gott nicht hörte, verdarb (ebd. S. 30f.).

Alfons X. der Weise, Kg. von Kastilien und León † 1284, dichtete zu Ehren M. Cántigas, die an der Stätte seines Grabes in der Kathedrale von Sevilla zu den Marienfesten gesungen werden sollten; in ihnen ist eine große Zahl der Vergleiche zwischen E. und M. aufgenommen: Eva – Ave; Verlust des Paradieses, Ave im Paradies; Ave befreit aus dem Kerker des Teufels; der Verlust des Heils wird durch Ave rückgängig gemacht; E. verschloß die Himmel, M. zerbrach die Tore durch das Ave (Text bei [7], S. 58f.).

Dante schildert in der Göttlichen Komödie bei der Beschreibung der Himmelsrose E. zu Füßen M.; E. hat die Wunde geschlagen, die M. schloß und salbte (Paradies 32, 4–6; ohne Nennung des Namens E.).

Bei Heinrich von Meißen † 1318 nennt sich M. „der sal, darin man daz gespraeche nam umbe Even val“ (Eberh. Haufe a.a.O. S. 132). – In einem Hymnus, der in einer Hs. des 14. Jh. enthalten ist (Text bei Josef Kehrein, Lat. Sequenzen des MA aus Hss. und Drucken, Mainz 1873, S. 151f. Nr. 190) wird M. „E. nova“ genannt (Salzer, S. 480; weitere Beispiele ebd. S. 476–83).

Johannes Kuen (1606–75) sagt in einem Lied über den 95. Psalm: Was E. vom Baum im Paradies gestohlen hat, wird M. erstatten (Marianum Epithalamium ..., Mchn. 16595 [1. Aufl. 1636], S. 207; Eberh. Haufe a.a.O. S. 273). Auch Andreas Gryphius (1616–64) verwendet den Vergleich in einem Sonett zum Tag der Verkündigung Mariä: „Was E. zu verscherzen im Garten willig war, bringt durch des Höchsten Macht die Jungfrau wieder vor, die meiner Sünden Nacht gebiert die Gnadensonn und himmelichte Kerzen“ (Sonn- und Feiertagssonette von 1639: Ausg. von Heinrich Welti [= Neudrucke dt. Lit.werke des 16. und 17 Jh., 37–38], Halle 1883, S. 85 [Festtagssonette, Nr. 11]).

III. Darstellungen

A. Tituli

Erwähnung der E. in tituli von Marienbildern ist im späten 12. und im 13. Jh. mehrfach nachzuweisen, z. B. im Gebiet von Venedig.

Die Inschrift des Apsismosaiks im Dom von Torcello mit Darstellung der Hodegetria, Ende 12. Jh., besagt, M. habe durch ihren Sohn diejenigen befreit, die E. mit ihrem Mann preisgegeben hatte [7, S. 41]. Das kurz nach 1200 entstandene Apsismosaik in der Basilika von Murano wird am Triumphbogen durch eine Inschrift erläutert, die M. als Retterin der durch E. Zugrundegerichteten bezeichnet (ebd. S. 42). Die Inschrift des Mosaiks in der Apsis der Zenokapelle an S. Marco zu Venedig, um 1270–80, preist M. als Retterin der Welt – der Mund des Weibes war der Fall des Menschengeschlechts (ebd.).

Ein Holzschnitt in „De M. Virgine incomparabili ... libri quinque“ des Petrus Canisius, Ingolstadt 1577 (s. Sp. 424), zeigt die in einer Muschelnische stehende Maria mit Kind, darunter die mit „Per mulierem peccatum: per mulierem salus intravit in mundum“ beginnende Beschriftung (zweimal verwendet, im [unpaginierten] Vorwort Bl. 7 und S. 725).

Eine Inschrift an der Westempore der Wallfahrtskirche auf dem Hohenpeissenberg Krs. Schongau, Obb., besagt, dieses Marienheiligtum sei 1619 neu erbaut worden, „auf das der Evae fluech schad nit“ (Jakob Mois, H. [= K.führer 759], Mchn. und Zürich 19663, S. 10).

Umgekehrt gibt es auch Darstellungen der E. mit Inschriften, die M. erwähnen.

Als Beispiel sei die Konsole einer E.-Figur an der Fassade der 1742 beg. Wallfahrtskirche Kleinenberg Krs. Büren, Westf., angeführt; die Kirche ist durch ihren Reichtum an Inschriften bemerkenswert (Wortlaut der Inschrift: RDK I 162).

B. Bildliche Gegenüberstellungen

1. Paradiesestür

Die Wiedergabe der durch E. verschlossenen, durch M. wieder geöffneten Paradiesestür ist das älteste Thema der E.-M.-Antithese in den bildenden Künsten.

Das wohl 1015 vollendete sog. kostbare Evangeliar des Bisch. Bernward von Hildesheim zeigt auf der 2. Widmungsseite fol. 17 das Bild der von Engeln gekrönten Gottesmutter unter einer Arkade. Das senkrecht rahmende Leistenpaar zur Linken M. – in Gestalt zweier durch Riegel und Beschläge mit der Säule verbundener geschlossener Türflügel – trägt die Inschrift „porta paradisi primaevam clausa per Aevam“ und darüber ein Brustbild E. im Kreis; das entsprechende Leistenpaar zur Rechten M. – unter einem Brustbild M. – setzt fort „nunc est per sanctam cunctis patefacta Mariam“, neben den Leisten steht an Stelle der Säule ein Kreuz vor blauem Grund (Hildesheim, Domschatz, Nr. 18: Abb. 1; die Inschriften bei [7], S. 14). In der Darstellung ist zwischen der Gottesmutter und M. als Antitypus E. unterschieden.

Illustrationen der durch E. verschlossenen, durch M. wieder geöffneten Paradiesestür enthalten die Hss. der Cántigas Alfons X. (s. o. Sp. 425); die Hs. in der Real Bibl. de El Escorial, Cod. T.I.1 (Ende 13. Jh.), fol. 88v, zeigt eine Einteilung in drei Register; im mittleren steht neben der Vertreibung aus dem Paradies die Szene, in der M. als Pförtnerin zwei Menschen – vermutlich Adam und E. als Vertreter der Menschheit – an der Hand ins himmlische Paradies (Jerusalem) führt. Das untere Register zeigt E., die, neben dem sich bedeckenden Adam stehend, die Tür zum „Himmel“ schließt, im Feld daneben M., die, vom Verkündigungsengel besucht, diese Tür wieder öffnet [7, Abb. 39]. – In den Spruchbändern des Freskos von Giovanni da Modena in einer Seitenkapelle von S. Petronio in Bologna, 1421 [7, Abb. 152], werden bei E. die von ihr verschlossene Himmelspforte, bei M. der von ihr wiedergeöffnete Himmel erwähnt (ebd. S. 137; zum Fresko selbst s. Sp. 433). – Möglicherweise läßt sich ein Diptychon in der K.halle Karlsruhe, Frankreich um 1460, das Adam und E. aus dem Paradiesestor vertrieben auf dem einen, M. (?) vor der geöffneten Tür dem Jesuskind einen Ring vorhaltend auf dem anderen Flügel zeigt, als Schilderung der Antithese auffassen [7, Abb. 95f.]. – Auf dem gemalten Epitaph für Florian Winkler † 1477, im Stadtmuseum Wiener Neustadt, ist die Geburt Christi dargestellt, dazu im Hintergrund der Paradiesesgarten mit Verfluchung der Schlange, Urteil über Adam und E. und Austreibung; das Gemälde wird erläutert durch Inschriften: „Paradysi porta per Euam cunctis clausa est“ und „et per Mariam virginem iterum patefacta est“ (Abb. 5; [7] S. 78). – Im „Goldenen Saal“, dem Festsaal der Großen Marianischen Kongregation in Dillingen, sind zu Seiten des Altars (ursprüngl. mit dem Altarbild der Verkündigung an M.) zwei Stuckreliefs angeordnet: das der Südseite zeigt am Baum der Erkenntnis einen gefesselten Engelknaben mit von einer Schlange umwundener Grabschaufel neben einem Schädel, dazu die mit „Eva“ bezeichnete verschlossene Himmelstür; das Relief der Nordseite stellt einen Engelknaben mit Zweig, Kreuz und Anker dar, der auf das mit „Ave“ bezeichnete geöffnete Tor weist (Joh. Mich. Hoiß [?], um 1762: Abb. 10 a und b; Inv. Bayern, Schwaben 6, S. 375).

2. Eva-Ave

Das Palindrom Eva-Ave ist eine nicht selten anzutreffende erläuternde Inschrift.

Literarisch seit dem 7. (?) Jh. bezeugt (s. Sp. 421) und auch später anzutreffen (so in den Cántigas Alfons X., s. Sp. 425, und in einem Hymnus des 15. Jh.: [7] S. 150 Anm. 14), erscheint es als „Bildtitel“ der Skulptur einer M. lactans, um 1460–70 von Domenico Gagini: der Sockel, mit einem Relief E., trägt eine Inschrift u. a. mit der 2. Strophe des Hymnus „Ave maris stella“ (s. Sp. 421; [7] S. 135, Abb. 150). – Das Titelblatt einer Stichserie zum Ave Maria, Illustrationen zum „Sacrum Oratorium piarum imaginum immaculatae Mariae“ des Pedro de Bivero S.J., Antwerpen 1634, zeigt das Apokalyptische Weib eingeschrieben in den Körper der Hl.-Geisttaube; in den unteren Ecken des Blattes „sprechen“ je ein Vogel „Ave“ und – kopfstehend geschrieben – „Eva“ [7, Abb. 134]. – Der Kanzel aus der Jesuitenkirche in Löwen, 1698–99 von Hendrik Frans Verbruggen, eine Stiftung von Aloysius de Barza S.J., dient der Baum der Erkenntnis als Träger; unter dem Kanzelkorb ist die Austreibung aus dem Paradies geschildert, auf dem Schalldeckel steht die Immakulata; das M.-Monogramm an der Kanzelbrüstung ist durch die Worte „Ave mutans Evae nomen“ eingefaßt (die Kanzel heute in St. Gudula zu Brüssel; [7] S. 121, Abb. 185f.). – Im „Goldenen Saal“ zu Dillingen ist die geschlossene Paradiestür mit „Eva“, die geöffnete mit „Ave“ beschriftet (s. Sp. 428f.).

3. Szenen aus dem Marienleben und dem Leben Evas

Die Gegenüberstellung von Szenen aus dem Marienleben und aus dem Leben E. beschränkt sich weitgehend auf Gegenbilder zur Verkündigung an M.

In der frühchristlichen Kunst die Antithese E.-M. nachzuweisen, ist bisher nicht geglückt. Es ist wohl nicht möglich, in der Zusammenstellung der Erschaffung E. (und der Überreichung von Garbe und Lamm an die Stammeltern) und der Magieranbetung auf dem sog. dogmatischen Sarkophag (Deichmann, Sarkophage, Nr. 43) und einer Reihe weiterer Beispiele das E.-M.-Thema verbildlicht zu sehen (wie Friedr. Gerke, Die chr. Sarkophage der vorkonstantinischen Zeit, Bln. 1940, S. 198, möchte; ähnlich auch [4], S. 45; abgeschwächt bei [7], S. 22ff.); bei den Kirchenvätern ist im Zusammenhang mit der Antithese weder von der Erschaffung E. noch von den Magiern die Rede (Gerrit A. Wellen, Theotokos, Utrecht und Antwerpen 1961, S. 19f.; Rom verhält sich beispielsweise auch bei der Einführung der Marienfeste sehr zögernd; – zur Ikonographie der Sarkophage s. auch Eduard Stommel, Beitr. zur Ikonographie der konstantin. Sarkophagplastik, Bonn 1954, S. 116 und Ewald Maria Vetter, Besprechung von [7], in: Kchr. 20, 1967, 69).

Mangel an Belegen in der theologischen Literatur verbietet es auch, einer Reihe hoch-ma. Beispiele (Anzy-le-Duc, Tympanon: [7] Abb. 73; [4] S. 45 und [7] S. 77 weitere Beisp.) den E.-M.-Aspekt abzugewinnen (zur in diesem Zusammenhang ebenfalls genannten Domtür von Pisa [4, S. 45] vgl. Albert Boeckler, Die Bronzetüren des Bonanus von Pisa und des Barisanus von Trani, Bln. 1953, S. 12: durch die Menschwerdung Christi wird der Sündenfall kompensiert). Chorkapitelle im Dom von Chur, um 1170, zeigen die drei Könige bzw. M. mit Kind, flankiert von Joseph (oder Adam?) und einer weiblichen Gestalt mit einer Kugel (vielleicht E. mit dem Apfel); die Benennung der Flankenfiguren ist nicht gesichert [7, S. 77].

Die Gegenüberstellung der Verführung E. durch die Schlange und der Verkündigung des Wortes an Maria durch Gabriel – Zentrum der Antithese in den Schriften der Kirchenväter – läßt sich seit dem Hoch-MA als Bildthema belegen.

So zeigt die Konsole der Verkündigungsmana am Marienportal der Kathedrale von Amiens, um 1220–25, die Schlange und E. zu seiten des Baumes (Abb. 2). – Eine Miniatur in der Bible moralisée der Bodleian Libr. Oxford, Ms. 270 b, fol. 208 (1. H. 13. Jh.: [7] Abb. 30), befolgt zwar das gleiche Bildschema – Gespräch zwischen E. und Schlange, Empfang des Fleisch gewordenen Wortes durch M. im Beisein Gabriels –, doch der Text erläutert die Szene als Verleitung zur Sünde, damit Gott seinen Sohn offenbaren könne; M. wird im Text nicht erwähnt (gegen [7], S. 60). – In einem Tafelbild des Aelbrecht Bouts in der A. Pin. München, um 1480, sind reliefierte Rundbilder in die Rückwand des Gemaches eingelassen, über dem Verkündigungsengel das Gespräch E. mit der Schlange (Abb. 6 b), über M. Gideons Vlies (Abb. 6 a; Armenbibeln enthalten als Typen zur Verkündigung an M. die Verfluchung der Schlange durch die Ankündigung des Weibes und Gideons Vlies [7, Abb. 32, 34, 48f.], Hss. des 14. und 15. Jh. beziehen die E.-M.-Antithese in den Text ein [7, S. 63f.]; von hier aus führt wohl der Weg zu den Stundenbüchern und Bildteppichen: [7] Abb. 64ff., 68f.). – Ein Glasfenster in der Kapelle von King’s College Cambridge, zwischen 1526 und 15 31, zeigt übereinander die Verführung E. und die Verkündigung an M. (Kenneth Harrison, The Windows of King’s College Chapel Cambridge, Cambridge 1952, S. 81 Fenster 3; [7] S. 65).

Auch die Gegenüberstellung von Verkündigung an M. und Sündenfall mit Adam und E. wurde in den bildenden Künsten unter dem Aspekt der E.-M.-Antithese verwirklicht.

Das belegt die Inschrift des 1209 datierten Reliefs mit Darstellung des Sündenfalls als Gegenüber der Verkündigung an M. am Dom von Rapolla ([7] S. 56f.; ebd. weitere – inschriftlose – Beispiele dieser Gegenüberstellung). – Das obere Register der Sp. 427 erwähnten Miniatur der Hs. der Cántigas Alfons X. zeigt links den Engel vor M. („come entir ave“), rechts E., die einen Apfel von der Schlange empfängt und an Adam weiterreicht [7, Abb. 39]. – Eine der Schriftzeilen auf der Zeichnung mit einem Kreuzschema im 3. Band der Bibel aus Bredelar i. W., 1241 (Darmstadt, Hess. L.Bibl., Hs. 824, fol. 65v: Swarzenski, Hss. 13. Jh., Bd. 1 S. 98, Bd. 2 Taf. 28 Abb. 163’), besagt, E. habe der Schlange nachgegeben, Adam (dann) der E. – die Jungfrau hat, dem Wort Gabriels glaubend, empfangen [7, S. 56]. – In der niederländischen und der davon abhängigen deutschen Tafelmalerei des 15. Jh. ist die Szene des Sündenfalls häufiger in Verkündigungsbilder aufgenommen (z. B. Rogier van der Weyden, Columba-Altar in der A. Pin. München, gegen 1460: [7, Abb. 58f.]; Ehninger Altar in der Staatsgal. Stuttgart, um 1476 [?]: ebd. Abb. 60). Als italienisches Beispiel des 15. Jh. sei die Verkündigung an M. von Lorenzo di Credi, um 1480–85, in den Uffizien Florenz genannt: am unteren Rand der Tafel wird eine gemalte Reliefreihe gezeigt mit Erschaffung der E., Sündenfall und Austreibung (ebd. S. 71; dort auch weitere Beisp.). – Federico Zuccaris – in Nachstichen überliefertes – Fresko von 1566 in der ersten römischen Jesuitenkirche S. M. Annunziata zeigt zwischen dem Engel und der M. der Verkündigung die Stammeltern zu M. gewendet; obwohl das Fresko ein M.-Programm aufweist (mit M.symbolen, atl. Gestalten mit Hinweisen auf M. und die Empfängnis Christi), ist es keineswegs sicher, ob ein E.-M.-Bezug vorliegt ([7] S. 69 bezeichnet die Figuren der Stammeltern, die auf mehreren Stichen verschiedener Stecher sichtbar sind, als Pentimenti).

Andere Szenen aus dem Marienleben sind nur selten mit E.-Szenen zusammengestellt.

Eines der Glasfenster im Chor der ehem. Franziskanerkirche Königsfelden, um 1325–30, stellt zur Verkündigung an Anna die Erschaffung E. (unter der Verkündigung an Joachim ist Noahs Schande dargestellt; Abb. 3; [7] S. 74f.). – Am Chorgestühl der Gertrudenkirche in Löwen, zwischen 1540 und 1544, ist die Geburt M. mit Verbot und Sündenfall, der Tempelgang M. mit der Austreibung aus dem Paradies und mit dem Erdenleben der Stammeltern geschildert (Comte Joseph de Borchgrave d’Altena, Ann. de la Soc. Royale d’arch. Bruxelles 41, 1937, 255ff.; [7] S. 76).

4. E. und M. zu seiten des Baumes

Die Verbindung der E.-M.-Antithese mit Darstellungen des Baumes der Erkenntnis (oder dem des Lebens; vgl. auch RDK II 64f.) läßt sich vom frühen 15. bis zum 17. Jh. nachweisen (b); in der gleichen Zeit gibt es eine Reihe von Beispielen, die die Antithese dem Thema des Lebenden Kreuzes integrieren (a).

a. So zeigt ein Gemälde des frühen 15. Jh. aus dem Umkreis des Konrad von Soest über dem Querbalken des Kreuzes Christi zur Linken E., die Adam einen Totenkopf reicht, zur Rechten M., die einem Papst die Hostie spendet (Lugano, Slg. Thyssen: [6] Abb. I; [7] S. 138, ebd. weitere Beisp.). – Das Fresko des Giovanni da Modena in S. Petronio in Bologna, 1421, zeigt den am dürren Baum gekreuzigten Christus; um den Stamm des Baumes windet sich die Schlange, die mit E. spricht; neben E. steht Adam, den Apfel verzehrend, hinter ihm Patriarchen des Alten Bundes; zur Rechten Christi steht M., einen Kelch in der Hand (um Christi Blut aufzufangen?: [6] S. 26 und 138); auf sie folgen Petrus, Stephanus (?), ein Bischof und Heilige. Schriftbänder erläutern; das bei E. besagt, das Menschengeschlecht wurde durch eitle Speise zugrunde gerichtet ([6] Abb. IV A; [7] Abb. 152; zur Nachfolge des Freskos: ebd. S. 138).

Je einen Baum zu selten des Kreuzes Christi zeigt ein Einblattholzschnitt, bairisch oder österreichisch um 1460–70: unterhalb der Christi Blut auffangenden Ekklesia auf dem Tetramorph ist die Schutzmantelmaria am Hostien tragenden Baum dargestellt, ein Kruzifix haltend; auf der anderen Seite des Kreuzes, unterhalb der Synagoge auf dem Esel, faßt E., die in der Linken einen Totenkopf hält, nach der Frucht des Baumes, um dessen Stamm die Schlange gewunden ist ([6] Abb. IX; [7] S. 138, Abb. 154; vgl. auch [6], Abb. X–XII, XVI, XXIV). – Schlesische Epitaphien des 16. Jh. zeigen Varianten dieses Schemas: auf einem Breslauer Bild von 1558 steht gegenüber von E. mit der Frucht des Todes M., über der die Geisttaube schwebt; von Gottvater oben in der Mitte des Bildes gehen zwei Strahlen aus, auf dem zu M. naht das Kind mit geschultertem Kreuz, auf dem zu E. der Engel mit Flammenschwert (RDK V 1507 Abb. 21; [7] S. 139 weitere Beispiele). – Auf einem Tafelbild in St. Lambrecht, aus dem A. 17. Jh., einem der spätesten Beispiele, stellt die Schlange der Ferse Christi nach, der am Kreuz im Baum des Lebens hängt [6, Abb. XXVI]. – Einen Sonderfall zeigt eine Miniatur von Berthold Furtmayr im Alten Testament deutsch der Bayer. Staatsbibl. München, cod. germ. 8010 a, zwischen 1468 und 1472: David singt zur Harfe; diese ist als Kreuz gestaltet, an dem Christus hängt; zur Rechten stehen M., Johannes (?) und weitere Personen, über ihnen schweben Hostien; zur Linken Christi stehen E., Adam und Patriarchen, über ihnen schweben Granatäpfel (?; [6] S. 147, Abb. 7).

b. Den Baum des Lebens und des Todes in der Bildmitte zeigt die Miniatur eines Bibelfragments um 1420, in der Stadtbibl. Breslau, Johannes von Zittau zugeschr. (cod. M 1006, fol. 3v): In der Krone des zweigeteilten Baumes erscheint Gottvater, zu seiner Linken E., die einen Apfel pflückt und Juden einen Totenkopf reicht, zur Rechten M. mit dem Kruzifix, Klerikern eine Hostie darbietend ([6] Abb. 1; [7] S. 140, Abb. 156). – Die Miniatur zum Offizium S. M. in Sabbato im Stundenbuch der Katharina von Kleve, Utrecht um 1435, zeigt zu seiten des Baumes E. im Augenblick ihrer Verführung und M. mit dem Jesuskind auf dem Arm; im Wipfel des Baumes erscheint ein Band mit dem Text „auctrix peccati eva auctrix meriti maria“ (= Ambrosius Autpertus, s. Sp. 421; [7] S. 68, Abb. 157). – Eine Federzeichnung in dem um 1451–58 im Baslerischen (?) entstandenen Marienleben der Burgerbibl. Bern, cod. hist. helv. X. 50, fol. 125, zeigt links E., die Juden – unter ihnen Moses – einen Totenkopf reicht, rechts M., Hostien in einen von Papst und Bischof gehaltenen Kelch füllend; M. setzt den Fuß auf die Schlange, auf ihren Leib ist das IHS-Monogramm im Strahlenkranz geschrieben, der Baum über ihr trägt Hostien ([6] Abb. 2; [7] S. 141). – In zwei Zwickeln des Chorgewölbes von St. Nikolaus in Klerant Gemeinde St. Andrä, Südtirol, um 1474, sind dargestellt: E. greift nach einem Apfel (?) im Baum und reicht einer Gruppe von Leuten einen Totenkopf; gegenüber ist der Hostien tragende Baum geschildert mit Gottvater, von dem das Jesuskind und die Geisttaube ausgehen zu M., die eine Hostie in der Rechten hält und eine zweite einem Papst reicht, hinter dem Bischof, Kaiser u. a. erscheinen (Abb. 4 a und b; [6] S. 142; ebd. weitere Beisp.) – Im Missale des Salzburger Erzbischofs Bernhard von Rohr, um 1481 von Berthold Furtmayr, bietet die Miniatur zum Offizium de corpore Christi die Darstellung eines Baumes, der Hostien und Äpfel trägt; unter einem Totenkopf im Baum steht neben der sich um den Stamm windenden Schlange E., die den Apfel weiterreicht an eine Gruppe von Personen, hinter denen der Tod mit dem Schriftband „mors est malis vita bonis, uide ...“ erscheint; auf der anderen Seite des Baumes steht M. unter einem Kreuz und reicht Hostien einer Anzahl von Leuten, hinter denen ein Engel steht mit dem Schriftband „ecce panis angelorum, factus cibus viatorum“ (Texte aus dem „Lauda Sion Salvatorem“ des Thomas von Aquin; RDK I 151, Abb. 20; [6] S. 145f.; [7] S. 143). – Das Chorbuch Nr. 4 der Univ.Bibl. Jena, 1513–15 für Kaiser Maximilian geschaffen, zeigt fol. 29v den Baum des Lebens und den des Todes nebeneinander; am als Weinstock gebildeten, Hostien tragenden Baum des Lebens steht M. mit dem nach einer Traube greifenden Kind, die Geisttaube schwebt über ihr; M. setzt den Fuß auf das Haupt der Schlange; daneben steht E. am Baum des Todes, um dessen Stamm sich die Schlange windet und in dessen Ästen Totenköpfe hängen (Offizium zur Immaculata conceptio Beatae M. Virginis); Schriftbänder erläutern die Gegenüberstellung ([7] S. 143, Abb. 159).

5. Eva in Marienbildern

Die Zusammenordnung von Darstellungen M. mit der Geschichte der Stammeltern gibt es seit dem Hoch-MA häufig, ohne daß ein E.-M.-Aspekt zugrunde liegen würde. Um einen solchen anzunehmen, bedarf es spezifischer Kennzeichnungen (mindestens Inschriften).

a. Das Widmungsblatt der Bibel des Abtes Frowin von Engelberg (1147–78) zeigt über der Gottesmutter (mit griech. Buchstaben als Theotokos bezeichnet), vor der der Abt kniet, die Erschaffung E. und den Sündenfall (Engelberg, Stiftsbibl., Ms. 3: Bruckner, Script. Helv., Bd. 8 Taf. XI; [7] S. 86).

b. Französische Trumeau-Marien des 13. Jh., so an den Kathedralen von Amiens und Reims, auch in Longpont, am Nordquerhaus (wohl auch an der Westfassade) von Notre-Dame in Paris, stehen häufig über Sockelreliefs mit Darstellungen des Sündenfalls. Oft ist M. gezeigt, wie sie der Schlange den Kopf zertritt (als die im Protevangelium, 1. Mos. 3, 15, Verheißene: [7] S. 58, 91f. und öfter); die Sockelreliefs schildern die mit der Verheißung verbundenen Ereignisse. Eine spezifische E.-M.-Antithese ist den genannten (und weiteren: [7] S. 95, 124ff.) Beispielen nicht eigen; ebensowenig liegt die Gegenüberstellung der von E. verschlossenen, von M. wieder geöffneten Paradiesestür zugrunde.

Die E.-M.-Antithese kann auch späteren M.bildern, in die Szenen des Sündenfalls integriert sind (etwa der in diesem Zusammenhang des öfteren genannten Madonna della Vittoria Mantegnas: [4] S. 46; [7] S. 123, dort S. 87 weitere – unzutreffende – Beispiele), nicht abgelesen werden.

c. E. zu Füßen der Gottesmutter – in Dantes „Paradies“ geschildert (s. Sp. 425) – ist in einer Reihe von Werken der bildenden Künste des 14. und 15. Jh. dargestellt.

Das Fresko der Badia S. Galgano auf dem Monte Siepi bei Siena, um 1336, ist das vermutlich älteste Beispiel (Umkreis des Ambrogio Lorenzetti: [4] S. 45; [7] S. 129f., Abb. 142f.): M. ist von Heiligen und Engeln umgeben; vor den Thronstufen liegt E., ihre Schriftrolle weist auf Christus hin, der um E. Schuld willen gelitten hat und den M. in ihrem Leib trug (weitere Beisp.: Gertrude Coor, Niedersächs. Beitr. zur Kg. 2, 1962, 168 Anm. 28f.; [7] S. 131ff.).

Bildwerke des 15. Jh. zeigen ebenfalls E. zu Füßen M., so ein Relief nach Donatello (London, Vict.Alb. Mus.: John Pope-Hennessy, Cat. of Ital. Sculpture in the Vict.Alb.Mus., London 1964, Bd. 1 S. 83f. Kat.Nr. 68, Bd. 3 Abb. 94) oder die Marienfigur des Domenico Gagini (s. Sp. 429; [7] S. 135, Abb. 150).

Die Illustration zum 32. Gesang des Paradieses in der Dante-Hs. des Brit. Mus. London, Ms. Yates Thompson 36, fol. 187, um 1445, stellt die Himmelsrose dar; in ihrer Mitte sitzt M. mit dem Jesuskind und hat ihre Füße auf die liegende, nackte E. gesetzt (Giovanni di Paolo zugeschr.: [4] S. 46; [7] S. 129, Abb. 144).

d. Vor dem 17. Jh. geschaffene Bilder der Immakulata stellen diese oft zwischen Patriarchen oder Kirchenvätern und über dem Paradiesesbaum mit Adam und E. dar (s. RDK V 255–57; [7] Abb. 168–170; zu Darstellungen des 15. Jh. der das Haupt der Schlange zertretenden Gottesmutter als Gegenspielerin der E. s. auch Sp. 433f. und, zu solchen des 16. Jh., Sp. 435).

Die E.-M.-Antithese findet sich in diesem Rahmen möglicherweise schon bei Rosso Fiorentino (das Gemälde ist nicht erhalten: [7] S. 151), sicher aber in einer Reihe – davon abzuleitender – Gemälde des Giorgio Vasari, die zwischen 1540 und 1543 geschaffen wurden ([7] S. 148ff., mit unvollständigem Verzeichnis der Vorzeichnungen, Wiederholungen und Kopien).

M., von Engelknaben umgeben, setzt ihren Fuß auf die Mondsichel und auf das Haupt der Schlange, die sich um den Paradiesesbaum windet; an den Baum sind Adam und E., Patriarchen und Könige gefesselt. Zwei Putti tragen Schriftbänder: auf der Vorzeichnung in den Uffizien Florenz (Gab. dei stampe, Inv.Nr. 1183 E.) und einer Reihe von damit im Zusammenhang stehenden Zeichnungen (so Abb. 7) mit dem Text von Hohel. 4,7 „tota pulc(h)ra es amica mea et macula non est in te“ (Ausst.Kat. „I fondatori dell’Accad. delle arti del disegno“, Florenz 1963, Nr. 29f., Taf. 22f.), bei den Gemälden mit „quos Evae culpa da(m)navit, Mariae gratia solvit“ (Abb. 8; ein Nachstich um 1600 ist beschriftet „mors et vita“: [7] S. 149, Abb. 172).

e. Eine andere Darstellung der Immakulata ist, im Anschluß an Irenäus von Lyon (s. Sp. 418), die der M. als Knotenlöserin.

Das Gemälde eines unbekannten Malers in St. Peter am Perlach zu Augsburg, um 1700, schildert M. auf der Mondsichel, um das Haupt den Sternenkranz, über ihr die Geisttaube; zwei Engel zu Seiten M. halten ein Band, dessen Knoten von M. gelöst werden (Abb. 9).

Zu den Abbildungen

1. Hildesheim, Domschatz, Nr. 18 (kostbares Evangeliar des Bisch. Bernward), fol. 17, Widmungsseite mit M. von Engeln gekrönt. Hildesheim, vor 1015. Fot. L.Mus. Hannover.

2. Amiens/Nord, Kathedrale Notre-Dame, Verkündigung an M. Gewändefiguren am südlichen Portal der Westfassade. Stein, Höhe ca. 2,80 m (mit Sockel). Um 1220–25. Fot. Hirmer, Mchn., Nr. 681.1131.

3. Königsfelden, Aargau, ehem. Franziskanerklosterkirche, Verkündigung an Anna und Erschaffung der E., Verkündigung an Joachim und Noahs Schande, schlafender Jesse, hll. Ursula und Christina. Unterer Abschnitt eines Glasfensters im Chor mit Darstellungen aus dem Leben der hl. Anna (Ges.abb.: Inv. Schweiz Bd. 32, S. 203 Abb. 177f.). Stark erneuert. Gesamtbreite des Fensters ca. 1,60 m. Um 1325–30. Fot. Aargauische Dkm.pflege Aarau, Neg. Nr. 1102.

4 a und b. Klerant Gemeinde St. Andrä, Südtirol, St. Nikolaus, E. und M. Fresken im Chorgewölbe (keine Ges.abb.). Maße unbekannt. Um 1474. Fot. Edmund Theil, Farchant.

5. Wiener Neustadt, Stadtmus., Inv.Nr. A 15, Epitaph des Florian Winkler † 1477. Tempera auf Holz, 195 × 93 cm. Fot. Mus.

6 a. Aelbrecht Bouts, Verkündigung an M. Gem. auf Eichenholz, 114 × 109 cm. München, Bayer. Staatsgem.slgn. (A. Pin.), Inv.Nr. WAF 79. Um 1480. Fot. Mus.

6 b. Aelbrecht Bouts, Gespräch des Teufels mit E. Detail von Abb. 6 a. Fot. Mus.

7. Giorgio Vasari (?), Immakulata. Wiederholung der Zchg. Vasaris in den Uffizien (Inv.Nr. 1183 E.). Federzchg., Bister, laviert, Schatten schwarze Kreide, 52,5 × 36 cm. Chatsworth/ Derbyshire, Slg. des Hzg. von Devonshire, Kat.-Nr. 645. Um 1540–43 (?). Fot. Courtauld Inst. of Art, London, Chatsworth-Liste Nr. 919.

8. Giorgio Vasari, Immakulata. Replik des für SS. Apostoli in Florenz geschaffenen Gem. (1540) in den Uffizien Florenz. Gem. auf Lwd., Maße unbekannt. Arezzo, Gall, e Mus. medioevale e moderno. Nach 1540. Fot. Alinari, Florenz, Nr. Brogi 23 897.

9. Augsburg, St. Peter am Perlach, Immakulata. Öl-Gem. auf Lwd., ca. 2,1 × 1,5 m. Augsburg, um 1700. Fot. Stadtbildstelle Augsburg.

10 a und b. Joh. Michael Hoiß (?), Stuckreliefs im Saal der Großen Marianischen Kongregation („Goldener Saal“) der ehem. Universität Dillingen a. d. Donau. Maße unbekannt. Um 1672. Fot. Werner Meyer, Mchn.

Literatur

1. Beissel, Marienverehrung I. – 2. Beissel, Marienverehrung II. – 3. La nouvelle Ève, Bd. 1–3 (= Bull. de la Soc. française d’études mariales, 12–14), 1954–56. – 4. Sigrid Esche, Adam und E., Sündenfall und Erlösung (= Lukas-Bücherei zur chr. Ikonographie, 8), Ddf. 1957. – 5. Walter Delias, Gesch. der Marienverehrung, Mchn. und Basel 1963. – 6. Robert L. Füglister, Das lebende Kreuz, Einsiedeln, Zürich und Köln 1964. – 7. Ernst Guldan, E. und M., Graz und Köln 1966. – 8. Sigrid Braunfels-Esche, Eva-Maria, Ms. 1957; überarbeitet 1969.

Kap. I wurde nach Hinweisen von Prof. Dr. C. Andresen, Göttingen, bearbeitet.