Esau

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englisch: Esau; französisch: Esau; italienisch: Esaù.


Gerda Finsterer-Stuber und Ingrid Haug (1967)

RDK V, 1417–1452


RDK V, 1419, Abb. 1. Wien, 6. Jh.
RDK V, 1419, Abb. 2. Paris, 7. Jh.
RDK V, 1421, Abb. 3. Ehem. Smyrna, 12. Jh.
RDK V, 1421, Abb. 4 a und b. London, 11. Jh.
RDK V, 1423, Abb. 5. Vézelay (Yonne), 2. V. 12. Jh.
RDK V, 1423, Abb. 6 a und b. New York, 1. V. 13. Jh.
RDK V, 1425, Abb. 7. München, vor 1222.
RDK V, 1425, Abb. 8. Wien, 2. Dr. 13. Jh.
RDK V, 1427, Abb. 9. New York, um 1250.
RDK V, 1429, Abb. 10 a. Prag, M. 14. Jh.
RDK V, 1429, Abb. 10 b. Prag, M. 14. Jh.
RDK V, 1431, Abb. 11. Kassel, 2. H. 14. Jh.
RDK V, 1431, Abb. 12. Rovigo, 3. Dr. 14. Jh.
RDK V, 1433, Abb. 13. Wien, Ende 14. Jh.
RDK V, 1433, Abb. 14. Berlin, 1411.
RDK V, 1433, Abb. 15. Holzschnitt, um 1479.
RDK V, 1435, Abb. 16. Raffael, 1517-19, Rom.
RDK V, 1435, Abb. 17. Rembrandt (?), um 1636, ehem. Paris.
RDK V, 1437, Abb. 18. Jan van den Hoecke, 2. V. 17. Jh., Brügge.
RDK V, 1439, Abb. 19. Moskau, vor 1647.
RDK V, 1441, Abb. 20. Jan Frans Soolmaker, 1663, Brüssel.
RDK V, 1443, Abb. 21. Joh. Ulr. Kraus, 1705.
RDK V, 1445, Abb. 22. Jos. Amonte, 1740, Rein bei Graz.
RDK V, 1445, Abb. 23. Gottfr. Bernh. Goetz, 2. Dr. 18. Jh.
RDK V, 1449, Abb. 24. Jul. Schnorr von Carolsfeld, 1860.

I. Name, Schriftquelle

E. und Jakob waren Zwillingssöhne von Isaak und Rebekka; der erstgeborene der beiden wurde, da er ganz mit Haaren bedeckt auf die Welt kam, E. – hebr. esaw = roh, behaart? – genannt (1. Mos. 25, 25; zur Interpretation des Namens vgl. Hieronymus, Liber interpretationis hebraicorum nominum: ed. Paul de Lagarde, Corp. Chr. S. L. 72, S. 65f., sowie Isidor von Sevilla, Etymologiae VII, 6, 33f.: ed. W. M. Lindsay, Oxford 1911, Bd. 1, und Louis Ginzberg, The Legends of the Jews Bd. 1, Philadelphia 196111, S. 315). Nach biblischer Genealogie ist E. der Stammvater der Edomiten (vgl. 1. Mos. 36).

Die Patriarchengeschichten der Genesis (1. Mos. 25ff.) – die Schriftquelle aller hier zu behandelnden Darstellungen – erzählen nur die Begebenheiten aus E. Leben, in denen dieses sich mit dem Leben seines jüngeren Bruders Jakob kreuzt (vgl. Enc. Jud. Bd. 6, 1930, Sp. 761; über den geschichtlichen Hintergrund: Bo Reicke und Leonh. Rost [Hrsg.], Biblisch-hist. Handwörterbuch Bd. 1, Göttingen 1962, Sp. 437f.).

In den a.t. Apokryphen und jüdischen Legenden ist die E.-Biographie weiter ausgesponnen; vgl. L. Ginzberg a.a.O. Bd. 1, S. 311ff., im übrigen s. die Art. Isaak und Rebekka.

II. Thematische Abgrenzungen

Thematische Abgrenzung. Bildliche Darstellungen des E. sind zwar recht zahlreich, doch nur zum kleineren Teil solche, in denen E. die Hauptfigur des Bildes ist: häufig wird E. (oder eine Begebenheit aus seinem Leben) als Nebenfigur (oder als Nebenszene) auf Bildern wiedergegeben, die Ereignisse aus dem Leben seines Vaters Isaak oder aus dem seines Bruders Jakob schildern. – Hier werden nur Szenen behandelt, in denen E. als Hauptfigur anzusehen ist; die übrigen E.-Darstellungen finden nur insoweit Berücksichtigung, als sie über die Wiedergabe von E. Gestalt sowie über seine Tracht und seine Attribute Aufschluß geben.

Aus der folgenden Übersicht über die in der bildenden Kunst nachweisbaren Schilderungen E. ist zu entnehmen, welche Themen im Artikel „Esau“, welche unter Isaak, Jakob oder Rebekka besprochen werden.

Geburt der Zwillinge E. und Jakob (1. Mos. 25, 24ff.): s. Sp. 1433ff.;

Jugend des E.: Darstellungen des Knaben E. illustrieren 1. Mos. 25, 27f. und sind Bilder der Familie des Isaak (s. Isaak) oder der Rebekka mit ihren Kindern (s. Rebekka);

E. als Jäger: die Textstelle 1. Mos. 25, 27 wurde maßgebend für die Wiedergabe E. in Jägerkleidung und mit Jagdwaffen (s. Sp. 1428ff.) und regte – mit 1. Mos. 27, 1ff., 5 und 30 in Verbindung gebracht – zu Schilderungen von „E. auf der Jagd“ an (s. Sp. 1431f.);

E. verkauft seine Erstgeburt an Jakob („Linsengericht“; 1. Mos. 25, 29–34): da man das Geschehen als Zeugnis für Gottes Gnadenwahl begriff und somit Jakob als die Hauptperson ansah, s. Jakob;

E. Vermählung mit den Hethiterinnen Judith und Basmath (1. Mos. 26, 34): s. Sp. 1444;

Isaak schickt E. jagen und beauftragt ihn, seine Jagdbeute zum Mahl zuzubereiten (1. Mos. 27, 1–4): die Darstellung gehört zur Geschichte des Isaakssegens, s. daher Isaak;

E. bereitet das Mahl für Isaak (1. Mos. 27, 31; diese Szene konnte nur in zwei Darstellungen nachgewiesen werden, vgl. [10], Taf. 9, und Prag, U.B., ms. XXIII C 124 [Velislav-Bibel], fol. 28);

E. Rückkehr von der Jagd (1. Mos. 27, 30): s. Sp. 1433, 1438ff.

Gespräch E. mit seinem Vater nach dem lsaakssegen (1. Mos. 27, 31–40): das Gespräch, bei dem E. erfährt, daß Jakob bereits den väterlichen Segen erhielt, wird durch verschiedene Szenen veranschaulicht, s. Sp. 1441ff.;

E. Klage über den versagten Erstgeburtssegen: s. Sp. 1441ff.;

E. trachtet Jakob nach dem Leben (1. Mos. 27, 41): s. Sp. 1443f.;

E. Vermählung mit der Ismaelitin Mahalath (1. Mos. 28, 9): s. Sp. 1444;

E. empfängt Boten Jakobs (1. Mos. 32, 4ff. [3ff.]),

E. empfängt die Knechte und Geschenke Jakobs (1. Mos. 32, 14–21 [13–20]): s. Sp. 1448;

Versöhnung E. mit Jakob (1. Mos. 33, 1–15): s. Sp. 1444ff., bes. Sp. 1448ff.;

E. zieht nach Seïr (1. Mos. 33, 16): s. Sp. 1450;

E. und Jakob bestatten Isaak (1. Mos. 35, 29): s. Isaak;

E. als Stammvater der Edomiten (1. Mos. 36, 1ff.; 1. Chron. 1, 35ff.): das seltene und für die Ikonographie E. wenig ergiebige Thema schildern u. a. Miniaturen des Oktateuchs von Smyrna (fol. 49v: [12] Nr. 118), einer aus Padua stammenden Hs. (fol. 27r, v, 28: [9] Taf. 53ff.) und der latein. Wenzelsbibel v. J. 1402 (Antwerpen, Plantin Moretus-Mus.: Jul. von Schlosser, Jb. Kaiserh. 14, 1893, 253).

III.

A. Ikonologie

Die meisten E.-Darstellungen sind Bilder erzählenden Inhalts und Bestandteil von Bildfolgen (aller Kunstgattungen), die Geschehnisse aus dem A.T. schildern. Sie finden sich daher vor allem in der Bibel-Illustration (zu 1. Mos., aber auch zu Maleachi, mit Bezug auf Mal. 1, 2ff.; für die einzige bekannte Darstellung zu Hebr. 11, 20 auf einem Sarkophag des 4. Jh. – Paris, Louvre, Inv.Nr. 2961 Wilpert, Sarcofagi Taf. 116,1] – s. Isaak), in Historienbibeln, Weltchroniken und in Bildfolgen, die das Leben des Patriarchen Jakob oder, seltener, das der Rebekka schildern. – In liturgischen Hss. vorkommende E.-Darstellungen sind entweder Teil(e) einer selbständigen Bildfolge zur Bibel, zum A.T. oder zur Genesis und haben keinen Bezug zum Text (so in Psalter-Hss. und in Stundenbüchern wie Cambridge, Fitzwilliam Mus., Ms. 48, fol. 20v–21v), oder sie illustrieren Texte, die am zweiten Fastensonntag intoniert werden (oder wurden): im Brevier begleiten sie die beiden ersten Lektionen der ersten Nokturn (Text: 1. Mos. 27, 1–10–20), im Antiphonar schmücken sie die Initiale T(olle arma tua). – In Hss. und Drucken der Pesach-Haggada, in der auf den Landbesitz E. in Seïr hingewiesen wird (vgl. 1. Mos. 32, 4 [32, 3] und 33, 16), finden sich bisweilen mehrere E.-Darstellungen, nicht nur solche, die unmittelbar auf die Textstelle zu beziehen sind.

Nur wenige Wiedergaben E. sind für sich allein oder in anderem thematischen Rahmen als den genannten Illustrationszyklen anzutreffen. Die größte Selbständigkeit erlangte das Thema der „Versöhnung“, das besonders in der Neuzeit Anklang fand. Daneben beachtete man, freilich in geringerem Umfang, in der Neuzeit diejenigen Themen, die E. Reaktion auf die Segensverweigerung zu schildern gestatteten. – Im Sachsenspiegel können Darstellungen des Isaakssegens, bei denen E. zugegen ist, oder E. und Jakob vor Isaak die Bestimmungen über die Primogenitur, Landrecht III, 42 § 2, illustrieren (vgl. [5], Bd. 2, 1, S. 23). – Augustinus behandelt „De civitate Dei“ XVI, 35–37 (ed. Bernh. Dombart u. Alphons Kalb, Lpz. 1927 bis 1929, Wiederabdruck: Corp. Chr. Ser. Lat. Bd. 48, S. 539–43) die Geschichte von E. und Jakob als Vorgang des dritten Zeitalters der Welt. Als Vertreter dieser Epoche ist E. zusammen mit Ismael (und wie dieser als Jäger) sowie Äneas und Kekrops, den Staats- bzw. Stadtgründern von Latium und Athen, dargestellt worden (Schulpforta, um 1180: [16] Textbd. 1 S. 224, Tafelbd. Taf. 3).

Die gebräuchlichste allegorische Auslegung, die man im Mittelalter der Gestalt E. gab, ist von Gregor d. Gr. wie folgt beschrieben: „Quid enim per venationem Esau, nisi eorum vita figuratur, qui in exterioribus voluptatibus fusi carnem sequuntur? Qui etiam agricola esse describitur, quia amatores huius saeculi tanto magis exteriora colunt, quanto interiora sua inculta derelinquunt“ (Moralia in Job V, 10, 20: Migne, P. L. 75, 689f.). In der Allegorie der Neuzeit wird am Beispiel des E. der Begriff des Hasses demonstriert (Abb. 23).

B. Typologie

Relativ häufig wurde E. – als einzelne Gestalt wie in Szenen aus seinem Leben – um der ihm beigelegten typologischen Bedeutung willen dargestellt.

Besonders zahlreich sind die Zusammenstellungen von „E. verkauft seine Erstgeburt“ und der Versuchung Christi. Die ältesten Belege stammen aus der englischen Kunst des 12. Jh. (Glasgem. in Canterbury und Malerei in Peterborough, überliefert durch die Psalterhs. ms. 9961 der Bibl. roy. in Brüssel: ed. Jos. van den Gheyn S.J., Haarlem 1909, S. 8 und Taf. 16; „Pictor in Carmine“ Nr. 30: ed. Montague Rhodes James, Archaeologia 94, 1951, 149 u. 154). Der Vergleich bezieht sich weniger auf die Personen als auf den Akt der Versuchung: E. ist in seiner „frasheit“ (gula) ein Typus des Teufels, der Christus versucht, und er ging – wie dieser – durch Hochmut des väterlichen Segens verlustig: „E. ist also gleichzeitig Vorbild des in Versuchung Geführten und des Versuchers“ [21, S. 110 Anm. 2]. Durch die Armenbibel, deren älteste Redaktion bereits diese Ausdeutung aufgriff (RDK I 1079/80), fand die Vorstellung weite Verbreitung, vgl. z. B. Conc. car., Temp. 33 (ebd. Bd. 3 Sp. 839/40), und ein Glasfenster der Münchner Frauenkirche von 1480 (Paul Frankl, Dt. Glasmal. Der Meister des Speculumfensters von 1480 in der Münchner Frauenkirche [= Dkm. dt. K. 14], Bln. 1932, Taf. 25).

Verkörperung des Bösen ist E. auch in der typologischen Verknüpfung von „E. trachtet Jakob nach dem Leben“ und der Flucht nach Ägypten (Armenbibel: RDK I 1079/80), wo E. mit Herodes verglichen wird.

In den zahlreichen E.-Szenen der Bible moralisée ist E. in keiner einzigen auf einen n.t. Antitypus bezogen, nur in einer heilsgeschichtlich ausgelegt: E., der auf seine Bitte um den väterlichen Segen erfährt, daß dieser bereits Jakob zuteil wurde, erscheint als Parallele zu den Juden, die am Tag des Weltgerichts Gott um seinen Segen bitten, den dieser jedoch zuvor schon den Christen spendete (Oxford, Bodl. Libr., Ms. 270b, fol. 17v: [17] Taf. 17). – Drei E.-Szenen werden ekklesiologisch erklärt: 1) 1. Mos. 25, 22f. erläuternd, wird E. als der schon im Mutterleib unruhige Zwilling angesehen, der „significat feneratores et infideles et tales principes et milites quales fuerunt illi qui occiderunt et fecerunt occidi sanctos viros episcopos et alios“ (folgt Anspielung auf die Ermordung des Thomas Beckett „in utero matris suae“ = „in gremio ecclesiae“) – im Gegensatz zu Jakob, dem „vir simplex“, der stets bei der Mutter (= Kirche) blieb und Abbild derer ist, die sich in Gottes Willen schicken [17, Taf. 17]. – 2) Vor der Aussöhnung der feindlichen Brüder verneigte sich Jakob vor E. – so werden die Inhaber höherer Würden, dem erstgeborenen E. gleich, von den „minores“ („spirituales et simplices in ecclesia“) gefürchtet und verehrt [17, Taf. 20]. – 3) Daß der ‚gute Jakob‘ dem ‚bösen E.‘ Geschenke darbringt, besagt, „quod spirituales viri et boni maioribus suis et superioribus quamvis mali sint debent reverentiam exhibere et eos obsequiis placare“ [17, Taf. 21].

In der Concordantia caritatis (s.o.) kommt E. ferner (Temp. 114) in der typologischen Erklärung des Gleichnisses von dem Manne vor, der nachts bei seinem Freunde Brote ausleihen möchte und sie schließlich „propter improbitatem“ – auch bekommt (Lk. 11, 5–13): ebenso erlangte E. auf sein ungestümes Bitten hin schließlich einen Segen des Vaters.

Bei dem Vergleich Grablegung Christi – Begräbnis des Isaak handelt es sich um einen typologischen „Situationsreim“; die ihren Vater beerdigenden Söhne E. und Jakob sind nicht als Träger besonderer Bedeutung ausgegeben.

IV. Ikonographie

Die Ikonographie E. fußt in der Regel auf dem Bibeltext; teils konnte dieser unmittelbar wiedergegeben werden, teils bedurfte er der Interpretation, um ins Bild gebracht werden zu können. Darstellungen E. mit den körperlichen Merkmalen, die ihm die Bibel zuschreibt, gehören fast ausnahmslos dem MA an (1. a); weitere Charakterisierungen seiner Gestalt, die auf allgemein gehaltene Äußerungen in der Schriftquelle zurückgehen, verraten öfters das Bemühen, E. in seiner äußeren Erscheinung von dem Zwillingsbruder abzusetzen (1. b). Da E. in der Bibel als Krieger (3) und vor allem als Jäger (2. a) bezeichnet wird, ist er in der Kleidung dieser Berufe und mit deren Werkzeugen vorgestellt. Das Bild des Jägers E. ist durch geringfügige motivische Zutaten mehrfach zur Schilderung von „E. Jagd“ umgestaltet worden, die nach der biblischen Biographie E. an mehreren Stellen in die Bildfolge eingerückt werden konnte; sie ist öfters als thematisch – manchmal auch der Bildform nach – selbständige Darstellung anzutreffen (2. b). Am wenigsten hielt man sich bei Schilderungen der „Versöhnung“ zu textgetreuer Abbildung E. verpflichtet und stellte E. als Herrscher von Seïr vor (s. Sp. 1445).

1. Gestalt E.

a) E. hatte rötliche Hautfarbe (rufus erat: 1. Mos. 25, 25) und war am ganzen Körper behaart (totus in morem pellis hispidus: ebd.; s. a. ebd. 27, 11: E. ... homo pilosus).

Demgemäß wird E. gelegentlich schon bei seiner Geburt mit Haarwuchs am ganzen Körper wiedergegeben (s. Sp. 1436). Vielfach beschränkte man sich jedoch darauf, einzelne seiner Körperteile behaart abzubilden (mit behaarten Beinen: Abb. 1) oder durch feine Strichelung oder Punktierung die Behaarung von Gesicht, Hals und Händen anzudeuten (z. B. Abb. 4 b und 6 a; s. auch Heisterbacher Bibel [Swarzenski, 13. Jh., Abb. 137f.] und noch auf einem Holzschnitt im „Rudimentum novitiorum“, Lübeck 1475 [22, Bd. 10 Abb. 22]). Mit dunkler Gesichtsfarbe stellte Meister Bertram E. auf dem Grabower Altar dar, zw. 1379 und 1383 (Hans Platte, M. B. in der Hamburger K.halle, Bln. o. J., S. 7ff., Taf. 18).

b) E. als den erstgeborenen Zwilling (vgl. 1. Mos. 25, 25) größer als Jakob wiederzugeben ist ein Charakteristikum der Sachsenspiegel-Illustration (vgl. K. von Amira [5]), kommt aber auch sonst gelegentlich vor (z. B. in der Armenbibel des Kk. Berlin, ms. 78 D 2, fol. 2v: Cornell Taf. 23, rechts). Durch struppiges Haupt- und Barthaar unterschieden die Illustratoren der Oktateuche E. von dem „sanften“ (lenis: 1. Mos. 27, 11) Jakob (Smyrna fol. 38v: [12] Nr. 91; Rom, Bibl. Vat., cod. gr. 746, fol. 92v: [25] Abb. 152). Diese Differenzierung findet sich später auch in westlichen Darstellungen, so in der Armenbibel-Illustration (z. B. Konstanz, Rosgarten-Mus., ms. 31: Friedr. Laib und Fr. Jos. Schwarz, Biblia pauperum nach dem Original in der Lyceums-Bibl. zu Constanz, Zürich 1867, Taf. 3) oder in einem Pisaner Antiphonar des 14. Jh. (Pisa, Mus. naz., cod. cor. D, fol. 177: Gigetta Dalli Regoli, Miniatura pisana del Trecento [= Raccolta Pisana 9], Venedig 1963, Abb. 126 und auf S. 102). Auch Meister Bertram (s. o.) gibt E. wirres Bart- und Haupthaar. Vom späten 15. Jh. an wurde es immer weniger gebräuchlich, E. ein ungepflegtes, rauhes Aussehen zu geben; Haar- und Barttracht wird – ebenso wie E. Kleidung – der jeweils zeitgenössischen Mode angeglichen.

2. E. als Jäger.

a) Diese Kennzeichnung E. erfolgt durch Kleidung (α) und Attribute (β). Sie findet sich sowohl auf bildnishaften Darstellungen E. (denen solche Jakobs gegenüberstehen können) als auch besonders auf szenischen Schilderungen derjenigen Ereignisse, deren Schriftquelle ausdrücklich des Jägers E. gedenkt („Linsengericht“, Vorgeschichte des Isaakssegens und ihm unmittelbar folgende Geschehnisse); so bereits in der frühesten bekannten Darstellung E. in den Katakomben in der Via Latina in Rom, etwa 2. Dr. 4. Jh. (Antonio Ferma S.J., Le pitture della nuova catacomba di Via Latina [= Mon. di antichità cristiana II. ser., 8], Vatikanstadt 1960, Taf. 27).

α. Die Kleidung E. besteht auf den meisten ma. Darstellungen, westlichen wie östlichen, aus einem kurzen gegürteten Gewand und Stiefeln oder Beinlingen (z. B. Abb. 3, 5, 7, 9 usw.). Auf einzelnen hochma. und auf vielen seit dem 14. Jh. entstandenen Darstellungen ist das einfache Kleid modisch bereichert (Mosaiken in Monreale: [14] Taf. 42 und 44; ferner: RDK III 1102, Abb. 13, und Straßburger Bibel von 1485: [22] Bd. 20 Abb. 12) und wird E. mit Kragenkapuze (Glasgem. der Frauenkirche in München, s. o. Sp. 1425) oder Federhut vorgestellt. Von der Renss. an begegnet man vereinzelt wieder E. in nicht-zeitgenössischer Jägerkleidung (z. B. auf Fresken Raffaels in den Loggien des Vatikans, 1517–19: Abb. 16). Recht wenige Bilder des Mittelalters und der Neuzeit zeigen E. im *Fellkleid, dem Jäger- und Hirtengewand der Antike (z. B. Kapitell in Sant’Orso im Val d’Aosta, um 1133: [6] S. 43; Gem. des Francesco Montelatici, gen. Cecco Bravo, aus dem 3. Dr. 17. Jh. in der Coll. Viezzoli in Genua: Burl. Mag. 102, 1960, 344, Abb. 2); auf einem mehrfach verwendeten Holzschnittrahmen in Tobias Stimmers Bibel von 1576 (Neudruck: Liebhaber-Bibl. Alter Illustratoren in Facs. Repr. 4, Mchn. 1923) ist E. das Fellkleid wie ein Umhang über die Schulter gelegt, außerdem trägt E. hier – wie schon auf dem Holzschnitt im „Rudimentum novitiorum“ v. J. 1475 (s. o.) – auf dem Haupt eine Art Blattkranz ähnlich wie *Wildleute.

β. Attribute E. sind vor allem die 1. Mos. 27, 3 genannten „arma“, Bogen und Köcher. Die Pfeile verwahrt E. entweder im Köcher oder als unter den Gürtel gestecktes oder in der Hand gehaltenes Bündel. So ist E. überall und zu allen Zeiten dargestellt worden (z. B. Abb. 4 b, 5, 9; mit Pfeilbündel in der Hand: Manchester, John Rylands Libr., Ms. fr. 5, fol. 23v, 13. Jh.: Bull. Soc. Fr. Mss. 7, 1923, Taf. 30, links). Weitere Beigaben sind Jagdspieß und Hifthorn (diese sind auf Wiedergaben des jagenden E. in der dt. Druckgraphik des 15. und 16. Jh. besonders häufig anzutreffen) sowie geschulterte oder am Gürtel befestigte Jagdbeute (über die Jagdobjekte, die gemeinhin die am Entstehungsort der Schilderung bevorzugten sind, s. unten Sp. 1432). Vereinzelt steht die Darstellung der 1. Nürnberger Haggada, die E. mit einem Falken auf der Hand zeigt (Jerusalem, Schocken Libr. [ehem. G.N.M., Hs. 2107 b], fol. 27v: David Heinr. Müller, Jul. von Schlosser und David Kaufmann, Die Haggadah von Sarajewo, eine span.-jüdische Bilderhs. des MA, Wien 1898, S. 125). E. kann von Hunden und, seltener, von Jagddienern begleitet sein (mit Hunden: Abb. 4 b, Haggada von Sarajewo, Heisterbacher Bibel [s. o.], ferner Padua, Baptisterium, Fresken des Giusto de’Menabuoi, vor 1376 [7, Abb. 77] und Lübecker Bibel von 1494 [22, Bd. 11 Abb. 963]; mit Jagddienern: Wiener Genesis [Abb. 1] und Gem. des Lorenzo Lippi in Schloß Pommersfelden, 2. Dr. 17. Jh., und dessen Kopie von Spitzweg [Die Weltk. 27, 1957, Nr. 19 S. 6]). Auffälligerweise wurde der jagende E. nie zu Pferd abgebildet.

b) „E. Jagd.“ Diese Szene, die sich vielfach nur um Nuancen von dem Bild des Jägers E. unterscheidet, besitzt folgende ikonographische Kennzeichen, die aber nie auf einem Bild vereint vorkommen: E. macht von seiner Jagdwaffe – immer einem Bogen – Gebrauch; das Jagdobjekt ist wiedergegeben; E. bläst das Hifthorn; die Landschaft ist angedeutet; E. ist öfters von Hunden begleitet. Bisweilen unterstützen motivische Einzelheiten die Interpretation des Bildes als Illustration einer bestimmten Textstelle; häufiger aber besorgt dies die Einordnung der Szene in die Bildfolge oder die Schilderung im Hintergrund einer anderen E.-, Jakobs- oder Isaaksszene.

„E. begibt sich auf die Jagd“ (1. Mos. 27, 5) folgt gewöhnlich auf Schilderungen des Jagdauftrages (ebd. Vers 2–4), so in den Oktateuchen (Smyrna, fol. 40: [12] Nr. 94) und Abb. 4 b, kommt jedoch auch als Hintergrundszene des Isaakssegens vor (z. B. auf Ghibertis Relief an der Paradiestür des Florentiner Baptisteriums: [15] Taf. 94).

„E. auf der Jagd“. Diese Szene ist nicht immer scharf von der vorigen zu trennen (vgl. z. B. Rom, Bibl. Vat., cod. gr. 746 [Oktateuch], fol. 92v [25, Abb. 152] und ebdort., cod. gr. 747 [Oktateuch], fol. 48v [27]) und wurde in gleicher Weise wie jene in die Bildfolge eingerückt; zumeist verband man sie mit dem Isaakssegen – wohl um die Gleichzeitigkeit beider Geschehnisse zu betonen, seltener geht sie der Rückkehr E. zu Isaak (s. Sp. 1438) voraus (Abb. 9; Weltchronik-Illustrationen des späteren MA, vgl. [8], Abb. 5, 64, und [13], S. 384). Obwohl keine zweite Bibelstelle so direkt mit der Darstellung zusammengebracht werden kann wie 1. Mos. 25, 27, findet sich die Jagdszene nur hin und wieder als Illustration gerade dieser Textstelle; dann kann sie als Gegenstück zu „Jakob im Zelt“ dienen (Jacob ... habitabat in tabernaculis, 1. Mos. 25, 27; vgl. Rouen, Cath., Relief am Portail de la Calende, um 1280: [19] Abb. 9 und – das Gegenstück, Jakob als Hirte – Abb. 8; Haggada von Sarajewo, S. 9: [20]; Rovigo, Bibl. dell’Accad. dei Concordi, ms. 212 [Teil eines A.T. aus Padua], fol. 17, 3. Dr. 14. Jh.: [9] Taf. 33).

Die Jagdobjekte E. sind (in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit): Hirsch, Bock, Reh, Vögel, Hase, Fuchs. Oft schultert E. seine Jagdbeute (Abb. 5 u. a.). Jagd auf Vögel schildern nur süditalienische Darstellungen (Mosaiken in Palermo und Monreale: [23] Taf. 43 und [14] Taf. 41f.; Kapitell im Kreuzgang von Monreale: Rob. Salvini, Il chiostro di M. e la scultura romanica in Sicilia, Palermo 1962, S. 147 und 172) und die (spanischen?) Illustratoren der Haggada von Sarajewo (S. 9: [20]). Deutliche Vorliebe für Darstellungen der Hasenjagd lassen italienische Beispiele erkennen (z. B.: S.M. in Vescovio, Fresko, Ende 13. Jh.: Boll. d’arte N. S. 7, 1927/28, 3–30); nur vereinzelt gilt E. Jagd einem Fuchs (und Rehen: „Rudimentum novitiorum“, 1475 [s. Sp. 1428]).

Wenn E. ohne das gejagte Wild wiedergegeben ist (so oft im Hintergrund von Bildern des Isaakssegens), jedoch als auf der Jagd befindlich charakterisiert werden soll, so zeigt man ihn bogenschießend oder das Hifthorn blasend, außerdem oft von Hunden begleitet; zahlreiche Beispiele in der Buchillustration des 15. und 16. Jh., so in den Bibeln von 1479 (Abb. 15) und 1494 [22, Bd. 11 Abb. 963], ferner bei Hans Holbein d. J. in den „Icones Historiarum Veteris Test.“, Lyon 1538 (Neudruck: Liebhaber-Bibl. Alter Illustratoren in Facs. Repr. 9, Mchn. 1923, S. 11), und Tobias Stimmer (Faks.-Ausg. a.a.O. S. 21).

„Rast E. nach der Jagd.“ Einen Jäger, der an einem Brunnen rastet und seine Jagdbeute neben sich liegen hat, stellt eine Zchg. Rembrandts um 1645 dar; der Jäger ist E. genannt worden (Benesch Bd. 3, Abb. 691), ohne daß dafür zwingende Gründe beigebracht werden konnten. Innerhalb der E.-Ikonographie findet sich keine Entsprechung für solch freie Ausgestaltung der Biographie E.

„Rückkehr E. von der Jagd.“ Diese Schilderung konnte, ohne daß man in Widerspruch zur biblischen Biographie E. geriet, bei verschiedenen Gelegenheiten gegeben werden. Sie kann Bildern des „Linsengerichtes“ vorausgehen (Abb. 1) und solchen des Isaakssegens folgen. Am häufigsten ist sie jedoch vom frühen MA bis in die Neuzeit als Nebenszene dieser Bilder anzutreffen: der gelegentlich von Hunden und (oder) Jagdgesellen begleitete Jäger E. tritt mit seiner Jagdbeute in das Haus seines Vaters ([10] Taf. 9; für die Neuzeit vgl. z. B. Gerbrand van den Eeckhout, Gem. von 1642 im Metrop. Mus., New York: Kat. 1931, Nr. Ee 1–2). Auch auf Kapitellen ist der nach dem Isaakssegen heimkehrende E. wiedergegeben worden (Abb. 5, St-Révérien Nièvre], 1. H. 12. Jh.: Gottfried Richter, Romanisches Burgund, Stg. 1962, Abb. 98). Für die eng verwandten, oft nur um die Gestalt Isaaks bereicherten Darstellungen von „E. tritt mit der Jagdbeute vor Isaak“ s. u. Sp. 1438f.

3. Esau als Krieger

Der 1. Mos. 25, 27 ausschmückenden jüdischen Legende zufolge „lernte (E.) den Krieg“ (Kautzsch Bd. 2, S. 73). Doch nicht diese Textstelle, sondern 1. Mos. 27, 40 – Isaak verheißt E., er werde sich „von seinem Schwerte nähren“ – veranlaßte die Darstellung E. als Krieger, und zwar in Schilderungen von Ereignissen, die chronologisch nach diesem Segensspruch Isaaks an E. liegen: von „Rebekka heißt Jakob fliehen“ (s. Sp. 1443) und „Versöhnung E. mit Jakob“ s. Sp. 1445).

Nicht als Darstellung einer bestimmten Szene deuten läßt sich eine Initialminiatur aus einem nordfranz. Antiphonar, 2. H. 13. Jh. (s. Sp. 1423). Sie zeigt E. in voller Rüstung, mit Schwert, Schild, aber auch Bogen (!) neben Isaak (Budapest, Szépmüvészeti Múzeum, Inv.Nr. 1940– 1387: Ausst.Kat. „Hat evszázad Könyvdiszitéei Miniatúrái“, Budapest 1966, Nr. 1, Abb. 2).

V. Szenen aus dem Leben E.

1. Geburt der Zwillinge E. und Jakob

Die Geburt der Zwillinge E. und Jakob wurde seit dem Früh-MA vorwiegend in den szenenreichen Illustrationsfolgen zu 1. Mos. geschildert, aber auch in Bildzyklen behandelt, die das Leben des Patriarchen Jakob betreffen. Im Spät-MA und in der Neuzeit kehrt das Thema auch im Bildbestand relativ knapp illustrierter Historienbibeln und ihnen vergleichbarer Bildfolgen wieder (z. B. Historienbibeln des 14. Jh. im B.M., London: Roy. Ms. 19 D. IV, fol. 30v, Roy. Ms. 17 E. VII, fol. 24v und Roy. Ms. 19 D. II, fol. 26: George F. Warner und Jul. P. Gilson, Cat. of Western Mss. in the Old Royal and King’s Coll., London 1921, Bd. 2 S. 345, 261, 342; Genf, Stadt- u. U.B., ms. fr. 2, fol. 25: Bernard Gagnebin, Une bible hist. de l’atelier de Jean Pucelle, Genava N. Ser. 4, 1956, 51; Bologna, S. Petronio, Relief am linken Portal der Fass., von Alfonso Lombardi, 1526: Igino Benvenuto Supino, Le sculture delle porte di S. Petronio di Bologna, Florenz 1914, Taf. 38).

Je nach Wiedergabe Rebekkas sind zwei Haupttypen zu unterscheiden: der eine – Rebekka auf einem Gebärstuhl – überwiegt in der östlichen Kunst (a); in der des Westens hingegen wurde der andere – Rebekka liegend – bevorzugt (b), außerdem fanden hier Einzelheiten der biblischen Schriftquelle stärkere Beachtung: offenbar ist das Ergreifen der Ferse E. durch Jakob und der behaarte Körper E. nur im Westen ins Bild gebracht worden. Die vielfigurige Wochenstube zeigen westliche Beispiele. Die Darstellung der Geburt selbst herrscht im Osten vor.

a) Den älteren Typus der Darstellungen überliefert wahrscheinlich eine Miniatur des Ashburnham-Pentateuchs, 7. Jh. (Abb. 2). Seine Kennzeichen sind: die auf einem Gebärstuhl sitzende Rebekka, unter deren Rock die Zwillinge, mit dem Kopf nach unten, zum Vorschein kommen, die helfende Hebamme und die Wiedergabe eines Gebäudes, in dem sich die Szene abspielt.

Die Dienerinnen Rebekkas fehlen auf den typengleichen, jedoch vereinfachten und im Detail abgewandelten Miniaturen in byzantinischen Oktateuchen (vgl. etwa Smyrna, fol. 39: [12] Nr. 90), wo Rebekka, die gerade Jakob gebiert, der sitzenden Amme die Rechte auf das Haupt legt und der schon entbundene E. zu Füßen der Helferin liegt. Von solchen Darstellungen ist die Ill. auf fol. 32v der Millstätter Genesis abhängig [18, S. 309]. Der in der östlichen Kunst eingebürgerte Bildtypus liegt auch der vor 1314 entstandenen Miniatur auf S. 9 der Haggada von Sarajewo zugrunde: die Hände vor der Brust gefaltet, sitzt Rebekka auf einem Bett, eine Amme steht der Gebärenden bei [20].

Wenn in der westlichen Kunst der Neuzeit zuweilen Rebekka sitzend dargestellt wird – wie in den Stichen nach Zchgn. des Godefroid Ballain zum A.T., um 1567–70, des Mus. Plantin-Moretus in Antwerpen (ed. Max Rooses Bd. 1, Antwerpen 1911, Taf. 30) – bedeutet dies keinen Rückgriff auf den östlichen Bildtyp, sondern Angleichung an den allgemein gebräuchlichen Motivschatz bei Geburtsdarstellungen (vgl. Jacob Rueffs „Hebammenbuch ...“, Ffm. 1580, mit Stichen von Jost Amman: Anton Max Pachinger, Die Mutterschaft in der Mal. und Graphik, Mchn. 1906, Abb. 62), der ebenso von zeit- und landschaftsgebundenen Gewohnheiten abhängig ist wie dies Alex. de Laborde [16, S. 434] für die Miniatur auf fol. 233 der „Civitas Dei“-Hs. Den Haag, Mus. Meermanno-Westreenianum, ms. 11, um 1478, annimmt.

b) Die abendländische Kunst pflegt Rebekka im Bett liegend wiederzugeben, offenbar in motivischer Anlehnung an die Darstellung der Maria bei der Geburt Christi; so entsprechen sich z. B. die Wiedergabe Marias und Rebekkas auf den Geburtsdarstellungen der Kapitelle in Sant’Orso [6, S. 19 und 41]. Zahlreicher sind aber – vor allem im Spät-MA und in der Neuzeit – Verbindungen zu Bildern der Geburt Mariä und der Geburt des Johannes: mit ihnen können Darstellungen der Geburt E. und Jakobs die Anwesenheit von Dienerinnen, Ammen und besuchenden Frauen, die Badeszene ebenso wie die Wiedergabe des Innenraumes gemeinsam haben; auch die hinter Rebekkas Lager stehende und eine Schüssel reichende Dienerin findet sich hier wie dort. Ferner entspricht den Darstellungen der Geburt Mariä die Abwesenheit des Vaters – Isaak ist nur in Ausnahmefällen wiedergegeben (z. B. Rouen: [19] Abb. 8; Stich Melchior Küsels aus den „Icones Biblicae“, Augsburg 1679, Nr. 57).

Bisweilen finden sich Motive, die unmittelbar dem Bibeltext folgen. So wird der E.-Knabe mit Haaren bedeckt dargestellt auf der Miniatur Abb. 6 a und auf einem Fresko Benozzo Gozzolis im Camposanto zu Pisa (1474 voll.: [Mario Bucci und] Licia Bertolini, Camposanto monumentale di P. Affreschi e sinopie, Pisa 1960, Abb. 149ff. und S. 130) oder mit dunklerer Hautfarbe (Abb. 4 a). Häufiger wird das Greifen Jakobs nach E. Ferse wiedergegeben (vgl. 1. Mos. 25, 26), so Abb. 4 a und auf dem genannten Kapitell in Sant’Orso [6, S. 43], in der Bible moralisée-Hs. in Wien (Abb. 8), im Queen Mary-Psalter, A. 14. Jh. (London, B.M., Roy. Ms. 2 B. VII, fol. 12v: ed. George F. Warner, London 1912, Taf. 23), und ebenso noch auf dem Brüsseler Teppich nach Bernart van Orley von 1520–30 (Jul. Lessing, Die Wandteppiche aus dem Leben des Erzvaters Jacob, Bln. 1900, Taf. 1), in Antwerpener Bibel-Ill. von 1573 und auf einem Gem. des Andrea Celesti, Ende 17. Jh. (Brescia, Coll. Sforzini: Camillo Boselli, Asterischi bresciani: Due Celesti inediti, Arte veneta 17, 1963, Abb. 233). Der Begleittext zum Stich Melchior Küsels spielt auf dieses Motiv an.

Nur wenige Darstellungen beschränken sich auf die Wiedergabe Rebekkas und der Zwillinge (wie z. B. die Miniaturen Abb. 6 a und im Queen Mary-Psalter), andere fügen lediglich eine Amme hinzu (Abb. 8; Sant’Orso: [6, S. 42]; Glasgem. im Erfurter Dom, um 1390: Inv. Prov. Sachsen N.F. 1, Taf. 18). Vielfach aber ist die Szenerie um eine oder mehrere Dienerinnen erweitert, die einen oder beide Knaben halten oder Rebekka bedienen (Abb. 4 a; Rouen: [19] Abb. 8; Mâcon, Bibl. mun., ms. fr. 2, fol. 151, um 1480: [16] Bd. 2 S. 463, Bd. 3 Taf. 124; Wien, Ö.N.B., ms. s. n. 2611 [Psalter], fol. 8v, Frankreich, M. 14. Jh.: Fot. Kh.Inst. Wien, Nr. 983). In der Wenzelsbibel (Abb. 13) und auf dem Gem. des Andrea Celesti bemühen sich Amme(n) und Dienerin(nen) um die Zwillinge und Rebekka. Gelegentlich wird auch die Badeszene im Vordergrund hinzugefügt, z. B. auf fol. 17 der Paduaner Hs. [9, Taf. 33] und auf dem Fresko im ehem. Kloster S. Antonio („Convento del T“) in Pistoja, 3. Dr. 14. Jh. (van Marle Bd. 5, S. 308, Abb. 194).

Die Assimilation an Bilder der Geburt Mariä zeigt in hohem Maße Benozzo Gozzolis Fresko im Camposanto zu Pisa. Ebenso figurenreich sind die Darstellungen auf dem Brüsseler Teppich (s. o.) und in der illustrierten Bibel des Joh. Ulr. Kraus von 1705 (Abb. 21).

Die im Westen arbeitenden Illustratoren jüdischer Hss. des späten MA schlossen sich der westlichen Bildtradition an, wie eine Miniatur der 2. Nürnberger Haggada, Ende 15. Jh., erkennen läßt (Jerusalem, Schocken Libr. [ehem. G.N.M., Hs. 7121], fol. 33, ohne die Zwillinge: Müller, von Schlosser und Kaufmann a.a.O. S. 163). Auch Ghiberti verzichtet auf dem Relief der Paradiesestür des Florentiner Baptisteriums auf die Wiedergabe der Zwillinge, entsprechend der auf Rebekka hin konzipierten Szenenfolge [15, S. 176]. Die Hervorhebung Rebekkas bei der Geburtsszene läßt sich bereits in der Interpretation der Bible moralisée nachweisen (s. Rebekka; s. a. Abb. 8).

2. Verweigerung des Erstgeburtssegens

Verweigerung des Erstgeburtssegens (E. vor Isaak, der bereits Jakob gesegnet hat). Die 1. Mos. 27, 31–40 berichteten Ereignisse sind nur ausnahmsweise in mehreren Szenen geschildert worden, die gelegentlich – in einem engl. Psalter (Abb. 7) und in der Velislav-Bibel – in ein Bild zusammengezogen werden. Ob die Darstellungen den von der Jagd heimkehrenden E. vor Isaak (a) oder das Gespräch zwischen Vater und Sohn (b) wiedergeben, stets ist damit das Thema der Segensverweigerung umschrieben.

a) Rückkehr E. zu Isaak. Sofern die Heimkehr E. von der Jagd nicht nur durch die Nebenszene „Rückkehr E. von der Jagd“ (s. o. Sp. 1433) angedeutet wird, tritt E. mit der Jagdbeute (α) oder dem zubereiteten Mahl (β) vor seinen Vater, der entweder auf seinem Lager ruht oder in einem Sessel sitzt und gewöhnlich abwehrend, den Segen verweigernd, die Rechte gegen E. hebt.

α. Das zuerst genannte Motiv ist nur in der westl. Kunst zu belegen, zuerst – vielleicht durch ältere, nicht erhaltene römische Fresken angeregt – auf dem sogen. Kreuz Konstantins aus dem Schatz von S. Giovanni in Laterano, Rom, 3. V. 12. Jh. (dazu Carlo Cecchelli, Dedalo 7, 1927, 246, vgl. auch Stephan Waetzoldt, Die Kopien des 17. Jh. nach Mosaiken und Wandmal. in Rom [= Röm. Forschungen d. Bibl. Hertziana 18], Wien und Mchn. 1964, S. 57). Hier und ebenso auf dem Fresko in S. M. in Vescovio fehlt Rebekka, die indessen vom späten 13. Jh. an auf den meisten Darstellungen des Themas zugegen ist, wie vermutlich schon auf dem fragmentierten Fresko Cavallinis in S. Cecilia in Trastevere von 1293 ([25] Textbd. 1, S. 435f., Bd. 4, Taf. 296; van Marle Bd. 1, S. 518). Raffaels E.-Fresko in den Loggien des Vatikan (Abb. 16) zeigt E. am Bett des Vaters; vor E. liegendes Wild weist auf die erfolgreiche Jagd hin (die Rückkehr von der Jagd ist auf dem vorausgehenden Bild, zusammen mit dem Isaakssegen, dargestellt); die im Hintergrund abgebildete Rebekka rät Jakob zur Flucht, ist also nicht Teil der Hauptszene.

β. Die Schilderung E., der mit dem zubereiteten Mahl zu Isaak tritt, ist schon früh bezeugt und bis zum späten MA geläufig, kommt dagegen in der Neuzeit immer seltener vor. Die Figurenanordnung ähnelt gelegentlich derjenigen auf Bildern des Isaakssegens (d. h. der in der Bildfolge oft unmittelbar vorausgehenden Darstellung, vgl. z. B. Assisi) und unterstreicht den antithetischen Charakter der beiden Szenen.

Das älteste erhaltene Beispiel ist eine Miniatur im Ashburnham-Pentateuch [10, Taf. 9]. Wie diese weisen auch die Darstellungen in den byzantinischen Oktateuchen des Hoch-MA auf verlorene ältere Beispiele zurück (Abb. 3; Serail, fol. 101: [24] Nr. 55). Das in der westl. Kunst zunächst ziemlich seltene Thema wurde hier vom 12. Jh. an beliebter (Beispiele: Millstätter Genesis, fol. 36, 12. Jh.: [18] S. 311; Relief des Portail de la Calende, Rouen: [19] Abb. 11). Kniend reicht E. die Schüssel auf einer französischen Miniatur des 13. Jh. dar (Abb. 9). Im Psalter der Königin Isabella, 1303–08, (München, B.St.B., cod. gall. 16, fol. 32v: Donald Drew Egbert, The Tickhill Psalter and Related Mss., New York 1940, S. 160) wird die Szene ähnlich wie im Queen Mary-Psalter (fol. 13v) wiedergegeben. Selten bringt E. außer der Schüssel noch Brot (Fresko in S.M. di Pomposa von 1332: Mario Salmi, L’abbazia di P., Rom 1936, Abb. 337) und Wein (Portail de la Calende, Rouen: [19] Abb. 11). Eine Paduaner Hs. vom Ende des 14. Jh. (fol. 19v) zeigt Isaak hinter einem Tisch sitzend, die Linke gegen E. erhoben [9, Taf. 38]. Im Beitext ist hier – eine seltene Ausnahme – auf die Erteilung des Segens an E. hingewiesen. Auf einem der Fresken Benozzo Gozzolis im Camposanto zu Pisa reicht E. dem stehenden Isaak die Schüssel. Bisweilen ist auch Rebekka anwesend, so z. B. Rom, S. M. Magg. (Freskoergänzungen der Mosaiken des 4. Jh., 1593, erhalten in Nachzchgn. von etwa 1640: Waetzoldt a.a.O. [Sp. 1438], Abb. 240), Assisi, Oberkirche von S. Francesco, Fresko um 1290 (Cesare Gnudi, Giotto, Mailand 1958, Taf. IV ff., Taf. 13ff.), und auf Miniaturen einiger spät-ma. Weltchroniken.

Ohne entscheidende Modifikationen der Wiedergabe E. kann die Szene mit der Darstellung des Isaakssegens zu einem Bild zusammengezogen werden: E. mit der Schüssel schreitet zu der Gruppe Isaak-Jakob (üblicherweise mit Rebekka) heran. Dieser Kurzfassung begegnet man seit dem späten 13. Jh. öfters, z. B. in Weltchronik-Hss. [13], in Pomposa und auf einer der Scheiben des Jakobsfensters im Erfurter Dom (hier immer ohne Rebekka; mit Rebekka: z. B. Utrechter Historienbibel von 1439 in München, B.St.B., cod. germ. 1102, fol. 20, und Gem. des Maerten Stoop, 2. V. 17. Jh.: [26] Leica-Nr. 4587).

b) Das Gespräch E. mit Isaak, das gewissermaßen schon mit den Darstellungen des zu Isaak tretenden E. beginnt, ist einige Male in seinem Verlauf näher geschildert. Selten wurden die Gesprächsphasen so ausführlich wie in Rouen wiedergegeben, wo dem Gespräch zwischen E. und Isaak vier Szenen gewidmet sind. Unter diesen befindet sich – nach [19], S. 44 – auch die sonst sehr seltene (oder nicht sicher erkennbare) Darstellung der Segnung E. (1. Mos. 27, 39f.). Als „Segenserteilung an E.“ läßt sich eine Darstellung nur dann sicher deuten, wenn Hinweise des Begleittextes zu Hilfe kommen, wie in der Concordantia caritatis, Temp. 114 (s. o. Sp. 1426; vgl. Lilienfeld, N.Ö., Stiftsbibl., Hs. 151, fol. 114), oder Isaaks Gebärde eindeutig als Segensgestus erkennbar ist.

Meist aber weist Isaaks abwehrend erhobene Hand auf die Verweigerung des Erstgeburtssegens hin. Am deutlichsten jedoch schildern Haltung und Gebärden E. den Inhalt des Gespräches: E. kniet vor seinem Vater (Giusto de’Menabuoi, Fresko im Paduaner Baptisterium: [7] Abb. 77; so auch in der Armenbibel des Serail, Rotulus Nr. 52: ed. Ad. Deissmann und Hans Wegener, Bln. und Lpz. 1934, Taf. 5) oder faßt ihn, während Isaak Jakob segnet, am Arm (Weihrauchfaß des Gozbert, Trier, Domschatz, um 1200: Inv. Rheinprov. 13, 1, 1, Abb. 225). Seine Trauer und Klage um den verlorenen Erstgeburtssegen kann durch verschiedene Gebärden ausgedrückt werden.

Mit dem üblichen ma. Trauergestus, der Hand an der Wange, wird E. in der Millstätter Genesis, fol. 36, wiedergegeben, ebenso in der ältesten Sachsenspiegel-Hs. in Heidelberg (U.B., ms. 687, fol. 18v) und im Psalter der Königin Isabella, fol. 33v. – Zu einer Geste des Verzichts oder der Ablehnung wird E. Gebärde in späteren Sachsenspiegel-Hss. (Dresden, Sächs. L.B., ms. 32, fol. 42v; vgl. Karl von Amira, Die Handgebärden in den Bilderhss. des Sachsenspiegels [= Abh. d. 1. Kl. d. Kgl. Ak. d. Wiss. 23, II. Abtlg.], Mchn. 1905, S. 179. – „Vor leide“ zerreißt E. sein Gewand (Abb. 6 b). – Mit gerungenen Händen irrt E. durch die Landschaft (Abb. 11; entsprechend auf Miniaturen in Weltchronik-Hss. der gleichen Gruppe) oder steht, wie auf einem Relief am genannten Portal von S. Petronio in Bologna, hinter Isaak, der Jakob segnet. Auf einem der Brüsseler Bildteppiche nach Bernart van Orley wird er wiedergegeben, wie er mit gerungenen Händen vor dem Bett des Vaters kniet. – Mit erhobenen Händen – Klage und Bitte um Segen sind hier verbunden – ist E. z. B. in einigen illustrierten Weltchronik-Hss. des späteren MA und, in der Neuzeit, auf Raffaels Fresko (Abb. 16) und auf einem früher Rembrandt zugeschriebenen Gem. vorgestellt (ehem. Slg. Earl of Brownlow, Belton House, Grantham: Aukt. Kat. Christie, London, 3. 5. 1929, Nr. 15; vgl. auch eine Zeichnung von Rembrandt: Abb. 17). – Weinend und sich die Augen wischend gibt ein Gem. des Willem I van Herp (1614–77) den vor dem Bett des Vaters stehenden E. wieder [26, Leica-Nr. 22 351].

Die letzte Phase des Gespräches zwischen E. und Isaak, Esaus Abwenden, ist selten geschildert. Wie schon ein Fresko in S. Giovanni a Porta Latina in Rom, Ende 12. Jh. [25, Taf. 252f.], zeigt auch ein Relief in Rouen E. wie er Isaak verläßt. Ein Fresko in Pomposa stellt E. dar, wie er aus dem väterlichen Haus geht (Salmi a.a.O. [Sp. 1440]). Eine Miniatur der Bibel von Ripoll, 11. Jh., deutet E. Zorn an: E. scheint die Schüssel mit der Speise auszuleeren (Rom, Bibl.Vat., cod. lat. 5729, fol. 6: Neuß, Katalan. Bibelill. Taf. 3, Abb. 5).

3. E. zürnt Jakob

Der seinen Bruder hassende und ihm zürnende E. (1. Mos. 27, 41) wurde vorwiegend Bildern nach 1. Mos. 27, 42ff. „Rebekka heißt Jakob fliehen“ zur Erklärung beigegeben (s. o. Sp. 1425).

Armenbibel-Illustrationen umschreiben E. Haß auf Jakob durch die Wiedergabe E. als Krieger und stellen ihn dann immer in zeitgenössischer Rüstung und mit zeitgenössischen Waffen dar. Er trägt eine Keule [21, Abb. 1] oder Helm und Lanze ([21] Abb. 27 a und b; dazu noch einen Schild: [21] Abb. 39 a), aber nur selten ein Schwert (Cornell Abb. 23). Die Beschriftung eines Stiches von Gottfr. Bernh. Goetz, der ebenfalls „Rebekka heißt Jakob fliehen“ darstellt, bezeichnet E. als Hassenden (Abb. 23).

Eine Darstellung „E. verfolgt Jakob“ hat offenbar zum Bildrepertoire der Oktateuche gehört (Abb. 3), ist aber sonst nicht nachgewiesen.

4. Vermählung(en) E.

Die Vermählung(en) E. Ihre Darstellungen gehören zu den seltensten aus der E.-Geschichte. Sie finden sich nur in den umfangreichsten Illustrationsfolgen: die Vermählung mit den beiden Hethiterinnen ist in den Genesis-Illustrationen B.M., Ms. Egerton 1894, fol. 14v, 14. Jh. (ed. Montague Rhodes James [Publ. of the Roxburghe Club], Oxford 1921, S. 33), und in der Hs. aus Padua nachweisbar (fol. 19: [9] Taf. 37), die Hochzeit mit der Ismaelitin Mahalath in derselben Hs. (Abb. 12), jedoch früher schon im Oktateuch von Smyrna, wo E., der vor einem Haus sitzt, die Braut zugeführt wird (fol. 41v: [12] Nr. 98; vgl. auch die Oktateuche Rom, Bibl.Vat., cod. gr. 747, fol. 49v, und cod. gr. 746, fol. 96v: [27]). Der Paduaner Miniator verwendete für beide Vermählungsszenen das gleiche Kompositionsschema: links steht E. mit Begleitern, ihm gegenüber die Hethiterinnen bzw. Mahalath mit ihren Frauen; E. steckt der Braut den Ring an.

5. Versöhnung E. mit Jakob

Das Thema wurde bereits in frühchristl. Zeit, häufiger jedoch erst vom Hoch-MA an dargestellt, und war in der Neuzeit, vor allem im späten 16. und im 17. Jh. in den Niederlanden und Italien ein beliebter Gegenstand der Malerei, der die gute Folge eines Gesinnungswandels – E. überwindet seinen Zorn auf Jakob – vor Augen stellt. „Der den Frommen tödten wolt, wird jin hold“ steht über dem Bild der Versöhnung in Tob. Stimmers Bibelillustration (ebenso – auch in Latein – auf einer Zchg. des Theod. de Bry: Aukt.-Kat. L. Dimier, Paris, 15.12. 1921, Nr. 7; [26] Leica-Nr. 3225); in Hertels Ripa-Ausg., Augsburg um 1760, dient die Aussöhnung der Brüder als Exemplum der Freundschaft (S. 52). Solcher Auffassung des Themas entspricht es, daß man in der Neuzeit fast nie jene Ereignisse schilderte, die die Versöhnung vorbereiteten oder ihr folgten (und die hier mitbehandelt werden: s. Sp. 1447f.).

In allen unter dem Oberbegriff „Versöhnung“ zusammengefaßten Darstellungen findet man E. und Jakob sowie ihr Gefolge gleich charakterisiert. E. wird meist als Krieger wiedergegeben; seine oft prächtige Rüstung hebt ihn aus der Schar seiner Begleiter hervor, sein großes Gefolge – in der Regel Krieger – und (nur in der Neuzeit) sein kostbar gezäumtes, von einem Knecht geführtes Pferd (Abb. 19 und 22; Tob. Stimmer: Neudruck 1923 [s. Sp. 1429], S. 27) schildern ihn gleichzeitig als Kriegsherrn und Herrscher von Seïr (als solcher trägt er schon auf den Mosaiken von S.M. Magg., Rom, ein Diadem: [25] Taf. 13). Sowohl im MA als auch in der Neuzeit ist E. nur ausnahmsweise wie sein Bruder – s. u. – gekleidet (Kapitell in Sant’ Orso: [6] S. 55f.; Abb. 10 a und b, 14; Fresko des Fabrizio Chiari in der Sala Gialla des Quirinalspalastes in Rom, 1657–58: Boll. d’arte 45, 1960, 132, Abb. 10). – Noch seltener sind Anspielungen auf E. Jägerberuf (Paris, B.N., ms. fr. 166, Bible moralisée, fol. 10v, 14. Jh.: [17] Taf. 739; Gewölbemal. im Dom zu Cremona, 2. H. 14. Jh.: Gian Alberto dell’Acqua u. Stella Matalon, Affreschi lombardi del Trecento, Mailand 1964, Taf. 314).

Ma. Bilder zeigen Esau entweder in (mehr oder weniger zeitgenössischer) Rüstung, selten zu Pferd (Abb. 10 b), oder nur mit Waffen, z. B. dem Schwert (vgl. New York, Pierp. Morgan Libr., Ms. 739 [Cursus s. Mariae], fol. 13: ed. Meta Harrsen, New York 1937, Taf. 8; ferner Erfurt, Dom, Scheibe des Jakobsfensters, um 1390: s. Sp. 1437). In der Neuzeit wurde es üblich, E. in antikisierender (römischer) Rüstung darzustellen, gelegentlich kann er auch – als Herrscher über einen Landstrich im Vorderen Orient – exotische Gewandung und einen turbanartigen Kopfputz tragen (Tob. Stimmer; Abb. 19; Jac. Hogers, Gem. v. J. 1665 im Rijksmus. Amsterdam: Oud Holland 70, 1955, Abb. 12; Silberplakette des 17. Jh. in Priv.Bes.: Johan Willem Frederiks, Dutch Silver Bd. 1, Den Haag 1952, Nr. 294). Zeitgenössische Kleidung E. ist selten (vgl. z. B. Abb. 20 sowie das Gem. des Simon de Vos in der Ermitage zu Leningrad, 1641: Kat. 1958, Bd. 2 S. 49). Deutsche, vor allem aber niederländische Meister, vermischen Zeitgenössisches, Antikisches und Orientalisierendes oft zu prunkvoll-phantastischer Gewandung.

Das Gefolge E. Die Krieger, beritten oder zu Fuß, sind meist wie E. gekleidet, der aber auch durch seine Gewandung vom Gefolge unterschieden werden konnte (vgl. Abb. 20). So trägt er auf einem Gem. des Esaias van de Velde v. J. 1614 die Tracht eines römischen Feldherrn, seine Begleiter hingegen teils den zeitgenössischen Harnisch, teils orientalisierendes Kostüm (Amsterdam, Rembrandt-Huis: Oud Holland 70, 1955, 133 Abb. 8). Gerade umgekehrt ist es auf dem Gem. des Simon de Vos (s. o.). Auf den Gem. des Pieter Pieters, um 1575, und des Dav. Vinckeboons (1576–1629) ähnelt E. Gefolge der Porträtgruppe auf einem Schützenstück (Oud Holland 46, 1929, 152ff., Abb. 8; [26] Leica-Nr. 4797). Selten wird E. von seiner Familie begleitet (Sant’Orso: [6] S. 55f.).

Jakob trägt meist einen langen Mantel, bisweilen ein kurzes gegürtetes Gewand, selten orientalisierende Kleidung. Gewöhnlich begleiten ihn seine Frauen Lea und Rahel, seine Kinder (z. B. Abb. 10 b und 14), Mägde und Knechte mit seinen Herden (aus den 1. Mos. 32, 6. 8 genannten Tieren). Bilder der Neuzeit geben die Frauen häufig demütig kniend wieder (Abb. 22 und 24; Gem. des Jan Victors: Aukt.Kat. Lepke, Bln., 29. 3. 1927, Nr. 69; [26] Leica-Nr. 7717).

Die Vorgeschichte der Versöhnung behandeln fast nur einige besonders bilderreiche Zyklen in ma. Hss.:

Aussendung der Boten zu E. (1. Mos. 32, 4–6). Außer im byzantinischen Oktateuch von Smyrna, fol. 46v [12, Nr. 110] begegnet man dem Thema auch gelegentlich im Westen, z. B. in der Velislav-Bibel, fol. 33v: Jakob steht vor zwei Boten; in kontinuierlicher Darstellung werden diese daneben auf dem Weg zu E. gezeigt.

Die Rückkehr der Boten zu Jakob (1. Mos. 32, 7) und ihr Bericht, dargestellt als Gespräch Jakobs mit einem oder mehreren Boten, ist sehr selten geschildert (z. B. in der Velislav-Bibel, fol. 33v), vielleicht war sie aber schon in dem Bildzyklus in S.M.Magg., Rom, neben der Begegnung E. mit den Boten vorgestellt (s. u.).

Die Vorbereitungen Jakobs auf das Zusammentreffen mit E. bestehen in der Teilung seiner Herden (1. Mos. 32, 8f.) und seiner Familie (ebd. 33, 1f.) sowie dem Auftrag an seine Knechte, mit den zum Geschenk für E. bestimmten Tieren vorauszuziehen (ebd. 32, 17–22). Diese Begebenheiten wurden ziemlich selten ins Bild gebracht und sind bisweilen nur durch ihre Beischriften voneinander zu unterscheiden. Sowohl die Velislav-Bibel (Abb. 10 a) als auch die Paduaner Hs. (fol. 23v: [9] Taf. 46) zeigen Jakob, der zwischen zwei Gruppen von Knechten mit Herdentieren steht, d. h. die Teilung der Herde; die Beischriften divergieren jedoch (vgl. 1. Mos. 32, 16ff. bzw. ebd. V. 8). Vielleicht darf auch die Darstellung auf dem unteren Bildstreifen der Miniatur fol. 46v im Oktateuch von Smyrna auf das gleiche Thema bezogen werden [12, Nr. 110], das zuletzt auf einem Brüsseler Bildteppich, der um 1520–30 nach Entw. Bernarts van Orley geschaffen wurde, behandelt zu sein scheint: er zeigt Jakob, der seine Knechte aussendet und seine Familie aufteilt (Lessing a.a.O. [Sp. 1436], Taf. 7). Der Zug der Knechte findet sich nur in der Paduaner Hs. (fol. 23v: [9] Taf. 46).

Begegnung zwischen E. und den Boten bzw. den Knechten Jakobs (vgl. 1. Mos. 32, 7 bzw. ebd. V. 18–22). Die Darstellungen sind selten und schwer voneinander zu unterscheiden. In S.M.Magg., Rom, ist wohl der Botenbesuch dargestellt: E. spricht vor den Toren einer Stadt (Seïr?) mit zwei Männern. Auf fol. 33v der Velislav-Bibel ist ein Mann abgebildet, der unter einer Arkade (= Stadt?) sitzt und einen von zwei Boten überbrachten versiegelten Brief empfängt; der Bildfolge nach möchte man ihn für E. halten, denn Jakob ist im gleichen Bildstreifen mit seinen Knechten vorgestellt; allein die Beischrift, ein unvollständiges Zitat von 1. Mos. 32, 8f., weist auch hier auf Jakob hin. – Ein Hilfsmittel zur Unterscheidung der beiden Botenszenen ist die Wiedergabe des von Jakob geschenkten Viehs: sie kennzeichnet Schilderungen des Besuchs von Jakobs Knechten (vgl. Abb. 10 a; New York, Pierp. Morgan Libr., Ms. 739, fol. 13: M. Harrsen a.a.O. [Sp. 1447]). Entgegen anderer Deutung ist die Darstellung auf einer Misericordie des Chorgestühls in der Kath. zu Amiens (Georges Durand, Monographie de l’église N.D. Cath. d’A., Paris 1903, Taf. 66 Nr. 36) als Begegnung der Boten mit E. anzusehen.

Die Versöhnung der Brüder wird in der Bibel in ihrem Verlauf detailliert beschrieben. Je nachdem welchen inhaltlichen Gesichtspunkt man mit der Darstellung geltend machen wollte, wählte man die Phase des Geschehens aus: wollte man die Demut Jakobs demonstrieren, so zeigte man ihn, wie er sich vor E. verneigt oder vor ihm niederfällt; wollte man den Akt der Versöhnung selbst hervorheben, so schilderte man die Umarmung der Brüder. Da sich beide Versionen nicht widersprechen, konnten sie gelegentlich auch nebeneinander geschildert werden (Millstätter Genesis, Bible moralisée-Hss., Velislav-Bibel [Abb. 10 b], Paduaner Hs.); in der Neuzeit suchte man sie zu verschmelzen, indem man Jakobs Niederfallen mit der Umarmung der Brüder verband. Weitere Einzelheiten des Bibelberichtes konnten fallweise in der Darstellung berücksichtigt werden, so 1. Mos. 33, 4: E. eilt Jakob entgegen und ebd. V. 6f.: Jakob weist auf seine Frauen und Kinder, die sich vor E. verneigen. Wollte man E. Friedfertigkeit hervorkehren, so stellte man ihn neben seinen auf den Boden geworfenen Waffen und Stücken seiner Rüstung oder waffenlos dar (z. B. Joh. Heinr. Schönfeld, Gem. um 1660 in Wien, Kh.Mus., Inv.Nr. 1641: Herm. Voss, J. H. Sch., Biberach a.d. Riß 1964, Taf. 19). Zumal auf Bildern der Neuzeit wurde der Vorgang breiter ausgesponnen, E. Gefolge und Jakobs Herden vielfigurig geschildert und das landschaftliche Ambiente hervorgehoben. Auf holländischen Bildern des 16. und 17. Jh. wird aus E. Gefolge bisweilen ein heranmarschierender Heereszug (z. B. auf einem Gem. des Martin I van Valckenborch von 1597, 1957 in d. Slg. Serge Philipson: [26] Leica-Nr. 22 337); umgekehrt verzichtet z. B. Chiari (s. Sp. 1445) auf die Wiedergabe von E. Gefolge zugunsten einer großen Herde Jakobs. Gelegentlich erscheint die Hauptszene wie ein Staffagemotiv in einem Tier- oder Landschaftsbild (z. B. Abb, 20, ferner Gem. von Jacob Willemsz de Wet, 1929 im Kunsthandel: [26] Leica-Nr. 7543; Jacob Savery I, Gem. v. J. 1597, Slg. Fernand Stuyck: [26] Leica-Nr. 7659).

Porträthaftigkeit in der Wiedergabe der Personen gab den Anlaß, ein Gem. des Jacob I Willemsz. Delff v. J. 1584 (Wien, Kh.Mus., Inv.Nr. 1256) als biblische Verkleidung einer Familienversöhnung zu interpretieren (Andr. Pigler, Gruppenbildnisse mit histor. verkleideten Figuren usw., Acta Hist. Artium Acad. Scientiarum Hungaricae 2, 1955, 169–88). Ob die Angleichung der Schilderung an Historienbilder vergleichbaren Inhalts immer nur formal zu erklären ist, bleibt zu prüfen.

Jakobs Demut wird dadurch angezeigt, daß er vor seinem Bruder kniet oder sich diesem wie ein Bußfertiger gebeugt nähert. E. empfängt ihn zu Pferd (Millstätter Genesis, fol. 46: [18] S. 313; Bible moralisée-Hss.: vgl. [17], Taf. 20; Abb. 10 b; Paduaner Hs., fol. 24 links oben: [9] Taf. 47) oder stehend. Die zuletzt genannte Version wurde erst dann üblich, als man die Versöhnung nur in einem Bild zu schildern pflegte (vgl. das Fresko des Domes zu Cremona [s. Sp. 1446] oder das Gem. des Martin van Valckenborch [s. Sp. 1449]).

Der herzueilende E. (vgl. 1. Mos. 33, 4) ist ein beliebtes Bildmotiv der Darstellungen aus der Neuzeit, besonders in den Niederlanden: Gem. von Simon de Vos (?), 1961 in niederländ. Priv.Bes. [26, Leica-Nr. 22335] und Jan Frans Soolmaker, 1663 (Abb. 20; ein frühes Beispiel, das die Brüder aufeinander zulaufend zeigt, findet sich in der Millstätter Genesis, fol. 50, und ist durch Bezugnahme auf den Text zu erklären: vgl. [18], S. 315f.).

E. Gebärden lassen erkennen, daß er zur Versöhnung mit Jakob bereit ist: er reicht Jakob die Hand (z. B. Abb. 14) oder schickt sich an, den sich vor ihm demütigenden Bruder aufzurichten (Abb. 22; Rubens, Gem., um 1625–27, Mchn., Bayer. St.Gem.Slgn., Inv.Nr. 1302: Oldenbourg, S. 290, und das verschiedenen Meistern zugeschriebene Gem. im Mus. zu Brügge [Abb. 18] mit der zugehörigen Ölskizze im Kh.Mus. zu Wien, Inv.Nr. 882: Kat. 1938 [Joh. Boeckhorst]), er beugt sich zu dem Knienden nieder, umarmt und küßt ihn (z. B. Jan Bapt. Weenix, Gem., Dresden, Gem.Gal., Inv.Nr. 1619: Kat. 1930, S. 233; s. a. Abb. 24). Solche Darstellungen des Brüderpaares gemahnen an Schilderungen der Rückkehr des jungen Tobias zu seinem Vater und der Heimkehr des verlorenen Sohnes.

Die Umarmung der Brüder zeigte, sofern die Freskoergänzungen von 1593 und ihr Kopist das Original motivgetreu widerspiegeln, bereits ein Mosaik in S.M. Magg. in Rom, 4. Jh. (s. o. Sp. 1440). Für das hohe Alter des Motivs spricht sein Vorkommen in der Oktateuch-Illustration (z. B.Smyrna, fol. 47: [12] Nr. 112), wo E. und Jakob sich stehend umarmen. Auch in der westlichen Kunst sind die Brüder häufig – wenn das vorausgehende Bild die Demütigung Jakobs vor E. schildert: immer – in dieser Haltung wiedergegeben (Abb. 10 b), vgl. auch die Reliefs in Sant’Orso [6, S. 55f.] und in Rouen, außerdem für die Neuzeit z. B. die Gem. des David Vinckeboons (s. Sp. 1447) und des Frans Francken II, 1953 in der Slg. Dr. E. Schapiro, London: [26, Leica-Nr. 8439]. Meist bemühte man sich in der Neuzeit, das Herzueilen E. anzudeuten, vgl. z. B. das Gem. Hendrik Mommers in Priv.Bes.: [26, Leica-Nr. 4661] oder die vor 1647 entstandene Augsburger Silberschale in Moskau (Abb. 19; vgl. auch Abb. 24).

Die Antwort Jakobs auf E. Frage nach seinem Gefolge (1. Mos. 33, 5) wird gelegentlich durch eine auf seine Familie und seine Herden weisende Gebärde Jakobs angedeutet (Abb. 10 b).

Trennung der Brüder nach der Versöhnung. Darstellungen finden sich nur im MA. Auf Miniaturen in Bible moralisée-Hss. ist das Thema angedeutet: neben den Brüdern, die sich umarmen, ziehen E. Knechte von dannen (Paris, B.N., ms. fr. 166, fol. 10v: [17] Taf. 739); in der Oxforder Hs., fol. 21v [17, Taf. 21], nehmen sie die von Jakob geschenkten Herdentiere mit sich. E. zieht mit seinem Gefolge fort: Rouen [19, Abb. 11] und Paduaner Hs., fol. 24 [9, Taf. 47], wo E. und Jakob mit ihrem berittenen Gefolge nach verschiedenen Seiten wegziehen.

Zu den Abbildungen

1. Wien, Ö.N.B., cod. theol. gr. 31 (Wiener Genesis), fol. 8 (Ausschnitt), E.-Szene. Syrien, 6. Jh. Nach [11], Taf. 15.

2. Paris, B.N., ms. nouv. acq. lat. 2334 (Ashburnham-Pentateuch), fol. 22v (Ausschnitt), Geburt E. und Jakobs. Nordafrika (?) oder Dalmatien (?), 7. Jh. Nach [10], Taf. 8.

3. Ehem. Smyrna, Evang. Schule, ms. B 8 (Oktateuch, 1922 verbrannt), fol. 40v, E.-Szenen. Byzantinisch, 12. Jh. Nach [12], Nr. 95.

4 a und b. London, B.M., Cotton Ms. Claudius B IV (Aelfric, Praefatio zur Genesis, altengl. Pentateuch und Buch Josua), fol. 40v (a) und 41v (b), E.-Szenen. England, 11. Jh. Fot. Mus.

5. Vézelay (Yonne), Ste-Madeleine, E. als Jäger. Kapitell im südl. Ssch. 2. V. 12. Jh. Fot. James Austin, London, Neg.Nr. I Z 7.

6 a und b. New York, Pierpont Morgan Libr., Ms. 739 (Cursus s. Mariae), Ausschnitt aus fol. 11v (a) und 12r (b), Geburt E. und Jakobs, „Linsengericht“ (a); Trauer E. (b). Böhmen, 1. V. 13. Jh. Fot. Bibl.

7. München, B.St.B., cod. lat. 835 (Psalter und Cantica), fol. 12v, Isaakssegen, E. vor Isaak. England (Gloucester), vor 1222. Fot. Bibl.

8. Wien, Ö.N.B., cod. 2554 (Bible moralisée), fol. 6 (Ausschnitt), Geburt E. und Jakobs, Moralisation. Frankreich, 2. Dr. 13. Jh. Fot. Bibl.

9. New York, Pierpont Morgan Libr., Ms. 638 (A.T.), fol. 4 (Ausschnitt), E.-Szenen. Paris (?), um 1250, um 1300 in Italien textiert, nach-ma. persische und hebr. Marginalien. Nach Sydney C. Cockerell, Montague Rhodes James und Charles J. Ffoulkes, A Book of Old Test. Illustr. of the Middle of the 13th C, Sent by Cardinal Bernard Maciejowski to Shah Abbas the Great, King of Persia... (= Publ. of the Roxburghe Club 113), Cambridge 1927.

10 a und b. Prag, U.B., ms. XXIII C 124 (Velislav-Bibel), fol. 34r (a) und 34v (b), Illustr. zu 1. Mos. 32–33. Böhmen, M. 14. Jh. Nach Antonín Matějček, Velislavova Bible ..., Prag 1926.

11. Kassel, L.B., cod. 2° Mss. theol. 4 (Weltchronik des Rud. von Ems), fol. 57v, E. Deutsch, 2. H. 14. Jh. Fot. Bibl.

12. Rovigo, Bibl. dell’Accad. dei Concordi, ms. 212 (1. Mos. und Ruth), fol. 20, E.-Szene. Padua, 3. Dr. 14. Jh. Nach [9], Taf. 39.

13. Wien, Ö.N.B., cod. 2759 (dt. Wenzelsbibel, Bd. 1), fol. 24 (Ausschnitt), Geburt E. und Jakobs. Prag, Ende 14. Jh. Fot. ZM (Inv.Nr. 22 427).

14. Berlin, Kk., ms. 78 E 1 („Toggenburg-Bibel“, Weltchronik des Rud. von Ems), fol. 49v, Versöhnung E. mit Jakob. Oberrhein (Schweiz), 1411. Fot. ZM (Inv.Nr. 109 982).

15. Isaakssegen und E. Holzschnitt (11,9 × 18,8 cm) aus der Kölner Bibel, um 1479 bei Heinr. Quentell. Nach [22], Bd. 8 Abb. 367.

16. Raffael, E.-Szene. Fresko. Rom, Loggien des Vatikan. 1517–19. Fot. Alinari, Florenz, Anderson Nr. 4309.

17. Rembrandt (?), E.-Szene, Federzeichnung, 16,1 × 20,1 cm. Ehem. Slg. E. Wauters, Paris. Um 1636. Nach Hans-Martin Rotermund (Hrsg.), Rembrandts Handzchgn. und Radierungen zur Bibel, Stg. 1963, Nr. 39.

18. Jan van den Hoecke (?), E.-Szene. Gem. a. Lwd., 2,37 × 3,78 m. Brügge, Mus. Groeninge, Inv.Nr. 237. 2. V. 17. Jh. Fot. Mus.

19. Moskau, Schatzkammer des Kreml, Detail von einer Prunkschüssel. Getriebenes und gegossenes Silber, z.T. vergoldet. Augsburg, vor 1647 (1647 von Königin Christine von Schweden dem Zaren Alexej Michailowitsch geschenkt). Nach D. D. Duncan, Der Kreml, Düsseldorf 1960, Taf. 97.

20. Jan Frans Soolmaker, E.-Szene. Gem., Lwd. a. Holz, 77,6 × 99 cm. Brüssel, Mus. Roy. des B.-A., Inv.Nr. 441. Dat. 1663. Fot. Mus.

21. Joh. Ulr. Kraus, Illustr. aus „Histor. Bilderbibel“ 1. Teil, Augsburg 1705, Kupfer 14, Ausschnitt (dessen Größe 10,9 × 16 cm). Nach dem Original.

22. Jos. Amonte, E.-Szene. Freskomal. im Huldigungssaal des Zisterzienserstiftes Rein bei Graz. Dat. 1740. Fot. Kurt Woisetschläger, Graz, Nr. 338/4.

23. Gottfr. Bernh. Goetz, E.-Szene. Kupferstich (17,8 × 12,2 cm) für „Passiones Animi aequae bonae ac malae figuris biblicis ... exhibitae“, Bl. 4. München, St. Graph. Slg., Inv.Nr. 27271. 2. Dr. 18. Jh. Fot. Slg.

24. Jul. Schnorr von Carolsfeld, Holzschnitt-Illustr. (22 × 16,1 cm) aus „Die Bibel in Bildern“, Lpz. 1860, Bl. 37. Nach dem Original.

Literatur

allgemein, 1. Pigler I, S. 67ff. – 2. Réau Bd. 2, 1, S. 144ff. und 152f. – 3. Molsdorf Nr. 111 und 164. – 4. Timmers Nr. 455, 473.

Häufiger zitierte Literatur. 5. Karl von Amira, Die Dresdner Bilderhs. des Sachsenspiegels Bd. 1, Lpz. 1902; Bd. 2, 1, Lpz. 1926. – 6. Robert Berton, I capitelli del chiostro di Sant’Orso, un gioiello d’arte romanica in Val d’Aosta, Novara 1956. – 7. Sergio Bettini, Giusto de’Menabuoi e l’arte del Trecento, Padua 1944. – 8. Konrad Escher, Die Bilderhs. des Rud. von Ems in der Zentralbibl. Zürich [= Mitt. d. Antiquar. Ges. in Zürich 31, 4], Zürich 1935. – 9. Gianfranco Folena und Gian Lorenzo Melimi, Bibbia istoriata padovana della fine del Trecento, Venedig 1962. – 10. Oscar von Gebhardt, The Miniatures of the Ashburnham Pentateuch, London 1883. – 11. Hans Gerstinger, Die Wiener Genesis, Wien 1931. – 12. Dirk-Chrn. Hesseling, Miniatures de l’octateuque grec de Smyrne, Leiden 1909. – 13. Heinr. Jerchel, Die Bilder der südwestdt. Weltchroniken des 14. Jh., Zs. f. Kg.N. F. 2, 1933, 381–98. – 14. Ernst Kitzinger, The Mosaics of Monreale, Palermo 1960. – 15. Rich. (u. Trude) Krautheimer, Lorenzo Ghiberti, Princeton, N.J., 1956. – 16. Comte Alexandre de Laborde, Les mss. à peinture de la Cité de Dieu de Saint Augustin, Paris 1909. – 17. Laborde, Bible moralisée. – 18. Herm. Menhardt, Die Bilder der Millstätter Genesis und ihre Verwandten [= Kärntner Museumsschr. 3], Klagenfurt 1954. – 19. Louise Pillion, Les portails latéraux de la cath. de Rouen, Paris 1907. – 20. Cecil Roth, The Sarajevo Haggadah, London 1963. – 21. Gerh. Schmidt, Die Armenbibeln des 14. Jh., Graz und Köln 1959. – 22. Schramm, Frühdrucke. – 23. Pietro Toesca, La Capp. Palatina di Palermo. I mosaici, Mailand 1955. – 24. Th. Uspensky, L’octateuque du Sérail à Constantinople, Sofia 1907. – 25. Wilpert, Mos. u. Mal. – 26. Decimal Index to the Art of the Low Countries, Den Haag. – 27. Princeton Index.

Auskünfte gab Prof. Dr. Theodor Klauser, Bonn.

Verweise