Dorsale

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englisch: Dorsal, back; französisch: Dorsale; italienisch: Dorsale, postergale.


Hans Martin von Erffa (1955)

RDK IV, 332–333


1) Im heutigen Sprachgebrauch ist das D. die (meist hölzerne) Rückwand des Chorgestühls (s. RDK III 517ff.).

2) Im ma. Sprachgebrauch war D. (dossale, dossellus o. ä.) die gewöhnliche Bezeichnung für bestimmte Textilien, die als Behänge im Chorgestühl (s. Rücklaken) wie auch als Wandbehänge sowohl im kirchlichen als auch im profanen Gebrauch dienten (s. a. Bildteppich, RDK II 710–12; Banklaken RDK I 1442). Vgl. hierzu [1].

Durandus, Rationale I, 3, 23: „Dorsalia sunt panni in choro pendentia a dorso Clericorum“ (zit. nach [1]). – Es wird unterschieden zwischen „tentoriis, dorsalibus, cortinis, mappaliis“ (Schlosser, Schriftquellen Nr. 413); an anderer Stelle heißt es: „dorsalia et vela“ (Schlosser, Quellenbuch S. 240), „tapetia et dorsalia“ (Ebd. S. 294) oder „dorsalia sive vela in choro“ (Lehmann-Brockhaus, Schriftquellen Nr. 2600); meist wird der textile Charakter des D. in den Quellen eigens erwähnt: „de opere textili“, „de pallio“, „ex lana contextum“, „ex sericis factum“ usw. (Lehmann-Brockhaus, Schriftquellen).

3) Mit D. bezeichnet wurde im MA auch „ein hinten oberhalb der Altarmensa als Schmuck angebrachter, ein Retabel ersetzender Behang (retro-frontale)“: Braun, Lit. Handlex. S. 82; vgl. hierzu auch [1] unter „Dorserium“. – S. Draperie (Sp. 375) und Retrofrontale.

4) Ma. Benennung des [Lemma::Altarantependium (A. In der katholischen Kirche)|Altarantependiums]] (RDK I 441).

Literatur

1. Du Cange3 II, S. 929f. – 2. Gay I, S. 560–61; S. 562–63.