Dormeuse

Aus RDK Labor
Wechseln zu: Navigation, Suche

englisch: Dormeuse, night-cap; französisch: Dormeuse; italienisch: Dormeuse (orecchino da tenersi anche coricati).


Margarete Braun-Ronsdorf (1955)

RDK IV, 274–275


RDK IV, 273, Daniel Chodowiecki, 1780.

I. Haube

Die D., auch Baigneuse genannt, ist eine Haubenform, die vornehmlich im letzten Viertel 18. Jh. getragen wurde. Ursprünglich diente die D. als Schlafhaube zum Schutz der Frisur bei Nacht und wurde als solche im ganzen 18. Jh. von den Damen benutzt. Erst seit etwa 1775 verwendete man sie auch als elegante Morgenhaube, die sich in Deutschland bis in das 1. Jahrzehnt des 19. Jh. hielt und auch späterhin noch von älteren Damen im Hause getragen wurde.

Die D. bestand aus einem großen, rundgeschnittenen Haubenboden, meist aus weißem Batist oder anderem feinen Leinen, umrandet von einer gezogenen oder in Falten gelegten Rüsche aus Spitze oder Stickerei in weiß oder bunt. Zwischen Rüsche und Haubenboden lief ein Zugband. Die D., die als Schlafhaube faff die ganze Frisur bedeckte (Abb., Nr. 3), war als Morgenhäubchen weniger umfangreich und eleganter in der Ausführung (Abb., Nr. 5); sie ließ die Frisur sichtbar werden. Vorn über der Stirn stellte man die D. mittels eines eingezogenen Drahtes hoch.

Eine D. des 18. Jh. bewahrt z. B. die Modesammlung der Stadt Wien in Schloß Hetzendorf.

II. Wagen

Mit D. bezeichnet man ferner einen Reisewagen des 18. Jh. (s. Wagen).

Zur Abbildung

Dan. Chodowiecki, Radierung aus dem „Königlich Großbritann. Kalender auf das 1780. Jahr“ (Engelmann 309 II). Or. Gr. 8,7 × 4,9 cm. Fot. St. Graph. Slg. München.

Literatur

1. Bruno Köhler, Allgemeine Trachtenkunde, Leipzig 1901, Bd. II, S. 156–58. – 2. Eva Nienholdt, Die deutsche Tracht im Wandel der Jahrhunderte, Berlin 1938, S. 162, 165.

Verweise