Dorfkirche

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englisch: Village church; französisch: Église de village; italienisch: Chiesa di villaggio.


Erich Bachmann (1955)

RDK IV, 245–274


RDK I, 981, Abb. 8. Leonhard Chr. Sturm, Entwürfe für protestantische Kirchen, gegen 1712.
RDK I, 981, Abb. 9. Leonhard Chr. Sturm, Entwürfe für protestantische Kirchen, gegen 1712.
RDK IV, 247, Abb. 1. Altfalter, Oberpfalz, 12. Jh.
RDK IV, 247, Abb. 2. Hof, Oberpfalz, 12. Jh.
RDK IV, 247, Abb. 3. Waltersdorf, Brandenburg, 1.H. 13. Jh.
RDK IV, 247, Abb. 4. Neuendorf, Uckermark, 1. H. 13. Jh.
RDK IV, 249, Abb. 5. Müglenz, Sachsen, 1766-72.
RDK IV, 249, Abb. 6. Berg, Niederbayern, 1480-85.
RDK IV, 249, Abb. 7. Großlomnitz, Zips, M. 15. Jh.
RDK IV, 249, Abb. 8. Eggelsberg, N.Ö., 1420-36.
RDK IV, 251, Abb. 9. Melverode, Braunschweig, um 1200.
RDK IV, 251, Abb. 10. Dörbeck, Westpr., 14. Jh.
RDK IV, 253, Abb. 11. Tartlau, Siebenbürgen, 13.-16. Jh.
RDK IV, 255, Abb. 12. Paulskirch, Schlesien, 1709.
RDK IV, 257, Abb. 13. Gothem, Gotland, 1. H. 13. Jh.
RDK IV, 257, Abb. 14. Eggelsberg, N.Ö., 1420-36.
RDK IV, 259, Abb. 15. Petschow, Meckl., M. 13. Jh. und 17./18. Jh.
RDK IV, 261, Abb. 16. Stalle, Westpreußen, 1707-08.
RDK IV, 263, Abb. 17. Augsfeld, Unterfranken, 1730-50.
RDK IV, 265, Abb. 18. Wädenswil am Zürchersee, 1764-67.
RDK IV, 269, Abb. 19. Gaibach, Ufr., 1742-45, Balthasar Neumann.
RDK IV, 269, Abb. 20. Wattwil, Kt. St. Gallen, 1846-48, Wilh. Kubli.

I. Begriff. Verhältnis zur Hochkunst und zur Landschaft

D. ist die kunstgeschichtliche und volkskundliche Bezeichnung für das Kultgebäude der dörflichen Gemeinde; die kirchliche und staatliche Verwaltung kennt den Begriff nicht. Entscheidend für die Begriffsbestimmung ist nicht der kirchliche Rang (Pfarr-, Mutter- oder Filialkirche, Kapelle), sondern die Gestaltung aus dem Wesen dörflicher Lebensweise. Nicht alle Kirchen auf dem flachen Lande sind D.: abgesehen von Kloster- und Wallfahrtskirchen können auch die meisten D. des 19. Jh. nur mit Einschränkung als solche bezeichnet werden.

D. sind ebensowenig wie der dörfliche Gottesdienst reine Schöpfungen geschichtsloser Volkskunst; auch handelt es sich nicht nur um „reduzierte“ Hochkunst: die Mehrzahl der D. gehört einem Zwischengebiet an.

Bauherr der D. war, wenn auch nicht immer, die dörfliche Gemeinde; in zahlreichen Fällen ging im MA der Anstoß zum Bau vom Patronats- oder vom Landesherren aus (oder von Bischöfen und Klöstern). Keineswegs alle D. wurden von bäuerlichen Baumeistern errichtet. In manchen Landschaften (ostdt. Kolonisationsgebiet) führten wandernde Steinmetztrupps die Bauten auf, andere wurden von Kloster- und (seit dem Spät-MA) auch von Stadtbaumeistern errichtet (Aberlin Jörg, Peter von Koblenz, Bernh. Sporer, Balthasar Neumann [Abb. 79], J. M. Fischer u. a.). Reine Bauernkirchen gibt es nur in jenen begrenzten Gebieten, die ein freies Bauerntum besaßen.

Der D.-Bau hat von Anfang an bestimmte Typen bevorzugt (s. III), doch empfing er zu allen Zeiten wesentliche Impulse von der Hochkunst, deren stilgeschichtlicher Entwicklung er oft mit beträchtlicher Verspätung folgte. Mitunter verläuft die bauliche Entwicklung im D.-Bau vom Differenzierten zum Einfachen, doch wurde auch die Hochkunst gelegentlich vom D.-Bau befruchtet (s. Chorturm, RDK III 567ff.).

Die D. bildet – was die Romantik zuerst sah – mit dem Dorf und den umliegenden Fluren eine organische Einheit. Ihre Lage innerhalb des Dorfes hängt von den wechselnden Siedlungsformen und den Gegebenheiten der Landschaft ab (s. Sp. 224–36). Oft vereinigt sich die D. mit den Anlagen für den Totenkult (Friedhof, Friedhofskapelle; in Süddeutschland Beinhaus) und den Bauten für die Verteidigung zu einer selbständigen Baugruppe und war im MA letzte Zuflucht der Dorfgemeinde; viele D. waren zugleich auch Wehrbauten, die zusammen mit dem ummauerten Friedhof ein einheitliches Wehrsystem bildeten. Die Verteidigungseinrichtungen der Wehrkirchen reichten von Vorrichtungen einfachster Art (Kirchtürme mit Einstiegöffnungen im Obergeschoß) bis zu regulären D.-Burgen mit Zinnenmauer, Graben, Speichern (Gaden) und Wehrtürmen (vgl. vor allem die siebenbürgischen Kirchenburgen, Abb. 11; vielleicht gehört dazu auch der ostbayer. Sondertypus mit 2–3 benutzbaren Obergeschossen über dem Gemeinderaum: Piesenkofen, Hebrontshausen, Gasselthausen, Hof a. Regen usw.). Doch handelt es sich hier, ähnlich den oberpfälzisch-böhmischen Herrschaftskapellen mit Westempore, um einen Grenzfall im D.-Bau, wie denn die Wehrkirchen keineswegs nur von Bauern, sondern vielfach auch von Grundherren angelegt wurden.

II. Geschichte

D. im engeren Sinn gibt es in Deutschland erst seit der Ausbildung der städtischen Kultur. Die gebräuchlichsten D.-Typen lassen sich in Süd- und Westdeutschland bis tief in die vorromanische Zeit zurückverfolgen. Über die anonymen Anfänge des D.-Baues brachten Grabungen in den letzten Jahren neue Ergebnisse. Obwohl die D. im friesisch-angelsächsischen Nordseegebiet (wie später im protestantischen Kirchenbau) mitunter einen profanen, „hausähnlichen“ Eindruck machen, können sie weder vom Bauernhaus abgeleitet noch als Reduktion monumentaler mehrschiffiger Sakralbauten der kirchlichen Hochkunst erklärt werden. Schon in vorromanischer Zeit bestanden unabhängig voneinander mehrere Varianten einschiffiger D., die wahrscheinlich kunstlandschaftlich verschiedener Herkunft sind. Zumindest einige der einschiffigen D.-Typen scheinen über die karolingische und „dunkle“ Zeit hinweg in unmittelbarer Beziehung zur provinzialrömischen Baukunst zu stehen (Apsissaal, Abb. 1; Rotunde), andere Typen (Chorquadratkirche, Abb. 2; Rechtecksaal, Abb. 4) werden von einigen Forschern aus dem Holzbau abgeleitet, der rechteckige Grundrisse verlangt. Von der wirklichen Bedeutung des Holzbaues ist keine rechte Vorstellung zu gewinnen; er beherrschte keineswegs in allen Teilen Europas von Anfang an den D.-Bau. Durch Grabungen ist am Niederrhein eine ganze Anzahl rechteckiger Holzkirchen nachgewiesen. Möglicherweise zeigt die kleine englische Holzkirche in Greenstead (Essex; wohl mit der für 1013 bezeugten capella lignea identisch) die frühe angelsächsische Holzbauweise (D. Frey), deren Grundrisse ähnlich denen der friesischen D. auffallend langgestreckt sind und sich dadurch von den kurzen keltischen unterscheiden. Allerdings sind auch steinerne rechteckige D. (Chorquadratkirchen) schon seit dem 7./8. Jh. in „geschlossener Schicht“ von den Alpen angefangen über ganz Nordwesteuropa hin nachzuweisen [12; 13; 63]; in einigen Gebieten waren sie sogar vorherrschend. Man wird daraus schließen dürfen, daß nicht nur der Süden Europas, sondern auch der Norden an der Ausbildung der gebräuchlichsten Typen beteiligt war. Der seinerseits wieder landschaftlich differenzierte Holzbau trat seit dem 12. Jh. im D.-Bau immer mehr zurück; in Nordeuropa und im östlichen Mitteleuropa (NO-Deutschland, Ukraine, Slowakei, Polen) allerdings hielt er sich bis ins 19. Jh. Die meisten Grundrisse dieser Block- und Schrotholzbauten unterscheiden sich nicht wesentlich von den Steinbauten: das Gemeindehaus ist zumeist rechteckig gebildet, das Altarhaus schließt entweder platt oder polygonal; hinzu treten Westvorhallen, Dachreiter oder isolierte Türme und häufig der seit altersher überlieferte äußere Laubenumgang.

Die drei Blütezeiten des deutschen D.-Baues liegen am Ende der großen Stilepochen, nachdem sich auch das flache Land mit den Stilformen der Hochkunst gesättigt hatte: in spätromanischer, spätgotischer und spätbarocker Zeit. Doch ist die Beteiligung der einzelnen Landschaften unterschiedlich: während der romanische D.-Bau Süd- und Westdeutschlands seinen Höhepunkt um 1200 erreichte, lag dieser im kolonialen Nordosten mehr gegen 1300 hin (und später). Die bedeutenderen Leistungen in romanischer Zeit weisen Westfalen und besonders Norddeutschland auf, wo der D.-Bau in der schlichten Monumentalität und handwerklichen Vollkommenheit der Feldsteinkirchen seinen später nie wieder erlangten Höhepunkt erreichte (Abb. 9). In der Spätgotik hingegen gipfelte der deutsche D.-Bau in Süddeutschland, wenngleich die Backsteingotik, die seit dem 14. Jh. den Feldsteinbau in Nordostdeutschland ablöste, auch dort auf dem offenen Lande eine hohe Nachblüte zeitigte. Neben den Türmen bestimmen Backsteingiebel aller Entwicklungsstufen wesentlich das Bild der nordostdeutschen Landschaft (Abb. 10; s. Giebel). Bayern, Österreich und Württemberg schufen in der Spätgotik zahllose D. von erstaunlicher Großräumigkeit. In einigen Gebieten verdrängten mehrschiffige Anlagen und originelle, durchaus neuartige Sondertypen die überlieferten einschiffigen Saalkirchen (Abb. 8 und 14). Die großen Hütten in Württemberg und Bayern (Burghausen) gewannen bedeutenden Einfluß auf dem Lande; die Grenzen zwischen bäuerlicher Kunst und Hochkunst begannen sich zu verwischen.

Nach der zweiten Blütezeit in der Spätgotik stagnierte der D.-Bau etwa 150 Jahre. Die Neuzeit fügte dem relativ großen Reichtum an ma. D.-Typen nur wenige neue hinzu. Man begnügte sich zumeist, die alten Typen den Forderungen des neuen Stilideals anzupassen. Im übrigen bewahrte man bei Um- und Neubauten soviel als nur möglich vom alten Bestand. Am häufigsten blieben die ma. Türme erhalten; mitunter orientierte man das Gemeindehaus anders, und so erscheinen ma. Chortürme später als Chorflankentürme; es kommt vor, daß die ganze alte Kirche kurzweg als Altarhaus für ein neues, größeres Gemeindehaus diente.

Ungleich wichtiger als die Renaissance, die sich nur in begrenzten Gebieten auswirkte, ist die Reformation, obwohl der Bekenntnisunterschied zunächst mehr die Ausstattung als den Bau veränderte (Abb. 15), in der Folge jedoch zu einer grundsätzlich verschiedenen Auffassung vom kirchlichen Sakralbau in katholischen und protestantischen Landschaften führte. Einen allgemeinen Aufschwung erlebte der deutsche D.-Bau erst nach dem 30jährigen Krieg; das 18. Jahrhundert brachte seine dritte und letzte Blütezeit. Im protestantischen Norden hielt der nordwesteuropäische Klassizismus seinen Einzug, im Süden durchdrang der Spätbarock mit seinen lebhaften Formen den D.-Bau. Von der großen Zahl origineller neuer Lösungen im städtischen protestantischen Kirchenbau verbreiteten sich zwar viele auch auf dem Lande, aber dauernd heimisch wurden dort nur wenige. Fruchtbarer sind die Begegnungen zwischen Hochkunst und Bauernkunst in Bayern und Österreich, wo auch große Architekten häufig D. bauten, dabei entweder die alten Typen übernahmen und veredelten, oder die komplizierten Zentralbauten der Hochkunst vereinfachten wie etwa Joh. Michael Fischer in Bayern, Balthasar Neumann in Franken (Abb. 19), der umgekehrt den dörflichen Chorturm auf den Monumentalbau übertrug. Besonders stark ist das bäuerliche Element bei Dominikus Zimmermann. Die im MA fassadenlosen D. traten im Barock häufig mit repräsentativem Anspruch auf: die fränkischen D. besitzen oft Hausteinfassaden, die weithin die Landschaft beherrschen. Im Innern wurde ein einheitlicher Raumeindruck angestrebt (Abb. 17). Stukkaturen bedecken die Innenräume, illusionistische Malereien öffnen die vielfach kuppelig gewölbten Decken. Der Zentralbau erlangte sowohl für die protestantischen Gebiete (Abb. 12) als auch für Bayern-Österreich eine ungeahnte Bedeutung. Auch die altüberlieferten einschiffigen Saalkirchen veränderten unter seinem Einfluß ihre Form und wurden zentralisierend gebildet.

Nach M. 18. Jh. indessen kehrte man allgemein wieder zur Saalkirche mit flacher Decke zurück, die Bautätigkeit ließ nach. Endgültig unterbrochen wurden die bis dahin lebendigen Überlieferungen im D.-Bau allerdings erst durch den kosmopolitischen Klassizismus. Man errichtete nunmehr auch auf dem Lande vereinzelt „Tempel“ und seit der Romantik zunehmend „Dorfkathedralen“. Der D.-Bau verlor seine Eigenart und ahmte die städtische Baukunst nach (Abb. 20). Es gab freilich auch damals Architekten, die ihre D. mit bemerkenswerter Einfühlung in die Landschaft setzten (Schinkel und seine Schule). Seit A. 20. Jh. gibt es Bestrebungen, die unterbrochenen Überlieferungen auch im D.-Bau zu erneuern. So seit 1908 die „Dorfkirchenbewegung“ (Organ „Dorfkirche“).

Der D.-Bau gehört zu den großen kollektiven Leistungen der deutschen Kunst, mehr allerdings durch seine allgemeine kulturelle Bedeutung als durch überragende Einzelleistungen. Künstlerische Anonymität liegt in seinem Wesen. Er übertrifft – zumindest zeitweise – an Vielgestaltigkeit und Formenreichtum den der meisten west- und südeuropäischen Länder und scheint in seinem Verhältnis zur Hochkunst selbständiger zu sein als diese. Bereits im hohen MA zeichnen sich die Sondercharaktere der deutschen Kulturlandschaften ab; auch regionale Bezirke innerhalb dieser Gebiete brachten oft Varianten hervor, sowohl in den physiognomischen Merkmalen (Raumstimmung, Verhältnisse, Ausstattung) als auch in Typen und Leitformen (Grundriß, Turmstellung, Form des Altarhauses, Portalanordnung).

Aus der deutschen Kulturlandschaft ist die D. nicht wegzudenken.

Der Einfluß deutscher D. reichte im Norden und Osten weit über das geschlossene deutsche Sprach- und Siedlungsgebiet hinaus. Abendländische Bedeutung besaßen die Typen des deutschen D.-Baus in den Epochen der Christianisierung und Kolonisation des europäischen Ostens: sie begleiteten deutsche Siedler nach Böhmen und in die Slowakei (Zips, Abb. 7), nach Ungarn, Südflawien und Rumänien (Siebenbürgen, Abb. 11) und im Nordosten über Ostpreußen hinaus in das Baltikum und tief nach Polen und Rußland hinein. Auch nach der Reformation hat Skandinavien kräftige Impulse durch deutsche D.-Bauten empfangen.

III. Typen

Dem einfachen Kult des dörflichen Gottesdienstes genügen einfache Raumtypen. Daher ist der charakteristische D.-Typus vom frühen MA bis E. 18. Jh. und darüber hinaus die einschiffige Saalkirche (a). Zu ihr treten dann noch, ausgelöst durch örtliche Impulse oft mehr zufälliger Art, Sondertypen (b), die sich in einigen Gebieten begrenzte Zeit hielten (Zentralbauten, Einstützenräume, zweischiffige Hallenkirchen usw.). Schließlich kommen im D.-Bau auch noch reduzierte mehrschiffige Anlagen (c) vor, trotz häufig bäuerlichen Charakters abgesunkene Typen der Hochkunst (Basiliken, dreischiffige Hallenkirchen). Die Elemente der regulären D. sind: Gemeinderaum, Altarhaus, Turm, Sakristei und Vorhalle; die Vereinfachung wurde – keineswegs nur aus Sparsamkeit – so weit getrieben, daß nicht nur der Turm, sondern auch das Altarhaus wegfiel und nur noch der Gemeinderaum übrigblieb.

a) Die einschiffige Saalkirche (Abb. 1–6, 19 u. 20) weist im D.-Bau eine große Zahl von Varianten auf; abgesehen davon, daß das Gemeindehaus verschieden aufgefaßt werden kann (als Längs-, Breit- oder Zentralraum), wurden die einzelnen Elemente der D. in den wechselnden Epochen und Landschaften ihrerseits wieder unterschiedlich gestaltet und verschieden kombiniert. Daher werden die D.-Typen nach verschiedenen Merkmalen eingeteilt: nach Turmstellung (Chorturmkirche, RDK III 567ff.), Zweck (Wehrkirche) und vor allem nach der Gestalt des Altarhauses. Die verbreitetsten Typen nach der Raumform und der Bildung des Altarhauses sind:

1. Die Saalkirche mit eingezogener Apsis (Apsissaal, Abb. 1), die zu den ältesten D.-Typen gehört; vermutlich mittelmeerischer Herkunft, begegnet sie in Deutschland schon in vorromanischer Zeit. Verbreitet ist sie vor allem im Süden, Westen und Südosten; in Norddeutschland ist der Apsissaal verhältnismäßig selten, nur in Friesland tritt eine langgestreckte Variante auf, mit sehr kleiner, nischenartiger Apsis und Portalen lediglich an den Längsseiten. Bei den regulären Typen ist die Apsis fast immer gewölbt, das Langhaus hingegen oft flach gedeckt. Der ursprüngl. sicher turmlose Typ wurde vor allem in Böhmen und Mähren häutig mit einem Westturm ausgestattet. Die Gotik ersetzte die halbrunde Apsis durch einen eingezogenen 3/8- oder 5/8-Schluß; dieser Typus, für das Spät-MA von geringer Bedeutung, wurde in nach-ma. Zeit im katholischen und protestantischen D.-Bau wieder recht häufig. Bei den Protestanten diente die Apsis oft nicht mehr als Sanktuarium, sondern als Sakristei: Döberitz, Pausin, Marwitz (Ost-Havelland), Räsdorf (Zauch-Belzig), Babitz (Ost-Prignitz), Motzen (Teltow) und Schöneberg b. Berlin. Besonders häufig sind diese „Sakristeikirchen“ seit dem 18. Jh.

2. Die Saalkirche mit rechteckigem (zumeist annähernd quadratischem) Altarhaus (Chorquadratkirche, Abb. 2) ist seit dem 7./8. Jh. im Holz- und Steinbau Nordeuropas verbreitet. In Deutschland kommt sie im hohen MA überall vor, besonders aber in Norddeutschland. Im schwäbisch-fränkischen Stammesgebiet erhebt sich oft über dem Altarhaus ein Chorturm, in Niederdeutschland wird der Typus um einen Westturm bereichert und die Ostwand des Altarhauses mit einem reichen Giebel geschmückt (Abb. 10); vereinzelt besitzt die Chorquadratkirche Ost- und Westturm (Öland). Als Variante darf jener vor allem in England und Nordfrankreich verbreitete Typus gelten, dessen Altarhaus längsrechteckig gebildet ist und zwei oder mehr Joche mit plattem Schluß aufweist.

Im 14. Jh. verlor die Chorquadratkirche zunächst an Bedeutung; in der Spätgotik war sie selten, doch erlebte der Typus um 1600 in einigen Gebieten eine Neubelebung. Im Barock war er wieder ziemlich verbreitet.

3. Die Saalkirche mit eingezogenem Quadrum und abgesetzter Apsis (Vollständiger oder Normaltypus, Abb. 3) ist der am reichsten gegliederte und wahrscheinlich auch der jüngste von den romanischen D.-Typen. In mancher Hinsicht stellt er die Synthese der beiden vorromanischen Typen des Apsissaals und der Chorquadratkirche dar und darf als der eigentlich romanische D.-Typus gelten (vgl. z. B. RDK I 1348, Abb. 2). Verbreitet ist er besonders in einigen Gebieten Norddeutschlands (Altmark, Jerichow), wo er häufig mit dem Westturm kombiniert wurde (Niedersachsen hingegen bevorzugte den ungegliederten Einraumtypus). In Ostdeutschland ist der Normaltypus verhältnismäßig selten (das letzte Beispiel gegen die Ostseeküste hin ist Behren-Lübchin). In Mittel- und Süddeutschland verband man ihn auch mit dem Chorturm. Die gotisierte Form des vollständigen Typus gehört im Spät-MA zusammen mit der Chorkirche (s. u.) zu den verbreitetsten Typen. In der Regel ist nur das Quadrum eingezogen und der polygonale Schluß vom Quadrum nicht abgesetzt. Auch im Barock lebte der vollständige Typus zeitstilistisch variiert weiter, und zwar sowohl mit rundem als auch mit polygonalem Schluß.

4. Die rechteckige Saalkirche ohne ausgeschiedenes Altarhaus (Rechtecksaal, Abb. 4) ist von allen ma. D.-Typen der einfachste und der dem Profanbau ähnlichste; ob er zugleich der älteste ist (Francis Bond, Gothic Architecture in England, London 1905, S. 219ff.), bleibt noch zu prüfen. Im Innern ist der Altarraum in der Regel durch den Triumphbogen (oder durch eine Stufe) vom Gemeinderaum gesondert. Der Typus wurde vielfach von religiösen Reformbewegungen und Sekten bevorzugt; er kann leicht in einen Breitraum umgedeutet werden und gehört – wie die Chorkirche – zu den progressiven Typen der ma. D.; Deutschland, vor allem Norddeutschland, kannte ihn seit romanischer Zeit. Die friesischen Beispiele haben Eingänge nur an den Längsseiten. Besonders häufig kam dieser Typus im Nordosten vor, in den Kolonistendörfern einiger Gebiete (Mecklenburg-Schwerin und -Strelitz, Pommern, Uckermark) offenbar als das Normalschema; er besitzt ähnlich der Chorquadratkirche häufig einen Ziergiebel. In der Uckermark wurde er mit Westtürmen in der Breite des Gemeinderaums kombiniert. Auch in nach-ma. Zeit blieb der Rechtecksaal in diesen Gebieten verbreitet, wie zahlreiche Beispiele aus der 2. H. 18. Jh. zeigen: Ruhlsdorf, Trampe, Nassenheide (Barmin), Grieben, Sieversdorf (Ruppin), Berge, Grube, Wansdorf (Havelland), Rädel, Heddin (Zauch-Belzig).

Den vorromanischen und romanischen Typen fügte die Gotik einige Varianten hinzu. Gemäß den allgemeinen Tendenzen des spät-ma. Sakralbaues wurde das Sanktuarium entwertet und mit dem Gemeindehaus räumlich zusammengeschlossen. Charakteristisch hierfür ist die Chorkirche (Abb. 5), eine einschiffige Saalkirche mit polygonalem Schluß, der ohne Einziehung unmittelbar das Gemeindehaus fortsetzt. Innen ist der Altarraum gewöhnlich wie in den Rechtecksälen abgesetzt und weist häufig ein reicheres oder anders gebildetes Netzgewölbe als der Gemeinderaum auf. Dieser gotische Typus war im 15. und 16. Jh. ziemlich gleichmäßig über ganz Deutschland verbreitet; er ist bis 2. H. 18. Jh. nachweisbar. Barocke Beispiele haben eine polygonale oder runde Apsis; vielfach ersetzt ein 5/10-Schluß den ma. 3/8- oder 5/8-Schluß (Markau, Fredersdorf, Baumgarten, Kerzlin, Werder, Wustermark). In prot. Gebieten wurde das Polygon mitunter durch eine Wand abgeteilt und als Sakristei verwendet.

b) Zu diesen Typen traten überdies im MA und in der Neuzeit einige Sondertypen von begrenzter örtlicher und zeitlicher Verbreitung.

Abgesehen von den vorromanischen Dreiapsidenkirchen (Graubünden, Tirol u. a., s. dort) ist hier die spätgotische Wandpfeilerkirche (Abb. 6) zu erwähnen. Ihr charakteristisches Merkmal sind die ganz oder teilweise nach innen gezogenen Strebepfeiler. Dieser D.-Typus ist vor allem in Niederbayern verbreitet, jedoch auch im alemannischen Gebiet (Elsenbach, Gärtringen) und in Mecklenburg (Hohenkirchen) anzutreffen. Besondere Bedeutung erlangte die Wandpfeilerkirche im Barock. – Die zweischiffige Hallenkirche verdrängte in der Spätgotik in einigen Bezirken des bayerisch-österreichischen Gebiets und in der Zips alle anderen D.-Typen. Schon in romanischer Zeit dürfte sie nicht selten gewesen sein: hierher gehören auch flachgedeckte D., deren hölzerne Stützen in nach-ma. Zeit entfernt wurden, sowie die verwandten, aber zentralisierenden Einstützenräume in Norddeutschland und in Skandinavien (Abb. 13); die zuletzt genannte Variante erfuhr im Spät-MA durch bayerisch-österreichische D. ihre reichste Ausbildung; auch im Moseltal und in der Zips (Abb. 7) ist der Typus recht häufig. Diese ursprünglich wohl profanen zweischiffigen Raumtypen wurden im D.-Bau entweder mit einem Altarhaus in der Hauptachse oder mit zwei parallelen Chören verbunden. Ihnen verwandt ist der Dreistützenraum (Abb. 8 und 14) mit drei ins Dreieck gestellten Stützen. Dieser originelle Raumtypus – kaum eine bäuerliche Erfindung – kommt ausschließlich im deutschen Sakralbau vor (österreichisch-bayerisches Grenzgebiet).

Sondertypen der Neuzeit. Eine protestantische Neuschöpfung war die Querhauskirche (Abb. 18 u. 20), die Leonhard Sturm [1] vermutlich aus Holland einführte. Hier sind Altar und Kanzel, oft auch die Orgel, in der Mitte einer Längswand angebracht. Die Sitzordnung nimmt auf diese Aufstellung Bezug. Stand der Turm in der Mittelachse der Eingangsseite, so enthielt er die Vorhalle; war er hinter dem Altar errichtet, dann barg sein Erdgeschoß die Sakristei (Altdorf bei Gmünd, Feuerbach, Kirchberg a. J., Gerabronn, Aalen, Friedrichsdorf b. Ruppin, Louisa Krs. Ost-Sternberg, Assenheim i. d. Wetterau). Im Bereich der reformierten Kirche, bes. in der deutschsprachigen Schweiz, ist die Querhauskirche als D. nicht selten.

Ähnliche Eigenschaften weist auch der vor allem im prot. D.-Bau verbreitete Typus der zweiseitigen Chorkirche auf: hier schließen die schmalen Ost- und Westwände polygonal ohne Einziehung (Rittgarten, Wulkow Krs. Ost-Prignitz; Lüdersdorf und Plänitz b. Ruppin, Groß-Gandern, Beelitz und Pinnow Krs. West-Sternberg). Räume dieses Typus nähern sich dem Zentralbau, vor allem dann, wenn die Schmalseiten nicht polygonal, sondern halbrund schließen (Grünberg b. Prenzlau). Der vereinzelt schon im MA vorkommende Typus war am häufigsten in einigen norddeutschen Bezirken in der 1. H. 18. Jh.

Der reine Zentralbau ist für den ma. D.-Bau von untergeordneter Bedeutung. Begrenzte Verbreitung fanden einige Sondertypen: die einschiffige kreuzförmige Anlage in Westfalen und den angrenzenden Gebieten bis Ostfriesland und vereinzelt noch in der Mark (Wiesenburg). In gotischer Zeit fehlte sie; der prot. Kirchenbau erneuerte sie (Lindenberg, Buch, Lossow, Brunne, Roskow, Krausnick, Neustadt; alle in Brandenburg).

Ein anderer Zentralbautypus im romanischen D.-Bau ist der einschiffige Rundbau mit Apsis, die Rotunde. Der Typus, ein Grenzfall innerhalb des D.-Baues (Herrschaftskapellen), fand vor allem in Böhmen und Mähren, seltener in den angrenzenden Gebieten und in Skandinavien Aufnahme. Als vorromanischer Typus war die Rotunde urspr. turmlos; in Böhmen wurde sie fallweise mit einem Westturm kombiniert (im österreichisch-bayerischen Gebiet dient der Typus vor allem als Beinhaus). Die Gotik wandelte die Rotunde zum einschiffigen Polygon (wenige Beisp.: Ketztür, Laufen i. B., Havelberg u. a.). Häufiger wurde das Polygon erst in der Neuzeit (prot. D.), in der es neben innen runden und außen polygonalen sowie innen und außen runden D. als eine Entlehnung aus dem städtischen Kirchenbau vorkommt (Logau, Trebichow, Treppeln und Tornow b. Crossen, Golzow Krs. Zauch-Belzig, Herzogswalde Krs. Ost-Sternberg, Zehlendorf b. Berlin, Glienicke Krs. Ost-Prignitz, Eiche Krs. Ost-Havelland).

Wichtiger als für ma. D. ist der Zentralbau für die Neuzeit. Unter seinem Einfluß wurden in den prot. wie in den kath. Gebieten die überlieferten rechteckigen Saalkirchen mehr oder weniger dem Zentralbau angenähert (Abschrägen oder Ausrunden der Ecken des Gemeinderaums entweder nur im Osten, oder – meist – auch im Westen und im Altarraum; die kuppeligen Gewölbeformen, die mit einer Hohlkehle auf den Mauern sitzen, unterstützen diese Tendenzen). Man errichtete im Barock zahlreiche reguläre Zentralbauten auf dem flachen Lande (Abb. 12). Der kath. Süden bevorzugte die dynamischen komplizierten Durchdringungsformen des Spätbarock mit oft querhausartigen Erweiterungen, während prot. Zentralbauten unter dem Einfluß des Palladianismus stärker die geometrische (runde [RDK I 981/82, Abb. 9], polygonale [Ebd. Abb. 8], quadratische, längs- und querovale sowie kreuzförmige) Grundform bewahren; Durchdringungsformen begegnen hier kaum. Der D.-Bau spiegelt darin die allgemeinen Verhältnisse im kirchlichen Monumentalbau dieser Gebiete. Obwohl der Zentralbau die Anforderungen des städtischen prot. Gottesdienstes in idealer Weise erfüllte, blieb er dem flachen Lande fremd. Süddeutschland besaß zwar ein ursprünglicheres Verhältnis zum Zentralbau, aber charakteristisch für die D. ist er – sieht man von Oberbayern und Teilen Österreichs ab – auch hier nicht: die meisten dieser oft reizvollen und künstlerisch bedeutenden D. stammen von städtischen oder in der Stadt geschulten Baumeistern und sind daher als reduzierte Typen der Hochkunst zu begreifen.

Komplexere Typen des kirchlichen Monumentalbaues mit Seitenschiffen (Abb. 9) und Querhaus, Doppeltürmen und reicher ausgebildeten Choranlagen treten nur ausnahmsweise im D.-Bau auf. In den Blütezeiten des D.-Baues gewinnen diese, wenn auch in reduzierter Form (z. B. ohne Nebenchöre), landschaftlich begrenzte Bedeutung; so etwa romanische Basiliken am Niederrhein und im Elsaß und dreischiffige Hallenkirchen in spätromanischer und frühgotischer (Westfalen, Mecklenburg und Pommern) bzw. spätgotischer Zeit (deutscher Südosten). Über die oft komplizierten Zentralbauten des Barock s. oben.

IV. Baumaterial

Das Baumaterial der D. ist landschafts- und stilgebunden und daher denkbar unterschiedlich. Abgesehen von den verschiedenen Arten von Naturstein (Urgestein, Kalk- und Sandstein, Tuff, Trachyt, Nagelfluh usw.), der entweder als Haustein, Bruchstein oder Feldstein verwendet wurde, errichtete man D. sehr häufig auch in Backstein (RDK I 1345–72), in Fachwerkbau und Holzbau (s. a. Holzkirche) und in den Mischtechniken davon (s. II). Vereinzelt läßt sich Materialimport von weither belegen, z. B. fand rheinischer Tuff in Friesland und Skandinavien Verwendung. Auch strebte man im D.-Bau eine Unterscheidung zwischen Profan- und Sakralbau an. Dies ist einer der Gründe für das Zurücktreten des Holzbaus seit dem Hoch-MA. Auch der Fachwerkbau gilt als Behelf, obwohl es in dieser Technik D. von hoher Schönheit gibt (Abb. 12; Grünendeich im Alten Lande). Erhalten sind Fachwerkkirchen erst seit etwa 1500, doch sind solche schon für die vorromanische Zeit durch Grabungen nachgewiesen. Beliebt wurde der Fachwerkbau in manchen Gebieten Norddeutschlands nach dem 3ojährigen Krieg (Brandenburg, Uckermark), wenn auch vielleicht nur zu Aufsätzen auf dem Turm oder auch auf dem Gemeinderaum (Fruchtkästen).

Auch die Mauertechnik ist sehr verschieden (Bruchstein-, Quadermauer, Füllmauer mit Quaderverblendung usw.). Besonders die romanische Zeit (Abb. 9) und das 18. Jh. legten großen Wert auf die Qualität des Materials und solide Mauerung. Zu den bemerkenswertesten Beispielen gehören die Granitquaderbauten niederdeutscher Feldstein-D., deren beste bezeichnenderweise nicht der Spätzeit, sondern dem Anfang (Spätromanik und Frühgotik) angehören. Feldsteinbauten reichen von Friesland bis zur Weichselniederung und im Süden bis zum Harz. Im 14. Jh. wurde der Feldstein vom Backstein abgelöst. Die Feldsteinbauten sind „steinsichtige Putzbauten“, bei denen lediglich die Kuppen der Quader sichtbar werden. Aus dem 18. Jh. haben sich vor allem in Franken bemerkenswerte Hausteinbauten erhalten.

V. Außenbau

Es ist nicht sicher, ob der Turm von Anfang an zur D. gehörte. In Deutschland jedenfalls ist er, anders als in Italien, ein wesentliches Merkmal des D.-Baues; freilich besaßen nicht alle D. einen Turm. Im allgemeinen werden Türme nach Osten hin seltener, der stärkeren Reduktion der Typen im Osten entsprechend. Alle D.-Typen, auch die ursprünglich turmlosen, wurden in Deutschland fallweise mit einem Turm kombiniert. Dieser kann an verschiedenen Stellen stehen (Chor-, Chorflanken- u. Westturm). Charakteristisch für deutsche und nordeuropäische D. sind vor allem die Türme in der Hauptachse des Baues („Eintürme“: West- und Chortürme). Abgesehen von den Holztürmen des norddeutschen Küstengebietes blieben isolierte Türme selten (Abb. 12). Auch Doppeltürme im Westen oder im Osten („schwäbische Osttürme“) und Vierungstürme kommen bei deutschen D. nur vereinzelt vor. Der deutsche D.-Bau kann nach der Turmstellung landschaftlich differenziert werden (s. III). So etwa die Chorturmkirche, die in Mitteldeutschland auftritt, vor allem im schwäbisch-fränkischen Stammesgebiet. In Norddeutschland hingegen herrscht mit seltener Ausschließlichkeit der schon seit der romanischen Zeit über das ganze deutsche Siedlungsgebiet verbreitete Westturm (Abb. 9 und 10); die seltenen Chorturmkirchen Norddeutschlands heißen dort „verkehrte Kirchen“. Während sich die Chor- und Westtürme leicht mit dem Gemeindehaus zu einem homogenen Baukörper vereinigen, bilden die Chorflankentürme mit diesem zusammen eine lose Baugruppe. Sie sind für die spätgotischen D. Süddeutschlands, Böhmens und Tirols charakteristisch, wie denn im Süden hinsichtlich der Turmstellung überhaupt größere Freiheit herrscht (vereinzelte norddeutsche D. mit Chorflankentürmen im Danziger Gebiet: Rehden, Riesenburg, Deutsch-Eylau). In Süddeutschland stehen die Türme meist auf der Südseite des Altarhauses. Im allgemeinen sind die Türme in Niederdeutschland gedrungener, im gebirgigen Süden hingegen schlanker. Vorwiegend haben sie annähernd quadratischen Grundriß (sofern sie nicht zur Hälfte oder ganz eingezogen sind, innen auf zwei Stützen stehen und außen nur als „Dachtürme“ in Erscheinung treten). In bestimmten Gebieten Norddeutschlands dagegen sind sie querrechteckig und so breit wie der Gemeinderaum oder noch breiter (Uckermark). Die Ausläufer dieser kolossalen Westquertürme (Querriegel), die mitunter den Eindruck eines selbständigen Gebäudes machen, hinter dem die Kirche verschwindet, reichen bis nach Sachsen, Schlesien und Böhmen (Keeg). Während die niederdeutschen Westquertürme meist quergerichtete Satteldächer besaßen, sind für Südbayern (mit Ausnahme des Inntals) und Schwaben längsgerichtete Satteldachtürme in romanischer Zeit charakteristisch. Von den übrigen zahlreichen Sonderformen sind der bayerische Zwiebelturm und der alpenländische Spitzturm die bekanntesten. Auch runde Westtürme kommen in bestimmten Gebieten vor („Vizelinskirchen“ in Holstein und Wagrien, ferner in Hannover und Irland) sowie vereinzelt auch von Grund auf polygonale (Danziger Gegend).

Der architektonische Anschluß bleibt bei diesen von Grund auf runden oder polygonalen Westtürmen, die in einigen Fällen das Schiff nur tangieren, unbefriedigend (Beetzendorf, Suderburg). Zu erwähnen sind ferner die hölzernen Westtürme Norddeutschlands (Nogat-Delta) mit schräggestellten Eckständern, stark geböschten Wänden und bizarr vorkragenden, über Eck gestellten Glockenstuben sowie die holzverschalten Glockenstühle, Glockenhäuser und Fachwerktürme des Küstengebiets und Skandinaviens, die isoliert ohne axiale Beziehung zur Kirche stehen (Abb. 12).

Die Sakristei steht fast immer in unmittelbarer Verbindung mit dem Altarhaus. In Süddeutschland liegt sie in der Regel südlich vom Altarhaus, in Norddeutschland und Skandinavien nördlich davon. In der Neuzeit wurde sie östlich an das Presbyterium angefügt oder symmetrisch mit einem zweiten Anbau beiderseits des Altarhauses angeordnet. Vielfach erheben sich Türme über den Sakristeien (Chorflanken- und Choranschlußtürme). Prot. D. verwendeten häufig Apsiden oder Altarhäuser ma. D. als Sakristeien (s. o. III a 1).

Die Vorhalle („Vorzeichen“) befindet sich vor dem Haupteingang; in Norddeutschland liegt sie auf der Westseite und hat entweder die Form eines von Stützen getragenen Vordaches oder wird von dem offenen Erdgeschoß des Westturmes gebildet.

Die Regeln für die Anordnung des Portals sind weniger verbindlich gewesen. In Mittel- und Süddeutschland liegt es oft an der südlichen Langseite der D., in Niedersachsen meist im Westen (es gibt jedoch dort auch nicht wenige Westtürme ohne Portal); in Friesland brachte man die Portale an den Langseiten, seitlich der Querachse, an. Viele D. besitzen Portale sowohl im Westen als auch an einer der beiden Langseiten. Eine Eigenart mancher niederdeutschen, besonders uckermärkischen, und skandinavischen D. ist das sog. Priesterportal an der Südseite des Altarhauses.

Fenster befanden sich bei ma. D. in der Regel nur auf einer der Langseiten. Erst in der Neuzeit wurden sie symmetrisch auf beiden Seiten des Gemeindehauses angebracht. Für niederdeutsche und skandinavische D. der spätromanischen und frühgotischen Zeit sind die Dreifenstergruppen in der Ostwand des Altarhauses charakteristisch.

Krypten oder diesen ähnliche Räume kommen bei D. fast nie vor; wo sie dennoch vorhanden sind (unter dem Altarhaus oder dem Turm), handelt es sich entweder um Beinhäuser oder um Grablegen der Patronatsherren oder Priester.

VI. Innenraum, Ausstattung

D. wurden im MA oft noch zu einer Zeit flach gedeckt (Balkendecke mit und ohne Verschalung usw.; s. Decke), als Wölbungen längst kein technisches Problem mehr waren. Noch bei D. der Neuzeit sind flache, durch eine Hohlkehle abgesetzte Flachdecken verbreitet. Um den sakralen Mittelpunkt zu betonen, wurde das Sanktuarium häufiger als der Gemeinderaum gewölbt. Bei Wölbebauten gestaltete man die Gewölbe des Altarhauses mitunter reicher oder wenigstens in anderer Art als die des Gemeinderaumes.

In einigen Landschaften trugen D. zur Ausbreitung des Gewölbebaues im MA bei; z. B. verbreiteten sich – abgesehen von den Hallenkirchen – von Westfalen aus in spätromanischer Zeit steigende Kuppelgewölbe (Domikalgewölbe) nach dem Nordosten bis Rügen und Skandinavien. Eine geschlossene Gruppe südostmecklenburgischer und vorpommerscher Feldstein-D. war von Anfang an auf Wölbung angelegt. In spätgotischer Zeit bildeten D. des bayerisch-österreichischen Grenzgebiets das Fächer- und Strahlengewölbe zum Schirmgewölbe weiter. Zentralisierende D. des Barock weisen vielfach reiche kuppelartige Wölbungen auf.

Der Fußboden bestand im frühen und hohen MA aus Estrich oder Tonfließen mit und ohne Musterung, in der Spätgotik aus nicht selten in Fischgrätenanordnung verlegten Backsteinen, in späterer Zeit aus Steinplatten.

In der Ausstattung unterscheiden sich prot. und kath. D. wesentlich (vgl. Abb. 16, 17 u. 18). Letztere bewahrten im allgemeinen die ma. Anordnung der Einrichtungsgegenstände besser, wenngleich sich auch hier die Bedeutung einzelner Teile änderte. Katholische D. enthalten außer dem Hauptaltar zwei (oder mehr) Nebenaltäre, die am Ostende des Gemeinderaums beiderseits des Triumphbogens (Abb. 17) oder, wenn das Altarhaus nicht eingezogen ist, frei in der Osthälfte des Gemeinderaumes stehen. Zur regelmäßigen Ausstattung des Altarhauses gehört das Tabernakel, meist in Form einer Nische in der Nordwand oder als fialenartiger, vor die Wand gesetzter Turm. Dem Tabernakel gegenüber findet man eine dreiteilige Sitznische. Lettner und Altarziborien kommen nur ausnahmsweise vor, die Kommunionbank unter dem Triumphbogen gehört zum festen Bestand der kath. D. Triumphkreuze (vereinzelt auch in der Mittelachse des Triumphbogens am Boden stehend) sind nicht selten; sie wurden auch in prot. D. beibehalten (Abb. 16).

Protestantische D. begnügten sich mit einem Altar, der oft mit der Kanzel zu einem Kanzelaltar vereinigt wurde (RDK I 597/98, Abb. 24 u. 25). Auch die Sakristeieingänge und die Orgel wurden diesem mitunter noch hinzugefügt (RDK I 431/32, Abb. 3; ebd. 434, Abb. 6). Die Prinzipalstücke – wozu noch der Taufstein gehört – strebte man im östlichen Teil der D. zu vereinigen. Der Taufstein steht unter dem Triumphbogen, vor dem Altar (Abb. 15) oder im Mittelpunkt des Kirchenraumes (Abb. 18; in kath. D. ist er in einer Ecke des Gemeindehauses aufgestellt). Waren Altar und Kanzel nicht unmittelbar verbunden, so wurde die Kanzel an die Stelle eines früheren Nebenaltars gesetzt oder fand erhöht beim Triumphbogen (Abb. 15) oder an der Langseite des Gemeinderaums (Abb. 16) Aufstellung.

Die Orgel stand im MA im Presbyterium auf der Seite; erst später war ihr Platz auf der Westempore. Im hohen MA dienten die schon damals häufig gewölbten Westemporen als Herrschaftsempore; besaßen sie einen eigenen Altar, so wurden sie als „Porkirche“ verwendet. Vereinzelt befinden sich Westemporen auch in Westtürmen (Böhmen). Besonders reich gestaltete Westemporen haben sich im deutschen Südosten erhalten.

Für das Raumbild prot. D. sind die ein- oder mehrgeschossigen, auf mehreren Seiten oder ringsum das Gemeindehaus umgebenden Emporen charakteristisch (Abb. 16 u. 18; RDK I 487, Abb. 2), deren Brüstungen oft mit vielen biblischen Darstellungen geschmückt wurden. Diese Emporen prägen sich häufig durch zweigeschossige Fensteranordnung auch im Außenbau aus (Abb. 12; Beaulieu Krs. Ost-Sternberg; Sieversdorf b. Ruppin).

Das Kirchengestühl, das die Gläubigen nach Geschlechtern getrennt benutzten, war in den kath. D. regelmäßig nach Osten gerichtet und beiderseits der Längswände angeordnet; in der Mitte blieb ein Gang frei (Abb. 17). In prot. D. kombinierte man Längs- und Queranordnung (Abb. 18) oder brachte das ganze Gestühl in breiträumliche Anordnung. Seit dem 18. Jh. traten schmale Seitengänge auf. Die Männer hatten bisweilen ihren Platz auf der Empore (Mannhaus). In der Sitzordnung zeichnete sich die soziale Ordnung der Gemeinde ab: vornehme Familien hatten in prot. D. oft eigene verschlagartige Abteile (sog. Betstübchen, Abb. 16; s. auch Kirchenstuhl).

An sonstigen Ausstattungsstücken begegnen häufig Gedenktafeln, Grabsteine, Wappenschilde, Erinnerungszeichen (Waffen, Fahnen, Schiffe usw.) und Lüster.

Zu den Abbildungen

1. Altfalter Lkrs. Nabburg, Opf., Grundriß. Bruchsteinkirche mit Tonnengewölbe, O-Fenster alt. 12. Jh. Umzchg. nach Inv. Bayern II, 18, S. 12.

2. Hof Lkrs. Oberviechtach, Opf., Grundriß. Granitquaderbau, flachgedeckt, Chor gewölbt, O-Fenster alt. 2. H. 12. Jh. Umzchg. nach Inv. Bayern II, 7, S. 22.

3. Waltersdorf Krs. Teltow, Prov. Brandenburg, rekonstruierter Grundriß. Granitquaderbau, Turmuntergeschoß (W) urspr. tonnengewölbt, Schiff u. Chor flachgedeckt. 1. H. 13. Jh. Umzchg. nach Inv. Brandenburg 4, 1, S. 204.

4. Neuendorf Krs. Angermünde, Prov. Brandenburg, Grundriß. Granitquaderbau mit offenem Dachstuhl, W-Turm mit Querdach. 1. H. 13. Jh. Umzchg. nach Inv. Brandenburg 3, 3, S. 367.

5. Müglenz Krs. Grimma, Sachsen, Grundriß. 1766 bis 1772 in gotischen Formen erbaut. Umzchg. nach [40] Taf. 6.

6. Berg Lkrs. Griesbach, Ndb., Grundriß. Verputzter Steinbau mit tonnenförmigem Netzgewölbe. Um 1480–85. Umzchg. nach Inv. Bayern IV, 21, S. 74.

7. Großlomnitz b. Käsmark, Zips (Tschechoslowakei), Grundriß. Verputzter Steinbau mit Kreuzrippengewölbe. Schiff u. Chor M. 15. Jh., W-Turm 2. H. 13. Jh. Umzchg. nach [96] S. 159.

8. Eggelsberg Bez. Braunau, N.Ö., Grundriß. Verputzter Steinbau mit Sterngewölbe. Um 1420–36. Umzchg. nach Inv. Österr. 30, S. 137.

9. Melverode Krs. Braunschweig, Außenansicht von SO. Bruchsteinbau mit Werksteinteilen; dreischiffige Hallenkirche mit 3 Jochen, Chorquadrat, Apsis und Nebenapsiden. Um 1200. Fot. Staatl. Bildstelle 4007,2.

10. Dörbeck Krs. Elbing, Westpr., Außenansicht. Backsteinbau, Chorgiebel mit Blenden verziert. 14. Jh. Fot. Staatl. Bildstelle 4631,2.

11. Tartlau im Burzenland, Siebenbürgen, Luftbild-Schrägaufnahme der Kirchenburg. Kirche 2. H. 13. Jh., Mauerring 15. Jh., Vorburg 16. Jh. Nach Deutsche Kunst IX, 97.

12. Paulskirch (Pawellau) Krs. Trebnitz, Schlesien, Außenansicht. Polygonaler Zentralbau mit vier quadrat. Kreuzarmen; Fachwerk, zwei Emporen, Kuppel; freistehender Glockenturm. 1709. Fot. Denkmalarchiv München.

13. Gothem b. Wisby, Gotland (Schweden), Innenansicht der prot. Pfarrkirche. Einstützenraum mit eingezogenem Chor. 1. H. 13. Jh. Fot. Verf.

14. Eggelsberg Bez. Braunau, N.Ö., Innenansicht der kath. Pfarrkirche, Blick nach Westen. Dreistützenraum mit Westempore und eingezogenem Chor. Um 1420–36. Fot. Verf.

15. Petschow Krs. Rostock, Meckl., Innenansicht der prot. Pfarrkirche. Granitquaderbau mit Kreuzrippengewölbe. M. 13. Jh., Fresken 14. Jh., erneuert; prot. Ausstattung 1610 (Kanzel) und 1707 (Altar). Fot. Staatl. Bildstelle 2901,1.

16. Stalle Krs. Marienberg, Westpr., Innenansicht der prot. Pfarrkirche. Fachwerkbau mit flachbogiger Decke und umlaufenden Emporen. 1707–08, Kanzel 1734, Altar 1785. Fot. Staatl. Bildstelle 4626,1.

17. Augsfeld Lkrs. Haßfurt, Ufr., Innenansicht der kath. Pfarrkirche. Saalkirche mit hölzernem Spiegelgewölbe. 1730–50 mit gleichzeitiger Ausstattung. Fot. Bayer. Landesamt f. Dpfl. München.

18. Wädenswil, Kt. Zürich, Innenansicht der ref. Pfarrkirche nach NO. Verputzter Steinbau, Querhauskirche. 1764–67 mit gleichzeitiger Ausstattung. Fot. Hochbauamt des Kt. Zürich.

19. Gaibach Lkrs. Gerolzhofen, Ufr., Grundriß der kath. Pfarrkirche. Balthasar Neumann, 1742–45. Nach J. M. Ritz, Bar. Kirchen u. Klöster in Unterfranken, Augsburg 1927.

20. Wattwil, Kt. St. Gallen, Grundriß der paritätischen Pfarrkirche. Querhauskirche. Architekt Wilh. Kubli, 1846–48. Nach Ad. Gaudy, Die kirchl. Baudkm. der Schweiz II, Berlin 1923, S. 82.

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Verweise