Degen, Degengehänge

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englisch: Rapier, swordhanger, sword-belt; französisch: Baudrier, epée; italienisch: Daga, pendaglio, balteo.


Paul Post (1954)

RDK III, 1218–1230


RDK III, 1219, Abb. 1. Benennung der Gefäßteile.
RDK III, 1221, Abb. 2. Berlin, um 1600.
RDK III, 1221, Abb. 3. Dresden, um 1590.
RDK III, 1221, Abb. 4. Berlin, um 1660-80.
RDK III, 1223, Abb. 5. Dresden, um 1610.
RDK III, 1225, Abb. 6. Berlin, 1620-30.
RDK III, 1225, Abb. 7. Berlin, 17. Jh.
RDK III, 1225, Abb. 8. Dresden, M. 18. Jh.
RDK III, 1225, Abb. 9. Berlin, um 1780.
RDK III, 1227, Abb. 10. Heinrich Aldegrever, 1538.
RDK III, 1227, Abb. 11. Heinrich Aldegrever, 1538.
RDK III, 1229, Abb. 12. Girard Thibault, 1628.
RDK III, 1229, Abb. 13. Berlin, Bildteppich, um 1695.

I. Begriff, Benennung, Aufkommen

Unter D. wird nach heutigem Sprachgebrauch die wesentlich jüngere Schwester des Schwertes verstanden, statt der schweren, breiten, vorzugsweise zum Hieb bestimmten Schwertklinge mit einer schmalen, leichten Stoßklinge ausgestattet. Diese Namensunterscheidung der zwei Gattungen von Seitenwehren, deren Grenzen oft fließend sind, und die die romanischen Sprachen und das Englische überhaupt nicht kennen, ist nicht die ursprüngliche und zum mindesten von Haus aus nicht die gebräuchliche.

Die Bezeichnung der Waffe als Degen hat jedenfalls mit dem mhd. degen = Held nichts zu tun. Als gelegentliche Benennung von ritterlichen Langdolchen im 13. Jh. leitet man sie vom französischen dague = Dolch ab [1]. In ähnlicher Bedeutung, aber für eine primitive, bürgerliche Waffe gebraucht, begegnet der Name noch im 15. und zu Beginn des 16. Jh. So wird in den Rechnungsbüchern eines Münchner Waffenhändlers von 1449 ein tegenmesser aufgeführt (Wolfg. M. Schmid, Messerer in Steyr 1445, Zs. f. Hist. Waffen- u. Kostümkde. N. F. 6, 1937–39, 239), und in einer Frankfurter Ratsverordnung von 1511 betr. Waffentragen der Schufter steht Degen an dritter Stelle hinter Schwert und langem Messer. Im gleichen Zusammenhang wird das Tragen von „unmäßigen“, spitzigen Schweizer Degen und Fuß(Faust?)degin verboten (M. Berlepsch, Chronik der Gewerke St. Gallen 1850, Nr. 7, S. 4, 50). Was wir dagegen unter D. verstehen, wird in Urkunden des 16. und der 1. H. 17. Jh. fast ausnahmslos mit Rappier benannt, herzuleiten vom französischen rapier, obwohl hier von Haus aus eine Hiebwaffe bedeutend. Unter dieser Benennung führen ihn die Münchner Hofzahlamtsrechnungen [4], die Inventare der Dresdner Rüstkammer [7] und noch die Solinger „Satzordnung“ von 1628 mit den amtlich festgesetzten Preisen [5] übereinstimmend auf. Die Benennung „Degen“ tritt in den genannten Münchner Urkunden im 16. Jh. nur in der Verbindung Banddegen auf, vermutlich identisch mit Bandwehr in den kursächsischen Inventaren, hier von E. Haenel als Jagdschwert gedeutet [7]. Zum ersten Mal und ausnahmsweise begegnet die gleichlautende Bezeichnung für unseren Degen im Egelmoschen Fechtbuch von 1558, hier aber bezeichnenderweise an letzter Stelle und im Zusammenhang mit dem Dolch aufgeführt, wo vom „Fechten mit Tolchen und Kampfdegen“ die Rede ist [2]. – Erst seit 2. H. 17. Jh., zu einer Zeit also, als seine eigentliche Glanzzeit vorüber ist, setzt sich die Benennung D. allgemein durch. Allein schon die fremdsprachige Urbenennung bezeugt, daß der D. nicht deutschen Ursprungs, sondern eingeführt ist und zwar aus den romanischen Ländern, kaum weit vor M. 16. Jh. Der in Italien und Spanien beheimatete D. ist ein Kind der Renaissance und das Erzeugnis einer verfeinerten Fecht- und Klingenschmiedekunst, letztere dank alter maurischer Tradition vorzüglich in Spanien hochentwickelt.

Bezeichnend für die zögernde Aufnahmebereitschaft des Degenfechtens in Deutschland ist das Bekenntnis des Straßburger Freifechters Joachim Meyer in seinem deutschen Fechtbuch von 1570 [2]: „Soweit das Rappierfechten, welches jetziger Zeit eine sehr notwendige und nützliche übung ist, anlanget ist kein zweyffel das es bey den Teutschen, eine newe erfundene und von anderen Völkern zu uns gebrachte übung ist, denn obwohl bey unseren Voreltern in ernstlichen sachen gegen den gemeinsamen Feind das Stechen auch zugelassen, so haben sie doch solches in schimpfflichen Übungen nicht allein nicht zugelassen, oder andern so außerhalb des gemeinen Feindes zwiträchtlich zusammengerathen, gestatten wollen ...“ –

II. Klinge, Gefäßform und ihre künstlerische Gestaltung im 16. und 17. Jahrhundert

Wenn die alte deutsche Waffenschmiede Solingen nur langsam und verhältnismäßig spät gegen E. 17. Jh. mit ihren spanischen Lehrmeistern als Degenklingenproduzent in ernsthaften Wettbewerb auf den europäischen Markt tritt – und auch dann zunächst noch nicht selten unter falscher Flagge mit spanischen Meistermarken –, so ist das nicht in erster Linie auf die oben gekennzeichnete Abneigung hierzulande gegen den D. zurückzuführen. Es sind vor allem die hohen Anforderungen, die die D.klinge an die Schmiedefertigkeit stellt und die eine lange Schulung Solinger Schmiedegesellen in Toledo, Sevilla u. a. Orten verlangte, bis Klingenschmiede wie Clemens Horn, Peter Munsten, Johannes Wundes und andere mehr mit ihren charakteristischen Meistermarken um die Wende zum 17. Jh. Weltruf erlangten. Denn eine gute D.-klinge soll zugleich stoßkräftig und leicht federnd sein. Sie ist das Ergebnis eines langen Arbeitsgangs und geht vom grob geschmiedeten Stück wie die Schwertklinge durch eine ganze Reihe anonymer Hände, deren kundiges Geschick meist mehr Verdienst um die Qualität der Klinge hat als der, dessen Marke sie trägt und der sie auf den Markt bringt; ein Hergang übrigens, der zur Quelle nie endender Streitigkeiten wegen des Vertriebs in der Solinger Brüderschaft der Klingenschmiede wird [5].

Die oben gekennzeichneten Anforderungen an die D.-klinge bestimmen ihre Gestalt (Abb. 3, 5). Ihr Vorgänger ist das seit dem 14. Jh. sich herausbildende Schwert zum Stoß mit langer, durch einen Grat in der Mitte verstärkter Klinge, die oben breit nach der Spitze zu sich allmählich verjüngt. Eine Reihe von Zwischenstufen, die den Schwerttypus bewahren, führen zur ausgereiften D.-klinge, von der Angel, dem dornartigen Ende, das zur Aufnahme des Griffs dient, bis nahe der Spitze gleichmäßig schmal mit gleichlaufenden Schneiden in durchschnittlicher Breite von 3 bis 4 cm. Um nur den Haupttypus der im einzelnen mannigfach gestalteten D.-klingen zu kennzeichnen, so übernimmt der D. im allgemeinen vom Stoßschwert, nur flacher gebildet, auch den Mittelgrat, der nach dem Griff zu im oberen Viertel in den Hohlschliff der sog. Blutrille überzugehen pflegt. Auch sind mehrere nebeneinander aufgereihte Blutrillen nicht selten. Charakteristisch für den Bau der D.-klinge ist vor allem an der Klingenwurzel ein kantig abgesetzter, meist leicht hohlgeschliffener Teil, der sog. „Ansatz“, der in das Griffsystem einbezogen ist.

An der reifen Klinge erscheinen nicht selten in der oder den Blutrillen dekorativ gestaltete Durchbrechungen (Abb. 2), die sog. „Giftzüge“. Dies ist eine irreführende Benennung für einen aus Spanien kommenden Kunstgriff, um die Klinge zu erleichtern; der angebliche Zweck, zur Aufnahme einer Giftpaste zu dienen, gehört ins Land der Fabel. Vor allem stellt es wohl ein Bravourstück der Klingenschmiede dar. An Solinger Klingen ist es erstmalig 1581 nachweisbar [6].

Ansatz und Blutrille sind der Ort, wo die Meister ihre Marken einschlagen und ihren Namen einätzen, wohl auch einen lateinischen, oft verstümmelten Sinnspruch.

Die Bekrönung des D. bildet in jeder Hinsicht sein Griffsystem, das Degengefäß, mit der 3 fachen Funktion, als Handhabe, Faustschutz und Gegengewicht zur Klinge zu dienen, damit der ausgewogene Degen leicht in der Hand liegt. Die schematische Zeichnung eines Degengefäßes mit Benennung seiner Teile (Abb. 1) ist von einem vergleichsweise einfachen Vorbild genommen, läßt aber das Hauptprinzip erkennen. Das System von Bügeln, Spangen, Parierringen entwickelt sich, von der Parierstange ausgehend, vor allem abwärts davon um den Klingenansatz herum, um Stoß und Hieb in gewisser Entfernung von der Faust abzuhalten, die sich beim Gegenstoß mit Daumen und Zeigefinger über die Parierstange hinaus um den Ansatz schließt.

Die Variationen in der Gestaltung des Gefäßes und der Vervielfältigung seiner Glieder sind unübersehbar und den Stilwandlungen in der Gesamterscheinung genau so unterworfen wie die Bildung der Einzelteile und ihre ornamentale Behandlung.

Die zünftige Fertigung des D.-gefäßes liegt im allgemeinen in der Hand der „Messerer“, der Messerschmiede [4]. In Solingen bildet sich hierfür E. 16. Jh. die „kleine Brüderschaft“ der „Kreuz- und Knaufschmiede“ heraus (A. Weyersberg, Solingens Klingenherstellung, Zs. f. Hist. Waffen- u. Kostümkde. N.F. 2, 1926–28, 190). Doch das sich am D.-gefäß eröffnende weite Feld zu freier, künstlerischer Gestaltung führt hier alsbald zur Durchbrechung des Zunftzwangs. Zahlreiche urkundlich belegte fürstliche Aufträge sehen wir Goldschmieden anvertraut [7], für die große Künstler die Entwürfe lieferten, wie etwa Hans Mielich, dessen Entwürfe das Bayerische Nationalmuseum bewahrt. Ihren Hauptruhm ernten hier die aus dem Messerergewerk hervorgegangenen, in künstlerischer Selbständigkeit sich frei entfaltenden deutschen Meister des Eisenschnitts, im Dienste ihrer fürstlichen Auftraggeber ihre Triumphe feiernd [1, 4]. Denn der D. an der Seite, meist gepaart mit einem zur gleichen Garnitur gehörigen Dolch (Abb. 3), bildet in der Renaissance den Stolz jedes Kavaliers, gehört zur trachtlichen Erscheinung bei allen festlichen Anlässen (Abb. 10, 11) und empfiehlt sich darum als bevorzugtes Geschenk von Hof zu Hof [7].

Die fünf abgebildeten D. und D.-garnituren (Abb. 3–6) führender deutscher Eisenschneider von der Renaissance bis zum Spätbarock mögen eine Vorstellung geben von der unerschöpflichen Erfindungsgabe und meisterlichen Gestaltungskraft, mit der hier unter aufwendigem und verschwenderischem Aufgebot aller Kunstmittel der Eisenveredlung: Eisenschnitt, Tausia, Email und Einlegearbeit mit Steinen und Ziermitteln aller Art, vergoldet, angelassen und gebläut oder gar von purem Gold (Abb. 3, 5) wahre Wunderwerke von höchstem künstlerischem Niveau geschaffen wurden.

Neben diesem Prunk-D. bildet sich als ernsthafte, brauchbare Kriegswaffe der deutsche Reiter-D. heraus mit derbem Korbgefäß in mannigfacher Form, das von vervielfachten Spangen gebildet wird, unten abschließend mit der massiven Deckung am Klingenansatz, den siebförmig durchlochten „Stichblättern“ (Abb. 7).

III. Der Offizier-, Zivil- und Beamtendegen seit Ende des 17. bis ins 19. Jahrhundert.

Bereits der spätbarocke Leihgebe-D. (Abb. 4) kündet die Rückbildung und Vereinfachung des D.-gefäßes an, im Einklang mit der Erleichterung und Verflachung der Klinge. Seine maßgebende Prägung für die Zukunft geht im 3. Dr. 17. Jh. mit dem Aufkommen der stehenden Heere und ihrem Massenbedarf an normierten Waffen vom Offizier-D. aus, der zum Rangabzeichen erhoben wird. Eiförmiger Knauf, Griffbügel in die einseitige Parierstange mündend und abwärts zwei Parierbügel, die als Abschluß ein doppeltes Stichblatt tragen, bilden das ganze Gefäß (Abb. 8). Nebenher wird zum uralten Kreuzgriff mit verkümmerter Parierstange zurückgekehrt, deren gestutzte Enden gleich dem Knauf kugelig gebildet sind.

Der üblichen ersteren Gefäßform nachgebildet, entfaltet der Zivil.-D. des 18. Jh. hier nochmal die ganze Anmut und Pracht des Rokokos in köstlichen Gebilden (Abb. 8), gelegentlich in Silber oder gar Gold, übersponnen mit leichtem Rokokoornament, der Griff nicht selten von bemaltem Porzellan. Die Waffe ist zum reinen Spielzeug degradiert und verschwindet mit dem Ende der Kavalierswelt E. 18. Jh. fast ganz aus dem öffentlichen Leben, nur noch mit der Beamtenuniform sich ins 19. Jh. rettend.

Als ernste Waffe dagegen behauptet sich der Offizier-D. in den Heeren der deutschen Länder, meist nach preußischem Vorbild mit einem weiter vereinfachten Gefäß von Messingguß, leicht variiert bei den verschiedenen Waffengattungen ([3]; Abb. 9). Grundform ist für das Gefäß der vom Knauf abwärtsgeschwungene Griffbügel mit einseitiger Parierstange, die sich unter Wegfall der Parierbügel in gleicher Ebene zum geschlossenen, beiderseitigen Stichblatt verbreitert.

Untrennbar vom Offizier-D. ist das um den Griffbügel geschlungene, mit Silberdraht durchwirkte Portepee, dessen herabhängendes Ende mit einer Troddel oder Quaste abschließt (Abb. 9). Dieses Offizier-Rangabzeichen kommt überall spätestens mit der Einführung der stehenden Heere und einheitlichen Uniformierung in Übung. Garnierung des D.-gefäßes mit betroddelten Schnüren sind bereits im 16. Jh. nachweisbar (Abb. 11; [3]).

IV. Das Degengehänge

Der D. ruht in der Scheide zwischen zwei mit Stoff oder mit Leder umspannten Holzspänen, die das eigentliche Gerüst der Scheide bilden, montiert an den Enden, unten mit dem metallenen Ortband, oben dem Mundblech, das zur Anbringung der Ringe fürs Gehänge dient. Bei Prunk-D. bildet schwarzer Samt als Bespannung die Regel. Die ursprüngliche Tragweise des D. sieht wie beim Schwert zwei Riemen vor, den hinteren, an dem die Scheide hängt, seitlich am Leibgürtel befestigt. Der vordere Riemen, der am Gurt vorn in der Mitte der Taille mündet, erfüllt die doppelte Funktion, ein Nachhintenschlagen des D. zu verhindern und als Handhabe zum Nachvornziehen der Scheide zu dienen, wenn der Mann „vom Leder zieht“ (Abb. 10, 11). Gegen E. 16. Jh. entwickelt sich aus dem seitlichen Trageriemen, zunächst noch von zwei Schlingen gebildet (Trabant auf dem Wandgemälde im Rittersaal von Schloß Trausnitz von 1578, Fr. Sustris zugeschr.), die breite dreieckige Degentasche mit zwei Gruppen von je drei oder vier Schlingen; von ihr geht vorn der Leitriemen aus, der zur Gürtelmitte führt (Abb. 12). D.-tasche und Leitriemen pflegen mittels Haken am Leibgurt eingehängt zu werden und bilden das eigentliche „Gehänke“. Von der künstlerischen Ausstattung dieser D.-taschen, die Gelegenheit zu höchstem Aufwand in Material und Kunststickerei bieten, geben die Garnituren der ehem. Dresdner Rüstkammer eine Vorstellung (Abb. 3). – Der Barock bringt vorübergehend im 2. Dr. 17. Jh. eine bandeliermäßige Tragweise zur Herrschaft, d. h. die D.-tasche wird beibehalten, aber unter Wegfall des Leibgurts in Art des Bandeliers verlängert und um Schulter und Brust gelegt, hier mit einem von der D.-tasche kommenden zweiten kurzen Riemen verschnallt, von da, wo vordem der Leitriemen entsprang (Abb. 13). In einer Folge von Radierungen Willem Buytewechs um 1614 mit sieben Edelmännern verschiedener Nationen begegnet diese damals augenscheinlich neue Tragweise allein beim Vertreter Schottlands. Eine Reihe reich bestickter Bandeliere im ehem. Dresdner Historischen Museum [7] bezeugen aufs eindrucksvollste die Aufnahme dieser neuen Art von Wehrgehängen auch in Deutschland. Die neue Tragweise wird unter Vorangang der französischen Armee vor allem in die Uniformierung der deutschen Truppenverbände, etwa der kurbrandenburgischen, übernommen (Abb. 13). – Im 3. Dr. 17. Jh. löst die alte Tragweise das Bandelier wieder ab, nur daß die vielen Schlingen der Degentasche zu einer schmalen, geschlossenen, dreieckigen Tasche zusammengeschmolzen sind, in die die nunmehr allein gültige Lederscheide mittels Messinghaken eingehakt wird. Denn das Gehänge der D.-tasche tritt trachtlich nicht mehr hervor, da der D. von jetzt ab untergeschnallt wird, d. h. unter der Weste unmittelbar auf der Hose und die D.-tasche unter dem Rockschoß verborgen liegt, eine Tragweise, die von nun ab vom Militär wie Zivil endgültig beibehalten wird.

Zu den Abbildungen

1. Benennung der Gefäßteile. Zeichnung nach einem D. des Georgiritterordens von Daniel Sadler. München, B.N.M. Um 1600. Zeichnung Herbert Knötel, Berlin-Wilmersdorf.

2. Ehem. Berlin, Zeughaus. Oberer Teil einer D.-Klinge mit zweireihigen Durchbrechungen, sog. „Giftzügen“. Um 1600. Phot. Mus. f. dt. Geschichte.

3. Ehem. Dresden, Hist. Mus. D.- und Dolchgarnitur mit Hoheitszeichen Kurf. Christians I. von Sachsen. Gefäß gebläut mit reichem Eisenschnitt von Othmar Wetter, Messerschmied und Eisenschneider, München; Klinge spanisch. Um 1590. Nach [7] Taf. 56.

4. Ehem. Berlin, Zeughaus. D. mit gebläutem Gefäß in feinem Eisenschnitt, dem Berliner Eisenschneider Gottfr. Leihgebe zugeschrieben. Um 1660–80. Phot. Mus. f. dt. Geschichte.

5. Ehem. Dresden, Hist. Mus. Links D.- und D.-taschengarnitur mit kursächs. und kurbrandenburg. Wappen, vermutl. Geschenk der Kurf. Sophie an ihren Sohn Kurf. Christian II. von Sachsen. Gefäß Gold mit Türkisen besetzt, Dresdener Arbeit um 1606; Klinge Toledo; D.-tasche mit Goldstickerei und bunt emaillierten Reiterfiguren. – Rechts Garnitur von D., D.-tasche und Leibgürtel. Gefäß Gold in Durchbrucharbeit mit Dekor in schwarzem, Figuren in weißem Email und mit Diamantrauten. D.-tasche und Gürtel schwarzer Samt mit Perlstickerei, Goldemail und Diamanten. Deutsch (süddt.?) um 1610–20. Nach [7] Taf. 51.

6. Ehem. Berlin, Zeughaus. D. angebl. des Wallenstein. Gefäß mit gebläutem Ornament auf vergoldetem Grund. Daniel Sadler, München, um 1620–30. Nach [4].

7. Ehem. Berlin, Zeughaus. Deutscher Reiter-D. 17. Jh. Phot. Mus. f. dt. Geschichte.

8. Ehem. Dresden, Hist. Mus. Zivil-D. mit gebläutem Gefäß und Rokokoornamenten. Deutsch, Mitte 18. Jh. Nach [7] Taf. 65.

9. Ehem. Berlin, Hohenzollern-Mus. D. Friedrichs d. Gr. Um 1780. Zeichnung Helmut Nickel, Berlin-Wilmersdorf.

10. und 11. Heinrich Aldegrever, zwei Tänzergruppen aus der Kupferstichfolge der 12 Hochzeitstänze (Nr. 6 und 9; B. 165 und 168). 1538. Photo Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt a. M.

12. Girard Thibault, Academie de l’Espé, Leiden 1628, Titelblatt, Ausschnitt. Phot. Walter Steinkopf, Berlin-Dahlem.

13. Ehem. Berlin, Schloß. Bildteppich „Stettin“ aus der Teppichfolge der Manufaktur Paul Mercier, Berlin. Inschrift: „Sedinum redactum 1677“. Ausschnitt: Kurbrandenburgische Offiziere. Um 1695. Phot. Staatl. Bildstelle 1476. 302.

Literatur

1. Wendelin Boeheim, Handbuch der Waffenkunde, Leipzig 1890. – 2. Gust. Hergesell, Die Fechtkunst im 15. u. 16 Jh., Prag 1896. – 3. H. Kling, Geschichte der Bewaffnung, Kleidung und Ausrüstung des kgl. preuß. Heeres. Die Kürassier- und Dragonerregimenter seit A. 18. Jh. Weimar 1906. – 4. Hans Stöcklein, Meister des Eisenschnitts, Eßlingen 1922. – 5. Friedr. Sommer, Der Klingenhandel der Solinger Handwerksbrüder, Zs. f. Hist. Waffen- u. Kostümkde. N.F. 1, 1923–25, 13–25. – 6. Heinr. Kelleter, Geschichte der Familie J. H. Henckels in Verbindung mit einer Gesch. der Solinger Industrie, Solingen 1924. – 7. Erich Haenel, Kostbare Waffen aus der Dresdner Rüstkammer, Leipzig 1927.

Verweise