Christkind als Attribut

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englisch: Christ Child (as attribute); französisch: Jésus (comme attribut), Enfant Jésus (comme attribut); italienisch: Gèsu Bambino (some attributo).


Hans Wentzel (1953)

RDK III, 608–609


RDK III, 607, München, M. 18. Jh.

Das C. ist das natürliche Attribut der Maria, um sie als Gottesmutter zu kennzeichnen. Zusammen mit der Maria kann es das Attribut der hl. Anna als Großmutter Christi sein. Desgleichen sind Statuen des hl. Joseph sehr häufig nur durch den ihm beigegebenen Jesusknaben zu identifizieren. Stets wird der hl. Christophoros durch das C. gekennzeichnet. Nach den Ereignissen ihrer Legende können die hl. Dorothea und der hl. Antonius von Padua ein C. bzw. den Jesusknaben als Attribut haben. Bei der Darstellung des hl. Hugo kann das C. im Kelch des Heiligen stehen (Baldungs Scheibe im G. N. M.), ebenso beim hl. Andreas Avellinus (Abb.). Auch der hl. Johannes Ev. kann das C. als Attribut haben, z. B. in einer Glasmalerei des frühen 14. Jh. in Limburg/Lahn, wo er eine Scheibe mit der Figur des nackten C. auf der Hand trägt, das C. umgeben von den Einleitungsworten „Verbum caro factum est ...“ Nach J. Braun, Tracht und Attribute, können ferner folgende Heilige das Jesuskind als Attribut besitzen: Agnes von Montepulciano, Franz von Assisi, Hermann Joseph, Johannes d. Täufer, Kajetan von Tiene, Stanislaus Kostka.

Als Attribut der Demut erscheint das C. auf dem 10 m langen Tugenden- und Laster-Wandteppich vom E. 14. Jh. im Rathaus zu Regensburg: die Demut trägt als Feldzeichen eine Fahne, darauf das C. mit dem Kreuz (Inv. Bayern II, 22/III, S. 103ff.).

Zur Abbildung

München, St. Gem. Slg., Inv. Nr. 7411/6015 a. Der hl. Andreas Avellinus († 1608, hlgspr. 1712). Öl auf Leinwand, 88 × 69 cm. Deutsch, um M. 18. Jh. Phot. Mus.

Verweise