Christentum

Aus RDK Labor
Wechseln zu: Navigation, Suche

englisch: Christianity (allegory of); französisch: Christianisme (allégorie); italienisch: Cristianesimo (allegoria).


Hans Martin von Erffa (mit Benutzung eines Briefes von Walter Tunk) (1953)

RDK III, 589–590


Eine Allegorisierung des C. ist der christlichen Kunst an sich fremd. Da das C. als selbstverständliche Voraussetzung allen Daseins auch alles künstlerische Schaffen umfaßte, war eine personifizierte oder allegorische Bildvorstellung, etwa als Antithese zu anderen Religionen, undenkbar. Allenfalls könnte man die Darstellung Europas unter den Erdteilen als Antithese C.-Heidentum auffassen. Bezeichnend für das Fehlen einer eigentlichen C.-Vorstellung darf es genannt werden, daß bei Cesare Ripa wohl eine Religione, Fede Cattolica, Fede Christiana, Fedeltà, Sapienza Divina auftreten, aber keine Christianità.

Infolgedessen liegen wohl derartigen Darstellungen stets andere Inhalte zugrunde. So zeigt das Freisinger Deckenbild von Cosmas Damian Asam eine Allegorie nicht des C., sondern christlicher Tugenden, die von der hl. Weisheit, als Urgrund des göttlichen Heilsplans, entzündet werden; Sophia als Mittelpunkt heilsgeschichtlicher Darstellungen ist schon dem frühen MA bekannt (Bamberg, Kunigundenmantel, 11. Jh.). Ebenso zeigen Peter Dells Reliefs in Berlin und Nürnberg (RDK I 355/6 Abb. 9; Kat. Josephi Taf. LIX) Allegorien der christlichen Heilsordnung. Andere Darstellungen, etwa Triumphzüge, können sich auf die Religion, die Ecclesia, die Fides oder die Eucharistie beziehen.