Chanukkaleuchter

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englisch: Chanukah candelabrum, menorah; französisch: Chandelier du culte judaïque pour la fête de Chanukka, Chanukka; italienisch: Chanukka.


Julius Held (1952)

RDK III, 414–415


RDK III, 415, Abb. 1. Creglingen, 17. Jh.
RDK III, 415, Abb. 2. Rottach-Egern, 18. Jh.

C. (auch Menorah, hebr. = Leuchter) ist ein neunteiliger Leuchter für das jüdische Chanukkafest (gewöhnlich Dezember). Zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels durch die Makkabäer (165 v. C.) werden an jedem Abend des acht Tage dauernden Festes die Lichter in täglich um eins vermehrter Zahl entzündet. Das neunte, bewegliche Licht (Schammasch, hebr. = Diener) wird zum Entzünden der anderen benutzt und soll deren Entweihung für profane Beleuchtungszwecke verhüten.

Für die formale Gestaltung des C. gibt es nur eine Vorschrift: die acht Flammen sollen gleichmäßig in einer Reihe und ohne Höhenunterschiede angeordnet sein. Ausnahmen von dieser Regel kommen vor. – Das Material ist Gelbkupfer, Messing, Bronze, Zinn und Silber, selten Glas, Porzellan oder Ton.

Es gibt zwei Grundformen. a) Die – ältere – Lampenform (Abb. 2) mit kleinen Ölbehältern und einem flachen Lichtschirm, der ein Aufhängen an der Wand erlaubt. In den frühesten (italienischen) Beispielen des 15./16. Jh. schlicht dreiecksförmig mit einfachen Durchbrechungen, wird dieses Rückenschild im 17. und 18. Jh. gern mit figürlichem, symbolisch-heraldischem und rein ornamentalem Schmuck versehen.

b) Die Form des freistehenden Leuchters mit Armen (Abb. 1), nach dem Vorbild des siebenarmigen Tempelleuchters; diese Form dient hauptsächlich für Kerzenlicht. Sie tritt seit dem 16. Jh. auf, in monumentaler Größe für Synagogen jedoch anscheinend nicht vor dem 17. Jh. (vgl. auch Armleuchter, RDK I, 1088ff.).

Zu den Abbildungen

1. Creglingen, Synagoge, C. in Armleuchterform, 17. Jh. Phot. Th. Harburger, München.

2. Rottach-Egern, Privatbesitz, C. in Lampenform, 18. Jh. Messingguß, Vorderseite poliert mit gestanzten Ornamenten. Phot. H. M. v. Erffa, München.

Literatur

1. K. Frauberger in Mitt. der Ges. zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler 3, S. 39ff. – 2. E. Toeplitz, Die Menorah des Chanukkafestes. Beiträge zur jüdischen Kulturgeschichte I, 1924. – 3. Rahel Wischnitzer-Bernstein, Art. „Chanukkaleuchter“ in: Encyclopaedia Judaica V, Berlin (1930), Sp. 295-302.

Verweise