Carabas

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englisch: Carabas (bird); französisch: Carabas (oiseau); italienisch: Carabas (uccello).


Liselotte Stauch (1952)

RDK III, 335–336


RDK II, 69, Abb. 3. Allgäuisch, um 1450/60. Staatsgalerie Ottobeuren.
RDK III, 335, Friedrich Walther, Blockbuch 1470.

C. (Carbas) ist ein sagenhafter Vogel, der auf Bäumen wächst. Vom Dominikaner Franz von Retz wurde er 1417 in seinem Defensorium inviolatae virginitatis b. M. unter Bezugnahme auf Albertus Magnus benutzt als Beweis für die jungfräuliche Geburt Christi. Im Anschluß an dieses Werk entstanden zahlreiche Darstellungen der Geburt Christi, umgeben von marianischen Symbolen, zwischen denen das folgende Bild nicht fehlt: Aus Bäumen fallen Vögel oder große Früchte, denen Vögel entschlüpfen, aufs Wasser nieder.

Miniaturblatt des Wiener Kunsthist. Mus. [1 Taf. XVI] mit der Umschrift: „Arbor si carabas in hibernensi regione gignit, cur dubitas de virginitate Mariae“; Tafelbild um 1450, ehem. Gal. Schleißheim, jetzt München, St.Gem.Slg. (RDK II 69/70 Abb. 3); Votivaltar von 1426 im Zisterzienserkloster Stams in Tirol [2 Taf. 10]; Fresko des Domkreuzgangs zu Brixen; kolorierte Federzeichnung in der Handschrift des Bruders Antonius von Tegernsee 1459 (München, clm. 18077); Blockbuch von Eysenhut 1471 mit der Beischrift: „Carbas si de arbore yberna nasci claret, cur Spiritus sancti opere virgo non generarci“ [1 Taf. XXI]; Blockbuch von Frdr. Walther 1470 (Schreiber, Manuel IV, S. 368. – Abb.); Druck von G. Reyser in Würzburg 1475–80 [1].

Zur Abbildung

Friedrich Walther, Blockbuch „Defensorium inviol. virg. b. M.“, gedruckt Nördlingen 1470, zeitgenöss. handkoloriert. Ausschnitt aus Bl. 15, Expl. der St. Graph. Slg. München. Phot. St. Graph. Slg. München.

Literatur

1. Julius v. Schlosser, Zur Kenntnis der künstlerischen Überlieferung im späten MA. Jb. Kaiserh. 23, 1902, 279–338. – 2. Karl Atz, Hochgotischer Marienaltar in Stams. Zs. f. christl. Kunst 28, 1905, Sp. 321–328.

Verweise