Brot

Aus RDK Labor
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englisch: Bread; französisch: Pain; italienisch: Pane.


Hans Feldbusch (1944)

RDK II, 1221–1222


I. B. als Attribut von a. t. Personen und Heiligen

B. ist allein oder in Verbindung mit dem Wasserkrug als Zeichen der Wohltätigkeit und Barmherzigkeit ein verbreitetes Heiligenattribut. Auch Personen des A.T. können mit B. dargestellt werden: Abdias, einer der zwölf kleinen Propheten, Melchisedech (wegen seines B.- und Weinopfers; RDK I, Sp. 91, Abb. 7), Elias, Habakuk, Abigail, die Frau Davids, und Naemi, die Schwiegermutter der Ruth.

Daß die hl. Agatha B. in der Hand hält, erklärt sich aus der spät-m.a. Gewohnheit, zur Bekämpfung einer Feuersbrunft B. zu Ehren der Heiligen zu weihen und ins Feuer zu werfen (Braun, Tracht und Attribute, Sp. 37ff.). Bei der hl. Elisabeth von Thüringen erinnert das B. oder die Schüssel mit B. an das aus ihrer Legende bekannte Wunder oder ganz allgemein an ihre Wohltätigkeit (Braun, a. a. O., Sp. 208ff.). Der hl. Gallus reicht einem Bären ein Stück B. (Braun, Sp. 273f.). Bei dem hl. Gottfried, dem Gründer des westfälischen Prämonstratenserklosters Kappenberg, weist die Schüssel mit B. wieder auf seine Barmherzigkeit (Detzel II, S. 391f.). Der hl. Laurentius trägt wegen seiner Fürsorge für die Armen B. in der Hand (Braun, a. a. O., Sp. 454ff.). Maria von Ägypten ging mit drei B. in die Wüste (Braun, Sp. 495). Die Hll. Meinrad (Braun, Sp. 536f.), Nikolaus (Braun, Sp. 545ff.), Notburga (Braun, Sp. 560f.), Verena (Braun, Sp. 714ff.) und Vitus (Braun, Sp. 728ff.) begegnen uns ebenfalls mit dem B.-Attribut. Cahier nennt noch eine Reihe meist außerdeutscher Bischöfe und Äbte, die wegen ihrer Wohltätigkeit und Armenpflege B. verteilend dargestellt werden (Ch. Cahier, Caractéristiques des Saints dans l’art populaire, Paris 1867, Bd. 2, S. 595ff.).

II. B. als Attribut von Personifikationen und als Symbol

In antiken und christlichen Allegorien können verschiedene Personifikationen mit dem B.-Attribut ausgestattet werden. So sollen nach Cesare Ripa (Iconologia, Rom 1593 und später) eine Frau mit einem paar B. in der Hand das „Silberne Zeitalter“ (età dell’argento) und eine B. verteilende Frau die Misericordia, eine der acht Glückseligkeiten, personifizieren. Weiterhin gehört das B. zu den weniger geläufigen Kennzeichen der Caritas (Sauer, S. 240, u. Molsdorf, S. 214). Ein nicht sicher erkennbarer ovaler Gegenstand in der Hand der Cumanischen Sibylle ist als B. gedeutet worden (Molsdorf, S. 168). – Molsdorf (S. 156) nennt eine Darstellung aus dem Heilsspiegel (ed. J. Lutz u. P. Perdrizet, Leipzig 1907, Taf. 69), in der das B. symbolische Bedeutung gewonnen hat und in Verbindung mit Kelch und Waschschale (Fußwaschung) den Abendmahlssaal versinnbildlicht.

Literatur s. Attribut.