Brandenstein-Muster

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englisch: Brandenstein-pattern; französisch: Brandenstein (décor de porcelaine); italienisch: Stile Brandenstein.


Ludwig Schnorr von Carolsfeld (1942)

RDK II, 1106–02


RDK II, 1105, Abb. 1. Meißen, um 1741.
RDK II, 1105, Abb. 2. Meißen, M. 18. Jh.

B. ist ein reliefiertes Meißner Geflechtsmuster für Tafel- und Kaffeegeschirr. Das ältere, 1741 von Kändler geschaffene „Altbrandenstein-Muster“ (Abb. 1) hat am Rand 16 radiale Stäbe, die vier breite Felder mit weitmaschigem Diagonalgeflecht, zwischen diesen drei gleichgroße schmale Felder begrenzen, deren mittelstes glatt ist, während die seitlichen ein quadratisches Geflecht mit eingesetzten Rosetten zeigen. Das jüngere, 1744 von Eberlein geschaffene „Neubrandenstein-Muster“ (Abb. 2) hat S-förmig bewegte Stäbe, die in die Tellerfläche hineinstoßen, wo sie eine dem welligen Randausschnitt parallel laufende, ringförmige Rippe verbindet. Der Name B. rührt wahrscheinlich von dem sächsischen Kammerherrn und Hofküchenmeister Friedrich August von Brandenstein her, der das Muster zuerst für den königlichen Hof bestellte, vielleicht auch seine formale Durchbildung beeinflußte.

Zu den Abbildungen

1. Berlin, Schloßmus., Teller, Muster „Altbrandenstein“, bemalt mit dem „gelben Löwen“ (Tiger). Meißen, um 1741. Phot. Mus.

2. Berlin, Schloßmus., Terrine, Muster „Neubrandenstein“, mit bunter Vogelmalerei. Meißen, M. 18. Jh. Phot. Mus.

Literatur

1. Carl Berling, Das Meißner Porzellan, Leipzig 1900, S. 77. – 2. Festschrift zur 200jährigen Jubelfeier der ältesten europäischen Porzellanmanufaktur Meißen 1910, S. 30 u. 190. – 3. Ernst Zimmermann, Meißner Porzellan, Leipzig 1926, S. 207.