Blonde

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englisch: Blonde lace; französisch: Blonde, dentelle de soie; italienisch: Bionda, merletto di seta.


Marie Schuette (1942)

RDK II, 924–925


RDK II, 923, Abb. 1. Seidenblonde, E. 18. Jh.
RDK II, 923, Abb. 2. Baumwollblonde, 1840/48.
RDK II, 923, Abb. 3. Seidenblonde, M. 19. Jh.

Blonden sind Klöppelspitzen in weißer und schwarzer Seide – im 18. Jh. auch mit Hinzunahme von farbiger Seide – für Kleider und Haubenbesatz. Das 19. Jh. (seit etwa 1830) verwendet auch Baumwolle als Material. Der Name B. stammt von der Naturfarbe des im 17. und 18. Jh. ungebleicht verarbeiteten Seidenfadens.

Die B. ist keine selbständige Spitzengattung, sondern arbeitet nach Diderot-d’Alembert (Encyclopédie ou Dict. raisonné des sciences, des arts et des metiers, 1751) andere Spitzenarten nach, wie Mecheln, Valenciennes und Brüssel. – Die B. ist für Frankreich zuerst 1678 als Modeartikel bezeugt und hat sich um M. 18. Jh. die allgemeine europäische Mode erobert (Abb. 1). Ihren Höhepunkt erlebte sie unter Louis Philippe und der Kaiserin Eugenie (1840–70, vgl. Abb. 3). – Hauptsitze der Industrie waren in Deutschland das Erzgebirge (Abb. 2), Tondern und Liebenau; in Nordfrankreich Bayeux, Caen, Cambrais, Lille, Chantilly (bis 1870); in England Buckinghamshire. Die Seidenblonde wird heute nicht mehr gearbeitet, dagegen wird in Tondern und Buckinghamshire ihre Art in Leinen geklöppelt.

Zu den Abbildungen

1. Leipzig, Kunstgewerbemus., Seidenblonde. Frankreich, E. 18. Jh. Phot. H. Kirchhoff, Leipzig.

2. Ebd., Erzgebirgische Baumwollblonde, Probe in dem Musterbuch eines erzgebirgischen Fabrikanten der Jahre 1840–48. Phot. H. Kirchhoff, Leipzig.

3. Ebd., Erzgebirgische Seidenblonde. M. 19. Jh. Phot. H. Kirchhoff, Leipzig.

Literatur

Emil Hannover, Tønderske Kniplinger, Kopenhagen 1911.

Verweise