Birn, Birnbaumholz

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englisch: Pear wood; französisch: Bois de poirier; italienisch: Pero, legno di pero.


Ernst Friedrich Bange (1940)

RDK II, 767–768


RDK II, 767, Um 1530. Berlin, Deutsches Museum.

Das Birnbaumholz – zäh und hart, in der Färbung wechselnd zwischen rotbraun und rotgelb – hat in allen Epochen der deutschen Bildhauerkunst, in denen Kleinplastiken entstanden sind, neben Buchs, Nußbaum und Ahorn zu den bevorzugten Hölzern gehört.

Bei den Bestimmungen der Holzarten in älteren Katalogen und Sammlungsinventaren sind Buchs und B. vielfach verwechselt worden (Buchs ist härter als B., engporiger im Schnitt und dunkler in der Färbung); eine sorgfältige Überprüfung ergibt, daß es sich in der Mehrzahl der Fälle statt des meist angegebenen Buchsholzes um B. handelt. Eine besondere Rolle hat das B. im Bereich der Schaumünze des 16. Jh. gespielt. Die Zahl der in B. geschnittenen Medaillenmodelle ist überraschend groß (Abb.).

Ob B. gelegentlich auch in der Absicht verwendet worden ist, das kostbarere Buchsholz vorzutäuschen, ist nicht überliefert; da es sich zum Schwarzbeizen eignet, hat es häufig als Ersatz für Ebenholz gedient. Beispiele hierfür bieten in erster Linie die Augsburger Silber- und Goldschmiede-Werkstätten vom E. 16. Jh. und Beginn des 17. Jh. Die hier zahlreich entstandenen, mit Treibarbeiten und Plaketten geschmückten Ebenholz-Altärchen haben sich in vielen Fällen diese Eigenschaft des B. zunutze gemacht.

Zur Abbildung

Berlin, D.M., Medaillenmodell mit dem Porträt einer jungen Frau. Von einem Meister in der Art Friedrich Hagenauers. Birnbaumholz. Dm. 7,8 cm.

Verweise