Bettelordenskirchen, Kirchen der Bettelorden (ordines mendicantium)

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englisch: Friars churches, churches of mendicant orders; französisch: Eglises d'ordres mendiants, ordres mendiants, églises des; italienisch: Chiese degli ordini mendicanti.


Leopold Giese (1939)

RDK II, 394–444


RDK I, 1255, Abb. 5. Landau (Pfalz), 14. Jh.
RDK I, 1261, Abb. 10. München, 1327ff. und 1621ff.
RDK I, 1263, Abb. 11. Erfurt, 1289–1325.
RDK I, 1265, Abb. 13. Mainz, Augustinerkirche, 1769–74.
RDK I, 1265, Abb. 14. Mainz, Augustinerkirche, 1769–74.
RDK II, 395, Abb. 1. Prenzlau, St. Johannis, M. 13. Jh.
RDK II, 395, Abb. 2. Brandenburg, St. Johannis, um 1300.
RDK II, 397, Abb. 3. Regensburg, um 1270, Chor 1. H. 14. Jh.
RDK II, 397, Abb. 4. Eßlingen, St. Paul, ca. 1250ff.
RDK II, 399, Abb. 5. Regensburg, um 1270, Chor 1. H. 14. Jh.
RDK II, 399, Abb. 6. Eßlingen, St. Paul, ca. 1250ff.
RDK II, 399, Abb. 7. Erfurt, Predigerkirche, 1308ff.
RDK II, 401, Abb. 8. Regensburg, um 1270.
RDK II, 401, Abb. 9. Regensburg, um 1250.
RDK II, 403, Abb. 10. Eßlingen, St. Paul, ca. 1250ff.
RDK II, 405, Abb. 11. Erfurt, Barfüßerkirche, 1291ff.
RDK II, 409, Abb. 12. Regensburg, um 1250.
RDK II, 409, Abb. 13. Frankfurt a. O., 1516–25.
RDK II, 409, Abb. 14. Dortmund, 1331ff.
RDK II, 413, Abb. 15. Augsburg, 1512ff., Umbau 1716ff.
RDK II, 413, Abb. 16. Imbach, Pfarrkirche, ca. 1270–80.
RDK II, 415, Abb. 17. Stralsund, St. Katharinen, 1287–1317.
RDK II, 415, Abb. 18. Breslau, Dorotheenkirche, 2. H. 14. Jh.
RDK II, 417, Abb. 19. Thorn, Marienkirche, M. 14. Jh.
RDK II, 417, Abb. 20. Brandenburg, St. Johannis, um 1300, Chor 1. H. 15. Jh.
RDK II, 419, Abb. 21. Wien, 1330ff.
RDK II, 421, Abb. 22.–24. Spabrücken, 1731–46.
RDK II, 423, Abb. 25. Posen, Josefinerkirche, M. 17. Jh.
RDK II, 425, Abb. 26. Regensburg, 1660ff.
RDK II, 425, Abb. 27. Paderborn, gew. 1681.
RDK II, 429, Abb. 28. Reisach (Obb.), 1737–46.
RDK II, 433, Abb. 29. München, St. Anna auf dem Lehel, 1727–30.
RDK II, 437, Abb. 30. Graz, Pfarrkirche St. Andrä, 1612–27.

I. Die Bettelorden

Zu den Bettelorden gehörten zunächst die Franziskaner (1. Regel 1220) und die Dominikaner (Bestätigung 1216, Umbildung im Anschluß an die Regel der Franziskaner 1220), dann die Karmeliter (1245), die Augustiner-Eremiten (1303), die Serviten (endgültig 1567). Eine Anzahl späterer Bettelorden blieb für die kunstgeschichtliche Entwicklung ohne Bedeutung.

Die Entstehung der Bettelorden hing zusammen mit der Vertiefung des religiösen Lebens und Kritik an kirchlichen und sozialen Mißständen im 13. Jh. Apostolische Einfachheit, Sittenstrenge, Armut, Entbehrung und Pflichteifer waren die Merkmale des mönchischen Lebens der neuen Orden, kraft deren sie der Kirche zu Hilfe kamen, durch die sie aber auch großen Einfluß auf das Volk gewannen. Der Inhalt ihrer Tätigkeit umfaßte Predigt, Beichte, Seelsorge, Armen- und Krankenpflege, Wandern, Almosensammeln. Im Gegensatze zu den Benediktinern und Cisterziensern suchten sie die damals mächtig aufblühenden Städte auf. Zwar füllten sie nach der ursprünglichen Absicht der Stifter keine festen Wohnsitze haben, sondern predigend umherziehen, doch ließ sich diese Bestimmung nicht lange durchführen. Anfangs siedelten sie sich außerhalb der Stadtmauer an, häufig bei den Stadttoren „extra muros ante portam“, später innerhalb der Befestigung, oft am Flusse, meist aber an der Stadtmauer. – In den Städten wandten sich die Franziskaner der ärmeren Bevölkerung zu, während die Dominikaner Beziehungen mit dem höheren Bürgertume anknüpften. In jeder einigermaßen bedeutenden Stadt gab es Niederlassungen eines oder beider Orden. Das Ideal der Armut und die Betonung der Predigt waren geeignet, die Ordensmitglieder in enge Fühlung mit allen Schichten der Bevölkerung zu bringen. So erfreuten sich die Orden der Unterstützung weiter Kreise. – Infolge des Armutideals waren die Orden anfangs auf das Einsammeln milder Gaben angewiesen, wozu besondere Mönche, die Terminanten, die eigene Terminhäuser hatten, bestellt waren. In der weiteren Entwicklung fiel die Forderung völliger Bedürfnislosigkeit von dem Augenblick an fort, da an Stelle des Wanderpredigertums die Seßhaftigkeit trat. Die Bettelorden wurden der weltlichen und geistlichen Aufsicht entzogen, allein der Kurie unterstellt und mit mancherlei Privilegien ausgestattet. Die stabilitas loci der alten Orden galt nicht für sie. Die Mitglieder wurden dem ganzen Orden verpflichtet und waren daher nicht an ein bestimmtes Kloster oder an eine bestimmte Provinz gebunden, sondern konnten jedem beliebigen Konvente des Ordens zugeteilt werden. Sie durften überall predigen, Beichte hören, Messe lesen, da überall die Pfarrkirchen zu ihrer Verfügung standen. So verpflichtete z. B. Honorius III. in mehreren Schreiben die gesamte Geistlichkeit dazu, die Predigerbrüder überall aufzunehmen und zu unterstützen. Diese Eingriffe in die Pfarrgerechtsame führten zu Zusammenstößen mit dem Pfarrklerus, auch ein Grund für Errichtung eigener B.

II. Bautypen der B.

Um 1250 begannen die Bettelorden Kirchen zu bauen. So verschieden die B. im Typus sind, so zeigte sich doch bei allen eine übereinstimmende unverkennbare Baugesinnung: das Ideal der Armut und die Bedeutung der Predigt gaben ihnen ihren Charakter. Einerseits tritt die Tendenz zur Einfachheit, Schlichtheit und Strenge in Körper- und Raumform, zur Sparsamkeit und Beschränkung in den Einzelheiten und den Bauformen in den Vordergrund – was an die Baugepflogenheit der Zisterzienser erinnert –, andererseits das Streben, Räume zu gestalten, die im Gegensatz zu den älteren Ordenskirchen mit ihrem auf Altardienst und Messe eingestellten Kultus in der Hauptsache zunächst für die Aufnahme und die Sammlung des Volkes bei der Predigt dienen sollten, Predigträume voll Weite und Klarheit. So entstanden Werke, die sich auszeichnen durch edle Verhältnisse und gute Proportionierung, durch große Linien und monumentale Wirkung, durch kubische Körperhaftigkeit und zusammengefaßte Masse, durch großartige Raumgestaltung, durch solide Technik und saubere Ausführung. Für die Baugesinnung der Bettelorden ist eine Stelle im Testamente des hl. Franz von 1226 charakteristisch, wo die Brüder gewarnt werden, Kirche, Wohnung und sonstige Bauten in einer der hl. Armut nicht entsprechenden Weise anzunehmen. Wenn auch 1230 das Testament vom Papste für unverbindlich erklärt wurde, so zeigt sich doch, daß diese Einfachheit und Schlichtheit betonenden Ideen bei Errichtung der B. wirksam waren. Das ist um so bedeutsamer, als die B. nicht wie bei den Zisterziensern durch Ordensbrüder, sondern durch Laienbauleute ausgeführt wurden. Die Dominikanerregel gibt an, daß Laienbausachverständige die Begutachtung und die oberste Entscheidung über den Bauplan hatten, daß aber ein Ordensbruder die besonderen Forderungen des Ordens vertrat und als „praefectus operum“ bei der eigentlichen Bauführung ausschlaggebend war. Die Konstitutionen der Dominikaner von 1228 schrieben schlichte Bauten vor. Die der Franziskaner von 1239 hatten vielleicht auch den Kirchenbau berücksichtigt; sie wurden 1260 als statuta capituli generalis Narbonensis auf dem Generalkapitel zu Narbonne unter Bonaventura neu gefaßt, wahrscheinlich um ältere Vorschriften aufzufrischen. Diese Statuten enthielten auch einige Vorschriften, die ähnlich wie bei den Zisterziensern als Verbote gehalten sind. So „§ 8: die Kirchen sollen nicht gewölbt werden, außer über dem Hochaltar ...; § 15: da aber eine überflüssige und sehenswürdige Ausstattung der Armut widerspricht, ordnen wir an, daß man je nach dem Gebrauche des Ortes streng vermeide, die Gotteshäuser durch Bilder, getriebene Arbeiten, Fenster und Säulen, ebenso durch besondere Länge und Breite zu einer Sehenswürdigkeit zu machen ...; § 16: auch sollen ferner nirgends Glockentürme in Gestalt von einzeln stehenden Türmen errichtet werden“. Für die erste Bautätigkeit sind Idealpläne und Bauformeln, auch wohl ein Austausch von Musterplänen wahrscheinlich. Es gibt einige österreichische B., bei denen an unmittelbare Planübertragung oder Verwendung bestimmter Verhältniszahlen zu denken ist. Vermutlich wanderten auch geschulte Kräfte von einem Kirchenbau zum anderen und verbreiteten so die Bauideen; darauf weisen gleiche Einzelformen in verschiedenen B.

III. Die mittelalterliche Choranlage

Einige wenige B. des 13. Jh. nördlich der Alpen zeigen im Anschluß an oberitalienisch-süddeutsche romanische Anordnung einen dreiteiligen Chor (Dominikaner in Friesach und Regensburg). Die Regel ist bei B. nördlich der Alpen die Einchörigkeit, eine ganz unitalienische Erscheinung, und zwar in der Form des flachen, aus dem Achteck, dem Zehneck und dem Zwölfeck entwickelten Chorschlusses. Der am häufigsten verwendete ⅝-Chor weist auf französischen Einfluß (französischer Dominikanerkirchen in Toulouse, Arles). Dieser unmittelbar an das Langhaus anschließende Kurzchor (vgl. Koblenz, Inv. Rheinprovinz 20, 1, S. 231) forderte im Gegensatz zum flachgeschlossenen die Wölbung, was auch mit der Bestimmung der Konstitutionen zusammengeht, daß über dem Hauptaltar ein Gewölbe erlaubt sei. Aus dem Kurzchor entwickelte sich seit M. 13. Jh. der einschiffige Langchor, da einmal mehr Raum für die wachsende Zahl der Mönche nötig wurde, zum andern aber die innige Verbundenheit von Bettelmönchen und Volk mehr und mehr aufgegeben und damit auch wieder architektonisch die Trennung von Mönchs- und Laienkirche betont wurde, wozu auch die Einfügung des Lettners vor dem Chor beitrug. Der Lettner hatte entweder nur die Breite des Chores oder ging durch die drei Schiffe des Langhauses durch.

Diese Abtrennung des Chores vom Gesamtinnenraum verlieh dem Gedanken der einheitlichen Laienpredigtkirche stärksten Ausdruck (Franziskaner in Eßlingen, Rothenburg o. T., Kolmar, Angermünde, Danzig; Minoriten in Höxter, Dominikaner in Erfurt, Leipzig; Karmeliter in Hirschhorn; Augustiner in Hirzenhain). – Auf zwei Wegen wurde die Verlängerung des Chores erreicht. Der Kurzchor wurde nach Westen in das Langhaus vergrößert, indem der östliche Teil des Mittelschiffes gegen die Seitenschiffe durch Mauern abgetrennt und zum Chore gezogen wurde (Dominikaner in Eßlingen mit 2 Jochen, Abb. 6; in Regensburg mit 4 Jochen, Abb. 5; in Erfurt mit 5 Jochen, Abb. 7), oder er wurde nach Osten verlängert, zunächst um 1 Joch, wie es scheint zuerst in Westdeutschland (Dominikaner in Frankfurt a. M., Minoriten in Köln, Dominikaner in Prenzlau, Straßburg), um 1270 wurden dem Chorschlusse 2 Joche hinzugefügt (Dominikaner in Speyer, Jena; Franziskaner in Berlin, Weida), den frühesten 2jochigen Chor in Österreich zeigte höchstwahrscheinlich der erste Bau der Dominikaner in Wien (M. 13. Jh.). Der Chor der Minoritenkirche in Bruck a. d. Mur (E. 13. Jh.) mit 2 fast quadratischen Jochen und in Wels (um 1300) mit 2 schmaleren Jochen stellen wie auch die nicht sehr zahlreichen 2jochigen deutschen Chöre wichtige Stufen in der Entwicklung zum gestreckten Langchor der B. dar. Das Ziel wurde um 1300 erreicht. Die Chöre erhielten 3 und mehr Joche, eine Gestaltung, die in Österreich, Deutschland und der Schweiz ziemlich gleichzeitig erfolgte. Die Joche wurden schmaler, die Verhältnisse des Inneren ergaben einen mehr in die Breite entwickelten Raum gegenüber den schlankeren Verhältnissen des 13. Jh. Die Seitenschiffe schließen flach. (3jochige Langchöre: Franziskaner in Eßlingen, Ingolstadt, Halberstadt; Minoriten in Münster i. W., Soest; Dominikaner in Brandenburg, Retz, Friesach, Leoben; 4jochige: Dominikaner in Würzburg, Neuruppin; Franziskaner in Regensburg, Abb. 5 u. 8; Erfurt, Abb. 11; 6jochige: Dominikaner in Straßburg, zweiter Bau nach 1307, Minoriten in Breslau.)

IV. Kirchentypen

Wenn auch die Bettelorden bestimmte Eigentümlichkeiten in ihren Kirchen herausbildeten, ein festes Bauschema schufen sie nicht. Obwohl in der Frühzeit – schon bedingt durch die Entstehungsgeschichte und die Verschiedenheit der Organisation der Orden – Franziskaner und Dominikaner bauliche Unterschiede zeigten, etwa darin, daß die Dominikaner zuerst die Wölbung aufnahmen, in Österreich die Hallenform einführten, die Franziskaner mehr die flachgedeckte Weiträumigkeit bevorzugten, so sind doch keineswegs in der Gesamtentwicklung der Ordensbaukunst Sonderungen zu machen. Im MA haben die Bettelorden eine Reihe Typen ihren Kirchen zugrunde gelegt, deren entwicklungsgeschichtliche Abfolge nicht auch eine zeitlich bedingte Folge darstellt, vielmehr laufen die Vertreter der einzelnen Raumtypen nebeneinander her. Alle Typen entbehren des Querschiffes.

1. Der Saalbau

Am klarsten gibt der flachgedeckte querschifflose rechteckige Saalbau die zum Zwecke der Predigt geforderte Weiträumigkeit, verbunden mit der durch das Prinzip der Armut bedingten Einfachheit. Wenn auch die romanische Zeit einschiffige flachgedeckte Kirchen kannte, so wurde diese Raumform in Deutschland doch nur bei einfachen Pfarrkirchen angewandt. Die Bettelorden schufen mit der gewaltigen Saalwirkung ihrer Einräume etwas unerhört Neues zu einer Zeit, da das vielgliedrige hochgotische System herrichte. Im Grundriß rechteckig, geschlossen durch die vier Wände und die Flachdecke, sammelte dieser Raum Priester und Laien um die Kanzel, die in der Mitte einer Längswand angebracht zu denken ist (Franziskaner in Lausanne, 15. Jh.). Die weite Einräumigkeit dieser Säle haben dem Norden die B. Italiens gebracht. In ihnen sind für die Entwicklung der deutschen B. wichtige Elemente gegeben: das neue Raumempfinden der Großräumigkeit und der Raumvereinheitlichung, die Querschifflosigkeit, auch der flache Schluß der Seitenschiffe bei dreischiffigen Anlagen. Bei dieser einfachsten Gestalt der rechteckigen Saalkirche fehlte ein gesonderter Mönchs- und Altarraum. Eine Erweiterung brachte die Zufügung eines solchen zum Saalbau in gleicher oder schmalerer Breitenentfaltung mit flachem oder polygonem Schluß. Bald trat trotz des Wölbeverbotes neben den flachgedeckten der gewölbte Saal. Diese Gruppe gewölbter einschiffiger Anlagen verschmolz Langhaus und Chor zu einem Einheitsraum. In späterer Zeit wurden viele dieser einschiffigen B. durch Anbauten, insbesondere durch ein zweites Schiff, zu meist unsymmetrisch zweischiffigen Bauten umgestaltet, auch häufig mit einem Langchor versehen. Die einschiffige Saalkirche war in Norddeutschland weit verbreitet. In der Mark Brandenburg findet sich oft eine langgestreckte Anlage, meist gewölbt, seltener flachgedeckt, gerade hier jedoch z. T. später durch ein schmales Seitenschiff erweitert. Einfacher Rechtecksaal: Franziskaner Prenzlau, 13. Jh., Abb. 1; Brandenburg, 2. Bau um 1300, Abb. 2; Kottbus, 14. Jh. Saal mit ⅝-Schluß, einst gewölbt: Augustiner Königsberg i. N., nach 1290; Dominikaner Luckau, 1291; Soldin. Vielleicht sind auch die Franziskanerkirchen in Angermünde und in Berlin (um 1250) als einfache Rechtecke zu rekonstruieren. – Die angrenzenden sächsisch-thüringischen Gebiete haben in ihren bedeutenderen Kirchen verwandte Anlagen. Rechtecksaal, gewölbt: Franziskaner Aschersleben, E. 13. Jh.; flachgedeckt: Franziskaner Barby; Arnstadt, 13. Jh.; Augustiner-Eremiten Gotha, 14. Jh.; mit eingezogenem Rechteckschor: Barfüßer Mühlhausen in Thüringen, 13. Jh.; Dominikanerinnen Weida. Gewölbter Saal mit ⅝-Schluß: Dominikaner Jena, 15. Jh. Flachgedeckter Saal mit gewölbtem ⅜-Langchor: Klarissen Weißenfels, E. 13. Jh. – In Obersachsen ist die Augustinerkirche in Grimma (1290) ein schlichter flachgedeckter langer Rechtecksaal, während die Franziskanerkirche zu Löbau ursprünglich ein flachgedecktes Laienhaus auf breiterem Rechteck und einen gewölbten eingezogenen Chor mit 2 Jochen und ⅜-Schluß umfaßt. – In Hessen treten ganz einfache Anlagen auf, Franziskaner in Marburg, Augustiner in Alsfeld, Karmeliter in Hirschhorn, Barfüßer in Oppenheim; eine einfache große Raumwirkung hat die Dominikanerkirche in Wimpfen a. B. in ihrem Rechtecksaal mit gewölbtem eingezogenem ⅝-Langchor. In Gelnhausen erbauten die Barfüßer um 1250 eine Rechteckskirche mit 5 kreuzgewölbten breiten Jochen und im 14. Jh. eine zweite Kirche als einheitlich langgestreckten Wölbungsbau mit 5 schmalen Jochen im Laienhause und 4 im ⅝-Chor. – Im Rheinland sind die Saalkirchen sehr schlicht. Auf das 13. Jh. zurückgehende sehr langgestreckte Anlagen zeigen die Minoritenkirche in Duisburg und die Dominikanerkirche in Wesel. Im späten 15. Jh. wurde der Typus von den Franziskanern der strengen Observanz in Brühl (1491) noch befolgt, ein langgestreckter Raum, dessen 4 westliche Joche den polygonschließenden Chor umfassen. Die dem 14. Jh. entstammenden Saalkirchen sind von kürzerer Ausdehnung, meist gewölbt, z. T. mit polygonem Chorschluß: Karmeliter Boppard, Augustiner Mariental, Franziskaner Kreuznach. Eine gute harmonische Wirkung vermittelt die Augustinerkirche in Niederwerth (1474), das dreijochige Langhaus mit eingezogenen Strebepfeilern ist breiter als der ⅝-Langchor. – In Nordostdeutschland treten in der Hauptsache 2 Typen der Saalkirche auf. Am häufigsten der langgestreckte Rechtecksaal mit nicht abgesetztem plattschließendem Chor (Backsteinbauten), in Mecklenburg: Klarissen Ribnitz; in Pommern: Augustinerinnen Pyritz, Augustiner Jasenitz, Dominikaner Stolp; in Ostpreußen: Franziskaner Wartenburg; in Posen: Franziskaner Gnesen. Der andere Typus gibt einen rechteckigen Laiensaal und einen eingezogenen Chor; in Westpreußen: Dominikaner Dirschau; in Schlesien: Dominikanerinnen Ratibor, Minoriten Löwenberg und Görlitz (ursprünglicher Zustand). Die spätesten Anlagen, 15. und 16. Jh., in Posen: Dominikanerinnen Posen, Klarissen und Bernhardiner Bromberg. Die meisten dieser B. sind gewölbt, viele auf eingezogenen Strebepfeilern. In Süddeutschland ist die einschiffige flachgedeckte oder gewölbte Saalkirche weniger häufig. Die zwei Haupttypen sind der langgestreckte Einheitsraum mit polygonem Schluß und der in breiteres Schiff und schmaleren Chor zweigeteilte Raum. In den bayrisch-fränkischen Gebieten gehören hierher vor allem die Kirchen der Frauenklöster der Bettelorden. Die bedeutendste der ersten Gruppe ist die Dominikanerinnenkirche in Lambrecht (Pfalz), 14. Jh.; einfacher sind die Dominikanerinnenkirchen in Adlersberg (O.-Pfalz), 2. H. 13. Jh., und in Frauenaurach (M.-Franken), 13. Jh. Der eindrucksvollste Saalbau der zweiten Gruppe ist die Augustinereremitinnen- spätere Dominikanerinnenkirche in Niederviehbach (N.-Bayern), spätes 13. bis 14. Jh. Einfachere Anlagen ferner in Altenhohenau, Dominikanerinnen (13. Jh.) und in Nürnberg, Klarissen (1273). In Schwaben wurde der 2. Typus bevorzugt: Franziskaner in Gmünd, Dominikaner in Ulm (1305). – In Österreich hat eine Reihe von B. die einfachste Form des flachgedeckten breiten Rechtecksaales. Neben sicher vielen gerade in kleineren Städten als B. errichteten Saalanlagen, die aber z. T. nicht mehr vorhanden, z. T. umgebaut sind, sind als bedeutsame Vertreter zu nennen die Minoritenkirchen zu Bruck a. d. Mur, Wels, Wiener-Neustadt (heute Kapuziner), die Dominikanerkirche zu Leoben, die Augustinerkirche zu Fürstenfeld, alle mit nicht viel später zugefügtem gewölbten, eingezogenen Langchor. Die gewölbten Saalkirchen zeigen die zweigeteilte Anlage mit breitem Schiff und abgesetztem Chore und die einheitliche Raumform mit gebrochenem Schluß. Den ersten Typ vertreten die Dominikanerinnenkirche in Wiener-Neustadt (um 1330) mit breitem Langchor und die Franziskanerkirche in Eisenstadt (15. Jh.). Auch in der Capistranbewegung seit M. 15. Jh. tritt eine Reihe Franziskanerkirchen mit gleicher Anlage auf: Eggenburg (1451), St. Pölten (1455 bis 1507), Graz, bei Ried am Riederberg. Der 2. Typ ist durch die heiligen Kapellen, die Haus- und Palastkapellen, aus Frankreich beeinflußt, aber erst durch die Bettelorden zur monumentalen Fassung gebracht, so daß lange und breite Einräume entstanden, wie sie etwa gekennzeichnet sind durch die Klarissenkirche zu St. Veit a. d. Glan (nach 1323), die im Grundriß eine Abmessung 1 : 3,3 aufweist und sich damit den umbrisch-toskanischen querschifflosen Saalkirchen nähert. Die ehemalige Frauenkirche der Augustiner-Eremiten in Baden ist etwas kürzer und schließt ⅝. Die Kirche der Franziskanerobservanten der Capistranbewegung in Katzelsdorf (1462) ist schmaler und länger als die Kirche in St. Veit. Unter den einschiffigen B. nimmt die Dominikanerkirche (Adalbertskirche) in Breslau (RDK I, Sp. 1361, Abb. 14) mit ihrem Querhause eine Sonderstellung ein (Langhaus 1251–62, Chor um 1300, Weihe 1330, Langhaus und Querhaus bis Chorhöhe hochgeführt E. 15. Jh.). Der lange Chor mit 5 Jochen und ⅝-Schluß hat zwei tiefe niedrige Nebenchöre mit polygonem Abschluß, die durch Mauern von ihm getrennt sind. Der Querschnitt hat das Verhältnis 1:2.

2. Die flachgedeckte Basilika

Auch im Typus der flachgedeckten Basilika ist der Einfluß der flachgedeckten einschiffigen B. Italiens spürbar. Charakteristisch ist für die Raumgestaltung – in Anlehnung an die weiten Räume der Saalkirchen – die Verbindung der 3 Schiffe im Sinne der Raumzusammenfassung durch weite und hohe Arkaden von ½ bis ⅔ Mittelschiffhöhe zur Raumeinheit. Der Typus wurde in weit überwiegendem Maße von den B. Süddeutschlands gepflegt. Hier hat er seine zweite Wurzel in der romanischen flachgedeckten querschifflosen dreiapsidialen Basilika der bayrisch-österreichischen Gebiete. Die aus Italien kommende Bettelordensarchitektur machte den Basilikatypus für die Predigtkirche brauchbar: sie betonte die Weiträumigkeit durch Erweiterung der Arkadenöffnungen und Erhöhung der Schiffe. Als Stützen wurden Rundpfeiler, später Achteckpfeiler, in Bayern die hier von jeher üblichen quadratischen Pfeiler mit Vorlagen verwandt. – In Österreich wurde die Basilika nur vorübergehend herangezogen. Aber gerade hier hat sich in der Dominikanerkirche zu Friesach (nach 1250) eine einst flachgedeckte querschifflose Basilika erhalten, die das wichtigste Beispiel für die Auseinandersetzung der italienischen flachgedeckten B. mit dem heimischen süddeutschen romanischen Typus der querschifflosen dreiapsidialen Basilika ist. Die Weiterbildung des heimischen Grundrisses zeigt sich in dem charakteristischen Langchor (nach 1265), der die noch beibehaltenen Seitenschiffapsiden weit nach Osten hin überragt. Die Vereinigung italienischer Baugesinnung mit einer bodenständigen deutschen Anlage macht sich auch im Innern geltend. Ein sehr breites Mittelschiff und sehr schmale Seitenschiffe werden durch fünf Paar schlichte weite und hohe Spitzbogenarkaden mit je vier einfachen Rechteckpfeilern zu dem einst flachgedeckten Innenraume italienisierenden Charakters verbunden, ein Eindruck, der bei diesem 45 m langen Raume viel stärker ist als bei Innenräumen süddeutscher B. wie der Dominikanerkirche in Konstanz oder der Minoritenkirche in Regensburg (Abb. 3), die räumlich und zeitlich den italienischen Bauten ferner standen. In Friesach tritt zu dem italienisierenden Langhausraume der deutsche Raum des geschlossenen monumentalen Chores. – In Bayern gibt die Minoritenkirche in Regensburg (um 1270, Abb. 3, 5 u. 8) einen charakteristischen Eindruck einer flachgedeckten Bettelordensbasilika. Sie ist neben der Dominikanerkirche der Stadt (Abb. 9 u. 12) die größte Mendikantenkirche Süddeutschlands im MA. Mit der Regensburger Kirche ist die Dominikanerkirche in Landshut (beg. 4. V. 13. Jh.) eng verwandt (1747ff. barockisiert). Ähnlich auch die Karmeliterkirche zu Abensberg (Niederbayern, 1389) und die Minoritenkirche zu Ingolstadt (14. Jh.). – Im südwestlichen Deutschland kennt die Bettelordensbaukunst eine zweite Art der flachgedeckten Basilika. Weite hochgezogene Arkaden und damit zusammengehende hohe Seitenschiffe verringern die Höhe der Obermauer im Mittelschiffe, so daß die Basilika unter Verschmelzung der drei Schiffe zur Raumeinheit einen hallenmäßigen Eindruck gewinnt. Der früheste Bau dieser Gruppe ist die Franziskanerkirche in Würzburg (um 1250–89). Eine strenge Klarheit spricht aus dem Grundriß des 6jochigen Langhauses und 4jochigen plattgeschlossenen Langchores, der Breite und ehemalige Höhe des Mittelschiffes fortsetzt. Schlichtheit und Formenstrenge, noch schwer in der Wirkung, zeichnen den hallenartigen Innenaufbau aus. Nur der Chor war gewölbt. Vgl. auch die Franziskanerkirche in Freiburg i. Br., um 1265–80. Von der Franziskanerkirche in Eßlingen (seit 1270) steht nur noch der Langchor mit drei breiten Jochen und ⅝-Schluß. Die Franziskanerkirche in Rothenburg o. T. (1285–1309) war als flachgedeckte Basilika geplant. Von eindrucksvoller und klarer Großräumigkeit ist die Dominikanerkirche in Kolmar (seit 1283), eine ursprünglich flachgedeckte Basilika mit Rundstützen. Sonstige Flachdeckbasiliken in Süddeutschland: Bayern, Augustiner in München; Schwaben, Dominikaner in Konstanz, Karmeliter in Augsburg, Nördlingen, Ravensburg, Franziskaner in Überlingen; Elsaß, Franziskaner in Kolmar, Rufach, Dominikaner in Gebweiler, Augustiner in Rappoltsweiler. Wenige Flachdeckbasiliken in Norddeutschland: Rheinland, Franziskaner in Seligental (Haupt- und nördliches Seitenschiff), Dominikaner in Koblenz; Hessen, Franziskaner in Limburg a. d. L.; Thüringen, Franziskaner in Saalfeld, Dominikaner in Eisenach.

3. Die gewölbte Basilika

Bei dem Typus der gewölbten Basilika machten sich mehr als bei der flachgedeckten heimische Eigentümlichkeiten geltend. Sie verbanden sich mit den neuen Bauideen der Bettelorden, deren Raumideal der gewölbten heimischen Basilika eine neue Gestaltung brachte: die Tendenz zur einheitlichen Raumwirkung. – Einen interessanten Übergangsbau stellt die österreichische Minoritenkirche in Stein a. d. Donau, die älteste gewölbte B. des deutschen Kulturgebietes (gew. 1264) dar. Der weite Langchor mit drei breit oblongen Jochen und ⅝-Schluß ist eine der schönsten Raumschöpfungen des frühen 14. Jh. (um 1320). Das Langhaus hat im Mittelschiff drei sechsteilige Kreuzgewölbe. – Einige der bedeutendsten deutschen B. vertreten den Typus der von vornherein gewölbten dreischiffigen Basilika. Zwei Hauptarten sind zunächst zu unterscheiden. Bei beiden sind Träger der einheitlichen Raumwirkung Mittelschiff und Chor von gleicher Breite und Höhe. – Erste Art: das breite Mittelschiff zeigt geschlossen großflächige Stützenformen (Rund-, Viereck- und Achteckpfeiler), die mit den Spitzbögen niedrige breite Arkaden bilden. Diese tragen die geschlossene ruhige Wandfläche der Hochmauern, die nur durch feine kurze in den Achsen der Stützen gelegene Konsoldienste als Auflager für die Gewölbe gegliedert werden, so daß keine architektonische Verbindung von Wölbung und Stützen besteht. Der einheitliche Raumeindruck wird durchaus beherrscht von dieser auf die Horizontale eingestellten Wand- und Deckengliederung dicht gereihter Einzelmotive, verstärkt durch die Ausschaltung des Querschiffes. – Hauptbeispiel in Süddeutschland: Dominikanerkirche in Eßlingen (um 1250/55–68, Abb. 4, 6, 10); die Dominikanerkirche in Straßburg i. E. (1. Zustand seit 1254). – Im Rheinland zeigt den Typus die zweischiffige basilikale Franziskanerkirche in Koblenz, deren 3jochiger ⅝-Langchor schon 1257 gestanden haben muß. – Die zweite Art der gewölbten Basilika verbindet die Wölbung mit den Stützen. Die Arkaden sind niedrig, die Wände als geschlossene Flächen betont im Wechsel glatter Wandbahnen und dünner Einzeldienste in schwachem Relief. So wird die Raumzusammenfassung nicht nur im horizontalen Sinne, sondern auch im vertikalen durch Verbindung der Arkadenreihe und Gewölbefelder künstlerisch zum Ausdruck gebracht. – Die süddeutsch-österreichischen Bauten haben breit oblonge Joche (Seitenverhältnis 1 :1½-1⅓) im breiten Mittelschiffe, die westdeutsch-rheinischen schmal oblonge Mittelschiffjoche (Seitenverhältnis 1 : 2) in Verbindung mit Frankreich. Das stärkste Werk der südlichen Richtung ist die Dominikanerkirche in Regensburg (seit 1250 im Bau, A. 14. Jh. voll., Abb. 9 u. 12), eine der frühesten Schöpfungen der deutschen Bettelordensgotik. Ihre Grundrißanlage verbindet das süddeutsche romanische 3apsidiale Basilikaschema mit der knappen einfachen Gotik der Bettelorden. In Österreich zeigt die Dominikanerkirche zu Krems ein Langhaus der 2. H. des 13. Jh.; in annähernder Angleichung an Höhe und Breite des Mittelschiffes schließt sich der spätere bedeutende Langchor an (A. 14. Jh.). Aus der Capistranbewegung ist die Franziskanerkirche in Langenlois (gew. 1458) zu nennen. – Die westliche Richtung ist am prägnantesten durch die Minoritenkirche in Köln vertreten (Chor gew. 1260, Langhaus E. 13. Jh.). Mit Abwandlungen im einzelnen gehören hierher die Dominikanerkirche in Koblenz (gew. 1260) und die Franziskanerkirche in Bonn (1275 bis 1317). In der Mark Brandenburg gibt die gewölbte Basilika der Franziskaner in Berlin (nach 1290) ein anderes Bild: ein kurzes 4jochiges Langhaus mit sehr breit oblongen Mittelschiffeldern baut sich auf Arkaden mit niedrigen sehr breiten Spitzbogen und schweren in romanischem Formempfinden gestalteten Pfeilern auf. Für Schlesien vertritt die späte Bernhardinkirche in Breslau (1463–1502) als Basilika eine ostdeutsche Umformung. Das Innere wird beherrscht von den breiteren Raumverhältnissen der Spätzeit und hat trotz des ausgesprochen basilikalen Aufbaues Hallencharakter. Eine eigenartige Stellung nimmt die Barfüßerkirche zu Erfurt (um 1291–1360, Abb. 11) ein. Sie stellt sich als Mittelglied zwischen den betrachteten zwei Hauptarten der gewölbten Bettelordensbasilika dar und zeigt dabei mit ihren quadratischen Mittelschiffeldern und ihren die halbe Mittelschiffhöhe übersteigenden Arkaden einen weiten Raumcharakter, der sich der dritten Art nähert. Diese dritte Art wandelte das Innere durch Emporziehen der Seitenschiffe und dadurch bewirkte Verringerung der Mittelschiffobermauer im Sinne einer einheitlichen hallenmäßigen Raumzusammenfassung ab. Als Übergangsbau ist die Augustinereremitenkirche in Landau (Pfalz; RDK I, Sp. 1256, Abb. 5, dort irrtümlich als Augustiner-Chorherrenkirche bezeichnet) anzusprechen. In Österreich vertritt die ausgeprägte Art dieser Gruppe die Dominikanerkirche in Wiener-Neustadt (E. 13. Jh.), in Mitteldeutschland die Predigerkirche zu Erfurt (seit 1308, Abb. 7; Inneres RDK I, Sp. 1048, Abb. 8), ein Langbau von 15 schmaloblongen Jochen im Verhältnis 1 : 2, von denen 10 auf das Laienhaus, 5 auf den durch einen Lettner abgeschlossenen Mönchschor kommen. Dieser ist mit 4 gegen die Seitenschiffe durch Mauern abgetrennten Vorjochen ins Langhaus gezogen und tritt mit seinem ⅝-Schluß nach Osten vor. Für Norddeutschland ist in Schlesien die Vinzenzkirche der Minoriten zu Breslau (E. 14. Jh. u. 15. Jh.) ein charakteristischer Bau der Gruppe. – Unter den gewölbten Bettelordensbasiliken nimmt die Minoritenkirche in Lübeck (13. und 14. Jh.) eine Sonderstellung ein: sie hat ein Langhaus mit breitem sehr hohen Mittelschiff, eine Art Querhaus mit 2 Jochen und einen dreiteiligen Chor von 2 Jochen und ⅝-Schluß am Mittelschiff und 4/6-Schluß an den Seitenschiffen, in zwei Geschossen; trotz der reichen, den B. sonst fremden Chor- und Querhauspartie wirkt das Raumbild einheitlich und ist der Gesamteindruck des Inneren infolge der flächigen Stützen und breiten niedrigen Arkaden von großzügiger Einfachheit und ruhiger Klarheit beherrscht, durchaus im Sinne der Bettelorden (RDK I, Sp. 1357, Abb. 11).

4. Die zweischiffige Halle

Wie der Saal so kommt die Halle mit weiten und hohen Arkaden und Schiffen gleicher oder annähernd gleicher Höhe dem Gedanken eines Predigtraumes entgegen. Die Zweiachsigkeit dieser Kirchenanlagen hängt höchstwahrscheinlich mit dem Profanbau zusammen (Kapitelsäle, Dormitorien, Refektorien mit der Kanzel für Lesungen in der Mitte einer Langseite, vgl. den Plan von St. Gallen, Sp. 253/54, Abb. 10). Zweischiffige Kirchenhallen kannte schon die romanische Baukunst, jedoch nur für kleinere Sakralbauten. Die Bettelorden übertrugen den Typus auf größere Kirchenräume. Die zweischiffige Halle findet sich wiederholt bei den B. Österreichs. Sie stehen in der langen Reihe der österreichischen zweiachsigen Kirchen zeitlich und in den Abmessungen an der Spitze. Unter ihnen gibt es einige frühe Anlagen, die von Frankreich abhängig sind; dort errichteten die Dominikaner die frühesten zweischiffigen Bettelordenshallenkirchen des 13. Jh., die Jakobinerkirchen zu Paris (vor M. 13. Jh.; abgebrochen), zu Agen (seit 1249), beide plattgeschlossen ohne abgesetzten Chor und ohne Querhaus, zu Toulouse (gew. 1292) mit schlanken Mittelsäulen und kräftiger Höhenerstreckung bei einem Gesamtquerschnitt von Höhe : Breite = 3:5. – Die erste umfangreichere zweischiffige Halle und zugleich die älteste Hallenkirche Österreichs ist die Dominikanerinnenkirche zu Imbach (zwischen 1269 und 1280, Abb. 16), die mit einem Schiffsquerschnitt H : B = 1 : 4 und einem Gesamtquerschnitt H : B = 1 : 2 an Weiträumigkeit und Höhenbetontheit das französische Vorbild übertrifft; das Langhaus hat 4 Paar längsoblonger kreuzgewölbter Joche, deren Achteckspfeiler die Raumvereinheitlichung noch befördern. Sie treten hier zum ersten Male in einer österreichischen B. auf und wirken in ihrer um 1280 in ganz Süddeutschland einzig dastehenden raumbildenden Höhe und Schlankheit bahnbrechend. Der gleichzeitige in der Mittelachse anschließende Chor ist niedrig und umfaßt ein Vorjoch mit 6teiligem Gewölbe und ⅝-Schluß. Die etwas später erbaute Klarissinnenkirche in Dürnstein (seit etwa 1290) hat einen in den Abmessungen noch über Imbach gesteigerten Kirchenraum. Als wichtiges Beispiel für die Umgestaltung einer flachgedeckten einschiffigen Saalkirche (um 1270–E. 13. Jh.) in eine große 4jochige 2schiffige Halle erweist sich die Minoritenkirche zu Enns (14. Jh., gewölbt im 15. Jh.). In Deutschland sind die zweischiffigen Hallenanlagen z. T. erweiterte Umbauten einschiffiger Säle, dann meist mit zwei ungleichen Schiffen. Die von Anfang an geplante Zweischiffigkeit findet sich nur vereinzelt im 13. Jh., gehört vielmehr in der Hauptsache Schöpfungen des 14. bis 16. Jh. an. Die bedeutsamsten Beispiele haben Hessen und Obersachsen. In Hessen herrscht eine einfache, klar disponierte Gesamtanlage: Das Hauptschiff mit breitoblongen und das Nebenschiff mit quadratischen Jochen sind gleichlang und gleichhoch und ergeben bei weiten hohen Arkaden ein sehr weiträumiges Halleninneres. Die Stützen, meist Achteckspfeiler, sind schlank und tragen Arkadenbogen im halben Achtecksquerschnitt. Darüber setzen die Gewölbe an den Wänden auf Konsolen auf. Der Langchor mit ⅝-Schluß führt das Hauptschiff in Höhe und Breite fort: Kassel, Karmeliter (um 1294–1378) Gesamtquerschnitt B : H = 1 : 1; Fritzlar, Minoriten (1. H. 14. Jh.), gestreckter im Grundriß, schlanker im Innenbau als Kassel, Gesamtquerschnitt 2 : 2⅓. Auch die Bettelordenshallen in Obersachsen haben zwei gleichhohe Schiffe, sind aber in etwas gedrückteren Verhältnissen als in Hessen gehalten. Die einzige Kirche dieser Gruppe, die von vornherein zweischiffig entworfen wurde, ist die Barfüßerkirche (Sophienkirche) in Dresden (seit 1350 im Bau) mit zwei gleich breiten Schiffen zu je 5 breitoblongen bzw. fast quadratischen Jochen und 2 ebenso breiten Chören im ⅝-Schluß. Die übrigen obersächsischen zweischiffigen Hallen – klar und regelmäßig in der Anlage – sind aus einschiffigen flachgedeckten Saalanlagen durch Teilung oder Erweiterung entstanden: Pirna, Dominikaner (2. H. 14. Jh.); Zittau, Franziskaner (15. Jh.); Oschatz, Franziskaner (gew. 1484); Leipzig, Barfüßer (1428–1502). In der Provinz Sachsen ist die St. Ulrichskirche des Klosters der Marienknechte (Serviten) in Halle (seit 1399) ein einheitlich konzipierter mächtiger Hallenraum mit zwei gleichhohen aber verschieden breiten Schiffen. – Vereinzelt tritt dieser zweischiffige Hallentypus im nordöstlichen Deutschland auf; in Westpreußen mit starker Höhentendenz: Dominikanerkirche zu Elbing (Chor 2. H. 13. Jh., Langhaus A. 16. Jh.) und zu Thorn (spätes 14. Jh., abgebrochen 1834). Die B. dieses Typus in Schlesien wurden später stark verändert, Dominikanerinnenkirche in Breslau St. Katharina (E. 15. Jh.). Die Mark Brandenburg weist einen interessanten Hallenbau auf in der Franziskanerkirche zu Angermünde, die als Neubau um 1300 die Erweiterung einer Anlage des 13. Jh. ist; wie die Verteilung der Wanddienste des Inneren – einer steht in der Mitte der Westwand – dartut, war eine 7jochige Halle geplant mit zwei gleichbreiten und gleichhoch gewölbten Schiffen, deren Höhe gleich der Gesamtbreite war; bei Anfügung des breiten Langchores von 4 Jochen und 5/10-Schluß an das Nordschiff wurde diesem die Chorbreite gegeben unter Verschiebung der Achteckspfeilerreihe nach Süden und Anlage eines entsprechend schmalen Südschiffes; damit war die heutige unsymmetrische zweischiffige Halle geschaffen, die in dem breiten, in 11 Jochen Nordschiff und Langchor umfassenden langgestreckten Hauptraume den in der Mark beliebten langen Saalkirchen nahekommt. In Westfalen sind zwei Arten von zweischiffigen Hallenkirchen zu unterscheiden. Zu den Anlagen mit gleichhohen schlanken Schiffen gehört die kurze 3jochige Dominikanerkirche zu Dortmund (seit 1331, Abb. 14). Die zweite Art, die in Westfalen ihren frühesten Vertreter hat und sich von hier besonders in Nordwestdeutschland verbreitete, zeigt eine Staffelanordnung, indem das Hauptschiff das Begleitschiff an Höhe übertrifft, ohne daß es eigene Beleuchtung durch Fenster in der Obermauer erhält; der Langchor verbindet sich stets dem Hauptschiff in gleicher Breite und Höhe. Der Ausgangsbau ist die durchgängig gewölbte Minoritenkirche in Höxter (E. 13. Jh.). Im Hannoverschen ist die gewölbte Dominikanerkirche zu Osnabrück (14. Jh.) in Grundrißanlage, Aufbau und Proportionen des Hauptschiffes mit Höxter verwandt. Die in der Anlage ihr nahestehende Franziskanerkirche zu Emden (14. Jh.) ist wohl erst vermittels Durchbruchs der Nordmauer einer einschiffigen Kirche und Anbaues des Nordschiffes zur Staffelhalle umgewandelt worden. Die Franziskanerkirche zu Hildesheim geht im Grundriß eng zusammen mit Osnabrück und Emden und zeigt auch wie der Emdener Bau eine flache Decke im höheren Hauptschiffe, dessen Querschnittsverhältnis dasselbe ist, B : H = 2 : 2½. Der Typus strahlte weiter nach Mecklenburg (Neubrandenburg, Franziskaner, A. 14. Jh.) und dem Rheingebiete aus. Im Rheinland werden diese Kirchen in der Verbindung von gleichhohem und gleichbreitem Hauptschiff und Langchor durch eine langgestreckte gewölbte Anlage charakterisiert (Düren, Franziskaner, seit 1470; Kleve, Minoriten, 1. H. 15. Jh.). Die Minoritenkirche in Andernach (um 1414) gehört dem Typus der zweiteiligen Halle mit gleichhohen Schiffen an. In Süddeutschland sind nur ganz vereinzelt zweischiffige Hallen anzutreffen. In Mittelfranken stammt die Karmeliterkirche zu Weißenburg a. Sand in ihrem Stiftungsbau aus der 1. H. 14. Jh., einem Staffelhallenbau, der ein breites, saalartiges, einst wohl flachgedecktes Hauptschiff hat mit abgesetztem hohen gewölbten Langchor und niedrigem kreuzgewölbten Nordschiff von vier breiten Arkaden. In Schwaben zeigt die Dominikanerkirche in Augsburg (1512–15, Abb. 15) trotz barocker Eingriffe den ursprünglichen sehr hohen und lichten Raum einer stattlichen gewölbten durch hohe Rundpfeilerarkaden in zwei 8jochige gleichhohe Schiffe geteilten Halle. In der Pfalz sind bei der Franziskanerkirche zu Kaiserslautern (14. Jh.) die beiden ungleich breiten aber gleich hohen Schiffe flach gedeckt und durch 5 weite hohe Rundpfeilerarkaden verbunden. Im Elsaß wurde die Halle nur sehr selten angewandt. Die basilikale Dominikanerkirche in Straßburg wurde 1307–45 zu einer Hallenanlage umgebaut (1870 zerstört).

5. Die dreischiffige Halle

Auch die dreischiffige Hallenkirche ohne Querhaus und mit Seitenschiffen, die dem Mittelschiffe an Höhe gleichkommen, schafft eine Zusammenfassung und Vereinheitlichung ihrer Raummotive, die den Bedürfnissen der B. entsprechen. Sie wurde in Deutschland von den Bettelorden zunächst da aufgenommen, wo sie die gewohnte Bauform überhaupt war: in Norddeutschland. Hier entwickelte sich der Hallentypus am folgerichtigsten in Westfalen vom späten 12. Jh. bis E. 14. Jh. Weniger einheitlich war der Werdegang in Mittel- und Süddeutschland. Während die älteste in Westfalen erhaltene B., die Minoritenkirche in Münster (Ursprungsbau um 1280), acht schmale Rechteckjoche im Mittelschiffe im Verhältnis 1 : 2, Quadratjoche in den Seitenschiffen und damit verhältnismäßig schlanke Arkaden aufweist bei niedrig gehaltener Raumform, bringt die Minoritenkirche in Soest (um 1325–30) ein neues Raumgefühl im Sinne stärkerer Raumvereinheitlichung durch ihre vier breitoblongen Mittelschiffjoche von 1 : 11/5 und längsoblongen Seitenschiffjoche bei weiter Arkadenführung und großer Breitenüberwiegung des Mittelschiffes. Ein weiter Hallencharakter mit Breitenlagerung und gedrungener Höhenerstreckung ist damit gewonnen. Mit Westfalen hängen die untereinander sehr verwandten Bettelordenshallen in der Mark Brandenburg zusammen, besonders hinsichtlich des Raumgedankens mit seiner niedrigen Raumproportion. Am Anfang steht die Dominikanerkirche in Neuruppin (um 1280/90). Ihr folgten die Dominikanerkirche zu Prenzlau (Chor 1310–20, Langhaus gew. 1343), das Langhaus der Dominikanerkirche zu Brandenburg (1311–30/40, der Chor nach 1286) und das spätgotische Langhaus der Franziskanerkirche in Frankfurt a. O. (1516–25, Abb. 13). In Obersachsen gehören die dreischiffigen Bettelordenshallen dem 15. und 16. Jh. an und haben einen breit gelagerten Raumcharakter: Franziskanerkirchen in Meißen (1447–57) und in Kamenz (nach 1493–1512) und besonders die Dominikanerkirche in Leipzig (Paulinerkirche, 1480ff., 1519–21). Im Gegensatz zu diesen Kirchen zeigen in Niedersachsen in Magdeburg die Kirchen der Augustiner (gew. 1366) und der Franziskaner (im 16. Jh. abgebrochen) hohe schlanke Verhältnisse des Innenraumes. Ein mannigfaltiges Bild bieten die B. in den Rheinlanden: die Franziskanerkirche in Aachen (Weihe des Langhauses 1327, des Chores 1390) erinnert in der Grundrißgestaltung an rheinische Bettelordensbasiliken: Anlage in fester Quadratteilung, Seitenschiffe platt geschlossen, der Aufbau gibt drei gleichhohe Schiffe bei einem Gesamtquerschnittsverhältnis B : H = 4 : 3 in sehr breiter Hallenwirkung; die Karmeliterkirche in Geldern (1400–18) mit drei gleichhohen Schiffen und drei Chören in ⅝-Schluß; die Dominikanerkirche in Marienheide (2. H. 15. Jh.) mit einem drei Quadrate umfassenden Querhause und platt geschlossenem Chore; einen weiten Halleneindruck vermittelt die Franziskanerkirche in Trier (um 1300). Im Nordosten Deutschlands herrscht bei den B. die dreischiffige Backsteinhalle vor. In Pommern ist ein Hauptbau die Dominikanerkirche in Stralsund (Chor gew. 1287, Langbau voll. 1317, Abb. 17), eine langgestreckte Anlage mit gelagertem Querschnitt von B : H = 4 : 3. Jünger ist die Franziskanerkirche in Stettin (Chor 1. H. 14. Jh., Langhaus 2. H. 14. Jh.). Ein besonders markantes, klar umrissenes Bild bieten die B. in Westpreußen. Bei diesen Hallenkirchen des 14. und 15. Jh. ist ein 6jochiges Langhaus mit gleichhohen Schiffen und starker Höhenbetonung die Regel (Ausnahme: Kulm, Franziskaner), an das sich ein platt geschlossener Langchor von 3–5 Jochen anfügt. Die Strebepfeiler sind meist nach innen gezogen, so daß zwischen ihnen Kapellen entstanden (Franziskanerkirche in Thorn, Abb. 19). Auch die B. Danzigs haben bei Einfachheit und Schlichtheit der Innenarchitektur eine gewaltige Weiträumigkeit des Hallencharakters, der auch die einfach klare Grundrißanlage der Kirchen entspricht. Nur die Netzgewölbe geben eine reiche Note, aber auch sie dienen durch Aufgabe der Jochteilung der Raumzusammenfassung: Dominikanerkirche (seit M. 14. Jh., mit älterem Langchor des 13. Jh.), Franziskanerkirche um 1480–1514. Auch Schlesien kennt eine gesteigerte Hallenanlage: Breslau, Augustinereremitenkirche (Dorotheenkirche, Chor beg. vor 1381, Langhaus um 1400, Abb. 18 u. RDK I, Sp. 1264, Abb. 12); Jauer, Franziskaner-Observanten (gew. 1489); Sagan, Minoriteli (um 1500). In Posen zeigt die Karmeliterkirche in der Stadt Posen (seit 1400 bis 2. H. 15. Jh.) hohe Raumverhältnisse bei verhältnismäßig engen schlanken Arkadenöffnungen. – Die in der Minoritenkirche in Höxter ausgeprägte Staffelform der zweischiffigen Halle mit erhöhtem Hauptschiffe wurde auch auf die dreischiffige Halle übertragen. Die weiteste Verbreitung fand diese Hallenart im 14. Jh. in dem niedersächsischen Gebiete, in dem Westfalen, Hannover, Braunschweig und Provinz Sachsen zusammenstoßen. Der Frühzeit gehören an die Kirchen der Franziskaner zu Halberstadt und der Dominikaner zu Göttingen und Halle a. S., alle drei mit breitoblongen Mittelschiffeldern und mit kämpferlosen Achteckspfeilern und Gewölben. Aus dem 3. Viertel des 14. Jh. stammt die Kirche der Franziskaner zu Braunschweig mit verwandter Jochanlage. Der Typus der dreischiffigen Staffelhalle strahlte auch nach anderen Gegenden Deutschlands aus. Die nördlichsten Vertreter an der Ostseeküste sind die Franziskanerkirche in Kiel (13. Jh.) und die Dominikanerkirche in Wismar (1. Drittel 14. Jh., Langhaus 1878 abgebrochen), der östlichste in Westpreußen die Franziskanerkirche zu Kulm. Die Proportionen der Schiffe sind – typisch für diese Gegend – sehr schlank, wobei das Mittelschiff bedeutend überhöht ist. Die westlichsten Beispiele sind am Rhein die Dominikanerkirchen in Aachen (seit 1400) und in Frankfurt a. M. (1279). Die südlichste und eine der spätesten Staffelhallen umschließt die Dominikanerkirche zu Stuttgart (1471–93). – Einige wenige dreischiffige Hallenkirchen mit flachen Decken und weiten hohen Arkaden begegnen in mittleren Gebieten Deutschlands. So gehört der Staffelart die Augustinereremitenkirche in Erfurt an (hauptsächlich ein Bau E. 13. bis M. 14. Jh., RDK I, Sp. 1263, Abb. 11). Flache Decken bei gleichhohen Schiffen haben die B. in Hildesheim (Dominikanerkirche, 14. Jh.). Auch die Dominikanerkirche in Bamberg (beg. 1310, umgebaut 15. Jh.), die schon von Anfang an auf große freie Raumbildung ausging, hat drei flachgedeckte Schiffe gleicher Höhe; der gewölbte Chor schließt 5/10. Bei den süddeutschen B. wurde die dreischiffige Halle nur ganz vereinzelt und erst spät aufgenommen. In Niederbayern hat die Karmeliterkirche in Straubing (1378– gegen 1397) den Hallencharakter des 14. Jh. trotz der Barockisierung Dientzenhofers erhalten. Ein Spätbau war die Augustinerkirche in Nürnberg (1479–88, abgebrochen 1816). In Österreich waren es die Bettelorden, die neben den Zisterziensern den Anstoß zur Wiederaufnahme der Hallenform in die Kirchenbaukunst der Gotik gaben. Dabei wurden für Österreich einige mährisch-böhmische B. wichtig wie die in Iglau, Olmütz (M. 13. Jh.), Brünn (1262–85), Eger (1285). Wie der zweischiffigen Bettelordenshallenkirche kam auch der dreischiffigen eine bedeutsame Rolle in Österreich zu. Die Dominikanerinnenkirche zu Tulln (1280–90) ist als dreischiffige Halle zu rekonstruieren; sie schloß platt und hatte längsoblonge Joche. In der österreichischen Entwicklung lassen sich in der Hauptsache drei Strömungen erkennen. Die erste wurde durch die Dominikanerkirche in Retz (voll. um 1295), eine der frühesten dieser Bettelordenshallen, eingeleitet; das 5jochige Langhaus hat fast quadratische Joche im Mittelschiffe, längs-oblonge aber sehr breite in den Seitenschiffen, so daß die durch Angleichung aller Jochfelder in der Breite sich annähernden Schiffe mit den weiten Achteckspfeilerarkaden eine italienisch anmutende Weiträumigkeit und Raumformung vermitteln; die Wölbungen ruhen überall auf Konsolen und erheben sich stark über die hohen Arkaden; damit verbindet sich die in Österreich weitverbreitete Staffelanlage mit erhobenem Mittelschiff. Die gleichfalls 5jochige Minoritenkirche in Wien (beg. kurz vor 1339) nahm die durch Retz vertretene Richtung auf und übertrug die queroblongen Joche auch auf die dem Mittelschiffe gleichhohen Seitenschiffe. Die zweite Strömung ist charakterisiert durch breitoblonge Joche im Mittelschiffe und schmal-längsoblonge in den Seitenschiffen. Die großartigste Verkörperung fand diese Richtung in der erhaltenen ältesten dreischiffigen Bettelordenshallenanlage in Wien, der 6jochigen Augustinereremitenkirche (1330–39, Abb. 21), einer vollkommenen Hallenlösung in ihrer hohen Weiträumigkeit und Raumzusammenfassung; noch in später Zeit erschien in der Dominikanerkirche zu Graz (beg. um 1500) eine Wiederholung. Die Verbindung der beiden Strömungen brachte die Karmeliterkirche in Wien (1403 wohl in der Hauptsache fertig), eine der mächtigsten Hallen österreichischer Bettelordenskunst in der Vereinheitlichung der drei Schiffe. Als später Bau folgte die Minoritenkirche in Graz in ihrem Umbau durch die Franziskanerobservanten (seit 1515). Charakteristische Anlagen für Frauenkirchen, die keinen Priesterchor brauchen, sind die Kirchen der Dominikanerinnen zu Tulln (1280–90) und der Klarissinnen zu Wien (gew. 1349) in ihrer Verbindung von dreischiffiger Halle und breitem süddeutschen Saalbau mit plattem Abschluß ohne Chorausbildung.

6. Der Außenbau

Im Außenbau haben die B. der verschiedenen Typen durchaus gemeinsame Züge. Es entspricht der Knappheit und Großzügigkeit des Innenbaues, daß der Außenbau ohne Schmuck blieb und auf große Linien und Flächen, große Körpermassen und Baumotive komponiert wurde. Zumal Chor und Fassade wurden Schöpfungen von starker Wirkungskraft in ihrer Klarheit, Einfachheit und Großlinigkeit. Bedeutsame vertikale Turmmotive im Sinne einer ausgesprochenen Ein- oder Zweiturmfront finden sich der Ordensvorschrift gemäß nicht, wenn auch das Turmmotiv als solches der Ordensbaukunst nicht fremd war. Das ungegliederte blockhafte Äußere der Saalkirche wird beherrscht von einer stark horizontal orientierten Tendenz. Auch die umfangreicheren flachgedeckten oder gewölbten zwei- und dreischiffigen B. mit ihren langen mächtigen Dächern geben ganz geschlossene Außenerscheinungen im Sinne der Zusammenfassung des Baukörpers zur Einheit unter Betonung des groß durchgehenden Dachmotivs. Gerade das Fehlen des Querhauses bedingt die Wirkung der zusammenhängenden großen Masse des Satteldachkörpers, besonders wenn Langhaus und Langchor gemeinsame Firsthöhe haben. Strebepfeiler bei Wölbungsbauten lockern nicht die Geschlossenheit des Außenbaues, denn die Bettelorden geben ihnen entweder eine möglichst einfache Gestalt in leichten abgeschrägten Abtreppungen mit oberem Giebelschluß, der höchstens am Chor eine Kreuzblume trägt, oder ziehen sie ins Innere, so daß sie wenig oder gar nicht im Äußeren in Erscheinung treten. Diese Auffassung erklärt es auch, daß in der Regel offene Strebebogen vermieden wurden. Die unter französischer Anregung stehenden B. (Minoritenkirche in Köln) zeigen über den Seitenschiffen freiliegende Strebebogen, in Köln steigen sie knapp und schlicht im älteren Ostteile des Langhauses gegen schwache Lisenen, im Westteile unmittelbar gegen die Hochschiffmauer an. Offene Strebebogen haben ferner die Minoritenkirche in Lübeck (RDK I, Sp. 1357, Abb. 11) und die Dominikanerkirche in Breslau (RDK I, Sp. 1361, Abb. 14). Die Fassadenkompositionen sind charakteristisch für die zusammenschließende Tendenz der B. Die große Giebelwestfassade der einschiffigen Säle erinnert an italienische Gestaltung, besonders wenn sie über dem Portale in der Mittelachse ein Rundfenster zeigt. An dessen Stelle tritt in den deutsch umgeformten Fronten ein großes Spitzbogenfenster. Das Rheinland kennt eine Komposition, die in einer hohen Blende Fenster und Portal zu einem Gesamtmotiv vereinigte (Minoriten in Duisburg und Bonn, Augustiner in Mariental). Bei einigen süddeutschen Saalkirchen ist die Fassade durch Anordnung einer Gruppe von drei Fenstern, deren höheres mittleres in den Giebel hineinreicht, belebt. Die Fassaden der zwei- und dreischiffigen Kirchen zeigen nur die jeweilige Basilika- oder Hallenbausilhouette in völliger Schmucklosigkeit und hatten zunächst auch nur als Gliederungsmotive wie üblich Fenster und Portal, wobei dreischiffige Anlagen die Fenster, bisweilen auch die Portale verdreifachten. Eine kräftigere, aber durchaus einfache und schlichte Teilung, der Anzahl der Schiffe entsprechend, erhielten die Fassaden durch ein oder zwei Strebepfeiler, denen bei späteren Bauten noch zwei meist schräg gestellte Strebepfeiler an den Ecken der Fassade hinzugefügt wurden. Gegenüber der strengen und herben Außengestaltung der süddeutschen B. machte sich in norddeutschen Gebieten eine reichere Ausbildung des Giebelmotivs geltend. Neben einfacheren Beispielen aus der Zeit bis um 1300, etwa in Anhalt, der Mark Brandenburg und Sachsen, finden sich besonders reizvolle Stücke aus dem 14. und 15. Jh. im Backsteingebiete. Hier treten diese Ziergiebel in Gegensatz zu den schlichten ungeheueren Mauermassen der Gesamtanlage. Diese reichere Giebelkomposition wurde vereinzelt auf die Fassade unter Wahrung einheitlicher Flächenwirkung übertragen (Abb. 13). Mit der Westfront wurde häufig ein die Giebelspitze krönender Dachreiter verbunden, der zuweilen unter Beibehaltung seiner Grundform die Gestalt eines mit der Fassade vereinigten dachreiterartigen Westtürmchens annahm, ja zum selbständigen, wenn auch wenig umfangreichen dünnen Westturme sich entwickelte (St. Veit a. d. Glan, Klarissinnen; Wien, Augustinereremiten; Magdeburg, Franziskaner; Stolp, Dominikaner). Auch an der Stelle zwischen Langhaus und Chor, über dem Triumphbogen, wurde mit Vorliebe ein Dachreiter errichtet. Trotz ausdrücklichen Verbotes wurde vereinzelt ein schlanker Einzelturm (Abb. 20), der im oberen Teile meist achteckig gestaltet wurde, mit dem Chore verbunden. Wenn ursprünglich turmlosen Kirchen nachträglich ein Treppenturm zugefügt wurde, so erhielt dieser meist seinen Platz im Winkel zwischen Langhaus und einspringendem Chore, eine Stellung, die auch bei gleichzeitiger Planung von Turm und Kirche beliebt war. Außer einigen wenigen Portalen romanischer Formung und Profilierung (Krems, Dominikaner; Regensburg, Minoriten) sind die Portale der B. meist einfache Spitzbogenanlagen mit profilierten Schräggewänden, in der Regel ohne Figuren, Und mit einem Tympanon, selten mit Bildwerk geschmückt. Vereinzelt nur erhielten die Portale Gewändestatuen nach französischem Vorbild (Wien, Minoriten; Erfurt, Prediger; Trier, Franziskaner). Die Fenster der frühen B. waren schmal mit schlichten Schrägleibungen (Abb. 10 u. 12), später erhielten sie eine reichere Ausbildung im Anschluß an die allgemeine Stilentwicklung. Rosenfenster nach italienischer Art waren beliebt, ihr Maßwerk unter französischem Einflusse (Abb. 14). Häufig wurden die Obergaden in Anlehnung an Italien mit Rundfenstern ausgestattet.

7. Einzelheiten

Für die Einwölbung ihrer Kirchen bevorzugten die Bettelorden bis in das 15. Jh. das einfache Kreuzgewölbe, vereinzelt wurden reichere, vielteilige Gewölbeformen aufgenommen: so Sterngewölbe im Chorschluß. Dem Verlaufe der allgemeinen Entwicklung entsprechend wurden in späteren Bauten fortlaufend gemusterte vielmaschige Stern- und Netzgewölbe verwendet. Vereinzelt erschienen sechsteilige Wölbungen. – Als Schiffsstützen treten in den flachgedeckten Basiliken hauptsächlich einfache Rundpfeiler auf. Diese wurden auch vereinzelt im 13. und 14. Jh. in gewölbten Kirchen verwendet, doch bildeten hier die dienstbesetzten Pfeiler mit rundem, viereckigem und zuweilen achteckigem Kerne die Regel (Rundpfeiler mit vier Diensten in den Rheinlanden, Westfalen, Österreich; mit 8 Diensten in Österreich; Viereckpfeiler mit 4 Diensten in Österreich, Schlesien; Achteckpfeiler mit 4 Diensten in Regensburg, Dominikanerkirche). Mit Vorliebe kamen in den B. glatte Achteckpfeiler ohne Dienste zur Anwendung, bisweilen auch in Flachdeckbasiliken Süddeutschlands des 14. und 15. Jh. – Als Gewölbeträger wurden Volldienste, meist auf hohen gestuften achteckigen Sockeln, Konsoldienste und Konsolen für Rippen und Gurtbogen benutzt. Im Inneren der Chöre erscheinen häufig neben den Konsolen in den Vorjochen die Volldienste in den Ecken des polygonen Schlusses, gewissermaßen als Auszeichnung dieses Teiles des Chores, wo der Hochaltar steht. – Typisch für die B. war die Sammlung von einzelnen Rippen unvereinigt nebeneinander auf einer Konsole und von selbständigen Diensten auf einem Kapitelle. – Um die Kapitelle möglichst einfach zu gestalten, wurde an Stelle der ornamentierten mit Laubwerk geschmückten Formen die glatte blattlose Kelchform bei Stützen und Diensten eingeführt (vielleicht in Anlehnung an Zisterziensergepflogenheit). In österreichischen B. vor allem wurde diese Form so gefaltet oder aufgespalten, daß jeder Dienst, jede Rippe auf einem besonderen prismatischen Vorsprunge des gemeinsamen Kapitells ruhte. Hier ist letzten Endes normannischer Einfluß spürbar.

Im Zuge der Vereinfachung und Verschleifung der Teile zur Einheitswirkung – bei Dienst und Rippe, Stütze und Arkadenbogen – wurden schließlich die Kapitelle ausgeschaltet. Dienste kragten nur hornartig aus der Wand aus, Rippen liefen gegen Dienste oder gegen die Schiffspfeiler an, Scheitbogen der Gewölbe und Arkadenbogen verschnitten sich mit den Stützen.

Dem romanischen Rechteckprofil der Rippen wurde zunächst eine Abschrägung gegeben, mit der später Auskehlungen verbunden wurden. So erscheint die Profilierung geometrisch, eckiger und kantiger als die übliche Birnstabprofilierung, die von den Bettelorden im ganzen seltener angewandt wurde. Mit Hohlkehlen verbunden, erhielt dann die Rippe die in den B. so beliebten Formen der einfachen, doppelten und dreifachen Kehlung. So kam an Stelle der scharfen Schattengebung und harten Begrenzung etwas Verschwimmendes, Gleitendes, Verschleifendes in die Körperform. Diese Hohlkehlprofile der Rippen wurden mit geringen Änderungen bis in das 15. Jh. angewandt und auch auf Gurt- und Arkadenbogen übertragen.

V. Die B. der Gegenreformation

Während die Bedeutung der Bettelorden in der Reformationszeit sehr zurücktrat, erreichte sie in der Gegenreformation eine neue Höhe. Neben den alten Kongregationen wurden neue gegründet (Kapuziner 1526, unbeschuhte Karmeliterinnen der hl. Theresia von Jesu, unbeschuhte Karmeliter des Johannes vom Kreuze u. a.). Viele in der Reformationszeit aufgegebene Klöster wurden neu besetzt. Bei den Kirchenbauten wurden bis ins 17. Jh. die gotischen Formen angewandt. Zahlreiche mittelalterliche Bauten wurden im 17. und 18. Jh. außen und innen umgestaltet. Daneben ging die Errichtung einer großen Zahl von Neubauten im barocken Formen- und Aufbausystem in einfacheren und reicheren Abwandlungen einher mit seinen Säulen, Pfeilern, einfachen, gekuppelten, abgestuften und gebündelten Pilastern toskanischer, jonischer, korinthischer und kompositer Ordnung, mit seinen durchgehenden oder verkröpften Gebälken, seinen Tonnen (meist mit Stichkappen) und Kuppeln (Hänge-, Stützkuppeln, böhmische Kappen) neben Kreuzgewölben. In den bedeutenderen B., namentlich in den südlichen und südöstlichen Gegenden wurde auch eine reiche Stuck- und Freskodekoration gepflegt. Im Außenbau nahmen die Fassaden der B. die Kompositionsmotive des Barock mehr oder weniger kräftig auf. Dabei wurde in manchen Gebieten auch die Zweiturmfront ausgeführt (z. B. Posen, Österreich), wie überhaupt das Motiv des Turmes beliebt war. Im 17. und 18. Jh. überwiegt bei den B. durchaus der Typus des gewölbten Saales in verschiedenen Abwandlungen ohne oder mit betontem Chor, der gerade oder polygon schließt. Im Nordwesten Deutschlands (Rheinland, Westfalen, Hessen), in Bayern und Franken und in Westpreußen wurde die reine einschiffige Saalkirche gebaut, in Posen erhielt sie mittels Durchbrechung der in das Innere gezogenen Strebepfeiler schmale Seitengänge, in Österreich, teilweise auch in der Oberpfalz und in Schwaben wurde sie durch Seitenkapellen erweitert. Die Karmeliter bereicherten die B. durch einen das einschiffige Langhaus mit einem Querhause und plattgeschlossenen Chore verbindenden kreuzförmigen Typus, der bei durchgehender Grundanlage eine Abwandlungsfähigkeit zeigt. Die Vierung trägt in der Regel ein Kuppelgewölbe, das im Dache verborgen ist, das Langhaus wird mit oder ohne Seitenkapellen gestaltet (in Köln 1620–28, in Wien 1623–24). Neben dem Saaltypus wurden die Typen der dreischiffigen Halle und Basilika vereinzelt weiter angewandt. Kompliziertere Barockraumtypen weisen Bayern und Österreich auf, darunter solche, die Zentralraumgedanken zugrunde legen. Gern wird dem Chorraum ein besonderer abgeschlossener Mönchs-, Religiosen- oder Psallierchor zugefügt, oft über der hinter dem Chore errichteten Sakristei.

1. in den Rheinlanden

Im Rheinlande ist die Saalkirche ein reiner Rechtecksaal: Malmedy, Kapuziner (1623–26, gew. 1631); Bedburdyck, Franziskaner (1627, flachgedeckt); Neuß, Observanten (1637 bis 1639, gew. 1640); Kochem, Dominikaner (1689 mit Holztonne); ein Saal mit polygonalem Schluß: Franziskaner in Bonn (1640/41, gew. 1644), Erkelenz (1651–56), Boppard (1683 bis 1686, in spätestgotischen Formen), Spabrücken (1731–46, Mischung spätgotischer und barocker Formen, Abb. 22–24), Karmelitessen Sankt Maria in der Kupfergasse in Köln (1705–15); ein Saal mit schmalerem abgesetzten Chor: Kempen, Franziskaner (1631–40, restauriert 1748); Jülich, Kapuziner (1637–38, ursprünglicher Zustand); Pützchen, Karmeliter (1724, gew. 1760); Bonn, Kapuziner (1754–56). Das Innere dieser Kirchen ist durchgehend von einheitlicher strenger Raumwirkung in einfacher, im 17. Jh. z. T. noch spätgotischer Formengebung. – Die unbeschuhten Karmeliter führten in den 20er Jahren des 17. Jh. in den Rheinlanden den neuen Kreuzformtypus ein, der als weitverbreitetes Hochrenaissanceschema wie der Orden selbst wohl aus Spanien kam, aber am Niederrhein in den schmalen kreuzgewölbten Jochen des Aufbausystemes in Langhaus und Chor eine starke Wirkung latenter Gotik erhielt: Köln, unbeschuhte Karmeliter im Dau (1620–28); das vierjochige Langhaus hat nur je eine Seitenkapelle am letzten Joch, die Vierung ist mit einer Hängekuppel auf Zwickeln gedeckt. Die Kirche wurde Vorbild für den ursprünglichen Plan der Karmelitessenkirche S. Maria in der Schnurgasse in Köln (beg. 1643, gew. 1692) im Grundriß (ohne Seitenkapellen) und im Aufbau (im 19. Jh. sehr erweitert). Eine starke Abwandlung im breitgelagerten gedrungenen Aufbau gibt die Karmeliterkirche in Koblenz (1659, voll. 1689) mit fast quadratischen Jochen, deren zweites je eine Seitenkapelle in voller Breite hat. Die Vierung hat eine Zwickelkuppel, die übrigen Teile Kreuzgewölbe. Ferner Karmeliterkirche in Düsseldorf (1712–15). Die früheste dreischiffige Hallenanlage der Rheinlande war die 1910 abgebrochene Franziskanerobservantenkirche ad Olivas in Köln (Grundstein 1598, Chor 1602, Weihe 1607, Chorneubau 1679–82), deren staffelförmiges Inneres mit sehr weiten hohen Arkaden einen großzügigen geräumigen Eindruck vermittelte; das Mittelschiff hatte eine flache Decke, die Seitenschiffe Tonnen mit Stichkappen. Eine Staffelhalle von ähnlichem Raumgefühl ist auch die kreuzgewölbte Augustinereremitenkirche in Aachen (1663–87). Dem 18. Jh. gehört die Franziskanerkirche in Düsseldorf (1734–37) mit flachen Gratgewölben an. Den Typ der Basilika vertritt die Kapuzinerkirche in Eupen (1773–76), deren kuppelgedeckter Innenraum von herber strenger Wirkung ist. In diesen dreischiffigen Kirchen lebt trotz der Barockformen spätgotisches Raumempfinden. Das Äußere der rheinischen Bauten charakterisiert eine Geschlossenheit im Sinne der B. mit sparsamer Gliederung, häufig durch gotische Strebepfeiler und Fenster, im übrigen durch Pilaster, Gebälk, hohe Rundbogenfenster, vereinzelt durch hohe Rundbogenblenden (Bonn, Franziskaner; Neuß, Observanten) belebt. Stärker und reicher ist die Fassade ausgestaltet, durchgehend eine Giebelfront ohne Turm, immer klar und übersichtlich aufgebaut, großflächig mit einigen Horizontalgesimsen (Neuß, Observanten; Köln, Karmeliter im Dau) oder verbunden mit Vertikalgliederung durch Betonung der Kanten oder durch Teilung vermittels Pilaster und Gebälk in mehreren Geschossen (Aachen, Augustinereremiten; Spabrücken, Franziskaner, Abbildung 22–24; Köln, Karmelitessen S. Maria in der Schnurgasse, sehr reich unter belgischem Einfluß; Koblenz, Karmeliter). Nach m.a. Tradition ist in der Regel die Hauptachse ausgezeichnet durch Portal und großes Fenster. Dazu treten Seitenfenster, Figurennischen, Kartuschen. Die meisten rheinischen Kirchen haben einen Dachreiter, viele einen Treppenturm. –

2. in Westfalen und den angrenzenden Gebieten

Westfalen weist in der Hauptsache nur sehr bescheidene einschiffige Anlagen z. T. mittelalterlichen Charakters auf; mehrjochiges Langhaus mit eingezogenem Chor: Franziskaner in Paderborn (Mischung von Gotik und Barock, Kreuzgewölbe, Abb. 27) und in Warendorf (1652, gew. 1673, einst flache Spiegeldecke), Kapuziner in Münster (1725, Kreuzgewölbe); Saal mit polygonalem Schluß: Franziskaner in Rietberg (1629 und 1755, Holzdecke), Kapuziner in Werl (1706, Kreuzgewölbe), Observanten Rosendahl in Münster (1691–98, Kreuzgewölbe); eine reichere Anlage bietet nur die Dominikanerkirche in Münster (1705–25), eine Basilika, deren mittleres Joch querschiffartig erweitert ist und über der Vierung eine Kuppel auf Tambour trägt. Der Außenbau dieser westfälischen Kirchen ist schlicht gehalten und gibt nur an der Westfront stärkere Durchgliederung mit feinem und leichtem Relief der Einzelformen. Bei den Fassaden der Saalkirchen wird der hohe Unterteil durch ein Gesims vom Giebelaufsatz getrennt, in der Mittelachse durch Portal und hohes Rundfenster betont, durch Kolossalpilaster gefaßt (Franziskanerkloster Münster) oder in lisenengerahmte Felder geteilt (Kapuzinerkirche in Münster und Werl). Die dreischiffige Dominikanerkirche in Münster hat eine zweigeschossige Front mit Pilastergliederungen nach Art römischer Barockfassaden. Stärker im Relief und schwerer in der Gliederung baut sich die Fassade der Franziskaner zu Paderborn (Abb. 27) auf, die trotz der Einschiffigkeit einen dreiteiligen zweigeschossigen italienischen Aufbau nachahmt. – Unter den Saalkirchen des hessischen Gebietes ist die Franziskanernonnenkirche zu Fulda die größte Anlage (1626), mit eingezogenen Strebepfeilern und Kreuzgewölben noch sehr stark gotisch in der Raumwirkung. Nur bescheiden die Kirchen der Kapuziner in Bingen (nach 1640, flachgedeckt, mit rechteckigem Chor), der Franziskaner zu Hadamar (1658–78, mit 5/10-Chor), der Augustinereremiten zu Mainz (1769–74, RDK I, Sp. 1265 66, Abb. 13/14), beide mit Holzgewölben. Im Oldenburgischen vertritt den Saaltypus die Franziskanerkirche in Vechta (1727–31, mit eingezogenen Strebepfeilern und Kreuzgewölben), die dreiteilige Fassade hat ein Mittelrisalit, dessen höher geführter Giebel durch leicht konkave Mauerzwickel mit den niedrigen Seitenteilen verbunden ist.

3. in Norddeutschland und Schlesien

In Westpreußen bauten die Franziskaner im 17. Jh. zwei einfache Saalkirchen mit eingezogenem polygonalen Chor in Löbau (A. 17. Jh., mit flacher Kassettendecke) und in Neustadt (1640 bis 1651, mit Stichkappentonne), im 18. Jh. zwei einander verwandte dreischiffige Hallenkirchen mit Langchor in Jakobsdorf (Bernhardiner, 2. H. 18. Jh., gew. 1780, mit schmalen Seitenschiffemporen, Stutzkuppeln und böhmischen Kappen und quadratischem Westturm) und in Neuenburg (Minoriten, 1779, Umbau der Halle des 14. Jh. mit erhöhtem Mittelschiff und Stutzkuppeln). Der Dominikanerorden wandelte das Langhaus seiner gotischen Kirche in Kulm im 17. Jh. zu einer Pfeilerbasilika mit weiten hohen Arkaden und Kreuzgewölben um. In Ostpreußen ist der einzige wichtige Bau die Franziskanerkirche in Springborn, ein kreisrunder Kuppelbau aus dem 3. Viertel des 17. Jh., dem 1715–18 ein dreijochiger Langbau und ein Turm angefügt wurden, der die Verbindung mit den Hallen des die Kirche umschließenden weiten Hofes gibt. Ein verhältnismäßig reiches Typenbild zeigt Posen in dieser Zeit. In der Stadt Posen erstand 1673 die Bernhardinerkirche (Franziskanerobservanten) als einschiffige Anlage mit Tonnenwölbung auf zu Seitengängen durchbrochenen eingezogenen Strebepfeilern; die Westseite wurde 1730–33 als Zweiturmfront ausgebildet. Von den Dominikanern wurde 1698 in Posen eine Kirche verwandten Aufbaues, jedoch mit Stutzkuppeln und einem Glockenturme an der Nordwestecke, und in der 2. H. des 17. Jh. in Wronke eine einschiffige kreuzförmige tonnengewölbte Kirche errichtet. Dreischiffige Anlagen erbaute der Franziskanerorden in Schrimm (1688), eine Halle mit Stutzkuppeln, und in Posen (1688, Weihe 1730) eine kreuzförmige Basilika mit niedrigen Emporen, mit Kuppeln über den Kreuzarmen, im übrigen mit Tonnen und Kreuzgewölben, die Hauptfront erhielt zwei niedrige Türme. Der bedeutendste Bau ist die Karmeliterkirche in Posen (M. 17. Jh., Abb. 25), die dem Plane der niederrheinischen Kirchen des Ordens beiderseits durchgehend Seitenkapellen zufügt und diese vermittels Durchbrechung der Mauerpfeiler zu den für Posen charakteristischen Seitengängen abwandelt. Die Vierung ist mit der in Posen beliebten Stutzkuppel bedeckt. – In Schlesien werden in der Hauptsache mittelalterliche Kirchen umgebaut und neueingewölbt, nur wenige B. als Barockbauten aufgeführt. So errichteten die Minoriten in Glatz in der 2. H. des 17. Jh. einen einschiffigen prunkvollen Bau mittleren Umfanges, bei dem die Tonnenwölbung auf eingezogenen Strebepfeilern aufruht; die Westfront zeigt zwei Türme. In Frankenstein bauten die Dominikaner 1655 bis 1669 eine dreischiffige Emporenkirche mit Kreuzgewölben, eine zweitürmige Fassade war geplant. In Beuthen i. OS. wurde 1783 das Langhaus der Minoritenkirche vom E. 13. Jh. völlig ersetzt durch einen einschiffigen Neubau mit hohen böhmischen Kappengewölben von guter Raumwirkung.

4. in Süddeutschland

In Schwaben hat die Barockzeit kaum eine bedeutendere B. hervorgebracht. Die Dominikanerkirche in Rottweil zeichnet sich durch den flachgedeckten breiten großartigen Innenraum ihres Langhauses mit Seitenkapellen aus (1753); eine mächtige Raumwirkung zeigt auch die Dominikanerkirche in Obermedlingen (B.-Schwaben) 1719, mit Stichkappentonne; die übrigen B. sind barocke Umbauten m.a. Anlagen oder einfache einschiffige Barockbauten, meist mit der Dekoration des 18. Jh., so Dominikaner in Ulm (1617–21), Mödingen (Nonnen, 1716–18, früheste Kirche des Dominikus Zimmermann), Sießen (Nonnen, 1726–33 mit Querschiff und Flachkuppeln), Gmünd (voll. 1762, mit Spiegelgewölben und Deckengemälden), Franziskaner in Kenzingen (Anf. 17. Jh., Stichkappentonne), Tauberbischofsheim (1656–57, Innengestaltung 1753, flache Holzwölbung), Offenburg (1702ff.) mit durch die Wandpfeiler verbundenen Seitenkapellen und Emporen, weiter Predigtraum mit Stichkappentonne, Kapuziner in Haslach (1630), Mergentheim (1636), Stühlingen (1738); in Heilbronn wurde von dem geplanten Neubau der Franziskaner 1728 nur der Turm ausgeführt, in Stuttgart der spätgotischen Dominikanerkirche 1730 ein Turm zugefügt; in Offenburg hat die Franziskanerkirche einen Treppenturm und Dachreiter. In Franken sind die B. überwiegend einfache einschiffige kreuz- oder tonnengewölbte Anlagen mit eingezogenem meist geradeschließenden Chore, dem häufig ein Psallierchor angeschlossen ist. Dem 17. Jh. gehören an: die Kirchen der Kapuziner in Eichstätt (1623–25), in Dinkelsbühl (1622, mit Seitenkapellen), Kitzingen (gew. 1652), der Franziskaner in Klosterkreuzberg (1681–92), der Karmeliter in Bamberg (seit 1694). Im 18. Jh. entstanden die Kirchen der Franziskaner in Ellingen (1738–40), der Augustinereremiten in Münnerstadt (1752 bis 1754, Langhaus mit Spiegeldecke, eine Art Querschiff, tonnengewölbter Chor mit Emporen), der Dominikaner in Eichstätt (seit 1713 bis 1715 barock umgebaut, hölzerne Spiegeldecke); in Würzburg erbaute 1662–68 Antonio Petrini die Karmeliterkirche in dem charakteristischen kreuzförmigen Grundplan, den er durch Anfügung tiefer miteinander verbundener Kapellen an die schmalen kreuzgewölbten Langhausjoche modifizierte, das Ganze in ein Rechteck einordnend. Im 18. Jh. führte Balthasar Neumann den barocken Umbau der Würzburger Dominikanerkirche (Augustinerkirche) des 13. Jh. aus, deren dreischiffigen basilikalen Typus, wenn auch in anderer Jochbildung, er beibehielt (signierter Grundriß 1741, Ausführung 1743–48). – Der Außenbau bevorzugt an den Seitenfassaden eine Lisenengliederung (Eichstätt, Dominikaner; Münnerstadt, Augustinereremiten). In der Gliederung der Hauptgiebelfassade herrscht die Teilung durch Pilaster in drei Felder vor (Dominikaner Eichstätt, Karmeliter Bamberg), zweigeschossig in strenger italienischer Art mit gestuften Pilastern und oberen geschwungenen Füllungszwickeln bei den Karmelitern in Würzburg (1699), mit flacher Pilasteranordnung bei den Dominikanern in Würzburg (seit 1743). Die Mittelachse der Fassaden zeigt Portal mit Fenster oder Nische. – In der Oberpfalz errichteten die Franziskaner eine Reihe einfacher einschiffiger Kirchen, flachgedeckt oder tonnengewölbt, z. B. in Dietfurt (gew. 1667), Pfreindt (1630), Freystatt (1681), Beilngries (1725, 1736), Amberg (Umbau 1668–90, mit Seitenkapellen am Langhaus). Der bedeutendste Bau des Gebietes ist die Kirche der unbeschuhten Karmeliter in Regensburg (Grundstein 1660), eng verwandt der Karmelitenkirche in Würzburg, mit Seitenkapellen an den kreuzgewölbten Langhausjochen und einer böhmischen Kappe über der Vierung. Die Fassade von 1673 (Abb. 26) baut sich klar und abgewogen in zwei Geschossen auf, unten in drei Felder gegliedert durch Eck- und Doppelpilaster, oben in ein Feld mit seitlichen großen Füllungsvoluten zwischen den zwei Geschossen. In Bayern läßt das 17. Jh. neben einer Reihe einfacher Kirchen der Franziskaner und Kapuziner, die ohne große Bedeutung sind (Alt-Ötting, Eggenfelden; Rosenheim, Burghausen, Lauffen), zwei wichtigere Bauten in München erstehen: den barocken Umbau der dreischiffigen Basilika des 14. Jh. der Augustinereremiten (1621, RDK I, Sp. 1261/62, Abb. 10) mit einem Aufbau in zwei Ordnungen übereinander und Stichkappentonne im Mittelschiff, mit Kreuzgewölben in den Seitenschiffen, und den Neubau der Karmeliterkirche (Studienkirche, Grundstein 1657, Weihe 1660) in der bekannten Kreuzform mit untereinander verbundenen Seitenkapellen am Langhaus und zweigeschossigen Nebenräumen am rechteckigen Chor; der Aufbau mit Kreuzgewölben ist der Karmeliterkirche in Posen (Abb. 25) verwandt. Ungleich bedeutsamer sind die B. des 18. Jh. Zwei wichtige gotische Kirchen wurden im Rokokostil umgewandelt: in Straubing gestaltete seit 1700 Johann Wolfgang Dientzenhofer das Innere der dreischiffigen Hallenkirche der Karmeliter mit hölzerner Stichkappentonne im Mittelschiff und Kreuzgewölben in den Seitenschiffen; in dem sehr langen Chore wurde durch die flachgebogene Hauptaltarswand ein hinterer Mönchschor abgesondert. In Landshut wurde die dreischiffige Pfeilerbasilika der Dominikaner 1747–52 in neue Formen gekleidet, wahrscheinlich nach Entwürfen von Johann Baptist Zimmermann; das Mittelschiff erhielt eine Segmentwölbung, die Seitenschiffe Stichkappentonnen und je eine ovale Kuppel zur Verstärkung der Beleuchtung. Neben diesen Umbauten stehen drei Neubauten, die zu den bedeutendsten B. des 18. Jh. gehören und in Raum- und Formauffassung ganz in der bayrischen Rokokokunst verwurzelt sind; die Karmeliterkirche in Reisach (1737–46, Abb. 28) ist eine tonnengedeckte Saalkirche mit halbkreisförmig gerundeten Schmalseiten, mit Nischen in den Ecken und in den Längswänden, mit der Kanzel in der Mitte der westlichen Langseite; der Chor verschneidet sich auf der Grundlage eines Kreises mit dem Langraum, hinter ihm ein abgeschlossener Mönchschor. Auch die Hieronymitanereremitenkirche Sankt Anna auf dem Lehel in München (1727–30, Frühwerk von Johann Michael Fischer, Abb. 29, vereinfacht in der Ausführung gegenüber dem Grundrißentwurf im Reichsarchiv zu München) ist ein Langbau, jedoch mit der Tendenz zum Zentralbau mit starker Verschweißung und Verschleifung der Raumteile, des elliptischen Hauptraumes, der Segmentnischen in den Ecken und in der Querachse und des kreisrunden Chores, hinter dem der Mönchschor im Halbkreis aus dem Rechteck der Gesamtanlage herausspringt. Die Franziskanerkirche in Ingolstadt (ein reifes Werk des Johann Michael Fischer, 1739) übertrug eine sehr verwandte Raumkombination auf einen das Achteck zugrunde legenden Zentralbau mit Stutzkuppel in weitgehender Raumverschweißung; der Chor schließt als Quadrat mit abgeschrägten Ecken an. Der Außenbau der bayrischen Kirchen ist in der Regel einfach und nüchtern, die Fassadenbildung ohne stärkere Note. Die ursprüngliche Fassade der Karmeliterkirche in München (Stich von M. Wening 1701) zeigt die flächige Umsetzung einer zweigeschossigen dreigeteilten italienischen Barockfassade in einen Aufbau von schwachen Pilastern, Gesimsen und Rahmenwerk mit Betonung der Mittelachse durch ein reiches Portal und großes gerahmtes Fenster. Die Dominikanerkirche in Landshut erhielt eine ruhige in großen Linien gehaltene zweigeschossige dreigeteilte Fassade mit schwachem breiten Mittelrisalit. Der Karmeliterkirche in Straubing fügte Dientzenhofer 1702 bis 1710 einen viergeschossigen Fassadenturm an. Die Karmeliterkirche in Reisach hat eine nüchterne Fassade mit zweistöckigem Nordwestturm. Vereinzelt finden sich Dachreiter (Eggenfelden, Straubing, Landshut). –

5. in Österreich

In Österreich sind etwa vier Fünftel aller B. des 17. und 18. Jh. einschiffige Saalkirchen, die überwiegende Mehrzahl wurde von Franziskanern und Kapuzinern errichtet. Die Wölbung des einschiffigen Langhauses ist meist die Stichkappentonne, vereinzelt die Kuppel (Stein a. D., Kapuziner 1614; Linz a. D., Minoriten 1752–58; Korneuburg, Augustiner 1773 gew.; Langegg, Serviten 1765–73). In der Regel begleiten das Langhaus Seitenkapellen (2–4), bisweilen zwischen den eingezogenen Strebepfeilern und mit Emporen (Wien, Franziskaner 1603–11; Steyr, Dominikaner 1642–47; Frauenkirchen, Franziskaner 1695–1702; Loreto, Serviten 1651–59, wiederhergestellt 1683 bis 1704). Manche dieser B. zeichnen sich durch ein hohes Rauminneres aus (Salzburg, Kapuziner 1599–1602; Frohnleiten, Serviten 1679 bis 1688, Neubau 1763; Lankowitz, Franziskaner 1678–81; Steyr, Dominikaner 1642–47; Korneuburg, Augustiner 1773 gew.; Neulengbach, Franziskaner 1623–27). Der Chor ist meist eingezogen, selten gleich breit dem Langhaus, und gerade, vereinzelt ⅜- oder ½kreisförmig geschlossen, mit Tonnen oder Kreuzgewölben, selten mit Kuppeln gedeckt. Durch den Hochaltar ist oft der hintere Teil des Chores als Mönchschor abgetrennt, der auch oft über der hinter dem Chor angeordneten Sakristei gelegen ist. Das Äußere dieser Kirchen ist schmucklos, nur die Portale sind z. T. reicher gestaltet. Die Fassaden des 17. Jh. sind im ganzen einfach, oft zweigeschossig, z. T. mit zwei Türmen verbunden (Steyr, Dominikaner 1642–47; Maria Brunn, Augustiner 1639–45; Frauenkirchen, Franziskaner 1695–1702). Das 18. Jh. verbindet mit der Fassade meist nur einen Turm (Korneuburg, Augustiner 1773; Langegg, Serviten 1765–73; Schwechat, Ende 18. Jh.). Zwei Türme zeigt die Servitenkirche von Loreto, deren Fassade 1748 dem Bau des 17. Jh. zugefügt wurde. Der Einzelturm findet sich im 17. und 18. Jh. häufiger, nur vereinzelt der Dachreiter (Wels, Kapuziner 1631; Altenstadt, Dominikanerinnen 1695). Einige österreichische B. erhielten durch ein Querschiff die einschiffige kreuzförmige Gestalt, verbunden mit eingezogenem geraden Chor (Mautern, Franziskaner 1669–76; Maria Enzersdorf, Franziskaner 1632ff.; Schönbühel a. D., Serviten 1666–74; Zistersdorf, Franziskaner 1620ff.). Die Bereicherung dieses Typus durch Seitenkapellen des Langhauses zeigen vor allem die Wiener Kirchen: Karmeliter 1623–24, Dominikaner 1631–34 mit Emporen über den Kapellen, Minoriten zur Hl. Dreifaltigkeit 1695–98, voll. 1727. – Die dreischiffige Basilika mit Tonnenwölbung wurde von den Minoriten in Graz 1607–11 und von den Dominikanern in Münzbach 1664–69 angewandt. Ein Beispiel für das Weiterleben gotischer Formen- und Raumbildung bis ins 17. Jh. bietet die zweite Dominikanerkirche in Graz (1612–27, Abb. 30), die in Anlehnung an die erste Kirche des Ordens (1512–19, aufgegeben 1585) als dreischiffige querschifflose weite gotische Halle erstand. Neben dem Langbau wurden verschiedene Typen des Zentralbaues herangezogen. Eine Mittelstellung nimmt die Servitenkirche in Wien (1651–77) ein mit ihrem von je drei Seitenkapellen begleiteten ovalen Kuppelraum und geradem Chor, hinter dem über der Sakristei der Mönchschor angegliedert ist. Eine reiche komplizierte Zentralgestaltung zeigt u. a. die Servitenkirche in Volders (Tirol) von 1620–54, deren Rundkuppelraum an drei Seiten durch einen Halbkuppelraum erweitert wird, oder die mit dem Franziskanerkloster verbundene Bergkirche in Oberberg-Eisenstadt (Burgenland, 1770–77), die einen Kuppelrundraum in eine quadratische Ummantelung einschließt. Auch die Servitenkirche in Stotzing (Burgenland, 1583–1610) war ursprünglich ein Rundraum, sie wurde 1743–48 durch Einbau von vier pilasterbesetzten Pfeilern zu einem griechischen Kreuz mit Mittelkuppel verändert. Ein griechisches Kreuz mit abgeschrägten Ecken in Verbindung mit einer elliptischen Gestaltung liegt der Augustinerkirche in Lockenhaus (Burgenland, 1655–69) zugrunde; die Querarme sind als flache Kapellen gebildet, in den vier abgeschrägten Ecken Halbkreiskapellen angeordnet. Auch der Außenbau der größeren B. zeigt außer der Fassade, die meist plastischen Schmuck hat, eine schlichte Gestaltung. Die Fassade erscheint im 17. Jh. in vereinzelten Fällen wenig gegliedert, in etwas reicherer Ausbildung mit geschichteten Pilastern und Fenstern in vertieften Feldern (Serviten in Volders); die Regel bildet die Stockwerksteilung mit Giebel, kräftigem Portal, Nischenskulptur (Wien, Karmeliter), mit toskanischer Pilasterordnung und Volutengiebel (Zistersdorf, Franziskaner), im italienischen Typus (Wien, Dominikaner), mit einem Turme (Lockenhaus, Augustiner 1655–69; Schönbühel a. D., Franziskaner 1666–74; Münzbach, Dominikaner 1664–69). Die Fassade des 18. Jh. greift gern zum Turmmotiv: als Front mit Mittelturm in Stotzing, Serviten (1743–48); als Zweiturmfront in Wien, Minoriten der Hl. Dreifaltigkeit (nach 1730); Graz, Minoriten (1742–44); Oberberg-Eisenstadt, Franziskaner (1770–77); Maria-Enzersdorf, Franziskaner (1787).

Zu den Abbildungen

1. Prenzlau, Franziskanerkirche St. Johannis, M. 13. Jh. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin. Grundriß nach Inv. Brandenburg 3, 1, S. 245.

2. Brandenburg, Franziskanerkirche St. Johannis. Zweiter Bau um 1300, Chor 1. H. 15. Jh. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin. Grundriß nach Inv. Brandenburg 2, 3, S. 35. Vgl. Abb. 20.

3. Regensburg, Minoritenkirche. Langhaus um 1270, Chor 1. H. 14. Jh. Phot. Bayer. Landesamt f. Denkmalpflege, München. Vgl. Abb. 5.

4. Eßlingen, Dominikanerkirche St. Paul, ca. 1250ff. Phot. Landesbildstelle Württemberg, Stuttgart. Vgl. Abb. 6 u. 10.

5. Regensburg, Minoritenkirche, Grundriß. Nach Inv. Bayern II, 22, III, S. 4. Vgl. Abb. 3 u. 8.

6. Eßlingen, St. Paul, Grundriß. Nach Inv. Württemberg. Vgl. Abb. 4 u. 10.

7. Erfurt, Predigerkirche (Dominikaner), 1308ff., Grdr. Nach Krautheimer S. 105. Innenansicht RDK I, Sp. 1048, Abb. 8.

8. Regensburg, Minoritenkirche, Längsschnitt. Nach Inv. Bayern II, 22, II, S. 5. Vgl. Abb. 3 u. 5.

9. Regensburg, Dominikanerkirche, um 1250, Längsschnitt. Nach Inv. Bayern II, 22, II, S. 63. Vgl. Abb. 12.

10. Eßlingen, St. Paul v. NW. Phot. Landesbildstelle Württemberg, Stuttgart. Vgl. Abb. 4 u. 6.

11. Erfurt, Barfüßerkirche (Franziskaner), Chor 1291–1316, Langhaus 14. Jh. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin.

12. Regensburg, Dominikanerkirche v. O., um 1250. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin. Vgl. Abb. 9.

13. Frankfurt a. O., ehem. Franziskanerkirche, Fassade. Chor um 1300, Langhaus 1516–25. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin.

14. Dortmund, Propsteikirche (ehem. Dominikanerkirche), 1331ff. Chor gew. 1354. Phot. Denkmalamt der Prov. Westfalen, Münster.

15. Augsburg, Dominikanerkirche, 1512ff., barockisiert 1716ff. Nach Zs. d. hist. Ver. f. Schwaben und Neuburg 43, 1917. Grdr. nach Zchn. von cand. arch. Heinr. Langbein, Stuttgart.

16. Imbach b. Krems, Pfarrkirche (ehem. Dominikanerinnenkirche), ca. 1270–80. Phot. Österr. Lichtbildstelle, Wien. Grdr. nach Donin S. 157.

17. Stralsund, Dominikanerkloster St. Katharinen, Grdr. Chor gew. 1287, Langhaus voll. 1317. Nach Inv. Pommern 1, S. 419.

18. Breslau, Dorotheenkirche (Augustinereremiten-, später Franziskanerkirche), Grdr. 2. H. 14. Jh. Nach Inv. Niederschlesien 3, 1, S. 109. Vgl. RDK I, Sp. 1264, Abb. 12.

19. Thorn, Marienkirche (Franziskaner), M. 14. Jh. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin.

20. Brandenburg, Franziskanerkirche St. Johannis v. SO. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin. Vgl. Abb. 2.

21. Wien, Augustiner-Eremitenkirche, 1330ff. Phot. Österr. Lichtbildstelle, Wien. Vgl. den Grdr. RDK I, Sp. 1259/60, Abb. 9.

22. Spabrücken (Kr. Kreuznach), Franziskanerklosterkirche, 1731ff., gew. 1746. Phot. Prov.konservator der Rheinprov., Bonn.

23. Dgl., Grdr. Nach Inv. Rheinprov. 18, 1, S. 378.

24. Dgl., Inneres nach W. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin.

25. Posen, Josefinerkirche (ehem. Klosterkirche der unbeschuhten Karmeliter), M. 17. Jh. Längsschnitt u. Grdr. Nach Inv. Posen 2, S. 59.

26. Regensburg, Karmeliterkirche, 1660ff., Fassade 1673. Phot. Bayer. Landesamt f. Denkmalpflege, München.

27. Paderborn, Franziskanerkirche, gew. 1681. Phot. Denkmalamt der Prov. Westfalen, Münster.

28. Reisach (B.A. Rosenheim), Karmeliterklosterkirche, 1737–46. Phot. R. Zerle, München. Grdr. nach Inv. Oberbayern I, 2, S. 1654.

29. München, Hieronymitaner-Eremitenkirche St. Anna auf dem Lehel, von Joh. Mich. Fischer 1727–30, Stuckierung und Deckenmalerei von den Brüdern Asam. Phot. Rolf Kellner, Karlsruhe. Grdr. nach Hauttmann S. 172.

30. Graz, Pfarrkirche St. Andrä (ehem. zweite Dominikanerkirche) 1612–27. Phot. Kunstgeschichtl. Seminar, Graz. Grdr. nach „Der Kirchenschmuck“ Jg. 8, 1877.

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Bettelordensklöster s. Klosteranlage, sowie die einzelnen Orden: Augustiner (RDK I, Sp. 1252ff.), Dominikaner, Franziskaner, Karmeliter usw.

Verweise