Beiderwand

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englisch: Linsey-woolsey, two-sided stuff, Beiderwand, Belderwand; französisch: Toile (sorte de), Beiderwand, Belderwand; italienisch: Stoffa mista di lana e lino, Beiderwand, Belderwand.


Marie Schuette (1938)

RDK II, 199–201


RDK II, 199, Schleswiger Beiderwandweberei, 18. Jh.

Beiderwand, von beider = zweierlei Wand. Der Begriff kommt ursprünglich im Westfälischen bereits um 1300 vor, und ist die allgemeine Bezeichnung für ein derbes Gewebe aus ungefärbtem Leinen und farbiger Wolle. Neuerdings versteht man im besonderen unter Beiderwand die gemusterten Schleswigschen Bettgardinen und Vorhänge. Nach ihrer Technik sind sie ein Hohlgewebe in Leinenbindung, doppelschichtig, aus naturfarbigem Leinen und farbiger Wolle, so daß das Muster hell auf dem – roten, grünen, gelben, blauen, braunen oder schwarzen – Grunde steht. Die Musterung, die zum Teil geometrisch ist, meist aber pflanzlich-ornamentale Motive und Figürliches zeigt, weist diese Gattung in das 18. Jh.

Zur Abbildung

Kiel, Thaulow-Museum, Schleswigsche Beiderwandweberei mit der Geschichte von Pyramus und Thisbe, 18. Jh. Phot. Staatl. Bildstelle, Berlin.

Literatur

Ernst Sauermann, Schleswigsche Beiderwand, Frankfurt a. M. 1909.