Axt (und Beil)

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englisch: Axe; französisch: Hache; italienisch: Scure, ascia.


Johannes Bolten (1937)

RDK I, 1314–1316


A. Als Symbol. In der römischen Antike war das Beil zusammen mit den Rutenbündeln der Liktoren das Symbol der Justiz. – In der christl. Kunst bekam die A. eine symbolische Bedeutung im Anschluß an die Predigtworte Johannes des Täufers zu den Pharisäern und Sadduzäern (Matth. 3, 10): „Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum welcher Baum nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Über Darstellungen der an den Baum gelegten A. vgl. Baum.) – In den Monatsbildern des Albanipsalters ist der November durch einen Mann mit einer A. personifiziert, in Abkürzung der für diesen Monat üblichen Darstellung des Schweineschlachtens.

B. Als Attribut. Stets hat die A., und zwar die norwegische Streitaxt an langem Schaft, der hl. Olaf, weil er durch einen Axthieb in der Stiklestadschlacht 1030 fiel. – Im übrigen muß grundsätzlich festgestellt werden, daß in der Verwendung von A. und Beil als Attribut keine feste Ordnung besteht. Auf Grund ihres tatsächlichen oder angeblichen Martyriums haben neben anderen Kennzeichen folgende Heilige eine A. oder ein Beil erhalten: der hl. Matthäus, der hl. Matthias, der hl. Rufinus, Bischof von Capua († um 80), die hl. Martina († um 210), von den Siebenschläfern die hl. Malchus (Markus) und Martinianus († 250), ferner die hl. Chrysanthus und Daria († 283), der hl. Donatus († 362), der hl. Diomedes († 300), der hl. Hermengild († 586), der hl. Elphegus, Erzbischof von Canterbury († 1012), der hl. Magnus († 1106), der hl. Botvidus († 1120), der hl. Thomas Becket († 1170), der hl. Baudelius, Märtyrer in Nîmes, der hl. Anastasius, Märtyrer in Persien, und der hl. Josaphat († 1623). Der Prophet Elisa hat die A. im Anschluß an das 2. Könige 6, 1-7 erzählte Wunder, daß er das Eisen einer in den Jordan gefallenen A. sich mit einem ihm nachgeworfenen Stück Holz verbinden ließ; das auf dem Jordan schwimmende Beil galt als Typus der Verkündigung und der Auferstehung (vgl. G. Heider, Beiträge zur christl. Typologie, Wien 1861, S. 39, 96). Außerdem können mit der A. dargestellt werden der hl. Hermann Joseph, weil nach der Legende Christus erschien, um ein sündiges Kloster mit der A. niederzuhauen und es auf Bitten des Heiligen verschonte, der hl. Ladislaus († 1095) zur Kennzeichnung seiner kriegerischen Tugenden. Der hl. Joseph, der Nährvater Jesu, hat seit dem 15. Jh. u. a. eine A. als Attribut erhalten, weil er als Zimmermann für den Unterhalt der hl. Familie sorgte. Der Apostel Judas Thaddäus, der sich der Legende nach dem gleichen Handwerk widmete, trägt daher auch bisweilen eine A. Die A. bei dem hl. Bischof Erhard soll anzeigen, daß er den Baum des Heidentums fällte; beim hl. Bonifacius († 754) nimmt sie Bezug auf die Fällung der Donareiche in Geismar. Der sel. Benediktinerabt Utto († 829), der Gründer der Abtei Metten, hängte seine A. an einen Sonnenstrahl, als ihn Karl d. Gr. während der Arbeit besuchte. Ein Zimmermannsbeil trägt bisweilen der hl. Wolfgang († 994), weil er durch Werfen eines Beils von der Gegend Besitz ergriffen haben soll, oder zur Erinnerung daran, daß er sich als Einsiedler seine Zelle selbst baute.

S. a. Streitaxt, -kolben.

Literatur s. Attribut.

Verweise