Armarium

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englisch: Armory; französisch: Armoire (à livres); italienisch: Armadio.


Leonie Reygers (1936)

RDK I, 1051–1052


Armarium (lat. auch armaria, armariolum, armariolus, almarium = Schrank, im Deutschen weiterentwickelt zu Almar, Almer und Almerei, s. Sp. 387f.).

Der Ausdruck hat im m.a. Sprachgebrauch verschiedene Bedeutung:

1. Als Bücherschrank, Bibliothek und Archiv (armarium librorum). Häufig wurde der Name auch auf Sakristeien und Sakristeischränke übertragen, in denen die Bücher untergebracht waren;

2. als Bezeichnung für Wandschränke, in denen besonders in Deutschland seit dem 12. Jh. das Allerheiligste oder auch die geweihten öle und Reliquien aufbewahrt zu werden pflegten; u. a. bestimmte die Synode von Lüttich 1287, daß das Allerheiligste „super altari in honesto loco, vel Armariolo sub clave sollicite“ aufbewahrt werde [3]; s. a. Sakramentshäuschen;

3. für gleichartige Wandschränke, die zur Aufnahme der liturgischen Geräte und Paramente dienten; sie waren als Nischen meist in die nördliche Chorwand, bei Nebenaltären in den nächsten Wandabschnitt eingeladen und mit Gitter oder Holztüren und Schloß versehen. Besonders aus dem 14. und 15. Jh. ist eine große Anzahl von Wandnischen und Wandschränken dieser Art erhalten;

4. dient A. gelegentlich als allegorische Bezeichnung der Heiligen Schrift als eines Waffensaals alles geistlichen und weltlichen Wissens (Libri Carolini).

Literatur

1. Du Cange 1, S. 390. 2. Joseph Braun, Liturg. Handlexikon, Regensburg 19242, S. 34. 3. Ders., Der christl. Altar II, München 1924, S. 5 86ff. 4. H. Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche I, Freiburg 1930, Sp. 658f.

Verweise