Arkosol

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englisch: Wall-tomb; französisch: Arcosole, enfeu; italienisch: Arcosolio.


Georg Stuhlfauth (1936)

RDK I, 1050–1051


RDK I, 1051, Rom, Kallistuskatakombe. M. 4. Jh.

Arkosol (von arcus Bogen und solium Thron-, Lehnsessel; Badewanne; Sarg) bezeichnet im antiken Grabbau diejenige Form eines Wandgrabes, bei welchem sich über dem kastenförmig in das gewachsene Gesteinsmassiv gehauenen, mit einer flachen Platte geschlossenen Grabtrog eine Bogennische wölbt. Der Name arcosolium (arcisolium) ist durch römisch-christliche Inschriften bezeugt (Inscriptiones lat. christ. vet. ed. Diehl Nr. 3646f. und Register). Statt mit der Bogennische erscheint das Troggrab auch mit einer rechteckigen oder einer trapezförmigen Nische überhöht (Tisch-, Altargrab, sepolcro a mensa). Das A.-Grab ist über die ganze alte, vorchristliche und altchristliche, Welt verbreitet und, in den Coemeterien Roms bis zur Mitte des 3. Jh. unbekannt, neben dem einfacheren, für seine Herstellung weniger Raum und Aufwand an Arbeit erfordernden Fachgrab („loculus“) die häufigste Form des altchristlichen Katakombengrabes geworden (Abb.). Das Mittelalter hat im Nischengrab und in der einfachsten Gestalt des Hl. Grabes eine der Form des A. ähnliche Anlage geschaffen, für die möglicherweise ein Zusammenhang mit der vorausgehenden Entwicklung anzunehmen ist.

Zur Abbildung

Rom, Kallistus-Katakombe, Arkosolgrab (in der Nische Darstellung einer Gemüsehändlerin), M. 4. Jh. Nach Wilpert, Katakomben, Taf. 143.

Literatur

1. Realencyclopädie für prot. Theologie u. Kirche, 3. Aufl., Bd. X, 1901, 794ff. 2. Cabrol-Leclercq I, 2, 1907, 2774ff.

Verweise