Apostelglas

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englisch: Apostle-glass; französisch: Verre à décor d'apôtres; italienisch: Bicchiere con figure di apostoli.


Alice Bethe-Kränzner (1935)

RDK I, 829–830


RDK I, 829, Apostelglas, 17. Jh.

Unter A. versteht man im allgemeinen ein zylindrisches, farbig emailliertes Glas des 16. u. 17. Jh. mit Darstellungen der 12 Apostel. Die Apostel – häufig in Verbindung mit dem Salvator mundi – sind in zwei übereinanderliegenden Zonen, meist unter Arkaden, angeordnet und durch Beischriften gekennzeichnet (E. 16. Jh. u. 1609, Prag, K.gew. Mus.; 1673, Neisse, Rathaus; 17. Jh. ehem. Slg. Mühsam, Berlin, Abb.) – Neben diesen A. gibt es Apostelservice, die aus mehreren Gläsern mit je einem Apostel und Inschrift bestehen (Becher mit Apostel Simon, 1645, Nürnberg, Bayr. Gew.-Mus., und als späte Beispiele: A., 1755, Rostock, Städt. Mus.). – Die Heimat der emaillierten, fast stets datierten A. ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen; wahrscheinlich wird man Schlesien, Böhmen und Franken dafür ansehen müssen.

Vereinzelt finden sich Aposteldarstellungen in Zwei-Zonen-Anordnung auch auf konischen, geschliffenen Bechern des 18. Jh. (Kristallglas mit 12 Rundmedaillons, Breslau, Mus. f. K.gew. u. Altert.; Abb. E. v. Czihak [2], T. IV) und auf achtkantigen Zwischengoldgläfern (Zwischengoldpokal, Böhmen, 1730, ehem. Slg. Mühsam; Abb. Robert Schmidt [3], T. 32).

Zur Abbildung

Ehem. Slg. Mühsam, Berlin. Apostelglas, 17. Jh. Nach [3].

Literatur

1. Carl Friedrich, Die altdeutschen Gläser, Nürnberg 1884. 2. E. v. Czihak, Schlesische Gläser, Breslau 1891. 3. Robert Schmidt, Die Gläser der Slg. Mühsam, Berlin 1914. 4. Ders., Das Glas, Berlin u. Leipzig 19222. 5. F. X. Jirík, Führer durch die Glasslg. des K.gew.mus. der Handels- u. Gewerbekammer, Prag o. J.