Altarschranken (A. In der katholischen Kirche)

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englisch: Altar-rails (Roman Catholic), communion rails (Roman Catholic); französisch: Clôture d'autel (catholique); italienisch: Cancelli (cattolico).


Joseph Braun, S.J. (1934)

RDK I, 602–603


A. (cancelli) sind mit ein, zwei oder drei Türen ausgestattete Schranken aus Stein, Holz oder Metall, welche den dem Altar zugewiesenen Raum vom übrigen Innern der Kirche scheiden, die Laien vom Eintritt in ihn abhalten, Störungen der am Altar sich vollziehenden Handlungen vorbeugen und den Altarraum als das Heilige im besonderen Sinn kennzeichnen sollen. Regelmäßig wurde seit altchristlicher Zeit der Hochaltar als der Gemeindealtar mit Schranken versehen; die Seitenaltäre mit solchen auszustatten, wurde erst in nachmittelalterlicher Zeit gebräuchlicher. In Kirchen, in denen in dem vor dem Altarraum gelegenen Raum das Chorgebet gehalten wurde und wird, dienten und dienen die diesen vom Schiff der Kirche und den Laien trennenden Chorschranken zugleich als A. Ebenso bildeten und bilden einen Ersatz für A. die Gitter aus Holz oder Metall, mit denen man seit dem späten Mittelalter gern die dem Schiff und Chor angefügten, nach dem Innern der Kirche sich öffnenden Kapellen verschloß. Die Schranken des Hochaltars wurden seit alters als Kommunionbank zur Austeilung der Kommunion an die Laien benutzt.

Ihrer Form nach bestanden die A. im lateinischen Ritus zu aller Zeit fast ausnahmslos in einer etwa 90 cm hohen, aus Sockel, Pfosten (mit dazwischen befindlichen durchbrochenen oder undurchbrochenen Füllungen bzw. aus einer Folge von Säulchen oder Docken) und Deckplatte sich zusammensetzenden Brüstung. Säulenschranken, bestehend aus Brüstung, aus Säulen, die dieser aufgesetzt oder eingebaut waren, und Gebälk, wie sie im griechischen Ritus in älterer Zeit als A. die Regel waren, hat es im Westen nur ganz vereinzelt gegeben, nie in Deutschland. A. in Gestalt einer förmlichen Wand von der Art der im 15. Jh. aus den Säulenschranken entstandenen Bilderwand (Ikonostase) des griechischen Ritus hat der Westen nirgends gekannt. Schranken dieser Art fanden hier nur Verwendung als Chorschranken, Lettner oder Kapellenverschlüsse.

Literatur

1. Jos. Braun, Der christl. Altar, II, München 1924, S. 649ff. 2. A. Schmid, Der christl. Altar, neu bearb. von Oskar Doering, Paderborn 1928.

Verweise