Almosentisch

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englisch: Offertory-table; französisch: Table à aumônes; italienisch: Banco delle elemosine.


Hans Wentzel (1934)

RDK I, 401–402


RDK I, 399, Abb. 1. Frankfurt a. M., 1531.
RDK I, 401, Abb. 2. Stralsund, St. Nikolai, um 1690.

Almosentisch nennt man einen Tisch, an dem zu bestimmten Zeiten die gesammelten Almosen an die Armen ausgeteilt werden. Die Almosenverteilung war schon sehr früh eine feierliche Handlung (s. Gesta Dagoberti, M. G. H. SS. II, 407); ursprünglich geschah sie durch die Hand des Priesters; seit der Reformationszeit gibt es namentlich in protestantischen Gemeinden ehrenamtliche Almosenpfleger. In Frankfurt a. M. heißt dies, Amt der „Allgemeine Almosenkasten“. Das Frankfurter Historische Museum besitzt ein (mehrfach restauriertes) Ölgemälde von 1531 (Abb. 1), das die Almosenpfleger bei der Ausübung ihres Amtes zeigt (Harry Gerber, Die Entstehung des Allgemeinen Almosenkastens zu Frankfurt a. M., „Im Frankfurter Raum“ I, 1931, S. 23ff.).

Bei dem einzigen bekannten reicheren Beispiel eines A. in St. Nikolai zu Stralsund (um 1690, Abb. 2) ruht die schöne, eingelegte Platte auf Putten mit Früchten und Getreide; auch der von Löwen getragene Sockel ist reich geschmückt (W. Hagemeister, Ein Gang durch die St. Nikolaikirche zu Stralsund, Stralsund 1900, S. 28). (Ein ganz ähnlicher Tisch in St. Jakobi in Stralsund diente nachweislich als Tauftisch.)

Zu den Abbildungen

1. Frankfurt a. M., Städt. Hist. Mus., Almosenpflegerbild von 1531. Phot. Mus.

2. Stralsund, St. Nikolai, A. um 1690. Phot. Kg. Seminar Greifswald.