Fisch II: Fischarten

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englisch: Fish II: species of fish; französisch: Poisson II: espèces des poissons; italienisch: Pesce II: specie di pesci.


Salome Zajadacz-Hastenrath (1987)

RDK IX, 88–143


RDK VII, 1033, Abb. 15. Jörg Breu d. J., Augsburg 1531.
RDK VII, 1073, Abb. 3. Gottfr. Eichler (Entw.) und Jos. Wachsmuth (Ausf.), Augsburg um 1760.
RDK VII, 1193, Abb. 16. Paris 1542.
RDK IX, 89, Abb. 1 a. Paris 1539.
RDK IX, 89, Abb. 1 b. Paris 1539.
RDK IX, 93, Abb. 2. Joan. Thomas (Entw.) und A. Loemans (Ausf.), Lublin 1652.
RDK IX, 95, Abb. 3. Hans Sibmacher, Nbg. 1604.
RDK IX, 97, Abb. 4. Hans Sibmacher, Nbg. 1604.
RDK IX, 97, Abb. 5. Budapest, 1413.
RDK IX, 99, Abb. 6. Rom 1554-1558.
RDK IX, 99, Abb. 7. Granada, M. 15. Jh.
RDK IX, 101, Abb. 8. Hans Sibmacher, Nbg. 1604.
RDK IX, 101, Abb. 9. Montecassino, 1023.
RDK IX, 103, Abb. 10. Ehem. München, K.handel, um 1500.
RDK IX, 105, Abb. 11. Albert Flamen, Paris 1657.
RDK IX, 105, Abb. 12. Lilienfeld, um M. 14. Jh.
RDK IX, 107, Abb. 13. Augsburg 1711.
RDK IX, 107, Abb. 14. Budapest, 1413.
RDK IX, 109, Abb. 15. I. C. Schalckh (Entw.) und I. G. Wolffgang (Ausf), Augsb. 1701.
RDK IX, 109, Abb. 16. Venedig 1623.
RDK IX, 111, Abb. 17. Vorau, 1332.
RDK IX, 111, Abb. 18. Egidius Sadeler, Prag 1602.
RDK IX, 113, Abb. 19. Albert Flamen, Paris 1664.
RDK IX, 115, Abb. 20. Rotterdam 1627.
RDK IX, 117, Abb. 21 a und b. Prag, um 1350.
RDK IX, 117, Abb. 22. Nürnberg 1638.
RDK IX, 119, Abb. 23. Budapest, 1413.
RDK IX, 121, Abb. 24. Parma 1759.
RDK IX, 123, Abb. 25. Antwerpen 1565.
RDK IX, 125, Abb. 26. Venedig 1623.
RDK IX, 127, Abb. 27. Albert Flamen, Paris 1657.
RDK IX, 129, Abb. 28. Augsburg 1728.
RDK IX, 129, Abb. 29. Heinrich Rappost, 1614, Braunschweig.
RDK IX, 131, Abb. 30. William Hamilton (Entw.) und Monogrammist E. M. (Ausf.), Ld. 1779.
RDK IX, 133, Abb. 31. Rom, 1. H. 14. Jh.
RDK IX, 133, Abb. 32. Lilienfeld, um M. 14. Jh.
RDK IX, 133, Abb. 33. Venedig 1511.
RDK IX, 135, Abb. 34. Hans Sibmacher, Nbg. 1604.
RDK IX, 135, Abb. 35. Christoph Jeghers, Amst. 1644.
RDK IX, 137, Abb. 36. Thomas Lant (Entw.) und Theodor de Bry (Ausf.), 1587.
RDK IX, 139, Abb. 37. Johann Ulrich Krauss, Augsburg 1706.
RDK IX, 141, Abb. 38. Rom, 1460.

Nachfolgend werden in alphabetischer Reihenfolge einzelne Karten behandelt, soweit die in MA und früher Neuzeit von ihnen bekannten oder ihnen zugeschriebenen physischen Merkmale und Eigenschaften in nennenswertem Umfang zu Deutungen Anlaß gaben.

Nicht alles, was man von F. wußte oder zu wissen glaubte, ist nur für eine einzige F.art charakteristisch, manche Phänomene - entsprechend auch ihre Deutungen - wiederholen sich oder wurden allgemein auf F. übertragen (seltener wurden allgemeine Deutungen der F. auf einzelne Karten überschrieben).

Die Auswahl der Karten orientiert sich am Wissensstand der zitierten Quellen, nicht an den Erkenntnissen moderner Zoologie.

Vielfach findet man in den Quellen eine F.art mit verschiedenen Namen bezeichnet, andererseits ist ein Name bisweilen mit mehreren Karten identifiziert worden (vgl. hierzu etwa [100], mit Lit.). Die nicht immer lösbaren Probleme der Benennung und Identifizierung kommen z. T. daher, daß die in der Antike genannten Karten zumeist solche der mittelmeerischen F.welt sind und Versuche, Karten anderer Gewässer mit den Namen zu identifizieren, zu unterschiedlichen Ergebnissen führen konnten. Zu berücksichtigen ist auch, daß manche Eigenschaften in den ma. Enzyklopädien ganz anderen Arten zugeschrieben werden als von Aristoteles. Dies beruht auf zahlreichen Mißverständnissen der arabisch-lateinischen Version der Tierkunde von Michael Scotus (noch unediert), u. a. aufgrund des Ausfalls von F.namen (s.u.: Acharne; Hinw. Chrn. Hünemörder, Hamburg).

Der Aufbau des Artikels sucht den Schwierigkeiten der Benennung dadurch Rechnung zu tragen, daß gelegentlich mehrere verschieden benannte Karten gleicher Eigenschaften wegen zusammengenommen sind. Wo über die Identifizierung von griechischen und lateinischen Namen mit einem deutschen kein Zweifel besteht, wird diese F.art unter ihrem deutschen Namen geführt. Die lateinische Namensform wurde dann gewählt, wenn es keine deutschen Namen gibt oder wenn die Identifizierung unsicher blieb; wo es mehrere lateinische Bezeichnungen gab, wurde die noch heute gebräuchliche an erster Stelle genannt.

Nicht in das Alphabet aufgenommen sind variierende Schreibweise des Namens, dialektgebundene Bezeichnungen und auf Mißverständnis beruhende Benennungen (wie Konrad von Megenbergs „Kainfisch“, s. Sp. 114). Umfänglichere Konkordanzen von F.namen bieten im übrigen Gilles [48], Belon [49], Salviani [52], Schoenefelde [58] und Jonston [59]; vgl. auch [5 a] S. 583-600; Wilhelm Wackernagel, Vocabularius optimus..., Basel 1847, S. 46f.; Arturo Palombi, La fauna marina nei musaici e nei dipinti pompeiani, Neapel 1950, S. 425-455; [100] S. 253-269; [41] S. 172-195; Elias Steinmeyer und Eduard Sievers, Die althochdt. Glossen, Bd. 3, Dublin und Zh. 21969, S. 45-47, 83-85, 202, 455f.

Aal

(Anguilla).

Lange glaubte man, Aale entstünden durch Urzeugung aus Schlamm (Athenaeus [10] VII, 312 b). Sie lieben klares Wasser, Aalfänger trüben es, um sie leichter zu fangen (ebd. VII, 298 b; Aristoteles [1] VIII,2, 592a). Aale brauchen viel Wasser, können aber außerhalb des Wassers mehrere Tage leben, bei Nordwind länger als bei Südwind. Sie fressen nachts. Als einzige F. schwimmen sie nach dem Tod nicht oben (ebd., Plinius [6] 74). Der Genuß von Wein, in dem ein Aal ertränkt wurde, führt zu Abstinenz [6a, 148]. Mitunter werden Aale mit Hilfe eines Schafdarms gefangen, der, sobald der Aal angebissen hat, aufgeblasen wird, so daß dieser erstickt (Oppian [9] IV, 450-467; Aelian [8] XIV, 8). Seine Schlüpfrigkeit ist sprichwörtlich (Samuel Singer, Sprichwörter des MA, Bln. 1944, Bd. 1 S. 159f.); er entschlüpft um so eher, je fester man ihn hält (Isidor [14] 41: anguilla von anguis; Bestiarien [25] S. 208, [26] S. 196f.), mit Hilfe eines Feigenblattes kann man sein Entkommen verhindern (Aldrovandi [57] lib. IV cap. 14 S. 212). Aale leben abgesondert von anderen F. (ebd. S. 211); selbst geschunden sind sie noch zählebig; gebraten schmecken sie am besten (Thomas von Cantimpré [31] VII, 2 S. 253; Albertus Magnus [33] § 8 S. 1519).

Seine Schlüpfrigkeit macht den Aal allem leicht Entschwindenden vergleichbar: weltlichen Gütern (Christanus [36] fol. 207vb; Pianelli [80] cap. 4 Nr. 18 S. 208, [80 a] cap. 3 Nr. 23 S. 435; von der Ketten [82] cap. 2 Nr. 28 S. 713; Jean Jacques Boissard, Dionysii Lebei-Batilli Emblemata, Ffm. 1596, Nr. 9), Fürsten- und Volksgunst (Roemer Visscher [72] III, 54 S. 176), Frauentreue (ebd.; Guill. de La Perrière [69] Nr. 88: Abb. 1 a; vgl. auch August Wulff, Die frauenfeindlichen Dichtungen in den romanischen Literaturen des MA bis zum E. des 13. Jh., Halle a.d.S. 1914, S. 117, 159), aber auch dem rechten Glauben und der Ehre (Woytt [85] T. 2 Nr. 216 S. 38f. und [85a] S. 31f.). Er ist Bild vergeblicher Hoffnung (Valeriano [67] Bl. 210r), unbedachter Worte (Math. Holzwart, Emblemata Tyrocinia, Strbg. 1581, Nr. 62), des Teufels oder des falschen und des eitlen Menschen (Bersuire [38] cap. 3 S. 550; Woytt [85] T. 1 Nr. 185 und [85 a] S. 26f.), aber auch wunderbar befreiter Heiliger (von der Ketten [82] cap. 2 Nr. 26 S. 713). Sein rasches Entkommen zeigt, daß Erwerben leichter ist als Bewahren (Jul. Wilh. Zincgreff Emblematum ethico-politicorum centuria, Hdbg. 1619, Nr. 18), kann wohl auch -neben einem Stundenglas - als Hinweis auf die entschwindende Zeit verstanden sein, wobei offenbar auch der schlüpfrige F. schlechthin an die Stelle des Aales treten kann (Fliese aus Faenza, 1501 [?]: Anne Berendsen u.a., Fliesen, Mchn. 1964, Abb. S. 95).

Wie der Aal um so rascher entgleitet, je mehr man ihn preßt, wird der Mensch die ewigen Güter verlieren, je mehr er sich an die Annehmlichkeiten der Welt klammert (Conc. car., Temp. 114: [37] fol. 114v-115r), doch kann dies auch ein Bild für die Notwendigkeit maßvoller Zucht in der Erziehung sein (Boschius [83] cl. III Taf. 28 Nr. CCCCXCVI; von der Ketten [82] cap. 2 Nr. 24 und 30 S. 712f.) und für die Not, die endet, wenn sie am größten ist (Barth. Hulsius, Emblemata Sacra..., o. O. 1631, Emblem 38 S. 140f.).

Als Sinnbild des schlüpfrigen Trugschlusses kann der Aal zudem Attribut der Dialektik sein, so - nach Tobias Stimmers verlorenen Fresken - auf einem Glasfenster Christoph Murers (New York, Priv.-Slg., E. 16. Jh.: Paul Boesch, Tobias Stimmers allegorische Deckengem. im Schloß zu Baden-Baden, ZAK 12, 1951, S. 80-82, Taf. 24 b).

Im Feigenblatt gehalten, bedeutet er feste Hoffnung (Valeriano [67] Bl. 2100 sowie Gefangenschaft (Alciati [68] Bl. D2r, [68 a] S. 136 Nr. 60; weitere Beisp. RDK VII 1016 und 1033 Abb. 15) und durch Askese gebändigte Unbotmäßigkeit des Fleisches (Aresi [77] lib. 4,2, S. 1063 Impr. 90: „Decepisti me“, Emblem auf den hl. Benedikt von Nursia; Picinelli [80] cap. 4 Nr. 19 S. 208).

Daß der zählebige Aal bei Nordwind am längsten überlebt, zeigt, daß in Widrigkeiten ein gottesfürchtiges Leben besser möglich ist als im Wohlstand (Bersuire [38] cap. 3 S. 551). - Der geschundene, noch lebende Aal gleicht den schwer bekehrbaren Häretikern, den Hartnäckigen, den im Mißgeschick aufbegehrenden Stolzen, aber auch den Märtyrern (Picinelli [80] cap. 4 Nr. 19 S. 208: bes. dem hl. Bartholomäus) und dem körperlich bestraften Klosterbruder (Fr. Koehler, Ehstländische Klosterlectüre, Reval 1892, S. 35). - Durchschnitten noch lebend, bedeutet er mit dem Lemma „Quod perdidit optat“ das Streben der Liebe nach der ursprünglichen Einheit (Cats [75] Sinn-Bild 1 S. 2f.; von der Ketten [82] cap. 2 Nr. 25 S. 712: die natürliche Neigung zur Ehe), kann den Liebeswahn des Greises bedeuten (Cats [75] Sinn-Bild 1 S. 4f.: „Incassum furit“), vergebliches Aufbegehren gegen das Leid (ebd. S. 6f.: „Nil juvat obniti“; von der Ketten [82] cap. 2 Nr. 26 S. 713), aber auch, mit dem Lemma „Dum spiro spero“, die Hoffnung (ebd.).

Aale lassen sich nicht in F.teichen halten, daher sind sie Bild derer, die es nicht in der Fremde hält (Valeriano [67] Bl. 209v; Masen [79] S. 892: der schädlichen Wanderung); im Rhein, nicht aber in der Donau vorkommend, bedeuten sie verschiedene Natur, in spärlichem Wasser zugrunde gehend, Menschen in Not (ebd.). Wie Aale im Winter ins tiefe Wasser flüchten sich Versuchungen ausgesetzte Gläubige in tiefere Frömmigkeit (Bersuire, s. o.); doch ist der – im Schlamm wühlende – Aal im tiefen Wasser auch Bild des irdisch Gesinnten (Woytt [85] T. 1 Nr. 185). Klares Wasser allein ist dem Aal bekömmlich, wie dem Menschen der Friede (Masen, s. o.).

Der im trüben Wasser gefangene Aal bedeutet Nutzen aus der Uneinigkeit der Bürger (Valeriano [67] Bl. 210r; Camerarius [71] Nr. 45; Ferro [74] S. 557f.; La Perrière [69] Nr. 44: Abb. 1 b; Picinelli [80a] cap. 3 Nr. 21 S. 435), Folgen des Aufruhrs (Caussin [73] cap. 13 S. 434; Moritz [86] S. 76), Verführung (Picinelli [80] cap. 4 Nr. 16 S. 208; Masen, s.o.). Durch den aufgeblasenen Darm gefangen, gleicht er dem durch eitlen Ruhm gefangenen Stolzen (Caussin [73] cap. 12 S. 433f.; Moritz, s.o.).

Aale meiden die Gesellschaft anderer F., sind daher Bild der Einsamkeit (Picinelli [80 a] cap. 3 Nr. 21 S. 435) oder des Mannes, der allen feind ist (Horapollo [66] II, 103; Valeriano [67] Bl. 209v), und Attribut der Feindschaft (Ripa [87] S. 138; für die weitere Tradition s. RDK VII 1076 und 1074 Abb. 3).

Sie bewegen sich schlängelnd fort, ähnlich der Seele, die „corporis tortura et mortificatione“ zur Vollkommenheit gelangt (von der Ketten [82] cap. 2 Nr. 31 S. 713).

Da sie nur nachts fressen, gleichen sie den Nachtschwärmern (Moritz, s. o.) und den heuchlerisch Fastenden (Caussin [73] cap. 14 S. 435).

Als schuppenlose, „unreine“ F. bezeichnen sie Profanes (Valeriano [67] Bl. 209v), aus Schlamm geboren unsichere und beschämende Herkunft (Masen [79] S. 891f.: „origo obscuro“ und „originis pudere“).

Der geröstet besonders gut schmeckende Aal ist Bild der hl. Agatha (die im Martyrium zur Vollkommenheit gelangt ist: Conc. car., Sanct. 12: [37] fol. 169v-170r, des hl. Laurentius und aller anderen Märtyrer (Bersuire [38] cap. 3 S. 551).

Der im Wein ertränkte Aal, der zur Abstinenz führt, gleicht Judas, dessen Bosheit schließlich zur Nachfolge des Apostels Matthias führte (Conc. car., Sanct. 14: [37] fol. 171v-172r, sowie allem, was Abkehr von der Welt bewirkt: Maria (Sebastian a Matre Dei, Firmamentum symbolicum, Lublin 1652, Embl. 38 S. 196: Abb. 2), Gottesfurcht (Picinelli [80 a] cap. 3 Nr. 25 S. 435) und der Welt selbst, die solches durch Überdruß bewirkt (ebd.).

Tot auf dem Grund liegende Aale bedeuten Demut (von der Ketten [82] cap. 2 Nr. 22 S. 712; Bersuire, s. o.: die des Sünders im Tode), aber auch Sünder, die sich nicht durch Buße erheben wollen, die Toten (ebd.) oder ihr vergessenes Andenken (Valeriano, s. o.; insbesondere das des toten Geizhalses: Jac. a Bruck, gen. Angermundt, Emblemata moralia et bellica, Köln 1615, [T. 1] Nr. 34), sowie den bösen Tod (von der Ketten, s.o.; Bersuire, s.o.: die Verdammten).

Acharne

(Acarnane, Ahune, Hahane).

Der F. Acharne (Plinius [6 a] 145; gr. ἀχάρνας; Gesner [55] S. 49: ein Meerbrachsinen art; [56] Bl. 26v: ein Fleckbrachßmen) frißt viele kleine F. In der Sommerhitze magert er ab (Aristoteles [1] VIII, 19, 602 a 12). Bei Gefahr rollt sich der in der arabisch-lateinischen Fassung mit „hahune“ konfundierte κεστρεύς (Sp. 111) zusammen, und wenn ihn dann Hunger plagt, frißt er sich lieber selbst auf, als daß er sich fressen ließe (Thomas von Cantimpré [31] VI, 3 S. 232f.: ahune; Albertus Magnus [33] § 11 S. 1521: Hahane; Konrad von Megenberg [40] S. 231f.: Achime, ein merfrâz).

Der F. wird als Bild des in Versuchung nützlichen Fastens angesehen (Thomas von Cantimpré [31] VI, 3 S. 233; Bersuire [38] cap. 44 S. 566) oder der Liebe zu Christus, die fleischliche Begierden verzehrt (Conc. car., Sanct. 46, St. Hippolyt: [37] fol. 203v-204r), auch von Beamten, die, nach unlauterer Bereicherung gefaßt, ihre Beute (teilweise) aufgeben, um ihren Kopf zu retten (Konrad von Megenberg [40] S. 232).

Mit dem Lemma „Violento absumitur aestu“ bedeutet er die vernichtende Glut der Liebe (Camerarius [71] Nr. 34; Picinelli [80] cap. 2 Nr. 14 S. 208).

Ac(c)ipenser

s. Stör (Sp. 126).

Adonis

s. Exocoetus (Sp. 100).

Aetnaeus

s. Cantharus (Sp. 97).

Af(f)orus

s. Apua (Sp. 95).

Allec

s. Hering (Sp. 104).

Alse

s. Aristosus (Sp. 95).

Angler

(rana piscatrix, rana maris; Seeteufel).

Die flache rana piscatrix (Gesner [55] S. 120: Meerkrott, Meerteüfel, Taeschemaul) versteckt sich im Schlamm, wobei nur die unter den Augen hervortretenden Hörnchen zu sehen sind, und täuscht so kleine F., um sie dann zu verschlingen (Ps.-Aristoteles [1] IX, 620 b; Plinius [6] 143; Thomas von Cantimpré [31] VII, 66 S. 269: rana maris; Albertus Magnus [33] § 50 S. 1543: rana marina).

Diese heimtückische Jagdweise ist auch dem Teufel eigen (Thomas von Cantimpré [31] VII, 66 S. 269) und bösen Advokaten (Bersuire [38] cap. 95 S. 582), Scharlatanen und Betrügern (Caussin [73] cap. 75 S. 471). Die Rana ist Attribut der Simonie, die ähnlich erfolgreich Benefizien erjagt (Ripa [87 b] T. 3 S. 628), sie bedeutet aber auch Selbsterhaltung (Camerarius [71] Nr. 38: Abb. 3, „Industria propria nutrit“; Ferro [74] S. 562: ranocchia).

Anguilla

s. Aal (Sp. 90).

Anthias

Der F. hat auf dem Rücken sägeförmige Stacheln (spinae serratae), mit denen er sich oder Artgenossen durch Zersägen der Leine von der Angel befreit (Plinius [6] 182, [6 a] 13; Plutarch [7] 25, 977 C; Aelian [8] I, 4). Er kann nur gefangen werden, nachdem er durch regelmäßiges Füttern zutraulich gemacht wurde (Plinius [6] 180-182); der beim Fang verwundete F. scheint zu klagen (Aelian [8] XII, 47). Wo der Anthias ist, gibt es keine Raub-F. (ebd. VIII, 28).

Vom Anthias ist erst in nachma. Werken der Naturkunde wieder die Rede. Man hielt dafür, daß in den antiken Quellen verschiedene F. Anthias genannt worden seien, und unterschied vier Arten (Rondelet [50] S. 188-193; dessen Karten identifizieren Gesner und Forer mit dem „rotlachten Rundkopf“, dem „Bolck“, „Kableau oder Capellegan“, dem „schwartzbraunen Steinling oder Steinfisch“ und „einer Seebrachsmenart“: [55] S. 24f.; [56] Bl. 13); vier andere bildet Aldrovandi ab [57, S. 37, Taf. 5].

Da in der Nähe des Anthias keine Raub-F. leben, ist er Bild der Sicherheit (Valeriano [67] Bl. 213; Masen [79] S. 892) und all dessen, was Sicherheit gewährt: des guten Herrschers (Camerarius [71] Nr. 13: Abb. 4; Ferro [74] S. 558), der Gegenwart Gottes (Picinelli [80] cap. 5 Nr. 20 S. 209) oder Christi (Caussin [73] cap. 15 S. 435). - Das Zersägen der Angelschnur bedeutet Befreiung aus Gefangenschaft (Masen, s. o.) und, für andere verrichtet, treue Freundschaft (Picinelli [80] cap. 5 Nr. 21 S. 209; Ferro, s. o.). - Der zutraulich gemachte Anthias bezeichnet allmähliche Verführung; die Klage des gefangenen F. und die Freude der Fischer veranschaulichen, daß „mors et luctus canonicorum altorum est gaudium“ (Masen, s. o.).

Apua

(Af[f]orus, Alphora[z], Aphya; Meerseele).

Die Apua (gr. ἀφύη; Gesner [55] S. 1: Meerseele, Spirling, Spierinck, Stint) ist ein kleiner, gesalzen sich lange haltender F., der aus Meerschaum -in Verbindung mit Regen - entsteht (Plinius [6] 160 und [6a] 95), nur kurz lebt und dann zerfällt; zuletzt bleiben nur Kopf und Augen übrig. Man kann ihn wegen seiner Kleinheit nicht angeln (Isidor [14] 40: Aphorus). Die F. werden rasch gar, sprichwörtlich vom Anblick des Feuers (Athenaeus [10] VII, 284f-285d). Sie ernähren sich durch gegenseitiges Ablecken (Aelian [8] II, 22) und schwimmen in so dichten Schwärmen, daß es unmöglich ist, einen einzelnen F. herauszufangen (ebd. VIII, 18).

Gelegentlich wurde die Apua zweimal beschrieben, als Af(f)orus (nach Isidor: Thomas von Cantimpré [31] VII, 13 S. 255; Albertus Magnus [33] § 11 S. 1520) und als Alphoraz (nach Aristoteles: [31] VII, 3 S. 253f.; [33] § 9 S. 1519), der nach Meinung der Seeleute aus Kopf und Augen zu einem zweiten, langen Leben wiederersteht.

Die Apua ist Bild des Demütigen, der nicht mit der Angel des Bösen zu fangen ist (Thomas von Cantimpré [31] VII, 13 S. 255; Bersuire [38] cap. 11 S. 553; Christanus [36] fol. 207rb; Conc. car., Temp. 118: der Demut Christi, [37] fol. 118r, vgl. Abb. 5; Konrad von Megenberg [40] S. 246: der Demut Mariens).

Ihre außergewöhnliche Geburt macht sie zum Bild Christi (Bersuire [38] cap. 5 S. 551f.) und des Christen (Picinelli [80 a] cap. 5 Nr. 30 S. 436: „Pregnatus ab imbre“). Aus Kopf und Augen wiedererstanden, ist sie Bild Christi, dessen göttliche Natur und Seele den Tod überdauerten (Bersuire, s.o.; in der Emblematik der Auferstehung: Caussin [73] cap. 11 S. 432f.; Masen [79] S. 891), des Sünders, der wiedergeboren wird, wenn ihm nur Fides und Discretio erhalten geblieben sind, aber auch des Wucherers, der, so ihm nur Kopf - die böse Absicht - und Augen - der Blick auf seinen Profit -bleiben, immer wieder zu Reichtum gelangt (Bersuire, s.o.).

Ihr schnelles Garen macht sie zum Bild von Festinantia (Valeriano [67] Bl. 216v), Res expedita (Masen [79] S. 892) und schnell entflammender Liebe (Picinelli [80 a] cap. 5 Nr. 30 S. 436: „Visu tenerescit ab igne“), ihre Sicherheit im Schwarm zum Bild der Einigkeit (Camerarius [71] Nr. 4; Picinelli [80] cap. 6 Nr. 22 S. 209; Ferro [74] S. 558); ihr gegenseitiges Lecken bedeutet Caritas mutua (Picinelli [80 a] cap. 5 Nr. 32 S. 436).

Aranaea, Aranaeus

s. Draco marinus (Sp. 99).

Aristosus

(Arista, Alse, Vint[h]; Laußfisch, Meyenfisch).

Der grätenreiche Aristosus oder Venth (Gesner [55] S. 321, 323: Alse, Vint, Laußfisch, Meyenfisch) wird von Fischern mit einem Glöcklein angelockt und im Netz gefangen (Thomas von Cantimpré [31] VII, 89 S. 274; Albertus Magnus [33] §59 S. 1549; vgl. [110] S. 195). So fängt der Teufel mittels weltlicher Lustbarkeiten den Bösen (Thomas von Cantimpré, s. o.), so strömen die Guten zur Predigt (Bersuire [38] cap. 125 S. 592).

Asellus

s. Salpa (Sp. 122).

Aurata

s. Goldbrasse (Sp. 102).

Barbe

(Barbus).

Der Barbus (Salviani [52] Bl. 85v: Abb. 6; Gesner [55] S. 307: Barb, Barbel, Bärbele, Weidfisch) gilt, weil er im Alter besser wird (Ausonius [12] 93-96), als Bild rühmlichen Alters (Camerarius [71] Nr. 26: „Non illaudata senectus“; Ferro [74] S. 559; Picinelli [80] cap. 9 Nr. 27 S. 210; Weigel [84] Nr. XII, 3 S. 26f.). Von der Ketten glaubt, der F. werde wegen des von seinem Maul ausgehenden guten Geschmacks gefangen, und deutet ihn mit dem Lemma „Ex ore insidiae“ als Bild des hl. Chrysostomus und Johannes d. T. [82, cap. 6 Nr. 43 S. 716].

Butt

(Rhombus; Bocta, Botha).

Der nach seiner Form Rhombus (Aldrovandi [57] lib. II cap. 48 S. 93; Gesner [55] S. 94: Tarbutt, Butt, Putt u.ä.) genannte F. bewegt, versteckt liegend, seine Floßfedern nach Art kleiner Würmer als Lockmittel für andere F., die er dann zerreißt (Plinius [6] 144). Seit Thomas von Cantimpré werden zwei solcher F. unter Hervorhebung verschiedener Eigenarten beschrieben. Der Rhombus ist langsam, fängt aber trotzdem flinke F. ([31] VI, 67, S. 269: rumbus; Albertus Magnus [33] § 50 S. 1543); die Botha, ein Fluß-F. mit roten Rückenflecken, flüchtet sich vor Verfolgern auf den Grund ([31] VII, 14 S. 256: Abb. 7; Albertus Magnus [33] § 12 S. 1521; Konrad von Megenberg [40] S. 246: bocha ... ain regenvisch).

Der Rhombus, seiner Form wegen ein „Mathematicus“ (Masen [79] S. 907), wird meist wegen seiner Jagdweise - in Anspielung auf Lc 16,8 - den Kindern der Finsternis verglichen, die klüger sind als die des Lichts (Thomas von Cantimpré [31] VI, 67 S. 269), ferner den Falschen, doch auch Christus, der langmütig ist, bevor er Rache nimmt (Bersuire [38] cap. 97 S. 583). Wie Raia, Rana und Squatus ist er Attribut der ebenso Beute machenden Simonie (Ripa [87 b] T. 3 S. 628).

Die auf dem Grund liegende Bocta entkommt den Fischern wie Demütige der Versuchung (Christanus [36] fol. 207va; Bersuire [38] cap. 13 S. 553); sie wurde aber auch als Hinweis auf Böse, die ihre Missetaten verschleiern, verstanden (ebd.; Christanus [36] fol. 207vb: rumbus).

Callionymus

s. Uranoscopus (Sp. 131).

Cantharus und Aetnaeus

(Zaffole) und Aetnaeus.

Der Cantharus (Gesner [55] S. 44: braune Meerbrachsme) kämpft mit anderen F. um sein Weibchen (Aelian [8] I, 26) und gilt darum als Bild rechter Ehe (Camerarius [71] Nr. 33: Abb. 8, „Contentus conjuge sola“; Ferro [74] S. 565: Zaffole) oder „rivalium pugna“ (Masen [79] S. 894).

Der Aetnaeus ist monogam (Aelian [8] I,13) und bedeutet eheliche Treue (Caussin [73] cap. 8 S. 429f.; Moritz [86] S. 75).

Capito, Cephalus, Cestraeus

s. Meeräsche (Sp. 111).

Cautius, Clautius, Clancius

s. Wels (Sp. 133).

Chromis

s. Corvus (s. unten).

Conger

s. Meeraal (Sp. 110).

Cordyla

s. Thunfisch (Sp. 128).

Corvus und Chromis

(Coracinus, Seerabe, Seerapp) und Chromis.

Der F. Corvus (Isidor [14] 13) oder Coracinus (Plinius [6] 57; vgl. [100] S. 99f.), in der Neuzeit mit dem Seerapp, einer Art Meerbrasse oder Meerkarpfen, identifiziert (Gesner [55] S. 53; dagegen Rondelet, s. u.), verrät sich den Fischern durch Grunzen (ebenso der bei Aristoteles genannte χρόμις: [1] IV, 8, 534 a9 u.ö.; vgl. Rondelet [50] lib. V cap. 21 S. 152f.; zur Identifizierung s. [100] S. 86-88). Daher ist er Bild dummen Geschwätzes und der Prahlerei, die zu Schaden führen (Bersuire [38] cap. 21 S. 556f.), sowie jener, die gegen ihre Pflichten murren (und vom Teufel gefangen werden: Thomas von Cantimpré [31] VII, 26 S. 259; vgl. auch [40] S. 250), der Ungeduldigen (Christanus [36] fol. 207va), bestrafter mürrischer Ordensleute oder Diener (Bersuire, s. o.).

Dentex und P(h)agrus

Dentex (Dentrix) und P(h)agrus (P[h]ager).

Der Dentex (Gesner [55] S. 49: ein rotlachte Meerbrachsmenart, ein Zanbrachsme, ein Zanfisch) hat viele große Zähne (Isidor [14] 23), der Pagrus (auch Phagus; Gesner [55] S. 47: größer rote Meerbrachsmen) so harte, daß er Muscheln zerbeißen kann (Isidor [14] 22). Beide F. wurden im MA oft für identisch gehalten (Albertus Magnus [33] § 29 S. 1531; Hortus Sanitatis [42] cap. 28: Abb. 10) und als Bild des Satans angesehen (Christanus [36] fol. 207va) bzw. jener, die durch böse Worte schaden, wie Verleumder und Beleidiger (Bersuire [38]

cap. 30 S. 560), oder jener, die Arme berauben (Thomas von Cantimpré [31] VII, 30 S. 260).

Dorsch

s. Salpa (Sp. 122).

Draco marinus, Aranea(-us), Petermännchen

Draco marinus und Aranea wurden erst in der Neuzeit für identisch gehalten (vgl. Rondelet [50] lib. X cap. 11 S. 300-304 und Gesner [55] S. 83, der noch zwei weitere Araneusarten registriert und die F. Petermanche und Pietersfisch nennt; allgemein vgl. Chrn. Hünemörder, Drachenfisch, in: Lex. MA Bd. 3 Sp. 1346).

Beide haben giftige Stacheln, der Araneus am Rücken (Plinius [6] 155) bzw. am Ohr (Isidor [14] 18: Aranea; Thomas von Cantimpré [31] VII, 15 S. 256; Konrad von Megenberg [40] S. 246: merspinne; beide Versionen bei Vincenz von Beauvais [32] cap. 32 Sp. 1270 und Bersuire [38] cap. 12 S. 553), der Draco marinus an den Kiemen (Isidor [14] 42; Hrabanus Maurus [17] Sp. 238, Abb. 9; Thomas von Cantimpré [31] VI, 15 S. 237).

Der Draco, der sich nur mit der linken Hand fangen läßt (Aelian [8] V, 37), gräbt sich, auf Sand gesetzt, mit größter Schnelligkeit ein (Plinius [6] 82, ebenso Vincenz von Beauvais [32] cap. 114 Sp. 1307 und Bersuire [38] cap. 32 S. 563). Er besitzt einen kleinen (Schlangen-)Kopf und einen rauh geschuppten F.körper (Aelian [8] XIV, 12) mit breiten Flossen, gewundenem Schwanz, hartem Maul und giftigem Biß (Thomas von Cantimpré [31] VI, 15 S. 237; Albertus Magnus [33] § 26 S. 1529f.; Vincenz von Beauvais [32] cap. 114 Sp. 1307; Bersuire [38] cap. 32 S. 563; Konrad von Megenberg [40] S. 234: meertrack).

Die Deutungen gehen bis in die Neuzeit von der ma. Unterscheidung der F. aus. Die des Araneus haben etwas mit Gehör zu tun. Er ist Vorbild dessen, der Böses nicht anhören will (Christanus [36] fol. 207rb), bezeichnet eifrig zuhörende Schüler und Diener, aber auch jene, die alles hören wollen (Bersuire [38] cap. 12 S. 553), gern Böses vernehmen (ebd.; so auch Konrad von Megenberg [40] S. 246) und Gehörtes keiner Antwort würdigen.

Da der Draco harte Haut und ein böses Maul hat, verstand man ihn als Bild hartnäckiger, dem geistlichen Leben abgeneigter Menschen. Mit seinem kleinen Kopf und dem großen Körper bezeichnet er Holofernes, den an Überflüssigem Reichen, am Notwendigen jedoch Mangel Leidenden. Der Fisch gräbt sich so rasch ein wie sich Wucherer, Schergen und Beamte bereichern (Bersuire [38] cap. 32 S. 563) und gleicht Bösewichtern, die arme Leute plagen (Konrad von Megenberg [40] S. 234f.). - In der Emblematik ist fast ausschließlich das Fischfangen mit der Linken aufgegriffen: Es bedeutet nicht mit Vernunft, sondern nur mit Gewalt regierte Unbelehrbarkeit (Caussin [73] cap. 41 S. 452); es zeigt, daß Gleiches verschiedenen Menschen nicht das Gleiche bedeutet (Liebe „laedit ineptos“; Lebenskunst lehrt, es sei „non omnibus omnia“; das Gesetz Gottes ist „bonis bona, malis mala“ - vgl. Fronleichnamssequenz des Thomas von Aquin: Cats [75] Sinn-Bild 22 S. 128-133). Dem Schlechten zugeneigte Menschen werden ebenfalls durch den F. bezeichnet (Masen [79] S. 896; das Motiv des Kopfabschlagens beim Draco marinus [ebd.: „das Böse vermeiden“] ist wohl von der Vipera maris übernommen [s. Sp. 132]).

Ensis

s. Schwertfisch (Sp. 124).

Esox, Exos

s. Hausen (Sp. 102).

Exocoetus

(Ezochius, Exochinus, Adonis; Steinrupp).

Ohne Schlaf kann der Exocoetus (lat.; griech.: ’εξώκοιτος; Gesner [55] S. 11: Punterhan, Steinrupp), auch Adonis genannt, nicht leben (Thomas von Cantimpré [31] VII, 34 S. 261; Albertus Magnus [33] § 33 S. 1533; Hortus Sanitatis [42] cap. 29: Abb. 10); er geht zum Schlafen aufs Trockene (Plinius [6] 70; Aelian [8] IX, 36), wo ihn Vögel bedrohen (Oppian [9] I, 155-167).

Er ist wie Menschen mit angenehmen Sitten überall zu Hause (Caussin [73] cap. 9 S. 430f.), gleicht dem, der sich zur Betrachtung aus der Annehmlichkeit der Welt in die Trockenheit der Armut zurückzieht (Thomas von Cantimpré [31] VII, 34 S. 261; Christanus [36] fol. 207va: denen, die zum Himmel aufstreben; Bersuire [38] cap. 38 S. 565: auch Elias in der Wüste), aber auch dem, der sich aus dem Meer der Buße in die Welt begibt, weil er den Schlaf der Sünde nicht missen mag (ebd.).

Der von den Vögeln bedrohte Schlaf bedeutet trügerische Hoffnung (Caussin [73] cap. 45 S. 454), gefährdeten Reichtum (Masen [79] S. 897), falsches Glück, aber auch Geduld und Gelassenheit (Moritz [86] S. 80).

Fliegende Fische

s. Hirundo (Sp. 104).

Garcanez

s. Glaucus (s. unten).

Gladius s. Schwertfisch (Sp. 124).

Glanis

s. Wels (Sp. 133).

Glaucus

(Glamanez, Garcanez; Hundfisch).

Der Glaucus (Gesner [55] S. 114: Meerstichling, Meerblauwling) hat den Namen von seiner Farbe (gr. γλαύκος = weißlich-blau; vgl. [100] S. 128; nach Isidor ist er weiß [14] 28; so auch Bersuire, s. u.). Er verbirgt sich im Sommer 60 Tage lang (Plinius [6] 58, [6 a] 153), das Männchen bewacht die Jungen und nimmt die ängstlichen ins Maul (Aelian [8] I, 16; Thomas von Cantimpré [31] VI, 26 S. 241: Glamanez; Albertus Magnus [33] § 35 S. 1534: Garcanez), was aber auf Verwechslung mit dem Glaucus galeus beruhe (Rondelet [50] S. 254; Gesner [55] S. 149: Hundfisch, wohl nach seinem Verschwinden zur Zeit des Hundssternes: Plinius, s. o.). Die Mitteilung, er habe scharfe Zähne (Aldrovandi [57] lib. III cap. 16 S. 115), läßt auch an die Identifizierung mit dem Hai denken ([100] S. 128: Blauhai [?]).

Da „Nullibi asylum (est) tutius“, bezeichnet der Glaucus Christus (Chesneau [81] Embl. 62 S. 438-443: Abb. 11) und Elternliebe (Caussin [73] cap. 47 S. 455f.; Masen [79] S. 897); reine Menschen, die im Reichtum leben, sind ebenso selten wie der F. im Sommer (Bersuire [38] cap. 49 S. 567), und Grausame haben wie dieser scharfe Zähne (Masen, s. o.).

Goldbrasse

(Aurata)

Die Aurata (so genannt nach ihrer Farbe: Isidor [14] 6; Gesner [55] S. 41f.: Goldbreme oder Goldbrachsme) ist ein äußerst furchtsamer Meer-F. (Aelian [8] XIII, 28).

Daher ist sie das Bild des furchtsamen Reichen (Caussin [73] cap. 22 S. 439f.) oder Missetäters (Masen [79] S. 893). Picinelli, der glaubt, sie werde mit zunehmendem Mond heller, vergleicht dies der Wirkung Göttlicher Gnade oder der Schirmherrschaft Mariens; der F. ist Bild Mariens oder des treuen Untergebenen ([80] cap. 27 S. 221f.; [80 a] cap. 32 Nr. 166f. S. 457).

Granus

s. Uranoscopus (Sp. 131).

Hausen

(Huso, Esox, Exox, Ezox).

Thomas von Cantimpré beschreibt den Esox, „quem Suevi husen dicunt“, als in der Donau lebenden großen F., der furchtsam ist und auch vor kleinen F. - z. B. dem Stichling (pungitivus) -flüchtet. Er spielt mit dem Stör - daher wird er oft mit diesem zusammen gefangen - und kann, mit Wein oder Milch getränkt, außerhalb des Wassers leben und transportiert werden. Nur im Kopf hat er starke Knochen ([31] VII, 32 S. 261: Ezox; Albertus Magnus [33] § 32 S. 1533: Ezox und Huso; Konrad von Megenberg [40] S. 252: Esox, ain haus).

Die Frage, wie der Esox zu identifizieren sei, wurde in der frühen Neuzeit öfters erörtert, wobei man ihn mit verschiedenen in der Antike genannten F. gleichsetzte (Rondelet [50] S. 177-180; Aldrovandi [57] lib. IV cap. 11 S. 204: Huso; den bei Plinius genannten Esox hielt man für identisch mit dem Lucius [Sp. 108]: Gesner [55] S. 328, Aldrovandi [57] lib. V cap. 39 S. 244, aber auch mit dem Salm [Sp. 121f.]: vgl. [100] S. 119).

Der F. ist Bild des trotz eigener Größe demütigen Gerechten, auch des Großen, der vor Kleineren flieht (Bersuire [38] cap. 36 S. 564). Wegen seiner starken Kopfknochen gleicht der F. der inneren Strenge des wahren Prälaten („... blanda fronte severus“: Christanus [36] fol. 207va), aber auch Menschen, denen es an ausdauernder Frömmigkeit mangelt (Conc. car., Temp. 156: [37] fol. 154v-155r) oder die dem Willen zur Tugend keine Taten folgen lassen (Thomas von Cantimpré [31] VII, 32 S. 261; Konrad von Megenberg [40] S. 252), schließlich Entarteten und Verweichlichten (Masen [79] S. 898).

Wenn der F. Wein getrunken hat, verhält er sich wie jene, die von der Gnade des Hl. Geistes getrunken haben (Conc. Car., Temp. 64: [37] fol. 64v-65r, Abb. 12) und trunken sind vom Wein der Wissenschaft oder der Milch der Frömmigkeit und daher nicht sündigen, oder wie diejenigen, die der Teufel mit den Freuden der Welt trunken gemacht hat und dann seiner Wege führt; ferner bezeichnet der F. Trunkenbolde (Bersuire, s. o.).

Einfache, von anderen verführte Gemüter werden vom Bösen gefangen wie der Esox beim Spiel mit dem Stör (Conc. car., Temp. 60: [37] fol. 60v-61r): So kann Vergnügen den Menschen in die Netze des Teufels treiben und verraten sich Bösewichter selbst (Bersuire, s. o.; Masen, s. o.: „voluptas noxia“); ein vor dem Stör fliehender Hausen gleicht Ordensleuten, die den Umgang mit weltlich Gesinnten meiden, sowie Menschen, die der Versuchung entkommen, indem sie sich der Gewissenserforschung oder Betrachtung des Todes widmen (Bersuire, s. o.).

Hecht

s. Lupus und Lucius (Sp. 108).

Hering

(Allec, Halec, Haringus).

Der F. heißt erst seit der frühen Neuzeit allgemein Hareng, Hering (Belon [49] I, S. 167-169; Rondelet [50] S. 138; Aldrovandi [57] lib. II cap. 10 S. 111f.; Gesner [55] S. 5); im MA hieß er meist lat. allec (nach der aus ihm bereiteten F.sülze oder -suppe, der Fastenspeise der Armen: Alanus ab Insulis [23] S. 816; vgl. auch Isidor [14] 39). Er erscheint zu bestimmten Zeiten in der Nordsee, wird mit Licht angelockt und gefangen, lebt - was Albertus Magnus bestreitet [33, § 8 S. 1518] - allein vom Wasser, stirbt an der Luft sofort und hält sich gesalzen länger als andere F. (Thomas von Cantimpré [31] VII, 5 S. 254; Konrad von Megenberg [40] S. 245: härinch).

Im „Defensorium inviolatae virginitatis beatae Mariae“ ist sein Leben vom Wasser Beweis der Jungfrauengeburt (RDK III Sp. 1216; vgl. Schramm, Frühdrucke, Bd. 22 Taf. 46, 308).

Wie der Hering an der Luft stirbt, so verliert der Mönch in der Welt sein geistliches Leben (Christanus [36] fol. 207rb; ähnlich Bersuire [38] cap. 2 S. 550), so endet aber auch das alte Leben von der Welt verhafteten Menschen, sobald sie die Gnade Christi trifft, so stürzen durch die Präsenz Christi und Mariens die Götzenbilder (Conc. car., Temp. 15: [37] fol. 16v-17r); wie der Hering durch Licht wurden die hl. Drei Könige durch den Stern geleitet (ebd. Temp. 17: [37] fol. 19v-20r, s. RDK III 838 Abb. 2, IV 499 Abb. 15), werden Sünder durch Reichtum oder schöne Frauen angelockt (Bersuire, s. o.); wie die F. das Licht versammelt das Erbarmen Mariens die Gläubigen (Ant. Ginther, Mater amoris et doloris, Augsb. 1711, Nr. 70 S. 571, ohne Nennung des F.namens: Abb. 13).

Sie zeigen sich zu bestimmten Zeiten wie zum Predigen das Kloster verlassende Mönche, gleichen den Mönchen, die in der Welt leicht vom Dämon gefangen werden (Bersuire, s. o.), und mit ihrem leuchtenden Bauch nach Abraham a Sancta Clara Weltleuten, die sich durch ihr eitles Prangen selbst verraten (Etwas für Alle, Würzburg 1711, Bd. 2 Abb. vor S. 287), nach Masen jedoch der „Conversio exemplaris“ ([79] S. 898, mit weiteren Deutungen).

Himmelsgucker

s. Uranoscopus (Sp. 131).

Hirundo, Milvus und Lucerna

Hirundo (Rondine; Schwalbenfisch), Milvus und Lucerna.

Die Schwalbenfische (griech. χελιδών; lat. hirundo) flüchten vor mächtigeren F. aus dem Wasser und fliegen (Oppian [9] I, 427-437; Aelian [8] IX, 52; Thomas von Cantimpré [31] VII, 49 S. 263; Albertus Magnus [33] § 36 S. 1535: irundo maris; Konrad von Megenberg [40] S. 253: Meerswalb). Ebensolches gilt vom Milvus (griech. ἱέραξ; Oppian [9] I, 427-437; Aelian [8] IX, 52; Isidor [14] 36: milvago; Thomas von Cantimpré [31] VII, 58 S. 268: mulago, Abb. 21 b; Albertus Magnus [33] § 44 S. 1540: milago) und von der seit Vinzenz von Beauvais mit ihm identifizierten Lucerna ([32] cap. 66 Sp. 1285; vgl. Gesner [55] S. 34-36: Meerwye, Scheinfisch; [56] Bl. 17f.: Weyfisch, Meerlicht, Meerkertzen), einem von Plinius als F. mit nachts feurig leuchtender Zunge beschriebenen Meerlebewesen ([6] 82; vgl. [100] S. 157); Belon sah hingegen Milvus und Hirundo für ein und dieselbe F.art an [49, I, S. 190]. Bezüglich der Identifikation mit bekannten F. gingen die Meinungen in der frühen Neuzeit auseinander (s. dazu Aldrovandi [57] S. 50-53 und Taf. 7 S. 55; vgl. [100] S. 140, 145f.).

Nach neuzeitlichen Seefahrerberichten erheben sich fliegende F. auf der Flucht vor größeren F. in die Luft und tauchen vor Vögeln ins Wasser (Theodor de Bry, America, T. 4, Ffm. 1594 [Faks.ausg.: De Ontdekking van de Nieuwe Wereld, Amst. 1979], Taf. 2 Bl. A III).

Die fliegende Hirundo gilt als Bild des Menschen, der sich von weltlichen Geschäften zu ewigen Dingen aufschwingen kann, und bezeichnet aktives und kontemplatives Leben (Thomas von Cantimpré [31] VII, 41 S. 263; Christanus [36] fol. 207va; Conc. car., Temp. 108: [37] fol. 108v-109r, vgl. Abb. 14; Konrad von Megenberg [40] S. 253; Aresi [77] lib. 2, S. 378 Impr. 12: „pesce volatore“; Picinelli [80] cap. 36 Nr. 153 S. 226; zu Deutungen in malam partem s. Bersuire [38] cap. 54 S. 569).

Daß F. sich auf der Flucht vor größeren in die Luft erheben, wird meist der Hirundo allein zugeschrieben. Sie gilt daher als Bild der Flucht: vor allgegenwärtiger Gefahr (Camerarius [71] Nr. 6), aber auch des Bedrängten zu Gott (Picinelli [80] cap. 36 Nr. 154 S. 227); sie versinnbildlicht bedrängte Unschuld (ebd. Nr. 155 S. 227), aber auch Elende, die keine Ruhe finden (Juan de Boria, Empresas morales, Prag 1581, Nr. 21 S. 42: fliegende F.) aus Furcht (Masen [79] S. 848) und schlechtem Gewissen (Picinelli [80] cap. 36 Nr. 156 S. 227).

Die Lucerna mit ihrer feurigen Zunge ist Bild glänzender Redner (Boschius [83] cl. III Taf. 42 Nr. DCCCXII: Abb. 15; Masen [79] S. 900), auch der Apostel (Picinelli [80] cap. 23 Nr. 105 S. 220) und des hl. Karl Borromäus (ebd. cap. 36 Nr. 152 S. 226: Rondine), von Advokaten, die Licht in das Dunkel weltlicher Angelegenheiten bringen (Bersuire [38] cap. 68 S. 574), und Gelehrten (Rime de gli Accademici occulti..., Brescia 1568, Bl. 71-73; Silvester à Pietrasanta [78] S. 428; Picinelli [80 a] cap. 26 Nr. 148 S. 454); sie bezeichnet Wahrheit (Camerarius [71] Nr. 18), Weisheit und Tugend (Picinelli [80 a] cap. 26 Nr. 149f. S. 454f.). Gleiches sagt Ferro von fliegenden F. [74, S. 561]. Mit dem Lemma „Tenebrae non comprehenderunt (Joh. 1,5)“ ist sie Bild Gottes oder des Gerechten (Picinelli [80 a] cap. 26 Nr. 152 S. 455), mit „non habet umbra locum“ des Menschen, der nicht doppelzüngig ist (von der Ketten [82] cap. 7 Nr. 44 S. 716). Seltener sind negative Deutungen: ein schlechter Prediger hat nichts Glänzendes außer seiner Zunge (Bersuire, s.o.; „Splendor fallax“: Masen, s.o.).

Hundfisch

s. Glaucus (Sp. 101).

Kalaos

s. Meeräsche (Sp. 111).

Karpfen

(Cyprinus, auch Carpera und Carpione).

Den Karpfen (griech. κυπρίνος; lat. cyprinus), der auf vielfältige Weise den Netzen der Fischer zu entkommen versteht, nennt Thomas von Cantimpré Carpera ([31] VII, 23 S. 258; Gesner [55] S. 294-297: Karpf) und leitet den Namen von einer Eigentümlichkeit des Laichvorgangs ab („quasi que carpens parit“): das Weibchen nehme die Milch des Männchens mit dem Maule auf und lege danach die befruchteten Eier ab ([31] VII, 23 S. 258; dagegen Albertus Magnus [33] § 20 S. 1525f.; Deutungen nur bei Bersuire [38] cap. 17 S. 555). Die geröstete Zunge des F. schmeckt süß (Albertus Magnus, s.o.). Nach volkstümlicher Meinung ernährt der Karpfen sich von Goldsand (Camerarius, s. u.).

Er ist daher Bild des Menschen, der sich von Gottes Wort ernährt (Camerarius [71] Nr. 28; Ferro [74] S. 182: Abb. 16), geistlicher Ermahnung lauscht oder die Eucharistie empfängt (Picinelli [80] cap. 13 Nr. 33 S. 211).

Seiner schmackhaften Zunge wegen bezeichnet der F. Schweigsamkeit („Optima lingua tacens“) wie Redegabe („Dat pretia lingua“), auch verderbliche Schwatzhaftigkeit („Lingua parat casses“: von der Ketten [82] cap. 13 Nr. 149-151 S. 731).

Je nachdem, ob man die Netze als Gottes Wort oder Versuchung des Teufels ansah, deutete man den Karpfen als Bösen (Thomas von Cantimpré [31] VII, 23 S. 258) oder Guten (Christanus [36] fol. 207va; Bersuire, s.o.; von der Ketten [82] cap. 13 Nr. 148 S. 731).

Lachs

s. Salm (Sp. 121).

Lucerna

s. Hirundo (Sp. 104).

Ludolacra

(Ludolatra; Ludlacher).

Die Ludolacra hat vorn und auf dem Rücken je zwei Flossen (alae), mit denen sie sich rasch fortbewegt (Thomas von Cantimpré [31] VII, 23 S. 243, unter Berufung auf Aristoteles; Albertus Magnus [33] § 38 S. 1536; Konrad von Megenberg [40] S. 236: ludlacher; von anderen Autoren hingegen den Monstra zugeordnet [36, fol. 208ra] und demgemäß z. B. als geflügelter Hirsch dargestellt: Conc. car., Temp. 32: [37] fol. 33r).

Die Flossen der Ludolacra deutete man als Vernunft und vernünftigen Willen, Erkennen und Begehren (Konrad von Megenberg, s. o.), auch als die vier affectiones der Seele, von denen sich zwei auf gegenwärtige, zwei auf zukünftige Dinge richten (Schmerz, Freude - Hoffnung, Furcht: Bersuire [38] cap. 61 S. 571). Entspricht das rasche Kommen und Gehen den gegebenen Umständen, so bezeichnet die Ludolacra den Weisen, als raschen Angriff und ebenso rasche Flucht verstanden hingegen den unüberlegt Handelnden (ebd.).

Lupus und Lucius

Lupus (Meerwolf, Wolfsfisch) und Lucius (Luccio; Hecht, Seehecht).

Lupus (Rondelet [50] S. 268; Gesner [55] S. 72f.: Fräßling, Räubling; Forer [56] Bl. 37v: Wolfsfisch, Meerwolff) und Lucius (Gesner [55] S. 316: Hecht) wurden im MA meist als identische, in der Neuzeit jedoch als verschiedene F. angesehen.

Der Lupus pflügt, wenn er das Schleppnetz kommen sieht, mit seinem Schwanz einen Graben, in den er sich duckt, so daß er nicht gefangen werden kann (Plinius [6 a] 12; Plutarch [7] 977 F: λάβραξ; Isidor [14] 24; Bestiarien [25] S. 202, [26] S. 192f.). Vom Angelhaken befreit er sich gewaltsam durch wilde Bewegungen (Plinius [6 a] 13). Wie andere F. mit einem Stein im Kopf leidet er besonders unter großer Kälte und wird nach langen Wintern blind gefangen [6, 57]. Im Winter herrscht Feindschaft zwischen ihm und dem Mugil (ebd. 185).

Der von Ausonius [12, 123] erwähnte und von Alanus ab Insulis [23, S. 817] neben dem Lupus gesondert beschriebene, im MA trotzdem mit diesem identifizierte Lucius (Alexander Neckam [27] cap. 32f. S. 147f.; Vinzenz von Beauvais [32] cap. 64f. Sp. 1284 und Bersuire [38] cap. 65f. S. 573) ist gefräßig wie jener (ebd.), frißt sogar die eigene Brut, weshalb sich das Weibchen zum Laichen entfernt (Albertus Magnus [33] § 40 S. 1537; Konrad von Megenberg [40] S. 254). Vor Gefräßigkeit wird er so fett, daß er erblindet und gefangen wird (Lumen animae [ca. 1330]: ed. Matthias Farinator, Augsb. 1477, Titulus LXXV G; vgl. auch [96] S. 304). Camerarius berichtet von der Blendung eines Lucius durch einen Frosch (s. u.), Gesner vom Fang eines 262 Jahre alten Hechts ([55] S. 316; zum sog. Heilbronner Hecht vgl. Ausst. Stg., Staufer, Bd. 1 Kat.nr. 905 S. 707, Bd. 2 Abb. 677).

Des F. wolfsähnliche Eigenschaften haben Veruntreuer von Kirchengut (Alexander Neckam [27] cap. 33 S. 148), Wucherer, Geizhälse, böse Advokaten und Beamte, schlechte Fürsten und Prälaten und der Teufel (Christanus [36] fol. 207vb; Bersuire [38] cap. 65 S. 573; Picinelli [80 a] cap. 27 Nr. 153 S. 455: Tyrannen). Als Attribut der Gula bzw. des „Fraß(es)“ begegnet er in einem ehemals sehr verbreiteten Etymachietraktat (vgl. Sp. 29; Abb. 17; ferner London, Brit. Libr., Add. ms. 15693, fol. 31v; München, Bayer. St.bibl., cod. germ. 3974, fol. 77r: Ausst.kat. „Regensburger Buchmalerei“, Regensburg 1987, Kat.nr. 97, Taf. 163; ebendort, cod. germ. 514, fol. 150v: im Text widersprüchlich als Otter [luterus] beschrieben; Druck Magdeburg 1490: Schramm, Frühdrucke, Bd. 12 Abb. 390); entsprechend dürfte in dem durch Frans Floris zu Füßen der Sobrietas wiedergegebenen F. eine Anspielung auf das von ihr besiegte Laster und daher eine Darstellung des Lucius zu erkennen sein (Mitt. K.-A. Wirth, Mchn., wie Sp. 30). Bild des Vielfraßes ist er auch bei Masen [79, S. 900], andernorts, da er die eigene Brut nicht schont, auch des Menschen, der sich gegen Angehörige oder Freunde kehrt (Konrad von Megenberg [40] S. 254; Camerarius [71] Nr. 24: der Grausamkeit gegen die eigene Art; Ferro [74] S. 560; Weigel [84] Nr. XI, 23 S. 24f.; Picinelli [80] cap. 22 Nr. 103 S. 220: des grausamen Vaters). Seine Gefräßigkeit macht ihn auch in besonderer Weise als Exempel des dem Köder an der Angel erliegenden F. geeignet, der dadurch - wie der sündige Mensch - selbst seinen Untergang herbeiführt (Woytt [85] T. 1 Nr. 207 S. 36f.; [85a] S. 30).

Wie der F. dem Netz entkommt der Gerechte durch Demut dem Teufel (Bersuire [38] cap. 66 S. 573); der wilde Hecht bedeutet Widerstand gegen Fesseln (Masen, s. o.), sein Entweichen aus der ans Licht gehobenen Reuse die Bekehrung des Sünders im Licht des Glaubens (Bersuire [38] cap. 65 S. 573).

Der Stein, den insbesondere alte F. im Kopf haben, wird Christus verglichen, auf den der Geist des alternden Menschen gerichtet ist (ebd.), aber auch den Passionswerkzeugen, weshalb der F. das Gedächtnis des Leidens Christi bedeuten kann (von der Ketten [82] cap. 16 Nr. 177 S. 735; Masen, s.o.).

Das hohe Alter gelegentlich gefangener F. macht den Hecht zum Bild der Langlebigkeit (Masen, s.o.); vom Frosch besiegt, bedeutet er durch Findigkeit überwundene Kraft (Camerarius [71] Nr. 26) oder den von Dämonen bezwungenen Menschen (Picinelli [80] cap. 22 Nr. 104 S. 220).

Makrele

(Scomber).

Wenn Makrelen Artgenossen im Netz sehen, drängen sie sich zu diesen hinein, die gefangenen aber streben aus dem Netz (Oppian [9] III, 577-595); daher gelten die F. als Bild der Dummheit (Camerarius [71] Nr. 21: „Animus non omnibus idem“; Ferro [74] S. 563; Weigel [84] Nr. XI, 22 S. 24f., ohne Nennung des F.namens) und der Unzufriedenheit mit dem eigenen Geschick (von der Ketten [82] cap. 1 Nr. 2 S. 709f.: ohne Nennung des F.namens).

Nach Plinius ziehen die Makrelen anderen F. voran zu süßerer Nahrung ins Schwarze Meer [6, 49]. Daher wählte Kardinaldiakon Aloysius d’Este als Imprese zum Motto „Sic tua nos virtus“ die Darstellung einer Makrele vor einem Schwarm Alsen (Typotius Bd. 2 S. 15 und 18: Abb. 18).

Meeraal

(Conger, Gonger).

Der langlebige Conger (Plinius [6] 57, auch Gonger: [6 a] 148; Gesner [55] S. 89: Meeraal, Palen; Abb. 19) bekämpft die Muräne, fürchtet die Languste, besiegt den Polyp (Plinius [6] 185 und 87; Thomas von Cantimpré [31] VII, 38 S. 262: Gonger; ebenso Albertus Magnus [33] § 34 S. 1534). Er wird bei Wind trächtig ([31] VII, 21 S. 258; [33] § 19 S. 1525).

Dem Conger gleichen daher diejenigen, die durch den Hl. Geist Frucht bringen (Thomas von Cantimpré [31] VII, 21 S. 258; Bersuire [38] cap. 23 S. 558: und die Bösen bekämpfen).

Sein Kampf gegen die Muräne bedeutet „justa ultio“, der mit Languste oder Polyp dagegen „Hostilitas noxia“ (Masen [79] S. 895).

Meeräsche

(Mugil und Cestraeus, Cephalus, Capito, auch Kalaos).

Mugil[is] (lat., von „multum agilis“: Isidor [14] 26; griech.: κεστρεύς) und Cephalus (κέφαλος; seit Thomas von Cantimpré [31] VII, 25 S. 259 gelegentlich Capito) galten bis in die frühe Neuzeit als verschiedene F., seitdem als Mugilarten (Rondelet [50] lib. IX cap. 1-3 S. 258-265; Gesner [55] S. 68-71: Meeralet).

Der Mugil steckt bei Gefahr den Kopf in den Schlamm und hält sich dann für unsichtbar (Plinius [6] 59, nach Aristoteles [1] VIII, 591 b). Er kann mit dem Schwanz den Köder von der Angel schlagen [6 a, 12], flüchtend über Schiffe [6, 54] und rückwärts über Netze springen, wobei es scheint als ob er fliege (Isidor [14] 26; Hrabanus Maurus [17] Sp. 238; Bestiarien [25] S. 203, [26] S. 192f.).

Seit dem 13. Jh. wird Plinius [6, 185] zitiert, wonach im Winter Feindschaft bestehe zwischen Mugil und Lupus (s. Sp. 108; Albertus Magnus [33] § 42 S. 1538).

Fischer locken den Mugil mit einem an die Angelleine gelegten Exemplar des jeweils anderen Geschlechts an (Plinius [6] 59).

Der Cephalus frißt wenig und nur tote F. (Aelian [8] I, 3). Bei Winterregen erblindet er und geht durch Futtermangel zugrunde (Aristoteles [1] 602 a 2; Thomas von Cantimpré [31] VII, 42 S. 263: Kalaoz; Konrad von Megenberg [40] S. 253: Kalon). Durch Lampen angelockt springt er auf der Flucht vor den Netzen in die Barke (Aresi [77] lib. 4, 1, S. 554, Impr. 60).

Dem sich fälschlich in Sicherheit wähnenden Mugil gleichen jene, die auf die Festigkeit ihres Herzens bauen (Thomas von Cantimpré [31] VII, 50 S. 265), glauben, gute Absicht allein gewährleiste gute Werke (Bersuire [38] cap. 69 S. 574f.), sich verderblicher Täuschung hingeben (Camerarius [71] Nr. 19; Ferro [74] S. 562:

Muggine), töricht fliehen (Masen [79] S. 901: fuga stolida).

Die Flucht vor Fischern verrät Klugheit: wie der F. die gefährlichen Netze überspringt, so überwanden die hl. Drei Könige den Trug des Herodes (Conc. car., Temp. 17: [37] fol. 20r, RDK III 838 Abb. 2, IV 499 Abb. 15), entkommt man Versuchung (Giov. da S. Geminiano [35] IV, 83 Bl. 236v; Christanus [36] fol. 207vb; Bersuire [38] cap. 69 S. 574f.; Picinelli [80 a] cap. 14 Nr. 59 S. 441) oder Gefahr (Valeriano) [67] Bl. 214r); wer wie der Mugil den Köder vom Angelhaken schlägt, entgeht der Versuchung, weltliche Güter sündhaft zu gebrauchen (Bersuire [38] cap. 69 S. 574f.) und erkennt den Hinterhalt (Masen [79] S. 901). - „Voluptas fallax“ ist es, sich durch sinnliche Begierde verlocken zu lassen, doch kann sie auch auf Anhänglichkeit hinweisen (Masen, s. o.: „Fidelis ad mortem“; Cats [76] T. 1 S. 375, ohne Nennung des F.namens: eheliche Treue).

Der Feindschaft zwischen Mugil und Lucius im Winter - in Zeiten der Not (Bersuire, s. o.) - entspricht die zwischen Mensch und Teufel, sie entspringt gerechter Verteidigung gegen den Widersacher (Masen, s. o.) oder sie ist die unter Bösen (ebd.); vertragen sich beide, so sind sie Attribut der „Tregua“ (Ripa [87 b] Bd. 2 S. 529, vgl. Sp. 108).

Die Freßgewohnheiten des Cephalus machen ihn zum Bild oder Attribut des Fastens (Valeriano [67] Bl. 214r; Ripa [87 c] Bd. 1 S. 183f.: „Digiuno“; vgl. Sp. 60, der Temperantia (Masen [79] S. 894), der Enthaltsamkeit und Friedfertigkeit (Moritz [86] S. 78).

Erblindet bezeichnet der Cephalus Böse, denen Gutes schadet (Christanus [36] fol. 207vb: Kalaos; Bersuire [38] cap. 55 S. 569), Verstockte, denen Gottes Wort nichts nützt (Konrad von Megenberg [40] S. 253), infolge der Blindheit sterbend aber auch Christus, für den das - dem Regen verglichene - Erbarmen Gottes mit dem Menschen den Tod bedeutete (Conc. car., Temp. 88: [37] fol. 89r).

Dem zum Licht in die Barke springenden Cephalus gleichen die Apostel Simon und Judas (Aresi, s. o.; Picinelli [80] cap. 14 Nr. 34 S. 211: allgemeine Verpflichtung zu Gott zu streben); sein Verhalten warnt aber auch mit dem Sinnspruch „Vrijt daerje sijt“ vor möglichen Enttäuschungen einer Heirat in die Fremde (Cats [75 a] Embl. 39 S. 78: Abb. 20).

Meerbarbe

(Mullus; Triglia; Rotbart, Rotfisch).

Der Mullus (lat.; griech. τρίγλη; Gesner [55] S. 39: Meerbarbel, ein Redfisch art, Rotbart, ein gebarteter Redfisch) verdankt seinen Namen der Zartheit seines Fleisches (Isidor [14] 25). Aelian glaubt, er fresse alles [8, II, 41], sogar den giftigen Lepus marinus: ebd. IX, 51). Seine einfachste Art, das Lutarium, wird oft vom Sargus begleitet, der ihm das aus dem Schlamm hervorgewühlte Futter fortschnappt. Der Mullus laicht dreimal im Jahr. Im Sterben wechselt er mehrfach die Farbe (Plinius [6] 64-66). Der Genuß seines Fleisches mindert die Sehkraft [6 a, 70]; wer ihn häufiger ißt, riecht nach F. (Isidor, s.o.). Wein, in dem der F. ertränkt wurde, bewirkt dauernden Abscheu vor Wein (Plinius [6 a] 138; vgl. auch [98] Sp. 1013: „trigle“), Impotenz und Unfruchtbarkeit (Athenaeus [10] I, 325 d; Isidor, s.o.: „tradunt libidinem inhibere“).

Die Version Isidors machten sich Ps.-Hugo von St. Victor [22, Sp. 106] und Verfasser der Bestiarien zu eigen ([25] S. 203, [26] S. 192f.); gelegentlich wird der F. s. v. mulus (Thomas von Cantimpré [31] VII, 56 S. 267f.: Abb. 21 a; Albertus Magnus [33] § 44 S. 1540, Plinius folgend) und s. v. mullus beschrieben ([31] VII, 57 S. 268: Abb. 21 b; [33] § 43 S. 1539, nach Isidor).

Wer sich an Schlechtem ergötzt ist Unratfresser wie der Mullus (Alexander Neckam [27] II, 31 S. 147; Thomas von Cantimpré [31] VII, 56 S. 268, nur auf das Lutarium bezogen: ein schlechter Mensch), der jedoch auch mit dem seine Niedrigkeit betrachtenden Gläubigen verglichen wurde (Bersuire [38] cap. 67 S. 573f.).

Je nach der zugrundgelegten Eigenschaft des F. sah man in dem Mullus ein Bild der Gefräßigkeit, der Abstinenz oder der Fruchtbarkeit (Masen [79] S. 902), auch der des Gläubigen an guten Werken (Bersuire, s. o.) sowie weichlichen Genießens (ebd.; Christanus [36] fol. 207vb); Ripa charakterisierte die Unfruchtbarkeit durch diesen F. (triglia: [87 b] Bd. 2 S. 503 s. v. „sterilita“; so schon Bersuire, s. o.).

Er gleicht dem von Schmeichlern um die Früchte seiner Arbeit Betrogenen und dem Diener, der für seinen Herrn arbeitet (ebd.); der Farbenwechsel des sterbenden Mullus entspricht dem Tugendenschmuck des Gerechten (Thomas von Cantimpré [31] VII, 56 S. 268).

Der F. wird mit der Diana Lucina verglichen (Valeriano [67] Bl. 214v: wegen seiner Jagd auf den Lepus marinus, des auf leichte Geburt deutenden dreifachen Laichens und der Wirkung im Wein). Konrad von Megenbergs Mißverständnis des Textes „nullus, ain Kainvisch“, färbte auf seine Deutung ab ([40] S. 255f.: „unnütze Menschen“).

Meerbrasse

(Sargus; Brachse).

Der Sargus (Gesner [55] S. 45: Geißbrachsme, ein Brandbrachsmen art im meer, ein Meerbrachsmen art; [56] Bl. 24v: Sargbrachßmen) begleitet den Mullus und schnappt ihm das Futter weg, das dieser sich aus dem Schlamm herausgewühlt hatte (Plinius [6] 64). Der Geruch von Ziegen lockt ihn in Scharen an, weshalb sich Fischer zum Fang in Ziegenfelle hüllen (Aelian [8] I, 23).

Seine Vorliebe für Ziegen macht ihn zum Bild verderblicher Liebe (zu schlechten Weibern: Alciati [68] Bl. B 5r, vgl. RDK VII 1193 Abb. 16; Camerarius [71] Nr. 37; Ferro [74] S. 562; Caussin [73] cap. 78 S. 473f.; dgl., Köln 1623, cap. 77 S. 409f.; Daniel Meisner, Sciographia Cosmica..., Nbg. 1678, T. 8 Bl. H 19 [Faks.-Ndr. des Thesaurus Philo-Politicus, Ffm. 1625-31, Unterschneidheim 1972, Buch II T. 6 S. 11 Nr. 31]: Abb. 22) oder der Welt (Picinelli [80] cap. 39 Nr. 160 S. 228).

Wie der F. durch das Ziegenfell werden Menschen vom Dämon „umbra bonorum“ verlockt (Masen [79] S. 907) und folgen Chimären (Moritz [86] S. 82f.). Durch Einfallsreichtum gefangen, ist der Sargus Attribut des Inganno (Ripa-Orlandi [92] Bd. 3 S. 271; vgl. RDK VI 1389).

In seinem Verhältnis zum Mullus gibt er sich wie ein Schmeichler, der andere um die Früchte ihrer Arbeit bringt, oder wie ein Herr, der von der Arbeit seiner Diener lebt (Bersuire [38] cap. 67 S. 573f.; Valeriano [67] Bl. 214v: „Alieni laboris fructus“). Eine Ausnahme ist seine Deutung als Ruhmsucht, da er sich gern am Grund reibt (Masen, s. o.).

Meerengel

s. Squatus (Sp. 125).

Megarus

Der (nur in ma. Werken erwähnte) Megarus gilt dort, wo er gefangen wird, nichts; eingesalzen in ferne Gegenden gebracht, wird er jedoch hochgeschätzt (Thomas von Cantimpré, s.u.; Albertus Magnus [33] § 43 S. 1539: megaris).

Er wird unter Berufung auf Lc 4,24 („Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande“) als Bild desjenigen gedeutet, der in seinem Lande nichts gilt (Thomas von Cantimpré [31] VII, 52 S. 266; Konrad von Megenberg [40] S. 255), aber auch dessen, der unter gleich unbedeutenden Menschen bzw. in der Fremde zu unverdienten Ehren kommt (Thomas von Cantimpré, s.o., und Conc. car., Temp. 50: [37] fol. 50v-51r und Abb. 23; s. auch RDK III 841). Dem F. gleichen jene, die sich erst im Alter oder in der Fremde bewähren (Bersuire [38] cap. 72 S. 575), und solche, die auf Erden nichts galten, aber im Himmel zur Glückseligkeit gelangen (Christanus [36] fol. 207vb).

Melanurus

Der schwarz gezeichnete Melanurus (Isidor [14] 27; Gesner [55] S. 45: Brandbrachsme; zur Identifizierung vgl. [100] S. 163f.) ernährt sich von allerlei Unrat, versteckt sich zwischen Felsen auf dem Grund und wagt sich nur bei Sturm hervor (Aelian [8] I, 41).

Mit dem Lemma „Gustare nefas“ bedeutet er Abkehr vom Schlechten (Camerarius [71] Nr. 32; Ferro [74] S. 560; Picinelli [80] cap. 24 Nr. 108 S. 221), mit „Securitati male creditur“ Vorsicht (Caussin [73] cap. 49 S. 457; Moritz [86] S. 79); er ist Bild der „Calamitas utilis“ (Picinelli [80 a] cap. 28 Nr. 156 S. 455) und in glücklichen Umständen lauernder Gefahren (Masen [79] S. 901).

Miles

s. Schwertfisch (Sp. 124).

Milvus

s. Hirundo (Sp. 104).

Mugil

s. Meeräsche (Sp. 111).

Mullus

s. Meerbarbe (Sp. 113).

Muräne

(Muraena, Muraal).

Es gibt nur Muränen (Gesner [55] S. 88: ein Meerschlangen art, ein Muraal) weiblichen Geschlechts. Sie paaren sich mit Schlangen oder Vipern (Plinius [6 a] 14 bzw. [6] 76; dem widersprechend: Thomas von Cantimpré [31] VII, 49 S. 265 und Albertus Magnus [33] § 41 S. 1537f.), von denen sie – was Fischer nachahmen – durch einen Zischlaut angelockt werden (Plinius [6 a] 14; Hrabanus Maurus [17] Sp. 238, vgl. Abb. 9). Die Muräne laicht jeden Monat [6, 76]. Der Geschmack von Essig macht sie wild (ebd. 77), ebenso - obwohl sie bei einem einzigen Stockhieb ruhig bleibt -wiederholte Schläge (Aelian [8] I, 37). Wenn man ihr den Schwanz abschlägt, verendet sie sofort (Plinius [6 a] 14). Durch schwache Stellen im Netz entkommt sie leicht (ebd. 12; Aelian [8] I, 39). Zwischen Muräne und Conger herrscht Feindschaft (Plinius [6] 57; Aelian [8] V, 48); sie ist dem Octopus überlegen, der Languste jedoch unterlegen (ebd. I, 32; dies berichtet Plinius vom Conger, Sp. 110). In Nordgallien haben Muränen an der rechten Seite sieben goldene Flecken (Plinius [6] 76) und in der Nähe von Sizilien verlieren sie, wenn die Sonne ihre Haut ausdörrt, die Fähigkeit, zu tauchen (Martial, Epigramme XIII, 80: ed. Walter C. A. Ker, Bd. 2, Ld. 1920 [The Loeb Class. Libr., 95], S. 418). Vedius Pollio ließ Muränen verurteilte Sklaven zum Fraß vorwerfen (Plinius [6] 77); Crassus besaß eine zahme Muräne, die er mit kostbarem Schmuck zierte und nach ihrem Tode beweinte (Aelian [8] VIII, 4).

Isidor von Sevilla leitet ihren Namen von ihrer Gewohnheit ab, sich im Kreise zu winden ([14] 43; so auch die Bestiarien: [25] S. 209, [26] S. 196f.).

Wegen der Paarung mit Schlangen bezeichnet die Muräne einerseits die gute Ehefrau, welche die Sitten des Ehegatten erträgt (Ambrosius [13] V, 7, 18 S. 153; Valeriano [67] Bl. 209) oder Maria, die nicht von Ihresgleichen empfing (Bersuire [38] cap. 70 S. 575), andererseits Ehebrecherinnen (Ambrosius [13] V, 7, 19 S. 155; Christanus [36] fol. 207vb; Valeriano, s.o.; Camerarius [71] Nr. 93; Picinelli [80] cap. 25 Nr. 110 S. 221; Masen [79] S. 902: Luxuriosi), schlechte Nonnen (monaca perversa: Aresi [77] lib. 6, 1, S. 164 Impr. 159) und Männer, die in die Fremde heiraten (Horapollo [66] II, 111; Valeriano, s. o.). Muräne und Viper sind Attribute des Ehebruchs (Ripa-Hertel Taf. 46: RDK IV 785 Abb. 5; Jean-Bapt. Boudard, Iconologie tirée de divers auteurs, Parma 1759 [Ndr. der Ausg. Wien 1766: New York und Ld. 1976], Bd. 1 Nr. 12: Abb. 24).

In ihrem Aufbruch in ein fremdes Element zur Begegnung mit der Schlange gleicht die Muräne der Gott liebenden Seele (Rostock, Univ.bibl., Ms. theol. 40, fol. 76v: Johanna Lürßen, Eine mittelniederdt. Paraphrase des Hohenliedes, Breslau 1917 [Germanist. Abhn., 49], S. 181; vgl. [96] S. 352) und dem Pilger (Masen [79] S.

902); weil die Muräne der Stimme der Schlange folgt, kann sie mit Eva, aber auch dem gehorsamen Menschen verglichen werden (Picinelli [80 a] cap. 30 Nr. 160 S. 456). Wie die F. der Stimme des Fischers folgen bekehrte Seelen der des Predigers (Conc. car., Temp. 2: [37] fol. 3v-4r).

Da die Muräne keine männliche Gesellschaft hat, gleicht sie jenen, die ohne tugendhafte Freunde sind; das monatliche Laichen verrät Begehrlichkeit (Bersuire [38] cap. 70 S. 575).

Mehrfach wird die Wildheit des F. gedeutet: Die (durch Essig) wilde Muräne zeigt die Unwilligkeit, Prüfungen zu erdulden (Bersuire, s. o.), Ungeduld in Widrigkeiten (Masen, s. o.) oder die Folgen zu großer Strenge an (Caussin [73] cap. 52 S. 458), die den ersten Schlag ertragende Muräne hingegen die der milden Züchtigung (Picinelli [80] cap. 25 Nr. 109 S. 221). Die durch wiederholte Schläge wilde Muräne gleicht jenen, die zwar um weltlicher Dinge, nicht jedoch um Christi willen bereit sind, zu leiden (Bersuire, s. o.), ist Bild gereizten Zornes (Caussin [73] cap. 51 S. 458; Moritz [86] S. 80).

Daß sie stirbt, wenn ihr der Schwanz abgeschlagen wird, besagt: Verloren ist, wer am Lebensende sündigt, und in der Gnade kann nur leben, wer des Endes gedenkt (Bersuire, s. o.).

Ihr Kampf mit dem Polypen ist Bild überall drohender Kriegsgefahr (Camerarius [71] Nr. 43; Ferro [74] S. 560; von der Ketten [82] cap. 18 Nr. 182 S. 736); mit der Languste zu kämpfen ist verderbliche Tollkühnheit (Camerarius [71] Nr. 44; Ferro [74] S. 560). Wie die Muräne dem Netz entschlüpft Theologie leicht dem menschlichen Geist (Alanus ab Insulis, Liber in distinctionibus dictionum theologicalium: Migne, P.L. 210 Sp. 867 B). Die Goldflecke des F. sind wie Gerechte in ihrem Tugendenschmuck (Bersuire, s. o.). Ausgedörrte Muränen von Sizilien zeugen von der allgegenwärtigen Macht der Liebe (Cats [75] Sinn-Bild 16 S. 92f.: „Et in aequore flamma est“; Ortensio Pallavicini, Devises et emblèmes d’amour, Amst. 1692, Taf. 20 Nr. 6) und davon, daß Liebe träg und der Wissenschaft abgeneigt macht (Cats [75] Sinn-Bild 16 S. 94f.: „Colit otia saucius igni“); ferner wurden sie mit einer durch Gott erleuchteten Seele verglichen (ebd. S. 96f.: „Igne vetor mergi“; mit anderem Lemma Picinelli [80 a] cap. 30 Nr. 162 S. 456: „Non submergetur adustus“).

Die Muränen des Vedius Pollio sind Bild verborgener Grausamkeit (Valeriano [67] S. 296) von subalternen Tyrannen, Verleumdern sowie quälenden Dämonen (Bersuire, s. o.); die Muräne des Crassus bezeichnet einen narrenhaften Reichen (Caussin [73] cap. 53 S. 459) und ungeordnete Zuneigung zu Geschöpfen (Masen, s. o.).

Narcus

s. Torpedo (Sp. 130).

Papageifisch

s. Scarus (Sp. 124).

Pastinaca

Die Pastinaca (Gesner [55] S. 121: ein schwartzer Rocche, Peilstert, Gifftrocche, Stachelrocch, Angelfisch), die auch fliegen kann (Aelian [8] VIII, 26), lauert im Verborgenen und tötet mit ihrem Stachel selbst flinkere F. (Plinius [6] 78). Von Musik angelockt, kommt sie an die Oberfläche und wird dann gefangen (Aelian [8] I, 39). Ihr Giftstachel behält selbst nach dem Tode des F. noch seine Wirkung (ebd. I, 56); wenn sie an einem Baum aufgehängt wird, bringt sie ihn zum Verdorren (Plinius [6] 155, [6 a] 25).

In der Neuzeit wird die Pastinaca meist als Bild des heimtückisch Schadenden oder seiner Werke gedeutet. Ihr gleichen Verleumder (Hadrianus Junis, Emblemata, Antw. 1565, Nr. 8, S. 14: Abb. 25; Camerarius [71] Nr. 41; Ferro [74] S. 561; Picinelli [80 a] cap. 33 Nr. 168 S. 457f.; Caussin [73] cap. 59 S. 462f.: Verleumdung; dgl., Köln 1623, cap. 54 S. 401), Verräter (Picinelli [80] cap. 28 Nr. 117 S. 222) und der Meuchelmord (Moritz [86] S. 82). Daß der F. flinkere F. erjagt, heißt „ingenio vincere“; die im Baum aufgehängte Pastinaca bereitet „tödliche Verletzung“ (Masen [79] S. 904), gleicht den Häretikern, deren Werke über ihren Tod hinaus fortwirken (Picinelli [80] cap. 28 Nr. 119 S. 222), oder Chlorinde, die nach ihrem Tode den Tod Tankreds verursachte (Picinelli [80 a] cap. 33 Nr. 172 S. 458).

Nach Horapollo wirft die gefangene Pastinaca den Stachel ab; sie gilt daher als Bild des bestraften Mörders ([66] II, 112; Valeriano [67] Bl. 214v) oder als Zeichen der Bußfertigkeit, insbesondere des hl. Paulus (Picinelli [80 a] cap. 33 Nr. 173 S. 458). Bei allen widerwärtigen Eigenschaften des F. ist doch sein Fleisch sehr schmackhaft; Schaden und Nutzen sind verbunden (Camerarius [71] Nr. 42; Ferro [74] S. 561) wie Gerechtigkeit und Barmherzigkeit eines guten Fürsten (Picinelli [80] cap. 28 Nr. 118 S. 222).

Durch Spiel und Musik gefangen, ist die Pastinaca Bild der Weltleute (Picinelli [80 a] cap. 33 Nr. 171 S. 458) und allen verderblichen Vergnügens (Caussin [73] cap. 60 S. 463; dgl, Köln 1623, cap. 55 S. 401; Masen [79] S. 904; von der Ketten [82] cap. 19 Nr. 184 S. 737; Moritz [86] S. 82). In ihrer Fähigkeit, zu schwimmen und zu fliegen, bezeugt sie Bereitschaft zu allem (Masen [79] S. 904).

Pelamys

s. Thunfisch (Sp. 128).

Petermännchen

s. Draco marinus (Sp. 99).

Phagrus

s. Dentex (Sp. 98).

Pholis

s. Tinca (Sp. 130).

Pilotfisch

(Pompilus).

Der F. Pompilus (Gesner [55] S. 113: Leitfisch, Schiffleiter, Schiffgesell), mythologischer Erklärung zufolge zugleich mit der Aphrodite aus dem Blut des Uranos entstanden (Athenaeus [10] VII, 282f) bzw. ein durch den eifersüchtigen Apollo in einen F. verwandelter Fischer namens Pompilus (ebd. VII, 283 d-e), führt Schiffe sicher zum Hafen (ebd. 284 d; Aelian [8] II, 15).

Nach Plinius werden oft Thunfische, die Gleiches tun, so genannt ([6] 51; nach Rondelet [50] S. 250f. sind sie nicht identisch), ebenso der auf dem Wasser segelnde Nautilus ([6] 47; Bersuire [38] cap. 82 S. 577; Masen [79] S. 903).

Im Geleit des F. (Scipione Bargagli, Dell’imprese ... alla prima Parte, la Seconda, e la Terza nuovamente aggiunte, Venedig 1594, S. 130 und Ferro [74] S. 583: „Ducit in tutum“, als auf den Namen anspielende Imprese des Cavalliere Altaguida, Abb. 26) ist die sichere Führung durch Gott (Camerarius [71] Nr. 35), Schutzengel oder Fürsten bezeichnet (Picinelli [80] cap. 31 Nr. 130f. S. 223f.). - Wegen seiner Verwandtschaft mit Venus gilt Pompilus als „Luxuriosus“ (Caussin [73] cap. 72 S. 469).

Raia

(rait[h]is; Rochen).

Die Raia (Gesner [55] S. 128: Roeck) ist flach (Plinius [6] 78) und so breit wie lang (Thomas von Cantimpré [31] VII, 68 S. 270; Albertus Magnus [33] § 50 S. 1543: raitha, rays). Sie lauert im Schlamm verborgen ihrer Beute auf (Plinius [6] 144); ihre Augen, ihr Maul und der Schwanz sind furchterregend (Thomas von Cantimpré, s. o.; Albertus Magnus, s. o.). Von Haien angefallenen Menschen kommt der F. zu Hilfe und geleitet sie in Sicherheit (Olaus Magnus, De gentibus septentrionalibus, Rom 1555, lib. XXI cap. 35 S. 764).

Wegen seiner erfolgreichen Jagdweise ist der F. Bild des Teufels (Bersuire [38] cap. 96 S. 582) oder des „Captator“ (Valeriano [67] Bl. 215r) und Attribut der Simonie (Ripa [87 b] T. 3 S. 628). Wie falsche Menschen oder der Teufel, der nach anfänglichen Freuden zuletzt ins Verderben führt, ist der F. wohlschmeckend, doch am Ende giftig (Woytt [85] T. 1 Nr. 225 und [85 a] S. 32).

Er gleicht der Kirche, die in Breite der Caritas und Länge der Perseverantia Christus zum Vorbild hat, deren Glieder aber oft böse sind (Bersuire [38] cap. 96 S. 582).

Der Beistand für in Not Geratene erweist den F. als Schützer der Unglücklichen (Camerarius [71] Nr. 39: „Miseris succurrere prompta“; Ferro [74] S. 562) und macht ihn der Eucharistie vergleichbar (Chesneau [81] Embl. 69 S. 481-488: „Dux et custos in agone fidelis“, Abb. 27).

Rana maris, R. piscatrix

s. Angler (Sp. 94).

Rhine

s. Squatus (Sp. 125).

Rhombus

s. Butt (Sp. 96).

Rondine

s. Hirundo (Sp. 104).

Rotbart, Rotfisch

s. Meerbarbe (Sp. 113).

Salm

(Salmo; Lachs).

Der Salm (von Gesner bis Jacobi [25. Jul.] als Salm, bis Andreae [31. Nov.] als Lachs bezeichnet: [55] S. 328) ist ein Fluß-F. (Plinius [6] 68; Ausonius [12] 94-105), der zum Meer wandert (Alanus ab Insulis [23] S. 817); durch Zusammenkrümmen und anschließendes Vorschnellen kann er sich flußaufwärts bewegen und sogar Katarakte überwinden (Alexander Neckam [27] cap. 42 S. 155; Thomas von Cantimpré [31] VII, 69 S. 270: auch lasta; Vinzenz von Beauvais [32] cap. 87 Sp. 1294, unter irrtümlicher Berufung auf den Physiologus). Camerarius glaubt, daß er von Blutegeln geplagt und mit Hilfe eines weiblichen Salms gefangen werde (s. u.). Sein rotes Fleisch sättigt (Thomas von Cantimpré, s.o.; Albertus Magnus [33] § 51 S. 1543), nach seiner Rückkehr vom Meere ist er schmackhafter als zuvor (Alexander Neckam, s.o.).

Am häufigsten wurde seine Rückkehr vom Meer und sein Stromaufwärtsschwimmen gedeutet, meist als Bild tugendhaften Kampfes gegen Widrigkeiten (Masen [79] S. 907; von der Ketten [82] cap. 23 Nr. 207 S. 740) und derer, die ihn führen und so zur Vollkommenheit gelangen (Alexander Neckam, s.o.; Bersuire [38] cap. 98 S. 583) oder um der Tugend willen Haus und Vaterland verlassen, sowie Christi, der nach seinem Erdenleben zum Himmel auffuhr (ebd.), und der Heiligen, die aus Gefängnissen entkamen (von der Ketten [82] cap. 23 Nr. 208 S. 740); er gleicht jenen, die durch Widrigkeiten angenehme Sitten annehmen oder, zu Würden gekommen, milder werden (ebd. Nr. 209); ausnahmsweise ist der F. Bild der Auflehnung gegen Gottes Gebote (Bersuire, s. o.). Sein Fleisch sättigt rasch wie die Gnade Christi, aber auch wie die Freuden der Welt, die jedoch bald zum Überdruß führen (ebd.).

Von Blutegeln geplagt, gleicht er dem Menschen mit Gewissensbissen (Camerarius [71] Nr. 23; Ferro [74] S. 562; Picinelli [80] cap. 37 Nr. 157 S. 227); das Salmweibchen ist dem falschen Freund (Camerarius, s. o.), dem Verrat (Picinelli [80 a] cap. 37 Nr. 158 S. 227f.) und der „femina lasciva“ (ebd.) ebenso vergleichbar wie den Sündern, die andere verführen, oder angeworbenen Soldaten, die andere veranlassen, ihrem Beispiel zu folgen (Woytt [85] T. 2 Nr. 206 und [85 a] S. 30: Abb. 28). Zur Identifizierung mit dem Esox, der mit dem Stör zusammenlebt, und daraus sich ergebender Deutung s. Sp. 103f. (vgl. [100] S. 119).

Salpa und Asellus

Salpa(Goldstriemen) und Asellus (Dorsch, Stockfisch).

Die Salpa (Gesner [55] S. 67f.: Goldstreimer; Forer [56] Bl. 34v: auch Streymfisch) wurde mit dem Stockfisch verglichen oder identifiziert, für den seit dem 16. Jh. der lat. Name Asellus vorgezogen wurde (bei Rondelet [50, S. 272-280] als Bezeichnung für fünf, bei Gesner [55, S. 76-81] für acht Arten: Wytling, Gad, Dorsch, Stockfisch, Rauchfisch; Schellfisch, Rheinfisch; Haggen, Hacken, Laebberdaene; Meerhüel; Colefisch und andere, nicht benannte Stockfischarten).

Der Asellus (gr. ὄνος ϑαλάττιος) hat das Herz im Bauch (Aelian [8] V, 20 und VI, 30). Er muß, gleich der Salpa, vor der Zubereitung geklopft werden, sonst wird er nicht gar (Plinius [6] 68; Thomas von Cantimpré, s.u.; Albertus Magnus [33] § 52 S. 1544; Konrad von Megenberg [40] S. 258: merscher).

Hieran knüpft die Deutung beider F. an. Dabei ist die Salpa ausnahmsweise Bild Christi in der Passion (Christanus [36] fol. 207vb; Conc. car., Temp. 84: [37] fol. 84v-85r; vgl. RDK III 845), meist aber jener, die geschlagen werden müssen, um sich zu bessern: der Sünder, die durch Unglück bekehrt werden (Thomas von Cantimpré [31] VII, 77 S. 272; Konrad von Megenberg [40] S. 258; Bersuire [38] cap. 100 S. 584), der Hartnäckigen oder der Diener, die wiederholte Ermahnung benötigen (ebd.), und der Unvernünftigen (Joh. Kreihing, Emblemata ethico-politica, Antw. 1661, Nr. 16 S. 22). Ähnlich bezeichnet der Asellus heilsame Züchtigung (Camerarius [71] Nr. 46; danach Medaillen der Hzge. Heinrich Julius und Friedrich Ulrich von Braunschweig und Lüneburg, 1612 bzw. 1614: Abb. 29; Günther Brockmann, Die Medaillen der Welfen, Bd. 1 Linie Wolfenbüttel, Köln 1985, S. 72f. Nr. 85 und 87, S. 101 Nr. 135; s. auch Ferro [74] S. 558; von der Ketten [82] cap. 4 Nr. 33 S. 714) und die solcher Bedürftigen: Büßer (Christanus [36] fol. 208ra: talpa; vgl. auch Masen [79] S. 893; von der Ketten, s. o.), hartnäckige Sünder (Picinelli [80] cap. 7 Nr. 23 S. 209), freche Soldaten und böse Weiber (Woytt [85] T. 1 Nr. 475 und [85 a] S. 69); er verdeutlicht auch die rechte Behandlung weltlicher Güter (ebd.).

Da der Asellus sein Herz im Bauch hat, weist er auf Gula (Picinelli [80 a] cap. 7 Nr. 35 S. 437; Caussin [73] cap. 18 S. 437; Masen, s. o.) und die Gier der Herrschenden (Juan de Solorzano Pereyra, Emblemata, Madrid 1653], S. 271; Andrea Mendo, Il Principe perfetto, Rom 1816, Docum. 7, S. 35).

Sargus

s. Meerbrasse (Sp. 114).

Scarus

(Escar[i]us, Scaurus; Papageifisch).

Der Scarus käut als einziger F. wieder (Plinius [6] 62; Gesner [55] S. 13: Mewling für Ruminator, ein Meerbrachsme, ein Steinbrachsme, ein Zanbrachsmen art). Wenn er gefangen ist, befreit er sich mit heftigen Schwanzschlägen; gefangenen Artgenossen hilft er, ebenso loszukommen, indem er sie mit dem Maul am Schwanz packt und diesen bewegt (Plinius [6 a] 11; Isidor [14] 30: escarus; Bestiarien [25] S. 206-208; [26] S. 196f.; Thomas von Cantimpré [31] VII, 81 S. 273; Albertus Magnus [33] § 54 S. 1545: scaurus; vgl. [110] S. 194). Fischer, die den F. fangen wollen, locken ihn mit Hilfe eines an einer Leine befestigten weiblichen Tieres an (Aelian [8] I, 2).

In der Deutung wird häufig darauf Bezug genommen, daß er sich durch Schwanzschläge befreie. So wie er entkommen Menschen durch Vernunft der Versuchung (Bersuire [38] cap. 35 S. 564), aus Gefangenschaft (Valeriano [67] Bl. 214r) und Gefahr (Masen [79] S. 908). Der F. ist Bild der Flucht (ebd.; Ferro [74] S. 562), aber auch der Verschlagenheit (Picinelli [80] cap. 40 Nr. 161 S. 228). - Andere befreiend gleicht er brüderlich helfenden Menschen (Christanus [36] fol. 207vb), dem Prediger (Bersuire, s. o.), insbesondere dem hl. Barnabas, der seine Mitmenschen durch den Gedanken an den Tod aus weltlichen Verstrickungen befreite (Conc. car., Sanct. 26: [37] fol. 183v-184r), sowie der Hilfe Christi, der den Sturm stillte (ebd.), und gegenseitiger Hilfe (Caussin [73] cap. 16 S. 436; Dan. de la Feuille, Devises et Emblèmes anciennes et modernes, Amst. 1691, Taf. 50 Nr. 6, ohne Nennung des F.namens; ebenso Emblematische Gemüths-Vergnügungen, Augsb. 1693, S. 50 Nr. 6; Moritz [86] S. 77; Picinelli [80] cap. 40 Nr. 162 S. 228: durch Gebet). Der Scarus bezeichnet bewährte Freundschaft (Camerarius [71] Nr. 36; Ferro [74] S. 562; Weigel [84] S. 62f. Nr. 19) und ist bei Ripa Attribut der „Unione civile“ ([87 b] T. 2 Abb. S. 577; George Richardson, Iconology..., Ld. 1779 [Ndr. New York und Ld. 1979], Bd. 2 S. 36: Abb. 30). -Der so befreite Scarus gleicht dem aus dem Kerker befreiten hl. Petrus (Aresi [77] lib. 4, 1, S. 381 Impr. 50).

Das Wiederkäuen des F. brachte ihm im MA den Ruf ein, er überlege gründlich wie ein Prediger, der die Worte der Schrift immer neu betrachtet (Giov. da S. Geminiano [35] lib. IV cap. 70), oder wie ein besonnener Mensch (Bersuire, s. o.); in der Neuzeit hingegen galt er dessentwegen als Vielfraß (Horapollo [66] I, 109; Valeriano [67] Bl. 214r) und wurde zum Attribut der „Ingordigia“ (Ripa-Orlandi [92] Bd. 3 S. 284).

Durch ein Weibchen gefangen, bedeutet er „Mors ex luxuria“ (Caussin [73] cap. 79 S. 474f.; Masen [79] S. 908: „Amore capi et perire“).

Schleie und Schleimlerche

s. Tinca (Sp. 130).

Schwertfisch

(Gladius, Xiphias, Ensis, Miles, Spada).

Der Gladius (auch in lat. Quellen oft Xiphias genannt; Gesner [55] S. 113f.: Schwertfisch; [56] Bl. 60v: Meerschwerdt) jagt andere F. (Aelian [8] XIV, 23); mit seinem spitzen Maul kann er Schiffe versenken (Plinius [6a] 15; Isidor [14] 15; Bestiarien [25] S. 201, [26] S. 192f.; Thomas von Cantimpré [31] VI, 27 S. 241; Albertus Magnus [33] § 35 S. 1534f.: „gladius ... quem nostrates militem vocant“; Konrad von Megenberg [40] S. 237: Swertrüezel; Jac. van Maerlant, Der Naturen Bloeme, hg. von J. H. Bormans, Brüssel 1857, S. 462: Zeesweert); wird er im Netz gefangen, schneidet er es durch und befreit so den ganzen Fang (Aelian [8] XV, 6), wird er von einem winzigen Meerwesen gestochen, springt er vor Schmerz aus dem Wasser (Plinius [6] 54). Sein Schwert wird nach dem Tode stumpf (Schott [61] X, 53 S. 1384).

Er ist nicht identisch mit dem F. Xifius bei Thomas von Cantimpré [31, VI, 60 S. 249] oder Xysyus bei Albertus Magnus [33, § 60 S. 1550].

Am meisten beeindruckte seine Fähigkeit, mit dem Schwert(mund) Schiffe zu versenken: Seine - selbst Felsen spaltende - Schärfe ist Bild furchterregender Waffen (Masen [79] S. 912), seine Stumpfheit nach dem Tode des F. zeigt die Abhängigkeit von der die Waffe führenden Hand („Arma manum requirunt“: ebd.). Das Schwert des F. ist gleich dem Schwert des Wortes, das Prediger führen, vor allem aber der richtende Christus (Apoc 1,16; 19,15); der Gladius ist auch Bild des Todes (Bersuire [38] cap. 51 S. 567) und gleicht jenen, die mit ihrem Munde anderen schaden, Verleumdern und Anklägern (ebd.; Picinelli [80a] cap. 21 Nr. 130 S. 452), falschen Zeugen (Konrad von Megenberg [40] S. 237) sowie dem mit Worten verführenden Teufel (Bersuire, s.o.).

Da der F. „Discerpens exit“, ist er Bild des tollkühnen Soldaten (Aresi [77] lib. 6, 1, S. 378 Impr. 164; Picinelli [80] cap. 44 Nr. 171 S. 224, [80 a] cap. 21 Nr. 130 S. 452), da er gleichzeitig auch die anderen F. befreit, aber auch des auferstehenden Christus (mit dem Lemma „victoria victo“: ebd. Nr. 131).

Von einem kleinen Tier überwindbar, bezeichnet der F. die Überwindbarkeit des Mächtigen (Camerarius [71] Nr. 14; Ferro [74] S. 563; Woytt [85] T. 3 Nr. 120), den von Würmern gefressenen Herodes sowie den durch kleine Sünden um die ewige Seligkeit gebrachten Menschen [85 a, T. 3 S. 19]; mit der Harpune gefangen, bedeutet er durch Kunstfertigkeit überwundene Kraft (Masen, s.o.).

Der Gladius wird im Bild vielfach durch lange schnabel- oder schwertartige Verlängerung des Mauls gekennzeichnet (Abb. 31; vgl. Aresi, s.o.; Camerarius, s.o.; Woytt, s. o.). Beim miles maris der Hereforder Weltkarte aus dem 13. Jh. (ca. 1277-1289) ist ein Schwert auf den F.leib aufgezeichnet: Konr. Miller, Mappaemundi. Die ältesten Weltkarten, H. IV, Stg. 1896, Karte nach S. 54; vgl. Marcel Destombes (Hg.), Mappemondes A. D. 1200-1500 ..., Amst. 1964 (Mon. Cartographia Vetustioris Aevi, Bd. 1), S. 197-202 Nr. 52,3.

Scomber

s. Makrele (Sp. 109).

Seeteufel

s. Angler (Sp. 94).

Silurus

s. Wels (Sp. 133).

Squatus

(Squatina, Squamatus, Sc[u]atina; Rhine; Meerengel).

Der Squatus (griech. ρίνη = rhine: Plinius [6 a] 150; Forer [56] Bl. 65vf.: Meerengel, Engelfisch, Spatenfisch), ist ein flacher F. (Plinius [6] 78), der im Schlamm versteckt auf Beute lauert (ebd. 144). Seine rauhe Haut wird zum Schmirgeln von Holz benutzt (ebd. 40 und [6a] 108; Isidor [14] 37; Thomas von Cantimpré [31] VII, 76 S. 272: scatina; Albertus Magnus [33] § 52 S. 1544: „scuatina, quem Germani catulum maris vocant“).

Die rauhe Haut machte den F. im MA zum Bild der Grausamkeit der Gottlosen (Thomas von Cantimpré [31] VII, 76 S. 272), Tyrannen, Schergen, Verleumder, Unverschämten und Hartnäckigen (Bersuire [38] cap. 104 S. 585), aber auch nützlicher Widrigkeiten, die - wie das Schmirgeln den Glanz - das Gute vervollkommnen (Christanus [36] fol. 207vb). So auch Valeriano, für den der F. zudem den geschickten Tischler bezeichnet [67, Bl. 216v].

Seine Geschicklichkeit, Beute zu machen, macht ihn mit Rana, Raia und Rhombus zum Attribut der Simonie (Ripa [87b] T. 3 S. 628).

Stör

(Ac[c]ipenser, Stur[g]io, [H]elops, Thyrsio).

Der Stör ([H]elops, von griech. ἔλλοψ; A[c]cipenser u.a.; Stur[g]io) hat seine Schuppen zum Maul gekehrt (Plinius [6] 60), einen „quadratisch-pyramidischen“ Schädel und einen starken Schwanz. Er sucht seine Nahrung im Schlamm (Schott [61] X, 48 S. 1380f.), ernährt sich vom Schaum des Wassers (Aelian [8] XIV, 26) oder lebt von Luft; bei Südwind nimmt er zu, bei Nordwind ruht er auf dem Grund (Thomas von Cantimpré [31] VII, 70 S. 270), ebenso im Winter, währenddessen er nichts frißt (Aelian [8] XIV, 26). Er spielt gern mit dem Esox und wird daher oft mit ihm gefangen (Thomas von Cantimpré [31] VII, 32 S. 261). Der Stör ist ein begehrter Speisefisch (Plinius [6] 60); die Fischer bekränzen sich, wenn sie ihn heimbringen (Aelian [8] VIII, 28). Die große Kleber ist so süß, daß man sie mit Galle würzen muß (Thomas von Cantimpré [31] VII, 70 S. 270).

In ma. Quellen wurde der F. öfters zweimal beschrieben, s. v. Accipenser (u.ä., nach Plinius) und s. v. Sturio (Thomas von Cantimpré [31] VII, 10 S. 255 und 70 S. 270; Albertus Magnus [33] § 10 S. 1520 und § 51 S. 1543f.).

Da der Accipenser, die Schuppen zum Maul gekehrt, sich in den Fluten erquickt, gleicht er dem fleischlich Gesinnten (Christanus [36] fol. 207va) und dem Menschen, den seine fleischlichen Begierden nicht zu besserer Einsicht gelangen lassen (Bersuire [38] cap. 9 S. 552). Er bedeutet „contra niti“ (Masen [79] S. 891), ferner Auflehnung gegen das Rechte: den Bösen, der sich gegen Gott erhebt, Kleriker oder Ordensleute, die gegen ihre Oberen aufbegehren, sowie den spitzfindigen Rechtsverdreher (Thomas von Cantimpré [31] VII, 10 S. 255).

Der von der Luft lebende Stör ist eines der aus der Naturkunde genommenen Argumente zum Beweis der Jungfrauengeburt (Conc. car., Temp. 7: [37] fol. 7v-8r), außerdem Bild des Gerechten, der durch den Hl. Geist lebt und Weltliches verachtet (Christanus [36] fol. 207vb; Bersuire, s. o.), des hl. Vitus, der durch den Hl. Geist an Heiligkeit zunahm und Versuchungen mit Geduld ertrug, sowie der seinem Beispiel Folgenden (Conc. car., Sanct. 27: [37] fol. 184v-185r: Abb. 32). Da er von Luft und Wasser lebt, ist er Bild der phlegmatischen Natur (Mikrokosmos. Parvus Mundus, Arnheim 1609, Deckblatt verso).

Dem Stör mit seiner großen Leber ist der Gerechte mit seiner großen Frömmigkeit ähnlich, ebenso der Wohlstand, der zu guten Werken befähigt. Der F. bezeichnet Christus und gute Prälaten: sie vereinen Milde (süße Leber) und Gerechtigkeit (würzende Galle: Bersuire [38] cap. 99 S. 584). - Sein quadratisch-pyramidischer Schädel macht den Stör zum Bild des Dummen, seine Nahrungssuche im Schlamm zu dem des „Luxuriosus“, die Stärke seines Schwanzes zu dem des Starken (Masen, s. o.).

Zur Deutung seines Spiels mit dem Esox s. Sp. 103f.

Thunfisch

(Thynnus, Tygnus, Tunnus, Cordyla, Pelamys).

Der Thunfisch (Heuerlinge: Cordyles; junge Thunfische: Pelamides) gehört zu den größten F. und wächst besonders rasch, zumal - seines hohen Süßwasserzuflusses wegen - im Schwarzen Meer (Plinius [6] 47-49). Dorthin schwimmen die Thunfische im Sommer so dicht gedrängt, daß sie sich gegenseitig Schatten bieten (Aelian [8] XV, 3). Sie schwimmen am rechten Ufer entlang hinein und am linken Ufer wieder hinaus, weil sie, von schlechter Sehkraft, mit dem rechten Auge besser sehen (Plinius [6] 50; Isidor [14] 47; Thomas von Cantimpré [31] VI, 50 S. 247 s. v. Tygnus maris: sie gehen am rechten Ufer zum Fressen an Land und steigen am linken Ufer wieder herab). Bei einem Felsen in der Nähe von Chalzedon, dessen weißer Glanz sie erschreckt, ändern sie ihre Richtung und schwimmen zum Goldenen Horn. Sie folgen aus Neugier den Schiffen, von den Segeln angelockt, und werden selbst vom Dreizack, mit dem man sie jagt, nicht vertrieben (Plinius [6] 51; so auch in Hortus Sanitatis [42] cap. 97: Abb. 33). Im Winter wandern sie nicht (Plinius [6] 52). Sie können so fett werden, daß sie platzen (ebd. 54). Besonders zahlreich glaubte man sie im Indischen Ozean, wo einst große F. die Flotte Alexanders behindert haben (ebd. 5). Thunfische lockt man mit einer Sardelle ins Netz, wo sie sich zahm verhalten - aus Furcht, ihre zarten Lippen zu verletzen, versuchen sie nicht, sich selbst zu befreien (Picinelli [80 a] cap. 51 Nr. 281 S. 474 unter Berufung auf Leander Albertus) -, einem ausbrechenden Delphin jedoch folgen sie (Bersuire [38] cap. 121 S. 591: Tomus seu Tonio, unter Berufung auf mündliche Reiseberichte).

Manchmal werden Thunfische - verschiedenen Quellen folgend - unter mehreren Namen beschrieben (Thomas von Cantimpré, s. o., sowie ebd. VI, 51: tygnus pontis; VI, 52: tunnus; Bersuire, s.o., sowie ebd. cap. 120 S. 590: thynnus).

Die in Schwärmen schwimmenden Thunfische sind Bild der Eintracht (Picinelli [80 a] cap. 51 Nr. 273 S. 473); von Nächstenliebe zeugt, daß sie sich gegenseitig Schatten bieten (Masen [79] S. 910). Die Schiffe Alexanders behindernd gleichen sie Bösen, die sich den Guten entgegenstellen (Bersuire [38] cap. 120 S. 590). - Große, einzeln schwimmende Thunfische sind mit dem Lemma „Solus jam grandior errat“ Bild der Weisheit (Camerarius [71] Nr. 15; Ferro [74] S. 563; Weigel [84] Nr. XII, 8 S. 26f.), des Prodigus oder des Evangelicus (Picinelli [80] cap. 48 Nr. 203 S. 234).

Im Streben zum Süßwasser des Schwarzmeeres gleicht der Thunfisch den nach Wohlleben Strebenden (Bersuire, s. o.), umherziehend dem Unbeständigen (Christanus [36] fol. 208ra; Masen, s. o.: „Exercitus“); seine Seßhaftigkeit im Winter kann ebenso als Widerstand gegenüber Versuchung wie als Feigheit ausgelegt werden (Picinelli [80 a] cap. 51 Nr. 279 S. 473). Das Hinausgehen an Land und der Wiedereintritt ins Wasser vom linken Ufer aus macht ihn zum Bild der „vita humana“, die rechts, d.h. glücklich beginnt und „sinister“, d.h. durch den Tod, endet (Bersuire [38] cap. 120 S. 591), sowie der „vita activa“ und der „vita contemplativa“ (Caussin [73] cap. 30 S. 445f.); sein besseres Sehen mit dem rechten Auge mahnt den Gläubigen, besser nach den geistlichen Gütern als nach den weltlichen zu sehen (Bersuire [38] S. 549, 590) und bezeichnet ebenso Klugheit (Caussin [73] cap. 42 S. 452f.; Moritz [86] S. 79) wie den „Contemplativus“ (Picinelli [80 a] cap. 51 Nr. 278 S. 473), aber auch einfach Schielen (Valeriano [67] Bl. 217r). - Die Umkehr der Thunfische am glänzenden Fels macht sie den Dämonen vergleichbar, die vor der Jungfrau Maria flüchten (Picinelli [80a] cap. 51 Nr. 280 S. 474).

Die fetten Thunfische sind wie weltliche Menschen (Bersuire, s. o.; Picinelli [80 a] cap. 51 Nr. 275 S. 473) und voll schädlicher Sorge für den Leib (Masen, s. o.; Picinelli [80 a] cap. 51 Nr. 276 S. 474: Mensch, der am Wohlleben zugrunde geht); da sie vom Regen fett werden, sind sie aber auch Bild derer, die sich vom Wort Gottes ernähren (ebd. Nr. 277).

Wegen seiner Furcht, seinen Lippen weh zu tun, deutet Aresi den F. als Vielfraß, der sich scheut, seiner Freßgier Abbruch zu tun [77, lib. 6,2 S. 501 Impr. 189], Picinelli bezieht dies auf die Scheu vor der Beichte [80 a, cap. 51 Nr. 281 S. 474].

Thunfischen, denen ihre Neugier zum Verhängnis wird, sind die Jungfrau Dina (Gen. 34) und junge Frauen vergleichbar, welche durch weltliche Vergnügen verlockt werden (Bersuire, s. o.). Wie Thunfische durch eine Sardelle ins Netz, werden Einfältige durch weltliches Vergnügen ins Verhängnis gelockt (ebd.).

Da man Thunfische durch Schnalzen zähmen kann, bedeuten sie „correctio suavis“ (Picinelli [80 a] cap. 51 Nr. 282 S. 474). - Thunfische, die einem Delphin aus dem Netz folgen, gleichen den Vorvätern, die Christus aus der Vorhölle führte, Bösen, die durch ein gutes Beispiel gebessert, aber auch Guten, die durch ein schlechtes Beispiel verdorben werden (Bersuire, s. o.).

Tinca und Pholis

(Schleie) und Pholis (Schleimlerche).

Die Tinca (Ausonius [12] 125), ein im Schlamm lebender, schwer verdaulicher F. (Alexander Neckam, De laudibus divinae sapientiae dist. 3 V. 585: [27] S. 408; Gesner [55] S. 300f.: Schleie) ist ein Bild des Sünders (Bersuire [38] cap. 114 S. 589). Für die gesamte Neuzeit wurde Valerianos Identifizierung von Tinca und φωλίς, einem F., der eine schleimige, nestähnliche Masse absondert (Ps.-Aristoteles [1] IX, 37, 621 b; Gesner [55] S. 11: Schleymlerch), maßgebend. Er deutete den F. wegen seines Nestes als den um seine häuslichen Angelegenheiten bekümmerten Menschen [67, Bl. 215r]. Da der F. sich von seiner Absonderung ernährt, gleicht er dem Menschen, der die Früchte seines Schweißes genießt (ebd.), und kann auch Bild der Genügsamkeit sein (Camerarius [71] Nr. 20: Pholis, Abb. 34; Ferro [74] S. 560: Tinca).

Torpedo

(narcus, Zitterrochen).

Wer mit dem F. Torpedo (lat.; griech. νάρκη; Gesner [55] S. 124: Zitterfisch, Schläffer, Krampffisch) auch nur mittelbar in Berührung kommt und nicht sogleich wieder von ihm abläßt, wird gelähmt (Ps.-Aristoteles [1] IX, 37, 620b; Plinius [6a] 7). Der F. versteckt sich im Schlamm, lähmt vorbeischwimmende F. und zerreißt sie [6, 143f.]. Er legt achtzig Eier auf einmal (ebd. 165).

Mit seiner oft beschriebenen lähmenden Kraft (Isidor [14] 45; Bestiarien [25] S. 210, [26] S. 198f.; Thomas von Cantimpré [31] VII, 82 S. 273; Vinzenz von Beauvais [32] cap. 75 Sp. 1289: narcus und cap. 96 Sp. 1298: torpedo) ist er Bild alles Lähmenden: des Lasters und der Sünde (Alexander Neckam [27] cap. 44 S. 156; Christanus [36] fol. 208ra), schlechter Gesellschaft (Bersuire [38] cap. 80 S. 577; Picinelli [80] cap. 49 Nr. 204 S. 234) und schlechter Weiber (Bersuire [38] cap. 80 S. 577 und cap. 122 S. 591) -aber auch weiblicher Schönheit (Picinelli, s.o.); ferner von Feigheit (Valeriano [67] Bl. 212r), Bestechung (Camerarius [71] Nr. 40; vgl. auch Ferro [74] S. 563; Picinelli, s.o.), Faulheit (Ripa [87b] T. 1 S. 5f., [87c] T. 1 S. 15: Attribut der Accidia, [87d] S. 518: Abb. 35, [87e] S. 23f. und 26f. mit weiteren Namensformen des F., [91] T. 1 Abb. 39: Attribut der Pigritia; Masen [79] S. 910: Nichtstun) und des Todes (Bersuire [38] cap. 122 S. 591).

Die Fähigkeit des untätigen F., rasche F. als Beute zu erjagen, macht ihn zum Bild der „Femina di mondo“ (Aresi [77] lib. 6,1, S. 578 Impr. 169; Picinelli, s.o.: donna lasciva) und des sich vom Diebstahl ernährenden Müßiggängers (Masen, s. o.).

Ausnahmsweise bedeutet er Fruchtbarkeit (Valeriano, s.o.; Masen, s.o.) und - da er angeblich kleine F., die nicht schwimmen können, anlockt und rettet - nach Horapollo die Rettung Ertrinkender [66, II, 104].

Triglia

s. Meerbarbe (Sp. 113).

Uranoscopus

(Callionymus, Gallio, Granus; Himmelsgucker).

Der Callionymus oder Uranoscopus („ab oculo quem in capite habet“: Plinius [6a] 69; Isidor [14] 35; Gesner [55] S. 38: Pfaff, Himmelgucker, [eine Meergroppen-Art]; [56] Bl. 20: auch Meerpfaff, Sternseher) sieht mit seinem einzigen Auge alle Gefahr (Alexander Neckam [27] cap. 25 S. 144; Albertus Magnus [33] § 35 S. 1534: Granus; Konrad von Megenberg, s. u.: granus, ain grain). Er hat besonders viel Galle (Plinius, s. o.; Aelian [8] XIII, 4: Leber und Galle sind bei ihm vertauscht), ist gefräßig und lebt sogar ausgenommen noch weiter (Schott [61] X, 15 S. 1383).

Cornelius a Lapide glaubt unter Berufung auf ältere Quellen, der F. des Tobias sei ein Uranoscopus gewesen (Commentaria in Tobiam, cap. 6: ed. Jos.-Max. Péronne, Comm. in Scripturam Sacram, Bd. 4, Paris 1860, S. 292).

Meist wird der F. in Bezug auf sein Auge gedeutet: als Mensch, der auf Christus oder Gott blickt und daher vor Anfechtung sicher ist (Christanus [36] fol. 207va; Conc. car., Temp. 62: [37] fol. 63r, vgl. RDK III 843; Thomas von Cantimpré [31] VII, 40 S. 263: granus; Konrad von Megenberg [40] S. 252f.; Bersuire [38] cap. 52 S. 568; Camerarius [71] Nr. 17: „Ad sidera vultus“; Ferro [74] S. 560; vgl. auch Katherine Duncan-Jones, Sidney’s Personal Imprese, Warburg Journ. 33, 1970, S. 322, Taf. 46b-d: Abb. 36), und als „Religiosus“ (Masen [79] S. 911). Picinelli bringt die oben im Kopf sitzenden Augen des F. mit Kontemplation in Zusammenhang [80, cap. 10 Nr. 28 S. 210].

Er kann Bild der Allwissenheit Gottes sein (Thomas von Cantimpré [31] VII, 87 S. 274: Uranoscopus), die Vernunft (Picinelli [80 a] cap. 10 Nr. 35 S. 438; Caussin [73] cap. 90 S. 461f.) und den Vernünftigen bezeichnen (Konrad von Megenberg, s. o.), ferner den „Mathematicus“ und seine Himmelsbeobachtung (Masen, s. o.), aber auch den Ehrgeizigen und Hochmütigen (Bersuire, s. o.).

Wegen seiner großen Gallenblase ist er Bild des Zornigen (Caussin, s. o.; Moritz [86] S. 77), in seiner Freßsucht gleicht ihm der „Gulosus“ und in seiner Zähigkeit die Lebenslust (Masen, s. o.).

Vipera maris

Der sehr schmackhafte F. hat ein spitzes, giftiges Horn über den Augen, weshalb ihm nach dem Fang sofort der Kopf abgeschlagen wird (Thomas von Cantimpré [31] VII, 88 S. 274; Albertus Magnus [33] § 59 S. 1548; Vinzenz von Beauvais [32] cap. 98 Sp. 1298; Konrad von Megenberg [40] S. 259: merslange).

Wie ein Fischer den F. fing der „gute Fischer“ den hl. Dionysius, als dieser das Martyrium erlitt; der wunderwirkende Heiligenleib gleicht als „Cibum optimum“ dem wohlschmeckenden F. (Conc. car., Sanct. 61: [37] fol. 218v–219r). Daher ist wohl auch die auf Christi Aufforderung zur Nachfolge (Phil 3,17-21) bezogene Darstellung eines gehörnten F. mit dem Lemma „In ventre vigorem. In dem Leibe ist unser bestes“ bei Johann Ulr. Krauss auf die vipera maris zu beziehen (Hl. Augen- und Gemüths-Lust, Augsb. [1706], Bl. 66: Abb. 37). Für Bersuire ist sie Bild der Kirche, der F.kopf das ihrer oft schlechten Häupter; der F. bezeichnet Menschen, die angeborene oder erworbene Macht zum Schaden Anderer ausüben, so daß ihnen diese oft rasch genommen wird [38, cap. 126 S. 592], sein Kopf den schlechten Anfang, der schon das Ende verdirbt (Christanus [36] fol. 208va).

Wels

(Silurus; Glanis, Clancius, C[l]autius).

Der gefräßige Silurus (Gesner [55] S. 332: Waller, Schaid, Welß, Salut; Abb. 38) greift sogar Pferde in der Schwemme an und taucht sie unter (Plinius [6] 44-45). Das Weibchen kümmert sich nicht um die Brut, das Männchen dagegen bewacht sie 50 Tage (ebd. 165; Aldrovandi [57] lib. V cap. 5 S. 220, mit Augenzeugenbericht).

Der Glanis (Gesner [55] S. 319: „ein frömbde oder mindere art der Saluten oder Welsen, die ettliche Wellern oder Schaiden nennend“) ist vorsichtiger als andere F. („Cautius qui glanis vocatur“) und versteht es, den Köder rückwärts von der Angel abzufressen, ohne dabei gefangen zu werden (Plinius [6] 145).

Im MA wird der Glanis aus Mißverständnis der Pliniusstelle oft Cautius genannt (Thomas von Cantimpré, s.u.; Albertus Magnus [33] § 19 S. 1525: Clancius, glanis) und - auch während der Neuzeit- gelegentlich mit dem Silurus identifiziert (zu Kontroversen s. Aldrovandi [57] S. 218-220).

Der vorsichtige Glanis (vgl. Ferro [74] S. 560) bezeichnet „Astutia“ (Picinelli [80] cap. 29 Nr. 85 S. 218) und das Verhalten derer, welche die Sünde meiden, weltliche Güter nicht mißbrauchen (Bersuire [38] cap. 20 S. 556) oder keine häretischen Schriften lesen (Picinelli, s. o.) und sich der Unzucht wenigstens soweit enthalten, als sie deren Folgen fürchten (Thomas von Cantimpré [31] VI, 20 S. 257; Konrad von Megenberg [40] S. 250; s. auch Christanus [36] fol. 207va).

Der (manchmal Glanis genannte) Silurus ist Bild elterlicher Erziehung (Valeriano) [67] Bl. 216v; Picinelli [80a] cap. 23 Nr. 135 S. 453: auch des paterfamilias), Fürsorge (von der Ketten [82] cap. 24 Nr. 211 S. 741) und Liebe (Masen [79] S. 908). Männliche Tiere gleichen guten, weibliche schlechten Prälaten (Bersuire [38] cap. 50 S. 567). - Die Gefräßigkeit des F. führt zur Feindschaft mit anderen F., weshalb er ein Bild der Feindschaft ist (Camerarius [71] Nr. 16; Ferro [74] S. 563; vgl. RDK VII 1074f.), auch des Geizhalses, des Tyrannen oder des Dämons (Picinelli [80] cap. 43 Nr. 170 S. 229) und, da er selbst Pferden überlegen ist, Bild des Todes oder Teufels (Bersuire, s. o.).

Xiphias

s. Schwertfisch (Sp. 124).

Zitterrochen

s. Torpedo (Sp. 130).

Zu den Abbildungen

1 a und b. Embleme 88 (a) und 44, Kupferstiche (13 × 8,7 cm) in Guillaume de La Perrière [69]. 1539. Nach dem Original.

2. Joan. Thomas (Entw.) und A. Loemans (Stich), Emblem 38, Kupferstich (10,5 × 8,2 cm) in Sebastian a Matre Dei a. a. O. (Sp. 92) S. 196. 1652. Nach dem Original.

3. Hans Sibmacher, Emblem 38, Kupferstich (Dm. 7 cm) in Camerarius [71]. 1604. Nach dem Original.

4. H. Sibmacher, Emblem 13, Kupferstich (Dm. 7 cm) in ebd. 1604. Nach dem Original.

5. Budapest, Zentralbibl. des Piaristenordens, cod. CX.2 (Ulrich von Lilienfeld, Conc. car.), fol. 117v, Ausschnitt (Beischrift: „Affore parve manum vitas piscantis et hamum“). Wien, dat. 1413. Foto RDK.

6. Ill. zu I. Salviani [52] Bl. 85v. Kupferstich, ca. 33,3 × 22,5 cm (Plattengröße). 1554-1558. Foto Bayer. St.bibl. Mchn.

7. Granada, Bibl. Univ., Cod. C-67 (Thomas von Cantimpré, De natura rerum), fol. 63rb, Ausschnitt (Botha). Regensburg, M. 15. Jh. Nach [31 a].

8. H. Sibmacher, Emblem 33, Kupferstich (Dm. 7 cm) in Camerarius [71]. 1604. Nach dem Original.

9. Montecassino, Bibl., Cod. 132 (Hrabanus Maurus, De natura rerum), pag. 209, Ausschnitt (lib. VIII cap. 5: Draco marinus [oben] und Murena). Montecassino, dat. 1023. Foto Bibl.

10. Ehem. München, K.handel (1978), Einzelbl. aus einer Hortus sanitatis-Hs. (De piscibus cap. 28-29: Dentrix [Dentex, oben] und Dies [linke Sp.]; Erachoides, Exochinus [Exocoetus, Mitte] und Ericius [rechte Sp.]). Federzchgn. Um 1500. Foto RDK.

11. Albert Flamen, Emblem 62, Kupferstich (ca. 9 × 7,8 cm) in A. Chesneau [81] S. 438, Ausschnitt. 1657. Nach dem Original.

12. Lilienfeld, N.Ö., Stiftsbibl., Hs. 151 (Ulrich von Lilienfeld, Conc. car.), fol. 64v, Ausschnitt (Beischrift: „Esox vina bibit, inde diuque vivit“). Lilienfeld, um M. 14. Jh. Foto Monastic Microfilm Project, Nr. 4527.

13. Emblem 70, Kupferstich (8×10 cm) in A. Ginther a. a. O. (Sp. 104) S. 571. 1711. Nach dem Original.

14. Budapest, Zentralbibl. des Piaristenordens, cod. CX.2 (Ulrich von Lilienfeld, Conc. car.), fol. 107v, Ausschnitt (Beischrift: „Fluminis in fundo nat[at] et aere gaudet yrundo“). Wien, dat. 1413. Foto RDK.

15. J. C. Schalckh (Entw.) und J. G. Wolffgang (Stich), Emblem cl. III Nr. DCCCXII, Kupferstich in Boschius [83] cl. III Taf. 42, Ausschnitt (ca. 6×5 cm). 1701. Nach dem Original.

16. „Carpione pesce“, Kupferstich (8,5 × 5,5 cm) in Ferro [74] S. 182. 1623. Nach dem Original.

17. Vorau, Stiftsbibl., Ms. 130 (Gottfried von Vorau, Lumen animae), fol. 108v, Ausschnitt (Gula). Steiermark, dat. 1332. Foto RDK.

18. Egidius Sadeler, Imprese des Kardinaldiakons Aloysius d’Este, Kupferstich (Dm. 5,5 cm) in Typotius Bd. 2 S. 15. 1602. Nach dem Original.

19. A. Flamen, Congrus. Kupferstich (9,4 × 16,9 cm) aus der Folge „Diverses espèces de poissons de mer“, T. 1 Nr. 8, Paris 1664. Nach B. ill. Bd. 6 S. 255.

20. Emblem 39, Kupferstich (12,6 × 12,6 cm) in Cats [75a] S. 78. 1627. Nach dem Original.

21 a und b Prag, Univ.bibl., cod. XIV.A.15 (Thomas von Cantimpré, De natura rerum), fol. 97v, Ausschnitte (Mulus [a], Mullus und Milago [b]). Böhmen (?), um 1350. Foto Bibl.

22. Emblem mit Ansicht der Stadt Mantua, Radierung (10 × 15,4 cm) in Daniel Meisner a. a. O. (Sp. 114) T. 8 Bl. H 19. 1638. Foto Bayer. St.bibl. Mchn.

23. Budapest, Zentralbibl. des Piaristenordens, cod. CX.2 (Ulrich von Lilienfeld, Conc. car.), fol 49v, Ausschnitt (Beischrift: „Megarus exosus propriis aliis preciosus“). Wien, dat. 1413. Foto RDK.

24. Allegorie des Ehebruchs, Kupferstich (8,4 × 5,3 cm) in J. B. Boudard a. a. O. (Sp. 116) Nr. 12. 1759. Foto Bayer. St.bibl. Mchn.

25. G. Ballain oder P. Huys (Entw.) und G. v. Kampen oder A. Nicolai, Emblem 8, Holzschnitt (14,1 × 8,5 cm) in Hadrianus Junius a. a. O. (Sp. 119) S. 14. 1565. Foto Bayer. St.bibl. Mchn.

26. Imprese des Cavaliere Altaguida, Kupferstich (8,7 × 6,6 cm) in Ferro [74] S. 583. 1623. Nach dem Original.

27. A. Flamen, Emblem 69, Kupferstich (ca. 9 × 8 cm) in A. Chesneau [81] S. 481. 1657. Nach dem Original.

28. Sinn-Bild 206, Kupferstich in L. W. Woytt [85] T. 2 S. 39 Taf. 18 (Ausschnitt). 1728. Nach dem Original.

29. Heinrich Rappost, Medaille auf Hzg. Friedrich Ulrich von Braunschweig und Lüneburg, Revers. Umschrift „NON NISI CONTVSVS • 1614“. Bronze, Dm. 5,7 cm. Braunschweig, Städt. Mus. (Inv.Nr. Mün 669/II/2). 1614. Foto Mus.

30. William Hamilton (Entw.) und Monogrammist E. M. (Stich), „Union“. Kupferstich (10,4 × 8 cm) in G. Richardson a. a. O. (Sp. 124) Taf. LXVI Fig. 253. 1779. Foto Bayer. St.bibl. Mchn.

31. Rom, Bibl. Vat., cod. Reg. lat. 1320 (Brunetto Latini, Li livres dou trésor), fol. 49v (Ausschnitt), Ill. zu lib. 1 cap. 130 Nr. 6. Frankreich, 1. H. 14. Jh. Foto Bibl.

32. Lilienfeld, N.Ö., Stiftsbibl., Hs. 151 (Ulrich von Lilienfeld, Conc. car.), fol. 184v, Ausschnitt (Beischrift: „Aere pinguescit, escas quia sturio nescit“). Lilienfeld, um M. 14. Jh. Foto Monastic Microfilm Project, Nr. 4527.

33. Ill. zum Hortus Sanitatis, De piscibus, cap. 97. Holzschnitt (8 × 7,2 cm) in [42]. 1511. Nach dem Ndr.

34. H. Sibmacher, Emblem 20, Kupferstich (Dm. 7 cm) in Camerarius [71]. 1604. Nach dem Original.

35. Christoph Jeghers, Accidia, Holzschnitt (8,4 × 5,8 cm) in C. Ripa [87d] S. 518. 1644. Nach dem Ndr.

36. Thomas Lant (Entw.) und Theodor de Bry (Stich), Leichenzug des Sir Philip Sidney, Bl. 6 (Ausschnitt; Ges.abb.: Arthur M. Hind, Engr. in England in the 16th and 17th C., Cambr. 1952, T. 1 Taf. 61). Kupferstich. 1587. Nach K. Duncan-Jones a. a. O. (Sp. 132) Taf. 46 d.

37. Joh. Ulr. Krauss, Kupferstich 66 (Ausschnitt) in ders. a. a. O. (Sp. 132). 1706. Nach dem Original.

38. Rom, Bibl. Vat., cod. Urb. lat. 276 (Pier Candido Decembrio, De animantium naturis), fol. 163r, Ausschnitt. 1460. Nach Faks.ausg. [41].

Literatur

Quellen: 1. Aristoteles, Hist. animalium: ed. Immanuel Bekker, Bln. 1831 (Aristoteles, Opera, Bd. 1; Ndr. Bln. und Darmstadt 1960). - 1 a. Index Aristotelicus, hg. von Herm. Bonitz, in: dgl., Bd. 5, Bln. 1870 (Ndr. 1961). – 2. Aristoteles, De generatione animalium: ed. H. J. Drossaart Lulofs, Oxf. 1965 (Script. class. bibl. Oxoniensis). – 3. Ders., De partibus animalium: ed. Ingemar Düring, Göteborg 1943 (Kungl. Vetenskaps-och Vitterhets-Samhälles handlingar 6. F., Ser. A, Bd. 2,1). - 4. Theophrastus, De piscibus in sicco degentibus (= fragm. 171): ed. Friedr. Wimmer, Theophrasti Eresii opera..., Paris 1854-1862 (Ndr. Paris 1931), S. 455-458. - 5. Ovid, Halieutica: ed. Jan Archibald Richmond, Ld. 1962. - 5 a. Dgl.: ed. Fil. Capponi, 2 Bde., Leiden 1972 (Poetae bucolici cynegeticique minores II). -6. Plinius, Nat. hist., lib. IX: ed. König Bd. 9, 1979. - 6 a. Dgl. lib. XXXII: ed. Mayhoff Bd. 5, 1897. - 6 b. Ders., Bücher und Schrifften von Natur, Art und Eygenschafft aller Creaturen oder Geschöpffe Gottes, übers. von Joh. Heyden, Ffm. 1584. - 7. Plutarch, De sollertia animalium: ed. Harold Cherniss und William C. Helmbold, Moralia, Bd. 12, Ld. und Cambr./Ma. 1957 (The Loeb Class. Libr., 406), S. 311-479. - 8. Claudius Aelianus, De natura animalium libri XVII ...: ed. Rudolph Hercher Bd. 1, Lpz. 1864 (Ndr. Graz 1971). - 9. Oppian, Halieutica: ed. Alex. William Mair, Colluthus Tryphiodorus, Ld. und New York 1928 (The Loeb Class. Libr., 219), S. 200-515. - 10. Athenaeus, Dipnosophistarum libri XV: ed. Georg Kaibel, 3 Bde., Lpz. 1887-1890 (Ndr. Lpz. 1923-1927 und Stg. 1961-1965). - 10 a. Dgl.: ed. Charles Burton Gulick, Bd. 3, Ld. und New York 1939 (The Loeb Class. Libr., 224). - 11. C. Iulius Solinus, Collectanea rerum memorabilium: ed. Theodor Mommsen, Bln. 21895 (Ndr. Bln. 1958). - 12. Decimus Magnus Ausonius, Mosella: ed. Rudolf Peiper, D. M. Ausonii ... opuscula, Lpz. 1886, S. 118-143.

13. Ambrosius, Hexaemeron: ed. Karl Schenkl, CSEL 32,1, 1896-1897. - 14. Isidor, Etym., lib. XII cap. 6. - 15. Ps.-Melito von Sardes, Clavis: ed. Jean-Bapt. Pitra O.S.B., Spicilegium Solesmense, Bd. 2, Paris 1855 (Ndr. Graz 1963). - 16. Beda, In Pentateuchum commentarii: Migne, P.L. 91 Sp. 189-394. - 17. Hrabanus Maurus, De universo (De natura rerum) lib. VIII cap. 5: Migne, P.L. 111 Sp. 237-240. - 18. Lambert von St-Omer, Liber Floridus: ed. Albert Derolez, Gent 1968. - 19. Philippe de Thaün, Le bestiaire: ed. Emmanuel Walberg, Genf 1970. - 20. Richard von St. Victor, Liber exceptionum: ed. Jean Chatillon, Paris 1958 (Textes Philos. du Moyen Age, 5). -21. Hildegard von Bingen, Physica: Migne, P.L. 197 Sp. 1265-1286. - 22. Ps.-Hugo von St. Victor, De bestiis et aliis rebus: Migne, P.L. 177 Sp. 9-164. - 23. Alanus ab Insulis, De planctu naturae: ed. Nikolaus M. Häring, in: Studi Medievali Ser. III, 19, 1978, Bd. 2 S. 797-879. - 24. Montague Rhodes James, The Bestiary... (Cambridge, Univ. Libr., Ms. Ii.4.26). Facs., Oxf. 1928 (The Roxburghe Club, 117). - 25. Terence Hanbury White, The Book of Beasts. Being a Translation from a Latin Bestiary of the 12th C., Ld. 1954. - 26. Franz Unterkircher, Bestiarium. Die Texte der Hs. Ms. Ashmole 1511 der Bodl. Libr. Oxford..., Graz 1986 (Interpretationes ad codd., 3). - 27. Alexander Neckam, De naturis rerum lib. II: ed. Thomas Wright, Ld. 1863 (Rerum Brit. medii aevi Scriptores, 34; Ndr. Nendeln 1967). - 28. Garnier von Rochefort, Allegoriae in universam Sacram Scripturam: Migne, P.L. 112 Sp. 849-1088 (als Werk des Hrabanus Maurus). - 29. Arnoldus Saxo, De finibus rerum naturalium: ed. Emil Stange, Erfurt 1906 (Kgl. Gymnasium zu E., Beil. zum Jber. 1905/06, Nr. 289). - 30. Bartholomaeus Anglicus, De genuinis rerum coelestium, terrestrium et inferarum proprietatibus lib. XIII: ed. Georgius Bartholdus Pontanus, Ffm. 1601 (Ndr. Ffm. 1964). - 31. Thomas von Cantimpré, Liber de natura rerum: ed. Helmut Boese, T.1, Bln. und New York 1973. - 31 a. Dgl., libri IV-XII... Cod. C-67 (fols. 2v-116r) de la Bibl. Univ. de Granada: ed. Luis Garcia Ballester (Faks.ausg.), Granada 1974. – 32. Vinzenz von Beauvais, Speculum naturale (Speculum quadruplex, tomus 1), Ausg. Douai 1624 (Ndr. Graz 1964), lib. XVII. - 33. Albertus Magnus, De animalibus libri XXVI, lib. XXIV: ed. Hermann Stadler, Bd. 2, Münster i.W. 1920 (Beitr. zur Gesch. der Philos. des MA, 16). - 33 a. Thierbuch Alberti Magni..., durch Waltherum Ryff verteutscht..., Ffm. 1545. - 34. Brunetto Latini, Li livres dou tresor: ed. Francis J. Carmody (Univ. of California Publ. in Modern Philol., 22), Berkeley und Los Angeles 1948. - 35. Giovanni da S. Geminiano, Summa de exemplis et similitudinibus rerum, Ven. 1487. - 36. Christanus von Lilienfeld, Speculum de sex generis irrationalium animalium (zit. nach Lilienfeld, Stiftsbibl., Ms. 144, fol. 205r-208r). - 37. Ulrich von Lilienfeld, Conc. car. (zit. nach Lilienfeld, Stiftsbibl., Ms. 151). - 38. Petrus Berchorius O.S.B. (Pierre Bersuire), Reductorium morale, lib. IX, Ausg. Köln 1631 (Ders., Opera omnia, Bd. 2). -39. Ders., Rep. ... morale, Ausg. Köln 1641 (Ders., Opera, Bd. 3, 2). - 40. Konrad von Megenberg, Das Buch der Natur: ed. Franz Pfeiffer, Stg. 1861 (Ndr. Hdhm. 1962; Hdhm. und New York 21971). - 41. Pier Candido Decembrio, De animantium naturis: ed. Cynthia M. Pyle, Das Tierbuch des Petrus Candidus. Cod. Urb. lat. 276 (Faks.ausg.), Stg. und Zh. 1984 (Codices e Vaticanis selecti, LX). - 42. Ortus Sanitatis, Ven. 1511 (Ndr. Bergamo 1977), tractatus de piscibus. - 43. Lauretus. -44. Herm. Heinr. Frey, Therobiblia. Biblisch Thierbuch..., Lpz. 1595, darin: Ichthyobiblia. Biblisch F.buch ... (ed. Heimo Reinitzer, Graz 1978; Naturalis Historia Bibliae, Bd. 1). - 45. Cornelius a Lapide, Commentaria in Scripturam Sacram, 21 Bde., Ausg. Paris 1857-1860. - 45 a. Jean Bapt. Pitra, Spicilegium Solesmense, Bd. 3, Paris 1855 (Ndr. Graz 1963), S. 499-543.

46. Nik. Marschalk, Historia aquatilium latine ac grece cum figuris, 2 Bde. und 1 Ill.bd., Rostock 1517-1520 (zit. bei [102] S. 193). - 47. Paolo Giovio, De Romanis piscibus libellus, Rom 1524 (benutzte Ausg.: Rom 21527, mit dem Titel: „De piscibus marinis, lacustribus, fluviatilibus, ... liber“). - 48. Pierre Gilles, Ex Aeliani Hist. ... latini facti, itemque ex Porphyrio, Heliodoro, Oppiano, ... aucti libri XVI..., lib. unus de gallicis et latinis nominibus piscium, Lyon 1535. - 49. Pierre Belon, De aquatilibus libri duo, Paris 1553. - 50. Jean-Bapt. Guillaume Rondelet, Liber de piscibus marinis..., Lüttich 1554. - 51. Ders., Universae aquatilium hist. pars altera, Lüttich 1555. - 52. Ippolito Salviani, Aquatilium animalium hist. liber primus cum eorundem formis aere excusis, Rom 1554–1558. - 53. Conrad Gesner, De piscibus et aquatilibus omnibus libelli tres novi, Zh. 1556 (benutzt: Ndr. des dritten T. unter dem Titel „Dt. Namen der F. und Wassertiere“, Aalen 1974). - 54. Ders., Hist. animalium liber IIII, qui est de piscium et aquatilium animalium natura, Zh. 1558. - 55. Ders., Nomenclator aquatilium animantium..., Zh. 1560. - 56. Ders., F.buch, ... durch Cunradt Forer ... in das Teütsch gebracht, Zh. 1575 (benutzte Ausg.: Ffm. 1598). - 57. Ulisse Aldrovandi, De piscibus libri V..., Ffm. 1623 (ed. princ. Bol. 1613). -58. Stephan von Schoenefelde, Ichthyologia et nomenclatura animalium marinorum, fluviatilium, lacustrium, quae in ducatibus Slesvici et Holsatiae occurrunt triviales, Hbg. 1624 (zit. bei [102] S. 196f.). - 59. John Jonston, Historia naturalis de piscibus et cetis libri V, Ffm. 1650. -60. Gg. Phil. Harsdoerffer, Der philos. und mathemat. Erquickstunden 3. T., Nbg. 1653. - 61. Gaspar Schott S.J., Physica curiosa, ..., pars II, lib. 10, Würzburg 1662. - 62. Leonh. Baldner, Das Vogel-, F.- und Thierbuch (Kassel, Murhardsche und L.bibl., 2° Ms. phys. et hist.nat. 3; 1666): ed. Robert Lauterborn, Ludwigshafen 1903. - 62 a. Dgl., Faks.-Ausg. Stg. 1973-1974. - 63. Dan. Hartnac, Admiranda physica ..., Ffm. und Lpz. 1684, cap. VI. – 64. Francis Willughby, De historia piscium libri IIII, ... recognovit, coaptavit, supplevit ... adjecit Johs. Raius, Oxf. 1686. - 65. Antoine Goüan, Historia piscium..., Strbg. 1770.

66. Horapollo, Hieroglyphica (ed. princ. Ven. 1505): ed. Franc. Sbordone, Neapel 1940. - 67. Valeriano. - 67 a. Dgl., Ffm. 1678.

68. Alciati. - 68 a. Dgl., Paris 1542 (Ndr. Darmstadt 1967). - 68 b. Dgl., ed. Ioannes Thuilius, Padua 1621 (Ndr. New York und Ld. 1976). - 69. Guillaume de La Perrière, Le Theatre des Bons Engins, Paris 1539 (Ndr. Menston 1973 [Continental Emblem Books, 17]). - 70. Seb. de Covarrubias Orozco, Emblemas morales, Segovia 1589. -70 a. Dgl., Madrid 1610 (Ndr. Menston 1973 [Continental Emblem Books, 7]). - 71. Joachim Camerarius, Symbolorum et Emblematum ... Centuria quarta, Nbg. 1604. - 72. Roemer Visscher, Sinnepoppen, Amst. 1614 (Ndr. s’Gravenhage 1949). - 72 a. Peter Isselburg (Stecher) und Gg. Rem (Epigramme), Emblemata politica In aula magna Curiae Noribergensis depicta, Nbg. 1617 (Ndr. der 2. Aufl. von 1640: ed. Karl Heinz Schreyl, Nbg. 1980). - 73. Nicolas Caussin, De Symbolica Aegyptiorum sapientia ..., Paris 1618, lib. VIII. – 74. Ferro, T. 2. – 75. Jacob Cats, Proteus ofte Minne-beelden Verandert in Sinnebeelden, Rott. 1627. – 75 a. Ders., Emblemata moralia et oeconomica, Rott. 1627. - 76. Ders., Alle de Wercken ..., Amst. und Utrecht 1700. - 77. Paolo Aresi, Imprese sacri..., Ven. 1629 (lib. 1-3) und Tortona 1630 (lib. 4-5) - 1635 (lib. 6,2). - 78. Silvester à Pietrasanta, De Symbolis Herocis, Antw. 1634 (benutzt: Amst. 1682), lib. IX. - 79. Masen, Köln 31681. - 80. Picinelli lib. VI. - 80 a. Picinelli-Erath Bd. 1, lib. VI. - 81. Augustin Chesneau, Orpheus Eucharisticus, Paris 1657. - 82. Joannes Michael von der Ketten, Apelles Symbolicus ..., Amst. 1699, lib. VI. - 83. Boschius. - 84. Chr. Weigel, Oculum animumque delectans Emblematum Repositorium, Nbg. 1718 (benutzte Ausg.: Nbg. 1732). - 85. Laurentius Wolfg. Woytt, Emblematischer Parnassus ..., T. 1-3, Augsb. 1727-1730. - 85 a. Ders., Moralische Applicationes zu [85], Augsb. 1727-1730. - 86. Karl Phil. Moritz, Die symbolische Weisheit der Ägypter, Bln. 1793.

87. Ripa. - 87 a. Dgl., Rom 1603 (Ndr. Hdhm. und New York 1970). - 87 b. Dgl., Padua 1618. - 87 c. Dgl., Padua 1630. - 87 d. Dgl., Amst. 1644 (Ndr. Soest 1971). - 87e. Dgl. Buch 1, Nbg. 1732-1734. - 88. Gg. Phil. Harsdoerffer, Gesprächspiele, 8. T., Nbg. 1649 (Ndr. mit dem Titel „Frauenzimmer Gesprächspiele“, hg. von Irmgard Böttcher, Tüb. 1969 [Dt. Neudr., Reihe Barock, 20]). - 89. Ders., Prob und Lob der Teutschen Wolredenheit. Das ist: deß Poetischen Trichters III. T., Nbg. 1653 (Ndr. Darmstadt 1975). - 90. Kunst-Göttin Minerva. -91. Ripa-Hertel. - 92. Ripa-Orlandi.

Untersuchungen: 93. Franz Jos. Dölger, ΙΧΘΥC. Das F.symbol in frühchr. Zeit, Bd. 1: Religionsgesch. und epigraphische Untersuchungen, Rom 1910 (Röm. Quartalschr., Suppl.), Münster i.W. 21928; Bd. 2-3: Der hl. F. in den antiken Religionen und im Christentum, ebendort 1922; Bd. 4-5: Die F.dkm. in der frühchr. Plastik, Mal. und Kleink., ebendort 1927-1943. - 94. Walter M. Brod, Altertümer und Bräuche der Fischerzunft zu Würzburg, Würzburg 1954 (Mainfränk. Hh., 20). - 95. Mc Culloch, Bestiaries. - 96. Schmidtke, Tierinterpretationen. - 97. Werner Timm, Die Holzschnitte zu Nikolaus Marschalks Hist. aquatilium ..., in: Fs. Gottfried von Lücken, Rostock 1968 (Wiss. Zs. der Univ. Rostock 17, Ges.- und sprachwiss. R., H. 9/10), T. II S. 799-802 und Taf. 59-63. - 98. Jos. Engemann, Art. „F., Fischer, F.fang“, in: RAC Bd. 7, 1969, Sp. 959-1097. -99. Claus Nissen, Die Zoologische Buchill., Bd. 1 (Bibliogr.), Stg. 1966-1969; Bd. 2 (Gesch.), Stg. 1971-1978. – 100. Helmut Leitner, Zoologische Terminologie beim älteren Plinius, Hdhm. 1972. - 101. Liselotte Wehrhahn-Stauch, Chr. F. Symbolik von den Anfängen bis zum hohen MA, Zs. f. Kg. 35, 1972, S. 1-68. - 102. Chrn. Hünemörder, Die Gesch. der F.bücher von Aristoteles bis zum E. des 17. Jh., Dt. Schiffahrtsarchiv 1, 1975, S. 185-200. - 103. Armin Geus, Das Vogel-, F.- und Tierbuch des Leonhard Baldner ..., ebd. S. 201-209. - 104. Ausst.kat. „Volksk. im Zeichen der F.“, Geras, N.Ö. 1976. - 105. Lois Drewer, Fisherman and Fish Pond: From the Sea of Sin to the Living Waters, Art Bull. 63, 1981, S. 533-547. - 106. Ausst.kat. „Le Poisson dans l’Art et les Traditions Populaires d’Alsace“, Straßburg 1983. - 107. Johs. Röll, Die k.handwerkliche Zunftslg., in: Walter M. Brod u. a. (Hgg.), Der Saal und die Slgn. der Fischerzunft zu Würzburg..., Würzburg 1984 (Mainfränk. Hh., 82), S. 33-83. - 108. Ausst.kat. „Bild als Waffe. Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jhh.“, München 1984. - 108 a. Gerd Unverfehrt, Große F. fressen kleine F. Zu Entstehung und Gebrauch eines satirischen Motivs, in: [108] S. 402-414. - 109. Ders., Chr. Exempel und profane Allegorie. Zum Verhältnis von Wort und Bild in der Graphik der Boschnachfolge, in: Herm. Vekeman und Justus Müller-Hofstede (Hgg.), Wort und Bild in der niederl. K. und Lit. des 16. und 17. Jh., Erftstadt 1984, S. 221-241. - 110. Chrn. Hünemörder, Fischerei im MA, Dt. Schiffahrtsarchiv 9, 1986, S. 189-198.

Mehrfach zitiert wurden: 111. Joh. Siebmacher, Großes und allg. Wappenbuch, Nbg. 1854-1936 (Ndr. Neustadt an der Aisch 1970ff.). - 112. Laborde, Bible moralisée. – 113. Schramm, Frühdrucke. - 114. Jean-Bapt. Rietstap, Planches de l’Armorial Général, Den Haag (1938). - 115. Braun, Tracht und Attribute. - 116. Kaftal. - 117. Jean Hubert, Jean Porcher und Wolfg. Fr. Volbach, L’Europe des Invasions, Paris 1967 (L’Univers des formes). - 118. Ausst.kat. „Stilleben in Europa“, Münster i.W. und Baden-Baden 1979-1980. - 119. Alexander, Survey, Bd. IV, 1, 1982.

Hinweise gab Chrn. Hünemörder, Hbg., der auch die vorgeschlagene Zuordnung der historischen F.namen überprüfte.

Verweise