Ablutionsgefäß

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englisch: Ablution vessel; französisch: Vase d'ablution; italienisch: Coppa per l'abluzione.


Joseph Braun, S.J. (1933)

RDK I, 81–82


Ablutionsgefäß, ein Trinkgefäß, in dem den Gläubigen nach Spendung der Kommunion zur Ablution (Spülung) des Mundes Wein gereicht wurde; ein Brauch, der bis zum 13. Jh. nur erst vereinzelt nachweisbar ist, seit dem 13. immer mehr sich verbreitete, im 15. und 16. Jh. fast allenthalben heimisch geworden war, auch in Deutschland, seit dem 17. aber, hauptsächlich infolge der Zunahme der Kommunionen, allmählich sich wieder verlor und sich heute nur mehr in der Messe, in der eine Priesterweihe oder die Krönung eines Königs bzw. einer Königin stattfindet, erhalten hat. Gereicht wurde der Ablutionswein ursprünglich in einem Kelch, wenn auch häufig in einem nichtkonsekrierten, und zwar bis in das 16. Jh. hinein. Dann wurde es jedoch, um Mißverständnissen vorzubeugen, von den Synoden immer allgemeiner vorgeschrieben, dazu Matt eines Kelches, selbst eines nichtkonsekrierten, einen Becher oder ein anderes passendes, nicht kelchförmiges, Trinkgefäß zu benutzen. Eine besondere Ausstattung hat dieses, das auch aus Glas bestehen durfte, nicht erfahren.

Literatur

Jos. Braun, Das christliche Altargerät, München 1931, S. 492f.