Glöckchen

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englisch: small bell; französisch: clochette, sonnette, tintenelle; italienisch: campanella, campanello.


Vincent Mayr (2015)


Glocke des hl. Patrick, Irland, 5. Jh.
Schrein der Glocke des hl. Patrick, Armagh, um 1100 (?).
Handglöckchen beim Leichenzug von König Edward dem Bekenner, Teppich von Bayeux, 1066–1077.
Musica am Königsportal der Kathedrale von Chartres, 12. Jh.
Trinkhorn, Straßburg (?), um 1400.
Monstranz, Horb, 1. Viertel 15. Jh.
Reliquiar des hl. Virgil, Rattenberg (?), 15. Jh.
Schützenkette der Antonius-Bruderschaft Kleve, nach 1461.
Kelch und Patene, Portugal, 1. Viertel 16. Jh.
Handglocke, Oberitalien, 1500–1550.
Raffael, Porträt des Papstes Leo X. mit den Kardinälen Giulio de’ Medici und Luigi de’ Rossi (Detail), 1518.
Handglocke, Werkstatt des Gaspare di Girolamo Macri (?), Brescia, 1540–1580.
Tischglocke Kaiser Rudolfs II. Hans Bulla, Prag, um 1600.
Bacchus-Automat, Augsburg, um 1600.
Prozessionskreuz, Guillaume Desboys, 1610.
Schabbat-Lampe, Johann Valentin Schüler, Frankfurt a. M., 1680–1720.
Tora-Schild, Augsburg, 1705.
Tora-Aufsätze, Pieter van Hoven, Amsterdam, 1705.
Tora-Krone, Lemberg, 1764–1773.
Zwei silberne Tischglocken, Niederlande, 1730 bzw. 1735.
Tischglocke mit Untersetzer aus Porzellan, Meißen, um 1730–1735.
Tischglocke aus Fayence, Yves Perrin, Marseille, 2. Hälfte 18. Jh.
Tischglocke aus Porzellan, Loosdrecht (Holland), letztes Drittel 18. Jh.
Tischglocke aus Glas, Katalonien (?), 18. Jh.
Chinesischer Pavillon in Kew Gardens (Detail), vor 1776.
Tischglocken aus Silber, James Franklin, 1837.
Tischglocken aus Glas mit Montierung, Böhmen, nach 1840.
Schaftleuchter mit Glocke, deutsch, Mitte 19. Jh.
Glöckchen aus Porzellan, Nymphenburg, zwischen 1998 und 2005.


I. Allgemeines

A. Definition und Abgrenzung

Glöckchen bestehen aus einem unten offenen, in der Regel kelchförmigen Körper und einem Klöppel sowie einer Aufhängungsvorrichtung (Öse bzw. „Krone“) oder einem Griff. Sie dienen ebenso wie Glocken der Erzeugung eines akustischen Signals und gehören in der Instrumentenkunde zu den „Idiophonen“ (Selbstklingern).[1] Von Glocken unterscheiden sie sich vor allem durch die geringere Größe, die zwischen ca. 1 cm und 30 cm Höhe variieren kann. Jedoch entsteht auch der Klang anders als bei Glocken: Während der Klöppel bei der im Glockenstuhl aufgehängten Turmglocke in gleich bleibender Richtung an den unteren Glockenrand schlägt, wird der Klang beim Handglöckchen durch Bewegung des Glöckchens erzeugt, ohne dass eine feste Richtung vorgegeben ist.[2] Bei montierten kleinen Glocken schlägt entweder der Klöppel innen oder ein Hämmerchen außen an den Mantel. Die Schelle ist als „Rasselkörper“ formal vom Glöckchen zu unterscheiden, auch wenn sich die Funktionen von Glöckchen und Schelle vielfach überschneiden und die Benennungen in Quellen nicht immer klar zu trennen sind.[3]

B. Wortgebrauch und Synonyme

„Glöckchen“ ist eine Verkleinerungsform des Wortes Glocke, das von altirisch „clocca“ abzuleiten ist.[4] Die neuhochdeutsche Form wird regional unterschiedlich auch als „Glöcklein“ o. ä. wiedergegeben. Das Grimmsche Wörterbuch verzeichnet für das 14. und 15. Jh. mittelhochdeutsche Formen wie „glöckel“ und „glöckelin“; in den Belegstellen sind Glocken in Kapellen oder Halsglocken für das Vieh gemeint. Im 16. und 17. Jh. wurden Glöckchen als Bestandteile von Gewändern und Musikinstrumenten (siehe III.B.3.b) genannt und auch auf Blütenpflanzen (Glockenblume) übertragen.[5] Zedler verstand „Glöcklein“ allein als Tischglöckchen (siehe III.A.2) von Damen.[6]

Das lautmalerische Wort „tintinnabulum“ bezeichnet lateinisch Glöckchen,[7] Klingel oder Schelle.[8] Das Wort „campanula“ (Glöckchen)[9] wurde im Mittellateinischen zu „campanella“ umgeformt und entsprechend im Italienischen, auch als „campanello“, gebraucht.[10] Dieser Begriff erscheint u. a. 1417 für den Glöckchensaum am höfischen Dusing (siehe auch III.B.3.d).[11] In Gallien wurden auch die Worte „signum“ und „nola“ (für die Tierglocke) gebraucht.[12]

Im Französischen sind seit dem 15. Jh. „camponettez“ und „clochectes“ bezeugt, so 1438 in Lüttich an Christkindwiegen (zu diesen siehe III.B.1.c).[13] Rednerglocke und Altarglöckchen werden als „sonnette“ bezeichnet,[14] die Handglocke, die bei Begräbnissen zum Einsatz kommt, als „tintenelle“.[15]

C. Frühgeschichte

Glöckchen sind weltweit nachweisbar, in Ostasien bereits seit dem 12. Jh. v. Chr., in Ägypten seit der 23. Dynastie. In der griechisch-römischen Antike wurden Pferdegeschirre, Schilde und andere Gebrauchsgegenstände mit Glöckchen besetzt,[16] denn sie galten als Apotropaia. Aufgrund des paganen Gebrauchs setzte ihre Nutzung im christlichen Kultus erst relativ spät ein.[17] Die in Katakomben aufgefundenen Glöckchen gelten als Kinderspielzeug oder Schmuck.[18] Irische Missionare führten im 5./6. Jh. eine „clocca“ (Handglocke) als akustisches Signal, Talisman und (gelegentlich) Waffe mit sich (zu erhaltenen Beispielen siehe III.A.1).[19] Ein 3–4 cm hohes Bronzeglöckchen des 8./9. Jh. mit unbekannter Funktion wurde in Haithabu, Schleswig-Holstein, gefunden.[20] In der Folgezeit wurden Glöckchen zu sehr verschiedenen Zwecken eingesetzt.

II. Material und Formen

Glöckchen können grundsätzlich aus jedem Material hergestellt werden, das gute Klangeigenschaften besitzt, d. h. aus allen Metallen, aber auch aus Glas, Porzellan und hoch gebranntem Ton. Die Dekortechniken variieren mit den Materialien.

Bis zur Aufhebung des Zunftwesens wurden Glöckchen aus unedlen Metallen nach Ausweis von Jost Ammans „Ständebuch“ wohl von Schellenmachern (Schelle) hergestellt,[21] goldene und silberne Glöckchen von Gold- und Silberschmieden. Exemplare aus anderen Materialien gehörten entsprechend zum Sortiment der auf diese spezialisierten Handwerker bzw. Manufakturen.

Form und Wandstärke des Mantels sowie Form und Gewicht des Klöppels beeinflussen Tonhöhe und Klangfülle.[22] Nach frühmittelalterlichen Glöckchen von rechteckigem oder polygonalem Grundriss (siehe III.A.1) wurden runde Glöckchen in Europa am häufigsten, die an der Unterkante eine große Schallöffnung haben, während sie sich nach oben zu Aufhängung oder Griff verjüngen und kuppelförmig schließen. Vor allem in Asien bzw. bei Objekten der Chinoiserie (siehe III.B.3.g) gab es jedoch auch weiterhin im Grundriss rechteckige oder polygonale Glöckchen sowie blütenförmige Exemplare. Bezeugt und in wenigen Exemplaren erhalten sind Lederfutterale (Futteral) für italienische Glöckchen der Renaissance.[23]

III. Funktionen

A. Hand- und Tischglöckchen

Hand- und Tischglöckchen unterscheiden sich von den Hängeglöckchen durch eine Handhabe aus Holz, textiler Quaste oder dem Material des Glockenkörpers. Der Klöppel ist in der Regel so kurz, dass das Glöckchen auf seinem unteren Rand abzustellen ist.

1. Sakraler und ritueller Gebrauch

Von den aus Eisenblech geschmiedeten Handglocken der frühen irischen Missionare sind wenige Beispiele erhalten, darunter die sog. Glocke des hl. Patrick († 461?), die wohl mit ihm beigesetzt und 552 aus seinem Grab erhoben wurde; die 20 cm hohe, schlichte Eisenglocke mit Bronzeüberzug und Handgriff an der Oberseite erhielt um 1100 (?) einen reich dekorierten glockenförmigen Schrein (Abb.; Abb.).[24] Mit dem hl. Kolumban († 615) kam eine weitere irische Handglocke nach St. Gallen; das kleinste Exemplar dieser Gruppe ist nur 6 cm hoch.[25]

Innerhalb der Messe kann der Klang von Glöckchen (siehe Altarglöckchen), Zimbeln oder Schellen ebenso wie das Glockenrad den Beginn der Opferung, die Wandlung oder deren Abschluss anzeigen. Die im 17. Jh. im Maasgebiet zu diesem Zweck verwandten Zimbeln, die sog. „Klinsel“ (französisch „carillon“), enthielten fünf Bronzeglöckchen in einem silbernen, durchbrochenen Körper.[26] Offenbar gab es aber schon vorher Handglocken für den liturgischen Gebrauch.[27]

Ein Paar kniender Leuchterengel, Kärnten, um 1520–1525, sind als maschinelle Ministranten konstruiert; beide tragen neben Kerzenleuchtern beweglich montierte Glöckchen in der Hand, die durch einen Mechanismus im Inneren der Holzfiguren bei der Wandlung in Gang zu setzen waren.[28] Die Handglocken schwenkenden Engel, die im „Englischen Gruß“ des Veit Stoß, Nürnberg, 1517–1518, die Verkündigungsgruppe flankieren, sowie der ihr zu Füßen schwebende Engel mit zwei schellenförmigen Altarglöckchen[29] sind vielleicht als himmlische Ministranten zu verstehen.

Beim Versehgang (Krankenprovisur) begleitete ein Minstrant mit Glöckchen den Priester, der das Viaticum trug.[30] Eine Szene im Totentanz des Jakob von Wil im ehem. Jesuitenkolleg von Luzern (heute Regierungsgebäude), vor 1617, die teilweise auf einer Holzschnittserie von Hans Holbein dem Jüngeren basiert, persifliert diesen Vorgang: Der Tod hat die Rolle des Ministranten übernommen und schwingt selbst das Glöckchen, während der Priester seinen Blick fest auf das Sakrament gerichtet hat.[31]

Die Darstellung des Leichenzugs von König Edward dem Bekenner auf dem sog. „Teppich von Bayeux“, bestickt zwischen 1066 und 1077, zeigt zwei Männer mit Handglocken unter dem Sarg, die diesen begleiten (Abb.).[32] Der Brauch, Leichenzüge mit paarweise schreitenden „tinteneliers“ zu begleiten, die Handglocken schwenken, existiert zumindest bei französischen Bruderschaften weiterhin.[33] Auch jüdische Begräbnisbruderschaften (Chewrah Kaddischah) nutzten Handglocken; erhalten ist z. B. ein silbernes Exemplar von František Bibus, 1929–1935.[34]

2. Profaner Gebrauch

a. In der Öffentlichkeit

Handglocken wurden gebraucht, wenn Ausrufer öffentliche Bekanntmachungen ankündigten[35] oder Nachtwächter die Stunden ausriefen. Es handelte sich dabei um größere Exemplare mit erheblicher akustischer Tragweite. Im Gerichtssaal oder bei größeren Sitzungen, etwa eines Parlaments, dienten und dienen Handglöckchen dem Vorsitzenden als akustische Signalgeber.

Menschen mit ansteckenden Krankheiten, vor allem Leprakranke („Aussätzige“), mussten bei ihren Bettelgängen akustisch auf sich aufmerksam machen, so dass sie Glöckchen, Schellen, Hörner oder Klappern mitführten.[36]

b. Im privaten Raum

Für das Herbeirufen der Dienerschaft gab es seit der Zeit um 1480 Handglöckchen,[37] später auch Klingelzüge.[38] Die frei stehenden Handglöckchen waren zunächst wohl Einzelanfertigungen wie ein französisches Exemplar aus Bronze mit Bourbon-Wappen,[39] seit dem 17. Jh. auch Teile von Ensembles wie Tafelservicen, Schreibzeugen oder Reisegarnituren. Glöckchen aus wohlhabenden Haushalten sind gelegentlich reich dekoriert, Exemplare des 18.–19. Jh. für den alltäglichen bürgerlichen Gebrauch waren in der Regel schlichter (Abb.), jedoch im 19. Jh. gelegentlich auch figürlich gestaltet.[40] Die Größen variieren zwischen etwa 3 und 15 cm.

In höheren Stückzahlen wurden Tischglöckchen aus Bronze seit der 1. Hälfte des 16. Jh. in Oberitalien hergestellt (Abb.).[41] Ihre Wandungen sind durchweg reich reliefiert und teilweise mit Wappen der Auftraggeber versehen. Die Handhaben wurden überwiegend mitgegossen; wenn statt ihrer eine rechteckige Halterung angebracht ist, darf man einen Holzgriff oder eine textile Kordel vermuten, an der sie gehalten und bewegt wurden.[42] Besonders hohe, elaboriert gegliederte Handhaben schuf die Werkstatt von Gaspare di Girolamo Macri in Brescia, um 1540–1580 (Abb.).[43] Seltener sind figürliche Handhaben wie bei einem italienischen Glöckchen mit Merkur, 16. Jh., einem flämischen Glöckchen mit hl. Petrus, Mitte 16. Jh.,[44] und einem böhmischen Exemplar des Gießers Briccius von Cymberk mit weiblicher Gottheit, Prag, 2. Hälfte des 16. Jh.[45]

Porträts von Kirchenfürsten des 16. Jh. zeigen diese vielfach an einem Tisch mit einer Handglocke in Reichweite, z. B. Leo X. von Raffael, 1518 (Abb.)[46], und Wolf Dietrich von Raitenau, Fürstbischof von Salzburg, von Kaspar Memberger dem Älteren, 1589.[47]

Plastisch dekoriert sind manche manieristischen Tischglöckchen aus den Ländern nördlich der Alpen. Dies gilt u. a. für ein silbernes Exemplar von Wenzel Jamnitzer, Nürnberg, um 1560/1570, dessen Mantel einen Reliefdekor aus Naturabgüssen von Tieren zeigt.[48] Eine aus einer Legierung von sieben Metallen bestehende Tischglocke Kaiser Rudolfs II. von Hans Bulla, Prag, um 1600, mit Reliefs der sieben Planetengötter und der Tierkreiszeichen (Abb.) spiegelt dessen alchemistische Interessen wieder (Alchemie). Im Innern des Glockenmantels und am Klöppel sind griechische Buchstaben eingraviert, die jedoch keine lesbaren Worte ergeben, sondern offenbar als Geheimschrift zu deuten sind.[49]

Ansonsten zeigen Tischglöckchen des 17. und 18. Jh. eine große Varianz in Material und Dekor: Relativ schlicht ist das Tafelglöckchen im sog. Pommerschen Kunstkammerschrank des Philipp Hainhofer, das zum Tafelgeschirr des Fürsten gehörte, Augsburg (?), vor 1617: Der 7 cm hohe glatte Körper aus Zinnbronze hat einen Klöppel und eine Handhabe aus vergoldeter Kupferlegierung.[50] Ein kostbares Schmuckstück ist hingegen die goldene, mit Smaragden und Perlen besetzte Tischglocke von Kaiserin Margarita Teresa, Gemahlin Kaiser Leopolds I.; sie diente zugleich als Amulett gegen Unwetter (vgl. B.1.c).[51] Das silberne Handglöckchen von Louis Lascaris d’Urfé, ab 1677 Bischof von Limoges, das 1689–1690 für ihn in Paris hergestellt wurde, trägt das eingravierte Wappen seines Besitzers als einzigen Dekor.[52] Silberne Tischglocken des 18. Jh. wurden vielfach in den nördlichen Niederlanden hergestellt (Abb.).[53] Materiell noch schlichter, aber im Typus einer Miniaturglocke mit Balustergriff nicht von den Vorläufern unterschieden, ist die „Bettklingel“ Friedrich von Schillers aus Messing.[54] Im 19. Jh. war die figürliche Gestaltung von Griff und Glockenmantel, etwa als Rock einer Frau, jedoch nicht selten.[55]

Ein 7,3 cm hohes Tafelglöckchen aus Silber, von Johann Jacob Biller in Augsburg 1763 getrieben und graviert, war Teil des silbernen Bankettservices der Stadt Frankfurt.[56]

Teile von Augsburger Toilettegarnituren waren z. B. folgende silbervergoldeten Tischglöckchen: Arbeiten des Silberschmieds Marx Schoap, um 1695–1700, Höhe des Glöckchens 7,3 cm (St. Petersburg, Ermitage) und Johann Erhard II Heuglin, um 1720, Höhe des Glöckchens 9,6 cm (Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe).[57]

Silberne Glöckchen als Bestandteile von Augsburger Reiseservicen in zugehörigen Koffern sind z. B. im Miniatur-Toilettenservice von Johann Heinrich Menzel, um 1717–1718 (Höhe der Glocke: 3 cm), und im Silbergeschirr von Franz Christoph Saler (?), um 1741–1743 (Höhe der Glocke: 6,3 cm), vorhanden.[58] Auch Schreibzeuge mit Glöckchen wurden vor allem im 18. Jh. hergestellt, so ein spanisches Ensemble aus Silber mit Federständer, zwei Tintenfässern, Streusandbüchse und Glöckchen[59] oder entsprechende Garnituren aus Meißen.[60]

Seit dem 2. Viertel 18. Jh. gab es auch Tischglöckchen aus Porzellan mit halbkugeligem oder schlankem figürlich oder floral bemaltem Körper und balusterförmiger Handhabe.[61] Beispiele: Handglöckchen, Meißen nach Wiener Vorbild, wohl 1728, mit habsburgisch-sächsischem Allianzwappen in Aufglasurmalerei mit Vergoldung; Handglocke mit Untersetzer, um 1730–1735, dekoriert mit Chinoiserien in Aufglasurmalerei und Gold (Abb.).[62] Nach 1771 wurden auch in Loosdrecht, Holland (Abb.), und um 1780 in der Königlich Kopenhagener Porzellanmanufaktur Tischglöckchen hergestellt.[63] Selten, da sehr empfindlich, sind Glöckchen aus Fayence, so aus der Manufaktur Perrin, Marseille, 2. Hälfte 18. Jh. (Abb.).[64] und aus Glas (Abb.). Späte Nachfolger sind die 8 cm hohen Porzellanglöckchen der Manufaktur Nymphenburg mit Goldknopf und Öse, die zwischen 1998 und 2005 in limitierter Auflage als Sammlerstücke produziert wurden. Ihr Dekor besteht aus acht Veduten bekannter bayerischer Kirchen in roter Camaïeumalerei (Abb.).[65]

Deutsche und französische Tischglocken des 19. Jh. aus vergoldeter Bronze waren offenbar noch immer Status-Objekte und wurden entsprechend dem „Horror vacui“ historistischen Kunstgewerbes reich mit Renaissance- oder Barockornamenten überzogen oder emailliert.[66] Seit der Zeit um 1820 gab es auch gläserne Tischglocken aus Böhmen (Abb.) und Frankreich mit vergoldeten Bronzefassungen. Hierfür fanden vor allem gefärbte Gläser wie Rubinglas (Glas, Glasbearbeitung) Verwendung.[67]

Ende des 19. Jh. wurde das Handglöckchen weitgehend[68] durch glockenförmige Standklingeln (Klingel) ersetzt, bei denen ein Druckknopf das akustische Signal in Gang setzt. Luxuriöse Exemplare stellte die Firma Fabergé in St. Petersburg her.[69]

c. Ehrengeschenk

Kostbare Handglöckchen dienten gelegentlich als Ehrengaben. So schenkte Sir Robert Vyner 1666 der Londoner Goldschmiedezunft ein solches Glöckchen mit reich reliefierter Wandung und Inschrift, das 1741 in das Schreibzeug von Paul de Lamerie einging.[70] Johann Freiherr von Chumecky, Präsident des österreichischen Abgeordnetenhauses, erhielt 1897 eine vergoldete Tischglocke mit Lapislazuli-Inkrustation und Email auf Lapislazuli-Sockel.[71] Vermutlich erinnerte sie an seine Funktion bei Versammlungen. Schlichtere Silberglocken mit Inschriften dienten im 19. Jh. häufig als Erinnerungsgaben.[72]

B. Hängeglöckchen

Wenn Hängeglöckchen an einem Objekt angebracht wurden, sollte dieses zweifellos bewegt werden, denn nur so konnten die Glöckchen erklingen.

1. Christliche Kultpraxis

a. Liturgisches Gerät

Wohl um die Aufmerksamkeit für sakramentale Riten zu erhöhen, wurden manche Monstranzen, Custodien und Kelche mit Glöckchen behängt.[73] Diese stellen nur eine Möglichkeit für Pendilien dar, sind aber deutlich häufiger als entsprechendes Gerät mit Schellen.

Wann der Brauch aufkam, an Monstranzen Glöckchen zu befestigen, ist bisher ungeklärt.[74] Die Pfarrkirche von Schweidnitz soll 1467 eine Monstranz besessen haben, die mit zehn Glöckchen und zwei „czimbelchen“ (Schellen?) besetzt war.[75] Solche Geräte wurden überwiegend im Rheinland und in Schwaben hergestellt; jedoch ist auch eine Monstranz aus Reval mit zwei Glöckchen bekannt.[76]

Ein erhaltenes Beispiel ist die um 1400 entstandene Monstranz im Halberstadter Domschatz, an der zwei blütenförmige Glöckchen befestigt sind.[77] An einer rheinischen Scheibenmonstranz derselben Zeit hängen zwei kegelförmige Glöckchen.[78] Dem 1. Viertel 15. Jh. gehört die Monstranz mit zwei Glöckchen in Hl. Kreuz, Horb am Neckar, Kr. Freudenstadt, an (Abb.); die Monstranz aus dem Benediktinerkloster Ochsenhausen, Kr. Biberach, ebenfalls mit zwei Glöckchen, wird in die Mitte des 15. Jh. datiert.[79] Häufig setzen die Glocken nicht unmittelbar am waagerechten Tragebalken des Gesprenges an, sondern an einem Zwischenglied, so bei der um 1450–1460 entstandenen Turmmonstranz in Cues, Kreis Bernkastel, St. Brictius, bei der die vier Glöckchen an Rosetten hängen.[80]

Monstranzen mit Glöckchen wurden noch im 17. Jh. hergestellt: Von 1641 stammt eine Monstranz aus der Diözese Lüttich,[81] zwischen 1643 und 1662 entstand die 54 cm hohe rheinische Turmmonstranz des Meisters IS (Johannes Solmann oder Johannes von Solingen) aus Silber, vergoldet;[82] beide sind jeweils mit zwei Glöckchen behängt. An einer Retabelmonstranz aus Köln (?), 3. Viertel 17. Jh., sind an den beiden Seitenflügeln je drei Glöckchen gestaffelt angeordnet, die wohl einen Dreiklang erzeugen können.[83]

Bedeutende Beispiele für Custodien des 16. Jh. stammen aus Spanien: Eine Custodia von Enrique Arfé, in deren Gesprenge zahlreiche Glöckchen hängen, entstand 1518 oder 1524 (Sahagún, S. Benito).[84] Als turmartiger, 112 cm hoher Tabernakel ist die silbervergoldete, teilweise emaillierte Custodia von Enriques Enkel Juan de Arfé y Villafañe aus der 2. Hälfte 16. Jh. ausgebildet (Toledo, Museo de Santa Cruz). Die in dem Gebälk des mehrgeschossigen Tempietto aufgehängten Glöckchen sollten bei der Prozession erklingen (siehe auch III.B.2).[85]

Kelche mit (überwiegend sechs) Glöckchen an der Cuppa wurden im 15./16. Jh. wohl ausschließlich in Portugal hergestellt.[86] Sie markierten den Augenblick der Elevatio akustisch. Beispiele des 16. Jh. sind erhalten im Museu de Machado de Castro in Coimbra (Abb.),[87] in der Kathedrale von Braga und im Museu de arte religiosa, Lissabon.[88]

b. Prozessionsgerät

Obwohl auch Handglocken bei Prozessionen mitgeführt werden konnten, gab es zumindest seit dem 14. Jh. spezielle Prozessionsglocken an langen Stangen, die dem Klerus vorangetragen wurden. Das Exemplar des Kapitels von St. Peter, Rom, 17. Jh., ist ein Bronze-Glöckchen in figürlich gestaltetem, vergoldetem Holzrahmen mit den Papstinsignien, Petrus und Paulus.[89] Kirchen mit dem Ehrentitel „Basilica“ dürfen eigene „Tintinnabula“ („clochettes basilicales“, „processional bells“) führen.[90]

Die frühesten Prozessionskreuze mit Glöckchen stammen aus dem 14. Jh.[91] Ein Großteil des erhaltenen Materials ist jedoch im späten 16. und 17. Jh. entstanden, vor allem in der Basse Bretagne.[92] Die Anbringungsart der Glöckchen variiert: Am häufigsten hängen sie am Querbalken des Kreuzes in den Zwischenräumen zwischen dem senkrechten Balken und den Assistenzfiguren, so an einem Kreuz von Guillaume Desboys in Morlaix, 1610 (Trégunc, Finistère; Abb.).[93] Sie können hingegen auch an den Armhalterungen hängen, auf denen die Assistenzfiguren stehen, so bei einem Kreuz von Jean Derrien (?) in Saint-Pol-de-Léon, um 1600 (Trégourez, Finistère).[94] Beide Möglichkeiten vereint ein Kreuz von 1620 mit vier Glöckchen von François Lapous (dem Jüngeren?) in Morlaix (Plouigneau, Finistère).[95] Neben glatten Glöckchen gibt es reich gravierte Exemplare, so von Guillaume Desboys.[96]

Es gibt auch mit Glöckchen geschmückte Reliquiare, die vermutlich bei Prozessionen mitgeführt wurden. Laut Quellenbeleg von 1562 war das Büstenreliquiar des hl. Mauritius in Vienne, 9. Jh., „joint des petites clochettes d'argent“.[97] Eine Plakette an einem Armreliquiar aus dem Maasgebiet, Anfang 13. Jh., zeigt eine männliche Figur, die mit erhobenen Armen zwei Glöckchen läutet.[98] Bekannt ist das 69 cm hohe Ostensorium für eine Ampulle mit dem „Blut Christi“, die sog. Heiligblutmonstranz, in der Geistlichen Schatzkammer Wien: Sie wurde im 3. Viertel 15. Jh. in Siebenbürgen (?) unter Verwendung älterer Spolien zu einem vierpassförmigen Scheibenkreuz in vergoldetem Silber, Bergkristall und Schmucksteinen mit zwei Glöckchen zusammengestellt.[99] Das silberne Turmreliquiar mit einem Teil der Hirnschale des hl. Virgil, Rattenberg (?), Salzburg, 15. Jh., trägt beiderseits des Reliquienzylinders Flügel mit stilisierten Federn, an denen je drei blütenförmige, vergoldete Glöckchen hängen (Abb.).[100] Ein 39 cm hohes, scheibenförmiges Ostensorium mit sechs Glöckchen aus vergoldeter Bronze, 17. Jh., ist in Soria, Kastilien, erhalten.[101]

c. Sonstiges

Einige Christkindwiegen (Christkind) aus dem 14. bis 16. Jh. tragen Schellen oder – seltener – Glöckchen.[102] Diese hängen an der Längsseite der Wiege oder an ihrer Unterseite. Sie klingelten im Rhythmus des Wiegens, auch dann, wenn sie verdeckt angebracht waren, so bei einem niederländischen Exemplar des 15. Jh.[103] Die älteste publizierte, wohl burgundische Wiege aus Silber, die mit Engelsfigürchen verziert und Glöckchen behängt ist, stammt aus der Zeit um 1400.[104] Unter den nach der Plünderung von Dinant 1466 aufgefundenen Gegenständen war „ung petit jessueau, où il y a des petites cloquetes d‘argent.“[105] An einer niederländischen Wiege, um 1500, hängen drei Glöckchen.[106]

Der Klingelbeutel, ein verbreitetes Sammelgerät zur Kollekte, besteht aus einem Säckchen, das an einer häufig doppelseitigen Handhabe oder einem langen Stab angebracht ist, um allen Gottesdienstteilnehmern erreichbar zu sein. Das namensgebende Glöckchen kann an der Handhabe bzw. dem Stab oder am Säckchen befestigt sein. Beispiele: Beutel mit Stifterinschrift, Wyk auf Föhr, datiert 1709;[107] Beutel mit Glöckchen am Sackzipfel, datiert 1738, in der evangelischen Pfarrkirche von Goddelau, Gemeinde Riedstadt, Hessen.[108]

Im katholischen Raum waren Glöckchen als Pilgerzeichen verbreitet. An Wallfahrtsorten wie Loreto, Altötting oder Einsiedeln gab man sie Pilgern als Andachts- und Erinnerungszeichen mit.[109]

Die seit der Antike belegte, auch in Märchen und Sagen beschriebene[110] apotropäische Wirkung sorgte für entsprechende Verwendung: Loreto-Glöckchen sollten z. B. bei Gewittern schützen.[111] In Bayern wurden bis zur Mitte des 19. Jh. kleinformatige, teils bis in vorkarolingische Zeit zu datierende Glocken, die ursprünglich wohl als Geläut von Kapellen gedient hatten, durch Ortschaften getragen, wenn Unwetter drohte.[112] Eine Schutzwirkung wurde auch den Glöckchen zugesprochen, die man seit dem frühen Mittelalter Kindern zusammen mit anderen Amuletten um den Hals hängte.[113] Das „Jesuskindlein von Filzmoos“, ein Gnadenbild, das im Ruf stand, Vieh zu behüten, trägt wohl aus diesem Grund ein Glöckchen in der Segenshand.[114]

2. Jüdische Kultpraxis

Neben der alttestamentlichen Gewandung des Hohepriesters (siehe IV.A) sind Glöckchen an Geräten des jüdischen Kultus häufig.

a. Tora

Glöckchen, seltener auch Schellen, wurden für Toraschilde, -kronen und -aufsätze verwandt, um die Entnahme der Tora aus ihrem Schrein hörbar zu machen.[115]

Während Schilde nur gelegentlich wenige Glöckchen am unteren Rand oder an Ketten tragen, sind Kronen und Aufsätze oft mit mehreren Registern von Glöckchen versehen.

Die rechteckigen, kartuschenförmigen oder (als Abbilder des Tempels) halbrund geschlossenen Toraschilder (Tass, Tassim) wurden anscheinend erst seit der Zeit um 1700 in den aschkenasischen Gebieten am unteren Rand mit Glöckchen besetzt (Abb.).[116] Statt ihrer können sie auch andere Pendilien tragen. Beispiele: Schild von Dominikus Saler, Augsburg 1695–1700, mit (ehemals) drei Glöckchen an Ösen, silbervergoldet;[117] halbrund geschlossenes Schild mit den Säulen des Salomonischen Tempels und ehemals fünf Glöckchen am unteren Rand, Frankfurt a. M., 1740er Jahre, Silber, teilvergoldet;[118] Schild aus Elfenbein mit Säulen und Tafeln der Zehn Gebote sowie drei Glöckchen aus Silber, Westeuropa, nach 1903.[119]

Torakronen (Keter Tora), die bis zum 20. Jh. überwiegend in Form von Bügelkronen gestaltet wurden, boten vor allem an den Bügeln Aufhängevorrichtungen für Glöckchen, so z. B. eine Krone von Joachim Hübener II, Berlin 1779, mit Schmucksteinen und sechs halbkugeligen Glöckchen aus Silber.[120] Galizische Kronen tragen gelegentlich nur eine große Glocke, die unter dem Kreuzungspunkt der Bügel hängt.[121] Zweigeschossige Kronen, teilweise mit Glöckchen an „Auslegern“, wurden im 19. und 20. Jh. u. a. in Mitteleuropa und Nordamerika hergestellt (Abb.).[122]

Auch die Estherrolle konnte in dieser Weise geschmückt werden.

Die turmförmigen Toraaufsätze (Rimon, Rimonim) boten durch ihre Form Raum für mehrere Reihen von Glöckchen.[123] Frühe Exemplare, so ein spanisches Rimon des 15. Jh. (Palma de Mallorca, Schatzkammer der Kathedrale), tragen jedoch nur Glöckchen am unteren Rand und an der „Dachtraufe“.[124] Ein Paar italienischer Rimonim aus Silberfiligran, 17. Jh., besteht aus mit Lilien bekrönten Granatäpfeln und drei Rängen von Glöckchen.[125]

Deutsche und niederländische Exemplare des 18. Jh. bestehen überwiegend aus zwei oder drei offenen, sich verjüngenden Turmgeschossen, die jeweils einen Kranz von Glöckchen aufnehmen und mit einem kronenartigen Aufsatz schließen (Abb.), z. B. Rimon von Jeremias Zobel, Frankfurt a. M., um 1720–1725;[126] Rimonim von Johann Samuel Beckensteiner, Nürnberg, 1763,[127] jeweils silbervergoldet.

Im 19. Jh. wurde derselbe Typus weiterhin verwendet, jedoch parallel zu Klassizismus und den Phasen des Historismus zunächst mit antikisierendem Dekor versehen, dann vasenartig oder neobarock gestaltet, z. B. Aufsatzpaar in Form einer dreistufigen Pyramide mit Festons von August Ferdinand Gentzmer, Berlin, 1788–1802, Silber, teilvergoldet;[128] Rimonim von Wilhelm Friedrich Borcke, Berlin, 1822–1838, Silber mit vergoldeten Glöckchen;[129] vasenartiges Paar mit Glöckchen an vorkragenden Armen, Berlin, 1842–1847, Silber und Glas;[130] Paar mit Glöckchen an Vasenkörper und -krone, Wien, 1886–1908, Silber getrieben und graviert.[131] Rimonim mit Glöckchen wurden auch noch im späteren 20. Jh. produziert, z. B. von Kurt J. Matzdorf (gest. 2008), New Paltz, NY, 1981, aus Acrylglas und Silber.[132]

b. Chanukka- und Schabbatleuchter

Der während des siebentägigen Chanukkafestes verwendete neunarmige Chanukkaleuchter trägt in seltenen Fällen ebenfalls Glöckchen. Ein Beispiel ist der 57 cm hohe, silberne Leuchter von Johann Matthias Sandrart, Frankfurt a. M., um 1710.[133]

Ein silberner Hängeleuchter für den Schabbat von Johann Valentin Schüler, Frankfurt a. M., 1680–1720, trägt auf dem sternförmigen Körper der Öllampe ein von acht Balustersäulchen getragenes Brunnenhaus mit Figuren, deren Attribute auf das jüdische Festjahr verweisen. Am Kranzgesims des kleinen Bauwerks hängen Glöckchen in den Interkolumnien (Abb.).[134]

Glöckchen an turmförmigen Bessomim-Büchsen des 18. Jh. sind anscheinend selten.[135]

3. Profane Verwendung

a. Trinkspiele, Automaten und Uhren

Manche Trinkspiele und Automaten zur Belustigung von Gästen an der Tafel wurden mit Glöckchen versehen, um ihrem Auftritt die gebührende Aufmerksamkeit zu sichern oder eine Zeitspanne zum Trinken vorzugeben. Sie waren vor allem in der Renaissance beliebt.[136]

An einem silbervergoldeten Trinkhorn aus Straßburg (?), um 1400, ist zwischen der Mündung und der Spitze des Horns ein verschlungenes Band eingespannt, an dem Wappenschilde der Straßburger Patrizierfamilie Lumbart und zwei blütenförmige Glöckchen hängen, die bei jeder Bewegung des Horns klingelten (Abb.).[137]

Ein silbervergoldeter Sturzbecher von Sebald Buel, Nürnberg 1575, hat eine Handhabe, deren Bestandteile dem Trinkspiel dienten: Ein Delphin mit Pfeife setzte beim Anblasen ein Mühlrad in Gang, dessen Laufdauer angab, wie schnell der Gast den Becher zu leeren hatte. Ein darunter angebrachtes Glöckchen erklang, wenn der Becher geleert und umgekehrt wieder auf den Tisch gesetzt wurde.[138] Auch ein Automat in Form eines Mönchs mit Bütte, Weintrichter und Glöckchen, um 1600 von Heinrich Jonas in Nürnberg geschaffen, forderte zum Trinken auf: Hier hatte der Gast Zeit, seinen Becher zu leeren, so lange das Glöckchen der Figur läutete.[139] Der 57 cm hohe, vergoldete Triumphwagen des Bacchus, Augsburg, um 1600 (Burg Forchtenstein, Gemeinde Neumarkt, Steiermark), ist insgesamt beweglich (Abb.): Die feiste Gottheit thront unter einem Baldachin, an dem ein Glöckchen hängt. Wenn der Mechanismus aufgezogen ist, rollt der Wagen ca. 2 m, während Bacchus sein Glas hebt und das Glöckchen klingelt.[140] Wahrscheinlich war auch mit diesem Automaten eine Aufforderung an die Gäste verbunden.

Glöckchen sind auch Bestandteile der Schlagwerke[141] von Uhren, Stand-, Tisch- und Konsoluhren. Die überwiegend aus Metall bestehenden Tischuhren von Renaissance und Barock, die vielfach in Nürnberg und Augsburg hergestellt wurden,[142] bergen Glöckchen im Innern des Werks oder in einem Aufsatz, so bei einer Automatenuhr aus vergoldetem Messing mit Email, Augsburg, Ende 16. Jh., in der Kunstkammer von Schloss Ambras.[143] Sichtbar übereinander montiert sind die Glöckchen z. B. in einer Konsoluhr von Erhard Liechti, Winterthur, 1572, für das Zisterzienserinnenkloster Frauenthal bei Cham.[144]

Die im Schwarzwald produzierten hölzernen Uhren wurden so lange mit Glasglöckchen ausgestattet, bis Friedrich Dilger 1740 Metallglöckchen einführte. 1796 stellte Paulus Kreuz jährlich für 50 bis 60 Zentner Metall Glöckchen zur Uhrenfabrikation her.[145]

b. Musikinstrumente

Neben Glockenspielen enthalten auch andere Musikinstrumente Glöckchen: Theophilus beschrieb im 12. Jh. den Aufbau von Zimbeln: Es handelte sich um vier bis acht etwa halbkugelige kleine Glöckchen, die diatonisch gestimmt und nebeneinander an einer Stange aufgereiht waren; sie wurden mit einem Schlegel oder einem Hämmerchen aus Holz angeschlagen (siehe auch IV.C.1).[146] Zugleich wird der Begriff auch für paarweise aneinander geschlagene Becken verwendet, die entwicklungsgeschichtlich unterschiedlich flach gewölbte Glocken ostasiatischer Herkunft sind.[147]

Trotz seines Namens kann der aus der Janitscharenmusik übernommene Schellenbaum mit Hilfe von Glöckchen erklingen.[148] Als historische Belege können manche der „finimenti“ neapolitanischer Krippen dienen, unter denen u. a. naturgetreue Miniaturen von Musikinstrumenten sind: Der Schellenbaum einer solchen Krippe aus der 2. Hälfte des 18. Jh. enthält mehrere Glöckchen in einem lyraförmigen Gestell.[149] Ein Tiroler Schellenbaum vom Anfang des 19. Jh. mit Halbmondbekrönung trägt unterschiedlich große Glöckchen aus Messing auf fünf Ebenen.[150]

Musikautomaten funktionieren vielfach über mit Hämmern angeschlagene Glöckchen.[151] Manche Musikdosen des 19. Jh. enthalten Glöckchen in Form gekrümmter Platten. Bei einem Automaten der Firma Baud, L´Auberson (Kanton Jura), aus der Zeit um 1850 (Gehäuse aus Palisander, 66 x 33 cm) schlagen die Zinken eines Stahlkamms neun ziselierte, vergoldete Glöckchen an und setzen so die Musik in Gang.[152]

c. Leuchter

Handleuchter mit Glocke dienten einem doppelten Zweck: Nachtlicht und Klingel. Bei einem deutschen Schaftleuchter aus der Mitte 19. Jh., Messing gegossen, Höhe 33 cm, befindet sich über dem Griff und unterhalb der Kerzentülle ein Glöckchen, das mit einer Kette in Bewegung zu setzen ist (Abb.).[153]

d. Kostüm und Rüstung

Klingender Metallbesatz an Kleidung und Rüstung dürfte überwiegend die Form von Schellen gehabt haben, jedoch ist auch der Besatz mit Glöckchen belegt.

Möglicherweise verwandte bereits Karl der Kahle den Glöckchensaum des Hohepriesters (siehe IV.A), wie eine Herrscherdarstellung der Vivian-Bibel, um 846, es wahrscheinlich macht.[154] Der Krönungsmantel Kaiser Ottos III. soll mit 300 goldenen Glöckchen benäht gewesen sein.[155]

Im 12. Jh. konnten Glöckchen auch an Rüstungen vorkommen. Auf der um 1400 für Pfalzgraf Aribo III. errichteten Gedächtnistumba im Benediktinerkloster Seeon, Oberbayern, dokumentiert das „Cingulum militare“, das mit blütenförmigen Glöckchen behängt ist, den Stand des Klosterstifters; jedoch ist die Darstellung seiner Rüstung als retardierend anzusehen.[156] Allerdings führt das Testament des Hanns der Würffel, Wien, 2. März 1405, einen „vergulten silbergürtel mit den glokken“ auf.[157] Dass man noch im 16. Jh. von einem häufigen Besatz des Dusing mit Glöckchen ausging, zeigt die Figur Rudolf von Habsburgs im Grabmal-Ensemble Kaiser Maximilians I. in Innsbruck, gegossen 1515–1517 in der Werkstatt des Gilg Sesselschreiber.[158]

In der höfischen Damenkleidung des 14. Jh. war es offenbar Mode, Glöckchen zu tragen. So zeigt der sog. „Behang mit ritterlichen Spielen“, Elsass, um 1385, unter vielen Figuren zwei Damen, von denen die eine ein Glöckchen an einem Band um den Hals geschlungen hat, während es die andere an einem Schulterband auf dem Rücken trägt.[159]

e. Zaumzeug, Fahrzeuge und Viehglocken

Offenbar wurde vor allem repräsentatives Zaumzeug von Pferden durch die Jahrhunderte immer wieder mit Glöckchen geschmückt. Auf der Kreuzigung Christi von Derick Baegert, 1490er Jahre oder um 1509, trägt der Schimmel des Hauptmanns Glöckchen am Zaumzeug.[160] Ein ähnlicher Gebrauch ist noch im 18. und 19. Jh. nachzuweisen, so auf dem Gemälde von Charles van Loo, „Halte de chasse“, 1737;[161] hier sind die Jagdpferde mit Glöckchen und Fransen geschmückt. Das rote Gala-Schlittengeschirr König Ludwigs II. von Bayern, 1878, trägt auf dem Kammdeckel einen Putto aus vergoldeter Bronze, der Glöckchen in einem Triangel anzuschlagen scheint.[162]

In der Falkenzucht überwog die Schelle. Vogelkäfige und Volieren konnten jedoch ebenfalls mit Glöckchen versehen sein: François Rabelais beschrieb deren Wirkung in dem um 1564 postum erschienenen Band 5 seines allegorischen Romanzyklus „Gargantua et Pantagruel“, der mehrfach, zuerst von Baptiste Pellerin, illustriert wurde: Auf der „Isle sonnante“ stehen sechs hölzerne Vogelkäfige mit rundbogigen Aufbauten, in denen Glöckchen hängen. Diese lassen sich mit Hilfe eines Bandes bewegen. Darauf setzt ein Getöse ein, das sich mit den Vogelstimmen vermischt. Gemeint ist vermutlich eine Satire auf den päpstlichen Hof. Gustave Doré setzte die Szene in eine eindrucksvolle Nachtdarstellung um.[163]

Halsglocken für Weidevieh haben bis in die Gegenwart unterschiedliche Formen: Neben dem offenen Glöckchen kommen Keil-, Flach- und Froschmaulschellen vor, deren Körper in der Ansicht entweder trapezoid oder nach unten eingezogen sind (ohne Schellen im definierten Sinne zu sein).[164]

5. Wandglöckchen

Hängeglöckchen, die mit Hilfe einer festen Halterung an einer Wand montiert sind, werden als Wandglöckchen bezeichnet. Sie waren und sind sowohl in sakralen als auch in profanen Gebäuden vorhanden.

a. Chor- und Sakristeiglöckchen

Chorglöckchen wurden in Altarnähe angebracht („tintinnabulum parieti effixum“).[165] Ein Brevier aus Aldersbach, um 1260, bietet ein frühes Bilddokument für deren Gebrauch: Bei der Wandlung läutet ein Mönch mit Hilfe eines Zugseils ein solches Glöckchen.[166] Wahrscheinlich waren Chorglöckchen Vorläufer der Wandglöckchen neben der Sakristeitür, die bis in die Gegenwart zu Beginn des Messfeier angeschlagen werden.

b. Türglocke

Das Bedürfnis nach akustischer Ankündigung von Besuchern führte zu Türglocke, Klingel und Türklopfer.[167] Von Eremiten wird berichtet, dass man sich ihnen mit Hilfe eines Glockensignals bemerkbar machen musste. So beschreibt Gregor der Große, dass der hl. Benedikt in seiner Bergklause durch ein „parvum tintinabulum“ an einem Seil darauf hingewiesen wurde, dass Bruder Romanus ihm Brot gebracht habe, damit er es entgegen nehmen konnte.[168] Mit Wandglöckchen ausgestattet sind Darstellungen von Einsiedeleien, z. B. das Tafelbild des Meisters der hl. Sippe mit dem Besuch von Antonius Eremita bei Paulus von Theben, um 1500: An dessen Klause hängt ein Glöckchen mit Zugschnur.[169] Noch Carl Spitzwegs „Einsiedler, Violine spielend“, um 1862, hat ein Glöckchen am Seil über seiner Behausung.[170] Eine doppelte Funktion hat das Glöckchen am Baumhaus des Eremiten, der den Riesen Christophorus in Dienst nahm, auf einem Kupferstich nach Jan de Cock, um 1520; es sollte wohl auch Signalglocke für Wanderer sein, die über den Fluss getragen werden wollten – entsprechend den Glockenzügen an Fährstationen.[171]

Eine Türglocke mit vollständig erhaltenem Zugmechanismus aus der Zeit um 1900 befindet sich am Bayerischen Nationalmuseum, München. An der westlichen Tür des Hauptportals lässt sich in Greifhöhe der runde Griff einer Stange, die durch die Mauer zieht, bewegen. Im Inneren führt eine Zweipunktverbindung zu einer Kette. Diese zieht nach oben zu der an einem Winkeleisen befestigten Rundscheibe, in der sich eine Spirale befindet. Die darunter hängende Glocke ist mit einem Draht an zwei Kippstellen eines Winkeleisens verbunden; der Draht verbindet die Rundspirale mit dem Zug, der aus der Mauer kommt.

Eine grosse Rolle spielte der Klingelzug (Klingel) bei der Kommunikation zwischen Herrschaft und Dienerschaft innerhalb des Hauses, der über größere Distanz wirkte als ein Tischglöckchen. So beschrieb ein Handbuch zur Schlosserei 1769 eine solche Vorrichtung: „Jedermann weiß, wie bequem es ist, um die Bedienten zu rufen, ... wenn man nur an einer Schnure ziehen darf ... Diese Schnur setzet eine Klingel in Bewegung, die sich an dem Ort hören läßt, wo sich die Bedienten aufhalten ...“.[172] Die Glöckchen des Klingelzugs hingen meist an einer gewundenen Feder, die an der Wand befestigt war und durch einen Winkelzug vertikal gezogen werden konnte.[173]

f. Kinderspielzeug

Glöckchen aus Silber oder Bronze als Geschenke zur Namensgebung eines Kindes sind aus römischer Zeit bezeugt.[174] Für neuzeitliches Kinderspielzeug fanden sowohl Glöckchen als auch Schellen Verwendung, aber letztere überwogen gerade bei Spielzeug für Kleinkinder. Ob die Glöckchen an den Gürtelbändern des Luis de Ipeñarrieta und des zweijährigen Infanten Philipp Prosper, die Diego Velasquez 1632[175] und 1660[176] porträtierte, als Spielzeug oder als Amulette zu werten sind, kann nicht entschieden werden. Die Glöckchen an Stecken- und Schaukelpferden übertrugen jedoch den Schmuck realen Zaumzeugs (siehe 3.e) in Spielgeräte. Ähnliches gilt für Tierfiguren aus Holz, Textilien oder Fell mit Glöckchen am Halsband.[177]

g. Chinoiserie

Die schon von Marco Polo berichtete Tatsache, dass die Dächer von Pagoden in China mit Glöckchen behängt seien,[178] wurde von europäischen Reisenden des 17./18. Jh. bestätigt. Seit der 2. Hälfte 17. Jh., vor allem aber im Rahmen der Chinamode des 18. Jh., wurden Pagoden und Pavillons errichtet, die ebenfalls mit Metallglöckchen geschmückt waren. William Chambers gab mit seiner Publikation „Designs of Chinese Buildings“ (1753) entscheidende Impulse.[179] Seit den 1770er Jahren erschienen Tafelwerke mit Abbildungen existenter Parkbauten und entsprechenden Projektzeichnungen, so von Louis Georges Le Rouge (Abb.)[180] und Johann Gottfried Grohmann.[181] Le Rouge schlug sogar eine chinesische Barke mit Glöckchen am Mast vor.[182]

Beispiele für solche Bauten sind erhalten: Das „Chinesische Teehaus“ im Park von Schloss Sanssouci, Potsdam, 1754–1757 von Johann Gottfried Büring errichtet, hat vergoldete Holzquasten an den Dachtraufen, die von weitem Glöckchen vorspiegeln.[183] Gleiches gilt für die viergeschossige Pagode, das sog. Drachenhaus auf dem Klausberg, das 1770 von Carl Philipp Christian von Gontard als Wohnhaus für den Winzers des anschließenden Weinbergs errichtet wurde.[184] 1789 wurde der „Chinesische Turm“ im Englischen Garten in München, eine mit Glöckchen besetzte sechsgeschossige Pagode in Skelettbauweise aus Holz, errichtet.[185]

Porzellan-, Lack- und Seidenmalerei sowie Tapeten[186] des 18. Jh. zeigen ebenfalls „chinesische“ Gebäude mit Glöckchen. Als ein auf chinoise Szenerien spezialisierter Porzellanmaler wurde vor allem Johann Gregorius Höroldt in Meißen bekannt; er verwendete das Motiv von mit Glöckchen behängten Pagoden mehrfach, z. B. 1727 auf der Reserve einer Vase.[187]

VI. Ikonographie

A. Bibelillustration

Die rituelle Gewandung der Hohepriester in der Nachfolge des Aaron ist im Alten Testament (Ex 28,33–35; 39,22–24) beschrieben: Den Saum des Gewandes schmückten abwechselnd Granatäpfel und goldene Glöckchen, deren Schall den Hohepriester beim Betreten des Heiligtums kenntlich machen und damit schützen sollte. Über die Anzahl der Glöckchen und deren Interpretation äußerten sich Justinus, Hieronymus, Clemens Alexandrinus und Gregor der Große.[188] Darstellungen Aarons und der späteren Hohepriester mit dem Glöckchensaum gibt es seit karolingischer Zeit.[189] Sie tauchen in solchen Bibelillustrationen auf, in denen priesterliches Wirken im Tempel dargestellt ist, u. a. beim Verlöbnis Maria und Josephs, der Beschneidung Jesu, dem Zwölfjährigen Jesus im Tempel und Christus vor Kaiphas.

Ein Kupferstich von Philips Galle nach Pieter Brueghel dem Älteren schildert 1565 das Gleichnis vom Guten Hirten (Jo 10,1–16) in Form einer vielfigurigen Allegorie: Während Christus mit einem Lamm auf den Schultern, umgeben von der Herde aus der Tür eines ruinösen Schafstalls tritt, versuchen Dieben von allen Seiten, das Vieh durch Breschen in Mauer und Dach zu stehlen. Ein alter Mann entführt ein Schaf und hält dessen Halsglocke fest, damit ihr Klingeln ihn nicht verrät.[190]

B. Heiligenattribut

Das Glöckchen wurde relativ selten und unterschiedlich begründet als Heiligenattribut verwendet: bei den hll. Antonius Eremita (Antonius Abbas), Lioba, Heinrich von Ebrantshausen und Theodor (Theodulus) von Sitten.

Dem hl. Antonius kam das Glöckchen deshalb zu, weil seine Ausstattung an diejenige seines Ordens erinnern sollte. Die Antoniter machten sich als Krankenpfleger mit Handglocken oder Hängeglöckchen an ihrem Kreuzstab bemerkbar. So erscheint der Heilige schon auf einem Schrotblatt des 15. Jh. mit Handglöckchen.[191] Auch in einem Blockbuch der Ars moriendi, Süddeutschland, um 1470, tritt er entsprechend auf.[192] Eine Federzeichnung von Urs Graf, 1512, zeigt den Heiligen, auf dessen Schulterkragen das Antoniuskreuz mit zwei Glöckchen appliziert oder aufgestickt ist.[193]

Mitglieder der 1382 von Albert von Bayern, Graf von Hennegau, gegründeten Antoniusbruderschaft trugen als Abzeichen ein Kreuz mit Glöckchen, wie es Jan van Eycks „Mann mit den Nelken“ zeigt.[194] An einer nach 1461 für die Antoniusbruderschaft in Kleve angefertigte Schützenkette aus vergoldetem Silber hängen ebenfalls zwei Glöckchen (Abb.).[195]

Die hl. Lioba, erste Äbtissin von Tauberbischofsheim, trägt gelegentlich ein Glöckchen auf einem Buch, weil ihre Geburt nach der Legende durch Glockenklang im Leib ihrer Mutter angekündigt wurde.[196]

Der Einsiedler Heinrich von Ebrantshausen führt einen Kreuzstab mit Glöckchen, weil er mit dessen Hilfe Almosen erbat; er hatte sich selbst völliges Schweigen auferlegt.[197]

Dem hl. Theodor, Bischof von Sitten, wurde seit dem 15. Jh. ein Glöckchen beigegeben, denn er besaß der Legende nach eine päpstliche Wetterglocke, die ihm ein exorzierter Dämon aus Rom nach Sitten transportiert habe. Partikel daraus wurden in die Speis von neuen Glocken eingeschmolzen.[198]

C. Allegorische Verwendung

Manchen Personifikationen abstrakter Begriffe wurden Glöckchen beigegeben, um sie zu charakterisieren. In der Emblematik spielt das Glöckchen im Gegensatz zur Glocke kaum eine Rolle.[199]

1. Musik

Zahlreiche Beispiele für die Wiedergabe mittelalterlicher Handglocken finden sich in illustrierten Psalterhandschriften bei Darstellungen Davids und der Mitverfasser des Psalters bzw. in Handschriften des Traktats „De musica“ von Boetius.[200]

Es war naheliegend, Personifikationen der Musik (siehe auch Artes liberales) durch Musikinstrumente erkennbar zu machen. Im 11./12. Jh. war eines davon das „tintinnabulum“ aus mehreren Glöckchen. Die Musica auf einem Hochrelief am südlichen Königsportal der Kathedrale von Chartres, 12. Jh., schlägt mit Hämmern die Glöckchen eines entsprechenden Instruments an (Abb.).[201]

Zwei der zehn Kapitelle aus dem Chorumgang der ehemaligen Abteikirche von Cluny tragen Reliefs mit den Personifikationen der Kirchentonarten. Der Verkörperung des vierten Tons ist ein Glockenspiel zugeordnet, das mit einem Hammer angeschlagen wird. Als Beispiel für diese Tonart („phrygisch“) wurde in vielen Tonarien vom 9. bis zum 14. Jh. eine Antiphon genannt, in der über die nächtliche Fahrt Christi mit seinen Jüngern über den See gesungen wird. Offenbar wurde das Schlagen der Wellen ans Boot („Navicula autem in medio mari jactabatur fluctibus“: Mt 14,24) mit dem Anschlagen der Glocken verglichen und veranlasste die Wahl dieser Darstellung.[202] Ähnliche Kapitelle gibt es in Autun und Vezelay.[203]

2. Vergänglichkeit, Tod und Melancholie

Der Glockenschlag in Uhren (siehe III.B.3.a) und auch dessen verfliegender Klang erinnerte an die Flüchtigkeit des Lebens und der Zeit. Glöckchen (und Glocken) konnten so zu Symbolen der Vanitas, des Todes und der Melancholie werden.

Albrecht Dürer verwandte das Motiv mehrfach in diesem Bedeutungsspektrum: Das Pferd auf seiner Kohlezeichnung „Der Tod zu Pferde“ mit der Beischrift „Me[m]ento mei 1505“ (London, British Museum) trägt ebenso eine Glocke um den Hals[204] wie der Klepper des Todes auf seinem Kupferstich „Ritter, Tod und Teufel“ von 1513.[205] Ein Wandglöckchen ist oberhalb des „Magischen Quadrats“ und dem Stundenglas hinter seiner „Melencholia“, 1514, angebracht.[206]

Auf dem Kupferstich „Triumph des Todes nach Entwurf von Pieter Brueghel d. Ä., postum erschienen 1574, hängt oberhalb des Kinder fressenden Tempus eine Uhr mit deutlich gezeigter Glockenbekrönung und Hammer im Baum.[207]

3. Wachsamkeit

Der Ton des Glöckchens als Signal ließ das Glöckchen auch zum Attribut der Vigilantia werden; Cesare Ripa schlug es für eine Variante seiner Personifikation der Wachsamkeit vor.[208]

Pieter Brueghel d. Ä. baute 1557 in seine Allegorie der Trägheit (Acedia, hier genannt „Desidia“), Teil einer Serie über die Sieben Laster, eine Wächterfigur ein, die im Werk einer riesigen Räderuhr lebt: Die als einzige voll bekleidete Figur schlägt – offenbar wirkungslos – eine Handglocke mit dem Hammer an; über ihr hängen weitere Glöckchen im Baum. Das monumentale Zifferblatt einer Uhr im Hintergrund hat als Zeiger einen menschlichen Arm, der auf die „närrische“ Elf zeigt – es ist kurz vor Zwölf und damit höchste Zeit zu erwachen.[209]

Anmerkungen

  1. Wolfgang Ruf u. a. (Hg.), Lexikon Musikinstrumente, Mannheim u. a. 1991, S. 205; Walter Deutsch und Maria Walcher, Idiophone und Membranophone, Wien 2004 (Veröffentlichungen des Österreichischen Museums für Volkskunde, 28), S. 87–103.
  2. Röntgenaufnahme eines Handglöckchens von Giuseppe de Levis, Verona, 1583, Bronze, Höhe 15,5 cm (London, Victoria & Albert Museum): Die Befestigung des Klöppels ist ebenso erkennbar wie das Anschlagen von dessen Kugel auf den Glöckchenrand (Peta Motture, Bells and Mortars and Related Utensils. Catalogue of Italian Bronzes in the Victoria and Albert Museum, London 2001, S. 160–162, Nr. 50, Abb. c).
  3. Zu Benennungen im Alpenraum: Manfred Schneider, Herdengeläut (Kuhglocken, Schellen und Rollen), in: Der Schlern 51, 1977, S. 617–622, besonders S. 620.
  4. Henri Leclercq, Cloche, clochette, in: Dictionnaire d’archéologie chrétienne et de liturgie, Bd. 3, Teil 2, Paris 1914, Sp. 1961; Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, bearbeitet von Elmar Seebold, 22. Aufl. Berlin/New York 1989, S. 270.
  5. Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch; Bd. IV, I. Abteilung, Teil 5, bearbeitet von Theodor Kochs u. a., Leipzig 1958, Sp. 188–190.
  6. Johann Heinrich Zedler, Großes vollständiges Universal-Lexikon, Halle/Leipzig 1735, Nachdruck Graz 1961, Bd. 10, Sp. 1689.
  7. Z. B. Ex 28,33f. (siehe auch IV.A).
  8. Karl-Ernst Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, 12. Aufl. Hannover 1969, Bd. 2, Sp. 3132; römische Belege bei Gertrud Herzog-Hauser, Tintinnabulum, in: Paulys Real-Encyclopädie der classischen Alterumswissenschaft, 2. Reihe, Halbband 12, Stuttgart 1937, Sp. 1406–1410, hier Sp. 1406f.; mittellateinische Belege bei Percy Ernst Schramm, Tintinnabula. Die Glöckchen am geistlichen und am weltlichen Gewande, in: ders., Herrschaftszeichen und Staatssymbolik, Bd. 2, Stuttgart 1955 (Schriften der Monumenta Germaniae historica, 13/II), S. 554–559.
  9. Thesaurus Linguae Latinae, Bd. III, Leipzig 1906–1912, Sp. 208. Zur möglichen Ableitung des Wortes „campana“ (Glocke) von der Landschaft Campania, wo in römischer Zeit Bronze hergestellt wurde, siehe Christoph Daxelmüller, Glocke, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, Berlin/New York 1998, S. 206–218, hier S. 212.
  10. Salvatore Battaglia, Grande dizionario della lingua italiana, 2. Aufl. Turin 1971, Bd. 2, S. 597.
  11. Auf dem Konstanzer Konzil erschien das Gefolge eines sächsischen Herzogs „magnis balteis argenteis cum campanellis“ (Paul Post, Dusing, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 4, Stuttgart 1958, Sp. 639).
  12. Henri Leclercq, Cloche, clochette, in: Dictionnaire d’archéologie chrétienne et de liturgie, Bd. 3, Teil 2, Paris 1914, Sp. 1960–1962.
  13. Peter Keller, Die Wiege des Christuskindes ..., Worms 1998 (Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft, 54), S. 97.
  14. Le grand Robert de la langue française, 2. Aufl. Paris 2001, Bd. 6, S. 558 (s. v. „sonnette“); Bd. 2, S. 218 (s. v. „clochette“) definiert „sonnette“ hingegen als Glöckchen, das mit einem Hammer angeschlagen wird.
  15. Bernard Berthod und Élisabeth Hardouin-Fugier, Dictionnaire des arts liturgiques, XIXe et XXe siècle, Paris 1996, S. 429.
  16. Gertrud Herzog-Hauser, Tintinnabulum, in: Paulys Real-Encyclopädie der classischen Alterumswissenschaft, 2. Reihe, Halbband 12, Stuttgart 1937, Sp. 1406–1410, bes. Sp. 1408f.
  17. Hartwig A. W. Niemann, Glocken, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 13, Berlin/New York 1984, S. 446–452, hier S. 448f.
  18. Henri Leclercq, Cloche, clochette, in: Dictionnaire d’archéologie chrétienne et de liturgie, Bd. 3, Teil 2, Paris 1914, Sp. 1955, Abb. 3049, und Sp. 1966. Abbildung eines römischen (Hand-)Glöckchens von 9,6 cm Höhe, 1. Jh. n. Chr., bei Margarete Schilling, Glocken und Glockenspiele, Rudolstadt 1982, Abb. S. 114.
  19. Louis Gougaud, Clochettes celtiques, in: Dictionnaire d’archéologie chrétienne et de liturgie, Bd. 3, Teil 2, Paris 1914, Sp. 1982–1991; Christoph Daxelmüller, Glocke, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, Berlin/New York 1998, S. 206–218, hier S. 211.
  20. Christoph Daxelmüller, Glocke, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, Berlin/New York 1998, S. 206–218, hier S. 214.
  21. Jost Amman und Hans Sachs, Eygentliche Beschreibung aller Stände auff Erden ..., Frankfurt a. M. 1568, Nachdruck 2. Aufl. Leipzig 1975, S. 74: In der Auslage des Schellenmachers liegen auch Glöckchen.
  22. Zur Akustik von Glocken siehe Hartwig A. W. Niemann, Glocken, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 13, Berlin/New York 1984, S. 446–452, hier S. 447f.
  23. Das Kunstgewerbemuseum, 16. Aufl. Berlin 1912 (Führer durch die Königlichen Museen zu Berlin), S. 133 (Raum 49, Doppelschrank 594).
  24. Dublin, National Museum of Ireland (genaueste Beschreibung beider Objekte in: George Coffey, Guide to the Celtic Antiquities of the Christian Period Preserved in the National Museum, Dublin, Dublin 1910, S. 47–49; Treasures of Early Irish Art 1500 B. C. to 1500 A. D., Ausstellungskatalog Metropolitan Museum of Art, New York u. a., New York 1977, S. 143, Nr. 45, Abb. S. 136 und S. 189, Nr. 61, Abb. S. 197–199).
  25. Louis Gougaud, Clochettes celtiques, in: Dictionnaire d’archéologie chrétienne et de liturgie, Bd. 3, Teil 2, Paris 1914, Sp. 1982–1991, hier Sp. 1983; Christoph Daxelmüller, Glocke, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, Berlin/New York 1998, S. 206–218, hier S. 211.
  26. Josef Braun, Altarglöckchen, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 1, Stuttgart 1937, Sp. 493–499, hier Sp. 494; Pierre Colman, L’orfèvrerie religieuse Liègeoise, Lüttich 1966, Bd. 1, S. 219, Nr. 271 (von 1677) und S. 232, Nr. 452; Bd. 2, Abb. 177 (1688–1693).
  27. Sog. „Sakristei-Handglocke“ aus Bronze, Höhe 16,6 cm (Margarete Schilling, Glocken und Glockenspiele, Rudolstadt 1982, Abb. S. 19).
  28. Graz, Universalmuseum Joanneum (Johannes Tripps, Das handelnde Bildwerk in der Gotik ..., 2. Aufl. Berlin 2000, S. 54).
  29. Jörg Rasmussen, Englischer Gruß ..., in: Rainer Kahsnitz (Hg.), Veit Stoß in Nürnberg ..., Ausstellungskatalog Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, München 1983, S. 194–209; Der Englische Gruß des Veit Stoß zu St. Lorenz in Nürnberg, München 1983 (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Arbeitsheft 16). Thomas Noll interpretierte den Engel mit den Altarglöckchen als Verbildlichung der „hellen“ Worte Gabriels (Th. Noll, Der „Englische Gruß“ des Veit Stoß. Ikonographie und Frömmigkeit, in: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft 56–57, 2002–2003, S. 115–143, hier S. 123f.).
  30. Josef Braun, Altarglöckchen, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 1, Stuttgart 1937, Sp. 493–499, hier Sp. 493. Holzschnitt mit Darstellung eines Versehgangs bei Hartmann Schedel, Liber chronicarum, Nürnberg 1493 (nach: Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 22). Eine entsprechende Vorschrift für das Bistum Regensburg: Jacob Müller, KirchenGeschmuck. Das ist: Kurtzer Begriff der fürnembsten Dingen, damit ein jede recht und wol zugerichte Kirchen geziert ..., München 1591, S. 31.
  31. Georg Carlen, Der Totentanz von Jakob von Wil im Regierungsgebäude des Kantons Luzern, o. O. o. J., S. 26f.
  32. Lucien Musset, La Tapisserie de Bayeux, Saint-Lèger/Vauban 1989, Taf. 59.
  33. Bernard Berthod und Élisabeth Hardouin-Fugier, Dictionnaire des arts liturgiques, XIXe et XXe siècle, Paris 1996, S. 429 (Aufnahme Morainville, 1994).
  34. Jaroslav Kuntoš, Silver Judaica from the Collection of the Jewish Museum in Prague, Prag 2012, S. 299, Nr. 475.
  35. Satirische Darstellung eines Ausrufers, Frankreich, 18. Jh. bei Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 26.
  36. Christoph Daxelmüller, Glocke, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, Berlin/New York 1998, S. 206–218, hier S. 215.
  37. Zur Nutzung eines solchen Glöckchens im 18. Jh. siehe Étienne Jeaurat, Das Alter, Kreide (?) (Wien, Albertina).
  38. Wahrscheinlich hat das Glöckchen im Londoner Kontor des von Hans Holbein dem Jüngeren 1532 porträtierten Kaufmanns Georg Gisze, das griffbereit von einem Regal hängt, bereits diese Funktion, ohne schon dem späteren Mechanismus der eigentlichen Klingelzüge zu entsprechen (Stephanie Buck, Hans Holbein, 1497/98–1543, Köln 1999, S. 88–91, besonders Abb. 85; vgl. unten, C 2).
  39. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 94.
  40. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 208–235.
  41. Beispiele aus der 1. Hälfte 16. Jh. bei Peta Motture, Bells and Mortars and Related Utensils. Catalogue of Italian Bronzes in the Victoria and Albert Museum, London 2001, S. 138–143, Nr. 37–39.
  42. Peta Motture, Bells and Mortars and Related Utensils. Catalogue of Italian Bronzes in the Victoria and Albert Museum, London 2001, S. 144f., Nr. 40; S. 156f., Nr. 47. Textile Handhaben: ebd., S. 166–168, Nr. 53.
  43. Peta Motture, Bells and Mortars and Related Utensils. Catalogue of Italian Bronzes in the Victoria and Albert Museum, London 2001, S. 169–171.
  44. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 106.
  45. Margarete Schilling, Glocken. Gestalt, Klang, Zier, Dresden 1988, S. 30, Abb. 40 und 564.
  46. Antonio Natali, Leone come Giulio? Tracce per una indagine sull’invenzione del ritratto di Leone X con due cardinali, in: Raffaello e il ritratto di Papa Leone, Mailand 1996, S. 51–66, besonders S. 50, Abb. 32 und S. 54. Die silberne, teilvergoldete Glocke war mit Hilfe einer geflochtenen Seidenkordel zu schwingen.
  47. Wolf Dietrich von Raitenau, Ausstellungskatalog Residenz-Neugebäude und Dommuseum zu Salzburg Salzburg 1987, Vorsatzblatt und S. 330, Nr. 52; vgl. auch das Porträt des Kardinals Bernhard Clesius von Barthel Bruyn dem Älteren, nach 1530: Die reich dekorierte Handglocke dient als einziges repräsentatives Attribut (Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 62).
  48. Klaus Pechstein, Wenzel Jamnitzers Silberglocken mit Naturabgüssen, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1967, S. 36–43; Schatzkammer der Residenz München. Amtlicher Führer, München 1992, Abb. S. 64, S. 75, Nr. 614.
  49. Wien, Kunsthistorisches Museum (Claudia Kryza-Gersch, in: Kaiser Rudolf II. zu Gast in Dresden, Kunsthistorisches Museum Wien und Staatliche Kunstsammlungen Dresden 2007, München/Berlin 2007, S. 36–39, Nr. 2).
  50. Christoph Emmendörffer und Christof Trepesch (Hg.), Wunderwelt. Der Pommersche Kunstschrank, Ausstellungskatalog Maximiliansmuseum Augsburg, Berlin/München 2014, S. 318f., Kat.nr. 46.6.14.
  51. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 115.
  52. Ronald W. Lightbown, French Silver, London 1978 (Victoria & Albert Museum Catalogues), S. 64f., Nr. 47. Ähnliche Arbeiten bei Pierre Colman, L’orfèvrerie religieuse Liègeoise, Lüttich 1966, Bd. 1, S. 218, Nr. 247f. (von 1688–1693? und 1713/14); Bd. 2, Abb. 176.
  53. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 116–124 (mit diversen Beispielen).
  54. Marbach, Schiller-Museum (abgebildet in: Die Zeit, 12.11.2009, S. 55).
  55. Margarete Schilling, Glocken. Gestalt, Klang, Zier, Dresden 1988, Nr. 573–576.
  56. Barbara Stollberg-Rilinger u. a. (Hg.), Spektakel der Macht. Rituale im alten Europa 800–1800, Ausstellungskatalog Universität Münster und Kulturhistorisches Museum Magdeburg, 2008–2009, Darmstadt 2008, S. 137, Nr. I.101.
  57. Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas, Ausstellungskatalog München, Bayerisches Nationalmuseum, München 1994, Bd. 2, S. 443–446, Nr. 119 und S. 446–449, Nr. 120.
  58. Silber und Gold. Augsburger Goldschmiedekunst für die Höfe Europas, Ausstellungskatalog München, Bayerisches Nationalmuseum, München 1994, Bd. 2, S. 469–471, Nr. 125; S. 457f., Nr. 122.
  59. Alain Gruber, Gebrauchssilber des 16. bis 19. Jh., Fribourg 1982, S. 280, Abb. 405. Hier auch Entwurf für ein Schreibzeug, Rom, 1. Viertel 18. Jh. (ebd., S. 278, Abb. 403). Vgl. auch ein Stichporträt von Denis Diderot am Schreibtisch (Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 92).
  60. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 194f.
  61. Exemplar, um 1725–1730, bemalt in der Werkstatt des Johann Gregor Höroldt: http://www.getty.edu/art/gettyguide/artObjectDetails?artobj=6739 (20.01.15).
  62. Abraham L. den Blaauwen, Meissen Porcelain in the Rijksmuseum (Catalogues of the Decorative Arts in the Rijksmusem Amsterdam, 4), Amsterdam 2000, S. 174, Nr. 101, und S. 164, Nr. 94 (mit weiteren Beispielen in anderen Sammlungen). Zu Handglocken aus Meißen siehe auch Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 146–167.
  63. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 174f.
  64. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 145.
  65. Helmut O. J. Wagner, Jahresglocken (Angebotskatalog der Manufaktur Nymphenburg), München o. J. [1998].
  66. Beispiele bei Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 111 und 143.
  67. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 178–191.
  68. Es gibt jedoch auch noch Beispiele des 20. Jh. (Margarete Schilling, Glocken. Gestalt, Klang, Zier, Dresden 1988, Nr. 578 und 580; Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 276–293).
  69. Beispiele bei Géza von Habsburg, Fabergé. Hofjuwelier des Zaren, Ausstellungskatalog München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung 1986–1987, München 1986, S. 122, Nr. 64; S. 160, Nr. 198; S. 170, Nr. 241).
  70. Michael Clayton, The Collector’s Dictionary of the Silver and Gold of Great Britain and North America, 2. Aufl. Woodbridge 1985, S. 34–36, Abb. 31.
  71. Otto Kresten und Friederike Zaisberger (Hg.), Österreich und der Vatikan ..., Ausstellungskatalog Rom, Biblioteca Vaticana, 1986–1987, Wien 1986, S. 187, Nr. 31.3 (G).
  72. Anselm Lange, Europäische Tischglocken ..., Kornwestheim 1981, S. 128.
  73. Joseph Braun, Das christliche Altargerät, München 1932, S. 161f., 402; Lotte Perpeet-Frech, Die gotischen Monstranzen im Rheinland, Düsseldorf 1964.
  74. Die Schwierigkeit, hier Klarheit zu schaffen, liegt auch darin begründet, dass Glöckchen in Inventaren meist unbeachtet blieben. So lässt sich vielfach nicht feststellen, ob die Glöckchen zum Erstbestand gehören, später angebracht wurden oder andere Anhänger ersetzten.
  75. Joseph Braun, Das christliche Altargerät, München 1932, S. 402.
  76. Signiert Hans Ryssenberch, datiert 1474 (St. Petersburg, Ermitage: Johann Michael Fritz, Goldschmiedekunst der Gotik in Mitteleuropa, München 1982, S. 311, Nr. 899, Abb. 899).
  77. Eucharistia. Deutsche Eucharistische Kunst, Ausstellungskatalog zum Eucharistischen Weltkongress, München 1960, Abb. 22.
  78. Lotte Perpeet-Frech, Die gotischen Monstranzen im Rheinland, Düsseldorf 1964, S. 177, Kat.nr. 85, Abb. 5. Die Turmmonstranz in Alflen, St. Johannes Baptist, 17. Jh., ist mit sechs Glöckchen besetzt (ebd., Abb. 244). Weitere Beispiele bei Johann Michael Fritz, Goldschmiedekunst der Gotik in Mitteleuropa, München 1982, S. 251, Nr. 459 und Nr. 461.
  79. Johann Michael Fritz, Goldschmiedekunst der Gotik in Mitteleuropa, München 1982, S. 268, Nr. 570 und 573.
  80. Lotte Perpeet-Frech, Die gotischen Monstranzen im Rheinland, Düsseldorf 1964, S. 143, Nr. 27, Abb. 58.
  81. Pierre Colman, L’orfèvrerie religieuse Liègeoise, Lüttich 1966, Bd. 1, S. 246, Nr. 631; Bd. 2, Abb. 134.
  82. Dorothea Kampmann, Rheinische Monstranzen, Rheinbach-Merzbach 1995, S. 197, Kat.nr. 64, Abb. 5.
  83. Dorothea Kampmann. Rheinische Monstranzen, Rheinbach-Merzbach 1995, S. 186f., Kat.nr. 47, Abb. 31, mit weiteren Beispielen.
  84. Joseph Sauer, Monstranz, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. 7, Freiburg i. Br. 1935, Sp. 289f., mit Abb.
  85. Georg Kaufmann (Hg.), Die Kunst des 16. Jh., Berlin 1970 (Propyläen Kunstgeschichte, 8), S. 304f., Nr. 291.
  86. Joseph Braun, Das christliche Altargerät, München 1932, S. 161f.
  87. Vergilio Correia und Nogueira Gonçalves, Cidade de Coimbra, Lissabon 1947 (Inventário artístico de Portugal, II), Taf. CXCVIII.
  88. Joseph Braun, Das christliche Altargerät, München 1932, S. 161f.; Taf. 21, Abb. 67f.; Taf. B, Bild 7.
  89. Barock im Vatikan. Kunst und Kultur im Rom der Päpste II, 1572–1676, Ausstellungskatalog Bonn, Kunst- und Ausstellungshalle sowie Berlin, Martin-Gropius-Bau, 2005–2006, Leipzig 2005, S. 172, Kat.nr. 95. Das Recht, Prozessionsglöckchen mitzuführen, wurde dem Kapitel von St. Peter 1384 verbrieft.
  90. Beispiele des 20. Jh. für Stabbekrönungen mit einer eingehängten Glocke: Bernard Berthod und Élisabeth Hardouin-Fugier, Dictionnaire des arts liturgiques, XIXe et XXe siècle, Paris 1996, S. 195.
  91. Yves-Pascal Castel u. a, Les orfèvres de basse Bretagne, Rennes 1994 (Dictionnaire des poinçons de l‘orfèvrerie française, 4), S. 214.
  92. Yves-Pascal Castel u. a, Les orfèvres de basse Bretagne, Rennes 1994 (Dictionnaire des poinçons de l‘orfèvrerie française, 4), S. 266, Nr. 71, Taf. IX; S. 293, Nr. 98; S. 299–301, Nr. 105f. u. ö.
  93. Yves-Pascal Castel u. a, Les orfèvres de basse Bretagne, Rennes 1994 (Dictionnaire des poinçons de l‘orfèvrerie française, 4), S. 297f., Nr. 104, Taf. XI.
  94. Yves-Pascal Castel u. a, Les orfèvres de basse Bretagne, Rennes 1994 (Dictionnaire des poinçons de l‘orfèvrerie française, 4), S. 291f., Nr. 96.
  95. Yves-Pascal Castel u. a, Les orfèvres de basse Bretagne, Rennes 1994 (Dictionnaire des poinçons de l‘orfèvrerie française, 4), S. 285f., Nr. 89.
  96. Yves-Pascal Castel u. a., Les orfèvres de basse Bretagne, Rennes 1994 (Dictionnaire des poinçons de l‘orfèvrerie française, 4), S. 301f., Nr. 107, mit Detailabb.
  97. Percy Ernst Schramm, Tintinnabula. Die Glöckchen am geistlichen und am weltlichen Gewande, in: ders., Herrschaftszeichen und Staatssymbolik, Bd. 2, Stuttgart 1955 (Schriften der Monumenta Germaniae historica, 13/II), S. 554–559, hier S. 556.
  98. James Joseph Rorimer, The Cloisters. The Building and the Collection of Medieval Art in Fort Tryon Park, 3. Aufl. New York 1963, S. 140, Abb. 68.
  99. Wien, Kunsthistorisches Museum, Geistliche Schatzkammer, Inv.nr. M 243 (Weltliche und Geistliche Schatzkammer, Bildführer, Kunsthistorisches Museum Wien, Wien 1987, S. 237f., Nr. 18).
  100. Heinz Dopsch und Roswitha Juffinger (Hg.), St. Peter in Salzburg, Landesausstellung, Salzburg 1982, S. 41 und 272, Nr. 161.
  101. Javier Herrero Gomez, La plateria en la Ciudad de Soria, Soria 1993, S. 85, Nr. 1.3, mit Abb.
  102. Peter Keller, Die Wiege des Christuskindes ..., Worms 1998 (Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft, 54), S. 97.
  103. Antwerpen, Museum Mayer van den Bergh (Friedrich von Zglinicki, Die Wiege ..., Regensburg 1979, S. 36 und 395, Abb. 472; Peter Keller, Die Wiege des Christuskindes ..., Worms 1998 [Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft, 54], S. 198, Kat.nr. 8, Abb. 23).
  104. Hans Wentzel, Christkind, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 3, Stuttgart 1954, Sp. 604.
  105. Peter Keller, Die Wiege des Christuskindes ..., Worms 1998 (Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft, 54), S. 106, Q 17b.
  106. Paris, Musée de Cluny, Musée national du Moyen Âge, Inv.nr. Cl 23 607.
  107. Rainer Volp, Liturgik. Die Kunst Gott zu feiern. Liturgik, Bd. 1, Gütersloh 1992, S. 445 und 447, Abb. 76. In Mosbach, Franken, wurde dem Schulmeister im 18. Jh. für das Herumreichen des Klingelbeutels ein Honorar bezahlt (Gertrud Voll, Vom Glanz des Glaubens und der Not der Zeiten. Kirchliche Gerätschaften aus dem Raum Dinkelsbühl, Ausstellungskatalog Kunstgewölbe Dinkelsbühl, Bayreuth 2004, S. 113).
  108. http://esz-archiv.de/200725/index.html?http://esz-archiv.de/200725/starkenburg.html~i.
  109. Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religösen Volksglaubens, München 1963, S. 37; Kurt Köster, Mittelalterliche Pilgerzeichen, in: Wallfahrt kennt keine Grenzen, Ausstellungskatalog München, Bayerisches Nationalmuseum und Adalbert-Stifter-Verein, München/Zürich 1984, S. 203–233, hier S. 206; Christoph Daxelmüller, Glocke, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, Berlin/New York 1998, S. 206–218, hier S. 215.
  110. Helmut Fischer, Glocke, in: Enzyklopädie des Märchens, Bd. 5, Berlin/New York 1987, Sp. 1289–1295.
  111. Rudolf Kriss, Votive und Weihegaben des italienischen Volkes, in: Zeitschrift für Volkskunde, N. F. 2, 40, 1931, S. 249–271, hier S. 255.
  112. Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religösen Volksglaubens, München 1963, S. 37; Hermann Dannheimer, Frühe eiserne Kirchenglocken aus Altbaiern, in: Schönere Heimat 91, 2002, H. 3, S. 149–154, hier S. 151.
  113. Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religösen Volksglaubens, München 1963, S. 38; Christoph Daxelmüller, Glocke, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, Berlin/New York 1998, S. 206–218, hier S. 215f.
  114. Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religösen Volksglaubens, München 1963, S. 38, Abb. 68 und 75.
  115. Zur Ausstattung der Tora-Rollen siehe Vera Bendt, Der Tora-Schmuck, in: dies. (Hg.), Judaica Katalog, Berlin Museum, Abteilung Jüdisches Museum, Berlin 1989, S. 136–139.
  116. Allerdings stammt das früheste datierte Exemplar im Jüdischen Museum London von 1612 aus Amsterdam, also aus einer sephardischen Gemeinschaft (R. D. Barnett [Hg.], Catalogue of the Permanent and Loan Collections of the Jewish Museum London, London/New York 1974, S. 30–33, Taf. LXII–LXIV).
  117. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 78f., Nr. 2.
  118. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 84f., Nr. 14.
  119. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 82f., Nr. 11.
  120. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 262f., Nr. 449.
  121. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 274f., Nr. 476. Eine Doppelkrone mit mehreren Glöckchen im Innern, Lemberg 1764/65–1773, besitzt das Jewish Museum, New York (Vivian B. Mann, in: Masterworks of the Jewish Museum, hg. von Maurice Berger und Joan Rosenbaum, New Haven 2004, S. 116f.).
  122. R. D. Barnett (Hg.), Catalogue of the Permanent and Loan Collections of the Jewish Museum London, London/New York 1974, S. 30f., Nr. 135, Taf. LXI; Vera Bendt (Hg.), Judaica Katalog, Berlin Museum, Abteilung Jüdisches Museum, Berlin 1989, S.198f., Nr. 116 (Posen, um 1810, jedoch ohne „Ausleger“); Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, z.B. 279–281, Nr. 489–493; Jaroslav Kuntoš, Silver Judaica from the Collection of the Jewish Museum in Prague, Prag 2012, S. 136, Nr. 97 (Prag, 1872–1882).
  123. Diverse Beispiele bei R. D. Barnett (Hg.), Catalogue of the Permanent and Loan Collections of the Jewish Museum London, London/New York 1974, S. 25–30, Taf. LIII–LXI.
  124. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 10, Abb. 9.
  125. Michael E. Keen, Jewish Ritual Art in the Victoria & Albert Museum, London 1991, S. 28f., Nr. 8.
  126. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 189, Nr. 257, Abb. 18. Zu einem niederländischen Paar im Jüdischen Museum Wien (Sammlung Berger): http://www.jmw.at/de/collections/die-sammlung-berger (17.02.2015).
  127. Jaroslav Kuntoš, Silver Judaica from the Collection of the Jewish Museum in Prague, Prag 2012, S. 140, Nr. 103.
  128. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 194f., Nr. 276.
  129. Vera Bendt (Hg.), Judaica Katalog, Berlin Museum, Abteilung Jüdisches Museum, Berlin 1989, S. 183 und 185, Nr. 110.
  130. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 198f., Nr. 285.
  131. Rafi Grafman, Crowning Glory. Silver Torah Ornaments of the Jewish Museum, New York, Boston 1996, S. 214f., Nr. 326.
  132. http://www.jmberlin.de/main/DE/03-Sammlung-und-Forschung/00-LPdetails/toraschmuck-matzdorf-content.php (17.02.2015).
  133. Paris, Musée de Cluny, Musée national du Moyen Âge (Harald Keller [Hg.], Die Kunst des 18. Jh., Berlin 1971 [Propyläen Kunstgeschichte, Bd. 10], S. 336, Nr. 295, mit Abb.).
  134. Vivian B. Mann, in: Masterworks of the Jewish Museum, hg. von Maurice Berger und Joan Rosenbaum, New Haven 2004, S. 110f.
  135. R. D. Barnett (Hg.), Catalogue of the Permanent and Loan Collections of the Jewish Museum London, London/New York 1974, S. S. 78, Nr. 416, Taf. CXXI.
  136. Zu den damit verbundenen Riten siehe Antje Scherner, „Gestern bin ich voll gewest“. Alkohol und Trinkspiele in der Frühen Neuzeit, in: Die Faszination des Sammelns. Die Sammlung Rudolf-August Oetker, Ausstellungskatalog Dresden, Grünes Gewölbe und Bayerisches Nationalmuseum München, 2011–2012, München 2011, S. 90–99.
  137. Karlsruhe, Badisches Landesmuseum (Johann Michael Fritz, Goldschmiedekunst der Gotik in Mitteleuropa, München 1982, S. 234, Nr. 346, Abb. 346; Harald Siebenmorgen [Hg.], „Für Baden gerettet“. Erwerbungen des Badischen Landesmuseums 1995 aus den Sammlungen der Markgrafen und Großherzöge von Baden, Ausstellungskatalog Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Karlsruhe 1996, S. 30f., Nr. 3).
  138. Ekkehard Schmidberger und Thomas Richter, Schatzkunst 800 bis 1800. Ausstellungskatalog Staatliche Museen Kassel, Wolfratshausen 2001, S. 142f., mit Abb.
  139. Die Renaissance im deutschen Südwesten, Ausstellungskatalog Badisches Landesmuseum, Heidelberger Schloss, Karlsruhe 1986, Bd. 2, S. 634, Nr. L 33.
  140. András Szilágyi (Hg.), Die Esterházy-Schatzkammer. Kunstwerke aus fünf Jahrhunderten, Ausstellungskatalog Kunstgewerbemuseum, Budapest und Esterházy Privatstiftung, Eisenstadt, Budapest 2006, S. 177f., Nr. 106. Zu vergleichbaren Automaten siehe Klaus Maurice, Die deutsche Räderuhr ..., München 1976, Bd. 2, Abb. 278f. Automatenuhren mit Tierfiguren: ebd., Abb. 285–310 und 315–346.
  141. Zum Mechanismus von Schlagwerken siehe Klaus Maurice, Die deutsche Räderuhr ..., München 1976, Bd. 1, S. 75–78. Zur Form der Glocken seit dem 15. Jh. siehe u. a. Bd. 2, Abb. 34 passim.
  142. Zu Augsburger Uhren der Renaissance siehe Volker Himmelein, in: Welt im Umbruch. Augsburg zwischen Renaissance und Barock, Bd. 2: Rathaus Augsburg, Augsburg 1980, S. 434–446, Nr. 817 passim. Zu weiteren Zentren: Klaus Maurice, Die deutsche Räderuhr ..., München 1976, Bd. 1, S. 127–193.
  143. Elisabeth Scheicher u. a., Die Kunstkammer. Kunsthistorisches Museum Wien, Sammlungen Schloss Ambras, Innsbruck 1977 (Führer durch das Kunsthistorische Museum, 24), S. 52f., Nr. 76, Abb. 48.
  144. Eva-Maria Preiswerk-Lösel, Kunsthandwerk, Disentis 1991 (Ars Helvetica, 8), S. 34 und 36. Zur Tätigkeit der Familie Liechti siehe Klaus Maurice, Die deutsche Räderuhr ..., München 1976, Bd. 1, S. 81.
  145. Aus 1 Zentner konnten ca. 750 Glöckchen hergestellt werden (Anton Lübke, Uhren, Glocken, Glockenspiele, Villingen 1980, S. 247.).
  146. Theophilus, De diversis artibus, cap. LXXXVII: Item de cymbalis musicis (Erhard Brepohl, Theophilus presbyter und das mittelalterliche Kunsthandwerk, Köln 1999, Bd. 2, S. 256); Christoph Daxelmüller, Glocke, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 12, Berlin/New York 1998, S. 206–218, hier S. 214. Bildbeispiele bei Margarete Schilling, Glocken. Gestalt, Klang, Zier, Dresden 1988, S. 16–18.
  147. Wolfgang Ruf u. a. (Hg.), Lexikon Musikinstrumente, Mannheim u. a. 1991, S. 44f. und 577.
  148. Zur Geschichte des Schellenbaums: Wolfgang Ruf u. a. (Hg.), Lexikon Musikinstrumente, Mannheim u. a. 1991, S. 448f. Kombinationen von Glöckchen und Schellen am Schellenbaum: Kurt Birsak, Die mechanischen Saitenspiele, Selbstklinger und Trommeln im SMCA, in: Salzburger Museum Carolino Augusteum, Jahresschrift 49, 2003, S. 9–69, hier S. 23–27. – Für Literaturhinweise sei gedankt: Gertraud Zull, München.
  149. Nina Gockerell, Krippen im Bayerischen Nationalmuseum, München 2005, S. 286 und Abb. S. 313.
  150. München, Deutsches Museum, Musikinstrumentensammlung, Inv.nr. 34 470.
  151. Z. B. „Kunstuhr“ mit dreizehn seitlich montierten Glöckchen, Frankreich, um 1650 (Jakob Kreiss, Katalog der Sammlung Carlson, in: Musikautomaten. Badisches Landesmuseum, Außenstelle Bruchsal: Deutsches Musikautomaten Museum und Stiftung Museum mechanischer Musikinstrumente Königslutter am Elm, Karlsruhe 2003 (Kulturstiftung der Länder. Patrimonia, 242), S. 98f., Nr. 1.
  152. Hörbeispiele im Musée Baud: http://www.museebaud.ch/galerie-sons.php?langue=de (17.02.2015).
  153. Das Gewerbemuseum der Landesgewerbeanstalt im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg 1989, S. 116f., Nr. 74.
  154. Percy Ernst Schramm, Tintinnabula. Die Glöckchen am geistlichen und am weltlichen Gewande, in: ders., Herrschaftszeichen und Staatssymbolik, Bd. 2, Stuttgart 1955 (Schriften der Monumenta Germaniae historica, 13/II), S. 554–559, hier S. 556.
  155. Margarete Schilling, Glocken. Gestalt, Klang, Zier, Dresden 1988, S. 243.
  156. Vincent Mayr, Studien zur Sepulkralplastik in Rotmarmor im Bayerisch-Österreichischen Raum, 1360–1460, Diss. München 1970, S. 10; ders., Das Grabmal des Stifters in Kloster Seon, in: Alte und moderne Kunst 22, 1977, S. 15–18, hier S. 15.
  157. Zit. nach Peter Keller, Die Wiege des Christuskindes ..., Worms 1998 (Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft, 54), S. 97, Anm. 56.
  158. Vinzenz Oberhammer, Die Bronzestatuen am Grabmal Maximilians I., Innsbruck u. a. 1955, Abb. S. 28f. und 105; Elisabeth Scheicher, Das Grabmal Maximilians I. in der Hofkirche, in: Österreichische Kunsttopographie, Bd. XLVII: Die Kunstdenkmäler der Stadt Innsbruck, Die Hofbauten, Wien 1986, S. 382, Abb. 531.
  159. Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Inv.nr. Gew 668 (Leonie von Wilckens, Die texilen Künste. Von der Spätantike bis um 1500, München 1991, S. 270–272, Abb. 302).
  160. München, Alte Pinakothek, Inv.nr. WAF 224 (Martin Schawe, Alte Pinakothek. Altdeutsche und altniederländische Malerei, München 2006 [Alte Pinakothek. Katalog der ausgestellten Gemälde, 2], S. 78).
  161. Paris, Musée du Louvre, Inv.nr. 6279.
  162. Rudolf H. Wackernagel (Hg.), Staats- und Galawagen der Wittelsbacher, Bd. 1, Stuttgart 2002, S. 240, Abb. 246f. und S. 270–279, Nr. 46.
  163. François Rabelais, Les faits et dicts héroïques du bon Pantagruel, livre 5, Paris 1563, Nachdruck mit Illustrationen von Gustave Doré, Paris 1980, S. 216–218.
  164. Manfred Schneider, Herdengeläut (Kuhglocken, Schellen und Rollen), in: Der Schlern 51, 1977, S. 617–622; Michael Baur, Tierglocken aus aller Welt, Kronburg-Illerbeuren 2012.
  165. Joseph Braun, Das christliche Altargerät, München 1932, S. 576.
  166. München, Bayerische Staatsbibliothek, Cod. lat. mon. 2640 (Eucharistia. Deutsche Eucharistische Kunst, Ausstellungskatalog zum Eucharistischen Weltkongress, München 1960, Abb. 4).
  167. Thomas Spohn, „Herein!“ – klopfen, schellen, klingeln, in: Jahrbuch für Hausforschung 50, 2004, S 137–150.
  168. Maria Trumpf-Lyritzaki, Glocke, in: Reallexikon für Antike und Christentum, Bd. 11, Stuttgart 1981, Sp. 182.
  169. München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen (Martin Schawe, Alte Pinakothek. Altdeutsche und altniederländische Malerei, München 2000, S. 226).
  170. Herbert W. Rott, Sammlung Schack. Katalog der ausgestellten Gemälde, München 2009, Abb. S. 200.
  171. Gertrud Benker, Christophorus. Patron der Schiffer, Fuhrleute und Kraftfahrer, München 1975, Abb. 102.
  172. Zitiert nach Thomas Spohn, „Herein!“ – klopfen, schellen, klingeln, in: Jahrbuch für Hausforschung 50, 2004, S. 137–150, hier S. 142.
  173. Thomas Spohn, „Herein!“ – klopfen, schellen, klingeln, in: Jahrbuch für Hausforschung 50, 2004, S. 137–50, hier S. 143.
  174. Eva und Ivan Steiger, Kinderträume. Spielzeug aus zwei Jahrtausenden, München u. a. 2004, S. 192f.
  175. Carmen Bernis, La moda en los retratos de Velázquez, in: El retrato en el Museo del Prado, Madrid 1994, S. 271–301, hier S. 290f.
  176. Wien, Kunsthistorisches Museum (Wolf Moser, Diego de Silva Velazquez. Das Werk und der Maler, Lyon 2011, Bd. 2, S. 697–703).
  177. Eva Stille, Spielzeug-Tiere ..., Nürnberg 1989, z. B. S. 48 (Holzschnitt mit Abbildung eines Steckenpferdes, um 1600), S. 102 (Kuh zum Ziehen, 1878) und S. 187 (Kuh als Reittier, Orlamünde, Thüringen, um 1890).
  178. Salvatore Battaglia, Grande dizionario della lingua italiana, 2. Aufl. Turin 1971, Bd. 2, S. 597.
  179. William Chambers, Designs of Chinese Buildings, London 1753, Nachdruck Boston 1969.
  180. Georges Louis Le Rouge, Jardins anglo-chinois, z. B. Heft 2 [Paris vor 1776], Nachdruck o. O. 1978, Taf. 6 (Pavillon in Kew Gardens); Heft 4, Paris 1776, Nachdruck o. O. 1978, Taf. 15 (Alternativentwurf für einen Kiosk im Eremitage-Park, entworfen vom „Prinzen von Croy“). Das im selben Jahr erschienene Heft 5 bringt Abbildungen chinesischer Bauten und Gebrauchsgegenstände nach Chambers, Taf. 5 eine Ansicht der mit Glöckchen behängten Pagode von Kanton.
  181. Johann Gottfried Grohmann, Ideenmagazin für Liebhaber von Gärten ..., Leipzig 1796–1811, z. B. Heft 20, Taf. VIII: Eremitage in Wiesbaden (http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ideenmagazin19_24 [23.02.2015]).
  182. Georges Louis Le Rouge, Jardins anglo-chinois, Paris 1776, Nachdruck o. O. 1978, Heft 4, Taf.
  183. Das Chinesische Haus im Park von Sanssouci, Berlin 1993.
  184. Hans-Joachim Giersberg, Schlösser und Gärten in Potsdam, 3. Aufl. Berlin 1992, S. 27.
  185. Thomas Weidner, Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern, Ausstellungskatalog Münchner Stadtmuseum 2014–2015, München 2014, S. 143–158, besonders S. 154–158, Nr. 5.6. Die Pagode wurde 1952 nach der Zerstörung des Vorgängerbaus (1944) rekonstruiert.
  186. Siehe z. B. http://www.monumente-online.de/07/06/streiflichter/08_Leipzig_Grassi_Museum.php (23.02.2015).
  187. Ulrich Pietsch, Johann Gregorius Höroldt (1695–1775) und die Meißner Porzellanmalerei ..., Ausstellungskatalog Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Porzellansammlung, Dresden/Leipzig 1996, z. B. S. 195f., Nr. 145.
  188. Percy Ernst Schramm, Tintinnabula. Die Glöckchen am geistlichen und am weltlichen Gewande, in: ders., Herrschaftszeichen und Staatssymbolik, Bd. 2, Stuttgart 1955 (Schriften der Monumenta Germaniae historica, 13/II), S. 554–559, hier S. 554.
  189. Karl Möller, Aaron, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. 1, Stuttgart 1937, Sp. 6–11, hier Sp. 6.
  190. H. Arthur Klein, Graphic Worlds of Pieter Bruegel the Elder, New York 1963, S. 283–285, Nr. 63.
  191. Lexikon der christlichen Ikonographie, Freiburg i. Br. u. a. 1973, Bd. 5, Sp. 205–217. Weitere Beispiele bei Margarete Schilling, Glocken. Gestalt, Klang, Zier, Dresden 1988, S. 10–12 und 247.
  192. München, Bayerische Staatsbibliothek, Xyl. 17, Bl. 9v (Fridolin Dressler [Hg.], Cimelia Monacensia. Wertvolle Handschriften und frühe Drucke der Bayerischen Staatsbibliothek München, Wiesbaden 1970, S. 80f., Nr. 81).
  193. Wien, Albertina (Emil Major und Erwin Gradmann, Urs Graf, Basel 1942, S. 24, Nr. 50, mit Abb.).
  194. Berlin, Gemäldegalerie, Staatliche Museen, Preußischer Kulturbesitz (Ludwig Baldass, Jan van Eyck, Köln 1952, S. 277, Nr. 69, Abb. 156).
  195. Johann Michael Fritz, Goldschmiedekunst der Gotik in Mitteleuropa, München 1982, S. 318, Nr. 956.
  196. Lexikon der christlichen Ikonographie, Freiburg i. Br. u. a. 1973, Bd. 7, Sp. 409.
  197. Lexikon der christlichen Ikonographie, Freiburg i. Br. u. a. 1973, Bd. 6, Sp. 482.
  198. Joseph Braun, Tracht und Attribute der Heiligen in der deutschen Kunst, Stuttgart 1943, Sp. 689–692.
  199. Das Glöckchen erscheint bei Filippo Picinelli 1681 als Bild für den eifersüchtigen Liebhaber (siehe Eifersucht) und in der Deckenmalerei des 18. Jh. als Beispiel für Feindesliebe (Cornelia Kemp, Angewandte Emblematik in süddeutschen Barockkirchen, Berlin 1981, S. 220, Nr. 97,30).
  200. Beispiele: Tilmann Seebass, Musikdarstellung und Psalterillustration im frühen Mittelalter, Bern 1973, Bd. I, S. 53-55
  201. Étienne Houvet, Cathédrale de Chartres, Bd. 2: Portail occidental ou royal, o. O. o. J. [um 1919], Taf. 71; André Bonjour, Les traces de la musique dans la statuaire et les verrières de la cathédrale de Chartres, Chartres 1996, Abb. S. 2 (Vorsatzblatt) und S. 16, Abb. 20. Zu einer Handschrift des 13. Jh., in der das Anschlagen der Glocken mit zwei Hämmern gezeigt ist (Arras, Pas-de-Calais) siehe Glossarium artis, Bd. 2: Kirchengeräte, Kreuze und Reliquiare der christlichen Kirchen, 3. Aufl. München u. a. 1992, S. 49, Abb. 41.
  202. Ewald M. Vetter und Peter Diemer, Zu den Darstellungen der acht Töne im Chor der ehemaligen Abteikirche von Cluny, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch 32, 1970, S. 37-48, hier S. 42).
  203. Lionel Dieu, La musique dans la sculpture romane en France, Espalion 2007, S. 16–18. Umzeichnung eines Reliefs mit Unterricht am Tintinnabulum in Autun, St-Lazare: ebd., S. 9.
  204. Friedrich Winkler, Die Zeichnungen Albrecht Dürers, Bd. II: 1503–1510/11, Berlin 1937, S. 87, Nr. 377.
  205. Heinrich Theissing, Dürers Ritter, Tod und Teufel, Berlin 1978, S. 60.
  206. Peter-Klaus Schuster, Melencolia I. Dürers Denkbild, Bd. 1–2, Berlin 1991.
  207. H. Arthur Klein, Graphic Worlds of Pieter Bruegel the Elder, New York 1963, S. 175–177, Nr. 39.
  208. Cesare Ripa, Iconologia, Turin 1618, Nachdruck Turin 1986, Bd. 2, S. 231f.
  209. H. Arthur Klein, Graphic Worlds of Pieter Bruegel the Elder, New York 1963, S. 209–211, Nr. 46.

Nachträge

Zur Ikonographie: Baptiste Pellerin illustrierte zwischen 1562 und 1575 "L'isle sonnante" von Francois Rabelais mit Federzeichnungen (Paris, Musée du Louvre). Die "klingende Insel" ist durch Vogelkäfige mit Glocken charakterisiert (Dominique Cordellier, Sept dessins de "Drolerie", in: Grande Galerie 16, Juli-August 2011, S. 9. Abb.: https://www.google.de/search?q=baptiste+pellerin+louvre&biw=1011&bih=674&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwiLg8Cz-dTPAhWFWhQKHcNbAdcQ7AkIJQ).

Verweise