Gesims

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englisch: cornice, moulding; französisch: corniche, moulure; italienisch: cornice, modanatura.


Frank Purrmann (2018)

Dorisches Gebälk mit Gliederung in „Architrave“, „Fregio“ und „Cornice“ nach Giacomo Barozzi da Vignola, Regola delli cinque ordini d'architettura, 1607.
Korinthisches Gebälk mit Kranzgesims. Rom, Concordia-Tempel, 10 n. Chr. nach Constantin Uhde, Der Steinbau, 1904.
Stockwerk-, Kämpfer- und Sockelgesimse. Aachen, Münster, 788 vollendet.
Romanische Gurtgesimse nach Constantin Uhde, Die Konstruktionen und die Kunstformen, 1902.
Rechteckige Brechung eines Gesimses. Limburg, Dom, geweiht 1235, viertes Geschoss des Nordwestturms.
Profile gotischer Kaffgesimse (Schutzgesimse) nach Alexander Heideloff, Der kleine Altdeutsche (Gothe) oder Grundzüge des altdeutschen Baustyles, 1849.
Stilisierte Darstellung eines Kaffgesimses mit Knospenfries an der Kathedrale Notre-Dame in Paris nach A. Joigny, in: Encyclopédie de l’architecture et de la construction, um 1890.
Stilisierte Darstellung eines Kranzgesimses mit Konsolen. Florenz, Palazzo Strozzi, Giuliano da Sangallo nach A. Joigny, Corniche, in: Encyclopédie de l’architecture et de la construction, um 1890.
Stockwerk- und Sohlbankgesims. Würzburg, Alte Universität, Zwerchhaus über der Innenhoffassade des Westflügels, ca. 1582.
Kranzgesims mit liegenden Konsolen. Wendel Dietterlin, Architectura von Außtheilung, Symmetria und Proportion der Fünff Seulen, 1598.
Illusionistischer Sprenggiebel mit gegliederten Gesimsen in Untersicht. Andrea Pozzo, Prospettiva de’ pittori et architetti, 1693.
Fassade der Böhmischen Hofkanzlei in Wien. Johann Bernhard Fischer von Erlach, 1709−1714.
Geschwungene Gesimse am oberen Teil der Westfassade der ehem. Augustinerchorherrenstiftskirche, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Dießen, Johann Michael Fischer, vollendet 1739.
Ondulierendes Kranzgesims in Abwandlungen der korinthischen Ordnung. Guarino Guarini, Architettura civile, Turin 1737
Ergänzung eines von Hand geschnittenen Stuck-Gesimses mit Eierstab aus dem 18. Jahrhundert am Place du Terreau in Manosque. Cl. Philippe Bertone, 2006.
Schablone für das Ziehen eines profilierten Stuckgesimses. Um 1830.
Gesimse mit liegenden und stehenden Konsolen.
Kranz- und Giebelgesims für den Entwurf einer christlichen Kirche. Leo von Klenze, 1834.
Konsolgesims mit Eier- und Perlstab unter dem Kuppelumgang und Kuppelfußgesims mit Zahnschnitt in St. Ursula in München. August Thiersch, 1897.
Verkröpftes Kaffgesims des Isabelle Martin Houses in Derby, New York. Frank Lloyd Wright, 1926.
Sohlbank-, Gurt- und Kranzgesims des Verwaltungsbaus der NSDAP (im 21. Jh.: Haus der Kulturinstitute) in München. Paul Ludwig Troost, 1933−1934.
Sockelgesims der Fisher and Bendheim Hall der Princeton University, New Jersey. Architekturbüros Venturi, Rauch und Scott Brown, 1986−1990.
Stockwerk-, Brüstungs- und Sohlbankgesimse der Wohnanlage im Quartier Lenbach Gärten in München. Otto Steidle, um 2005−2007.


I. Allgemeines

A. Definition

Ein Gesims (Sims) ist ein vorkragendes, in der Regel horizontal verlaufendes Bauglied. Es kann aus einer einfachen Leiste (zu möglichen Materialien siehe II.A) bestehen oder vielfältig zusammengesetzt, profiliert und mit Bauornamentik geschmückt sein. Seine Funktionen sind ästhetischer und/oder praktischer Natur: Waagerechte Gliederungsabschnitte einer Fassade werden durch Gesimse betont und abgeschlossen, senkrechte zusammengefasst. Am Außenbau schützen sie vor Witterungseinflüssen, indem sie das an den Wänden hinablaufende Wasser mittels Traufleisten zum Abtropfen bringen.[1] Die Formtypen, Profile und Anbringungsorte der Gesimse hängen zwar mit dieser praktischen Funktion zusammen, jedoch stehen die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten als gestalterisches Element der Flächengliederung und Bauzier meist im Vordergrund.

Hinsichtlich des baulichen und funktionalen Zusammenhangs ist zwischen dem Gesims als oberstem Glied des zu den klassischen Säulenordnungen gehörigen Gebälks (Geison; Abb. und Abb.) und dem hiervon unabhängigen Auftreten des Gesimses als eigenständiger Profilleiste an anderen Stellen des Gebäudes zu unterscheiden. In der Architekturtheorie und historischen Bauformenlehre wurde diese Abgrenzung jedoch nicht immer vollzogen.[2]

B. Etymologie und Begriffsgeschichte

Der lateinische Begriff „sima“ (von „simus“ [plattnäsig], bzw. griechisch „σιμóς“ [stumpfnäsig]), bezeichnet die Rinnleiste über dem Geison, dem Kranzgesims am Dachansatz des antiken Tempels.[3] Hieraus entstand über das mittellateinische „simatus“ (plattgedrückt) das mittelhochdeutsche „Gesimeze“ (oder „sim[e]z“, vgl. althochdeutsch „simizstein“), schließlich neuhochdeutsch „Sims“ (Gesims).[4]

Vitruv nannte das Kranzgesims „corona“, während es im nachklassischen Latein auch „coronix“ (vom griechischen „κoρωνίς“ [Kranz]) hieß.[5] Hierauf gehen die neusprachlichen Begriffe „cornice“ (englisch),[6] „corniche“ (französisch)[7] und „cornice“ bzw. „cornicione“ (italienisch)[8] zurück. Im Gegensatz zum antiken Gebrauch werden in der heutigen Terminologie jedoch Gesimse aller Art hiermit benannt. Im Englischen bezeichnet man Gesimse, Zier- und Profilleisten auch als „mo(u)ld“ bzw. „mo(u)lding“,[9] im Französischen als „moulure“.[10]

Leon Battista Alberti bezeichnete den bekrönenden Teil des Gebälks als „corona“ oder „coronix“: „Coronices appellamus partes eas supremas, quae supra tignum promineant“.[11] In diesem Zusammenhang unterliegt das Gesims dem Kanon der jeweiligen Säulenordnung. Gesimse über Türen und Fenstern nannten Alberti und noch Guarino Guarini hingegen „superliminare“.[12] Auch bei den italienischen Architekturtheoretikern des 16. Jh. wird das Gesims vorwiegend im Kontext der Säulenordnung definiert, so bei Giacomo Barozzi da Vignola: „... tutto l’ornamento di sopra, cioè architrave, fregio e cornice“ (Abb.), jedoch wird das Kämpfergesims „la cornice della impòsta“ genannt, und den oberen Abschluss einer massiven Wand bezeichnet er trotz gebälkartiger Gliederung ebenfalls als „cornice“.[13] Entsprechendes gilt für Andrea Palladio, der auch Einzelformen von Gesimsen definierte und Berechnungen für deren Proportionierung vorlegte.[14] Bei Andrea Serlio ist ein Gesims (bzw. das gesamte Gebälk), das nicht auf Säulen oder Pilastern ruht, „cornice bastarda“.[15]

In der deutschen Architekturtheorie wurde zwar in der Regel zwischen den eigenständigen Gesimsformen und denjenigen des Gebälks unterschieden, jedoch kam es bei der Begriffsverwendung nicht selten zu Überschneidungen. Nicolaus Goldmann definierte das Gesims folgendermaßen: „Ein Gesimse/ ist wie ein klein Gebälke gestaltet/ über einer Eröffnung oder über einem Behältnuß ...“. Die lateinische Form gab er mit „Superliminare“, die italienische mit „Ornamento minore“, die französische mit „Cornichement“ und die niederländische mit „Gesims“ an.[16] Hingegen nennt er den obersten Teil des Gebälks „Krantz“ und gibt als dessen Funktion den Schutz der Wand vor Regen an.[17]

In Anlehnung an Goldmann verstand Leonhard Christoph Sturm unter Gesims „... die übrige Verzierung über der Einfassung der Türen und Fenster“ und bezeichnete das Gesims des Gebälks als Kranz: „Coronix. La Cornice, la corniche, de Kroonlyst, der Krantz/ ist der alleroberste und prächtigste Theil der Ordnung, welches aus dem gemeinen Zimmerwerck den Vorsprung des Daches und dessen Verkleidung vorstellet.“[18] Mit „Sims“, „Simsung“ und „Sims-Werck“ wurde allerdings auch das Gebälk in seiner Gesamtheit beschrieben.[19], Ebenso betonte Sturm die Abhängigkeit der Gesimse von den Säulenordnungen: „Vergliederung/ das ist/ die Zusammensetzung der zu jeder Ordnung gehörigen Gesimße.“[20]

Für einfache Gesimse waren im deutschen Spätbarock die Begriffe „Projectura“, „Praeminentia“,[21] „Bord“ und das französische „Saillie“ (Vorsprung)[22] gebräuchlich. Vielfach wurden auch die Gesimse, die nicht Teil eines Gebälks waren, von den Säulenordnungen abgeleitet oder als deren Reduktionsform verstanden. Nach Christian Ludolph Reinhold (1784), der „Gesims“ und „Hauptgesims“ (Gebälk) unterschied,[23] war das erstere schlicht, während das zweite wie ein ganzes Gebälk aufgebaut sein konnte; vgl. auch Johann Baptist Izzo (1773): „Es [das Gesims] ist sehr einfach, und besteht aus wenigen Gliedern. Wenn es aber zugleich der höchste Theil eines Gebäudes seyn soll: folget es den Gesetzen der nämlichen Säulenordnung. Ja an sehr hohen Gebäuden wird anstatt dieses Gesimses zuweilen das Gebälk selbst gesetzet, und zwar ebenso hoch, als wenn eine Ordnung da wäre: aber den Unterbalken, und den Fries kann man demnach weglassen, wenn man es für gut befindet.“[24]

Die Wirkungen komplexer Gesimse in unterschiedlicher Perspektive und Beleuchtung, auch die Kombination realer Gesimse mit fingierten veranschaulichte vor allem Andrea Pozzo in den Tafeln seiner zunächst mit lateinisch-italienischem, dann mit deutsch-lateinischem Text erschienenen "Prospettiva" (Abb.).[25]

In der architekturhistorischen Literatur des 19. und des frühen 20. Jh. wurde das Gebälk der Säulenordnung ebenfalls häufig unter dem Begriff "Gesims" subsummiert, oder es wurden darunter sogar sämtliche waagerechten Bauglieder verstanden. Üblich war die Benennung des Gebälks als Gesims, bestehend aus den Hauptteilen Architrav, Fries und Kranz. Dagegen wird in den neueren Handbüchern und Lexika zu Recht meist zwischen dem Gebälk mit dem Gesims als bekrönendem Bauglied und eigenständigen Gesimsformen unterschieden.[26]

II. Typen

A. Material und Außenhaut

Gesimse können entweder aus dem Material der Trägerwand sein (Naturstein, Holz, Backstein bzw. Ziegel, Beton) oder aus einem mit Hilfe von Modeln, Schablonen oder Riffelwalzen geformten Material angetragen werden (Abb. und Abb.; Stuck, gebranntem Ton,[27] im 19. Jh. auch Gusseisen, im 20. Jh. verschiedenartigen Polymeren). Die Außenhaut des Gesimses kann mit derjenigen der Wand übereinstimmen, so dass sich das Architekturglied nur durch seinen Schattenwurf[28] und sein vor allem an den Gebäudekanten erkennbares Profil abhebt. In anderen Fällen betont eine abweichende Oberflächenbehandlung oder Farbigkeit das Gesims gegenüber der Wand.

B. Funktion und Form

Am Außenbau gibt es folgende Grundformen, die unterschiedliche Funktionen haben: Das Sockel- oder Fußgesims deckt die Sockeloberkante ab und setzt so eine Zäsur zwischen dem Gebäudesockel und den Stockwerken (Abb.).[29] Gurtgesimse (Abb., Abb. und Abb.) verlaufen in Höhe der Balkenlage eines Geschosses oder der Fensterbrüstungen. Zeigt ein Gurtgesims die Position der Stockwerke am Außenbau an, so ist es auch als Stockwerkgesims (oder Kordongesims) zu bezeichnen. Ein Stockwerkgesims, das vorstehende Balkenköpfe verschalt, nennt man Balkengesims (in Holzkonstruktionen auch Kastengesims). Das Bauglied unterhalb des Dachansatzes wird Haupt-, Schluss- oder Dachgesims genannt. In der heutigen Terminologie ist es üblich, das Hauptgesims als Kranzgesims zu bezeichnen, während der historische Begriff Kranz (Corona) in der Regel nur das Gesims des Gebälks meint (Abb., Abb., Abb. und Abb.). Die weit ausladenden Deckplatten mancher Kranzgesimse, vor allem in der Antike und im Palastbau der Renaissance, werden von Konsolen getragen; dieser Typus heißt Konsolgesims (Abb., Abb., Abb., Abb. und Abb.). Für die aus Holz konstruierten Kranzgesimse, wie sie in der oberitalienischen Renaissance häufig sind, ist der Begriff Sparrengesims gebräuchlich.[30] Das schräg entlang der Giebellinie verlaufende Gesims ist das Giebelgesims (Abb. und Abb.). Als Deckgesims kann jedes Gesims bezeichnet werden, durch das ein Bauglied nach oben abgeschlossen wird. Fenster-, Tür-, Sohlbank- und Brüstungsgesimse (Abb. und Abb.) stehen zwar in direktem Zusammenhang mit dem jeweiligen Bauglied und dessen Rahmenprofilen, bilden aber nicht selten einen das gesamte Gebäude umlaufenden Gurt aus.[31] Gesimse, die Bogen- oder Gewölbeauflager markieren, nennt man Kämpfergesims (Abb.).[32] Kleinere Gesimse, die beispielsweise Reliefs oder Schriftplatten an den Außenwänden vor Regen schützen, werden als Verdachungsgesims bezeichnet.[33] Um eine spezifische Form der Gotik handelt es sich bei den Kaffgesimsen, die u. a. die einzelnen Absätze von Strebepfeilern abdecken (Abb. und Abb.; siehe III.C).[34] Unterhalb der Fenster werden die mit den Sohlbänken verkröpften Kaffgesimse meist um den Bau herumgeführt.

Die Gesimstypen im Inneren von Gebäuden entsprechen im Wesentlichen denen des Außenbaus. Mit Ausnahme der Gesimse unterhalb der Fenster, die vor allem in der Gotik als Rinnleisten zum Auffangen von Kondenswasser gebildet sein können, kommen ihnen auch hier gestalterische und tektonische Aufgaben zu. Neben Sockel-, Stockwerk- und Kämpfergesimsen sind vor allem Wandschluss- und Deckengesimse (Abb.) für den Wandaufbau und die Gewölbe von besonderer Bedeutung. Letztere befinden sich entweder direkt unter der Decke bzw. am Ansatz des Gewölbes oder sind an der Decke selbst angebracht.[35] Das Kehlgesims setzt die Voute (Deckenkehle) gegen die Wand ab. Kuppelwölbungen werden von den Pendentifs durch ein Kuppelfußgesims (Abb.) abgehoben.

Formal können Gesimse sehr unterschiedliche Querschnitte aufweisen: Neben glatt vorspringenden lotrechten oder abgeschrägten Leisten gibt es Viertel- oder Rundstäbe, Wulste, steigende oder fallende Karniese,[36] Rinn- und Kehlleisten.[37]

III. Überlieferung

A. Antike

Alle antiken Gesimse besitzen ein gemeinsames Merkmal: Sie setzen die waagerechten Steinlagen des Wandaufbaus fort, aus dem sie hervorgehen, weisen also horizontale Flächen an der Ober- und Unterseite und gewöhnlich auch eine lotrechte Stirnseite auf. Profile wie Rundstäbe und Blattwellen (Kyma) vermitteln zwischen der rechtwinklig geschnittenen Deckplatte und den Untergliedern. Dieses Schema blieb auch für alle späteren Epochen verbindlich (Abb.), die sich auf antike Bauformen zurückbezogen (Abb.).[38] Mit dem zunehmenden Verzicht auf die Instrumentierung von Bauten durch Säulen, Pilaster und voll entwickelte Gebälke nahm in der Spätantike die Bedeutung einzelner Gesimse als Mittel horizontaler Gliederung zu. Insbesondere die Kämpfergesimse übernahmen nun Aufgaben, die zuvor den Gebälken zukamen. Ihre Profile und Zierformen wurden hingegen stark vereinfacht.

B. Frühmittelalter und Romanik

In der vorkarolingischen Baukunst kommen Gesimse in der Regel lediglich als vereinzelte Ausläufer spätantiker Bauformen vor. Auf die römisch-antiken bzw. frühchristlichen Formen griff man anscheinend erst in der Karolingerzeit bewusst zurück.[39] Sie wurden bis ins hohe Mittelalter tradiert, allerdings unter erheblicher Reduktion des ornamentalen Schmucks und der Profile. Trotz der Vereinfachung und Umformung blieben die Grundformen antiker Gesimsprofile bis in die Spätromanik und Frühgotik weithin vorbildhaft und verbreitet.[40] Das schon in der Spätantike häufige Ersetzen von Gebälken durch Kämpfer bzw. Kämpfergesimse führte im Mittelalter zur nahezu vollständigen Verdrängung der antiken Gliederung.

Am Außenbau wurden Gesimse im Früh- und Hochmittelalter vorrangig zur Geschossgliederung eingesetzt. Oftmals bildeten die Gesimse gemeinsam mit Lisenen die horizontale und vertikale Gliederungsstruktur des Außenbaus. Vielfach sind sie durch Ornamentik verziert und stehen in Verbindung mit Friesen. Einen gesteigerten ornamentalen Aufwand weisen vor allem die Hauptgesimse der Hoch- und Spätromanik auf, insbesondere im Rheinland (Abb.).

Bei den ungewölbten Basiliken des Frühmittelalters sind die durchlaufenden Gesimse oft die einzigen plastischen Gliederungselemente der Obergadenwand (z. B. in der Abteikirche von Seligenstadt, 830–840).[41] Das Gesims setzt hier die Arkadenzone von dieser ab – ein spätantikes Bauschema, das bis ins 11. Jh. vorherrschend blieb und erst durch die Entwicklung vertikaler Vorlagensysteme und Gewölbedienste an Bedeutung verlor. Bei Bauten mit vertikaler Wandgliederung sind die Gesimse entweder mit den Wandvorlagen verkröpft oder werden von ihnen unterbrochen. An den Diensten verbinden sich die Gesimse häufig mit Schaftringen zu einem umlaufenden Band (vor allem in Spätromanik und Gotik). In Gewölbebasiliken verläuft das Hauptgesims der Hochwand manchmal in Kämpferhöhe der Dienste und fungiert somit gleichzeitig als Fußgesims der Schildbögen oder als Sohlbankgesims der Obergadenfenster.

C. Gotik

In der Hochgotik vollzog sich eine grundlegende Umformung der antikisierenden Gesimsprofile der Romanik, die allerdings nicht einheitlich verlief und je nach Funktion und Typus des jeweiligen Gesimses erheblich differieren konnte. Der prinzipielle Unterschied gegenüber der Antike und den von ihr ausgehenden Traditionssträngen ist die Abschrägung der Deckplatte, durch die eine verbesserte Abwässerung („Wasserschlag“) erreicht werden sollte (Abb. und Abb.). Ihre Entstehung hängt eng mit der Entwicklung der Strebepfeiler zusammen, deren einzelne Absätze sie verdachen. In Höhe der Fenster bleiben die Kaffgesimse auf diese Absätze beschränkt, darunter bilden sie oftmals einen umlaufenden Gurt aus. Daher kamen solche Gesimse am Außenbau weitaus häufiger und ausgeprägter vor als im Inneren.[42] An der Unterseite der Deckplatte, deren Stirnseite gewöhnlich nicht mehr lotrecht, sondern im spitzen Winkel gegen die Vertikale geschnitten ist, wurde das jeweilige Profil vornehmlich aus Rundstäben, Hohlkehlen und Kanten gebildet. Aus diesen Grundformen entstand ein außerordentlicher Variationsreichtum an Gesimsprofilen.[43]

D. Renaissance und Barock

Die Wiederaufnahme antiker Einzelformen folgte in der Frührenaissance noch keinem verbindlichen Kanon. Verschiedene Gesimstypen wurden im Quattrocento oft frei kombiniert. Palastbauten ohne Säulenordnung sind vor allem durch Gurt- bzw. Stockwerkgesimse horizontal gegliedert.[44]

Besondere Bedeutung für die Gesamterscheinung des Baukörpers kam den weit ausladenden, oft gebälkartig aufgebauten Kranzgesimsen zu, an deren Stelle in der Hochrenaissance vermehrt reguläre Gebälke traten. Weit verbreitet sind nun Kranzgesimse, deren Deckplatte von Konsolen getragen wird (Konsolgesims). Auch stützen Konsolen häufig die Gesimse von Gebälken. Man kann zwischen liegenden Balken- oder Volutenkonsolen, wie sie schon in der römischen Antike üblich waren, und stehenden Konsolen, die bei Gebälken auch aus dem Fries hervorgehen können, unterscheiden (Abb.). Insbesondere die Triglyphen der dorischen Ordnung wurden mehrfach zu stehenden Volutenkonsolen umgeformt (Florenz, Palazzo Rucellai, 1446–1458 von Bernardo Rosselino nach Entwurf von L. B. Alberti; Verona, Palazzo Bevilacqua, nach 1530 von Michele Sanmicheli). Diese Form erfreute sich im Manierismus ebenfalls einiger Beliebtheit und gehörte auch zum gängigen Formenrepertoire des Barock.

Deutsche Renaissancearchitekten entnahmen viele Gebälk- und Gesimsformen aus den italienischen Architekturtraktaten und Säulenbüchern.[45] Im 16. Jh. war die Umsetzung vor allem in Hinblick auf die Proportionen und Profilbildungen jedoch meist noch sehr frei und uneinheitlich, zuweilen derb wirkend, gerade bei der Nachbildung antiker Ornamentformen. Im Übergang zum Barock wurde der Formenkanon insbesondere an den Traktaten Serlios und Vignolas ausgerichtet.[46] Die Gesimsprofile des mitteleuropäischen Frühbarock waren überwiegend schlicht und formstreng, wenn auch Manierismen wie kurvierte Gesimse, etwa bei Wendel Dietterlin, auftreten konnten (Abb.).

Barocke Baumeister übernahmen hinsichtlich der Einzelformen und Profile im wesentlichen das Formengut der Hochrenaissance. Insbesondere die klassizierenden Stilrichtungen, wie sie in England, Frankreich und den Niederlanden vorherrschten, blieben dem Formenkanon der Hochrenaissance eng verbunden.

Im französischen „Âge classique“ wurde häufig auf eine Säulenordnung verzichtet, um den Baukörper stattdessen durch Gesimse zu gliedern, die manchmal gebälkartige Formen annehmen konnten. Insgesamt wurde das ganze überkommene und in den Architekturtraktaten regularisierte Formenrepertoire je nach Bauaufgabe differenziert zum Einsatz gebracht, wie im deutschsprachigen Raum beispielsweise die Palastfassaden Johann Bernhard Fischer von Erlachs zeigen (Abb.).

Die weitgehendsten Entwicklungen sind in Bezug auf eine größere Bewegtheit der Gesimse festzustellen, die vor allem im italienischen, böhmischen, österreichischen und deutschen Barock keineswegs mehr horizontal verliefen, sondern segmentbogenförmig oder in anderer Weise kurviert. Wenn zusätzlich die geraden Anlaufstücke wegfielen, erhielt das Gesims einen wellenförmigen Verlauf, was beispielsweise bei spätbarocken Fenstergesimsen zu den gängigen Stilmitteln gehört (Abb.). Auch kam es nicht selten vor, dass Gesimse zugunsten von Fenstern, Nischen, Ornamenten oder Bauskulptur durchbrochen wurden.

Vor allem die Architekten des Rokoko erlaubten sich größere Freiheiten, wie das Ein- und Ausbiegen, Schweifen und Einrollen der Gesimse (z. B. Abb.). Dies betraf vielfach auch die Gebälke bzw. ihre Kranzgesimse. Gelegentlich wurden die Gebälke im Spätbarock auf ein über Säulen oder Pilastern durchlaufendes Gesims reduziert. Dieses Verfahren ist im Sinne der Ornamentalisierung ursprünglich tektonisch oder funktional eingesetzter Bauglieder zu verstehen. Gesimse wurden nun vorrangig als ästhetische Mittel verwandt, um etwa die feingliedrige Reliefierung einer Wandfläche zu unterstreichen.

E. Klassizismus und Historismus

Die Kunsttheorie des Klassizismus forderte entschieden eine funktionale Verwendung von Gesimsen, sofern diese nicht in den Kanon einer der klassisch-antiken Säulenordnungen eingebunden waren. Johann Joachim Winckelmann zufolge diente ein Gesims „nicht sowohl zur zierlichen Bekleidung, als vielmehr zur Verwahrung und Beschützung desjenigen Teils eines Werks und Gebäudes, woran es steht.“[47] In diesem Sinne wurden in der Baukunst des Klassizismus die Gesimse entweder auf das praktisch Notwendige reduziert (Abb. und Abb.) oder in enger Anlehnung an Vorbilder aus der Antike oder auch der italienischen Renaissance mit einer dem Gebäudetypus bzw. der gewählten Säulenordnung entsprechenden Reichhaltigkeit an Profilen und Ornamentik geschaffen. Karl M. Heigelin wandte sich um 1830 entschieden gegen „lächerliche“, da funktionslose Gesimse in Innenräumen.[48] Vermutlich hatte er dabei barocken Stuckdekor vor Augen.

Im (strengen) Historismus verlor die Frage, ob ein Gesims in erster Linie funktional oder als Zierform einzusetzen sei, weitgehend an Bedeutung, da allein das jeweilige Vorbild aus der Architekturgeschichte bzw. ein bestimmter Stil zur Richtschnur für den Fundus des anwendbaren Formenguts wurde. Darstellungen der historischen Bauformenlehre und Architektur-Musterbücher, die im 19. Jh. in großer Zahl erschienen, hatten den Anspruch, stilgeschichtlich korrekte Vorlagen von Gesimsprofilen, die dem gewählten Baustil entsprachen, verfügbar zu machen.[49]

F. 20. und 21. Jahrhundert

Entsprechend der Tatsache, dass die Säulenordnungen nach dem Ersten Weltkrieg nur noch von neoklassizistisch arbeitenden Architekten verwendet wurden, verzichtete man meist auf Kranzgesimse oder reduzierte ihre Formensprache zu umlaufenden Bändern, Hohlkehlen oder Zahnschnitten (Abb.). Die Architekten des Bauhauses bevorzugten bekanntlich überwiegend – anders als ihre amerikanischen Zeitgenossen[50] – glatte Wände.[51] Fensterbänder mit durchlaufenden Sohlbänken übernahmen hier in gewisser Weise die gliedernde Funktion des Gesimses. In der expressionistischen oder expressionistisch bestimmten Architektur der 1920er Jahre wurden jedoch gerne Stockwerkgesimse und Fenstergesimse zur horizontalen Gliederung und Eckbetonung verwendet.[52]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewannen in Deutschland – in Abgrenzung zum Baustil des Nationalsozialismus – die Gestaltungsprinzipien des Bauhauses die Oberhand; Fassaden ohne jede Gliederung durch Gesimse entstanden. In der sog. Postmoderne seit der Zeit um 1960 setzten Gesimse neue Akzente im Innen- und Außenbau (Abb.).[53]

Im 21. Jh. werden die Fassadenflächen von Wohnanlagen für wohlhabende Nutzer gelegentlich durch Gesimse (mit oder ohne Lisenen) unterteilt, um sie „klassisch“ und repräsentativ wirken zu lassen (Abb.).

Anmerkungen

  1. Hans Koepf, Bildwörterbuch der Architektur. Mit 1300 Abbildungen, 2. Aufl., Stuttgart 1968 (Kröners Taschenausgabe, Bd. 194), S. 172; Nicolaus Pevsner, Lexikon der Weltarchitektur, Darmstadt 1971, S. 200−201; Wörterbuch der Kunst. Begründet von Johannes Jahn, fortgeführt von Stefanie Lieb. Mit 330 Abbildungen, 13. vollständig überarbeitete und ergänzte Aufl., Stuttgart 2008, S. 301−302; https://de.wikipedia.org/wiki/Gesims (Aufruf am 23.7.2017).
  2. Ulrich Schütte, Ordnung und Verzierung. Untersuchungen zur deutschsprachigen Architekturtheorie des 18. Jahrhunderts, Braunschweig u. a. 1986, S. 75.
  3. Karl Ernst Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch 2, 8, verbesserte und vermehrte Aufl., Hannover u. a. 1918, Sp. 2671 und 2680−2681.
  4. Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 22. Aufl., Berlin u. a. 1989, S. 673.
  5. Vitruvius Pollio, De architectura libri decem, lib. 3, cap. 5, § 11 (Proportionierung des ionischen Kranzgesimses zum gesamten Architrav) und lib. 4, cap. 3, § 6 (Proportionierung des dorischen Gesimses), übers. und mit Anm. vers. von Curt Fensterbusch, 5. Aufl., Darmstadt 1991, S. 162−163 und S. 184−185.
  6. The Oxford English Dictionary 3, 2. Aufl., Oxford 1989, S. 946; vgl. auch Cornice, in: The Dictionary of Art 7, London u. a. 1996, S. 874.
  7. Grand Larousse de la langue française 2, Paris 1972, S. 990; Trésor de la langue française 6, Paris 1978, S. 197; Paul Robert, Le Grand Robert de la langue française, Bd. 2, 2. Aufl., Paris 2001, S. 614; vgl. auch A. Joigny, Corniche, in: Encyclopédie de l’architecture et de la construction 4, 1, Paris o. J. [um 1890], S. 24–32.
  8. Salvatore Battaglia, Grande dizionario della lingua italiana, Bd. 3, 2. Aufl., Turin 1971, S. 786−787.
  9. The Oxford English Dictionary 10, 2. Aufl., Oxford 1989, S. 1−3 und 5. Schreibweise ohne "u": amerikanische Orthographie.
  10. Grand Larousse de la langue française 4, Paris 1975, S. 3492; Trésor de la langue française 11, Paris 1985, S. 1153; Paul Robert, Le Grand Robert de la langue française, Bd. 4, 2. Aufl. Paris 2001, S. 1698.
  11. Leon Battista Alberti, De re aedificatoria, lib. VII, 121a, v. 28. Zu weiteren Belegstellen für „corona“ und „coronix“ siehe Hans-Karl Lücke, Alberti-Index. Leon Battista Alberti. De re aedificatoria. Florenz 1485, Bd. 1, München 1975 (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, Bd. 6), S. 278–280.
  12. Hans-Karl Lücke, Alberti-Index. Leon Battista Alberti. De re aedificatoria. Florenz 1485, Bd. 3, München 1975 (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, Bd. 6), S. 1313−1314; Salvatore Battaglia, Grande dizionario della lingua italiana, Bd. 20, Turin 2000, S. 544.
  13. Giacomo Barozzi da Vignola, Regola delli cinque ordini d'architettura, Rom 1607, hg. von Arnaldo Forni, Bologna 1988 (Biblioteca di architettura urbanistica. Teoria e storia, Bd. 15), Taf. IV und XXXII. Die Erstpublikation des Werkes erfolgte wohl 1562 in Rom.
  14. Andrea Palladio, I quattro libri dell'architettura, Venedig 1670, lib. I, cap. 14, tab. 12, cap. 16, tab. 21, cap. 17, tab. 25, cap. 18, tab. 29, cap. 26, tab. 30, übers. und hg. von Andreas Beyer und Ulrich Schütte, 4. Aufl., Darmstadt 1993, S. 48−49, 66−67, 70−74, 78−80 und 92−95.
  15. Sebastiano Serlio, I sette libri dell‘architettura, Venedig 1584, hg. von Arnaldo Forni, Bologna 1978 (Biblioteca di architettura urbanistica. Teoria e storia, 3), lib. V, 212r.
  16. Nicolaus Goldmann, Vollständige Anweisung zu der Civil-Bau-Kunst, hg. von Leonhard Christoph Sturm, Wolfenbüttel 1696, Bd. 1, Nachdruck Baden-Baden u. a. 1962, S. 16.
  17. Nicolaus Goldmann, Vollständige Anweisung zu der Civil-Bau-Kunst, hg. von Leonhard Christoph Sturm, Wolfenbüttel 1696, Bd. 1, Nachdruck Baden-Baden u. a. 1962, S. 12.
  18. Leonhard Christoph Sturm, Kurtze Vorstellung der gantzen Civil-Bau=Kunst, Augsburg 1745, S. 7−8.
  19. Leonhard Christoph Sturm: „Sims=Werck ... Dieses wird das Ornament, Entablement oder Gebälcke genennet...“, in: Leonhard Christoph Sturm, Der geöffnete Ritter-Platz, Hamburg 1706, S. 28, zitiert nach Ulrich Schütte, Ordnung und Verzierung. Untersuchungen zur deutschsprachigen Architekturtheorie des 18. Jahrhunderts, Braunschweig u. a. 1986, S. 75.
  20. Leonhard Christoph Sturm, Kurtzer Begriff der gesamten Mathesis, Frankfurt an der Oder 1710, S. 13, zitiert nach Ulrich Schütte, Ordnung und Verzierung. Untersuchungen zur deutschsprachigen Architekturtheorie des 18. Jahrhunderts, Braunschweig u. a. 1986, S. 178, Anm. 220.
  21. Christian Ludolph Reinhold, System der zeichnenden Künste ..., Münster u. a. 1784, Abt. 25, § 39, S. 27−28.
  22. Paul Robert, Le Grand Robert de la langue française, Bd. 6, 2. Aufl., Paris 2001, S. 122.
  23. Christian Ludolph Reinhold, System der zeichnenden Künste ..., Münster u. a. 1784, Abt. 27, § 41, S. 28−29 (zum Hauptgesims und dessen Teilen).
  24. Johann Baptist Izzo, Anfangsgründe der bürgerlichen Baukunst, Wien 1773, S. 171, zitiert nach Ulrich Schütte, Ordnung und Verzierung. Untersuchungen zur deutschsprachigen Architekturtheorie des 18. Jahrhunderts, Braunschweig u. a. 1986, S. 178−179, Anm. 224.
  25. Andrea Pozzo SJ, Prospettiva de’ pittori et architetti, Bd. 1–2, Rom 1693–1700, hg. von Maria Walcher Casotti, Triest 2003, besonders Taf. 30, 34 und 84. Andrea Pozzo SJ, Perspectivae. Pictorum atque architectorum ... libri. Der Maler und Baumeister. Perspectiv, Bd. 1–2, Augsburg 1708–1711.
  26. Hans Koepf, Bildwörterbuch der Architektur. Mit 1300 Abbildungen, 2. Aufl., Stuttgart 1968 (Kröners Taschenausgabe, Bd. 194), S. 172; Nicolaus Pevsner, Lexikon der Weltarchitektur, Darmstadt 1971, S. 200−201; Wörterbuch der Kunst. Begründet von Johannes Jahn, fortgeführt von Stefanie Lieb. Mit 330 Abbildungen, 13. vollständig überarbeitete und ergänzte Aufl., Stuttgart 2008, S. 301−302.
  27. Zu Gesimsen aus Formziegeln („Gesimssteinen“) und Stuck-Gesimsen siehe Illustrirtes Bau-Lexikon 2, 4. Aufl., Leipzig 1882, S. 438−439; Constantin Uhde, Die Konstruktionen und die Kunstformen. Ihre geschichtliche systematische Entwickelung, begründet durch Material und Technik, Berlin 1902 (Die Konstruktionen und die Kunstformen der Architektur. Ihre Entstehung und geschichtliche Entwickelung bei den verschiedenen Völkern, Bd. 1), S. 54–58.
  28. Vgl. Constantin Uhde, Die Konstruktionen und die Kunstformen. Ihre geschichtliche systematische Entwickelung, begründet durch Material und Technik, Berlin 1902 (Die Konstruktionen und die Kunstformen der Architektur. Ihre Entstehung und geschichtliche Entwickelung bei den verschiedenen Völkern, Bd. 1), S. 162.
  29. Anton Genewein, Vom Romanischen bis zum Empire. Eine Wanderung durch die Kunstformen dieser Stile, Bd. 2, Leipzig 1911, S. 48.
  30. Anton Genewein, Vom Romanischen bis zum Empire. Eine Wanderung durch die Kunstformen dieser Stile, Bd. 2, Leipzig 1911, S. 25.
  31. Geradezu kanonisch bei giebelständigen Backsteinbauten des 16. Jh. (siehe http://www.rdklabor.de/wiki/Backsteinbau, Abb. 21–24 (Aufruf am 06.6.2018)), aber häufig auch bei Giebeln und Zwerchhäusern des späten 16. und frühen 17. Jh. in Franken, vgl. Markus Josef Maier, Von „Gesimbsen, Schnirckeln und Muscheln“. Giebel und Portale in der echterzeitlichen Baukunst, in: Julius Echter. Patron der Künste. Konturen eines Fürsten und Bischofs der Renaissance, Ausstellungskatalog Würzburg, Berlin u. a. 2017, S. 94–108, besonders S. 98−99.
  32. Hans Koepf, Bildwörterbuch der Architektur. Mit 1300 Abbildungen, 2. Aufl., Stuttgart 1968 (Kröners Taschenausgabe, Bd. 194), S. 172−173 und 249; Wörterbuch der Kunst. Begründet von Johannes Jahn, fortgeführt von Stefanie Lieb. Mit 330 Abbildungen, 13. vollständig überarbeitete und ergänzte Aufl., Stuttgart 2008, 301−302.
  33. Georg Gottlob Ungewitter, Lehrbuch der gotischen Konstruktionen, Bd. 2, 3. Aufl., Leipzig 1892, S. 442.
  34. Als „Kaffungen“ wurden im 19. Jh. die Absätze der Strebepfeiler bezeichnet, die das Gesims abdeckt. Vor allem in der älteren Literatur ist daneben manchmal in synonymer Begriffsverwendung auch von „Kappsimsen“ die Rede: „Kaffsims, [...], auch Kappsims, d. h. Sims an einem Absatz, der Kaffung, der Strebepfeiler, auch das Gesims, welches bei spätgothischen Gebäuden unter den Fenstern um die Strebepfeiler herumführt, auch für Gurtsims im allgemeinen gebraucht.“, vgl. Illustrirtes Bau-Lexikon 3, 4. Aufl., Leipzig 1882, S. 132.
  35. Zu dessen Funktion, Binnengliederung und praktischer Herstellung, vgl. Illustrirtes Bau-Lexikon 2, 4. Aufl., Leipzig 1882, S. 144.
  36. Hans Koepf, Bildwörterbuch der Architektur. Mit 1300 Abbildungen, 2. Aufl., Stuttgart 1968 (Kröners Taschenausgabe, Bd. 194), S. 222 (mit Abb.).
  37. Anton Genewein, Vom Romanischen bis zum Empire. Eine Wanderung durch die Kunstformen dieser Stile, Bd. 2, Leipzig 1911, S. 18, Abb. 1−18.
  38. Constantin Uhde, Die Konstruktionen und die Kunstformen. Ihre geschichtliche systematische Entwickelung, begründet durch Material und Technik, Berlin 1902 (Die Konstruktionen und die Kunstformen der Architektur. Ihre Entstehung und geschichtliche Entwickelung bei den verschiedenen Völkern, Bd. 1), S. 164–168; Constantin Uhde, Der Steinbau. In natürlichem Stein, die geschichtliche Entwickelung der Gesimse in den verschiedenen Baustilen, Berlin 1904 (Die Konstruktionen und die Kunstformen der Architektur. Ihre Entstehung und geschichtliche Entwickelung bei den verschiedenen Völkern, Bd. 3), S. 62–128; Erich Altenhöfer, Untersuchungen zur Entstehung römischer Gesimse, unveröffentlichte Habilitationsschrift, Technische Universität München, Fakultät für Architektur 1982, S. 112-232.
  39. Werner Jacobsen, Die Renaissance der frühchristlichen Architektur in der Karolingerzeit, in: 799. Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn. Beiträge zum Katalog der Ausstellung. Ausstellungkatalog Paderborn, Bd. 3, Mainz 1999, S. 623–642.
  40. Constantin Uhde, Die Konstruktionen und die Kunstformen. Ihre geschichtliche systematische Entwickelung, begründet durch Material und Technik, Berlin 1902 (Die Konstruktionen und die Kunstformen der Architektur. Ihre Entstehung und geschichtliche Entwickelung bei den verschiedenen Völkern, Bd. 1), S. 119–124.
  41. Werner Jacobsen, Die Renaissance der frühchristlichen Architektur in der Karolingerzeit, in: 799. Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn. Beiträge zum Katalog der Ausstellung. Ausstellungkatalog Paderborn, Bd. 3, Mainz 1999, S. 623–642, hier S. 635, Abb. 20.
  42. Georg Gottlob Ungewitter, Lehrbuch der gotischen Konstruktionen, Bd. 2, 3. Aufl., Leipzig 1892, S. 346.
  43. Georg Gottlob Ungewitter, Lehrbuch der gotischen Konstruktionen, Bd. 2, 3. Aufl., Leipzig 1892, S. 437–444; Constantin Uhde, Der Steinbau. In natürlichem Stein, die geschichtliche Entwickelung der Gesimse in den verschiedenen Baustilen, Berlin 1904 (Die Konstruktionen und die Kunstformen der Architektur. Ihre Entstehung und geschichtliche Entwickelung bei den verschiedenen Völkern, Bd. 3), S. 209–286, besonders S. 257 und 276−277.
  44. Diverse Beispiele bei: Andrea Palladio, I quattro libri dell' architettura, Venedig 1670, lib. II, übers. und hg. von Andreas Beyer und Ulrich Schütte, 4. Aufl., Darmstadt 1993, S. 111–201; vgl. auch Constantin Uhde, Der Steinbau. In natürlichem Stein, die geschichtliche Entwickelung der Gesimse in den verschiedenen Baustilen, Berlin 1904 (Die Konstruktionen und die Kunstformen der Architektur. Ihre Entstehung und geschichtliche Entwickelung bei den verschiedenen Völkern, Bd. 3), S. 300–358; Anton Genewein, Vom Romanischen bis zum Empire. Eine Wanderung durch die Kunstformen dieser Stile, Bd. 2, Leipzig 1911, S. 9–28.
  45. Anton Genewein, Vom Romanischen bis zum Empire. Eine Wanderung durch die Kunstformen dieser Stile, Bd. 2, Leipzig 1911, S. 41−44; Bernd Evers und Jürgen Zimmer, Deutschland, in: Petra Lamers-Schütze (Hg.), Architekturtheorie von der Renaissance bis zur Gegenwart, Köln 2003, S. 482 passim.
  46. Bernd Evers und Jürgen Zimmer, Deutschland, in: Petra Lamers-Schütze (Hg.), Architekturtheorie von der Renaissance bis zur Gegenwart, Köln 2003, S. 530 passim.
  47. Johann Joachim Winckelmann, Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst. Sendschreiben, Dresden u. a. 1756, hg. von Max Kunze, Stuttgart 2013 (Reclams Universal-Bibliothek, Bd. 18985), S. 55.
  48. K[arl] M. Heigelin, Lehrbuch der höheren Baukunst für Deutsche, Bd. 2, Leipzig o. J. [um 1830], S. 122.
  49. Z. B. Alexander Heideloff, Der kleine Altdeutsche (Gothe) oder Grundzüge des altdeutschen Baustyles, Bd. 1–3, Nürnberg 1849–1852; Gottfried Semper, Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten, Bd. 1–2, München 1860–1863, hg. von Friedrich Piel, Mittenwald 1977 (Kunstwissenschaftliche Studientexte, Bd. III/2).
  50. Zur Verwendung von Gesimsen bei Frank Lloyd Wright, der bei fast allen Bauten die Horizontale betonte, siehe Kathryn Smith, Frank Lloyd Wright. American Master, New York 2009.
  51. Walter Gropius gliederte das Eingangsgebäude der Faguswerke in Alfeld, 1911–1914, durch zurückgesetzte Ziegellagen. Die hierdurch entstehenden Schattenfugen sind gewissermaßen die Negation von Gesimsen, erfüllen aber deren ästhetische Funktion, vgl. Jan Pieper, Gropius Vitruvianus Meyeri. Klassische Maße, Module und Proportionen im Vestibül der Fagus-Werke, in: Lukas Madersbacher und Thomas Steppan (Hg.), De re artificiosa. Festschrift für Paul von Naredi-Rainer zu seinem 60. Geburtstag, Regensburg 2010, S. 379–388.
  52. Wolfgang Pehnt, Architektur des Expressionismus, Stuttgart 1973, z. B. S. 183 (Erich Mendelsohn), S. 187 (Fritz Höger) und S. 290 (Wilhelm Kreis).
  53. Z. B. bei Robert Venturi und seinen Mitarbeitern, vgl. Amedeo Belluzzi, Venturi, Scott Brown e Associati, Bari 1992, Abb. 12−13 (doppeltes Fenstergesims), Abb. 176 (Deckengesims) und Abb. 188 (Sockelgesims).