Bett, Bettstatt, Bettstelle

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englisch: Bed; französisch: Lit; italienisch: Letto.


Hans Wentzel (1938)

RDK II, 383–393


RDK II, 385, Abb. 1. Oberflacht, 7. Jh.
RDK II, 385, Abb. 2. Moissac, 12. Jh.
RDK II, 387, Abb. 3. Paris, 1456.
RDK II, 387, Abb. 4. Großgmain, 1499.
RDK II, 389, Abb. 5. 1470, München.
RDK II, 389, Abb. 6. Peter Flötner.
RDK II, 391, Abb. 7. 1568, Meldorf.
RDK II, 393, Abb. 8. St. Florian, A. 18. Jh.
RDK II, 393, Abb. 9. Würzburg, A. 19. Jh.

(Bettgestell, Bettlade, lat. sponda, frz. chaliz, chalit, bustail, bois de lit, engl. bed-stead; Betthimmel, Bettedach, Baldachinbett, frz. pavillon de lit, ciel de lit, engl. tester.)

Unter B. verstehen wir das Gestell aus Holz oder Metall zur Aufnahme des eigentlichen „Bettes“, der Kissen, Pfühle und Decken. Das B. ist und war im Süden kein notwendiges Hausmöbel; noch im 15. Jh. schlief man sogar am Hofe auf einem erst zur Nachtzeit auf dem Erdboden bereiteten Lager; dagegen wird das B. im Norden immer unentbehrliches und stets vorhandenes Hausmöbel gewesen sein.

Form und Größe des B. werden durch verschiedene Faktoren bestimmt: als Prunk- und Paradebett hat es unter Umständen staatsrechtliche (lit de justice [2, Sp. 435ff.]) und gesellschaftliche Funktionen und wird dementsprechend dekoriert; die zum Teil erstaunlichen Ausmaße erklären sich durch die Verwendung als Ehe- bzw. Familienbett: im MA kann das B. grundsätzlich als mehrschläfrig angesehen werden; das Einzelbett kommt anscheinend nur fürstlichen Personen zu; seine Wertschätzung kann aus der Tatsache ermessen werden, daß es auch auf kurzen Reisen stets mitgeführt wurde. Zahlreiche Sonderarten kommen seit dem MA vor: so das Garderobebett, nahezu ein kleines Zimmer hinter Vorhängen, das Feldbett (lit de camp), kleiner und leichter transportabel und daher seit dem 15. Jh. mit sinnreichen Mechanismen zum Zusammenklappen und Verstauen auf kleinstem Raum gebildet [2, Sp. 460ff.]. – Die meisten Formvarianten ergeben sich hauptsächlich aus der verschiedenartigen Kombination des B. mit seinen Aufbauten, Baldachinen usw. – Originalbettstellen sind erst seit dem 15. Jh. erhalten, doch gibt es zahlreiche zuverlässige Darstellungen auf Reliefs und in Miniaturen seit dem 12. Jh. (Geburt und Tod der Maria usw.).

In den deutschen Bettypen der geschichtlichen Zeit treffen sich verschiedene Formen des Bettgestells: 1. der leichte römische Bettrahmen von niedriger einfachster Feldbettform, häufig in Bronze konstruiert (C. L. Ransom, Couches and beds of the Greeks, Etruscans and Romans, Chicago 1905; vgl. [7, Abb. 13–17]). 2. Die vorgeschichtliche Holzbettstelle der sog. Totenbetten von Oberflacht (Abb. 1), kistenartige Möbel mit betonten Eckpfosten und umlaufenden Wandverschalungen, Pfosten und Säulchen der durchbrochenen Seitenwände in hochentwickelter Drechslerkunst geformt. 3. Die in die Wandecke geschobene tiefe, mehrschläfrige Bettlade; sehr alte Beispiele sind von diesem Typus nicht erhalten, doch scheinen im besonderen die B. in skandinavischen und norddeutschen Bauernhäusern auf ihre dortige Entstehung und ihr hohes Alter hinzudeuten [4, Abb. 443; 9, Taf. 10]. 4. Das Wand- oder Nischenbett, das durch Türen oder Wandvorhänge tagsüber ganz verschlossen werden und hinter der Wand verschwinden kann, wird mit dem dritten Typus zusammenhängen und nordischer Herkunft sein [4, Abb. 444]; obgleich das Wandbett auch fälschlich Alkoven genannt wird, hat es doch nichts gemein mit dem sich seit ca. 1600 von Spanien aus in Europa einbürgerndem Zeltbett (das seinerseits allerdings auf eine Art Wandbett reduziert werden kann).

Das uns nach bildlichen Quellen bekannte B. des frühen MA ist in Anschluß an das spätantike zumeist ein kunstloses Spannbett, also ein auf kurzen Füßen stehender rechteckiger Rahmen mit einer Lagerfläche von elastischen Stricken oder Gurten; die damals für das Schlafen übliche steile Lage wird nicht durch den Bettrahmen, sondern durch getürmte Kissen erzielt; der im ganzen MA übliche reiche Behang mit Decken verbirgt meistens das B. selber, so daß der einfache Holzrahmen völlig kunstlos sein kann. In einfacheren Beispielen, denen der üppige Stoffbehang fehlt, wird auch die von Oberflacht her bekannte Bettkistenform mit gedrechselten Eckpfosten verwendet (Evangeliar Ottos III., 149 v; vgl . auch [15, Abb. 14]).

Aufwendig geschmückte B. scheinen zunächst nur ausnahmsweise vorzukommen; ihre Verzierung beschränkt sich auf die Füße [1, Abb. 2], auf die gelegentlichen Rückpfosten für den Kissenaufbau [1, Abb. 3]; in der Ausschmückung wird der alte Bettkistentypus ähnlich behandelt, nur werden kurze, in der Mitte offene Seitenwände angesetzt (Abb. 2), auch sie wiederum in Drechslerarbeit verziert [1, Abb. 4; 7, Taf. 29; 9, S. 24/25; 15, Abb. 15]. Baldachine bzw. Betthimmel begegnen erst im 12. Jh.: zuerst anscheinend zeltartig (Clm. 14159, Judith und Holofernes), dann an zwei Balken über dem B. an Ringen verschiebbare Vorhänge; ihr Zweck war anscheinend ein mehrfacher: Wärmeschutz, Abtrennung des im Wohnraum stehenden Ehebettes gegen die anderen (etwa auf dem Boden) im selben Raum Schlafenden, Verhüllung des B. zur Tageszeit [1]; gelegentlich hängt zwischen den Vorhangbalken eine Ampel.

In der Gotik wird zunächst das von Tüchern behangene, völlig schmucklose Bettgerüst beibehalten, grundsätzlich aber das Baldachinbett bevorzugt. Über dem B. wird ein hölzerner rechteckiger Rahmen befestigt (auf vier oder zwei Stützen oder frei an der Decke hängend), von diesem ziehen sich – das Bett nach allen Seiten verhüllend – bis zum Boden reichende Vorhänge herunter [1, Abb. 6; 9, S. 24; 15, Abb. 30–32]; da beim gemachten B. tagsüber zumindest der am meisten in die Stube ragende Eckvorhang hochgeschlagen und zum strafferen Faltenfall evtl. in der Umschlagsstelle beschwert wird, ergibt sich die Silhouette jener typischen Stoffgehänge, die im Anschluß an Rogier v. d. Weyden auf nahezu allen Innenansichten des 15. Jh. wiederkehren (Abb. 3). – Zwei wichtige Neuerungen erscheinen im 15. Jh.: 1. der Stoffhimmel wird in einen hölzernen verwandelt, der gerade vorkragt [7, Taf. 74; 9, S. 45, Taf, 88, 125–127], zur Hälfte überragt („Halbverdeck“, Abb. 5; [7, Taf. 75; 9, S. 44; 15, Abb. 56]), auch das ganze B. überdeckt und Bettgehäuse bildet [7, Taf. 72; 8, Taf. 18; 15, Abb. 54]; 2. da man im 15. Jh. von der bisher üblichen Ruhestellung im Sitzen zur mehr horizontalen Lage übergeht, bürgert sich damals die noch heute gebräuchliche Bettstelle ein: vier hohe Pfosten mit Knopfenden, an den Schmalseiten hohe, an den Langseiten niedrige Verschalbretter (Abb. 4; vgl. auch Pantheon 17, 1936, S. 187). Die beträchtliche Höhe des B. nötigt zum seitlichen Anschieben einer „Bettstufe“; für sie wird entweder eine lange Sitzbank mit dem Bett verbunden (Abb. 4) oder eine verschiebbare Sitztruhe an das B. gerückt [9, S. 40/41; 15, Abb. 44]. Für beide Typen finden sich die frühesten und auch die zahlreichsten Beispiele in Süddeutschland und in den Alpenländern.

Während in der Gotik die genannten Bettypen in gleicher Weise für den Hof wie für den Bürger und Bauer gelten, tritt seit der Renaissance eine schärfere Scheidung der Stände ein. Bürger und Bauer behalten vornehmlich das verschalte Pfostenbett bei, gestalten es nur ausnahmsweise durch Baldachine zum Himmelbett aus, während sich im Norden so gut wie ausschließlich in der Bauernstube das schrankartige Wandbett mit Türen oder Vorhängen durchsetzt. Eine ganz andere Entwicklung nimmt das B. der höfischen Kreise in den Königs- und Adelsschlössern. Die in ganz Europa nachgeahmten B. sind in Frankreich geprägte Prunkmöbel: sie stehen in den Empfangs- und Gesellschaftsräumen und bilden deren Mittelpunkt, um den sich das gesellschaftliche Leben abspielt (bei besonderen Gelegenheiten empfangen Fürst oder Fürstin auf dem B. liegend [2]). Die luxuriöse Ausgestaltung betrifft allerdings weniger die Bettstelle als vielmehr die Stoffdraperie, die phantastischen Überhänge und Baldachine; das Bettgestell selber verschwindet tagsüber hinter ihnen und dem hohen Kissenaufbau; allein sichtbar und geeignet zur Verzierung bleiben von dem Holzwerk zumeist nur das Kopfstück und ein Teil der Verschalung am Fußende. – Die reiche Behängung kommt vor allem den Stoffen zugute: es gibt Bettgardinen, Vor- und Umhänge besonderer Art und Ausstattung (eine besonders schöne „Valance“ der Zeit um 1600 mit Jagdszenen im Pantheon 14, 1934 S. 320). Die Ausmaße des B. sind bis ins späte 18. Jh. nahezu die gleichen: meistens breite, fast quadratische Lagerflächen mit niedrigem Boden, aber hoher Pfühlstaffelung. – Die Stellung in den Galaräumen verliert das B. erst im späten 18. Jh.: das nicht als Wohnzimmer zugleich benutzte Schlafzimmer bürgert sich erst ausgehend von spärlich möblierten Gasträumen und nach englischem Muster (?, vgl. [13, Abb. 318]) im 19. Jh. ein.

Die Übergänge zwischen dem Renaissancebett und dem Barockbett sind fließend. Grundsätzlich kennzeichnet das Renaissancebett eine akzentuierte Betonung des Holzgerüstes [9, Abb. S. 56]: die Tragpfosten des wegen des hohen Kissenaufbaus [15, Abb. 200] steilen Himmels werden nicht wie in der Gotik verkleidet, sondern sichtbar gelassen und daher meist in Drechslerarbeit als prachtvolle Docken mannigfaltig geformt (Abb. 6 u. 7; vgl. auch [7, Abb. 116, 117]). Die von Holzschnitten Peter Flötners bekannte Bettform mit thronartig hoher Rückwand und niedriger vorderer Verschalung, wie sie in Italien seit dem 14. Jh. benutzt werden ([15, Abb. 86, 99ff.], Pantheon 10, 1932, S. 338) läßt sich in erhaltenen deutschen Beispielen nicht nachweisen (vgl. aber ein Augsburger Relief um 1525 [9, S. 55], das auf das tatsächliche Vorkommen hindeuten könnte); auch die in seinen Vorlagen betonte Ausgestaltung der eigentlichen Bettstelle mit geschnitzten oder bemalten Verschalungswänden (Abb. 6) scheint selten angewandt worden zu sein: so etwa in den kostbarsten deutschen Renaissancebetten im Pesel des Statthalters Marcus Swyn in Lehe (Abb. 7), wo sowohl die Füllwände wie auch die hölzernen Baldachine reich mit figürlichem und ornamentalem Schmuck bedeckt sind; von ähnlichem Typus, aber derber in der Ausführung das Prunkbett von 1604 in Schloß Wicken (Ostpr.); ein Renaissancebett von ungewöhnlich zarten Formen mit Einlegearbeit in Ebenholz und Elfenbein in Ansbach [9, Taf. 213]; neben den üblichen klar disponierten Anlagen wirkt das sog. Zeltbett des Paul Scheurl in Nürnberg (1596) in seinem überladenen Prunk nahezu grotesk [15, Abb. 180]. – Ein vornehmes B. vom E. 16. Jh. ist in der Kammer Karls IX. auf Schloß Gripsholm erhalten: ein eingebautes Nischenbett mit bemalten Vertäfelungen deutsch-niederländischer Künstler (Führer 1937, Taf. 17–21).

Ausgehend von Frankreich nimmt zu Beginn des 17. Jh. die Stoffdrapierung an B. wieder zu; das B. selber verschwindet wieder hinter den Behängen [14, Abb. 3, 14, 22], deren Formen zahllos und ohne Regeln sind. Der Himmel kann plan, rechteckig, zeltförmig, spitzgiebelig, volutenförmig geschwungen, von Akroterien und Federbüschen bekrönt sein, entsprechend vielseitig die Anordnung der Vorhänge; an Stoffen werden die kostbarsten Materialien verwendet, in der Wirkung durch Metallfadenstickereien und Applikationen von Wappen und Devisen erhöht [10, S. 32]: eines der besterhaltenen und schönsten B. aus kostbarsten Stoffen (vornehmlich roter Samt) ist das von Ludwig XIV. dem schwedischen Gesandten zum Geschenk gemachte B. (E. 17. Jh.; Stockholm, Nat. Mus.). Die Verzierung des B. muß sich folgerichtig auf die Pfosten und auf das die Kissen überragende hintere Füllbrett beschränken (Putten, Wappen usw. [15, Abb. 254]). – Diesem allgemeinen Bettluxus entspricht die Einführung des spanischen Alkovens in Frankreich. Lepautre’s Stichserien der großen und kleinen Alkoven [13, Abb. 26–33] erhöhen die Verbreitung. Meistens wird das Alkovenzelt, in vom Wohnraum durch Schranken abgetrennte Räume aufgestellt, der Mittelpunkt einer ganzen Flucht von Räumen. In Deutschland findet der Alkoven zuerst anscheinend in der Münchener Residenz Eingang („Alcova“ 1665–67 [8, Taf. 96; 10, Taf. 91]).

Im 18. Jh. verliert das Himmelbett auf vier Trägern an Bedeutung, der Baldachin pflegt wie in der Spätgotik nunmehr vorzukragen, das B. selber wird flacher (vgl. S. Kleiners Stiche nach dem Belvedere [13, Abb. 126–29] und [14, Abb. 231]). Zwar werden auch jetzt noch vorzugsweise die Baldachine mit Stoffen dekoriert, jedoch rückt durch das Fehlen der Baldachinstangen das B. selber zur Ausschmückung in den Vordergrund: seine vordere Schmalwand wird immer dekoriert [10, Taf. 25, 2; 80, 90], aber u. U. wird auch das ganze Gestell mit Schmuckwerk überzogen; die Pfosten erhalten die Gestalt von Tragfiguren (Abb. 8), die Füllbretter schließen mit laufenden Ranken ab (Weickersheim, St. Florian, vgl. auch die Stiche Paul Deckers [13, Abb. 91; 10, Taf. 100/101]). – Durch den nurmehr vorkragenden Betthimmel ändert sich auch die Stellung des B. im Raum: es steht nicht mehr wie bisher mit einer Schmalseite gegen die Mitte der Wand und ragt in seiner ganzen Länge in den Raum, es wird vielmehr vorzugsweise mit der Längsseite an die Wand geschoben [10, Taf. 80]. – In die gleiche Zeit fällt die stärkere Bevorzugung des einfacheren Ruhebettes (Lotterbett, Chaise longue), das im Verlauf des 18. Jh. immer mehr an Bedeutung gewinnt, um im Klassizismus das gewöhnliche B. nahezu an Zahl zu übertreffen.

Um die Mitte des 18. Jh. tritt eine auffallende Reduktion im Formenapparat zugunsten eines wirklich praktischen, klar akzentuierten B. ein [10, S. 21; 15, Abb. 421]. So läßt man etwa die Vorderpfosten fort, die reich dekorierten rückwärtigen Füllbretter, die Üppigkeit des Stoffbehangs. Der Wandel scheint sich besonders in England rasch zu vollziehen: es gibt Chippendalebetten, deren Lagerfläche kurz über dem Boden liegt, die bis auf bescheidenes Ornament eine kahle Bettstelle zeigen (ein solches mit chinesischem Himmel [7, Taf. 223]).

Den einschneidenden Wandel in der Form des B. bringt das Empire: in Anlehnung an die Antike wird entweder das spartanische feldbettartig kurze und niedrige einschläfrige Bettgestell wiederaufgenommen oder häufiger ein kastenartiges, breites Möbel geschaffen, das auf Himmel, reichen Schmuck usw. zugunsten eines praktischen Kastenbetts verzichtet (Abb. 9); der Schmuck besteht nur aus den in der Zeit für alle Möbel üblichen Beschlägen [5, S. 89; 7, Taf. 292–97; 8, Taf. 213; 11, Taf. 102, 103, 146–48; 15, Abb. 469].

Das 19. Jh. entwickelt zunächst die im Empire geschaffenen Formen weiter. Im Biedermeier wird das Schlafzimmer allgemeiner [11, S. 29], zumindest wird es nischenartig vom Wohnraum abgetrennt [8, Taf. 208]; die Betten werden daher bescheidenere Gebrauchsmöbel, Metallbettstellen (die es jedoch schon seit dem 15. Jh. gibt [2, Sp. 473ff.]), werden bevorzugt.

Vom 16.–19. Jh. vollzieht sich die Entwicklung des B. im Bauern- und Kleinbürgerhaus ziemlich unberührt von den französischen Einflüssen; die im MA gefundenen Formen werden konservativer bewahrt, nur „an der Oberfläche“ verändert. In Süddeutschland bevorzugte man entweder das einfache Pfostenbett mit hohen Bretterverschalungen [8, Taf. 63, 71] oder das Holzhimmelbett [10, Taf. 22–25, 304/5], im Norden wird an der Küste ausschließlich das Wandbett verwendet und große Mannigfaltigkeit in Anbringung und Ausgestaltung erzielt [8, Taf. 93, 154, 203, 220]; zahlreiche Beispiele bei Brandt [5], S. 5, 32/33, 40/42/43, auch das frühe nordische Pfostenbett mit hohen Wangen kommt daneben vor. Im einzelnen fehlen über das Bauernbett noch die nötigen Untersuchungen [16].

Zu den Abbildungen

1. Stuttgart, Altertümer-Slg., Totenbetten von Oberflacht b. Tuttlingen. Der Tote mit seinem Speer liegt in einer Bettstelle, die ihrerseits in einem Sarg steht. Holz. 7. Jh. Nach dem von Herrn Dr. O. Paret zur Verfügung gestellten Blatt Nr. 7 der Aufnahmen von Hauptmann Dürrich, gez. von G. Eberlein 1846.

2. Moissac, Kathedrale: Tod des Geizigen vom Westportal, 12. Jh. Marburger Photo.

3. Paris, Bibl. Nat. ms. fr. 9199, Miracles de Notre Dame, 1456. Nach der Faksimile-Ausgabe.

4. Großgmain, Pfarrkirche, Marientod, 1499. Phot. Österr. Lichtbildstelle, Wien.

5. München, B.N.M. Holzbettstelle mit „Halbverdeck“. Süddeutsch, 1470. Höhe 2,45 m. Nach Feulner [15].

6. Peter Flötner, Entwurf zu einem Bett, Holzschnitt. Nach Hirths Formenschatz, 1885, 2.

7. Meldorf, Landesmus., Pesel des Statthalters Marcus Swyn in Lehe. Hamburger Arbeit (?), 1568. Phot. Mus.

8. St. Florian, Prunkbett aus dem „Grünen Zimmer“, A. 18. Jh. Phot. Österr. Lichtbildstelle, Wien.

9. Würzburg, Schloß, Empirebett aus den „Toskana-Sälen“, A. 19. Jh. Phot. K. Gundermann, Würzburg.

Literatur

1. Viollet-le-Duc, Mobilier I, S. 156ff. 2. Henri Havard, Dict. de l’ameublement 32, Paris o. J., Sp. 415ff. (s. v. lit); 12, Sp. 674 (s. v. châlit). 3. Gay II, S. 83ff. (lit) 4. Bergner I, S. 416ff. 5. G. Brandt, Wohnräume und Möbel aus Alt-Schleswig-Holstein und Lübeck, Berlin 1922. 6. Ferdinand Luthmer und Robert Schmidt, Deutsche Möbel der Vergangenheit, Leipzig 1923. 7. Hermann Schmitz, Das Möbelwerk, Berlin o. J. 8. C. H. Baer, Deutsche Wohn- und Festräume aus sechs Jahrhunderten, Stuttgart o. J. 9. Otto v. Falke, Deutsche Möbel des MA und der Renaissance, Stuttgart 1924. 10. H. Schmitz, Deutsche Möbel des Barock und Rokoko, Stuttgart 1923. 11. H. Schmitz, Deutsche Möbel des Klassizismus, Stuttgart 1923. 12. Ferdinand Luthmer und Robert Schmidt, Empire- und Biedermeiermöbel aus Schlössern und Bürgerhäusern, Frankfurt 1923. 13. Wilhelm Kurth, Die Raumkunst in Kupferstichen des 17. und 18. Jh., Stuttgart 1923. 14. C. H. de Jonge, Holländische Möbel und Raumkunst von 1650–1780, Stuttgart o. J. 15. Adolf Feulner, Kunstgeschichte des Möbels, Berlin 19272. 16. Hans Karlinger, Deutsche Volkskunst, Berlin 1938.

Verweise